Wer darf eigentlich entscheiden?

Die Jury des 68. Filmfestivals Venedig

31.08.2011 - 08:50 Uhr
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Darren Aronofsky ist Vorsitzender der Jury von Venedig
© 20th Century Fox
Darren Aronofsky ist Vorsitzender der Jury von Venedig
George Clooney, Abel Ferrara, Roman Polanski, Steve McQueen und David Cronenberg konkurrieren Anfang September um den Goldenen Löwen. Aber wer entscheidet eigentlich, wer die begehrte Trophäe bekommt?

Am 31. August beginnen die 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig, für die wir euch letzten Monat schon das Line Up präsentierten. Die wichtigsten Preise, wie die Goldenen und Silbernen Löwen oder der Darstellerpreis Coppa Volpi, werden von einer Jury verliehen. Weil die meisten Jury-Mitglieder nur wenig bekannt sind, wollen wir sie euch hier kurz vorstellen:

Jurypräsident Darren Aronofsky
Darren Aronofsky tritt in die Fußstapfen von Quentin Tarantino und ist dieses Jahr der Vorsitzende der Jury der 68. Filmfestival Venedig. Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor war selbst schon mehrfach auf dem Festival vertreten. Seine Filme The Fountain und Black Swan liefen im Wettbewerb, aber es war The Wrestler, der Darren Aronofsky 2008 den Goldenen Löwen einbrachte. Auch seine frühen Werke waren sehr erfolgreich: Mit seinem Debutfilm Pi sorgte er beim Sundance Festival 1998 für Aufsehen und wurde mit dem Preis für die beste Regie geehrt. Und auch Requiem for a Dream erhielt zwar keine Preise, wurde aber von den Kritikern hoch gelobt und bei der imdb bis heute auf der Liste der 500 besten Filme aller Zeiten gelistet.

Eija-Liisa Ahtila
Eija-Liisa Ahtila ist eine finnische Video- und Fotokünstlerin, deren Werke ihr vermutlich nicht kennt. Es sei denn, ihr wart 2006 mal im MoMa und habt euch ihre Videoinstallation The Wind angesehen. Des weiteren konnten Zuschauer ihren Film The House 2002 auf der Dokumenta in Kassel sehen. The House thematisiert auf drei Projektionsflächen die Psychose einer jungen Frau. Diese Verschränkung von Psychologie und Raum findet sich in vielen Werken Ahtilas. Sie selbst bezeichnet sich als visuelle Künstlerin, deren bevorzugtes, aber nicht einziges, Medium das bewegte Bild ist.

David Byrne
Beim Jury-Mitglied David Byrne handelt es sich um einen US-amerikanischen Musiker, der unter anderem 1987 für seine Filmmusik zu Der letzte Kaiser einen Oscar erhielt. Bekannt wurde er mit seiner Band Talking Heads, trat aber auch als Solokünstler auf. Vereinzelt wagte er den Sprung vor die Kamera, so z.B. in Lulu on the Bridge oder True Stories, für den er auch Regie führte und das Drehbuch schrieb. Sein Herz aber schlägt vor allem für die Musik. In den letzten Jahren war er an den Soundtracks zu Filmen wie Wall Street 2: Geld schläft nicht, Transformers – Die Rache, Lars und die Frauen sowie Clerks 2 – Die Abhänger beteiligt.

Todd Haynes
Mit Todd Haynes sitzt ein weiteres Gesicht aus Hollywood in der Jury. Sein Film Dem Himmel so fern mit Julianne Moore lief 2002 im Wettbewerb von Venedig und 2007 gewann er mit seiner Bob Dylan Biographie I’m Not There sogar den Spezialpreis der Jury. Schon sein Spielfilmdebut, Poison, gewann 1991 Preise bei der Berlinale und dem Sundance Film Festival. Vor kurzem wechselte Todd Haynes zum Fernsehen und führte bei der Mini-Serie Mildred Pierce Regie. Wie moviepilot kürzlich berichtete arbeitet er in seinem nächsten TV-Projekt, der Serie n/a, wieder mit Julianne Moore zusammen.

Mario Martone
Der italienische Regisseur Mario Martone war letztes Jahr mit seinem Historiendrama Die Fahne der Freiheit im Wettbewerb in Venedig vertreten, ging aber leer aus. Doch seine Geschichte bei den Filmfestspielen begann schon 1992, als er mit Morte di un matematico napoletano den Goldenen Löwen gewann. 1995 war Mario Martone übrigens schon einmal Mitglied der Jury von Venedig. Im Jahr 2000 durfte er in Cannes über Gewinner und Verlierer des Festivals mit entscheiden.

Alba Rohrwacher
Die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher ist momentan mit ihrem Film Die Einsamkeit der Primzahlen im deutschen Kino zu sehen. Hier geht es um zwei Außenseiter, die sich zwar ineinander verlieben, aber doch nicht zueinander finden können. Wie der Name schon vermuten lässt, hat Alba Rohrwacher deutsche Vorfahren, genauer gesagt einen deutschen Vater. Festivalerfahrung sammelte sie unter anderem auf der Berlinale, wo sie 2009 mit dem Europäischen Shooting Star ausgezeichnet wurde. 2010 gewann sie mit Die Einsamkeit der Primzahlen bei den Filmfestspielen in Venedig den Pasinetti Award als beste Hauptdarstellerin.

André Téchiné
André Téchiné arbeitete in Zeiten der französischen Nouvelle Vague etwa drei Jahre als Kritiker für die Cahiers du cinéma, bevor er selbst anfing, Filme zu machen. Er nahm mit seinen Filmen mehrfach an den Wettbewerben der großen europäischen Filmfestspiele teil und gewann 1985 in Cannes mit dem Film Rendez-vous . In diesem Film spielt Juliette Binoche eine junge Schauspielerin, die in einer erotischen Romeo und Julia-Inszenierung mitwirkt, um mehr über den Tod ihres Liebhabers zu erfahren. 2001 trat er mit Weit weg in Venedig an.

Wir sind gespannt, welche Filme die Jury besonders interessant findet.

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