McCabe & Mrs. Miller

McCabe & Mrs. Miller (1971), US
Laufzeit 121 Minuten, FSK 16, Western, Drama, Kinostart 10.12.1971

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McCabe & Mrs. Miller - Poster
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mit René Auberjonois und John Schuck

Eigentlich hätte Presbytarian Church immer ein langweiliges, gottverlassenes Nest bleiben können. Wenn nicht eines Tages McCabe (Warren Beatty) aufgetaucht wäre. Ein Glücksritter, dessen Geschäfte einen Strudel von Ereignissen hervorrufen. Denn sein erfolgreiches Bordell bringt Neider auf den Plan. Auch die Liebe zu der Hure Constance Miller (Julie Christie) kann ihm nicht mehr helfen. Denn Mc Cabe ist ein Dickkopf. Und Dickköpfe sieht man hier nicht gern. So beginnt eine harte, erbarmungslose Menschenjagd.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: McCabe & Mrs. Miller

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.0Herausragend

Altman macht sich lustig über all die Westernklischees von naiven Frauen, die einem Mann sofort um den Hals fallen, einem starken Mann, der mit einem Schuss zehn Gangster umlegen kann und über saufende Cowboys, die hier den Saloon zu einem Schönheitssalon machen, indem sie darüber beraten werden möchten, wie sie ihren Bart tragen sollen. Zu einem Running-Gag wird der Bauleiter, stets Entschuldigungen für Verzögerungen stotternd. McCabe muss sie sich anhören, aber die Kamera ist überall, nur nicht bei den im Gespräch Verwickelten. Wozu auch? Im Wilden Westen gibt es wichtigeres zu sehen, als so etwas.

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alviesinger: bummelkino

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8.0Ausgezeichnet

Robert Altman dreht den Anti-Western schlechthin und spielt meisterhaft mit den Regeln des uramerikanischen Genres. Geprägt durch die Hochzeit des "New Hollywood" durchbricht er den Mythos des American Dream und dessen konservativer Wertegesellschaft. Und das alles bereits Jahre vor Ciminos "Heaven's Gate".

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Kommentare (3) — Film: McCabe & Mrs. Miller

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Elman Smithee

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wo soll man bei McCabe & Mrs. Miller anfangen mit seinem Lob und dem Äußern seiner Bewunderung? Der Art der Inszenierung, der Figurenzeichnung, den Schauspielern, der Musik? Hier passt einfach alles zusammen. Nein, der Film ist kein Downer, auch wenn er als ein solcher anmuten könnte, mit der Verweigerung eines Happy Ends. Es ist ein bitter-süßer Spätwestern, wenn es so etwas gibt, alles andere als der typische strahlende Western, wie man ihn sonst kennt. Es gibt hier keine Helden im klassischen Sinne, McCabe ist kein Revolverheld, wie man immer über ihn munkelt. Und der Showdown, wenn man ihn so nennen kann, ist der längste, den ich bisher gesehen habe, und gleicht eher einem Versteckspiel. Das Ende, Mrs. Miller in der Opiumhöhle, mutet wie ein Vorbild für Sergio Leones Es war einmal in Amerika an; doch hier im noch zu erschließenden Westen herrscht Melancholie, nicht Manie. Ja, McCabe & Mrs. Miller ist ein Abgesang auf den Westen, doch entbehrt er nicht eines subtilen Humors. Und McCabe hat unsere Sympathie, wenn er sich kopschüttelnd brummelnd über Mrs. Millers Stursinn ärgert ("Money and pain...pain, pain..."). Der Film mutet trotz der Darstellung einer amoralen Welt, in der nur getrunken, gespielt und gehurt zu werden scheint, wie ein letztes Paradies an. Denn trotz aller irdischen Ablenkung sind es arbeitsame Menschen, die eine neue Stadt aufbauen. Und in einer Parallelhandlung (zum Shootout) am Ende rettet die werdende Stadt gemeinsam die (innen nie fertig gestellte) Kirche davor, ein Raub der Flammen zu werden. Das Paradies hat viele Seiten. Unter all dem Schnee und Matsch und Regen strahlt es hier in besonders hellem Licht.
Robert Altman tat gut daran, die Bilder mit der Musik des traurigen Barden Leonard Cohen zu unterlegen. Die Wirkung ist kongenial. Und auch wenn ich nie ein besonderer Fan von Warren Beatty war: Hier ist er die perfekte Wahl. McCabe & Mrs Miller ist nicht nur ein Meilenstein im New Hollywood oder im Kino allgemein. Es ist auch einfach ein wunderschöner Film, eine spröde Liebeserklärung.

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Pygar

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine neue Stadt ist das Ziel, alles schreit nach Aufbau und verspricht die ideale Grundlage um gewinnbringende Geschäftsideen umzusetzen. Vielleicht ein edles Hurenhaus als neue Attraktion für ungewaschene Minenarbeiter und versoffene Hinterwäldler? Zweifellos eine sichere Einnahmequelle, besonders mit einer Professionellen an der Seite. Doch es ist nicht nur der ständig niederfallende Schnee und Regen, der die Träume tief unter sich begräbt und die Aufbruchstimmung aus den Gedanken wäscht, es ist die Gier, welche die Gefahr selbst ins letzte gottvergessene Nest trägt, und auch vor vermeintlichen Helden keinen Halt macht. Denn selbst diese sind nicht Pulver oder Aufmerksamkeit wert, wenn es wichtige und für den Aufbau unerlässliche Gebäude vor dem Flammentot zu retten gilt. So versteht sich der Mensch, als entbehrlicher Antiheld und unbedeutendes Zahnrad auf dem Weg zum Ziel des übergeordneten Gemeinschaftsinteresses. Ein trauriges und scheinbar weggeworfenes Leben, das selbst in der Stunde des Todes nur Einsamkeit zur Verfügung stellen mag.

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phoenix409

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Altmans gelungene Charakterstudie mischt Halbwestern mit Noir-Elementen und schwankt gekonnt zwischen Gewalt und Melancholie. Untermalt von den hypnotischen Songs von Leonard Cohen versuchen "McCabe & Mrs. Miller" in einem abgelegenen Dorf ein Bordell zu führen, was bald zu Komplikationen führt. Stark besetzt, atmosphärisch dicht und voller Regen - ein Film wie ein schweigsamer Einzelgänger.

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