30 Jahre Filme, Promis, Galas

Filmfest München feiert Jubiläum

Glanz und Gloria auf dem Roten Teppich der Filmfestspiele
© Filmfest München
Glanz und Gloria auf dem Roten Teppich der Filmfestspiele

München ist Filmhauptstadt – zumindest in den nächsten neun Tagen. Über 2500 Menschen aus der Medienwelt und über 600 Journalisten finden sich dieser Tage in der bayrischen Hauptstadt ein, um Filme zu schauen, zu diskutieren und natürlich um präsent zu sein. Außerdem haben Filmfans die Möglichkeit, das Programm zu besuchen und innerhalb verschiedener Reihen nationaler sowie internationaler Erstaufführungen beizuwohnen. Dieses Jahr feiert das Filmfest sein 30. Jubiläum – Grund genug, sich das Festival mal etwas genauer zu betrachten.

Die Filme
Seit nun mehr 30 bietet das Filmfest München viele Filme und präsentiert von großen internationalen Produktionen bis hin zu kleinen No-Budget-Filmen ein vielseitiges Programm. In diesem Jahr wird das Festival mit dem franko-kanadischen Film Starbuck eröffnet, in dem ein verantwortungsloser Taugenichts erfährt, dass er Vater von 533 Kindern ist. Vor zwanzig Jahren hatte er sein Sperma einer Samenbank gespendet, gegen die nun eine Sammelklage von 144 Personen vorliegt, die wissen wollen, wer ihr Vater ist.

Die Filme treten in verschiedenen Kategorien oder Reihen an, die in diesem Jahr einer Frischzellenkur unterzogen wurden. So treten in der CineMasters-Reihe zehn internationale Filme gegeneinander an, von denen einer den ARRI-Preis von einer ebenfalls internationalen Jury überreicht bekommt. In diesem Jahr sind zum Bespiel die französischen Filme Der Geschmack von Rost und Knochen von Jacques Audiard und Holy Motors von Léos Carax im Wettbewerb zu sehen. Rust and Bone erzählt die verzweifelte Liebesgeschichte eines Türstehers und einer Waltrainerin, die von Oscarpreisträgerin Marion Cotillard verkörpert wird. Holy Motors zählt zu den Offenbarungen des Kinojahres und entführt den Zuschauer in ein surreales Labyrinth, in dem der Protagonist 24 Stunden lang in verschiedene Körper schlüpfen kann. Der Film begeisterte bereits die Jury in Cannes. Die rabenschwarze Trash-Komödie Killer Joe mit Matthew McConaughey in der Hauptrolle darf sich aber auch Hoffnungen auf den Preis machen.

Neben dem CineMasters gibt es aber auch weitere Reihen innerhalb des Festivals. So zum Beispiel Das Neue Deutsche Kino, bei dem dieses Jahr viele nationale Produktionen sich beweisen können. Darunter ist zum Beispiel die Komödie 3 Zimmer/ Küche/ Bad von Dietrich Brüggemann, in dem eine Gruppe von Menschen ständig umzieht und nach einem chaotischen Jahr eine Menge über sich und die Welt in Erfahrung bringen kann. Die Die Libelle und das Nashorn von Lola Randl handelt von zwei Personen, die unfreiwillig in einem Hotel fest sitzen und sich die Zeit mit Rollenspielen vertreiben. Fritzi Haberlandt und Mario Adorf spielen zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. In ihrer gemeinsamen Nacht stellen sie sich Fragen über das Leben und die Liebe, die sie noch nie gewagt haben zu stellen.

Doch das sind nur wenige Beispiele aus nur zwei Reihen des Filmfests in München. Neben den Wettbewerbsfilmen werden außerdem Hommage-Reihen von Loriot, Julie Delpy und Nicolas Winding Refn gezeigt, bei denen die jeweiligen Werke der Künstler gewürdigt werden.

Die Stars
Wo ein Filmfestival ist, da sind bekannterweise auch Stars. So auch beim Filmfest in München. Sowohl deutsche als auch internationale Stars geben sich hier die Klinke in die Hand. Der amerikanische Schauspieler James Franco (127 Hours) kommt nicht nur als Gast, sondern auch als Regisseur nach München. Gleich drei seiner neuesten Filme feiern ihre europäische bzw. deutsche Premiere, darunter My own private River, Idaho und Francophrenia. Ebenfalls in München erwartet wird die französische Schauspielerin und Regisseurin Julie Delpy, die neben ihrer laufenden Werkschau zwei ihrer aktuellen Filme als Deutschlandpremiere präsentiert. 2 Tage New York spielt fünf Jahre nach ihrer Komödie 2 Tage Paris, bei dem ein Familientreffen in einer Katastrophe endete. Nachdem sich die Protagonistin ein neues Leben im Big Apple aufgebaut hat, wird sie nach dem Tod ihrer Mutter spontan von Vater und Schwester besucht: Die Probleme sind natürlich wieder vorprogrammiert. In Familientreffen mit Hindernissen wird aus der Sicht einer 10-jährigen ein chaotisches Familientreffen in den Siebziger Jahren erzählt.

Natürlich sind auch viele deutsche Schauspieler dieser Tage in München unterwegs. Katja Riemann, Tom Schilling und Jessica Schwarz sind nur einige der vielen bekannten Gesichter. Ein Schaulaufen der Stars auf dem Roten Teppich ist damit gesichert. Auch Alexander Fehling, August Diehl und Ronald Zehrfeld werden sich in München sehen lassen. In dem Kinodebüt Wir wollten aufs Meer von Toke Constantin Hebbeln wird von zwei Freunden in der ehemaligen DDR erzählt, die in einem repressiven System zu Feinden werden.

Die amerikanische Schauspielerin Melanie Griffith erhält bei den Filmfestspielen eine ganz besondere Ehre. Sie wird mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, mit dem seit 1997 Filmschaffende für ihre Leistungen im Filmbereich gewürdigt werden. Melanie Griffith tritt damit in so erlauchte Fußstapfen wie die von John Malkovich, Mario Adorf oder Alan Parker. Das Filmfest München endet am 7. Juli mit der Verleihung des Arri-Preises für den besten internationalen Film.

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