Nominierungen

Die Fremde dominiert den Preis der deutschen Filmkritik 2010

Das Spielfilmdebüt Die Fremde ist in sieben Kategorien nominiert
© Majestic Filmverleih
Das Spielfilmdebüt Die Fremde ist in sieben Kategorien nominiert

Während der Berlinale steht wieder die Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik an. Es handelt sich hierbei um die einzige deutsche Preisverleihung, die allein in der Hand von Filmkritikern liegt. Dieser vergebene Preis an deutsche Kinoproduktionen des vergangenen Jahres findet Gewinner in neun Kategorien und wird im Rahmen der Berlinale vergeben. Wer wird in der Gunst der Mitglieder des VDFK (Verband der deutschen Filmkritiker e.V.) ganz oben stehen? Nominiert ist nahezu alles, was im zurückliegenden Jahr als deutsche Produktion die Kinoleinwände beehrte und das Publikum fesselte – nunja, oder auch nicht.

Besonders gute Chancen auf den Preis hat das Spielfilmdebüt (!) Die Fremde von Regisseurin Feo Aladag mit ganzen sieben Nominierungen. Das Komödiendrama Drei von Tom Tykwer, das gleich fünf Mal nominiert ist, wobei sich in der Kategorie Darsteller gar beide Hauptdarsteller Hoffnungen machen dürfen, hat ebenfalls beste Chancen. Der Vampirstreifen Wir sind die Nacht, der den momentanen Hype um den Vampirmythos nutzte und für deutsche Verhältnisse durchaus prächtig produziert wurde, darf mit Nominierungen für den besten Spielfilm, Kamera und Drehbuch, zurecht gespannt sein.

Auf die Entscheidung in der Kategorie Spielfilm dürfen wir besonders gespannt sein. Hier konkurrieren Die Fremde, Drei, Wir sind die Nacht, Goethe!, sowie Vincent will meer. Letzterer wurde mit fast eine Millionen Kinobesuchern im vergangenen Jahr ein unerwartet großer Erfolg. Desweiteren treten mit Boxhagener Platz, Das letzte Schweigen und Habermann eher Kinoaußenseiter an. Da der Kritiker-Preis allerdings die Qualität des Films betont und keinen Wert auf den Kasseerfolg legt, sind wir gespannt – auch wenn sich zugegebenermaßen die eine oder andere Überraschung unter den Nominierten tummelt.

Für wen sich die deutschen Filmkritiker nun auch entscheiden: Zu einer Zeit, wo die Hochglanzproduktionen des Hollywoodkinos die deutschen Filme zu überstrahlen scheinen, tut der Preis dem deutschen Kino gut. Der Wert inländischer Filme – vor allem beim jüngeren Publikum – wird kaum noch erkannt und eine heimische Produktion gar im Voraus als nicht sehenswert abgestempelt. Der Preis der deutschen Filmkritik erinnert uns daran, dass Deutschland eine zu großen Teilen sehenswerte Filmvielfalt bieten kann.

Wer wird sich eurer Meinung nach durchsetzen? Hierzu die Nominierten im Überblick:

Spielfilm
Boxhagener Platz (Regie: Matti Geschonneck)
Das letzte Schweigen (Regie: Baran bo Odar)
Die Fremde (Regie: Feo Aladag)
Drei (Regie: Tom Tykwer)
Goethe! (Regie: Philipp Stölzl)
Habermann (Regie: Juraj Herz)
Vincent will meer (Regie: Ralf Huettner)
Wir sind die Nacht (Regie: Dennis Gansel)

Spielfilmdebüt
Die Entbehrlichen (Regie: Andreas Arnstedt)
Die Fremde (Regie: Feo Aladag)
Draußen am See (Regie: Felix Fuchssteiner)
Parkour (Regie: Marc Rensing)
Schwerkraft (Regie: Maximilian Erlenwein)

Darstellerin
Bernadette Heerwagen (Die kommenden Tage)
Sibel Kekilli (Die Fremde)
Julia Koschitz (Der letzte schöne Herbsttag)
Sophie Rois (Drei)
Katrin Sass (Das letzte Schweigen)

Darsteller
August Diehl (Die kommenden Tage)
Fabian Hinrichs (Schwerkraft)
Andreas Lust (Der Räuber)
Sebastian Schipper (Drei)
Devid Striesow (Drei)

Kamera
Boxhagener Platz (Martin Langer)
Die Fremde (Judith Kaufmann)
Die kommenden Tage (Sonja Rom)
Parkour (Ulle Hadding)
Wir sind die Nacht (Torsten Breuer)

Drehbuch
Die Fremde (Feo Aladag)
Drei (Tom Tykwer)
Friendship! (Oliver Ziegenbalg)
Renn, wenn Du kannst (Dietrich Brüggemann, Anna Brüggemann)
Wir sind die Nacht (Jan Berger)

Musik
Die Fremde (Stéphane Moucha, Max Richter)
Die kommenden Tage (Christoph Kaiser, Julian Maas)
Die Liebe der Kinder (Tobias Ellenberg, Daniel Backes, Jennifer Jones)
Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall (Wolfgang Netzer, Chris Heyne)
Jerry Cotton (Helmut Zerlett, Christoph Zirngibl)

Schnitt
Der Freischütz (Martin Hoffmann)
Die Fremde (Andrea Mertens)
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (Daniela Grosch)
Jud Süß – Film ohne Gewissen (Bettina Böhler)
Orly (Mathilde Bonnefoy)

Dokumentarfilm
Berlin – Stettin (Regie: Volker Koepp)
Das Schreiben und das Schweigen (Regie: Carmen Tartarotti)
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (Regie: Hajo Schomerus)
Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul (Regie: Helga Reidemeister)
Neukölln Unlimited (Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch)

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