Die 120 Tage von Sodom
Salò o le 120 giornate di Sodoma (1975), FR/IT Laufzeit 115 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 23.10.2008
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106 Kommentare
Keine
von Pier Paolo Pasolini, mit Paolo Bonacelli und Giorgio Cataldi
Salò oder Die 120 Tage von Sodom ist Pasolinis provokante Adaption des Skandal-Buches von Marquis de Sade. Die Handlung um die sexuellen Ausschweifungen reicher Herren wurde ins faschistische Italien verlagert.
Pasolinis Salò oder Die 120 Tage von Sodom gehört zu den umstrittensten Werken der Filmgeschichte. Denn der Film konfrontiert den Zuschauer mit einer grenzenlosen und nur schwer erträglichen Orgie pervertierter Lust und Grausamkeit. Bereits die Titel der drei Kapitel in die der Film aufgeteilt ist, geben einen Vorgeschmack: Höllenkreis der Leidenschaft, Höllenkreis der Scheiße und Höllenkreis des Blutes. Pasolini verlegt die berüchtigte literarische Vorlage Die 120 Tage von Sodom des Marquis de Sade in die faschistische italienische Republik Salò. Vier Männer und vier Frauen entführen eine Gruppe unschuldiger Heranwachsender, um diese in einem abgeschiedenen Anwesen als Sklaven zu halten. Gemäß ihrem Motto, „Alles was maßlos ist, ist gut”, unterziehen die Vertreter des sich im Untergang befindlichen Regimes ihre Opfer einer nicht enden wollenden Tortur sexuellen Mißbrauchs, Demütigung und Folter. Und so wenig den Gefangenen in Die 120 Tage von Sodom ein Ausweg gewährt wird, so wenig lässt Pasolini dem Zuschauer einen Rückzugsort.
Pier Paolo Pasolinis Saló oder Die 120 Tage von Sodom (OT: Salò o le 120 giornate di Sodoma) hat eine schwierige Rezeptionsgeschichte hinter sich und noch heute steht der Film in Deutschland auf dem Index und unterliegt dem Werbeverbot. Doch was Die 120 Tage von Sodom auszeichnet ist nicht so sehr die Grausamkeit des Dargestellten – es ist die kühle, analytische Grausamkeit der Darstellung, mit der Pasolini dem Zuschauer einen Film vorsetzt, der sich herkömmlichen Mechanismen cineastischen Erzählens verweigert. Es macht, einfach gesagt, keinen Spaß, dem unmenschlichen Geschehen auf der Leinwand beizuwohnen. Trotzdem, oder gerade deshalb ist Saló oder die 120 Tage von Sodom so sehenswert, denn Pasolini bringt darin Gewichtiges über das Unmenschliche im Menschlichen zur Darstellung.
Salò oder Die 120 Tage von Sodom ist zugleich Pier Paolo Pasolinis Vermächtnis: Im November 1975, dem Erscheinungsjahr des Films, wurde Pasolinis Leiche am Strand von Ostia gefunden. Er wurde von einem Stricher erschlagen und anschließend mehrfach mit Pasolinis Alfa Romeo überfahren. Die Bilder des toten Regisseurs, die durch die Zeitungen gingen, ähnelten auf erschreckende Weise der letzten Einstellung seines Films Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß von 1961.™
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Cast & Crew
- Genre
- Drama
- Zeit
- Zweiter Weltkrieg
- Handlung
- Anwesen, Barbarei, Bischof, Blanker Busen, Brandzeichen, Brutalität, Dekadenz, Demütigung, Entführung, Exzess, Fahrrad, Faschismus, Faschist, Fellatio, Folter, Geschichtenerzähler, Hochzeit, Inzest, Katholische Kirche, Kehle aufschneiden, Kirche, Kot, Leiden, Leidenschaft, Lesbischer Sex, Mord, Nackte Frau, Nackter Mann, Nacktheit, Nekrophilie, Penis, Perversität, Prostituierte, Pädophilie, Regime, Sadismus, Sadomasochismus, Schwule Sex Szene, Sex, Suizid, Travestie, Untergang, Vagina, Vergewaltigung, Verlust der Mutter, Verrat, Villa
- Stimmung
- Hart, Verstörend
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Kritiken (5) — Film: Die 120 Tage von Sodom
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschenWas Pier Paolo Pasolini mit seinem berühmt-berüchtigten „Skandalwerk“ »Die 120 Tage von Sodom« modellierte, stellt nicht nur für die all die kujonierten Beteiligten der drei Höllenkreise im Film eine unbeschreibliche Algesie mit all ihren pervertierten wie entwürdigenden Ausuferungen dar, auch der Zuschauer erlebt eine kinematographische Passion sondergleichen. Pasolini partagiert die Ideologie des Faschismus und entkleidet die totalitären Denkweisen mit einer unnachahmlichen Radikalität, die sich zu keinem Zeitpunkt als Selbstzweck darstellen will – Torture-Porn-Fetischisten werden mit »Die 120 Tage von Sodom« nie ein Mindestmaß an Unterhaltung verspüren dürfen – sondern eine unkomplizierte, aber umso nachhaltigere Faktur rangiert: Ein reales Extrem kollidiert mit einem illusionären Extrem und lässt den Konsumenten in einer sexualisierten Gewaltspirale ohne Grenzen versinken. Neben dieser drastischen Faschismus-Kritik lässt sich »Die 120 Tage von Sodom« noch unter ganz anderen Anhaltspunkten deuten, und damit ist nicht nur die Similarität zwischen der biblischen Stadt Sodom und der historische Kontext des italienischen Salò gemeint. Der Italiener entfaltet mit entschiedener Konsequenz den eklatanten Machtmissbrauch und die rigorose Entmenschlichung mit all ihren abstoßenden Grausamkeiten. »Die 120 Tage von Sodom« erhält unweigerlich einen universellen Charakter, der in seiner aversiven Aktualität nicht zu übertrumpfen ist. Mit Sicherheit ist es ein Film, den man nicht mögen muss, kontrovers ohne Zweifel, wenn man sich jedoch auf ihn eingelassen hat, bekommt man augenscheinlich ein Werk von immenser Signifikanz geboten.
28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten
hollygolightly1 Mon, 25 Feb 2013 18:53:51 -0000
Antwort löschenMeisterwerk.
SoulReaver Mon, 25 Feb 2013 18:58:32 -0000
Antwort löschenHm.
lieber_tee Mon, 25 Feb 2013 19:22:22 -0000
Antwort löschenUnangenehm-ungemütlich, der Film.
onyxxx11 Mon, 25 Feb 2013 19:38:03 -0000
Antwort löschenIch werds wohl nie verstehen.
Einer dieser Filme bei denen ich mich stundenlang in Hasstiraden auslassen möchte. Provokation, der Provokation wegen.
Scheißfilm.
lieber_tee Mon, 25 Feb 2013 19:45:14 -0000
Antwort löschenDas der als "Scheiße" zu empfinden ist kann ich nachvollziehen. Das er nur der Provokation aus wegen provoziert eher weniger. Dafür ist er mir zu intelligent gemacht und hat offensichtliche Kultur- und Zeit-historische Hintergründe (gerade im Kontext mit dem Regisseur). Klar ist das Grenzkino.
SKURRIL Mon, 25 Feb 2013 19:53:35 -0000
Antwort löschenSuper geschrieben! Den Film muss ich jetzt endlich mal sehen..
SoulReaver Mon, 25 Feb 2013 19:58:59 -0000
Antwort löschenBin da ganz bei Tee. Man kann ihn leicht hassen, allerdings ist die Intention von Pasolini sicher nicht nur das bloße Provozieren, die Aussage ist da doch eine ganz andere, aber das hab ich ja in meinem Kommentar geschrieben. Oder es versucht. Wie auch immer.
@SKURRIL Danke! Ja, unbedingt im gemütlichen Kreis! :)
Andy Dufresne Mon, 25 Feb 2013 20:03:03 -0000
Antwort löschenEin sehr kujonierter, ja vor Algesie strotzender, partagiert und fakturisch aversiver Kommentar vollster Similarität! ;)
SoulReaver Mon, 25 Feb 2013 20:05:38 -0000
Antwort löschenDem kann ich nun wirklich nicht mehr folgen. Wer schreibt denn so geschwollen? Aber ein Kommentar ist es in jedem Fall, ja. :)
lieber_tee Mon, 25 Feb 2013 20:08:37 -0000
Antwort löschenAlso kujonierend und partagierend finde ich den Kommentar nicht, ;)
Andy Dufresne Mon, 25 Feb 2013 20:09:19 -0000
Antwort löschen:)
SKURRIL Mon, 25 Feb 2013 20:10:56 -0000
Antwort löschenIm gemütlichen Kreis :D Isser mit "Das Große Fressen" in irgendeiner Hinsicht vergleichbar?
SoulReaver Mon, 25 Feb 2013 20:13:54 -0000
Antwort löschen"Das große Fressen" gucke ich mir die Tage auch nochmal an, der ist aber eher auf seine Konsumkritik gerichtet, wobei die auch in "Salò" mitschwingt, wenn auch nicht in dem Ausmaß. Aber "Das große Fressen" besitzt ja einen gewissen Humor in seiner Absurdität. Kann man nicht vergleichen, finde ich. Als "Skandal" werden aber beide zu gerne verschrien. :)
Le Samourai Mon, 25 Feb 2013 20:17:14 -0000
Antwort löschenMeisterwerk.
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SKURRIL Mon, 25 Feb 2013 20:21:34 -0000
Antwort löschenOk, danke! Skandal klingt immer gut ;)
VisitorQ Mon, 25 Feb 2013 20:51:11 -0000
Antwort löschenSowohl beim großen Fressen als auch bei Salo habe ich doch so einige male auf die Uhr gesehen. Kann die Faszination zwar durchaus nachvollziehen aber beide Filme haben bei mir so gar nicht funktioniert. hm. Ich habe Hunger auf Wurst.
Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...
Kommentar löschenPasolinis bewusst schematisch angelegte Auseinandersetzung mit Totalitarismen und Faschismus, die gerade wegen ihrer ungeheuren Distanziertheit zu allen Protagonisten zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Sujet und den menschenverachtenden Tendenzen in ihm aufruft.
Dabei oft als rein historischer Kommentar zur Geschichte Italiens der 40er Jahre verstanden, ist SALO´ letztendlich mehr ein universeller Diskurs über Macht und Verführung, Sex und Brutalität, der ganz bewusst die Parallelen zwischen einer sexualisierten Gesellschaft und einem faschistischen Staatssystem heraufbeschwört, und sich im Kontext seiner Entstehungszeit demnach ebenso als beißende Konsumkritik lesen lässt.
Dass sich Pasolini innerhalb seiner konzentrierten Inszenierung dabei der gleichen Mechanismen bedient, die er eigentlich entlarven möchte, zählt letztendlich zu den unübersehbaren Angriffsflächen von SALO´, dessen kompromisslose Wahl der Darstellungen wohl auch unter heutigen Rezipienten noch einige Kontroversen heraufbeschwören wird.
Ob man jene Zweck-Mittel-Relation im letzten Werk des italienischen Filmemachers für gewahrt hält, muss jeder Zuschauer selbst entscheiden, und wird maßgeblich die Wertung des Gesehenen beeinflussen, daran besteht kein Zweifel. Trotz oder gerade wegen dieser Kompromisslosigkeit, die Positionierung und Betroffenheit gleichermaßen aufzwingt, möglicherweise einer der ehrlichsten und wirkungsvollsten filmischen Abhandlungen zum Wesen der Diktatur überhaupt.
Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten
Tyler__Durden Tue, 01 Feb 2011 18:07:19 -0000
Antwort löschenFalls du der Englischen Sprache mächtig bist, Zeit in deinen Händen hast und dich mit dem Film noch mehr auseinandersetzen möchtest kann ich dir diese Diskussion nur Empfehlen:
http://mubi.com/topics/2205
Hitmanski Tue, 01 Feb 2011 19:36:58 -0000
Antwort löschenAn Ersterem soll es nicht scheitern, an Zweiterem dagegen - zumindest im Moment - schon :P
Wird aber gleich mal gebookmarked, und bei Gelegenheit nachgelesen; ebenso wie es noch die Bonus-DVD zu sichten gilt :)
fabel Tue, 01 Feb 2011 21:18:02 -0000
Antwort löschenHab ich zu diesem Comment oder zur Sichtung angetrieben oder wars bloßer Zufall?
Hitmanski Tue, 01 Feb 2011 21:23:57 -0000
Antwort löschenEher Zufall; ich bin ja gerade dabei mich durch all die bösen Filme der 70er Jahre durchzuarbeiten :P
der cineast Fri, 04 Feb 2011 20:27:41 -0000
Antwort löschenIst das arbeit ;) ?
Hitmanski Fri, 04 Feb 2011 20:30:22 -0000
Antwort löschenIm Falle von SALO: ja - brutal bedrückender Film. Sonst: Nein :)
der cineast Fri, 04 Feb 2011 20:51:27 -0000
Antwort löschenFindest du den Film dann, nicht zu vergessen seine Politische Aussage toll? Oder einfach ein technischer guter, Regime anprangernder Film den du dir auch ein zweites mal angucken würdest, denn deine Wertung ist für dich relativ hoch und da frage ich mich wenn man einen Film brutal bedrückend empfindet ob dann nicht eine 8,5er Wertung zu viel ist? :) Das würde mich mal interessieren ;)
Hitmanski Fri, 04 Feb 2011 21:02:23 -0000
Antwort löschenEs ist eine einseitige Klageschrift, insofern würde ich sicherlich nicht alle Aussagen des Films in ihrer Radikalität unterstützen, aber die Tendenz ist die richtige.
SALO ist kein Werk, dass man sich unbedingt gerne anschaut; man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes durch den Film durchquälen - aber genau das macht ihn letztendlich auch so gut; er hinterlässt als Gesamtkonstrukt wahnsinnig nachhaltig seine Message; mehr kann Kunst imo nicht erreichen.
Ich bin ja sowieso kein Freund dieses Punkte-Einteilung, SALO ist kein Film der einen Unterhaltungsanspruch erhebt, und deshalb sicherlich weit von vielen anderen Filmen entfernt, die ich ähnlich bewertet habe - es ist hier nicht die emotionale Bindung, sondern die intellektuelle Art und Weise, die ich unglaublich beeindruckend finde, und die deshalb auch die Wertung in dieser Höhe verdient. Aber es ist ein schwieriges Unterfangen, SALO letztlich in dieses 10 Punkte-Schema zu pressen, wer den Film kennt, wird mir da unter Umständen zustimmen. Am Besten selber anschauen :)
der cineast Fri, 04 Feb 2011 21:05:26 -0000
Antwort löschenOkay aber plausibel erklärt :) Danke!
Ist der politische Tenor den wirklich so gut?
Hitmanski Fri, 04 Feb 2011 21:11:39 -0000
Antwort löschenNaja,was heißt gut oder schlecht. Er seziert unglaublich genau eine faschistische Struktur inklusive all ihrer Denkweisen - sowas kann nie verkehrt sein. In der historischen Lesart passt es besser; die zeitgenössische Ebene der Konsumkritik ist letztendlich genauso wütend, wie bei vielen anderer Regisseure zu dieser Zeit - ich find' es deshalb oftmals etwas naiv und unreflektiert, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Dolly Zoom Sat, 05 Feb 2011 13:44:05 -0000
Antwort löschenFalls du diesen interessanten Aufsatz noch nicht kennst, Hitmanski:
http://www.hengoe.de/cms/saloshivers
Die angebliche Konsumkritik finde ich allerdings nicht nachvollziehbar, denn sie ist mehr in Pasolinis Marxismus implizit, als dass sie über die Darstellung des Menschen als Ware hinausgeht. Da würde mich mal deine Begründung interessieren.
Hitmanski Sat, 05 Feb 2011 15:19:42 -0000
Antwort löschenIn der Tat hast du den Hauptaufhänger, und gleichzeitig auch meinen größten Kritikpunkt an diesem, schon selbst genannt: Mensch als verfügbares und nutzbares Kapital und Ware. Es gibt freilich etliche kleinere Analogien und Symboliken innerhalb der Geschichte, die ich auch erst durch die Sichtung des Regiekommentars wahrgenommen habe, die in eine konsumkritische Lesart unterstützen, beispielsweise die Gleichsetzung von Fäkalien und Fastfood (zugegebenrmaßen die einzige Parallele, die ich mir auf Grund ihrer Radikalität gemerkt habe^^), aber tiefgreifendere Anhaltspunkte würde ich auch nicht ausmachen.
Ich impliziere ja auch garnicht, dass man die Möglichkeit dieser Deutung überstrapazieren sollte; in erster Linie ist es eine Abrechnung mit der Historie; ebenso wenig, wie ich die eher grobschlächtigen Metaphern für sonderlich reflektiert erachte. Aber genau das ist vielleicht der Punkt, warum ich den Film so schätze: Er ist ein wütendes und Pamphlet mit klar umrissenen Feindbildern - mit allen positiven, wie negativen Konsequenzen.
Roldur Thu, 21 Apr 2011 08:31:55 -0000
Antwort löschenGute Kritik, hat mich echt gespannt gemacht auf den Film. Ich kenne bsiher nur Ausschnitte und habe noch kleine Zweifel daran ob ein Werk aus den 70ern mit so einem Thema wirklich so intensiv sein kann. Komisch nur, dass es den Film irgendwie nirgends zu kaufen gibt O.o
Hitmanski Thu, 21 Apr 2011 10:26:07 -0000
Antwort löschenIst hierzulande nach wie vor indiziert, und daher nicht öffentlich zugänglich. Aber bei den Nachbarn aus England sollte man fündig werden, auch wenn die Preise dort mittlerweile Rekordhoch erreicht haben :)
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Roldur Thu, 21 Apr 2011 16:15:11 -0000
Antwort löschenDas von der Indizierung weiß ich ja aber, dass selbst Shops die sonst auch indizierte Ware anbieten die 120 Tage von Sodom nicht haben wundert mich. Falls ich mal demnächst in England befinde werd ich mcih dort umsehn. Danke für die Antwort ;).
Markbln Sat, 14 Apr 2012 10:42:31 -0000
Antwort löschenganz einfach bei ebay kaufen
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenDie 120 Tage von Sodom ist fraglos einer der kontroversesten Filme aller Zeiten. Zensuren und Verbote wurden angestrengt, auch das tödliche Schicksal des Regisseurs kurz nach der Fertigstellung des Films sorgte für einige Gerüchte. Einer der Gründe für das damalige Aufsehen war vor allem, dass Salò (Originaltitel) nicht von einem wild gewordenen Regiedilletanten, sondern von einem international anerkannten Regisseur in Szene gesetzt wurde. Gerade das vorherige Schaffen Pasolinis lässt nämlich zweifeln an der offensichtlichen Sinnlosigkeit des Films.
Doch der Reihe nach: Die 120 Tage von Sodom ist unterteilt in 3 Kapitel, die Dantes Inferno entsprungen sind, auch ein Bezug zur göttlichen Komödie, ebenfalls von Dante, ist vorhanden. Hauptsächliche Inspiration war aber ein Manuskript vom Marquis de Sade. Ohne die Kenntnis dieser Werke dürfte eine vollständige Interpretation von Salò kaum möglich sein, weshalb diese Kritik keinen solchen Anspruch erfüllen soll.
Das Besondere…
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GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Kommentar löschenZum ersten mal nach sieben oder acht Jahren wieder angesehen, und es ist schon beeindruckend - als hätte man sich das Ding erst tags zuvor angesehen. Zumal der Film in DVD-Qualität ein ganz neues Erlebnis darstellt, aber das ist er bekanntlich auch noch auf einem ausgelutschten Video-Band. Ein immer noch ungemein kraftvoller Film mit einer klaren, harten Bildsprache. Pasolinis Auseinandersetzung bzw. Interpretation von Macht ist vielschichtig, symbolträchtig und leider immer wieder aktuell - einer der irritierendsten Filme, die ich je gesehen habe - und daher auch einer der Besten...
Auch diese DVD ist äusserst sorgfältig aufgemacht, so finden sich neben sehr informativen Interviews mit Pasolini und seinen "Kindern" wie Gasper Noe auch der unglaublich reisserische deutsche Trailer und ein ausführliches Booklet von Markus Stiggler.
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEin wichtiger Film, aber keiner den man sich gerne ansieht. Pasolinis Abrechnung mit der Salò Republik und der Franco-Zeit wirkt immer noch wie ein Schlag in die Magengrube.
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rockoholic Sun, 18 Nov 2012 23:03:26 -0000
Antwort löschenFranco ? Das war aber Spanien , ich glaube du meinst den Duce.........
Kommentare (100) — Film: Die 120 Tage von Sodom
lieber_tee Mon, 06 May 2013 14:13:29 -0000
Kommentar löschenIch hab`gestern 'n Nazi in Berlin getroffen. Der hat mir erzählt, das er "120 Tage von Sodom" ziemlich geil findet, weil er gerne braune Scheiße mit Nägeln frisst und sich dabei einen runter holt.
Ich sagte ihm, er solle so weiter machen...
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lieber_tee Mon, 06 May 2013 14:14:37 -0000
Antwort löschenMein 999ster Filmkommentar...:)
Schlegel Mon, 06 May 2013 14:21:40 -0000
Antwort löschenDa ich, zuweilen ironieunbegabt, das kaum glauben kann, muss ich fragen: Echt jetzt!?!
lieber_tee Mon, 06 May 2013 14:28:05 -0000
Antwort löschenNazis kennen keine Ironie, ich schon...;)
Schlegel Mon, 06 May 2013 14:32:15 -0000
Antwort löschenUnd ihr hattet small talk an der Bushaltestelle oder so?
JackoXL Mon, 06 May 2013 14:42:20 -0000
Antwort löschenNa, der Nächste muss jetzt aber ein besonderer sein. ;)
lieber_tee Mon, 06 May 2013 14:47:01 -0000
Antwort löschen@ Schlegel,
...beim essen.
Schlegel Mon, 06 May 2013 14:57:52 -0000
Antwort löschenWenn man sich gut kennt, kann man schon mal Nägel mit Köpfen oder mit was auch immer machen, das versteh ich.
WelcometotheKlap Mon, 06 May 2013 15:11:48 -0000
Antwort löschen"Ich kann mir vieles vorstellen, ich hab viel Phantasie,
Aber Zwiebelschneidende Nazis, Zwiebelschneidende Nazis,
Zweibelschneidene Nazis
......das konnt ich nie !".
R. Grebe
Schlegel Mon, 06 May 2013 15:21:05 -0000
Antwort löschenEinen Nazi, der Scheiße frisst, kann ich mir besser vorstellen, als einen Nazi, der Pasolini guckt.
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WelcometotheKlap Mon, 06 May 2013 15:29:18 -0000
Antwort löschenKommt auf die Nazi-Definition an. Da draußen gibt es bestimmt genügend "gesellschaftsfähige" Persönchen die ihre Gesinnung nur in Tagträumen oder hinter verschlossenen Türen ausleben, und ansonsten auch gut auf Rosamunde Pilcher und Vollkorn-Sandalen können.
Schlegel Mon, 06 May 2013 15:42:27 -0000
Antwort löschenPasolini ist natürlich cooler als Pilcher.
TinaCocaine Thu, 02 May 2013 21:14:05 -0000
Kommentar löschenEiner der wenigen Filme, die es wirklich geschafft haben, mich mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen vor dem Fernseher sitzen zu lassen - fassungslos, entsetzt, schockiert, verstört, angeekelt und traurig. Ich kann es kaum in Worte fassen, was diese Aneinanderreihung von dramatischen Gewaltexzessen, menschenverachtenden Bildern, Perversitäten, absoluten Tabus, sexistischen Abarten und krankhaften Dingen in mir ausgelöst haben. "Die 120 Tage von Sodom" erscheint so bitter böse real und zeigt in sehr bewegenden Szenen wie krank die Welt doch ist und was Macht aus einem macht...Man muss sich voll und ganz auf dieses Machwerk einlassen und darf keinesfalls voreingenommen sein, denn was man zu sehen bekommt ist nicht die Welt mit flauschigen Wollmäusen und netten Worten, sondern nackte Gewalt und wirklich heftige Szenen. In gewisser Weise bekommt man einen Tritt nach dem anderen in die Fresse ohne sich zwischendurch wirklich erholen zu können. Teilweise wirkt "Die 120 Tage von Sodom" unfreiwillig komisch, was das Ganze noch viel konfuser macht. Definitiv krank und mit Sicherheit nicht für Jeden das Richtige, aber wenn man den Film aus einer bestimmten, hinterfragenden Perspektive schaut, ist er wirklich sehenswert und einfach nur verstörend! VORSICHT! Mit absoluter Vorsicht zu genießen!
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styx.canomo Wed, 01 May 2013 20:46:22 -0000
Kommentar löschenich bin verwirrt...
für mich ist der film größtenteils eher die satire eines skandalfilms.
ich habe noch nie so ungelenke erotik gepaart mit so eigenartigen charakteren und stellenweise (unfreiwillig?) komischen absurditäten erlebt.
sicher, der film ließ an manchen sequenzen schon meine augenbrauen spielen, doch dann eher aufgrund eines aufrichtigen fragezeichens, welches sich über meinem kopf manifestierte.
da haben wir also klischeehafte faschisten, die irgendwelche willkürlichen sexuellen und körperlichen mißbräuche verüben und zwischendurch erzählt eine "diva" zu klassischer musik versautes zeugs.
tjoaaa, ist wohl kunst.
ihr wisst schon: klassische musik, sex, gewalt und so.
nur schade, dass das ganze etwa die ästhetik und den filigranen psychischen terror einer kartoffel hat, die dem mit der zeit immer weniger geneigten zuschauer immer wieder in die fresse geworfen wird, damit er auch ja nicht einschläft.
pasolini und alle beteiligten bemühen sich so angestrengt maniriert ein episches skandalöses kunstwerk zu schaffen, dass die muse sich im fäkalbottich ersäuft.
dann sollte man doch lieber mal den faber von den titten wischen und ihn einfach kurz und schmerzlos reinstecken.
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horro Wed, 01 May 2013 21:23:26 -0000
Antwort löschenich kann deine Verwirrung verstehen ... Erotik suchst du hier allerdings ganz sicher vergebens, eher eine Art von kranker Perversion, die zur Kunst stilisiert wurde
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Jek-Hyde Thu, 02 May 2013 14:50:55 -0000
Antwort löschenWunderbarer Kommentar styx, bin gleich wieder gut gelaunt :D
Andy Dufresne Thu, 02 May 2013 16:25:39 -0000
Antwort löschen"nur schade, dass das ganze etwa die ästhetik und den filigranen psychischen terror einer kartoffel hat, die dem mit der zeit immer weniger geneigten zuschauer immer wieder in die fresse geworfen wird, damit er auch ja nicht einschläft."
LIEBE diesen Satz :D
jeffcostello Sun, 28 Apr 2013 10:56:59 -0000
Kommentar löschenSchaut man sich alleine mal hier auf Moviepilot etwas genauer die Rezensionen und den Community-Durchschnitt von Pasolinis „Skandalfilm“ Saló-Die 120 Tage von Sodom an, merkt man, dass der Film nicht nur zu seiner Entstehungszeit missverstanden wurde, sondern heute, nach beinahe 40 Jahren immer noch zu den am meisten missverstandenen Werken der Kinogeschichte zählt, und gleichzeitig wohl auch zu den brillantesten.
Selten gab es im Kino so eine ehrliche und verzweifelte Abrechnung mit Faschismus und Machtmissbrauch zu sehen, die die Perversion eines solchen Systems spürbarer macht, als Pasolinis Film. Er lässt den Zuschauer die Angst und die Willkür eines solchen Systems spüren, das Gefühl der ständigen Gefahr, diese Angst vor dem Ungewissen, das Bewusstsein, das man einem alles jederzeit antun kann.
In keiner Weise am billigen Schlachtfest interessiert, entfacht Pasolini hier ein Feuer der Gewalt und Perversion und lässt den Zuschauer einen auf die Spitze getriebenen 2 Stündigen Leidensweg erleben, der bezüglich seiner Radikalität in der Geschichte des Films wohl immer noch seinesgleichen sucht, und der leider seine Aktualität bis heute nicht verloren hat und sie wahrscheinlich auch nicht verlieren wird.
Ein zeitloser Film, zeitlos brillant und wichtig aber wohl auch zeitlos missverstanden und
gebrandmarkt.
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Sigmund Sun, 28 Apr 2013 11:30:25 -0000
Antwort löschenJa!
Le Samourai Sun, 28 Apr 2013 11:33:51 -0000
Antwort löschenGroßartig und vollkommen korrekt.
Martin Oberndorf Sun, 28 Apr 2013 12:09:30 -0000
Antwort löschenWürde ich mir sehr gerne anschauen, krieg ihn aber nigendwo her.
jeffcostello Sun, 28 Apr 2013 12:29:34 -0000
Antwort löschenDanke wirklich ein unglaublich verkannter Film!
@Martin: hier in Deutschland ist der auf dem Index, aber auf Amazon.uk findest du den sofort, und wenn du auf Seiten gehst die sich halt mit dem vertrieb solcher "speziellen" Filme befassen.
Martin Oberndorf Sun, 28 Apr 2013 12:33:48 -0000
Antwort löschenAlso ich wohne in Österreich. Da müsste es ja keine Indizierung geben.
Und D&T Mailorder, wo ich mir z.B. Freitag der 13. und die SPIO/JK von Natural Born Killers bestellt habe, hat ihn nicht.
N. Hornblower Sun, 28 Apr 2013 15:04:42 -0000
Antwort löschenSchöner Kommentar!
Ist bestimmt alles richtig, was Du schreibst, Jeff, ich scheue diesen "auf die Spitze getriebenen 2 Stündigen Leidensweg" erstmal weiterhin.
jeffcostello Sun, 28 Apr 2013 15:16:26 -0000
Antwort löschenDanke! :)
Kann ich verstehen, ist wirklich alles andere aks ein Feel-Good Film.
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FordFairlane Sun, 28 Apr 2013 17:09:15 -0000
Antwort löschenFinde den Film furchtbar, da steckt einfach kein Unterhaltungswert in dem Film, doch das soll er ja auch nicht. Er sollte auf sich aufmerksam machen, muss man trotzdem nicht gesehen haben. aber jeder wie er will!
jeffcostello Sun, 28 Apr 2013 19:54:24 -0000
Antwort löschenNaja, unterhaltsam ist hier schwierig zu sagen, bei diesem Film. Ich fand er war zu keiner Zeit uninteressant, also eigentlich im besten Sinne unterhaltsam.
J4KOB Tue, 23 Apr 2013 23:17:45 -0000
Kommentar löschenEndlich vorbei. Die letzten Minuten sind überstanden. Ich möchte kotzen.
Wer bei diesem Machwerk nicht die Schlechtestwertung von 0.0 vergibt, hat in mienen Augen nicht mehr alle Tassen im Schrank. Pasolini hätte für dieses Verbrechen hinter Gitter gehört und sämtliche Schauspieler, die sich für sowas hergeben gleich mit ihm.
Der tiefere Sinn, der "120 Tage von Sodom" zugeschrieben wird, ist praktisch nicht vorhanden, vielmehr ist das hier die Ausgeburt der schwer gestörten Fantasie eines offensichtlich Geisteskranken. Wenn eine Diva von ihrem "Fötzchen" erzählt und wie unzählige, verschiedene Männer ihr auf den Rücken ejakulierten, dann fragt man sich wie sowas jemals produziert werden konnte. Ich meine, jemand der noch ganz klar in der Birne ist, steckt doch in sowas kein Geld rein. Ich hoffe, die meisten Beteiligten wurden irgendwo untergebracht, wo sie mit ihren abartigen Neigungen nur noch ihresgleichen belästigen können.
Ein Schundwerk, für das sich die gesamte Spezies Mensch in Grund und Boden schämen sollte.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 28 Antworten
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 00:00:35 -0000
Antwort löschenOjeeeh, ojeh.
WelcometotheKlap Wed, 24 Apr 2013 00:35:27 -0000
Antwort löschenOjeeeh, ojeh (Part 2).
DerDude_ Wed, 24 Apr 2013 05:01:24 -0000
Antwort löschenIch finde den Film auch alles andere als gut aber Intention gibt es hinter diesem Film schon zu entdecken, nur das wurde nicht gut umgesetzt weil sich der film in seinen Gewaltexzessen verliert ohne etwas auszusagen, außer das Faschismus Böse ist. Aber wegen einem Film gehört niemand hinter Gitter.
J4KOB Wed, 24 Apr 2013 06:47:14 -0000
Antwort löschen@WelcometotheKlap: Den Film hab ich wegen deines Profiltextes geschaut. Und wo du doch der Meinung bist, dass den jeder aml gesehen haben sollte, hab ich dir in gewisser Weise ja nen Gefallen getan. ^^ Natürlich lässt sich dem Film ein gewisser Hintergrund nicht absprechen, aber der Faschismus verfällt zum Selbstzweck für groteske Gewalttaten anstatt konstruktiv kritisiert zu werden. Den Voyerismus, der manchmal lobend erwähnt wird, hat es bei mir nie gegeben. Ich musste den Film in 3 Teile splitten, weil ichs nicht fertigbrachte, den ganz anzusehen.
@Dude: Nicht unbedingt ins Zuchthaus, aber möglicherweise vorerst mal in eine geschlossene Anstalt um mal zu sehen, ob jemand mit solchen Fantasien in einem öffentlichen Umfeld überhaupt klarkommen kann.
Selbstverständlich ist das übertrieben, aber es sind Leute schon für sehr weit weniger weggesperrt worden.
Ripley1 Wed, 24 Apr 2013 07:38:32 -0000
Antwort löschenDer Film leistet mehr als nur zu zeigen, dass "Faschismus böse" ist. Er verweigert er sich jeglicher Konsumierbarkeit: Durch Dokumentationen kann ich mich informieren, bei "Schindlers Liste" mitleiden, von "Das Leben ist schön" kann ich mich vielleicht trösten lassen. In "Salo" gibt es kein Identifikationsangebot und auch kein bewährtes Rezeptionsmuster. Er schockiert, überfordert vielleicht, löst Abwehrreaktionen aus. Das ist aber seine Stärke. Der Zuschauer wird konfrontiert mit Perversion in Reinform. Der Verzicht auf Erklärungen zwingt uns dazu, die grundsätzlichen Fragen noch einmal zu stellen, nicht nur nach den Ursachen des Faschismus, sondern nach dem Wesen des Menschen.
Wenn man beispielsweise eine Gedenkstätte besucht, findet man alle (un-)denkbaren Formen von Brutalität und Entmenschlichung dokumentiert. Was der Film uns zumutet, ist, dass er uns die Distanzierungsmöglichkeit nimmt.
Sigmund Wed, 24 Apr 2013 08:07:18 -0000
Antwort löschenEine der Haupt-Qualitäten großer (Film-)Kunst ist doch: Einen erlebbaren Ausdruck zu finden für das, was Menschsein eben bedeutet. Betrifft alle Facetten, also auch die Abgründe unseres Wesens.
Ich kenne kaum einen Film, der z.B. die Obszönität von kalter Machtausübung so greifbar werden lässt wie dieser. Kein Wunder, dass er damit die Gefühle vieler Zuschauer verletzt. Alles andere wäre ja auch traurig.
Wenn dem Film hier aber immer wieder vorgeworfen wird, es sei doch längst bekannt, dass Faschismus böse sei, dann ist das ungefähr so dämlich wie zu sagen: Kriegsfilme sind überflüssig, denn jeder weiß doch: Krieg bringt Leid über die Menschen. Oder: Liebesgeschichten braucht es nicht, denn die Liebe ist ja bekanntlich... etc.
Ein guter Film macht eine tiefere Wahrheit ein Stück weit erlebbar, auch wenn man selbst nicht dabei gewesen ist. Er hebt sie aus der abstrakten Ebene in eine sinnliche. Und wenn ihm das auf eine Art gelingt, die man nicht schon tausendmal gesehen hat, dann ist das schon mal einige Anerkennung wert.
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 08:36:38 -0000
Antwort löschenWunderbar erklärt ihr zwei, Respekt...
lieber_tee Wed, 24 Apr 2013 09:48:43 -0000
Antwort löschenSchrecklich, kein Film und Regisseur hat, bei aller Kritik, solche Worte verdient.
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 09:50:12 -0000
Antwort löschenDoch, Uwe Boll. ;)
lieber_tee Wed, 24 Apr 2013 10:22:28 -0000
Antwort löschenNicht mal der aber auch nur ganz knapp...;)
lieber_tee Wed, 24 Apr 2013 10:37:23 -0000
Antwort löschen...zudem bekommt der Text einen bitteren Beigeschmack angesichts der Ermordung des Regisseurs, bei der ein Zusammenhang zum Film vermutet wird...
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 10:45:57 -0000
Antwort löschenJep, das sowieso...
WelcometotheKlap Wed, 24 Apr 2013 10:52:43 -0000
Antwort löschenDa komme ich wohl ein paar Stunden zu spät, denn hier wurde ja wirklich schon fast alles gesagt. Einees vielleicht noch : Das grausamste an SODOM ist nicht einmal die gezeigte Entmenschlichung, das grausamste ist das Wissen, das die Realität den Film längst eingeholt hat (schon zu seiner Entstehung eigentlich) und es letzte Grausamkeiten gibt, die, so sehr sich ein Film sich auch anstrengen würde, man niemals auf Film bannen könnte.
Außerdem, schon in Pasollinis Erklärung, das sich der Film dem Faschismus widme, nur um dann zwei Stunden lang nicht etwa in politischen, sondern in menschlichen Abgründen zu suhlen, liegt ein klarer Affront, eine klare Aussage. Im Grunde bricht er damit alle diktatorischen Herrschaftsformen auf tierische Ambition herunter, alle Macht auf die pure Anima, und zeigt damit nicht nur, welche Entmenschlichung durch Machtvergabe entsteht, sondern warum Menschen sie überhaupt erst (insgeheim) Anstreben.
Macht macht frei....frei von Menschlichkeit, Zwängen der Moral, dem eigenen Umfeld, sich selbst, und jede einer solch angelegten Herrschaftsform ist nichts weiter als ekzessives Baden in den eigenen Abgründen. Denn was waren Pol Pot, Stalin, Hitler....wenn nicht Menschen die ihre eigenen Dysfunktionen in die Gesellschaft trugen, sie damit zu einem Spiegel ihrer selbst umwandelten und das Ganze Status Quo nannten. Zur eigenen Selbstlegitimierung, bis ihre eigene Dysfunktion, die eigene Raserei ganz sie selbst sein durfte. Denn man ist erst der "mächtigste Mann" auf diesem Planeten, wenn man sich nicht einmal mehr vor sich selber, und seinen eigenen Abgründen fürchtet. Herrschaft ist Pornografie der eigene Seele, sind ihr keine Grenzen mehr gesetzt, moralisch wie seelisch, wird sie in purer Selbstentfesselung Amok laufen.
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 11:00:45 -0000
Antwort löschenWow, anscheinend ist ein schrecklicher Text von Nöten, um hier derart tolle Statements zu bekommen. Dann war er ja doch für was gut... :p
WelcometotheKlap Wed, 24 Apr 2013 11:22:21 -0000
Antwort löschenNaja, Im Grunde kann man die Abwehrhaltung, die ein Film wie SODOM entfesslt ja auch gut verstehen, wenn sie nicht sogar Teil des Konzeptes sind, auf dem Film basiert. Immerhin ist es leicht vor einem Film die Augen zu verschließen, ihn unmenschlich zu nennen, noch leichter zu übersehen, das die Realität zeitgleich schon längst alle filmischen Dimensionen überholt hat. "Shoot the Messenger" ist etwas zu dem wir manchmal alle gerne neigen.
Hier sind wir wieder bei dem Allgemeinplatz, das jede Reaktion eine zulässige Reaktion ist, man dem Film also genauso Recht gibt, wenn man ihn verehrt oder ihn anstößig findet.
Gerade ein Film wie SALO ist perfekt für diese Sichtweise, schließlich muss ein Postbote der seine Lieferungen so lautstark und "rüpelhaft" vor die Haustür der Leute schmeißt, geradezu damit rechnen, nicht gerade der beliebteste in seiner Zunft zu sein.
Von daher möchte ich mich eigentlich schon für mein "Ohjeee" entschuldigen....Entrüstung ist gut, ein notwendiger Prozess, solange es nicht der letzte Prozess bleibt.
Le Samourai Wed, 24 Apr 2013 11:26:32 -0000
Antwort löschend'accord.
SpiceWeasel Wed, 24 Apr 2013 13:45:12 -0000
Antwort löschenFurchtbar ignoranter Kommentar aber danke für die klasse Statements darunter! xD
J4KOB Wed, 24 Apr 2013 15:58:26 -0000
Antwort löschenIch weiß gar nicht was ihr habt. Ihr solltet euch doch freuen wie die Schneekönige. Mein Kommentar ist doch zu einem gewissen Teil genau das was der Film hervorrufen sollte?
Ich stimme mit den meisten Statements hier vollkommen überein, bis auf den Teil wo das alles dann in den Himmel gelobt wird.
"Er schockiert, überfordert vielleicht, löst Abwehrreaktionen aus. Das ist aber seine Stärke." Es ist nicht sonderlich schwer sowas zu schaffen, wenn man Leute Scheiße fressen lässt.
"Der Verzicht auf Erklärungen zwingt uns dazu, die grundsätzlichen Fragen noch einmal zu stellen [...]" Na großartig, eine fehlende Erklärung hat fast immer diesen Effekt. Und das Geniale daran ist was?
Der Grund warum keiner vor Pasolini jemals einen solchen Film gemacht hatte ist sicherlich nicht der, dass eine solche Umsetzung eine ungeheure Raffinesse erfordert. Zugegeben, auf handwerklicher Ebene ist dem Film kaum etwas vorzuwerfen, man merkt, dass Könner am Werk waren. Allerdings ist das nichts wert, wenn das Ergebnis jeglicher Menschlichkeit trotzt.
Zum oft angesprochenen Punkt 'Wahrheit': So gesehen zeigt so ziemlich jeder Film, der hier auf diesem Planeten zu finden ist, die Wahrheit. Nur weil es irgendwo auf der Welt tatsächlich solche Grausamkeiten gab, gibt und geben wird, ist das jetzt also die Wahrheit der Wahrheiten?
Tatsache ist, dass solche Gewaltexzesse zum Glück einen verschwindend geringen Anteil haben. Selbst den durchschnittlichen Insassen der Arbeitslager und KZs im dritten Reich ging es im Vergleich zu dem hier gezeigten relativ gut. Und die gelten als eines der größten Verbrechen der Menschheit.
Es tut mir Leid, wenn ich irgendjemandem auf die Füße getreten sein sollte. Aber eine Rechtfertigung für meine Abneigung sollte hier eigentlich wirklich nicht von Nöten sein.
lieber_tee Wed, 24 Apr 2013 16:30:14 -0000
Antwort löschenHabe keine Probleme damit den Film kritisch zu betrachten und finde es legitim ihn auch "scheiße" zu finden. Geht ja hier nicht um Geschmacksfaschismus. Regisseur, Schauspieler usw. allerdings in den Knast zu wünschen, als geisteskrank zu bezeichnen, sie irgendwo unterzubringen ist, bei aller Ablehnung gegenüber des Films, eine Sichtweise die ich, liebevoll formuliert, unangemessen finde. Angesichts dessen, ich wiederhole mich, das zudem der Verdacht besteht das der Regisseur gerade wegen des Films (Rohmaterial) umgebracht wurde...
WelcometotheKlap Wed, 24 Apr 2013 16:34:35 -0000
Antwort löschenStimmt, es geht hier nicht um Geschmacksfrage, es geht um Artikualtion dieser.
Und außerdem :
"Selbst den durchschnittlichen Insassen der Arbeitslager und KZs im dritten Reich ging es im Vergleich zu dem hier gezeigten relativ gut. "
Oh boy, you have noooo idea.
Selbst eine geschichtliche Figure wie zb. Joseph Mengele lässt mit seinen Real-Experimenten so ziemlich alles in SALO ziemlich alt aussehen.
J4KOB Wed, 24 Apr 2013 17:27:00 -0000
Antwort löschenDass jemand der solche Gedanken und das Bedürfnis hat sie auf Film zu Bannen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, gehört in psychiatrische Behandlung, tut mir Leid. Das ist nach wie vor meine Meinung.
Ich denke sehr wohl, dass ich eine Ahnung habe. Deshalb hab ich auch sehr darauf geachtet, dass das Wörtchen "durchschnittlich" nicht fehlt. Hier sind wir wieder beim Punkt. Man hat Menschen an verschiedenen Stellen aufgeschnitten um zu sehen wie lange es dauert, bis sie ausbluten, man pumpt ihnen Säure in den Körper, man übergießt sie bei Minusgraden regelmäßig mit Wasser... mein Geschichtslehrer hat ganze Arbeit geleistet. Regelrecht begeistert war er, als er uns vor Ort in Mauthausen alles haarklein erklärt hat. Er war sogar so gut, dass einzelne Schüler fast zusammengebrochen sind. Aber hey, ist ja die Wahrheit. Stellt euch nicht so an. ;) Vermutlich würde er "Salo" wirklich wahnsinnig toll finden.
Allerdings bildeten diese Real-Experimente glücklicherweise die Minderheit und es war auch durchaus nicht ungewöhnlich, dass man nach seiner Gefangenschaft wieder freikam. (Zumindest vor 1939)
Die KZs sind so ziemlich das schlimmste, was jemals passiert ist und man muss nicht versuchen, dass auch noch zu toppen.
Dass sich nicht im Geringsten von Gezeigtem distanziert wird, finde ich in solchen "Höhen" nicht mehr vertretbar. Der Regisseur hat eine gewisse Verantwortung für das, was er seinem Publikum zumutet.
Und nochmal zur Artikulation. Ich möchte mich hier in aller Form dafür entschuldigen. Ich weiß dass das übertrieben war. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber anmerken, dass ich den Kommentar direkt nach Sehen des Films geschrieben hab und da hatte ich wirklich ne ziemlich miese Stimmung.
lieber_tee Wed, 24 Apr 2013 17:42:14 -0000
Antwort löschenOh Mann, wenn du (mal) wütend bist denn gehe ich lieber in Deckung...:)))
Ripley1 Wed, 24 Apr 2013 18:12:34 -0000
Antwort löschen@Jakob: Ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Man muss nicht jede Grausamkeit auf der Leinwand zeigen, auch nicht, wenn sie auf historisch belegtem Geschehen beruht.
Dennoch würde ich Pasolini nicht so einfach abfertigen als einen Provokateur, der nur schockieren will, um zu schockieren. Verglichen mit heutigen Filmproduktionen (torture porn, slasher...), sind die Darstellungen in "Salo" nicht einmal das Extremste, das man zu sehen bekommen kann. Das, was auch mich aus der Fassung bringt und an die Grenze des Erträglichen, sind nicht "Leute, die Scheiße fressen", sondern die Wahrhaftigkeit des Gezeigten. Mit Wahrhaftigkeit meine ich: stimmig, plausibel, denkbar.
Wahrheiten sind manchmal schwer zu ertragen, und man kann, wenn man will, dem Filmemacher eine ziemliche Unbarmherzigkeit vorwerfen. Aber: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." (Ingeborg Bachmann) Das gilt meiner Meinung nach auch, sogar ganz besonders in der künstlerischen Form.
J4KOB Wed, 24 Apr 2013 19:39:06 -0000
Antwort löschenEin Problem von mir mag sein, dass "Sola" der einzige Film ist, den ich von Pasolini bisher gesehen habe. Also habe ich kein Vergleichswerk an dem ich mich orientieren könnte und auch keine Grundsympathie, die meine neu gewonnene Abneigung schmälern könnte. Ich finde beim besten Willen keinen anderes schlüssiges Motiv als den Willen zu schockieren. Wenn der Film Teil eines sozialen Experiments gewesen wäre, wenn dazu ein kritischer Text dazu veröffentlicht worden wäre, oder sonst irgendetwas was man nur ansatzweise produktiv nennen könnte, dann sähe alles ganz anders aus. Wenn mir sowas entgangen sein sollte, bitte ich innigst um Aufklärung.
Bei TorturePorn kann ich zum Glück nicht mitreden. Ich habe versucht, mich davon so weit wie möglich fern zu halten.
Wenn man das Wahrhaftige so sehr ins Extreme treibt, dann zweifle ich daran, ob man dem Menschen das dann auch so zumuten kann.
Wenn es erlaubt ist, treibe ich die Wahrheitsdiskussion auf die Spitze und behaupte, es sind Dinge passiert, die so schrecklich sind, dass man niemanden damit konfrontieren sollte ohne demjenigen die Möglichkeiten zu bieten, Distanz zu wahren. Die Psyche des Menschen bricht an der Grenze des Erträglichen zusammen. Soldaten sind auch Jahre nach ihren Einsätzen und dem was sie dort gesehen haben noch schwer gestört. Im Endeffekt ist das was ihnen zugemutet wurde nur die Wahrheit gewesen. Oder habe ich da was falsch verstanden?
(Ingeborg Bachmann war tablettensüchtig und hat das Tagebuch von Max Frisch auf dem Gewissen. Von der halt ich nix ;D)
Ripley1 Wed, 24 Apr 2013 21:03:35 -0000
Antwort löschenDer Vergleich mit dem Soldaten hinkt. Die Wirklichkeit des Lebens ist das eine, die Wahrheit der Kunst das andere. Einem Film muss ich mich nicht aussetzen, wenn ich ihn nicht aushalte. Auch glaube ich nicht, dass du, der den Film offenbar vollständig gesehen hast, ein bleibendes Trauma davonträgst.
Und Ingeborg Bachmann ist eine große Dichterin. Auf für sie gilt: Das Leben ist das eine, die Kunst das andere.
J4KOB Wed, 24 Apr 2013 21:22:40 -0000
Antwort löschenDann bitte ich nochmal um eine Erklärung des Begriffs "Wahrheit der Kunst". Daran verzweifle ich nämlich schon länger. Ich habe das nämlich erstmal mit dem was in der Realität tatsächlich passiert (ist), gleich gesetzt. Wenn dann die fehlende Distanz angepriesen wird, ist der Vergleich durchaus berechtigt, denn wo zieht man die Linie? Sieht man einen Film von dem was wirklich passiert, sieht man auch das was wirklich passiert.
Wahrheit der Kunst kann dann praktisch vom Künstler nach Belieben selbst geschaffen werden und hat im Prinzip nicht den geringsten tatsächlichen Wahrheitsanspruch. Wenn dann behauptet wird, "Sola" zeige die Wahrheit, dann wird eigentlich nur gesagt, "Sola" zeigt seine Wahrheit, also im Prinzip nur sich selbst.
Nein, ich habe natürlich kein bleibendes Trauma ^^ Allerdings wurde mir schlecht, als ich heute daran denken musste und gerade schön geträumt hab ich letzte Nacht auch nicht.
Ich habe mich nur ein klein wenig mit der Frau Bachmann beschäftigt und finde sie ebenfalls ganz großartig. Ich wollte das nur am Rande anmerken. ^^
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Ripley1 Wed, 24 Apr 2013 21:56:08 -0000
Antwort löschenJetzt könnte eine philosophischer Diskurs beginnen über Erkenntnistheorie, Sprache, Rezeptionsästhetik...
Hier nur so viel: Ein Kunstwerk (ein Gemälde, ein Märchen, ein Musikstück oder ein Film...) ist fiktional, hat also keine Tatsachen-Realität, sondern besteht aus Zeichen. Sein Verhältnis zu einer äußeren Realität (soweit man diese überhaupt erkennen und bestimmen kann) muss gedeutet / interpretiert werden. Ein Kunstwerk ist dann wahrhaftig, wenn der Rezipient (z.B. der Filmzuschauer) es sinnhaft auf allgemeingültige Aussagen (Wahrheiten) beziehen kann in dem Sinne, dass eine Kongruenz hergestellt werden kann.
Also: Wenn der böse Wolf das Rotkäppchen frisst, dann ist das zwar frei erfunden, kann aber trotzdem Sinn ergeben, wenn ich die Geschichte deuten kann.
J4KOB Thu, 25 Apr 2013 04:29:33 -0000
Antwort löschenDanke für die Erklärung und v.a. für deine Geduld.
sebastianxxx Sun, 24 Mar 2013 14:39:17 -0000
Kommentar löschenIch finde "Die 120 Tag von Sodom" ist ein Film der sich jeder Bewertung entzieht - ich will und kann dies nicht - ich verehre Passolini als Künstler - ich meine er ist einer der wichtigsten italienischen Regisseure - aber in diesem letzten Werk treibt er meiner Meinung nach ein perfides Spiel mit dem Zuschauer - denn im Grunde müsste man spätestens nach einer halben Stunde das Kino verlassen bzw. den Film abbrechen - aber die Wenigsten tun es und ich habe es auch nicht getan und werde somit als Voyeur Zeuge dieser sadistischen menschenverachtenden Handlungen - genau das gibt mir geradezu ein Gefühl von Schuld und Mittäterschaft - ich bin der Meinung man wird (un)freiwillig zum Voyeur und dadurch zum Komplizen der Täter ... hat Passolini dies beabsichtigt ? Ich weiss es nicht.
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Pyro 91 Sun, 24 Mar 2013 21:26:46 -0000
Antwort löschen"Salo" ist für mich auch ein Film, bei dem ich jede Wertung verstehen kann, egal ob 0 oder 10 Punkte. Es ist auf jeden Fall ein Skandalfilm bei dem der Inhalt und wie man diesen aufnimmt, über alles entscheidet. Für mich war das Ganze nur eklig und weiter nichts, leider.
Den Eindruck, den du in deinem Kommentar wiedergibst, kann ich so unterschreiben (Stichwort: Komplize).;)
sebastianxxx Sun, 24 Mar 2013 21:37:58 -0000
Antwort löschenDanke für den Kommentar :-)
sebastianxxx Sun, 24 Mar 2013 21:43:00 -0000
Antwort löschen... darf ich fragen, was du von dem amerik. Film "Fight-Club" hälst - ich habe da gerade eine sehr überanstrengte Diskussion hier im Chatt - um es vorweg zu nehmen, ich halte nicht sehr viel davon ... :-)
Pyro 91 Sun, 24 Mar 2013 21:53:51 -0000
Antwort löschenPuh, das ist schwierig, aber ich hab den Film momentan bei 9 Punkten. Allerdings habe ich den das letzte Mal mit 16 gesehen und da war ich noch in einer rebellischen Phase. Schwierig zu sagen, ob ich den heute noch genauso bewerten würde, müsste ich nochmal sehen. ;)
Alle 6 Antworten zeigen
sebastianxxx Sun, 24 Mar 2013 22:02:14 -0000
Antwort löschenok thx ... :-)
El Mariachi Mon, 15 Apr 2013 12:39:55 -0000
Antwort löschenIch kann deiner Sichtweiße viel abgewinnen, also zum Thema man wird unfreiwillig zum Voyeur. Das ist wie bei einem schweren Autounfall man will wegsehen, kann es aber nicht. Dennoch wenn man den Film rein technisch betrachtet hat er mich unterhalten und ist einem im Gedächtnis geblieben deshalb hab ich ihn unabhängig vom moralischen Standpunkt mit 7,5 also sehenswert bewertet. Bei der Bewertung muss man sein Gewissen und Menschlichkeit natürlich komplett ausser Acht lassen
robertpires27 Sat, 23 Mar 2013 16:32:14 -0000
Kommentar löschenMeine 800. Bewertung: Salo und die 120 Tage von Sodom.
Hier werden alle Tabus und Moralvorstellungen der Zuschauer, der Filmindustrie und der Filmschaffenden über Bord geworfen, um absolut lebenswirklich darzustellen was passiert wenn Menschen über uneingeschränkte Macht verfügen.
Wieso ist der Film kontrovers gewesen oder ist es noch abgesehen davon, dass der Gros der Leute explizite Gewaltdarstellungen auf der Leinwand grundsätzlich verwerflich findet ?
Weil die meisten Menschen eben nicht wahrhaben wollen, dass genau so etwas heute noch passiert oder auch schon passiert ist. Wieso sollte man Faschismus, Machtmißbrauch, Konsum, Dekadenz und Totalitarismus immer nur subtil und beschönigend darstellen ?
Das geht doch an der Lebensrealität komplett vorbei...
Der Film ist auch nicht dafür gemacht ein cineastischer Leckerbissen zu sein oder ästhetische Reize zu befriedigen (obwohl er das sogar auf abstoßende Art und Weise schafft) sondern damit man sein Gehirn aktiviert, Bezüge herstellt, sich der Gräueltaten bewußt wird, den Wahnsinn und die Absurdität quasi ganz nah erlebt und spürt, sich natürlich auch davor ekelt,abwendet,die Verantwortlichen und ihre Taten verachtet und sich bewußt wird, dass so etwas heutzutage immer noch überall auf der Welt geschieht und genau darin liegt die große Stärke dieses Meisterwerkes.
Es gibt dahingehend erschreckend viele Beispiele der Neuzeit: Die Sexsklaven Quadaffis, die Opfer der US-Soldaten in Abu Ghraib, Die Schreckensherrschaft in Liberia von Charles"Dem Schlächter" Taylor, und das Bacha Bazi in Afghanistan...
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FordFairlane Sat, 23 Mar 2013 17:50:56 -0000
Antwort löschenFür mich hat das nichts mit Gehirn aktivieren zutun, der Regissuer hatte einen an der Klatsche und mehr nicht. Ich finde es immer wieder witzig, wie leute so einen Dreck und das ist noch milde gesagt, in schutz nehmen!
robertpires27 Sat, 23 Mar 2013 19:40:14 -0000
Antwort löschenAhja...Also bevor du Pasolini beleidigst solltest du vielleicht mal seine anderen Filme schauen bzw. dich über ihn informieren.
Gewaltexzesse a la Tarantino schaust du dir doch auch an oder täusche ich mich da ? Aber sobald die Sehgewohnheiten durchbrochen werden ist es aus...
Der Film ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und genau deswegen schwer zu ertragen...
achja, nebenbei gesagt finde ich es ganz witzig wie manche Menschen hier argumentieren...
Pyro 91 Sun, 03 Mar 2013 22:50:52 -0000
Kommentar löschenSkandalfilmchen sind schon was schönes. Man bereitet sich darauf vor, völlig aus den Socken gehauen zu werden, also eine filmische Grenzenerfahrung zu machen und sitzt dadurch in leicht angespannter Pose vor dem Fernseher. Vielleicht informiert man sich zuvor noch etwas über den Inhalt, damit man nicht völlig auf den falschen Fuß erwischt wird und neugierig freut man sich dann auf die anstehende Filmsichtung.
Nun, ich habe jetzt seit Tagen versucht ein Review zu diesen seltsamen Machwerk zu schreiben, das ausdrücken könnte, wie über den Inhalt denke und wie mich der Film beeinflusst hat.
Natürlich fand ich den Inhalt abstoßend. Natürlich ist Faschismus böse. Natürlich ist Machtmissbrauch schlecht. Ja, und weiter?
Pasolini ergötzt sich an seinen klinischen, abstoßenden Sexszenen, suhlt sich förmlich in Exkrementen und zeigt am Ende entrückt Folterszenen, die auch gut und gerne aus einem Exploitationfilm sein könnten.
Das ist alles ziemlich unterhaltsam (ein besseres Wort fällt mir nicht ein), aber geben tut mir das alles absolut nichts. Nachdem der Film zu Ende war, ging ich ins Bett und schlief wie ein Baby.
Ich hatte nicht das Gefühl eine starke Parabel über Machtmissbrauch oder Faschismus gesehen zu haben, denn der Film erforscht die Wurzel dieses gesellschaftlichen, politischen Übels zu keinem Zeitpunkt.
Es gibt Filme, die tief bohren und uns einen Spiegel vorhalten, der die Hässlichkeit im Menschen offenbart, doch „Salo“ ist einfach nur widerwärtig und hat mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden nichts zu erzählen.
Für seine Zeit (1975) mag der Film sicherlich bahnbrechend und provokant gewesen sein (und das ist er heute auch noch) und diesen Status kann er auch nicht verlieren, aber darüber hinaus konnte ich mit diesem Film gar nichts anfangen.
Ich hätte mir gewünscht, dass „Salo“ mich wütender gemacht hätte. Mich erzürnt, aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht hätte. Doch alles was ich während des Films empfand, war Ekel oder Langeweile und danach hatte das gerade Gesehene keinerlei Nachwirkung mehr auf mich.
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robertpires27 Sat, 23 Mar 2013 16:34:06 -0000
Antwort löschenDer Film hat bei dir doch teilweise schon das erreicht was er wollte...
Pyro 91 Sat, 23 Mar 2013 17:42:47 -0000
Antwort löschenNaja zumindest habe ich mich ihm auseinandergesetzt und versucht zu verstehen, was er erreichen wollte, aber das tue ich eigentlich bei jeden Film. Geekelt habe ich mich natürlich auch, doch darin sehe ich nichts Interessantes or Intelligentes.
Roldur Tue, 26 Feb 2013 21:24:49 -0000
Kommentar löschenWas für eine Qual, was für eine unendliche Qual waren diese 2 Stunden für mich. Schweigen, Grausamkeit, Unterdrückung und das herunterbrechen des Menschen auf das Niedrigste, dass man sich ausdenken kann. So viel Hass habe ich gespürt, so oft wollte ich dieses Grauen beenden und den Film einfach ausmachen. Meine Faszination von auf Celluloid gebanntem Wahnsinn, war das was mich letztendlich vorm Bildschirm halten konnte.
Konventionell gesehen hat "die 120 Tage von Sodom" nicht viel zu bieten abgesehen von bis ins Detail durchinszenierten Szenen und einer angenehm ruhigen Kameraführung. Unterhaltung ist anders, denn Unterhalten wird hier nicht einmal im Ansatz. "Die 120 Tage von Sodom" ist nichts weiter als ei Urböser Kommentar auf die Unterdrückung und die Verletzung der Menschenwürde im Faschismus. Hier trifft der Regisseur Pasolini auch definitiv den Kern, denn unterhalten muss so etwas nicht und sollte es vielleicht nicht einmal. Dennoch wurde ich so sehr noch nie von einem Film gefoltert. Bilder zeigen Gnade durch schnelle Schnitte, antreibende Musik oder den ein oder anderen "human" agierenden Charakter. Die Gewalt die dieser Film seinem Zuschauer antut ist jedoch nicht human, alles Andere als das. Keinerlei entspannende Momente, sondern nur ein drückender ,tief sitzender Schmerz und eine Taubheit die durch die unglaublich in die Länge gezogenen Szenen, in diesem schematisch angelegten Werk, letztendlich die Überhand gewinnt.
Eine Sache muss ich dennoch kurz anmerken, die ganz offenbar nicht so eingeplant war und auch nicht unbedingt zum Rest des Films passt: Hin- und -wieder agieren einige Schauspieler stakr dilettantisch, was nicht unbedingt in das sonst sehr kalkuliert wirkende Schema passt.
Nichtsdestotrotz ist "Die 120 Tage von Sodom" , ein vermutlich sehr wichtiger Film, der an Zuschauerfolter wohl niemals seines Gleichen finden wird, sowie der vermutlich wirkungsollste Kommentar zum Faschismus. Eine Empfehlung kann ich sicher nicht aussprechen, da ich mir den Film sicher nie wieder andehen werde. Ob man ihn nun sehen will oder nicht muss vermutlich jeder für sich selbst entscheiden.
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N. Hornblower Wed, 27 Feb 2013 09:38:17 -0000
Antwort löschenDanke dafür - "kein Interesse"-Button ist gedrückt!
Roldur Wed, 27 Feb 2013 16:03:44 -0000
Antwort löschenDie Entscheidung die ich dir nicht verübeln kann :D
DKennyK Fri, 22 Feb 2013 21:56:28 -0000
Kommentar löschenDIE 120 TAGE VON SODOM gehört zu den Filmen, von denen man immer wieder hört wie skandalös, tabubrechend und krank sie sind.
Wo die Darstellung von Sodomie und Koprophilie in den 70er Jahren noch Entrüstung hervorrufen konnte, reißt dies heutzutage niemanden mehr vom Hocker. Aber dies ist es auch nicht, was DIE 120 TAGE VON SODOM zu einem derart guten Film macht.
Pasolini verlagert das Setting von Frankreich ins faschistische Italien, was mir nicht egaler sein könnte. Interesse und Faszinationen übt auf mich die Umsetzung der Literatur de Sades im Medium Film aus. Und dies ist wirklich gut gelungen. Die Atmosphäre ist dicht, das Pacing für einen 2-stündigen Film ohne wirkliche Handlung mehr als gelungen und die schauspielerische Leistung ist brilliant.
An die ausschweifenden sexuellen Beschreibungen der Buchvorlage kommt dieser Film zwar nicht heran, nimmt sich aber genug Eigenständigkeit heraus, um auch außerhalb dieser sehenswert zu sein.
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movie.max Thu, 21 Feb 2013 12:19:35 -0000
Kommentar löschen'Das große Fressen' mit dem Dampfhammer.
Ein unangenehmer, toll fotografierter und herausragend gespielter Film!
Da mag das Adjektiv 'Sehenswert' womöglich etwas makaber klingen, aber das ist 'Salo' nun einmal. Man muss das Ganze gesehen haben: Nicht nur eine Parabel über den Menschen, Machtgefühle und schlussendlich auch über den Faschismus, sondern auch ein Resümee darüber, worin sich unsere Gelüste verlaufen. Auch wenn man sie nicht verstehen muss, so wird dennoch darüber gesprochen. Auch hier überschreitet 'Salo' in seiner Darstellungsform Grenzen. Was kommt den Menschen in ihrem Leben voller Überfluss in den Sinn, wenn sie sich alles leisten können? Die perversesten und ekeligsten Fantasien sind nicht Pasolini in den Sinn gekommen, sondern entspringen seinen Beobachtungen, was anderen in den Sinn kommen kann.
Man muss schon ein Herz für Kontroverses haben, um 'Salo' durchstehen zu können, aber im Endeffekt wird einem vieles offenbart. Ob sich die Folter am Zuschauer für das, was der Film erzählen will, lohnt kann ich nicht gerade sagen.
Ein guter Film? Ja.
Ein kontroverser Film? Ja.
Ein wichtiger Film? Nicht ganz.
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nerdkiller Thu, 21 Feb 2013 15:02:49 -0000
Antwort löschenIch würde das "nicht ganz" durch ein klares "Ja" ersetzen. Schöner Kommentar.
movie.max Thu, 21 Feb 2013 15:47:19 -0000
Antwort löschenNaja das finde ich schon schwierig, da er ja wie in der ersten Zeile gesagt, nicht sehr subtil vorgeht. Das macht jedoch politisch motivierte Symbolik aus. Da schwächelt er ein wenig.
Aber vielen Dank für das Lob, nerdi ;)
nerdkiller Thu, 21 Feb 2013 15:59:29 -0000
Antwort löschenIch finde ihn grade wichtig, da er einer Gesellschaft, die immer mehr droht, zu vergessen, was Gewalt ist, einfach das gibt: Gewalt, häßlich, unerträglich und unkonsumierbar.
nerdkiller Thu, 21 Feb 2013 16:04:09 -0000
Antwort löschen*was Gewalt eigentlich ist
movie.max Thu, 21 Feb 2013 16:05:12 -0000
Antwort löschenHast schon recht. Aber unter der Oberfläche zu attackieren halte ich für schlauer, da dann mehr Leute zusehen.
nerdkiller Thu, 21 Feb 2013 16:10:01 -0000
Antwort löschenSicher, aber das kommt dem Film irgendwo auch zu gute. Im Kino ziehen wir uns Actionfilme rein, in denen in ein paar Sekunden hunderte Menschen weggeballert werden, und das finden alle toll, doch wenn ein Regisseur einfach Gewalt knallhart zeigt, ist es "pervers". Pasolini war da schon sehr visionär, wenn sich noch heute (scheinbar) einige Zuschauer bei Salo ertappt fühlen.
movie.max Thu, 21 Feb 2013 16:16:41 -0000
Antwort löschenWenn nicht geschickt, so war er zu 100% visionär. Ich stimme zu!
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nerdkiller Thu, 21 Feb 2013 16:23:40 -0000
Antwort löschenKlar, man hätte es schon subtiler machen können und wirklich nochmal will ich den Film eigentlich nicht sehen. Doch man sollte ihn schon zumindest mal gesehen haben. So am Rande: die weltweite Hetz auf den Film zeigt doch auch nur, dass er recht hatte....
movie.max Thu, 21 Feb 2013 16:40:25 -0000
Antwort löschenOhne Zweifel. Und gesehen haben muss man ihn wirklich. Deswegen auch die 7.
Wilson_Blunt Sat, 16 Feb 2013 11:55:38 -0000
Kommentar löschenDie wörtliche Übersetzung meiner Bewertung lautet: "schmerzhaft"
Einblicke in die Abgründe des Menschen Psyche können nur schmerzhaft sein.
Wer eine angemessene Diskussion über diesen Film anstrebt,
kommt nicht umhin das literarische Original von Marquis de Sade zu lesen.
Wobei ich jeden verstehen kann, der sich dem nicht gewachsen fühlt.
Diskutieren kann man den Film und das Buch meines Erachtens nur verbal.
Selbst die Abgabe eines Kommentars an dieser Stelle ist unzureichend.
Ich schließe mit schmerzverzerrtem Gesicht und wünsche einen angenehmen Ekel beim Sichten des Films.
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pischti Sun, 17 Feb 2013 19:17:31 -0000
Antwort löschenDen hast Du Dir echt angesehen? Autsch :D
Maniac131 Mon, 28 Jan 2013 17:16:14 -0000
Kommentar löschenDie 120 Tage von Sodom
„Die 120 Tage von Sodom“, oder auch „Salo“ ist der letzte Film des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini und entstand im Jahre 1975 in Italien. Pasolini verabschiedete sich somit mit einem der bis heute kontroversesten Filme von seinem filmischen Schaffen. Es handelt sich hierbei um die kompromissloseste Abrechnung mit dem Faschismus und vor allem mit dessen Auswirkungen.
In dem Film geht es um eine vierköpfige Gruppe faschistischer Bonzen in den Jahren 1944/45, die sich jeweils neun junge Männer und Frauen einfangen lassen, um mit ihnen auf einem abgelegenen Landhaus in Italien ihre perversen Spiele zu treiben. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, da der Film sehr unter Spoilern leiden würde. Ich will nur so viel sagen, dass der Film einem die Grausamkeiten, die Menschen einander antun können, derart schonungslos vor Augen führt, dass man sich schämt, selbst ein Mensch zu sein.
Man darf Pasolini dankbar sein, dass er die Widerwärtigkeiten, welche der Faschismus geneigten, machthabenden Personen auszuüben erlaubt hat, schonungs- und kommentarlos darstellt und sie nicht wie Spielberg und Co. Schon mit einer Packung Taschentücher liefert. Will er den Zuschauer erziehen? Nein. Will er nur provozieren? Auch nicht. Will er damit schocken? Auf jeden Fall. Und das gelingt ihm auch ohne Zweifel. Ich habe es selten erlebt, dass mir ein Film derartig den Magen umdreht. Pasolini gelingt es die ganze Zeit über, mit minimalistischer Inszenierung seine drei Episoden zu erzählen, ohne den Zuschauer mit einer Wertung zu konfrontieren. Er ignoriert nicht die Intelligenz des Publikums und macht den Film für jedes Individuum zum Selbsttest. Die vier „Täter“ führen ihre Grausamen Spielchen nicht nur absolut kaltblütig durch, es erregt sie sogar. Sie empfinden sexuelle Lust am Quälen von Menschen und haben jegliche Menschlichkeit weit hinter sich gelassen. Das, was die Peiniger hier mit ihren Opfern machen hat allerdings mit Sexualität zu tun, sondern mit Entmenschlichung und Macht über wehrlose. Sie behandeln ihre „Gäste“, wie sie sie nennen, wie Tiere und rechtfertigen sich untereinander mit pseudointellektuellem Geschwafel über eigens interpretierte Zitate von Schriftstellern wie Nietzsche.
Die Schauspieler machen ihre Sache durch die Bank sehr gut, teilweise sogar erschreckend gut. Die Schauplätze sind sehr gut ausgestattet und versetzen einen sehr gut in die Zeit zurück. Die eher aus dem 17. Jahrhundert stammende Versammlungshalle könnte man als eine Verbeugung an den Herrn de Sade sehen, an dessen Vorlage der Film lose angeknüpft ist. Die Kamera macht keine großen Bewegungen und bringt die fast schon sterile Stimmung des Films hervorragend zur Geltung. Die durchweg kalten Farben tun das übrige.
Pasolini, welcher den Faschismus selbst miterlebt hat, gelang es hier, einen Film zu schaffen, den man nicht ansieht, sondern durchsteht. Es ist ein Film den man nicht mögen kann und nicht mögen soll. Aber antun sollte man ihn sich einmal, wenn man sehen möchte was passiert, wenn ein faschistisches Regime kranken Machthabern die Möglichkeit gibt, die Menschenwürde derart mit Füßen zu treten. Er kritisiert hier viel mehr die Auswirkungen des Faschismus, als den Faschismus per se. Der Film lässt auch in der Zeit von Hostel und Konsorten garantiert niemanden kalt, ganz im Gegenteil. Die Gewalt in diesem Film wirkt derart real und abartig, dass man oftmals schwer schlucken muss, auch wenn er nicht viel Blut zeigt. Die psychische Gewalt und Unterdrückung ist hingegen den ganzen Film über spürbar und wirkt gewaltig.
Ich kann jeden verstehen, der diesen Film hasst. Es ist meiner Meinung nach unmöglich, dass der Film einem gefällt, er ist vielmehr ein Film, der einen anekelt. Damit hat er auch sein soll erfüllt und genau das macht ihn so wichtig. Er wedelt nicht beständig mit der erzieherischen Moralkeule und dem pädagogischen Finger für unmündige, wie der oft überbewertete „Funny Games“ von Michael Haneke, sondern Zeigt einem Gewalt, unkommentiert und in Reinkultur. Dieser Film tut weh und lässt den Zuschauer nach knapp 2 Stunden deprimiert und ernüchtert sitzen. Fine.
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CoOLik Mon, 04 Feb 2013 13:05:54 -0000
Antwort löschenDanke!
Icytower Wed, 23 Jan 2013 20:50:00 -0000
Kommentar löschenSalò ist wirklich ein unbequemes, verstörendes, kompromissloses und deprimierendes Stück Film, ihn auf einer Skala zu bewerten für mich geradezu unmöglich.
Ich kann zwar nicht sagen, den Film im klassischen Sinne genossen zu haben, als schonungsloses und wirkungsmächtiges filmisches Manifest gegen Faschismus, Machtmissbrauch und Konsumwahn ist Pasolinis letztes Werk aber in jedem Fall sehenswert, daher die 7/10.
Wer sich auf Salò einlassen will, sollte Nervenstärke und Durchhaltevermögen an den Tag legen, wird dafür aber letztlich auch belohnt. Wieso dieser Film so oft als pornografisch, pervers und brutal ohne wirklichen Sinn bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht wirklich, schon die an Dante angelehnte Einteilung in mehrere Kapitel oder die zwischenzeitliche Rezitation eines Benn-Gedichts lässt auf gewisse inhaltliche Ambitionen Passolinis schließen. Ein Kino bloß im Sinne moderner Torture Porns war jedenfalls sicherlich nicht Pasolinis Sache, vielmehr ist Salò ein mutiges und radikales Statement eines einmaligen Filmemachers. Dennoch verstehe ich durchaus, wenn jemand so seine Probleme mit diesem Film hat. Wohl eines der radikalsten und polarisierendsten Werke überhaupt.
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Philipp Ebert Wed, 02 Jan 2013 23:08:31 -0000
Kommentar löschenIch lasse jetzt mal die politische, die religiöse, die sexuelle, die Paradoxe und zynische Thematik des Films ganz außen vor und beschränke mich auf eins. Die Gewaltdarstellung.
Kurz und knapp allein dafür, dass der Film die einzige Art wie man Gewalt moralisch vertretbar zeigen darf, präsentiert, macht ihn für mich fast zu einem Meisterwerk.
Natürlich mögen einige jetzt denken ich meine damit, dass dies der einzige Film ist der Gewalt auf die einzig richtige Art zeigt, das meine ich aber nicht. Viele andere Filme nach ihm die gemäßigte oder brachiale Gewalt zeigten haben es auf eine vergleichbare Weise getan.
Warum muss man also so eine radikale und absurde Gewalt zeigen? Ganz einfach, damit niemand der noch ein bisschen Restgrips hat auf die Idee kommt irgendwer könnte den Anblick solcher Szenen genießen und der Regisseur hätte die Gewalt nur für diese Leute inszeniert.
Somit sind Filme wie dieser das genaue Gegenteil des Torture Porn Franchises ala Saw, Hostel....und all der anderen Genrebeiträge, die gelinde gesagt nichts als ein Dokument unserer Degeneration sind.
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DerDude_ Wed, 26 Dec 2012 09:34:23 -0000
Kommentar löschenNachdem ich bei meiner zweiten Sichtung den Film endlich bis zum bitteren Ende schauen konnte, was nun auch schon ein paar Wochen her ist, ist es mal wieder Zeit mich unbeliebt zu machen.
Man kann Pasolini und seinem SALO nicht abmängeln er sei schlecht gemacht, denn er ist wahrlich fantastisch ausgestattet und dekoriert. Zudem verfehlt Pasolini seine Wirkung zu keiner Sekunde. Er führt dem Zuschauer in jedem Moment den puren Ekel und die bloße Verstörung vor. Ich kann nicht behaupten das mich die Sequenzen nicht schockiert oder angewidert hätten. SALO verfehlt seine Wirkung zu keiner Sekunde.
Man könnte also sagen das Pasolini sein Ziel erreicht hat, aber für mich ist er konsequent am Ziel vorbei gerannt denn : Es ergibt für mich keinen Sinn !
Ein Film darf brutal sein, ein Film darf ungenießbar sein und ein Film darf anwidern und schockieren. Aber solange er dabei nicht ein bisschen Substanz beweist ist der Film für mich nicht besser als SAW oder HOSTEL. SALO hat für mich keine Substanz. Der ganze Film besteht nur aus Brutalitäten Die Anti-Faschismus Ambition von Pasolini mag sichtbar sein und ist auch loblich aber Pasolini zelebriert seine Gewalttaten dermaßen das man irgendwann das Gefühl hat das Pasolini völlig aus den Augen verloren hat was er eigentlich aussagen wollte oder vielleicht sogar seine Aussage nur benutzt um uns Ekel und Gewalt zu präsentieren.
Andere Filme die mich schockieren wie der Anti-Gewalt Film IRREVERSIBEL enthalten auch Sequenzen voll mit harter und ungeschönter Gewalt aber sie bestehen nicht nur aus solchen Szenen. In IRREVERSIBEL gibt es sogar Szenen wahrer Menschlichkeit und Zuneigung.
SALO besitzt diese Substanz nicht. Hier gibt es nur Gewalt.
Hatte mir nach dem gelungenem DAS 1.EVANGELIUM MATTHÄUS ein besseres Bild von dem Film erwartet.
Frohe Weihnachten weiterhin !
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Jenny von T Wed, 26 Dec 2012 11:28:04 -0000
Antwort löschenIndem Pasolini die Gewaltspirale in diesem Film immer weiter fortlaufen lässt, verliert er das "Ziel" doch gerade NICHT aus den Augen, ganz im Gegenteil führt er es zur letzten Konsequenz. Im Übrigen erschöpft sich "Salò" nicht in seiner Anklage gegen den Faschismus, sondern sollte auch allgemein als Parabel über Machtmissbrauch und Entmenschlichung verstanden werden, womit der Film vermutlich (leider) nie an Aktualität einbüßen wird. Pasolini ist eben derjenige, der bei seiner Inszenierung bis zum Äußersten gegangen ist wie niemand sonst. Mögen muss man seine Radikalität natürlich nicht, zumindest auseinandersetzen sollte man sich mit dem Film schon.
franticfury Wed, 26 Dec 2012 12:27:41 -0000
Antwort löschenIch denke das größte Problem von Salo ist, dass die meisten ihn auf die faschistische Komponente reduzieren. Dabei ist Salo als Faschismuskritik allerdings völlig unbrauchbar, da er den Faschismus selbst nie hinterfragt, ihn nicht näher beleuchtet, sondern nur die Peiniger in den Vordergrund stellt, die nun mal eben zufällig Faschisten sind. Als Parabel über Machtmissbrauch, wie Jenny so schön gesagt hat, funktioniert er meiner Meinung nach schon deutlich besser und sollte wohl auch als solche, losgelöst von Kritik am Faschismus im Speziellen, gesehen werden. Was allerdings nicht heißt, dass ich dem Film deswegen in irgendeiner Weise etwas abgewinnen kann...
uncut123 Sun, 09 Dec 2012 04:37:01 -0000
Kommentar löschenunsere kunstlehrerin damals in der schule hatte uns auf solche "kunst" nicht vorbereitet..Marquis de Sade ist eine höchst intressante person
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uncut123 Mon, 10 Dec 2012 01:47:16 -0000
Antwort löscheneinigen wir uns auf peverse kust!☻
nico.klingspohn.9 Sat, 08 Dec 2012 05:03:15 -0000
Kommentar löschenshokiert deswegen die 6 punkte!!! menschen sind halt ne pest!!!! Bin froh wenn wir entlich alle tot sind
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jannick.duderino Sat, 08 Dec 2012 19:01:28 -0000
Antwort löschenok
dustyOn3 Mon, 31 Dec 2012 03:28:08 -0000
Antwort löschenFang mit dir selber an.
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Philipp Ebert Thu, 03 Jan 2013 08:53:14 -0000
Antwort löschenWenn jemand mehr als ein Satzzeichen verwendet handelt es sich meistens um irgendeine Form von Idiot ;-)
emp6 Sat, 23 Feb 2013 10:04:01 -0000
Antwort löschenVerwendest ja selbst 3 :P
Vellocetta Thu, 25 Oct 2012 17:57:04 -0000
Kommentar löschenIch nehme dieses gerade erlebte Filmische Ereignis mal einfach Wertungsfrei zur Kenntnis und gehe eine Runde kotzen.
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karma-karman Sun, 02 Sep 2012 13:22:05 -0000
Kommentar löschenEgal wie abartig, krank, grausam, eklig, grotesk oder widerwärtig etwas sein kann - es gibt immer irgendwo Menschen, die es genussvoll praktizieren. Menschen sind zu allem, wirklich absolut allem, fähig.
Ich finde den Film regelrecht abstoßend, aber gleichzeitig auf verstörende Art und Weise faszinierend. Denn was man da sieht, ist echt, in dem Sinne, dass es keine kranke Fantasie darstellt, sondern die Wirklichkeit, wie es sie irgendwo gibt.
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Brentano Sun, 14 Oct 2012 15:27:02 -0000
Antwort löschenWas soll an dem Film "abstossend" sein? All das sieht man/frau im "Underdog" TVau täglich und ist Sexualität unter Männern viehischer als heteroartig?
karma-karman Sat, 15 Dec 2012 09:17:28 -0000
Antwort löschenIn welchem "Underdog"-TV werden Menschen die Genitalien verbrannt oder gezwungen Fäkalien zu essen?
Brentano Sat, 15 Dec 2012 13:13:27 -0000
Antwort löschentäglich auf RTL oder RTL II?
Ausserdem ist das doch "gross-deutsche Tradition", mit "Untermenschen" umzugehen, ...? Und danach hat man aus deren abgezogener Haut kleine "Kunstwerke und Lampenschirme" gebastelt, etc.
karma-karman Mon, 17 Dec 2012 09:03:00 -0000
Antwort löschenWas für ein Quatsch redest du da eigentlich? o.O Wie kommst du von Salo zu RTL und dann zu Nazideutschland? Wie alt bist du? 12?
Brentano Mon, 17 Dec 2012 10:50:12 -0000
Antwort löschenDu bist wahrscheinlich 12 oder 17, was die sinngebende Tiefe deines Statement hier angeht, ..?
Phantasie, Denkfähigkeit, Abstraktionsvermögen scheinen nur sehr rudimentär ausgeformt und vorhanden zu sein, ..?
Sicher das reicht völlig, um sich wie ein Zombie täglich vor die Medien zu hocken und deren Anweisungen und Kaufratschläge zu befolgen und zu übernehmen und diese danach ebenso schematisch, treu wie untertänig auszuführen, weitermachen!
karma-karman Thu, 20 Dec 2012 20:37:32 -0000
Antwort löschenSchließe nicht von dir auf andere, ich empfange kein Fernsehen.
Brentano Fri, 21 Dec 2012 18:56:11 -0000
Antwort löschengeistig seelisch? ich rede hier nur von Dingen, die ich überwunden habe du Novize, ich bin Prediger, ... und Satiriker
karma-karman Sun, 30 Dec 2012 17:45:05 -0000
Antwort löschenAha. Und ich trage keine Unterwäsche.
Brentano Sun, 30 Dec 2012 18:45:14 -0000
Antwort löschenum so schlimmer oder um so besser, je nachdem, auf weitere fröhliche Schlammlachten in 2013! (bei denen du danach nur kurz abduschen musst,..)
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Philipp Ebert Thu, 03 Jan 2013 08:56:08 -0000
Antwort löschenAha also wenn sich Promis freiwillig im Dschungelcamp dazu entscheiden Käfer zu fressen ist das dasselbe wie unschuldige Jugendliche zu fangen, ihnen den eigenen Kot vorzusetzen da siwe sonst verstümmelt werden (was sowieso passiert) sie zu vergewaltigen, hinzurichten, zu verstümmeln und auf jede erdenkliche Weise zu foltern?
Dieser absolute unterirdische Kulturpessismus ist eine verdammte Beleidigung all jener die körperlich und geistig unter dem Faschismus gelitten haben du degenerierter Troll.
Brentano Thu, 03 Jan 2013 12:53:02 -0000
Antwort löschenSo ein verbrämter Quark wie hier von "Phillip Ebert" gepostet, ist ein trefflicher Anfang für etwas intellektuellere und lustigere Kontroversen im neuen Jahr. Oder habe ich etwas falsch verstanden?
Welche Deutschen haben körperlich und geistig unter dem dt. Faschismus gelitten? Die unzähligen Mitläufer, die in treuer, ergebener und devoter (heute ebenso anzutreffender) Unterordnung diesen industrialisierten Tötungs- und Kriegs-Wahnsinn überhaupt erst möglich gemacht haben in stiller, braver Ausübung ihrer sogn. unhinterfragbaren Pflichten? Um hinterher dreist zu behaupten, von "nichts" gewusst " zu haben oder wie bei den Nürnberger Prozessen angetroffen, auf höhere Chargen und Vorgesetze verwiesen haben, um ihr Tun als treue Befehlsausführung zu legitimieren, was aber selbst die Amerikaner verblüffte. da es durchaus die Möglichkeit gab, „mutig“ zu fliehen und Befehle zu verweigern, etc.?
Später wurde Flüchtlingen dieses Grauens und ernsthaften Politikern wie Willy Brandt vorgeworfen,nicht im Land geblieben und stattdessen geflohen zu sein, damit er vor Ort, entweder wie der Vater von Richard v. Weizsäcker den sogn. „Widerstand“ als untergebener Vasall und Staatsekretär im Auswärtigen Amt durchziehe (im Unterschreiben von Erschießungsbefehlen für Juden und andere) oder das er wie Carl v. Ossietzky von Göbbels verboten bekommt, den Friedensnobelpreis anzunehmen und im deutschem Dank für diese Ehre, im KZ erschlagen wurde?
Das dritte Reich war der brutalste und gewalttätigste Rückfall in absolute Barbarei, den es im 20 Jahrhundert gegeben hat und wird als Antihumanismus von allen freieren Gesellschaften beklagt, Aber diese Art von perfidem ,brutalem Faschismus war nur in einem Land wie Deutschland machbar und möglich, in dem Menschen in militärischer Zwangsdisziplin wie Nutztiere gehalten wurden/werden und sich jeglicher Obrigkeit seit der MilitärHERRschaft Preussen bereitwillig in Disziplin und ohne eigene Verstandesmühe unterwerfen.
Dies abzubilden und zu persiflieren war ebenso die Intention von Pasolini, als er dieses Werk schuf, das in Details zwar makaber scheint, aber weit hinter echte, barbarisch grausamer Brutalität der SS und anderer "ehrbarer" Deutscher zurückfällt, die es auch nicht unterlassen konnten, ihre Lampenschirme mit hübsch dekorierter Menschenhaut zu verzieren und fröhliche Bastelkurs dafür zu besuchten. Oder dabei genüsslich zusahen, wie grausam verstümmelte Menschen an Folgen von medizinisch, "korrekter" Brutalität verstarben und dies "gewissenhaft" aufzeichneten, etc.
Wer dies alles ignoriert und beflissen, „korrekt“ ausblendet, negiert damit totalitär gewachsenen, aktuell sich ausbreitenden Industrie Faschismus komplett, dessen Ausbeutung, bestehende Zwangsdiktate und Unterwerfung darunter und billigt im Kern diese brutale Ausbeutung und Verwertung als Normalität (ähnlich wie damals) als blinder und tauber Mitläufer, also als „echter und perfekter, deutscher Untertan“, weiterhin … Nur Zu!