Rattennest
Kiss Me Deadly (1955), US Laufzeit 105 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 06.07.1956
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
104 Bewertungen
8 Kommentare
Keine
von Robert Aldrich, mit Ralph Meeker und Albert Dekker
Im Noir-Krimi Rattennest ermittelt Detektiv Mike Hammer gegen ein Mordkomplott. Dabei stößt er auf eine Bedrohung, die selbst ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Hinterhältige Gangster schlagen Mike Hammer bewusstlos und ermorden die geheimnisvolle Frau, der er zu Hilfe kommen wollte. Der hartgesottene Detektiv entscheidet sich für die Strategie, die er am besten beherrscht: erst zuschlagen, dann fragen. Bei der Aufklärung des Verbrechens hinterlässt Hammer eine Spur der Gewalt in der Unterwelt der Stadt. Schließlich stößt er auf einen mysteriösen schwarzen Behälter, dessen tödlicher Inhalt nicht nur den Mord erklärt, sondern auch ein geradezu apokalyptisches Finale herbeiführt!
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Cast & Crew
- Genre
- Drama, Kriminalfilm, Thriller, Detektivfilm, Film Noir
- Handlung
- Entführung, Ermittlung, Folter, Gangster, Kernwaffe, Klassiker, Roman, Trampen, Wissenschaftler
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Kritiken (1) — Film: Rattennest
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschen----------------------------------------------------------------
Ein Filmsüchtiger reist durch die Filmgeschichte #2:
1955: Rattennest
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Das Ende der Ära des klassischen Film Noir wird in der Regel auf das Jahr 1958 datiert, dem Jahr, in dem Orson Welles’ Im Zeichen des Bösen quasi den Schlussstrich unter eine Filmströmung zog, die fast zwanzig Jahre lang die Ikonographie der amerikanischen Filmindustrie bestimmt hatte. Retrospektiv muss man jedoch feststellen, dass Welles mit seinem eher klassischen Werk schlicht ein bisschen spät dran war, denn der Film Noir war bereits tot, wurde auf psychopathischste Art und Weise ermordet durch Robert Aldrich, der mit Rattennest bereits 1955 einen Anti- bzw. Neo-Noir auf die Kinoleinwände brannte.
[...]
Wen der Film bis dato nicht verwundert hat wird spätestens im explosiven Finale Opfer purer Kinomagie, die Rattennest endgültig zur rassigen Pulp Fiction macht. Aldrich entfesselt mit dröhnender Tonspur ein Inferno, mit dem sein Werk letztlich nicht nur sich selbst ad absurdum führt, sondern äußerst symbolhaft gleich in höchster Konsequenz den Untergang des Film Noir postuliert, indem er schlicht dessen ganze Welt zum Teufel jagt.*
* Es gibt zwei verschiedene Versionen der Endsequenz. Diese Aussage beruft sich auf die unvollständigere, aber bessere.
Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (7) — Film: Rattennest
Intergalactic Ape-Man Fri, 19 Apr 2013 02:46:39 -0000
Kommentar löschenRobert Aldrich inszenierte mit Rattennest einen ultimativen Kriminalfilm, der die Film Noir Welle in ihrem Kern eindrucksvoll zusammenfasst. Es scheint als würde er die Stereotypen in ihren Eigenheiten analysieren, als er den typischen Hardboiled-Detective mit der typischen weiblichen Zufallesbegegnung zusammen treffen läßt. Ungemein fesselnd schraubt sich ihr augenscheinlich um einen MacGuffin arrangiertes Schicksal zu immer wahnwitzigeren Verstrickungen, bis Aldrich uns in seinem explosiven Finale belehrt, wie sehr die Form des Kinos den Inhalt dominiert.
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VisitorQ Wed, 23 May 2012 21:24:17 -0000
Kommentar löschenOh. Was für ein wunderbarer Film. Ich bin vollkommen von den Socken. <3 <3 <3
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Le Samourai Wed, 23 May 2012 21:33:58 -0000
Antwort löschenDieses Ende......... !!!!!!
VisitorQ Wed, 23 May 2012 21:44:33 -0000
Antwort löschendieses Ende!!!!!
Filmsuechtiger Mon, 25 Jun 2012 13:58:56 -0000
Antwort löschenWelches denn? Es gibt ja zwei. ;-)
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Le Samourai Mon, 25 Jun 2012 14:03:19 -0000
Antwort löschenNa das vollständige! :)
Filmsuechtiger Mon, 25 Jun 2012 14:41:31 -0000
Antwort löschenIch mag das unvollständige, zweifelhaftere und apokalyptischere Finale lieber.
Anoirja Wed, 25 Apr 2012 16:38:49 -0000
Kommentar löschenIch erinnere mich noch gut daran, dass ein Freund von mir "Kiss Me Deadly" mehrmals positiv erwähnt hat und ich das einfach ignoriert habe, da sein Filmgeschmack für gewöhnlich stark von meinem divergiert. Ein bisschen hatte ich mich allerdings schon gewundert, da er nun mal nicht unbedingt eine Vorliebe für den Film noir hat. Kürzlich bin ich wieder über den Titel gestolpert und daher wollte ich diese Lücke jetzt doch endlich mal schließen. Schon der Anfang ist erfrischend anders und der "Held" ist zwar auch hier ein Privatdetektiv, aber obendrein ein unsympathischer, zynischer und brutaler Machoarsch - ein echter Antiheld eben. Auf der Suche nach den Mördern einer auf der Flucht befundenen Frau, die er nachts am Straßenrand aufgegabelt und deren Folterung und Ermordung er anschließend vage mitbekommen hat, kommt besagter Detektiv einem wahrlich heißen Geheimnis auf die Spur - und dieses Geheimnis hat mich schon überrascht. Unvermittelt springt der Film augenscheinlich in Science Fiction/Mystery-Gefilde über - anders kann ich mir den glühenden Koffer, auf den in "Repo Man" und "Pulp Fiction" bekanntlich Bezug genommen wurde, zumindest erst nicht erklären. Die Büchse der Pandora, das Haupt der Medusa? Letzten Endes ist des Rätsels Lösung dann doch nicht so weit hergeholt und der Koffer strahlt aus dem nächstliegendsten Grund - /LEICHTER SPOILER/ die 50er Jahre brachten ja einige von atomarer Furcht geprägte Filme hervor. /SPOILER ENDE/ Für mich auf jeden Fall eine kleine Überraschung, ein Film noir der anderen Art - spannend, mysteriös und düster wie kaum ein anderer Film dieser Stilrichtung, wozu auch die interessante Kameraführung beiträgt.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten
Le Samourai Wed, 25 Apr 2012 16:44:05 -0000
Antwort löschenGestern geschaut! :) Perfektes Ende. Der nihilistischste, surrealste Film Noir überhaupt.
lieber_tee Wed, 25 Apr 2012 16:46:48 -0000
Antwort löschenMeistermeisterwerk.
Anoirja Wed, 25 Apr 2012 16:52:12 -0000
Antwort löschenStimmt, ich hatte es gestern registriert und war erstaunt, dass du just deine Bewertung abgegeben hattest, als ich mir den ansehen wollte. Schön, endlich auch mal wieder einer Meinung. :)
Und auch der tee ist heute wieder lieb. ;)
Le Samourai Wed, 25 Apr 2012 16:53:12 -0000
Antwort löschenAlle lieb heute! :)
Mimuschka Wed, 25 Apr 2012 17:00:49 -0000
Antwort löschenund wir haben alle ganz lieb die gleiche punktzahl gegeben. fast ein wunder!
Anoirja Wed, 25 Apr 2012 17:04:14 -0000
Antwort löschenGruppenkuschelalarm! :D
lieber_tee Wed, 25 Apr 2012 17:19:05 -0000
Antwort löschenIst doch auch mal schön, wo andernorts in MP alles den Bach runter geht...;)
Le Samourai Wed, 25 Apr 2012 18:02:01 -0000
Antwort löschenOh ja, die Alarmglocken klingen! :)
crab1973 Wed, 25 Apr 2012 20:52:12 -0000
Antwort löschenLief der gestern im TV? Nie gesehen... Gnnrrr...und dabei mag ich Robert Aldrich Filme doch so gern. :(
Le Samourai Wed, 25 Apr 2012 20:55:27 -0000
Antwort löschenNope, war wohl Zufall. :)
Ist wirklich ein krasses Ding, seiner Zeit irgendwie weit voraus. Für mich ist HUSH HUSH aber der stärkste Aldrich.
crab1973 Wed, 25 Apr 2012 21:03:10 -0000
Antwort löschen@Samourai:Hatte ich noch gar nicht bewertet. Kriegt aber auch eine 9 von mir. Fiese Sache Samourai, kann ich erst vergleichen, wenn ich "Kiss me Deadly" gesehen habe. nochmal Gnnrrr :D
Aldrich konnte alles. In jedem Genre.
Ein ähnlicher Genre Tausendsassa war vielleicht noch Robert Wise, den ich ähnlich verehre.
Mimuschka Wed, 25 Apr 2012 21:25:59 -0000
Antwort löschenein ähnlicher tausendsassa war vielleicht noch howard hawks
crab1973 Wed, 25 Apr 2012 21:37:34 -0000
Antwort löschenStimmt. Der auch. Ich frage mich, ob diese Flexibilität mit der Funktionsweise des damaligen Studiosystems zusammenhängt. Ich glaube denen wurde auch öfters vom Studio (bei dem sie ja unter Vertrag standen) einfach gesagt: Wir haben hier noch ein Script, dass machst Du jetzt.
Aber auch das muss man erstmal können.
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Anoirja Thu, 26 Apr 2012 17:37:44 -0000
Antwort löschen@ crab: Das ist genauso ein Zufall gewesen wie bei uns kürzlich "Kill List". Diese Zufälle häufen sich offenbar. :o
Hach, "Hush... Hush, Sweet Charlotte" ist auch mein Aldrich-Favorit - und da sind wir uns mit den 9 Punkten ja schon wieder einig. :D
Le Samourai Thu, 26 Apr 2012 17:38:58 -0000
Antwort löschenJep, kaum zu glauben :)
Marti DiBergi Wed, 07 Mar 2012 02:37:01 -0000
Kommentar löschenFieser Film-Noir mit Macho-Protagonisten und viel atmosphaere. Vor allem in der zweiten haelfte kommt das Gefuehl auf, einen David Lynch Film zu gucken. Die seltamen Charaktere und entrueckte Atmosphaere erninnern stark an "Lost Highway@.
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The_Comedian Thu, 09 Dec 2010 10:26:18 -0000
Kommentar löschen´Rattennest´ funktioniert als düsterer Film-Noir prächtig, wenn man die Zeit berücksichtigt in welcher er gedreht wurde. Sicherlich passen gewisse Denk,- und Handlungsweisen nicht mehr in die heutige Zeit, am differenziertesten fällt das gesellschaftliche Bild von Mann und Frau auf. Wünschenswert wäre also eine heutige Mickey Spillane-Verfilmung, angebracht umgesetzt vielleicht im ´Sin City-Korsett`, meinetwegen auch mit den Nutten aus Oldtown...
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dermarkstein Thu, 11 Jun 2009 10:32:23 -0000
Kommentar löschenWir haben viel gelacht, gestern abend. Allerdings eher "über" als "wegen" den Film. Amüsant trifft es ganz gut …
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Nevenka Sun, 20 Apr 2008 06:28:35 -0000
Kommentar löschenDieser Film Noir ist nicht ernst zu nehmen! Mitte der Fünfziger gedreht, werden die berühmten Vertreter seines Genre parodiert. Mike Hammer, ein Sportwagen fahrender Privatdetektiv, kommt auch mal damit durch, einen Mann die Treppe hinuntergestoßen und damit vermutlich getötet zu haben. Er kennt alle Sprengstoff-Kniffe der Gegner und kann einen geübten Schläger mit einem Geheimgriff für Stunden außer Gefecht setzen und einen zweiten in Angst und Schrecken versetzen. Ein Wahrheitsserum bringt ihn nur zum unzusammenhängenden Murmeln und in einer nichtssagenden Gedichtszeile, findet Hammer einen wichtigen Hinweis. Die Figur seiner Sekretärin, in gewohnter Manier intrumentalisiert, den Helden zu charakterisieren und an manchen Stellen seine Motivation zum Handeln zu verstärken, ist hier nicht mehr angedeutet, sondern offensichtlich sein Gelegenheitsbetthäschen. Zwischen den Damen auf der Seite des Rätsels (alle blond) und auf der Seite des Protagonisten (dunkelhaarig) wird eindeutig unterschieden, innerhalb ihrer Gruppe sind sie jedoch austauschbar. Die Auflösung bringt diese allgemeine Übertreibung dann zum abwegigen Höhepunkt. So betrachtet ein amüsanter Film.
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