Achterbahn

Achterbahn (2009), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 02.07.2009

7.3 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.9 Community
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von Peter Dörfler,

Norbert Witte hatte einen Traum: er wollte aus dem Berliner Spreepark – einem Freizeitpark, der zu D.D.R.-Zeiten unter dem Namen “Plänterwald” berühmt geworden ist – den größten Rummelplatz des gerade wiedervereinigten Deutschlands machen. Stattdessen ging der König der Karusselle pleite und setzte sich mit seiner Familie und dem größten Teil seiner Gerätschaften im Jahre 2002 nach Peru ab. Er hinterließ der Stadt Berlin einen Riesenberg Schulden und ein großes Chaos. In Peru verwickelt er sich und seinen 20jährigen Sohn in Drogengeschäfte. Beide landen im Knast: Norbert Witte in Deutschland, sein Sohn in einem der härtesten Knäste der Welt…


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Achterbahn

Xander8112: at the movies

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8.0Ausgezeichnet

[...]
Achterbahn ist eine höchstinteressante Doku, die es schafft, dass man sich nach dem Film noch mehr oder erst recht für das Thema interessiert. Das sogenannte „Internet“ ist eh voll von Informationen und Berichten, so dass man sich zum Fall Spree-Park umfassend informieren kann: Vor Ort, im Kino bzw. auf DVD und im Internet. Denn Norbert Witte ist noch nicht fertig: Die nächsten Pläne hat er schon im Kopf, um wieder ganz groß ins Geschäft einzusteigen…
[...]

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.5Ausgezeichnet

Achterbahn ist ein echter Glücksfall für das dokumentarische Kino. Eine Geschichte, die man sich jederzeit auch als Spielfilm vorstellen kann, weil sie all das enthält, was großes Kino wirklich braucht – Komik und Tragik, hochfliegende Träume und bittere Abstürze, Liebe, Verzweiflung und Pleiten. Und einen menschlichen "Helden", der allen Widerständen zum Trotz immer wieder aufsteht. Einen Unterschied zum Spielfilm gibt es allerdings doch: Die Geschichte Norbert Wittes und seiner Familie ist wahr. Und berührt deshalb (und dank der differenzierten und in manchen Momenten) zutiefst poetischen Regie Peter Dörflers umso mehr.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.0Ganz gut

Aber auch als Psychogramm eines Mannes, der auf desaströse Weise das Unmögliche möglich macht, funktioniert "Achterbahn" nicht so recht. Wie es Witte gelungen ist, die Familie und alle Welt von seinen Projekten zu überzeugen, erschließt sich in Dörflers Film deshalb gleich doppelt nicht. Denkbar wäre ja eine Analyse der gesellschaftlichen Umstände, die es einem wie Witte erlauben, seine zum Scheitern verurteilten Visionen umzusetzen. Es könnte immerhin sein, dass er die exemplarische Figur eines kapitalistischen Unternehmers ist, die in der Übersteigerung ins Bizarre gerade zur Kenntlichkeit gelangt. Dazu müsste man aber mehr - oder überhaupt etwas - erfahren über die Art und Weise, in der er Geldgeber zum Geldgeben bringt. Nicht im mindesten unternimmt Dörflers Film einen Recherche- und Erklärungs-Versuch dieser Art. (Er scheint sich, was schlimmer ist, nicht einmal die Frage zu stellen.)

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Kommentare (4) — Film: Achterbahn

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Isostar2k

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich liebe solche Geschichten aus dem wahren Leben, vor allem wenn sie so gut erzählt werden wir hier.

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Prestigeww

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Bewertung9.0Herausragend

Bei einem Menschen wie Norbert Witte hätte es sich Regisseur Peter Dörfler auch leicht machen können: Wenn jeman so eine Biographie hat: Filou, Bankrotteur, Drogenschmuggler, Ossi - dann kann jeder Depp darüber eine halbwegs spannende Doku drehen. Aber Peter Dörfler geht es in Achterbahn um mehr: Ihm gelingt es, in Wittes Biographie die Allgemeinereren und Symbolischen Momente erkennbar zu machen sowie die tiefere Tragik seiner Biographie jenseits des bloß Bizarren zu erkennen. Er zeichnet das spannende Portrait eines Träumers, dem auf seiner Suche nach der Erfüllung seines Traumes alles durch die Hände gleitet, der seine Familie zum Zerreißen bringt, der sich an den Rand des tiefsten Abgrundes gebracht hat, der aber trotzdem immer neuen Anlauf nimmt mit der Hoffnung, dass doch wenigstens diesmal alles gut geht. Noch dazu ist der Film wunderschön fotografiert. Sicher eine der besten deutschen Dokus der letzten Jahre und schon fast auf Werner Herzog-Niveau.

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Norbert Witte, ein Rummelmann, wie er leibt und lebt! Dummerweise hat er mit seinen Geschäftchen den Sohn für zwanzig Jahre in einen peruanischen Knast gebracht, der nicht grade nach Sanatorium aussieht. Eine ziemlich tragische Geschichte, die dank der redefreudigen Witte-Familie, eines klugen Filmkonzepts und nem guten Schnitt als sehr glaubhafte Charakterstudie rüber kommt. Am Zugrundegehn des Spreeparks sind mit Sicherheit immer mehrere beteiligt und sicher auch nicht zuletzt Herr Witte. Aber Stehaufmännchen, das er ist, plant er schon das nächste Projekt und vielleicht bekommt er ja sogar den Sohn noch aus dem Knast - falls der dann noch lebt!

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emaka

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Bewertung7.0Sehenswert

Achterbahn ist ein interessanter und schön gemachter Dokumentarfilm über den mittlerweile verwaisten Spreepark im Plänterwald in Berlin Treptow. Der Park war auch schon zu DDR-Zeiten ein Vergnügungspark. Nach der Wende übernimmt ihn Norbert Witte. 2001 muss er wegen hoher Verschuldung geschlossen werden. Später versucht Norbert Witte zusammen mit seinem Sohn ein Drogendeal in Peru, welcher schief geht. Der Sohn sitzt nun für 20 Jahre in Peru in Haft, Norbert Witte in Deutschland für 7 Jahre.
Leider kommt bei dem Film nicht eine Person vom Land Berlin zu Wort oder irgendjemand der die andere Seite schildert. Witte stellt sich schon oft als das Opfer dar. Streckenweise wird Mitleid für Norbert Witte geweckt. Ein Dokumentarfilm sollte informieren, und das von allen Seiten - das fehlt mir in manchen Punkten.

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