Prince Avalanche

Prince Avalanche (2013), US Laufzeit 94 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie, Road Movie, Kinostart 26.09.2013


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Kritiker
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6.9
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44 Kommentare
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von David Gordon Green, mit Paul Rudd und Emile Hirsch

Prince Avalanche ist David Gordon Greens Remake der isländischen Road-Trip-Komödie A annan veg: Zwei Straßenarbeiter müssen den ganzen Sommer lang in der Wildnis Straßenmarkierungen aufmalen.

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, ihr Job nicht bizarrer: Nach einer verheerenden Feuersbrunst arbeiten sich Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch) 1988 einen langen heißen Sommer Meter um Meter durch ein verödetes texanisches Waldgebiet mit der Aufgabe, die Straßenmarkierungen nachzuzeichnen, die die Feuerzungen zerstört hatten. Während der besonnene Alvin in der menschenleeren Wildnis aufgeht, fühlt sich der etwas unterbelichtete und mit Föhnfrisur daher kommende Lance wie ein Fisch auf dem Trockenen und vermisst Stadtleben wie Mädels.

Das Bindeglied dieser beiden Gestalten ist einzig Lance’ Schwester, die mit Alvin liiert ist und der er leidenschaftliche Briefe schreibt, um die kriselnde Beziehung zu retten. Lance und Alvin müssen sich trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede zusammenraufen. Denn mit Ausnahme eines immer wieder unvermittelt auftauchenden LKW-Fahrers (Lance LeGault) und einer Begegnung Alvins mit einer verwirrten älteren Frau sind sie auf sich alleine gestellt. Und ohne, dass sie es so recht merken, wird ihr Sondereinsatz auch zu einer Reise, die sie einander näher bringt…

Hintergrund & Infos zu Prince Avalanche
Anders als bei seinen früheren Arbeiten wie All the Real Girls oder Undertow – Im Sog der Rache basierte Prince Avalanche nicht auf einem eigenen Drehbuch, sondern stellt der Film ein Remake des isländischen Á annan veg (Either Way) von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson aus dem Jahre 2011 dar. Die Dreharbeiten fanden in aller Stille statt, denn Regisseur David Gordon Green wollte nach seinen drei letzten Produktionen unter dem Dach eines Major Studios (Ananas Express, Your Highness – Schwerter, Joints und scharfe Bräute und Bad Sitter) wieder zurück zu den Wurzeln seines Independent-Schaffens.

Beide Hauptdarsteller konnten in früheren Filmen die Nähe zur Natur suchen: In Wanderlust – Der Trip ihres Lebens erschließt sich Paul Rudd schon einmal die Zurück-zur-Natur(-und-freien-Liebe-)Mentalität, während der in Prince Avalanche so deplatziert wirkende Emile Hirsch in Into the Wild eben diese Wildnis mit einer gewissen Verzweiflung noch suchte.

Prince Avalanche wurde erstmalig 2013 auf dem Sundance Film Festival präsentiert und stand im gleichen Jahr im Wettbewerb der Berlinale. Hier gewann David Gordon Green den Silbernen Bären für die Beste Regie.(EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Prince Avalanche
Genre
Drama, Komödie, Road Movie, Buddy-Film
Zeit
1980er Jahre, 1988, Sommer
Ort
Wildnis
Handlung
Alkohol, Alte Frau, Annäherung, Arbeit, Arbeiter, Bauarbeiten, Bauarbeiter, Brand, Dummheit, Einsamkeit, Feuer, Freundschaft, Highway, Hütte im Wald, Kollege, Landstraße, Langeweile, Lkw, Maschine, Masturbation, Männerfreundschaft, Philosophie, Road Trip, Schaden, Schnaps, Selbsterfahrung, Selbstfindung, Selbstzweifel, Straße, Straßenverkehr, Streit, Wald, Waldbrand, ungleiche Freunde
Stimmung
Witzig
Zielgruppe
Männerfilm
Verleiher
Kool/Filmagentinnen
Produktionsfirma
Dogfish Pictures, Dreambridge Films, Lankn Partners, Muskat Filmed Properties LLC, Rough House Pictures, The Bear Media, To Get to the Other Side Productions

Kommentare (26) — Film: Prince Avalanche


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Moe Szyslak

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Bewertung7.0Sehenswert

Reichlich merkwürdiger Film. Es scheint die ganze Zeit wirklich um gar nichts zu gehen als den beiden Hauptcharaktere bei einem der wohl langweiligsten Jobs überhaupt zuzusehen: Das Auftragen von gelben Markierungsstrichen inmitten einer Straße, die sich im absoluten Niemandsland befindet und auf der sowieso kein Auto fährt. Am Tag wird trübsinnig vor sich hingearbeitet, in der Nacht wird im Wald gezeltet. Nebenbei fetzen sich die beiden, labern Bullshit und philosophieren über die Schwierigkeiten des Lebens, von dem sie eine gänzlich unterschiedliche Auffassung und Herangehensweise haben. Klingt müde, und das war es zu Beginn auch irgendwo, aber dann wird man auf einmal trotzdem unausweichlich in diesen Film gezogen, der einem dann auch aufgrund seiner Schlichtheit nicht mehr los lässt. Kamen viele tragische/bittere Momente dazu, die aber ebenso wie die witzigen nie überzogen, sondern immer auf einem ausgewogenen Level waren. Einen großen Teil dazu trugen auch die beiden Hauptdarsteller Emile Hirsch als frecher Draufgänger und Paul Rudd als zurückgezogener Träumer bei, die sehr gut harmoniert haben und deren Spiel auch klasse die Eigenschaften der jeweiligen Charakter wiedergegeben haben, auch wenn sie wegen mir noch mehr Tiefgang hätten vertragen können. Also hat mir mit ein paar gelben Abstrichen sehr gut gefallen, weil es einerseits wegen der Machart auf faszinierende Art unterhaltsam war und weil es auch mal ein bewusst ruhiger und schlicht gehaltener Film war, der fast ausschließlich von seiner Idee und seinen Darstellern gelebt (klingt negativ, aber genau das Gegenteil ist gemeint) und die absurde Idee dezent umgesetzt hat, was man nicht unbedingt so erwarten durfte.

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annaberlin

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Bewertung5.0Geht so

Ich habe mich sehr gelangweilt. Was sollte das denn? Zwei unterschiedlich langweilige Typen im Wald. Weder die Charaktere haben etwas zu sagen, noch die Story. 5 Punkte für den Mut, so einen Film zu machen und weil ich die Schauspieler mag.

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schalli

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Sehe ich leider ähnlich. Und ich LIEBE die beiden :-/


foxdevilswild

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Ich schließe mich euch an :( Rudd und Hirsch stehen mit ihren Rollen irgendwie arm da


BenAffenleck

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Bewertung4.0Uninteressant

WTF??? Meditatives Roadmovie in rüder Naturkulisse, mit schönen Bildern und zwei komischen Vögeln. Allerdings gibt die "Geschichte" nicht viel her, man kratzt bei der Charakteriesierung nur an der Oberfläche. 90 Minuten wartet man auf einen Höhepunkt der nicht kommt.

Fazit: Ist das Kunst oder kann das Weg?

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pischti

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das kann weg ^^


BenAffenleck

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Leider wohl!


chriskaps

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Da ich die Regiearbeit von David Gordon Green vor "Pineapple Express" nicht kenne, hatte ich ihm so eine ruhige, bittersüße Geschichte gar nicht zugetraut. Aber er gibt Emile Hirsch und Paul Rudd unheimlich viel Raum was neues auzuprobieren. Die beiden spielen hier vom feinsten, ohne jeglichen Showeffekt, mit nichts anderem als den abgebrannten Wald als Kulisse Und ich hätte ihnen in diesem Setting glatt weitere 2 Stunden zuschauen können.

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DieFilmguckerin

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Bewertung6.5Ganz gut

Eine riesige Fläche Wald ist abgebrannt und hat nicht nur eingeäscherte Bäume, sondern auch Schäden an den Straßen hinterlassen. In fast menschenloser Wildnis machen sich zwei Arbeiter daran, die Straßenmarkierungen zu erneuern. Alvin sucht die Einsamkeit und schickt jeden Cent zu seiner Frau, Lance hingegen hasst die Natur und sehnt sich nach dem Wochenende und heißen Partys in der Stadt. Logisch, dass die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere, die nun 24 Stunden am Tag zusammen sind, schnell aneinandergeraten.

Besonders bestechend an "Prince Avalanche" ist zweifellos das betörende Setting. Einsame Wildnis, krumme Bäume, sich windende Straßen - was will man mehr? Ein Großteil der Atmosphäre wird durch die Natur geschöpft, die im Übrigen auch während des gesamten Films nicht verlassen wird. Man spricht höchstens über die Dinge in der Stadt, als wären diese Ort unendlich weit entfernt, ja geradezu unerreichbar. Was zählt, ist der Wald, die Einsamkeit, die Straße.

In dieser stillen Idylle prallen zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander, haben quasi nichts als einander, sonst keinen Gesprächspartner oder Freund um sich. Der von Paul Rudd verkörperte Alvin ist eher der feingeistige, nachdenkliche Typ, der in der Wildnis sich selbst finden und die Einsamkeit genießen will. Er glaubt an die große Liebe und ist sich sicher diese bereits gefunden zu haben. Der eher einfach gestrickte Lance hingegen beschreibt gern ausgiebig und ausschmückend seine Liebesabenteuer und Partyexzesse. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden sind sehr unterhaltsam, besonders Emile Hirsch kann dabei seine komödiantische Seite zeigen und damit überzeugen. Das Ganze gipfelt schließlich in sehr witzigen und einfallsreichen Betrunkenheits-Szene und einem etwas surreal anmutendem Ende.

Handlungstechnisch geht es in "Prince Avalanche" leider nicht immer sehr spannend zu, aber was soll schon auf einsamen Waldstraßen passieren? Obwohl der Film die meiste Zeit unterhaltsam ist, fehlt es dem Ganzen irgendwie an Tiefe, an etwas Besonderem, der mehr aus ihm macht als einen 'ganz netten Film'. "Prince Avalanche" hat schöne Momente, aber eben auch einige langweilige Phasen und letztendlich keine befriedigende Konklusion.

Alles in allem ist "Prince Avalanche" ein unterhaltsamer Film, der vor allem von seiner Atmosphäre und seinen glaubwürdigen und teilweise sehr witzigen Darstellern lebt. Das Setting ist sehr schön und bietet jede Menge Möglichkeiten, darin zu versinken. Leider ist die Handlung nicht immer interessant, der Film kommt nicht richtig in die Gänge und wird wahrscheinlich nicht lange im Gedächtnis bleiben.

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PommesPapst

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Bewertung7.5Sehenswert

Irgendwas Besonderes hat der Film, denn obwohl da kaum was passiert die ganze Zeit über, schaut man dem Ganzen trotzdem gerne zu.

Ich bin auf jeden Fall ein Fan dieser skurrilen Dialoge und des Flairs von "Prince Avalanche" und empfehle ihn deswegen weiter.

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J.R.K.

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Bewertung6.5Ganz gut

Mal zwischendurch wieder einen ruhigen "kleinen" Film zu sehen , tut gut. Wenn man sich darauf einstellt, das hier nicht so viel aufregendes passiert und es mehr um die kleinen persönlichen Dinge der beiden unterschiedlichen Strassenarbeiter geht, die sich langsam zusammenraufen, wird man ganz gut unterhalten.
Kurzum, ein minimalistisches Roadmovie mit schönen Naturbildern, zwei guten Darstellern plus einen kauzigen Truckfahrer und einer mystischen (ehemaligen) Hausbesitzerin.
Oje, ich hoffe das war jetzt kein grossartiger Spoiler. ;)

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Alex.de.Large

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Bewertung7.5Sehenswert

"Geniessen Wir mal einfach die Stille."
Mehrmals fällt dieser Satz, und auch wenn sich die Darsteller nicht durchgehend daran halten, findet man hier einen manchmal schon fast kontemplatorischen, melancholisch- meditativen Film.
Zugleich tauchen aber immer auch wieder feiner Humor, und sogar eine Spur von "Mystik" auf.
Aber oft findet der Film auch die Stille, läßt sich Zeit, die vorangegangenen Szenen, in der kargen Landschaft wirken zu lassen.

Hier ist, analog zum Mittelstreifen pinseln, der Weg das Ziel.

Vielleicht war aber auch nur der Selbstgebrannte, von dem alten Hillbilly "Moses", schuld an diversen "Erscheinungen", "Entscheidungen", "Ereignissen" und "Erkenntnissen" :D

Denn "Moses" gab seinem Volk ja auch "Mana" und führte es letztendlich, auch durch die Wüste, ins "gelobte Land" ;)

Manch weniger geneigter Zuseher wird sich ggfs. gezwungen sehen, unter Zuhilfenahme seiner Achselhöhle, "Furz-Geräusche" zu produzieren, und Sachen wie "lame" oder "boring" zu rufen.
Sei´s drum, ich mochte den, und war 90 min. mal irgendwie "Raus aus der Nummer" ;)

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sachsenkrieger

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Bewertung6.0Ganz gut

Etwas skeptisch war ich schon, denn Greens Filme "Ananas Express" und "Your Highness" waren schon nicht so mein Ding. Komisch, denn eigentlich mag ich diese leicht skurilen, leisen, langsamen und melancholischen Filme.

Leider konnte auch "Prince Avalanche" nicht so recht bis ins Herz oder die Seele vordringen. Schlecht war er nicht und gelangweilt war ich keineswegs. Begeisterung kam allerdings auch keine wirkliche auf und am Ende war ich etwas ratlos, was ich da gerade geschaut hatte. Naja, jeder hat halt seinen Geschmack! Trotzdem ist der Film durchaus sehenswert.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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quastenflosser

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film über die unfreiwillige Freundschaft zweier Männer die in der Weite des Waldes zu sich selbst finden. Einfach wunderbar.

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uncut123

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Bewertung6.5Ganz gut

er hat etwas an sich was mir echt gefiel...nicht wirkliche lacher oder starke gefühle aber doch ein schönes gefühl

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zelluloid

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Bewertung9.0Herausragend

Den Berlinale Regie- Bären verdient gewonnen, und die beiden Jungs hätten auch noch einen Darstellerpreis verdient gehabt....
Filmemachen hat was mit Geschichtenerzählen und Spannungsbögen zu tun. Dioeser kleine Film hier macht alles richtig.

Wers gern scheppernd und mit CGI mag, der sei gebeten, den Saal erst gar nicht zu betreten und sich woanders seine Dröhnung zu holen...

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Murray

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Bewertung7.5Sehenswert

Herrlich!
Paul Rudd und Emile Hirsch als ungleiches Straßenarbeiter-Team streiten, lachen, weinen.
Finden zu sich selbst, zueinander und ihren Weg ins Herz des Zuschauers.
Und dazu spielen Explosions in the Sky.

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Murray

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Lies mal den Post von mountainbiker25 durch:
http://www.imdb.com/title/tt2195548/board/nest/210796130?p=2
Damit geh ich ziemlich d'accord.

Angenehm meditativ fand ich ihn auch, aber genauso humorvoll und herzerwärmend. Da halte ich Highlights bei so einer ruhigen, durchaus vorhandenen" Geschichte eher als deplatziert.


BenAffenleck

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Okay, der Film ist natürlich auch in seiner Machart extrem, und daher auch totale Geschmackssache. Die Ansichten oder Intepretationen sind auf jeden Fall interessant, machen den Film für mich aber trotzdem nicht besser. Danke für den Link!


Lillie1919

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Bewertung6.5Ganz gut

Prince Avalanche. Potenzial vorhanden aber nicht ganz ausgekostet.. Ich glaube, drei von vier Leuten, mit mir im Kino, waren zum Schlafen gekommen aber die leichte Langsamkeit hat mich gar nicht so gestört (auch wenn sie erst müde, dann albern macht). Ich habe sie immerhin nicht als Zähigkeit empfunden. Eher ein tripartiger Traum, der sich durch die einsamen Wälder Amerikas schiebt wie ein handbetriebender Schienenkarren. Stellenweise verwackelt und etwas übelkeitserregend, auf der Kinoleinwand.

Was schade ist: Das unverwandte Gefühl, dass hier alles nur mit leichter und durchaus unterhaltsamer Fingerspitze berührt wird, aber nie über dieses oberflächliche Kratzen an Charakteren/Story hinaus geht. Das ist genau das was mich an vielen Filmen stört, sie aber nicht unbedingt "schlecht" macht, in meinen Augen. Nur eben nicht ganz stimmig. Schön ist der Film trotzdem und empfehlenswert, allein schon wegen der Schauspieler.

Ein gewisser Nachgeschmack bleibt sogar und das zeichnet gute Filme aus. Sie tragen die Stimmung, mit dir, aus dem Kino. In diesem Fall eine etwas surreale Müdigkeit und das starke Bedürfnis, dass Leben so beknackt unbedarft zu nehmen wie Lance und gleichzeitig, es so stoisch anpacken zu können, wie seine bessere Hälfte Alvin.

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Alex.de.Large

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Du hast es in deinem letzten Absatz perfekt getroffen.
Das du dem Film einen Punkt zu wenig gegeben hast, schiebe ich mal auf die wackelige Kinoleinwand ;D


Lillie1919

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Das kann man durchaus auf darauf schieben, ja ja! ;) Inwzischen wurde dieses Erlebnis durch den neusten "Paranormal Activity Streifen übertrumpft... das war echter Schwindel, fast schon Übelkeit und gar nichts gegen das hier :D


MaxN91

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Bewertung7.5Sehenswert

Alvin und Lance haben wohl so ziemlich den eintönigsten und langweiligsten Job der Welt: Sie malen die Fahrbahnmakierungen auf die Straße, und das in gähnender Einsamkeit. Ein Feuer zerstörte 1987 riesige Flächen an Wald und ungefähr 1600 nahestehende Häuser. Der Grund für das Ausbrechen dieser Katastrophe bleibt bis heute ungeklärt. Alvin und Lance könnten nicht unterschiedlicher sein, der eine ein intelligenter Einzelgänger, der die Ruhe liebt, Zuhause aber Frau und Kind hat. Der andere ein einfach gestrickter Streuner, der zumindest am Wochenende die Sau rauslässt und Angst davor hat allein zu sein.
David Gorden Greens "Prince Avalanche" ist ein wunderbar unaufgeregtes und bildewaltiges Buddy-Roadmovie, welches sich mit den essentiellen Fragen des Lebens beschäftigt. Green, dessen Talent in Filmen wie "Ananas Express" und "Bad Sitter kaum zur Entfaltung kam, liefert hier eine unglaublich starke Regieleistung ab. Das Setting des Films, sowie die kreativen Bilder und Fotographien in Kombination mit dem eingängigen Soundtrack sind wirklich mehr als sehenswert. Der Film lebt natürlich von der bemerkenswerten Chemie der Hauptdarsteller Paul Rudd und Emile Hirsch. Rudd überzeugt nach "The Perks of Being a Wallflower" erneut in einer ambivalenteren und ersteren Rolle, Hirsch spielt gewohnt routiniert und selbstsicher. Greens Drehbuch bietet handlungstechnisch wenig Höhepunkte, überzeugt aber mit einer intelligenten Tiefe. Auch wenn einige Dialoge vielleicht zu sehr auf Banalitäten aufbaun, steht im Subtext doch immer die Frage nach Glück und Zufriedenheit im Raum. Beide Charaktere müssen im Laufe des Films mit den Fehlern ihrer Persönlichkeit umgehen und lernen deren Folgen zu akzeptieren. In einem Studel aus Menschen, die nach der Katastrophe um ihre Häuser vergessen haben wie man lebt, müssen die beiden genau diesen Kreislauf durchbrechen und anfangen neu zu leben.
"Prince Avalanche" ist nicht das packenste oder berührenste Drama dieses Jahres, aber sicherlich eines der symphatischsten. Ein Film wie ein Abend mit Freunden und dem ein oder anderen Bier, bei dem man über sein Leben reflektiert und auch mal lauthals lachen kann.

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Punsha

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Bewertung5.5Geht so

Sympathisches Buddy-Roadmovie, dessen Indie-Charme leider nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der thematisierte Diskurs über das Einsiedlerleben trotz seiner Differenziertheit weitestgehend an der Oberfläche bleibt. Die hervorragend interagierenden Paul Rudd und Emile Hirsch schwafeln (lediglich) über Sex, Liebe und Beziehung (primitiver Humor inklusive) und versuchen im Schatten der Wälder ihre eigenen (Beziehungs-)Probleme zu überwinden, während sich die (Frauen-)Welt da draußen ohne sie weiterdreht. So ganz möchte man David Gordon Green, so sehr sein Œuvre auch danach schreit, dennoch nicht nur auf sein erregtes Glied reduzieren, denn "Prince Avalanche" kann trotz seines verschenkten Potentials hier und da mit einer schönen Anekdote, einem guten Regie-Einfall und anmutenden Naturbildern aufwarten. Hübsch, in der Tat.

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Niotq

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Bewertung6.5Ganz gut

Bewertung Nummer 666, und kein abgründiger Horrorfilm. Einerseits läuft das ganz meinen Plänen zuwider, andererseits muss man ja nicht immer die abgelutschtesten Schemata befolgen.

Jedenfalls stattdessen nun: "Prince Avalanche". Ein Film, auf den ich als dem Genre des Postrock seit Jahren zugetaner Musikliebhaber zunächst durch den hochwertigen Soundtrack aufmerksam wurde, stammt der doch von den Genregrößen Explosions in the Sky und fügt sich, wie ich heute sah und hörte, auch ganz wunderbar ein. Als ich David Gordon Greens - und ich hatte bisher absolut keine Ahnung von diesem Mann - neuestes Werk dann auf der Liste der Viennale wiedersah, hatte ich schon so eine gewisse Ahnung, dass ich den vielleicht würde sehen müssen. Um 6:30 morgens, für den unwahrscheinlichen Fall, dass das jemanden interessiert.

1988. Alvin, ein organisierter, eher biederer, naturburschenhafter Typ, will Lance, dem hedonistischen und nun nicht gerade feingesponnenen Bruder seiner Lebensgefährtin, einen Gefallen tun und lädt ihn ein, einen Job anzunehmen, der die beiden zu einer langen Straße in der nach einem Waldbrand verwüsteten texanischen Einöde führt, um viele Pfosten einzuschlagen und Myriaden gelber Mittelstreifen auf den Asphalt zu malen. Wenn ich nun sage, dass dieser Film in mancher Hinsicht große Rücksicht auf die Erwartungshaltung des Publikums nimmt, sollte es niemanden überraschen, dass sich die beiden ungleichen Männer baldigst in die Haare kriegen, auf ihrer eintönigen Reise dann aber bald vor zusammenschweißende Probleme gestellt werden.

Eineinhalb Stunden Mittelstreifenmalerei mit Leben zu erfüllen und halbwegs verdaulich zu gestalten ist selbstverständlich eine gewisse Herausforderung, und tatsächlich passiert im Verlaufe des Filmes nun wahrlich nicht übermäßig viel, und das dürfte die Zuschauer in ihrer Meinung freilich etwas spalten. Dennoch: Die für den Verwüstungsgrad erstaunlich malerischen, schönen Bilder sind in ihrer Stimmigkeit als tadellos zu bezeichnen, gerade im Zusammenspiel mit dem Score, und die Reibereien zwischen den beiden grundverschiedenen Hauptcharakteren verfolgte ich überwiegend mit großer Belustigung. Tatsächlich vermögen Paul Rudd und Emile Hirsch ihre tragikomischen Figuren mit Leben zu erfüllen und sie deutlich über 08/15-Buddy-Movie-Schablonen anzusiedeln.

Doch gibt es nicht nur die beiden Streithähne da draußen: Ein mysteriöser, wenn auch sehr, sehr lustiger Truckfahrer, der Lance und Alvin mit Alkohol versorgt, und eine noch mysteriösere, etwas geisterhafte Dame mit rotem Hut bevölkern die abgebrannte Szenerie und sorgen für einen surrealen Einschlag, den ich vielleicht geringfügig zu verdauen hatte, weil er, wie am Ende klar wird, zum Selbstzweck verkommt. Es gibt Menschen, denen ich das durchgehen lasse, hier allerdings verleiht es dem Film eine etwas unrunde Note. Und was sollte die abschließende Einstellung mit den Hühnern?

Man braucht keine Kristallkugel, um zu erahnen, dass Lance und Alvin dank einiger Rückschläge und dem guten, alten Alkohol doch noch Freunde werden, und natürlich kann man dem Film vorwerfen, damit in eine Klischeefalle zu tappen. Auch bin ich der Meinung, dass man der Charakterentwicklung ruhig noch ein wenig mehr Zeit hätte einräumen dürfen - ich weiß, vielleicht ist das etwas paradox, dafür, dass dieser Film ohnedies nicht der ereignisreichste ist, genauso wie die Tatsache, dass mir die gut 90 Minuten fast etwas zu schnell vergingen, aber ich bin der Meinung, da wäre noch Platz für mehr gewesen.

So ist der Film, was er ist, ein mehr als unterhaltsames, tragikomisches Mehr-oder-weniger-Roadmovie, dessen große Stärke die zitatreifen Sprüche und die Kurzweil ist, ohne nun ein unfassbares filmisches Jahrhundertereignis zu sein. Aber das braucht man ja auch nicht ununterbrochen. Lange Rede, kurzer Sinn, ich bereue trotz obiger kleinerer Bemängelungen nichts.

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Tomatensoßenkerl

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wenig wie Hemmingways "Der alte Mann und das Meer" nur halt ohne Fisch, ohne Meer und ohne alten Mann... dennoch Gut, sehr Gut!

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Kill_Diether

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Bewertung7.5Sehenswert

Für mich ein echter Independent. Unabhängig von Hollywood-Vorgaben und weit entfernt davon, ein reißerischer Blockbuster sein zu wollen. Ruhig, schön, und mit allen Differenzen unaufgeregt ehrlich. Paul Rudd und Emile Hirsch spielen einfach und treffend. Dazu kommt der Trucker, Lance LeGault, eine herzerfrischende Type mitten in dieser eigenartig faszinierenden Natur.

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Oli Ver

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Bewertung7.5Sehenswert

Unglaublich schöner und ruhiger Film, der einerseits von seinen beiden Hauptdarstellern, die trotz (oder gerade wegen) ihrer Gegensätzlichkeiten einfach perfekt zusammen passen, und andererseits von der sommerlichen Atmosphäre lebt. Die einsame Natur in den Wäldern Texas wird sehr intensiv durch die schönen, warmen Bilder und vor allem durch den stimmigen Soundtrack von Explosions in the Sky zelebriert.
Die wenigen Schauspieler durchleben alle Emotionen, die man sich vorstellen kann, ohne dass man auch nur einmal an ihrer Darstellung zweifeln möchte. Paul Rudd nimmt man seine Rolle wirklich in jeder Szene ab und in Kombination mit Emile Hirsch darf man hier eine wunderbare Geschichte über Freundschaft bestaunen, die mich über die komplette Spielzeit gefesselt hat.

Der leicht surrealistische Einschlag gegen Ende des Films passt meiner Meinung nach jedoch nicht ganz in den Kontext des restlichen Filmes.

Fazit: Wer auf ruhige Independent-Filme mit lakonischem Humor und tollen Naturbildern steht oder einfach einen schönen, nachdenklichen Buddy-Film sehen möchte, dem sei Prince Avalanche auf jedem Fall empfohlen.

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