Pi

Pi (1998), US Laufzeit 85 Minuten, FSK 12, Science Fiction-Film, Thriller, Kinostart 17.04.2003


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.8
Kritiker
44 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.5
Community
5980 Bewertungen
129 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Darren Aronofsky, mit Sean Gullette und Ajay Naidu

Pi stellt das Langspielfilmdebüt von Darren Aronofsky dar und ist das Psychogramm eines paranoiden Mathematikers.

Max Cohen (Sean Gullette), ein hochintelligenter Mathematiker, steht kurz davor, das Geheimnis der Börse und anderer scheinbar chaotischer Abläufe, zu enthüllen.
Doch diese bahnbrechende Entdeckung ist auch mit Gefahren verbunden, da alle möglichen Interessen- und Kulturkreise ebenfalls an den Ergebnissen seiner Arbeit interessiert sind, und diese für sich alleine haben wollen. Nach und nach steigert Cohen sich in einen Wahn rund um die Zahl Pi (3.14159265358).

  • 37795279001_1860231097001_th-5061b45dc7e7b0e4f5eb72d8-1464912384001
  • Pi
  • Pi
  • Pi
  • Pi - Bild 6436024

Mehr Bilder (8) und Videos (2) zu Pi


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (127) — Film: Pi


Sortierung

Oehli

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dieser Film lehrt uns: Schaue nicht zu lange mit geöffneten Augen in die Sonne.
War sehr spannend und es hat auch sogar Spaß gemacht zu zuschauen, jedoch hat er mir gezeigt, dass es nicht nur Vorteile hat ein hyperintelligenter Mathematiker zu sein.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

sachsenkrieger

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Achtung: Spoiler!

Die Suche nach unserem Schöpfer, wenn es eine solche übergeordnete, für uns greifbare Macht denn überhaupt gibt, ist so alt wie die Menschheit selbst und wird aller Vorraussicht nach noch sehr, sehr, sehr lange Zeit in Anspruch nehmen, wenn sie nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Darren Aronofskys wahrlich nicht leicht zugängliches Erstwerk hat zumindest mich davon überzeugt, seine Filme beizeiten alle noch einmal neu zu sichten, am besten zweimal. Bin schon gespannt, was ich beim nächsten Mal in "Pi" sehe.

Wieder ein starkes Erstwerk von einem mittlerweile etablierten Regisseur, das zu seinen stärksten zählt. Einer der Filme, die keinen Konsumenten verlangen, sondern jemanden, der seine Gedanken und Gefühle in das Geschehen einfließen läßt. Würde man nur die reinen Bilder und Texte nehmen, ohne sie selbst zu reflektieren, wäre das nur ein skuriler Thriller über einen heftigst psychisch gestörten Mathenerd, der wie ein Bluthund hinter einem Problem hinterherjagt, bis die Synapsen verkokelt und er sich ... Stop! Selbstverständlich gibt es ähnliche Filme wie Sand am Meer, aber Aronofsky scheint meiner Meinung nach einer der Filmemacher zu sein, die ein besonderes Ansinnen haben, ihre Zuschauer auf eine Reise mitzunehmen.

MAXIMILLIAN: "9:13 ... Privatnotiz. Als ich noch sehr klein war, sagte meine Mutter mir, das ich nicht in die Sonne starren soll. Als ich 6 Jahre alt war, tat ich es. Die Ärzte wussten nicht, ob meine Augen jemals wieder heilen würden. Ich hatte panische Angst ... ich fühlte mich so allein in dieser Finsternis. Ganz allmählich brach das Tageslicht durch den Augenverband ... und eines Tages konnt´ ich wieder sehen. Aber es hatte sich etwas in meinem Inneren verändert. Damals bekam ich zum ersten Mal Kopfschmerzen..."

Wer hat es nicht schon einmal zumindest ansatzweise getan ... direkt in die pralle Sonne schauen? Eine Sekunde ... zwei ... Schmerz! Max ignorierte den Schmerz ... Schmerz ist Erkenntnis. Sein Blick in die Sonne, das zentrale Gestirn unseres Systems, früher als Gottheit verehrt, Vater Sonne Mutter Erde. Aber vom Baum der Erkenntnis zu essen, hat einen Preis. Der Preis ist hoch ... kein normales Leben ... Schmerzen ... Visionen ... Ängste.

Ist eine rein persönliche Interpretation, aber letztendlich sieht eh jeder seinen eigenen Film. Die Börsianer stehen für die, die ihren Schöpfer lange schon für Geld verkauft haben, diejenigen, welche seit Menschengedenken jeden gutgemeinten Ansatz im Keim ersticken, in einen Haufen Scheiße und/oder einen Haufen Geld verwandeln. Sie sind die Alchimisten, die nicht versuchen, Blei in Gold zu verwandeln, sondern den Menschen das Blei als Gold verkaufen. Die jüdischen Thoragelehrten stehen für die "alte", bisher auch vergebliche Suche nach Gott in den Schriftrollen, Büchern und Tafeln, auch mit Hilfe der Numerologie. Die leider verschmähte, gutaussehende Nachbarin Maximillians steht für eine Suche nach Gott, die der Protagonist anscheinend niemals in Erwägung gezogen hat.

Ein paar Szenen entführen den Protagonisten und uns aus dieser hektischen, lauten, teils aggressiven Welt, in der wir und er gefangen sind. In einer Szene am Strand und in der Schlussszene zeigt sich die schiere Sinnlosigkeit nach der Suche einer Weltformel. Selbst wenn es eine solche Formel geben sollte, wären wir dann in der Lage, die Bewegung aller Wellen eines Meeres, die Bewegung aller Blätter an einem Baum zu berechnen? Und selbst wenn, welchen Nutzen hätte es und wäre es nicht unendlich viel langweiliger, als sich einfach hinzusetzen und dem Rauschen und Wogen des Meeres oder der Blätter an einem Baum zu lauschen?

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

MrDepad

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Jeder kennt dieses Gefühl, wenn alles um einen herum einzustürzen scheint. Wenn der Kopf fast zu explodieren droht und man fast wahnsinnig wird vor schierer Überforderung. In seinem Debüt "Pi" zeichnet Regie-Genie Darren Aronofsky das Portrait eines Getriebenen, ein Motiv, das sich weiterhin durch beinahe alle seine Filme ziehen wird.
Max Cohen, ein genialer Mathematiker, vermutet hinter der geheimnisumwobenen Kreiszahl Pi den Schlüssel zu sämtlichen Vorgängen des Universums. Er versucht, die Vorgänge auf dem Aktienmarkt anhand dieser Zahl zu entschlüsseln. Dabei verliert sich das Genie in einem Strudel aus Paranoia, Wahn und beengter Beklommenheit.
Aronofsky machte gar keinen großen Hehl daraus, dass das Debüt "Eraserhead" von Meister David Lynch zumindest stilistisch die größte Inspirationsquelle für sein eigenes Erstlingswerk war. In körnigen, kriseligen, schwindeligen Schwarz-Weiß-Aufnahmen und mit einer hektischen, bisweilen provokativ-anstrengenden Schnitttechnik erzeugt Aronofsky in Verbindung mit dem treibenden, pulsierenden Score von Clint Mansell eine Drohkulisse, die sich in die tiefsten Nerven des Betrachters bohrt.
Dabei ist "Pi" aber keineswegs eine hochkomplex-überfordernde Kopfgeburt von einem Film. Selbst Mathematik-Muffel, die bereits bei Begriffen wie "Mitternachtsformel" mit den Augen rollen, werden bei den hier dargebotenen Theorien und Ansätzen in den Bann des Streifens gezogen. Dabei driftet Aronofsky mit seiner Geschichte sowohl in Bereiche der Naturwissenschaft, als auch in religiös-mysteriöse Gefilde, alles verbunden mit dem Ursprung faszinierender Zahlenfolgen und mathematischen Mustern.
Hierbei wird der Film fast schon zu einer One-Man-Show für Hauptdarsteller Sean Gullette, der den getriebenen, übernervösen und brillanten Mathematiker als faszinierend-beängstigenden Gejagten gibt, der immer stärker durch bizarre Tagträume, wahnhafte Paranoia-Szenarien und neurotische Schocks getrieben wird. Aronofsky balanciert oftmals, vor allem im späteren Verlauf, gefährlich nah an der Grenze, an der auch der Zuschauer völlig angestrengt und überfordert der Resignation nahe ist, schafft mit diesem intensiven Zustand der Verbindung des Zuschauers mit dem Stimmungsbild des Films aber einen konsequenten Zug, für den er zurecht bereits für sein Debüt weltweit Anerkennung fand.
Manchmal scheint dann eben doch nur noch der Griff zur Bohrmaschine zu helfen.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

udowegener

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

23:55 endlich Pi gegeuckt
Es war der dritte Anlauf. Ich wollte endlich des Meisters Werk erblicken, so wie die Erleuchteten es erblickten.
Ein interessanter aber nicht superorigineller Plott. Steampunk. Ein paar Versatzstücke. ein eigener Stil. Gute Spieler. Ein echt genialer Score. Auf jeden Fall sehenswert

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

maetti

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Puh...was für ein Tempo,was für ein Soundtrack

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Audreyfan

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

» There will be no order, only chaos. «
Ich kann selber nicht genau benennen, warum ich so begeistert von "Pi" bin, denn was hat der Film schon so umwerfendes? Schwarz-weiß-Optik, kopfschmerzverursachendes Rauschen, stetige Wiederholungen und Mathe als Hauptthema. Mathe, Mathe, ich konnte mich nie wirklich für Mathe begeistern. Es erschien so sinnlos, so zermürbend. Wofür das alles? Natürlich ergab es in sich selber einen Sinn, aber auch nur weil es jemand erfunden hatte. Dann lud mich eines Tages Aronofsky auf ein Gedankenspiel ein. Ich lag kränkelnd auf dem Sofa und wollte irgendeinen kürzeren Spielfilm schauen.
Das Gedankenspiel: "1. Mathematics is the language of nature. 2. Everything around us can be represented and understood through numbers. 3. If you graph these numbers, patterns emerge. Therefore: There are patterns everywhere in nature."
Für Max ist es nicht nur ein Gedankenspiel, es ist gewissermaßen sein Glaube. Er lebt für die Mathematik. Für ihn ist sie keine sinnlose Erfindung, sondern die wahre Natur, die es zu erforschen gilt. Er will Ordnung ins Zahlenchaos bringen und weiß auch, dass das möglich ist, er muss nur herausfinden wie.
Max ist anders. Als Kind blickte er in die Sonne und war für einige Zeit blind. Seitdem scheint er von Paranoia gejagt und ist sowieso ein Außenseiter. Einer der Gründe warum mich "Pi" so sehr begeistert, ist, dass Aronofsky durch seine rüttelnde und wirre Kamera, durch den paranoiden Soundtrack und die psychopathischen Bilder perfekt schafft, die Paranoia und die zunehmende Verrücktheit von Max rauszutragen und mich damit zu infizieren. Die Atmosphäre nimmt mich total mit und auch nach dem Film könnte ich mir stundenlang den sich immer wiederholenden Soundtrack anhören. Bei manchen lese ich, dass der Film schwer zugänglich sei, was wahrscheinlich dann auch der Grund für die Ablehnung ist. Es ist faszinierend mit anzusehen, wie "Pi" den Versuch von Max Ordnung ins Chaos zu bringen auch auf den Film überträgt. Der Film ist chaotisch, aber besitzt trotzdem nach und nach eine Ordnung. Die stetigen Wiederholungen von Soundtrack, Wort und Szene. Trotzdem gerät alles immer weiter in die Spirale des Wahnsinns hinein, bis Max dann radikal ausbricht. Ich werde mit Max wahnsinnig und paranoid und der Unterschied ist nur, dass es für mich nicht so einfach ist auszubrechen. Der Zuschauer kann sich nicht die Bohrmaschine an den Kopf drücken und sein Wissen vergessen. Und so bleiben halt Kopfschmerzen und das längere Nachdenken über das Gedankenspiel mit der Mathematik, die überall in der Natur ist wie ein Gott.
"Pi" ist ein wahnsinniger Debütfilm von Aronofsky in chaotischen, verrauschten, paranoiden Schwarz-Weißbildern, der zu einem Gedankentrip quer in das Universum der Mathematik einlädt und mich einfach jedes Mal verzaubert, gerade weil er nicht so perfektioniert ist.

http://planetofpictures.blogspot.de/2014/03/pi-us-1998-darren-aronofsky-chaos.html

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Velly

Antwort löschen

"Bei manchen lese ich, dass der Film schwer zugänglich sei"
Genau das hinderte mich lange daran, mir diesen Film anzugucken!
Aber als ich es dann - aus Ermanglung eines anderen Filmes - doch tat, ging es mir ähnlich wie Dir.
Die Atmosphäre hat mich völlig gepackt! Die Bilder, der Sound und ohne Zweifel auch die Hauptfigur. Mein Verstand konnte zwar nicht immer am Ball bleiben ^^, aber mein Bauch war voll dabei! ;-)

Und da bei mir eh das meiste über die Atmosphäre oder die Stimmung passiert, war der Film für mich ganz und gar nicht schwer zugänglich, sondern ganz im Gegenteil!
Bin jetzt schon gespannt, wie ich ihn beim zweiten Mal finde.


Audreyfan

Antwort löschen

@Sebastian: Im besten Falle wird dir diese Epiphanie wie DIE Offenbarung vorkommen :D aber keine Sorge, der reale Matheunterricht ernüchtert dich dann wieder^^
@Velly: Ich würde auch mal behaupten, dass die Atmosphäre bei meinem Empfinden eine große Rolle spielt, deshalb war es für mich auch einfach da reinzukommen. Vor allem bei der zweiten Sichtung, da war ich noch mehr hin und weg als davor und Kopfschmerzen hatte ich danach glücklicherweise auch nicht mehr so ;)


Grottquantiax

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Pi ist nicht sehr leicht zugänglich und so manche Effekte machen ihn zu einer Migräne-ähnlichen Erfahrung, aber wenn man den richtigen Geschmack hat ist es ein Stück Kunst, das Seinesgleichen sucht. Mir hat er sehr gut gefallen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

supersizefilms

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

Ein echt schmerzhafter Fehlgriff..
sehr hohe Erwartungen gehabt,
in so gut wie allen Fällen extrem unerfüllt..
Das Grundkonzept ist interessant und hätte schon Potential,
wenn man wenigstens viel tiefer in die Marterie eintauchen würde und nicht nur alles so in den Raum stellen und sprichwörtlich das Chaos herrschen lassen.
Von Grund auf eigentlich nicht abgeschreckt von schwarz-weißer elektrisierter Verstörung,
aber hier ziemlich daneben getroffen.
Charaktere teils echt gut gelungen (der alte Mathematiker), teils echt unnötig (Nachbarsdamme).
Den Protagonisten.. hm nun ja manchmal fand ich ihn echt interessant, gut gespielt und so weiter, aber oft auch einfach nur unverständlich.
Zu viel unscharf gestellt, "falscher Fokus" (Religion? bitte..) und thematisch viel zu wenig angekratzt,
dazu noch eine Story die auch längst nicht alle Erwartungen erfüllt hat..

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Kurono

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Zu einen treiben Score begleiten wir Max auf der Suche nach Antworten. Die Antworten sucht er in den Zahlen, in den Systemen, in der Mathematik.
Dabei bedient er sich einen Computer, doch die Grenzen zwischen Technik und Mensch, Anorganischen und Organischen, Digitalen und Analogen verschwimmen zusehends. Wer benutzt hier eigentlich wen?
Die Suche nach Antworten, nein, auf die Antwort, ist die Suche nach Gott.
Du weißt dass du Gott gefunden hast, wenn dich sein Anblick, blind für ihn gemacht hat.

Verstörende schwarzweiße Bilder.
Ekel durch organische Absonderungen und Insekten
Vermischung von vermeidlicher Realität und Fiktion
ein permanentes Gefühl der Bedrohung
albtraumartig

Meine Hypothese: Aronofsky hat den Film „Eraserhead“ von David Lynch gesehen und er hat bei ihm einen großen Eindruck hinterlassen.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Velly

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Personal note: When I was a little kid my mother told me not to stare into the sun. So once when I was six I did."

Das habe ich - ganz ehrlich - nicht erwartet.

Selten war etwas Sperriges so faszinierend anzusehen und anzuhören (grandioser Soundtrack!) und hatte so eine eindringliche Atmosphäre.

Hab noch immer eine Gänsehaut und bin völlig begeistert!

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Sonnenverehrer67

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der beste Debutfilm eines Regisseurs den ich je gesehen habe.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

cyberpunky

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bisher haben mir eigentlich alle Filme von Aronofsky gefallen, die Klasse von "Pi" hat er für mich aber noch nicht wieder erreicht!
Dreiundzwanzigfünfzehn, ich drücke Return!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

maxx777

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Pi ist ein interessanter Film der hinter all den Zahlen und Formeln Platz für Interpretation lässt, und einem zu nachdenken bewegen kann. Mit grobkörnigem schwarz/weiss Bild und flotter Bass&Drums Musik, wird die Geschichte eines kranken Mathematikers erzählt, der bis zum Zusammenbruch einer ganz bestimmten Zahlenfolge nachjagt. Diverse Stilmittel wie off-Stimmen und strapazierende Bild-Kontraste unterstreichen die depressive und aussichtslos Lage des Protagonisten, und verleihen dem Film eine sehr kalte und sterile Atmosphäre. Man muss schon einen gewissen Hang zur experimentellen Schiene haben, denn der Erstling von Darren Aronofsky ist sicher kein einfacher Film.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Codebreaker

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ich muss ja wirklich sagen, nachdem "The Wrestler" bereits zu meinen Lieblingsfilmen gehört und "Requiem for a Dream" in der Wertung nach der Zweitsichtung sicherlich auch noch aufsteigen wird, bin ich doch ziemlich beeindruckt von Darren Aronofsky. Ich bin ziemlich gespannt auf die Filme, die ich noch nicht von ihm gesehen habe. "Pi", gehört nun seit kurzem nicht mehr dazu. Er klang nicht nur interessant, nein, eben weil er von Aronofsky ist, war ich gespannt, im Nachhinein muss ich nun aber sagen, weiß ich nicht so recht was ich davon halten soll und das nun schon einige Tage nachdem ich ihn sah, ich musste mir wirklich irgendwie Gedanken machen.
Ich weiß echt nicht genau, was ich sagen soll.
Auf der einen Seite war "Pi" definitiv richtig gut. Eigene Atmosphäre, diese bekannte "Alles ist negativ" - Stimmung, die dem Film doch irgendwie etwas besonderes verleiht. Spannend, mit gutem Score unterlegt, fesselnd, eigentlich ziemlich interessant, alles in allem einfach innovativ und bedrückend, aber eben ein "es ist nicht alltäglich" bedrückend und nicht ein "es nervt einfach nur" bedrückend.
Trotzdem war der Film auf der anderen Seite wiederum eher irgendwie nervig, teils etwas anstrengend und so nach dem Motto: "Was soll das eigentlich?"
Vielleicht war es so gedacht, vielleicht ist das unbeabsichtigt, es bedeutet für mich aber eigentlich nur, dass mir der Film eher auf die Nerven geht, als dass er mir gefällt bzw. das er mich dazu animiert weiterzuschauen / ihn irgendwann nochmal zu sehen.
Wie gesagt, die Story an sich ist nicht uninteressant, dieses ganze Drumherum um die Zahlenwelt und die Misere in der sich die Hauptfigur Max Cohen befindet hat was. Ich finde es auch wirklich ab und zu mal ganz nett einen Film mit solch negativer Stimmung zu sehen. Muss jetzt nicht jeden Tag sein, aber es ist mal was anderes, es ist interessant und es gibt eine ganz andere Atmosphäre. Hier war das eben so. Die Hauptfigur zieht sich zurück, weist jegliche soziale Kontakte ab und konzentriert sich einfach nur auf diese Zahl, seine Arbeit, kurz gesagt: er ist nahezu besessen. Das kann einem schon recht leid tun, stattdessen, dass es aber besser wird, ist genau das Gegenteil der Fall.
Aber irgendwie hat dieser Film was, was ihn einfach eher "weniger gut" dastehen lässt, schlecht auf keinen Fall. Vielleicht liegt es an mir, wo der Funke einfach nicht überspringen wollte, vielleicht liegt es aber auch daran, dass es einfach nicht überzeugend genug inszeniert war.
Vielleicht benötige ich auch einfach nur eine weitere Sichtung um mir richtig klar zu werden, wie ich den Film nun finde.
Das wiederum muss ich dem Film zu gute halten. Er regt jetzt sicherlich nicht in der Thematik zum Denken an, aber er hat mich dennoch einige Zeit beschäftigt, eigentlich weiß ich immer recht schnell, wie ich einen Film finde, hier war das nicht so und das ist mal von der Meinung bezüglich des Films sehr interessant.
Also: bis jetzt hat mich "Pi" noch nicht so richtig überzeugt. Er ist definitiv nicht schlecht, hat eine interessante Thematik, stellt eine beunruhigende und negative, beklemmende, düstere Stimmung dar, was ich eigentlich sehr mag und im Übrigen ist die schauspielerische Leistung von Sean Gullette auch durchaus gut!
Außerdem mit 85 Minuten auch nicht zu lang, wenn es auch hier und da mal länger vorkommt als es eigentlich ist.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Zweitsichtung, die wird sicherlich nicht in der nächsten Zeit folgen, aber sie kommt. Bisher kann ich mich aber noch nicht vollends mit dem Film anfreunden, wenn er auch vieles hat was ich mag. Wieso, kann ich nicht genau sagen...
In erster Linie gilt erstmal: ein guter Film.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

InfiniteJest

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Nach meinen Berechnungen muss ich dem Film 7,5 Punkte geben.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Frankie Dunn

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Mir fällt es schwer Pi besonders viel abzugewinnen, denn im Grunde geht es bei diesem Film allein um den Wahnsinn eines Soziopathen. Allerdings sind die Inszenierung und der Score hier und da doch sehr interessant und ihnen gelingt es auch, der Hauptfigur ein wenig Menschlichkeit zu verleihen. Insbesondere Clint Mansells Score ist wieder einmal hervorzuheben. Dazu gibt es noch eine Nachbarin; sozusagen das Licht am Ende des Tunnels..der Weg raus aus der Hölle. Wie bei Aronofsky üblich geht es auch wieder um die Obsessionen eines Menschen. Wie bei Aronofsky üblich gibt es auch hier wieder kein Happy End. Wie bei Aronofsky üblich ist auch hier die Inszenierung gelungen, aber letztendlich auch oberflächlich. In die Tiefe gehen Aronofskys Filme nicht. Sie sind nicht subtil. Sie regen nicht zu Diskussionen und Interpretationen an. Dennoch, oder gerade aufgrund ihrer Einfachheit, ziehen sie den Zuschauer in ihren Bann. Pi gelingt dies allerdings weit weniger und wenn, dann sind Kopfschmerzen praktisch das einzige, das man für seine Aufmerksamkeit zurück bekommt. Der erste Film von Aronofsky, der letzte, den ich mir angesehen habe. Leider der, der mir am wenigsten gefallen hat. In Sachen Inszenierung sind alle seine späteren Werke besser gelungen, speziell Requiem for a Dream und Black Swan. In Sachen Inhalt sind ebenfalls alle seine späteren Werke Pi überlegen, speziell Requiem for a Dream. Relativ spannend ist Pi allerdings dennoch; sowohl aufgrund seiner Inszenierung, als auch aufgrund seines Inhalts. Nur hat man das alles schon viele, viele Male besser gesehen. Es gibt keine Entwicklung hier. Der Film steht auf der Stelle. Ob er 85 Minuten oder 15 Minuten lang ist, spielt keine Rolle. Man könnte die Story in 5 Minuten zeigen. Wo ist hier das Auf und Ab von Aronofskys anderen Filmen? Requiem for a Dream war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. The Wrestler hatte seine Auf und Abs. Black Swan hatte seine Auf und Abs. Pi steht auf der Stelle. Die Hauptfigur ist ein wahnsinniger Soziopath. Die besten Momente des Films sind die paar, in denen der Blick nach draußen fällt. Ernsthaft, 20 Minuten Laufzeit hätten vollkommen ausgereicht. Zugute halte ich ihm, dass er mit seinen 85 Minuten tatsächlich kurz gehalten ist. Mehr war hier inhaltlich und wahrscheinlich auch finanziell einfach nicht drin. Über eine Wertung von 5.5 kommt er bei mir aber trotzdem nicht hinaus. Ansätze waren vorhanden. Mit Requiem for a Dream kam dann der Kracher. Auch für Clint Mansell.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Moe Szyslak

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Niemals zu lange in die Sonne schauen, es könnte extreme Paranoia und das Sehen von Zahlenmustern an allen Orten zur Folge haben! Starker Film, auch wenn er durch seine heftigen Schnitte und Bildfolgen, dem körnigen Schwarz-Weiß-Stil und und einige verstörend-surreale Szenen ziemlich anstrengend zu schauen war. Aber das Thema fand ich absolut faszinierend, ich stehe auf derartige Zahlenspiele und deren (vermeintlicher) Zusammenhang. Zudem wird man schon von Beginn an in diese merkwürdige Geschichte reingezogen und kann sich ihr gar nicht mehr entziehen. Der pulsierende Score von Clint Mansell, der trist-bedrohliche Schwarz-Weiß-Look, die zunehmende Vermischung zwischen Realität und Wahnsinn und das intensive Spiel des Hauptdarstellers, dessen Charakter wie besessen auf der Suche nach Pi und somit der Antwort auf die Frage aller Fragen ist, was einem immer via Off-Kommentar eingeflößt wird, tun ihr Übriges dazu. Einzig zum Ende hin büßt der Film dann etwas ein, war mir dann auch etwas zu abgehackt. Aber das tut dem hervorragenden Gesamteindruck keinen allzu großen Abbruch.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

danklorix

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Moment...ich hab's gleich...9 mal 7 Zwerge, geteilt durch das Gewicht von Rainer Calmund, Plus die Wurzel aus der letzten Griechenlandhilfe, das ganze mit dem IQ von Markus Lanz multiplizieren...so das sieht doch schon gut aus...jetzt nur noch den Cosinus von Pi in der 9ten Dimension nach rechts verschieben, drei mal über die Schulter spucken und die ganze Rechnung noch mal mit dem Pippi Langstrumpf - Lied überprüfen....
Heureka!!!! Ich hab's....die Antwort auf die Frage aller Fragen lautet....42!
....Na, wer hätte das Gedacht?

PRÄDIKAT: Mh...den Film muß ich nochmal nachrechnen

"Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert."
Marvin, Per Anhalter durch die Galaxis

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

PaJeRo

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

So hektisch und anstrengend, aber doch so gut...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

taylortheman

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Schon sehr netter psycho thriller, der irgendwie an "Requiem for a Dream" errinnert. Wieder ein Schicksal der eine (Sehn) Sucht hat, nämlich die Zahl Pi zu ergründet. Dabei schiesst er sich durchweg mit irgendwelchen Betäubungsmitteln ab und seine horror trips werden visuell schön dargestellt. Aber dieser durchgehende Drogenkonsum und das " Intellektuelle" was anscheinend eine folge davon sein soll stört mich ein wenig. Die Erzählweise lässt erahnen wie sich der Protoganist fühlt und ich habe mit ihm mitgefiebert und durchgehend gehofft das er von seinen Betäubungs Süchten loskommt.
Trotzdem sehr ansehnlicher Kunstfilm mit wirklich netten Ideen und auch wirklich gelungender Umsetzung.
Musik fand ich für die art von Film wirklich sehr gut gewählt.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

taylortheman

Antwort löschen

noch ein kleiner Anhang wegen den Drogen und den Anfällen: Ich denke das die Anfälle eine Folge von seinem Betäubungsmittel missbrauch war.


deltron

Antwort löschen

Hm, das habe ich nicht so interpretiert. Für mich sind die Anfälle eher Folgen seines "zu hohen Intellekts". Er ist immerhin derjenige, der den Code knacken kann, bzw. findet. Er versucht durch die Pillen die starken Paranoia-Anfälle zu beruhigen.

Die Musik finde ich auch sehr passend, da hat Clint Mansell mal wieder sehr gute Leistung erbracht..



Fans dieses Films mögen auch

12 Monkeys 12 Monkeys US 1995
Gattaca Gattaca US 1997
Dark City Dark City AU/US 1998
Sunshine Sunshine GB/US 2007