Vier im roten Kreis
Le Cercle rouge (1970), IT/FR Laufzeit 140 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm
8.2
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von Jean-Pierre Melville, mit Yves Montand und Gian Maria Volonté
Durch einen Zufall treffen der frisch entlassene Einbrecher Corey und der gerade entflohene Häftling Vogel aufeinander. Gemeinsam mit dem Ex-Bullen Jansen planen sie einen raffinierten Bruch in ein Juweliergeschäft am exklusiven Place Vendôme in Paris.
Cast & Crew
-
Jean-Pierre Melville
-
Yves Montand
-
Gian Maria Volonté
-
Alain Delon
-
Gian Maria Volontè
-
Bourvil
-
Paul Crauchet
Regie
Schauspieler
-
Paul Amiot
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Polizeichef
-
Pierre Collet
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gefängniswärter
-
André Ekyan
-
Jean-Pierre Melville
- Genre
- Heist-Krimi
- Handlung
- Einbrecher, Ermittlung, Ex-Häftling, Ex-Polizist, Juwelier, Kommissar, Plan
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Drehbuch
Filmdetails Vier im roten Kreis
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Kritiken (1) — Film: Vier im roten Kreis
alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenMelville erzählt in seinem kühlen und äußerst wortkargen Gangsterfilm zwei anfangs parallel verlaufende Geschichten: Ein verurteilter Einbrecher wird wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und plant prompt den nächsten Einbruch, ein anderer flüchtet bei einem Gefangenentransport und wandelt bereits wenige Stunden nach dem Erlangen der vermeintlichen Freiheit wieder auf der schiefen Bahn. Ihm heftet sich ein vernarrter Bulle an, der auch nicht vor illegalen Machenschaften schreckt, um den Flüchtling dingfest zu machen. Melville bildet ein düsteres Menschheitsbild ab und philosophiert über das Böse im Menschen, das zwar laut des Regisseurs und Autors nicht von Geburt an vorhanden sei aber als böser Trieb – ob nun durch den empirischen Zerfall von Moral und Sitte wie ein Geschwür im Menschen heranwächst? - in jedem Menschen schlummert. Und wenn schon Philosophie, dann wird diese bitte mit Stil und einer packenden Spannung serviert. Melvilles „Vier im roten Kreis“ ist visuell wie auch inhaltlich ein Meilenstein des Kriminalfilm-Genres, das obendrein noch gesellschaftskritische Töne bereit hält und mit dem roten Kreis-Quartett - Alain Delon, André Bourvil, Gian Maria Volonté und Yves Montand – eine beneidenswert coole Trenchcoat-Clique zu bieten hat.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (10) — Film: Vier im roten Kreis
Kommentar schreibenJimiHendrix 2012/01/28 11:08:56
Kommentar löschenEin charmanter Klassiker der französischen Gangstergenre-Landschaft, der diese mit viel Geradlinigkeit, coolen Typen und einem dunkel-erhabenen Flair auskleidet.
Wenn ich solche Filme sehe, beantwortet das immer öfter meine Frage, warum ich eigentlich kein Interesse am neuzeitlichen Kino hege, denn der phrasendrescherische Spruch "Früher war alles besser" ist nicht einfach nur hohles Geschwätz, sondern zumindest für mich ein wahrheitsbehaftete Aussage.
Doch trotz meiner konservativen und traditionalistischen Einstellungen musste ich mich an die unaufgeregte Erzählstruktur gewöhnen, da ich unter der Obhut von schnellen Schnitten, wilden Kamerafahrten und turbulenten Actionszenen aufwuchs und es nicht anders gewohnt war.
Aber nach dem Schauen bleibt ein warm durchströmendes Gefühl der Zufriedenheit, etwas unterhaltungstechnisch Hochwertiges gesehen zu haben, auch wenn der Film ein paar Längen aufkommen ließ.
"Vier im roten Kreis". Alleine der Filmtitel strahlt etwas poetisches aus und lässt viel Freiraum für Interpretationsfanatiker wie mich.
So könnte der Kreis, als perfekt geformter zweidimensionaler Körper analog zu den vier Protagonisten ins Feld geführt werden, denn auch sie sind jeder in ihrem Fach Perfektionisten oder müssen es sein. Die Farbe rot symbolisiert, dass alle ständig dem Tod ins Antlitz blicken und er ihr ständiger Begleiter ist.
Damit wäre aber noch nicht geklärt, warum sie sich IM Kreis befinden. Nun könnte man vermuten, dass alle vier Personen in diesem Kreis gefangen sind, aus den unterschiedlichsten Motiven:
Commissaire Mattei (André Bourvil) wegen des Drucks, denn der oberste Polizeichef auf ihn und seinen unmittelbaren Vorgesetzten ausübt, den Entflohenen zu fassen.
Corey (Alain Delon) und Vogel (Gian Maria Volonté) sind oder waren schon einmal in Konflikt mit dem Gesetzt und somit praktisch nicht wieder in die Gesellschaft
eingliederbar.
Und Jansen (Yves Montand) nutzt das Engagement als Juwelendieb, um seinem Alkoholproblem und den damit verbundenen psychischen und physischen Problemen zu entkommen.
Trotz der unbestreitbar guten Geschichte, störte mich hier ein wesentlicher Punkt. Und zwar die scharfe Zeichnung der Charaktere. Man erfährt so gut wie nichts über ihre Persönlichkeiten, dabei wäre es ein Leichtes gewesen, sie in prägnante Rollenverteilungen zu stempeln. So berührte mich das Schicksal der drei Gangster nur wenig und dementsprechend fehlte mir der direkte Zugang zum Film.
Ich hätte mir als Filmkomponisten natürlich wieder Francois de Roubaix gewünscht, aber Éric Demarsan mit seinem jazzlastigen Score, schmückt die Szenerien passend aus. Hier wäre vor allem auf die ungewöhnlich abrupte Musikunterbrechung, mit Orientierung auf den Schnitt zu erwähnen.
Was man aber unter dem Strich sagen kann ist die Tatsache, das Jean-Pierre Melville wiedermal einen stimmigen Film noir mit fabelhaften auch regiehandwerklich guten Streifen (Schnitte, Kamera, Licht) erschaffen hat, der die wunderschöne Melancholie der Zeit nüchtern und strukturiert konserviert.
14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Sigmund 2012/01/28 14:12:35
Antwort löschenZu "Früher war alles besser": Sollte dieses Klischee in filmischer Hinsicht zutreffen, dann wahrscheinlich am ehesten auf den Mainstream-Bereich. Zu deutlich merkt man den gezielten Blockbustern inzwischen ihr glattbügelndes Kalkül an etc.
Was aber die Arthouse-Nische angeht, gab es gerade in den letzten Jahren sogar auffallend viele herausragende Produktionen. Bin selbst überrascht von dieser erfreulichen Entwicklung. Hohe künstlerische Eigenständigkeit, beachtliche erzählerische Dichte etc.
Einziger Wermutstropfen: Anders als früher erreichen ausgerechnet diese Filme nur noch ein recht kleines Publikum...
Tobias 2012/01/08 22:59:14
Kommentar löschenTotaler Knaller. Der Primus aller Heist-Movies. Großartiger Film noir.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
SoulReaver 2011/12/17 19:34:36
Kommentar löschen„Sie kommen unschuldig auf die Welt, aber sie bleiben es nicht.“
Heute war es wieder soweit. Ich habe mich auf die Reise direkt in das Jahr 1970 begeben. Alleine war ich zum Glück nicht. Ich hatte gute alte Bekannte dabei. Bekannte, auf die ich mich immer verlassen konnte. Bekannte, die es immer wieder schaffen, mich glücklich zu machen und restlos zu begeistern: Jean-Pierre Melville und Alain Delon. Zwei prägende Gesichter der französischen Filmkunst und zwei der besten in ihrem Fach. Wie erwähnt, begab ich mich ins Jahr 1970 und damit ist klar, dass die Rede vom Thriller 'Vier im roten Kreis' ist. Und wenn Melville und Delon einen Film zusammen machen, kommt dabei, wie könnte es anders sein, nichts Geringeres als ein großartiges Stück Filmgeschichte raus.
Durch einen Zufall treffen der frisch entlassene Einbrecher Corey und der gerade entflohene Häftling Vogel aufeinander. Gemeinsam mit dem Ex-Bullen Jansen planen sie einen raffinierten Einbruch in ein Juweliergeschäft am exklusiven Place Vendôme in Paris.
Der einzigartige Kameramann Henri Decaë leistet in 'Vier im roten Kreis' mal wieder eine absolut grandiose Arbeit ab und schafft es einige der besten Einstellungen überhaupt abzuliefern. Hier ganz klar zu erwähnen der Einbruch oder die Verfolgungsjagd. Ständig unterstrichen mit einem melancholischen Blauton, der die Farbe der Gewalt, der Nacht und ganz klar des Lebens ausstrahlt. Perfekt. Auch die Optik, welche durch eine trostlose, stille und farblose Stimmung dominiert wird, ist fantastisch und macht den Film allein deswegen schon absolut erstklassig. Die Musik von Éric Demarsan wechselt zwischen schnelleren, wohlbekommenden und langsamen, tragischen und schweren Klängen ab, die vor allem in der letzten Szene voll ins Schwarze treffen.
Meinen persönlichen großen Star des Films hab ich ja im ersten Abschnitt schon erwähnt: Alain Delon. Delon spielt Corey, den frisch entlassenen Häftling und Delon spielt ihn so, wie er es am besten kann: verboten cool und absolut konsequent. Corey braucht kaum ein Wort, ein Blick in sein Gesicht erzählt dem Zuschauer bereits mehr als tausend Worte. Delon beherrscht es einfach seine Mimik exzellent einzusetzen und durch die kleinste Regung einen Orkan auszulösen und dafür vergöttere ich ihn. Neben Delon glänzen aber auch noch andere große Gesichter des französischen Kinos. Bourvil als Kommissar Mattei, der in seinem Charakter viel Ähnlichkeit mit Venturas Le Goff aus 'Der Clan der Sizilianer' hat, zeigt seine Klasse in einer ernsten Rolle und überzeugt durch seine ebenfalls sehr standhafte und ausdrucksstarke Darstellung. An dritter Stelle wäre Yves Montand. Ebenfalls ein großer Darsteller, der auch hier eine starke Leistung abliefert. Als versoffener Ex-Polizist Jansen fügt er sich nahtlos in den Cast ein und sorgt für einige Höhepunkte des Films. Und Gian Maria Volonté als entflohener Verbrecher Vogel darf sich zwar als unbekanntestes Gesicht von unserem Quartett nennen, bringt aber eine ebenfalls gute Darstellung, die sich nicht vor den großen Stars verstecken braucht.
Jean-Pierre Melville erzählt hier wieder die simpelste Gangster/Heist Geschichte. Zwei Verbrecher tun sich zusammen, sammeln den nötigen dritten Mann für ihren geplanten Coup und werden von einem zielstrebigen Polizisten auf Schritt und Tritt verfolgt. Kennen wir schon, klar. Was den Unterschied aber macht, ist die Art diese Geschichte zu erzählen und das beherrscht Melville in Perfektion. Wir kriegen eine Einführung in die Charaktere, dabei verliert der Film nie viele Worte und es kommen kaum richtige Dialoge auf. In 'Vier im roten Kreis' zählen ganz klar Bilder, Gestik und die Mimik. Allein dadurch erzählt uns der Film viel mehr, als man auf den ersten Blick erwartet. Corey, der von einem Polizisten im Gefängnis auf die Idee des Juwelier-Einbruchs gebracht wird und kurz darauf aufgrund von guter Führung aus dem Gefängnis entlassen wird, hat seinen Plan ganz klar vor Augen. Dann Vogel, der sich auf seiner Flucht vor dem Kommissar im Kofferraum von Corey versteckt und so seinen optimalen Partner für den Raub gefunden hat. Kommissar Mattei, der Vogel schon sicher in den Händen hatte, ihn aber dann im Zug, oder besser gesagt im Wald aus den Augen verloren hat, nimmt die Verfolgung auf und denkt zu keiner Zeit ans Aufgeben. Jansen, der versoffene Ex-Polizist, der von Corey und Vogel angeheuert wird, wegen seiner Scharfschützenkünste, die beim Raubüberfall extrem wichtig sind, ist der Vierte im Kreise und schließt so auch diesen. Vier Charaktere, alle in ihren Eigenschaften verschieden und doch so erschreckend gleich. Melville schafft es, wie von ihm gewohnt, Charaktere zu zeichnen, mit denen man sich unglaublich schnell anfreunden kann, egal wie ihr Handeln auch ist. Denn sie sind einfach authentisch, ehrlich und Melville versteht es ihnen Leben einzuhauchen. Melville erzählt uns hier nicht nur eine der üblichen Verbrecher-Cop-Geschichten, wie es auf dem Papier scheint. Hier geht es um unglaublich viel. Es geht um die Abhängigkeit der eigenen Lage und die Abhängigkeit von anderen Personen. Es geht hier um Vertrauen und Verrat, Vergeblichkeit und Macht, die jeder unsere Charaktere auf seine Weise besitzt und auch verliert. Die Schwächen und die Stärken der eigenen Art, mit denen man sich auseinandersetzen und eingestehen muss, egal was sie für Folgen haben, auch wenn die eigene Zerbrechlichkeit viel zu deutlich wird. Es geht um die Euphorie des Glücks und das folgende Unglück, welches deutlich länger anhält als das Glück. Aber ganz klar und unverkennbar geht es hier um Schicksal. Schicksal braucht keine Worte, denn es sagt schweigend in welche Richtung wir steuern. Dazu natürlich die einmalige Stilsicherheit der Inszenierung. Ob das die Anfangsszene im Zug und die darauffolgende Flucht durch den dichten Wald ist oder die grandiose Szene des Einbruchs, die an Spannung kaum noch zu toppen ist, alles hängt am seidenen Faden, eine Unachtsamkeit und alles war umsonst. Wunderbar hier der Aufbau von der Vorbereitung und Planung über die Durchführung und die Folgen. Melville will uns keine Schuldigen oder Unschuldigen vorführen und er verzichtet ganz klar auf den typischen Hollywood-Helden. Alle bekommen ihre Zeit und der Zuschauer darf sich sein eigenes Bild von den Charakteren und der Situation machen und so soll es sein. Zum Ende bekommen wir dann noch einen fast epischen Showdown geliefert, der an Kraft und Ausdruck wohl kaum noch zu überbieten ist und den Film spitzenmäßig abrundet.
Fazit: 'Vier im roten Kreis' wird von vielen als Melvilles bester und reifster Film bezeichnet. In wie weit das stimmt, kann ich noch nicht beurteilen, da mir noch der ein oder andere Film von ihm fehlt. Was ich aber sagen kann ist, dass 'Vier im roten Kreis' ein prägendes Werk ist und Wegweiser für viele andere Thriller. Mit seinen fantastischen Darstellern, der perfekten Optik, der herausragenden Inszenierung und der tollen Musik hat er sich einen ganz besonderen Platz in der Filmwelt verschafft, den er sich mehr als nur verdient hat.
„Nimm die Tasche und hau ab!“
21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
BigDi 2011/12/18 11:21:52
Antwort löschenJa-ja, all die Monster aus dem Schrank und die anderen werden es vielleicht später einmal verstehen.
Nur als Erinnerung: "Le Doulos"/"Der Teufel mit der weißen Weste" schlägt diesen in Sachen SPOILER nochmals ein Schnippchen. Und viel Spaß nun mit der Verbeugung der Coens! ;)
SoulReaver 2011/12/18 11:43:41
Antwort löschenDie erste Szene mit Ives ist absolut genial, mit dem ganzen Echsen und Ratten.
'Der Teufel...' und 'Armee im Schatten' sind schon im Warenkorb und im März kommt auch 'Der eiskalte Engel' endlich raus :). Und Danke! Werd ihn mir jetzt anschauen :)
BigDi 2011/12/18 12:01:53
Antwort löschenBei der Spinne hätte ich fast geweint. :( Die war sooo widerlich. :O
SoulReaver 2011/12/18 12:13:15
Antwort löschenArmer Dimi :(
Alle 6 Antworten zeigen
hoffman587 2011/12/18 12:38:53
Antwort löschenSchöner Kommentar, nur eine kleine penetrante Einschiebung meinerseits, hört sich fast so an, als würdest du (den großartigen) Volonté nicht als einen der großen Meister (aus Frankreich) sehen bzw. somit sei gesagt: Ich sehe das etwas anders. ;D
SoulReaver 2011/12/18 12:41:51
Antwort löschenIch erkenne seine Leistung als stark an, natürlich, aber er kann es nicht mit den anderen aufnehmen :)
hoffman587 2011/10/24 15:04:01
Kommentar löschenLe Cercle rouge
"Siddhartha Gautama,
der Buddha,
zeichnete mit roter Kreide einen Kreis und sagte:
Wenn es vorherbestimmt ist,
dass Menschen einander
wiedersehen sollen,
was auch immer mit ihnen geschieht,
auf welchen Wegen sie auch wandeln,
am gegebenen Tag werden sie einander,
unvermeidlich "im roten Kreis begegnen."
Rama Krischna"
Melville zum Vierten!
Und wieder einen Melville-Film mehr in meinem Leben gesehen, nach Teufeln in weißen Westen und kalten Chefs und ja auch nach Millionen eines Gehetzten, wobei der letzte Beitrag dann doch etwas enttäuschte, aber im großen Maße, im Vergleich zu seinen vorher gesichteten Werken aber etwas schwächer und nicht ganz so überzeugend, trotzdem noch "gut", aber egal, ich schweife ab. Denn es geht ja schließlich hier um einen völlig anderen Film des Meisters Jean-Pierre Melville und zwar um "Vier im roten Kreis", mein vierter Melville, aus dem Jahre 1970.
Dazu noch eine exzellent ausgetüftelte Story, mit den wirklich klassischen Elementen eines solchen Gangsterfilms angereichert, eine Story um Verrat, Schuld, das Schicksal und ja auch um einen Einbruch, sehr clever und raffiniert gemacht: Gerade frisch wieder aus dem Gefängnis entlassen, plant Gauner Corey gleich seinen nächsten Juwelenraub, gemeinsam mit dem flüchtigen Sträfling Vogel und dem Ex-Flic Jansen. Doch der Kommisar Mattei bekommt Wind von der Sache und versucht sie ausfindig zu machen.
Als Vorspeise gebe es zudem erstmal ein herausragendes Darstellerensemble, die Creme de la Creme der französischen Virtuosen, eine Besetzung, die an sich keine Wünsche mehr übrig lässt, so gesagt, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Zunächst einmal wieder auf der Liste ein großartiger und wie immer stets eleganter Alain Delon als Einbrecher Corey (mit Schnurrbart). Dann noch ein erstklassiger Yves Montand, auch Montand wieder in echter Hochform, ich möchte ja sogar fast das Wort "perfekt" verwenden, Montand hier als alkoholkranker Jansen und als Dritten im Bunde hatte wir da noch einen mehr als überzeugenden Gian Maria Volonté schließlich als Vogel, der Sträfling. Ein wahres Trio Infernal. Besser geht´s nicht! Oder doch?! Es geht und zwar mit Bourvil als Sahnehäubchen. Bourvil der Komiker? Ja es handelt es sich freilich um ihn und ich bin der Meinung man hätte niemand besseren für die Rolle finden können, überraschte mich besonders in dieser ernsten Rolle, denn er spielt die Rolle des Kommisar Mattei wirklich brillant, hätte ich ehrlich nicht erwartet. Und ja er zeigt es allen noch mal in einer seiner letzten Rollen, denn das was er abliefert ist saustark. Somit hätten wir auch eine ideale und stilvolle Besetzung. Um es so zu sagen, diese Vier definieren das Wort "cool" erst in vollem Maße.
Und am Herd oder besser gesagt in der Küche steht der Meisterkoch Melville natürlich selbst. Und um es zu sagen, er kocht uns wieder die feinsten Sache. Das heißt, wenn Melville kocht schmeckts immer! So gut wie immer. Das Gekochte wird selbstverständlich nur so verschlungen. Seine Regie hierbei genial, ich liebe ihn einfach, ich liebe seine unglaubliche Präzision, spannend vereint er das Gangstergenre, den Thriller und den Heistfilm(besonders schmackhaft). Ein echten Leckerbissen bildet dann noch der absolut brillant inszenierte und man könnte sagen heutzutage legendäre Einbruch bzw. dessen Sequenz. Ohne Worte, ca. 25 Minuten technisch perfekte Inszenierung und Spannung, ohne überflüssige Worte, famos gehandhabt. So wie es nur Meister Melville kann. Spannend bis zum Schluss, jede Minute ein Highlight für mich.
Weiterhin ist die Kameraarbeit auch wieder brillant und fast einmalig, wieder einmal unterkühlte Bilder, sehr stilvoll gekleidete Bilder, von einer unglaublichen Intensität geprägt und mit einer erstklassigen Atmosphäre verziert. Ganz große Klasse, so wird das Ganze also in ein gleichzeitig einfach elegantes, stilvolles, düsters und cooles Gewand gehüllt.
Die Charaktere wurden des weiteren sehr gut gezeichnet, mit Hintergründen, alles taffe Männer, bestimmt am Anfang recht interessant, aber bei Melville braucht man ja bekanntlich nur wirklich wieder ein Wort um seine Figuren zu beschreiben und zwar "cool".
Mehr braucht man vorab nicht zu wissen und auch die Dialoge wurden sehr fein geschrieben, wenn sie denn zum Einsatz kommen.
Schlussendlich kann ich dann nur noch sagen, dass "Vier im roten Kreis" für mich bisher zu den großen Meisterwerken von Jean-Pierre Melville zählt, sogar zu meinem Favoriten unter den vier bisher gesehen, fast ironisch das Ganze, für mich zählt dieses Werk auf jeden Fall zu einen der coolsten und stilvollsten Gangsterfilmen, die mir bekannt sein sollten. Einfach perfekt ausgereift von Anfang bis Ende. Nichts geht eben über einen echten Melville.
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Isolation 2011/10/24 15:44:32
Antwort löschenNichts geht über einen echten Melville, aber auch nichts über einen Kommentar zu "A Simple Plan". Ich hoffe doch sehr, dass da noch was zu kommt.
hoffman587 2011/10/24 15:46:44
Antwort löschenSicherlich, sicher, wollte eigentlich schon anfangen damit, aber naja war dann doch keine Zeit da, aber ich denke ich werd mit dazu heute abend beschäftigen, wird auf jeden Fall mein nächster Beitrag, hoffe ich^^
Isolation 2011/10/24 15:48:34
Antwort löschenSehr schön. Wo kam der gestern eigentlich?
hoffman587 2011/10/24 15:50:16
Antwort löschenSo auf so einen Abgrundsender Tele 5^^
Ja die bringen halt auch gutes Zeug:)
Isolation 2011/10/24 16:02:23
Antwort löschen23:30 Uhr nachts.
Alle 7 Antworten zeigen
hoffman587 2011/10/24 16:03:07
Antwort löschenNe, eine Dreiviertel Stunde früher;)
Isolation 2011/10/24 16:09:30
Antwort löschenMacht keinen Unterschied.
badifischau 2011/07/25 21:35:34
Kommentar löschenDer beste Film Jean Pierre Melville`s ich habe alle seine Filme, an zweiter Stelle ist für mich DER ZWEITE ATEM - an dritter DER TEUFEL MIT DER WEISSEN WESTE - soetwas
wird es nie mehr geben. Mir tun alle Krimifans leid, welche diese Filme nicht besitzen oder sie zumindest noch nicht gesehen haben.
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Tyler__Durden 2010/09/19 18:05:03
Kommentar löschenVier im roten Kreis. Nicht drei im Blauen Viereck. Oder fünf im rosa Oval. Vier im roten Kreis. Und was für vier. Delon. Bourvil. Volonté. Montand. Im Mantel mit systematisch cooler oder jedenfalls stets überzeugenden Mine werden wir Zeuge einer Noir/Heist Geschichte die so überzeugend wohl nur Melville hin bekommt. Ein tragischer Kreislauf verpackt als spannungsgeladener Thriller.
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Filmsuechtiger 2010/09/19 18:16:24
Antwort löschenNoch besser ist Melville nur noch im ähnlichen Der Teufel mit der weißen Weste und dem untypischen Die schrecklichen Kinder.
ninotschka 2010/09/03 12:29:21
Kommentar löschenEin Klassiker des Film noir. Ästhetik und Spannung in einer symbiotischen Vollkommenheit.
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Conan Doyle 2009/12/14 17:56:45
Kommentar löschenFür mich der beste Gangsterfilm überhaupt. Ziemlich wortkarg und ohne Action, aber mit großartigen Darstellern und einer spannenden Handlung fesselnd bis zur letzten Minute.
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Muffin Man 2008/12/13 17:25:47
Kommentar löschenGemächlicher, cooler, aber nichtsdestotrotz spannender Klassiker mit tollen Bildern und Film noir Atmosphäre über drei Verbrecher und einen Polizisten, deren Leben sich "im roten Kreis" treffen - mit Folgen für jeden von ihnen.
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maslobojew 2008/08/04 11:25:50
Kommentar löschenPackend, geradlinig, lässig und spannend bis zum Schluss. Ein absoluter Klassiker dieses Genres.
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