Breaking the Waves

Breaking the Waves (1996), NO/FR/SE/NL/DK
Laufzeit 159 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 03.10.1996

7.2 Kritiker
29 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.5 Community
956 Bewertungen
28 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Emily Watson und Stellan Skarsgård

Die unerfahrene, tiefreligiöse Bess heiratet trotz Skepsis ihrer schottischen Gemeinde den Ortsfremden Jan. Das junge Paar erlebt einen kurzen Moment des Glück und der sexuellen Erfüllung, bevor Jan zur Arbeit auf die Bohrinsel zurückfliegt. Bess verzehrt sich nach ihm, doch Jan kehrt früher zurück als erwartet – halsabwärts gelähmt. Aufopferungs-voll kümmert sich Bess um ihn, aber Jan will kein Mitleid. Er animiert seine Frau, mit anderen Männern zu schlafen und ihm davon zu erzählen. Im Glauben, Jan damit zu retten, rennt Bess in ihr Verderben.

Der Film Breaking The Waves ist der erste Teil Lars von Triers’ “Heart of Gold Trilogy”. Es folgten die Filme Idioten – Dogma II (1998) und Dancer in the Dark (2000). Alle drei Filme zeichnen sich dadurch aus, dass sie jeweils von einer jungen Frau handeln, die so sehr an das Gute im Menschen und die Gerechtigkeit der Welt glaubt, dass sie alles erduldet und daran letztlich selbst zerbricht.

HandlungBess und JanDie impulsive und empfindsame Bess McNeill (Emily Watson) ist in einer kleinen nordschottischen Gemeinde aufgewachsen. Es ist eine streng religiöse Welt, die vom patriarchalen Gedanken bestimmt wird, und in der Frauen nicht einmal zu Beerdigungen auf dem Friedhof zugelassen sind. Bess leidet sehr unter den radikalen und strengen gesellschaftlichen Normen, und weil sie durch ihre unangepasste Art den Verhaltensmustern in der Gemeinde nicht entspricht, wird sie schon früh als Sonderling betrachtet. Nach dem Tod ihres Bruders, sucht sie Zuflucht bei dessen Witwe Dodo (Katrin Cartlidge) und im Gebet zu Gott.

Als sie den ortsfremden Jan Nyman (Stellan Skarsgård) kennenlernt, verliebt sie sich sofort und heiratet ihn. Durch die Heirat mit einem Ortsfremden entgegen der üblichen Tradition ist ihr Stigma als Außenseiterin endgültig besiegelt.
Dies kümmert Bess jedoch nicht, denn sie geht ganz in ihrer Liebe zu Jan auf. Voller Glück und Hingabe genießen beide ihre Zweisamkeit…

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Breaking the Waves

Flibbo: wieistderfilm.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Satte zweieinhalb Stunden hält sich die elegant unelegant geschnittene Geschichte von Bess und ihrem Jan auf einer Spannungslinie und weiß mehrfach zu bewegen. Allen voran überzeugt Hauptdarstellerin Emily Watson in – man glaubt es kaum – ihrer ersten Filmrolle überhaupt mit einer wahrlich faszinierenden Darbietung, die prompt für den Oscar nominiert wurde. Das letzte Kapitel behält sich dann diverse kleine Handlungsentwicklungen vor, die das restliche Erzählte so dermaßen konterkarieren, dass man es schon wieder als richtig mutig bezeichnen muss und das gewünschte Nachdenken über den Film erst richtig in Gang gesetzt wird. „Breaking the Waves“ ist ein starkes Drama über Liebe, Intoleranz und Haltlosigkeit. Geradlinig genug, um das Herz zu berühren, und komplex genug, um den Kopf gleichermaßen zu füttern.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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[...] Schwermütiges, polarisierendes sowie überragend gespieltes Kaleidoskop unerträglichen Seelenschmerzes im Gewand eines doppelbödigen Dramas, das kritische Religionstöne anschlägt und nebenbei die philosophische Suche nach dem Sinn der Liebe mitsamt all ihren zwischenmenschlichen Perversitäten in herzzerreißenden Bildern von großer Intensität illustriert. Frage: Was würde tatsächlich passieren, nehme einer die Geschichte von Jesus Christus zu ernst? Lars von Trier jedenfalls, der wirft dem ahnungslosen Zuschauer einmal mehr ein vertracktes Monstrum hin; soll er doch selber sehen, was er darin zu finden vermag.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (26) — Film: Breaking the Waves

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Trimalchio

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Typischer Lars von Trier, dessen Merkmale folgende sind:

-Eine nicht gesellschaftlichen Konventionen entsprechende Frau die von einer archaisch anmutenden Gesellschaft ausgebeutet wird.
-Eine hervorragend geführte Handkamera.
-Unterteilung in verschiedene Kapitel.
-Jegliches Fehlen von Musik im eigentlichen Film, ihr Einsatz in den Einführungskapiteln ist hemmungslos ironisch.
-Tiefergreifender Humor, Trier beerdigt hier symbolisch Anthony Dod Mantle, da eine Nennung dessen im Abspann zu teuer ausgefallen wäre.
-Ausgearbeitete Handlung, die zudem moralische Fragen aufwirft.
-Sexuell durchaus aufgeladen.
-Einführen des Zuschauers in das Innerste der Charaktere.
-Gewohnt unglaublich gute Auswahl der Schauspieler bis in die kleinsten Nebenrollen, wenn man bedenkt, dass dies Emily Watsons erste Rolle in einem Film war, ist das ganze noch beeindruckender.
-Kritik an der Realität.

Zu kritisieren ist der stellenweise Leerlauf und der Verlauf der Story am Ende, das erschien mir dann doch leicht unrealistisch. Breaking the Waves war auch zugleich Auftakt der Golden Heart Trilogie, die mit Idioterne und Dancer in the Dark fortgesetzt wurde. Alle drei Filme behandeln das gleiche Thema, die Auslieferung gutherziger Frauen vor der kalten Gesellschaft. Da es nicht allzu viele gute Filme über dieses Thema gibt, sehr zu empfehlen.

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VisitorQ

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Bewertung9.0Herausragend

Breaking the waves erzählt eine der erschütterndsten und tragischsten Liebesgeschichten des Kinos. Emily Watson und Katrin Cartlidge (viel zu früh verstorben... schnüff) spielen sich ihre Seele aus dem Leib und verleihen diesem Filme eine magische, unglaubliche Kraft. Der Film brennt sich einen wirklich ins Gedächtnis. Ob das jetzt gut ist oder nicht sollte jeder für sich entscheiden. :-)

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

crab1973

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Zum letzten Satz: Nicht nur gut, wirklich herausragend. Ich will den Film trotzdem nie wieder sehen.


VisitorQ

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haha, ich kann dich gut verstehen. Der Film ist wirklich unfassbar intensiv.


Sigmund

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Bewertung9.5Herausragend

Heiß geliebt und leidenschaftlich gehasst: Emily Watsons schmerzhaft naive Rolle der Bess trägt den Film und scheidet die Geister, weil sie in ihrer absoluten Abkehr von Vernunft, Konformität und vor allem Selbstschutz fast schon wirkt wie eine Behinderte.
Wegen ihrer Opferbereitschaft hat man Lars von Trier zudem ein reaktionäres Frauenbild vorgeworfen, was auf mich offen gesagt immer ziemlich verkopft wirkte – aber als Mann hat man ja leicht reden. Zumal ich ihr Opfer nie als Schwäche gesehen habe sondern als Stärke, als Bekenntnis, als Ode an die Willenskraft, als Ausdruck unverbrüchlicher Liebe, als Sühneversuch von erhabener Würde, als erfrischende Alternative zur Selbstbesoffenheit, als Statement gegen die grassierende Hintertürchen-Mentalität, als unbeirrbaren Glauben an wenigstens irgendwas... und ganz generell als Kompromissverweigerung, von der man sich Geschlechter-übergreifend ab und zu mal ein Scheibchen abschneiden könnte.
Auch wenn es im wirklichen Leben – gottseidank/leider – selten so poetisch-überhöht zugeht wie in BREAKING THE WAVES.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Jenny von T

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Die weiblichen Hauptpersonen in von Triers Filmen sind so viel menschlicher als die meisten derer, die ihm Frauenfeindlichkeit vorwerfen. Ganz im Gegenteil ist es doch stets das sozial-gesellschaftliche Umfeld, an dem die Charaktere zugrunde gehen.
Und selbst, wenn es anders wäre, ist es doch etwas plump, alle Aspekte eines Films 1:1 auf seinen Macher zu übertragen.


Sigmund

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Ist auch meine Meinung.


alanger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

child in time - deep purple
suzanne - laonard cohen
whiter shade of pale - procul harum
siciliana - bach

überall passiert das schlimmstmögliche, udo kier ist der sadistische matrose schlechthin und mal wieder macht LvT eine frau kaputt.
aber mit seiner kunst musik einzusetzen fängt er uns auf.
und das ende ist göttlich ...im wortsinn.

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doctorgonzo

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Mich nervt "Whiter Shade Of Pale", aber schön zusammengefasst hast Du das trotzdem.


Jenny von T

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wenn ich mich innerlich tot und gleichzeitig lebendig wie selten fühle, kann das nur eins heißen: Ich habe mal wieder einen Von Trier-Film gesehen.
Moment, verweile doch, du bist so grausam!

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veseria

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fast wie DANCER IN THE DARK. Aber nicht ganz so traurig und nicht so "abstrakt"...

Ein guter von Trier.

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momopipi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lars von Trier entwickelt sich eiskalt zu einem meiner Lieblingsregisseure. Primitiv könnte man seine Filme vielleicht bezeichnen. Ich finde sie einfach nur beeindruckend und meistens hochemotional. Breaking the Waves ist durchgehend nicht sehr spannend, aber die besonderen Charaktere werden super gespielt und die Beziehungen zueinander werden erstklassig inszeniert.

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Jack_Torrance

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Bewertung9.5Herausragend

Lars von Trier setzt sich in diesem Film mit einem wundervollen und zugleich todtraurigem Thema auseinander: die Schwierigkeit einzigartig zu sein. Bess ist einzigartig und dementsprechend wird sie von Emily Watson einzigartig verkörpert. Sie sieht die Dinge ganz anders als die anderen, wird aber von Leuten, die sie nicht verstehen für geisteskrank oder dumm gehalten. Letzendlich ist sie aber von dem erfüllt, was anderen leider fehlt: von einer grenzenlosen Liebe.
In jeder einzelnen Einstellung merkt man, dass Lars von Trier seine Heldin liebt. Er liebt sie mehr als die scheinheiligen Pastoren, die behaupten nahe bei Gott zu stehen. Ihnen fehlt aber das, was Jesus auf seiner Bergpredigt gefordert hat: die Nächstenliebe. Somit ist die geniale Schlusseinstellung eine Allegorie, die ihren tollen Charakter verkörpert.

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isah47

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Genau so empfinde ich diesen Film auch, leider meine erwachsene Tochter nicht !


Jack_Torrance

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Schade !


BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der subjektive, persönliche, ehrliche Glaube schlägt den dogmatisierten, in Konventionen und sinnlosen Verboten versunkenen Kirchenglauben und dass es tatsächlich so ist, das teilt einem der Himmel persönlich mit, in einer famosen letzten Einstellung, wunderschön und unvergesslich. Aber da wir hier in einem Werk des großen Lars von Trier sind, ist selbst diese Erfüllung irgendwie ein Schlag in die Fresse. Doppelbödige "Von Huren und Heiligen"-Mär, mit einer manipulativ intensiven Leistung von Emily Watson, einem auf grandiose Weise nicht-passen-wollenden Soundtrack, im Grunde wahrscheinlich wieder eine polemische Dauerverarsche, aber dem seltsamen Dänen kaufe ich alles ab und zahle noch extra drauf, nur um zu sehen, wie seine Filme abheben, ohne jemals vom Boden loszukommen. Ach, was rede ich da, einfach nur großartig, anschauen und glücklich sein - und wer das nicht kann, hat den Lars nicht ganz erfasst, schätze ich. Oder ich sehe das alles ganz falsch, was eigentlich nur logisch wäre - egal, klasse Film, Punkt, fertig, aus.

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eXonic

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Für ein paar Cents mehr bekommst du die Europa-Box auch gleich über den Marketplace.
Die Geister-Box hab ich mir auch noch gleich bei rebuy geholt. :D Auf die war ich schon lange scharf.


Shorty06

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Meisterwerk! Verdient meiner Meinung nach die 10


eXonic

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Bewertung9.5Herausragend

Breaking the Waves ist Kino voller Emotionen. So groß wie die Liebe zu Bess ist, so viel Hass entwickelt man zu fast allen anderen Teilhabenden. 150 Minuten, versehrt mit schauspielerischen Glanzleistung, einer Parabel zur Passionsgeschichte und grenzenloser Liebe, werden wie im Flug in einem der traurigsten, zugleich aber auch schönsten Filmenden überhaupt abgeschlossen.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

BigDi

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Wenn ich doch nur Zeit fände, mir die TV-Aufnahme endlich anzusehen. :-/


eXonic

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Nimm dir wirklich viel Zeit dafür. Mich hat der Film ziemlich aufgewühlt. Keine leichte Kost, die man mal zwischendurch anschauen kann.


heikschn

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Bewertung6.5Ganz gut

Interessanter Film mit einem für mich unbefriedigenden Ende. Habe den Film mit der Interpretation gesehen, dass er zeigt, wozu übertriebener Glauben führt. Dazu passt Jans Wiederauferstehung nicht. Auch wenn Bess selbst es nicht mehr erlebt - der Zuschauer erhält die Botschaft, dass alle ihre Handlungen gerechtfertigt und ihre Opfer zielführend waren. Das gefällt mir nicht.

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nessuno

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Ich kann mir eher vorstellen, dass die Glocken am Ende zeigen sollen, dass wahrer Glauben nicht in der Kirche (da waren keine Glocken), sondern unter Menschen zu finden ist. Also die Kraft der zwischenmenschlichen Liebe lässt Jan wiederauferstehen und nicht die "Liebe" der Kirche.


heikschn

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Mit Sicherheit hast Du recht! Dem Dogmatismus des kirchlichen Glaubens gilt wohl die primäre Aufmerksamkeit des Films. Bis zur Wiederauferstehung von Jan standen für mich aber alle Anzeichen für eine andere Deutung. Entsprechend enttäuscht war ich dann.


maslobojew

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Bewertung9.5Herausragend

Für mich einer der besten Film des Lars von Trier. Neben Dancer in the dark, Dogville und Antichrist.

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Acry

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Bewertung7.0Sehenswert

>>> Kommentar enthält Spoiler<<<
Ein Film über bedingungslose Liebe, Gott, Egoismus und Verzeiflung.

Lars von Trier liefert mal wieder eine gut konstruierte Ausgangssituation, um darauf aufbauend die Erbarmungslosigkeit der Menschen zu demonstrieren:
Die Geschichte spielt in einem kleinen schottischen Küstendorf, in welchem sich die Gefühlswelt der Menschen in der Kargheit der Landschaft widerspiegelt.

Die Kirche und die ungeschriebenen Dorfverhaltensregeln sind fest in den Köpfen der Gesellschaft verankert. Alles dreht sich darum so zu sein, wie die Gesellschaft es vorschreibt. Andersartigkeit wird mit Misstrauen, Verachtung oder sogar Verstoß aus der Gemeinschaft bestraft.
So ergeht es auch der Protagonistin Bess, die als einfach aber gutherzig charakterisiert wird, und mit der man aufgrund ihrer Versuche, immer alles richtig zu machen, sofort Mitleid hat.
Man ahnt schon recht früh, dass sie durch ihre unbeholfene Art den Zorn der Gesellschaft auf sich ziehen und daran zu Grunde gehen wird.

Bess' Leben ist sowohl vor als auch nach ihrer Hochzeit durch Gott geprägt. Sie betet regelmäßig, vertraut Gott ihrere Ängste und Unsicherheiten an (und von denen hat sie nicht wenige) und "begenet" ihm immer im Dialog, sprich sie beantwort ihre gestellten Fragen selbst, aber mit einer solchen Härte und Herzlosigkeit, dass man bezweifelt, dass Gott bzw. die Religion ihr wirklich gut tut.
Dennoch ist letztere und ihr Ehemann für sie lebenswichtig. Ohne diese beiden Säulen würde die psychisch labile Bess sofort zusammen brechen. Und genau dies darf man im teilweise etwas langatmigen "Breaking the Waves" beobachten:

Nachdem ihr Ehemann durch einen Unfall körperlich gelähmt wurde, zwingt er sie mehr oder weniger mit anderen Männern zu schlafen und ihm ihre Erlebnisse danach zu erzählen. Er redet ihr ein, dass sie unbedingt sexuelle Kontakte brauche, da er sie ja nicht mehr befriedigen kann, aber letztendlich lässt er sie es aus purem Egoismus tun. Wie es Bess dabei geht, sich für ihren eigenen Mann zu prostituieren, ist ihm egal; ihn interessieren nur die Geschichten, die Bess erzählt.
Liebe ist also, übrigens auch von Bess' Seite aus gesehen nur der egoistische Versuch, sich selbst glücklich zu machen. Während Bess hingegen noch Opfer für Jans und somit auch für ihr Wohlergehen bringt, ist Jan nur auf sich selbst bedacht. Er nutzt Bess' bedingungslose Liebe und ihre gutgläubige Art aus. Während sie alles für ihn tut, tut er nichts für sie.

So nimmt das tragische Schicksal seinen Lauf: ihr eigener Mann treibt sie durch ihre Taten in die unterste Schicht der Gesellschaft, anstatt der ohnehin schon hilflosen Bess die gleiche Liebe entgegenzubringen, die sie für ihn empfindet und die ihr die Kraft gibt, nicht aufzugeben.
Bess' neuer "Ruf" spricht sich natürlich auch in der Kirche herum und schon bald wird sie dieser verwiesen, womit ihr ihr zweites und letztes Standbein entzogen wird.
Nicht einmal ihre Mutter nimmt sie bei sich auf, da diese Angst hat, ebenfalls von der Gesellschaft missachtet zu werden.
Letztendlich begeht Bess eine Art Selbstmord, da sie, aus der Gesellschaft verstoßen, kein normales Leben mehr führen kann. Sie ist hilflos und selisch gebrochen und hat niemanden mehr, an den sie sich wenden kann.

Wie auch in "Dogville" haben wir hier eine Gemeinschaft, die erbarmungslos ihren gesammelten Hass auf einzelne Individuen projeziert ohne an die Folgen für letztere zu denken. Wahre soziale Werte wie Toleranz oder Solidarität sind dort längst verkümmert. Wenn jemand schwach ist, wird dies schamlos ausgenutzt.
Dass selbst die Kirche, die doch eigentlich Schwachen und Hilfesuchenden Halt bieten soll, Bess ausstößt, ist sehr bezeichnend.

Gut hat mir auch die Einteilung in verschiedene Kapitel gefallen, die jeweils mit passender Musik und etwas surrealistischen Bildern eingeleitet wurden.

Allerdings fällt schon auf, dass der Film, trotz Bess' tragischem Schicksal, einige Längen besitzt. Das Ende, welches darin besteht, dass Jan auf einmal wieder laufen kann, empfand ich nur als halb passend. Zum einen macht es Bess' Tod noch absurder: Hätte sie einen stärkeren Charakter gehabt und noch etwas durchgehalten, hätte sie wieder mit Jan ein relativ normales Leben führen können, andererseits ist es etwas unlogisch, dass ein Gelähmter aufeinmal wieder gesund wird.

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JimiHendrix

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein in prachtvolle Landschaftsbilder gebettetes Drama, um ein naives und gottesverseuchtes Mädchen, welches sich durch ihre unendliche Liebe zu ihrem Ehemann zu Grunde richtet.

Lars von Trier erwählte als Rahmenbedingung dieses Films eine kleine calvinistische Kirchengemeinde in Schottland, welche bei zunehmender Spieldauer immer mehr Verantwortung für das Verhalten der Protagonistin zu verantworten hatte.
Bess, so der Name der jungen Frau wurde von ihnen als verschlossen und dumm abgestempelt, dabei war sie vielleicht die reifeste von allen, denn sie hatte, entgegen jeder zulässigen Regel, immernoch die Fähigkeit ihre Gefühle frei und ungehemmt zeigen zu können. Dennoch nahm der strenge Glaube an die unbedingte Heiligkeit Gottes einen großen Teil in Bess Leben ein, dies zeigte sich vorallem in den Zwiegesprächen mit Gott.
Ihre Heirat mit Jan, einem skandinavischen Zuwanderer und Bohrinselarbeiter, wurde von den Gemeindemitgliedern höchste argwöhnisch beäugt, weil er eher liberal anmutende Wesenszüge offenbarte. Er schien eine wahre Befreiung für Bess zu sein, aber in der Liebe zu ihm steckte auch ein radikaler Hang sich selber zu zerstören, um ihn zu unterstützen und am Leben zu halten.

Mit dieser Story befasst sich von Trier mit dem Thema Liebe, Glauben und Abhänigkeit und mixt diese miteinander, sodass es zu einem unangehemen Cocktail für Bess wird. Sie sucht Stabilität in ihrer Gemeinde, aber statt dessen wird sie im wichtigsten Moment von dem proletarischen Rad ausgestoßen.
Die Stärke dieses Films, also seiner Intensität, ist auch gleichzeitig seine Schwäche, den von Trier schafft es leider nicht die rund 2,5 Stunden gefühlsmäßig schneller vorbei ziehen zu lassen.

Emily Watson spielte die sensible und liebeskranke Bess McNeill auserordentlich wirkungsvoll, obwohl ich gerne Helena Bonham Cater in dieser Rolle bewundert hätte, welche ursprünglich für diese Rolle geplant war.

Jan Nyman, der sicksalsgeplagte Ehemann von Bess wurde eher unauffällig von Stellan Skarsgård verkörpert, welcher ja mit diesem Film erste aufmerksame Blicke aufs sich zog.
Jans Charakterzüge würden erst mit seinem Unfall wirklich interessant.

Mir gefiehlen vorallem die kunstvoll bebilderten Kapitelübergänge, welche mit musikalischen Stücken von Jethro Tull, Elton John oder Deep Purple ihre perfekte Untermalung fanden.
Des Weiteren bin ich immer wieder entzückt über den sehr kritischen Umgang von Triers mit der Kirche. Ich bin der Meinung, man sollte sich auch filmisch lossagen von dieser Pest, die immernoch in Teilen der kulturellen Gesellschaft als ursprünglicher Gegenstand in seine Akzeptanz badet. Die Kirche und ähnlich gewaltorientierte Sekten, wie der Islam, haben nichts in der Zukunft verloren und gehören endlich als Triebtäter der Gewalt aus unseren Kulturkreisen verwiesen.

Aber unabhängig von meinen ausschweifenden Hasstiraden gegen die Kirche, empfehle ich diesen Streifen jedem, der auf tiefgreifendes und ehrliches Kino Lust hat, aber auch im Stande und des Willens ist, die Brutalität des eben erwähnten zu ertragen. Dennoch ist dieser Film weniger als Einstieg in die cineastische Welt Lars von Triers geeignet.

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Acry

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Ich weiß ja, dass du nur provozieren willst :D Aber du musst auch einsehen, dass es viele Leute gibt, die ihre Religion, sei es das Christentum oder der Islam, friedlich und würdevoll ausleben und aus ihr Kraft schöpfen, die sie woanders nicht finden würden. Ist halt Geschmacksache. Ich bevorzuge ja auch eher die Nicht-Religion ;)


alanger

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"gottesverseuchtes Mädchen", gefällt mir nicht. auch die "ausschweifenden Hasstiraden gegen die Kirche".
sonst schöne kritik.


Shorty06

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Bewertung10.0Herausragend

Breaking the Waves von Lars Von Trier. Lars Von Trier macht Filme, die ans Herz, die Leber, die Nieren und in den Kopf gehen. Breaking the Waves ist einer dieser Filme, deren Geschichte zutiefst traurig ist, und deren Ausgang rational betrachtet auch einer Tragödie gleicht, doch trotzdem bin ich aus diesem Film mit einem leichten, ganz fein angedeuteten Lächeln herausgegangen. Emily Watson liefert hier die beste schauspielerische Performance einer Frau ab, die ich je gesehen habe. Nicht nur, dass sie das komplette Spektrum der Gefühle in ihrem Charakter darstellt und vollsten Körpereinsatz zeigt, nein sie tut das auf eine von mir bis dato noch nie gesehene Weise. Ein kurzer Blick zur Seite, ein leichtes Blinzeln in die Kamera, ein Herausstrecken der Zuge zum Zuschauer. Ganz großes, und vorallem anderes Kino. Breaking the Waves ist eine Erzählung über die bedingungslose Liebe einer jungen Frau zu ihrem Ehemann. Ebenso handelt Breaking the Waves von Religion und dem Umgang mit Gott, dem Allmächtigen. Man könnte sagen, Breaking the Waves sei ein Märtyrer-Film, doch ich sehe ihn, ganz ähnlich wie Dancer in the Dark, als einen Lobgesang auf das, was am Leben wichtig ist: Die Liebe zu seinen Nähesten.

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Marie Krolock

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Bewertung7.0Sehenswert

Lese hier, dass viele mit den Längen zu kämpfen hatte. Ich auch. Zwischendurch wollte ich den Film ausmachen, auch wg. der Grausamkeiten, aber dann habe ich ihn doch zu Ende gesehen.
Emily Watson hat erschreckend gut gespielt. Für mich war es zum Teil wie ein Dokumentarfilm, habe es als "real" empfunden.

Mein erster von Trier Film - schwere Kost zur Nacht. Furchtbar.

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Shorty06

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Lieber breaking the waves zuerst sehen, als dancer in the dark oder dogville zuerst sehen


mar (-ion-)

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es wird nicht der letzte sein...


KlapTrap

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Bewertung9.0Herausragend

BREAKING THE WAVES ist lang, und oftmals genug sogar sehr weilig.
Es gab Momente in denen ich aus dem Fenster starrte, auf die Uhr, und mich fragte wie viel ich wohl schon von dem Film geschafft habe.
Dann aber wiederrum : Meine Augen kleben an der Mattscheibe, können nicht glauben, nicht am Stück verarbeiten, was sie sehen.
Der plötzlich wieder einsetztende Leerlauf kommt gerade recht, um meine Gedankenkapriolen einigermaßen auslaufen zu lassen.
Und trotzdem, wieder das Gefühl von Trier kilometerweit hinterher zu sein.
Was will er von mir ?
Wo will er mit mir hin ?
Keine Zeit für Fragen, das Drehbuch schlägt den nächsten Haken.
Und wärend man so mit Langweile, Sprachlosigkeit, Impulssortierung und Verwirrung beschäftigt ist, läuft der Film langsam in ein geradezu typisches von-Trier-Finale und schiebt die ganze Narrative Richtung Meta-Märchen für Erwachsene.
What ? the? Fuck?
Zersägt das Ende jetzt den ganzen Film, in dem er alles vorhergegangene umkehrt, aufhebt, ad absurdum führt ?
Oder ist es goldrichtig, weil es mich so vor den Kopf stößt ?
David Lynch sagte einmal, wie belustigt er von der Tatsache ist, das Niemand wirklich Anstoß an Hoppers Performance in BLUE VELVET genommen hat, aber viele abgestoßen von dem vermeindlich kitschige Happy-End waren, und das darin, also in der Publikumsreaktion, die wirklichen Abgründe, eine wirklich verstörende Aussage läge.
Genau so fühle ich mich, nachdem sich BREAKING THE WAVES von einem tiefschwarzen Drama vor meinen Augen am Ende in eine Heilsbringergeschichte verwandelte.
Sind von Trier am Ende sämtliche Gäule durchgegangen, oder liegt es an mir, das mir das bittersüße Ende komplett die Hirnwände verklebt ?
Ist es zynisch einen solchen Leidensweg so über die Maßen zu konterkarrieren, oder bin ich zu zynisch geworden, um dererlei Himmelspoesie zu ertragen ?
Und wenn ja, warum ?
Es ist kein neue von-Trier-Erfahrung : Nach dem Film ist vor dem Film.
Und von ganz weit weg seh ich, wie der kleine Däne mir verschmitzt (und dämonisch) zulächelt.
Er ist schon wieder meilenweit vorraus.

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KlapTrap

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Ohne groß zu spoilern erwähne ich einfach ein unschuldiges Glockenläuten !


pellekraut007

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Was könnte ich da noch hinzufügen? Nichts! Eher staunen. Du hast schon alles geschrieben, was mir dazu einfiele. Prima! Grunz!


Eugen Verheugen

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Grandios bescheuerte Neuauflage des Jesus-Märchens.

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horro

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bezaubernd und verstörend - mit einem tragischen Ende

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Onkel Fleischer

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Bewertung6.5Ganz gut

Durch die Längen kommt genug Langeweile auf, um einen immer wieder aus dem Film zu reißen. Sonst wäre der Film wirklich zum Wegrennen hart.

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