Das Sanatorium zur Todesanzeige

Sanatorium pod klepsydra (1973),
Laufzeit 124 Minuten, Drama, Fantasyfilm

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- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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6 Bewertungen
3 Kommentare
Das Sanatorium zur Todesanzeige - Bild 5833353
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Die Reise eines jungen Polen zu seinem sterbenden Vater, einem Exzentriker, der mit Tauben in einer Dachkammer lebte und nun im Sanatorium liegt, wird zu einem poetischen Spiel mit Symbolen und Zeitebenen, in dem sich Phantasie und Realität vermischen. Private Erinnerungen und Träume verknüpfen sich mit dem gesellschaftlichen Bild Polens vor dem Zweiten Weltkrieg.


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Kritiken (1) — Film: Das Sanatorium zur Todesanzeige

alexklotz: Freier Journalist (Hard Sen...

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10.0Lieblingsfilm

Glücklicherweise war ich irgendwann Anfang der 90er Jahre geistesgegenwärtig genug, den Videorekorder anzuschalten, als der Film auf 3Sat ausgestrahlt wurde – ich hatte noch nie etwas davon gehört, die Ankündigung las sich aber recht interessant. Die erste Sichtung hinterließ mich dann relativ verwirrt, aber auch äußerst fasziniert. Wie in der literarischen Vorlage von Bruno Schulz gibt es hier keine lineare Erzählweise, Zeit und Raum werden durcheinandergewirbelt – wie, wann und wo die Geschichte weitergeht, das wird von spontanen Assoziationen der Hauptfigur entschieden.

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VisitorQ

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Bewertung7.0Sehenswert

oh cool. ist der Film auch endlich hier. Sehr stranger und bizarrer Film der anstrengend ist, aber den Zuschauer letztendlich sehr belohnt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

horro

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erzähl mal ein bisschen mehr bitte ...


VisitorQ

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Puh. Also ich muss gestehen, dass ich ihn das erste mal nach 10 Minuten ausgemacht habe, da ich nicht in der richtigen Stimmung für diese Art von Film war. Es geht um, puh nicht einfach, die "abenteurliche" Reise eines Mannes durch Zeit, Raum, sein Leben, das Leben seines Vaters... All dies geht fließend ineinander über. Genau wie der Hauptcharakter verliert man sich in dieser bizarren Welt und weiß nicht mehr was real ist, wenn überhaupt irgendwas davon real ist. Der Film ist ein wilder Rausch, er wirft viele Fragen auf und beantwortet wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nur wenige... Aber das macht nichts. Positiv in Erinnerung habe ich dieses Werk auf alle Fälle. Man muss aber definitiv etwas Geduld mitbringen.


the traveler

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Bewertung10.0Herausragend

Wenn ihr dieses Sanatorium besucht, erwartet euch ein bisschen dieser abgedreht-grotesken, überbordenden Fantasie wie bei Gilliam, ein bisschen dieser ästhetischen Traummystik wie bei Lynch und ein Hauch dieses bedrückenden Gefühls der frühen Zulawski-Filme (stellt euch vor, ihr schlagt ein Geschichtsbuch auf und plötzlich durchströmt euch die nackte Angst - dieses Gefühl). Aber dieser Vergleich soll euch nur mal eine Idee davon geben, wie "Sanatorium pod klepsydra" so ungefähr aussieht, denn gerecht werde ich ihm damit nicht. Man könnte vermuten, dass sich Gilliam (gutmöglich) oder Lynch (eventuell zumindest) hier inspirieren lassen haben. Aber auch wenn man die Lynch-Filme alle kennt und die Gilliam-Filme alle kennt und die Zulawski-Filme und die anderen, die vielleicht irgendwie ähnlich sind, und dann den hier guckt - dann hinterlässt Regisseur Wojciech Has eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift. Und in punkto Fantasie ist er Gilliam (und das ist mal eine Aussage) ein ganzes Stück voraus - gerade was die Unstrukturiertheit der Erzählung und die Sprunghaftigkeit der Handlung angeht. Um jetzt mit den Regisseur-Vergleichen, die mich langsam schon selbst nerven, abzuschließen, einen noch (den ich noch bringen muss): Ich habe nach dem ersten, und auch dem zweiten Sehen ungefähr genauso viel verstanden wie bei den schönsten Mindfuck-Werken von Lynch. Nochmal zurück zur Fantasie: Der Detailreichtum und diese räumliche Unbeständigkeit, mit denen die Settings ausgestaltet sind, sind unfassbar.

Was ist dieses "Sanatorium zur Todesanzeige"? Es ist wohl so was wie eine Heilanstalt, ein Kurort, gegen die Zeit (Zeit als körperliche Krankheit? Gewissermaßen ja!). Und gleichzeitig ist es so was wie eine Irrenanstalt (Zeit als Geisteskrankheit?!), aber als Zuschauer bewege ich mich nicht in dem Gebäude sondern in den Gedanken. Ich werde umhergeworfen zwischen völlig durcheinandergewirbelten Konstrukten aus Reflexionen, Fantasien und Sinneseindrücken. Ich bin wie der Hauptdarsteller Jozef (stark gespielt von Jan Nowicki) gefangen in dem Sanatorium, wo Raum und Zeit undefiniert sind. Bin irgendwie gefangen im Geist von Jozef und Jozef ist irgendwie im Geist seines Vaters gefangen und sein Vater ist irgendwie auch gefangen in so was wie einem polnischen Kollektivgeist und ich komme und will da auch gar nicht mehr raus, aus diesem Sanatorium. Das Sanatorium hat mich.

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Spoiler

Nach der dritten Sichtung bin ich nun ganz sicher, es handelt sich um eine Jakobsleiter Geschichte.
Ausführliche Analyse folgt.

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

the traveler

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Gut so :) Ist echt so was wie ein verlorener Schatz der Film. Eine deutsche Version habe ich nicht gefunden, habe eine englischsprachige Ausgabe (poln. Originalton mit engl. Subs). Die hier:
http://www.play.com/DVD/DVD/4-/7736227/The-Hourglass-Sanitorium/Product.html?searchstring=hourglass+sanatorium&searchsource=0&searchtype=allproducts&urlrefer=search


lieber_tee

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Oh vielen Dank für die (schnelle) Info.


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