Die 120 Tage von Sodom

Salò o le 120 giornate di Sodoma (1975), IT/FR
Laufzeit 115 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 23.10.2008

6.7 Kritiker
25 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.0 Community
819 Bewertungen
72 Kommentare
Die 120 Tage von Sodom - Bild 6067800
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von Pier Paolo Pasolini, mit Paolo Bonacelli und Giorgio Cataldi

Pasolinis Salò oder Die 120 Tage von Sodom gehört zu den umstrittensten Werken der Filmgeschichte. Denn der Film konfrontiert den Zuschauer mit einer grenzenlosen und nur schwer erträglichen Orgie pervertierter Lust und Grausamkeit. Bereits die Titel der drei Kapitel in die der Film aufgeteilt ist, geben einen Vorgeschmack: Höllenkreis der Leidenschaft, Höllenkreis der Scheiße und Höllenkreis des Blutes. Pasolini verlegt die berüchtigte literarische Vorlage Die 120 Tage von Sodom des Marquis de Sade in die faschistische italienische Republik Salò. Vier Männer und vier Frauen entführen eine Gruppe unschuldiger Heranwachsender, um diese in einem abgeschiedenen Anwesen als Sklaven zu halten. Gemäß ihrem Motto, „Alles was maßlos ist, ist gut”, unterziehen die Vertreter des sich im Untergang befindlichen Regimes ihre Opfer einer nicht enden wollenden Tortur sexuellen Mißbrauchs, Demütigung und Folter. Und so wenig den Gefangenen in Die 120 Tage von Sodom ein Ausweg gewährt wird, so wenig lässt Pasolini dem Zuschauer einen Rückzugsort.

Pier Paolo Pasolinis Saló oder Die 120 Tage von Sodom (OT: Salò o le 120 giornate di Sodoma) hat eine schwierige Rezeptionsgeschichte hinter sich und noch heute steht der Film in Deutschland auf dem Index und unterliegt dem Werbeverbot. Doch was Die 120 Tage von Sodom auszeichnet ist nicht so sehr die Grausamkeit des Dargestellten – es ist die kühle, analytische Grausamkeit der Darstellung, mit der Pasolini dem Zuschauer einen Film vorsetzt, der sich herkömmlichen Mechanismen cineastischen Erzählens verweigert. Es macht, einfach gesagt, keinen Spaß, dem unmenschlichen Geschehen auf der Leinwand beizuwohnen. Trotzdem, oder gerade deshalb ist Saló oder die 120 Tage von Sodom so sehenswert, denn Pasolini bringt darin Gewichtiges über das Unmenschliche im Menschlichen zur Darstellung.

Salò oder Die 120 Tage von Sodom ist zugleich Pier Paolo Pasolinis Vermächtnis: Im November 1975, dem Erscheinungsjahr des Films, wurde Pasolinis Leiche am Strand von Ostia gefunden. Er wurde von einem Stricher erschlagen und anschließend mehrfach mit Pasolinis Alfa Romeo überfahren. Die Bilder des toten Regisseurs, die durch die Zeitungen gingen, ähnelten auf erschreckende Weise der letzten Einstellung seines Films Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß von 1961. (TM)

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Cast & Crew


Kritiken (5) — Film: Die 120 Tage von Sodom

Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...

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9.0Herausragend

Pasolinis bewusst schematisch angelegte Auseinandersetzung mit Totalitarismen und Faschismus, die gerade wegen ihrer ungeheuren Distanziertheit zu allen Protagonisten zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Sujet und den menschenverachtenden Tendenzen in ihm aufruft.
Dabei oft als rein historischer Kommentar zur Geschichte Italiens der 40er Jahre verstanden, ist SALO´ letztendlich mehr ein universeller Diskurs über Macht und Verführung, Sex und Brutalität, der ganz bewusst die Parallelen zwischen einer sexualisierten Gesellschaft und einem faschistischen Staatssystem heraufbeschwört, und sich im Kontext seiner Entstehungszeit demnach ebenso als beißende Konsumkritik lesen lässt.

Dass sich Pasolini innerhalb seiner konzentrierten Inszenierung dabei der gleichen Mechanismen bedient, die er eigentlich entlarven möchte, zählt letztendlich zu den unübersehbaren Angriffsflächen von SALO´, dessen kompromisslose Wahl der Darstellungen wohl auch unter heutigen Rezipienten noch einige Kontroversen heraufbeschwören wird.

Ob man jene Zweck-Mittel-Relation im letzten Werk des italienischen Filmemachers für gewahrt hält, muss jeder Zuschauer selbst entscheiden, und wird maßgeblich die Wertung des Gesehenen beeinflussen, daran besteht kein Zweifel. Trotz oder gerade wegen dieser Kompromisslosigkeit, die Positionierung und Betroffenheit gleichermaßen aufzwingt, möglicherweise einer der ehrlichsten und wirkungsvollsten filmischen Abhandlungen zum Wesen der Diktatur überhaupt.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

Hitmanski

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Ist hierzulande nach wie vor indiziert, und daher nicht öffentlich zugänglich. Aber bei den Nachbarn aus England sollte man fündig werden, auch wenn die Preise dort mittlerweile Rekordhoch erreicht haben :)


Roldur

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Das von der Indizierung weiß ich ja aber, dass selbst Shops die sonst auch indizierte Ware anbieten die 120 Tage von Sodom nicht haben wundert mich. Falls ich mal demnächst in England befinde werd ich mcih dort umsehn. Danke für die Antwort ;).


Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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0.0Hassfilm

Die 120 Tage von Sodom ist fraglos einer der kontroversesten Filme aller Zeiten. Zensuren und Verbote wurden angestrengt, auch das tödliche Schicksal des Regisseurs kurz nach der Fertigstellung des Films sorgte für einige Gerüchte. Einer der Gründe für das damalige Aufsehen war vor allem, dass Salò (Originaltitel) nicht von einem wild gewordenen Regiedilletanten, sondern von einem international anerkannten Regisseur in Szene gesetzt wurde. Gerade das vorherige Schaffen Pasolinis lässt nämlich zweifeln an der offensichtlichen Sinnlosigkeit des Films.

Doch der Reihe nach: Die 120 Tage von Sodom ist unterteilt in 3 Kapitel, die Dantes Inferno entsprungen sind, auch ein Bezug zur göttlichen Komödie, ebenfalls von Dante, ist vorhanden. Hauptsächliche Inspiration war aber ein Manuskript vom Marquis de Sade. Ohne die Kenntnis dieser Werke dürfte eine vollständige Interpretation von Salò kaum möglich sein, weshalb diese Kritik keinen solchen Anspruch erfüllen soll.

Kritik im Original 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin

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8.0Ausgezeichnet

Zum ersten mal nach sieben oder acht Jahren wieder angesehen, und es ist schon beeindruckend - als hätte man sich das Ding erst tags zuvor angesehen. Zumal der Film in DVD-Qualität ein ganz neues Erlebnis darstellt, aber das ist er bekanntlich auch noch auf einem ausgelutschten Video-Band. Ein immer noch ungemein kraftvoller Film mit einer klaren, harten Bildsprache. Pasolinis Auseinandersetzung bzw. Interpretation von Macht ist vielschichtig, symbolträchtig und leider immer wieder aktuell - einer der irritierendsten Filme, die ich je gesehen habe - und daher auch einer der Besten...
Auch diese DVD ist äusserst sorgfältig aufgemacht, so finden sich neben sehr informativen Interviews mit Pasolini und seinen "Kindern" wie Gasper Noe auch der unglaublich reisserische deutsche Trailer und ein ausführliches Booklet von Markus Stiggler.

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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

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9.0Herausragend

Der Film verrät wahrscheinlich mehr über Pasolini selbst als über die post- bzw. neo-faschistische Gesellschaft, die ihn zu diesem radikalen, wahrhaftigen Bekenntnis getrieben zu haben schien. Filmisch völlig reduziert und distanziert, lässt sich "Salò" – wie es die allgemeine Rezeption auch vorgeführt hat – als meisterliche Faschismusparaphrase sehen, die mit konkreten Hinweisen zur gegenwärtigen, also 1975 konstituierten und laut Pasolini der "Diktatur des Konsums" ergebenen Gesellschaft vor dem Umweg über die Vergangenheit warnt. Von der brillanten Skizzierung großbürgerlicher Täter und aber auch deren wehrloser, weil nicht wehrbereiter Opfer und damit einer treffsicheren, erschütternden Darstellung beider Gruppierungen abgesehen, wirbt der Film mit verführerischen Mitteln um die Gunst eines Publikums, das sich bestenfalls ertappt fühlen kann. Allein über die Gleichsetzung von Sex und Gewalt, über das rundherum pervertierte Bild einer Sexualität, die jede Natürlichkeit, jede Unschuld und jede Intimität verloren hat, lässt sich zweifellos manch psychoanalytische Abhandlung verfassen.

23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Murphante

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Das wundert mich nicht das dir so ein kranker Film gefällt ... nein das wundert mich kein bisschen ...


Le Samourai

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Perfekter Text.


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.5Sehenswert

Ein wichtiger Film, aber keiner den man sich gerne ansieht. Pasolinis Abrechnung mit der Salò Republik und der Franco-Zeit wirkt immer noch wie ein Schlag in die Magengrube.

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Kommentare (67) — Film: Die 120 Tage von Sodom

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DasM42

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Film der mir realistische Erwartungen von der Liebe gab

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Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Ein unverständlicherweise äußerst missverstandenes, schwer zu ertragenes Meisterwerk und die wohl radikalste (filmische) Auseinandersetzung mit den Themen Faschismus, Machtbesessenheit und Konsumgesellschaft.

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

_Garfield

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Finde ich auch, kann jetzt gut schlafen. ^^


Le Samourai

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Hehe...
Im Kino? Oha. Viel "Spaß"... ;)
Also missverstanden wird nach wie von vielen (siehe allein die schlechten Bewertungen und unsachgemäßen Kommentare hier auf Moviepilot). Und diese Tatsache ist für mich mehr als unverständlich, da Pasolini doch klipp und klar, mit aller Härte und filmtechnischen Möglichkeiten die Symptome des Faschismus verdeutlicht. Wer das nicht erkennt, sondern nur sinnlose Perversion sieht, tut mir leid.


statist

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Bewertung2.5Ärgerlich

Habe spätestens bei der Verkostung von Exkrementen türenschmeissend das Kino verlassen. (Das erste und bisher letzte Mal überhaupt.) Wegen der Unehrlichkeit von Pasolini. Hätte er doch nur einen unanspruchslosen Koprophilie-Porno gedreht. Das aber unter dem Deckmantel der Nazismus-Kritik zu tun, ist für mich nur theoretisch zu verstehen. Das filmische Ergebnis ist keine wütende Anklage, sondern weidet sich an den Perversitäten. Wie schon gesagt: Solche Spielchen gerne unter anderen Vorzeichen. Aber keine Mogelpackung, bitte!

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django1977

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

top film ist halt kein hollywood popkornkino!!!
ich mag diese kontroversen sachen!!!

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Hanno Jones

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Bewertung7.0Sehenswert

jedenfalls kein film für einen gemütlichen abend mit seiner freundin ... ich idiot xD

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Hanno Jones

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und ob^^
ganz im sinne passolinis ;)
haben allerdings die nägel weggelassen ... so hardcore bin ich dann auch nicht ;)


EVAkuierung

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ih!


Dom699

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Bewertung7.0Sehenswert

Tjo, was soll man dazu sagen, was noch nicht gesagt wurde?

Pasolini zeigt jedenfalls wohin des Menschen Hörigkeit und tollkühner Authoritätsglaube seiner Ansicht nach führen. Meiner Ansicht nach hat der Film definitiv eine Darseinsberechtigung. Natürlich will der Film nicht im herkömmlichen Sinn unterhalten. Wer also Film grundsätzlich mit Unterhaltung gleichsetzt, wird keinen schönen Filmabend haben. Ich denke, ich kann sowohl die 0 als auch die 10-Bewertenden verstehen.

Zu der Kontroverse möchte ich noch sagen, dass wenn man sich mit Pasolinis Geschichte und seiner Familiengeschichte auseinandersetzt, es sehr unwahrscheinlich erscheint, dass es ihm nur um stumpfes Schocken ohne ideologischen Hintergrund ging. Ich denke, Pasolini hat hier absichtlich den unangenehmsten und wiederwertigsten Film seiner Zeit gedreht, weil er die Hörigkeit, die der Faschismus seiner Vergangheit vorausgesetzt hat, auf die passendste Weise zeigen wollte. Ich empfinde den Film als zutiefst subversiv und politisch radikal. Das macht ihn symphatisch.

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horro

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Bewertung6.0Ganz gut

Immer sehr hart an der Grenze zwischen Kunstwerk und sinnloser Perversion ... mit einer klaren Tendenz zur kranken Abartigkeit. Dieser Film hat sicher seine Berechtigung und wurde damals extrem Kontrovers diskutiert. Die Message hat heutzutage allerdings nur noch bedingt Gültigkeit.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

patcharisma

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;-)


ElMagico

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high five!


fkfilmkritik

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kein Interesse

Nein, Gewaltfilme sind ja nicht schlimm. Angesichts der Tatsache, dass ich auch kontroverses-sich mit Gewalt auseinandersetzendes-wie "Irreversibel" interessant finde klingt dies sicher etwas paradox. Es mag Kunst sein, es mag auch wichtig sein, es mag ebenfalls lobenswert sein, dass Gewalt schonungslos so gezeigt wie sie eben ist: grausam! Deswegen werde ich ihn aber nicht in den Himmel loben und Pasolini für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Er war durch und durch nicht das was ich interessant fand. Dieses bloße nacktstellen der Personen erschien schon teilweise auf grotesk gezogen, was ja auch ebenfalls nicht immer direkt als negativ erachtet werden muss. Doch dieses obszöne Gelaber von der Frau, diese widerlichen Gewaltszenen und diese ekelhafte Art der sadistischen Quäler, no thanks. Zuschauer denen dieser Film gefällt möchte ich nicht verurteilen und Kommentare wie: "Leute die das mögen sind krank." halte ich ohnehin für bescheuert. "Soló" ist für mich ein durch und durch uninteressanter sowie unappetitlicher Langweiler. Nicht der Rede wert. Nach einer Stunde ausgemacht. Deswegen natürlich fairnesshalber auch keine Wertung. Wer hier eine Kritik sieht, sieht eben eine. Ich sah nur ätzendes, dann bin ich lieber ein Kunstbanause, der den Film nicht verstanden hat, als ob so tun, dass ich das ganze hochinteressant und spannend fand.

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Punsha

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Der letzte Satz trifft auf meine Meinung über Lars v. Triers Filme (der narrativ wirklich nichts drauf hat in meinen Augen^^), vermute ich bei Malick's (aber wie gesagt, reine Vermutung), und traf auch z.B. auf Lynchs Inland Empire zu, von denen du allesamt ja was hältst.
Aber jedem das Seine. Dass du bei dem hier so empfindest und bei allen anderen nicht, beweist mir, dass man die oben genannten Filme wirklich aus voller Überzeugung mögen kann. :D


fkfilmkritik

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Natürlich kann man das. ;) Malicks Filme sind poetisch und wundervoll. "Antichrist" ist erst am Ende richtig gewalttätig und bietet davor zahlreiche fesselnde und interessante Szenen. Das Ende ist natürlich ultrahart, aber nicht schlecht oder sinnlos. "Inland Empire" ist wohl etwas für Vollblut-Lynhianer. Ich fand diese angsteinflößende und abwechslungsreiche, alptraumhafte Atmosphäre verdammt interessant. "Soló" besteht hauptsächlich aus Nacktheit´s und Gewalt-Szenen denen man wie gesagt gerne einen tieferen Sinn zusprechen kann. Ich kann und will es in diesem Fall mal nicht.


christian-bauer

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Bewertung7.0Sehenswert

Kann man den Film weiterempfehlen?
Wie hat er dir gefallen?
Muss man den Film einmal im Leben gesehen haben?
Auf alle Fragen kann ich immer nur antworten: "Weiß ich nicht..."

Ich weiß nicht, ob ich den Film empfehlen oder nicht weiterempfehlen sollte. Meine Wertung schwankt auch zwischen 1.0 und 10. Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht einmal, was ich zu diesem Film schreiben soll... Verstöhrend, pervers, brutall, sexistisch, intelligent, herausragend und eklig.

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lindaisonfire

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Richtig, ging mir genauso! Irgendwie flasht der einen so sehr (ähnlich wie bei "Irreversibel"), dass man gar nicht weiß ob der jetzt gut oder schlecht war. Aber ich schiebe das alles auf die Aussage: "Das ist provokative Kunst" - das entschuldigt alles. Außer den Kot! :D


christian-bauer

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Irreversibel?hab ich noch nicht gesehen. Auch sowas in der Art oder wird man da auch einfach nur konfus? :D


123Goatse

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film ist ein Meisterwerk auf seine Art. Es wird sehr gut gezeigt wie grausam pervers Menschen sein können und jeder Fetish ist vertreten. Ein Logikfehler war aber im Film . Als einer der "Freunde" die Regeln vorgelesen hat , sagte er das es auch zu Sodomie kommen werde. davon habe ich aber nichts gesehen .

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SpiceWeasel

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Im Buch werden auch Tiere "benutzt" ! Vieleicht sind ja Szenen nicht verwendet worden...


Lilith Snowskin

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Das Buch ist anders aufgebaut als der Film, der Film beschränkt sich auf die "Benutzung" der Sklaven, im Buch ist das jedoch nur ein kleiner Teil.


Magg

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Bewertung5.5Geht so

Wo fängt Kunst an? Und wo hört Kunst auf?
Ich weiß einfach nicht was ich von diesem Film halten soll...

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lindaisonfire

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Bewertung5.0Geht so

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob ich diesen Film lieben oder hassen soll, ähnlich wie bei "Irreversibel." Mich hat die Story mit ihrer Kontroversität interessiert, aber mit "Höllenkreis der Scheisse" habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Kunstkino ist es definitiv, und es bleibt aufgrund der teils ekelerregenden Bildern im Gedächtnis.

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das_chris

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ging mir genauso. aber »irreversibel« fand ich deutlich besser.


Lilith Snowskin

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Ihr dürft nicht vergessen, dass 120 Tage von Sodom ein Film aus den 70ern ist, Irreversibel jedoch in den letzten 5 Jahren entstanden ist.
Wenn man das nämlich bedenkt, ist 120 Tage meiner Ansicht nach wesentlich "schockierender", weil in jener Entstehungszeit einfach wesentlich mehr Tabus gebrochen wurden als wenn so ein Film heutzutage herauskommen würde.


Eisteelord

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Bewertung0.0Hassfilm

Ein jeder Idiot kann einen extrem wiederwärtigen Film machen, und wenn ihn wer fragt was daran künstlerisch wertvoll sein soll kommt als Antwort:

Der Film zeigt uns nur wie schlecht die Welt und die Menschen darauf sind.

Die 120 Tage von Sodom ist um nichts besser als "Hostel", "Saw" oder der noch um ein vielfaches wiederlichere Film "A Serbian Film".

Wer sich sowas anschaut und es toll findet ist in meinen Augen einfach krank. Ich muss mir keinen Film anschauen wo ich alle 2 Sekunden wegschauen muss weil ich mich sonst übergeben muss.

Es gibt immer noch eine Steigerung, und solange ein paar Idioten Provokation mit Kunst gleichsetzen werden auch weiter solche Filme produziert.

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Eisteelord

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Weil ein Kollege meinte der Film sei sein Lieblingsfilm und ich solle ihn mir mal ansehen, und bevor ich über einen Film urteilen kann muss ich ihn ja wohl sehen. Ich könnte dich auch bei jeden Film den du schlecht bewertest fragen warum du ihn dir dann angeschaut hast. Das wäre aber äußerst dumm und deshalb lass ich es lieber.
Erst denken, dann schreiben.


tilman62

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Also rein filmisch ist der Film ja wirklich sehr gut. Du kommentierst mir viel zu oberflächlich. Nur die Handlung anschauen. Ja gut, aber man muss an einem Film ja auch noch andere Sachen bewerten. So lässt du die genialen Filmischen Elemente einfach aus. Du scheinst dir ja deiner Sache sehr sicher zu sein. Das Thema ist gewagt, keine Frage. Aber diesen Film mit Hollywood schinken wie Saw oder Hostel gleichzusetzen, die lediglich das mögliuchst graußame zeigen, ist in meinen Augen nicht gerechtfertig und zeigt die Oberflächlichkeit in deiner Bewertung. Ich mag es einfach nicht, wenn Leute einen Film nur nach der Handlung bewerten.


matzzze

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Bewertung9.0Herausragend

handwerklich nicht mehr ganz zeitgemaess, dennoch sehr intensiv verstoerend. gaspar noe waere wohl der richtigee regisseur fuer ein remake...

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Apophis

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Bewertung0.0Hassfilm

Nunja,
Kunst muss nicht immer gefallen und erfüllt seinen Zweck oft auch durch negative Eindrücke und die damit verbundene Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, dem Ekel und vielleicht tiefsitzenden Kindheitstraumata. Der Gedanke der Selbstreflexion setzt aber in jedem Fall ein gewisses Maß der Identifikation mit dem zu betrachtenen Kunstobjekt vorraus, in diesem Fall kann man wohl am ehsten von einem Theaterstück reden. Dieser Punkt war bei mir zu keiner Zeit gegeben. Das Szenario ist viel zu unflexibel und bietet keine realistischen Charaktäre. Die Schwelle zwischen grenzenlosem Schwachsinn und ernster Gesellschaftskritik ist ohne vorheriges Belesen kaum zu erkennen. Fand ich den Film bis zum dritten Akt noch äußerst amüsant, gerade die Hochzeit mit dem großen Scheißefestfraß bringt mich noch jetzt zum Schmunzeln, driftet diese Fäkalorgie im letzten Kapitel dann total ab. Der unergründliche Gewaltexzess ist unnötig, pervers und besitzt für die Wirkung keinerlei Relevanz. Hier hätte man mehr in die Erzählform gleiten sollen, die zu Marternden auf dem Hof zeigen sollen und mit einer schockierenden Szene klanglos ohne Abspann das ganze Beenden sollen. Stattdessen bedient man sich krichlicher Marterstrategien und setzt diese dann auch noch komplett unzwecksmäßig ein. Folter und Marter war nie im großen Stil ein derartiger Exzess, welcher der reinen Bedürfnissbefriedigung galt, es waren gezielte wohl eingesetzte Methoden der gesellschaftlichen und politischen Regulierung. Dass es oft Entgleisungen gab, mag ich nicht abstreiten. Nur zählt dieser Film für mich eindeutig zu den Entgleisungen und spiegelt keine Gesellschaft oder ein Regime dar, sondern einfach die perversen Gedanken und Fantasien eines kranken Menschen. Jedem 7,0 bis 8,5 Kritiker hier lege ich in diesem Sinne Michel Foucault "Überwachen und Strafen" ans Herz, um sich zu diesem Thema weitere wirklich gute Gedankenansätze zu verschaffen. Nur weil "Salo" versucht sich durch Alighieri, Nietzsche und andere zu rechtfertigen und erklären, heißt es noch lange nicht, dass dies auch so ist. Die Parallelen sind oberflächlich und die Umsetzung von miserabler Qualität. Die Dialoge werden zu keinem Zeitpunkt irgendeinem Göttlichen Epos gerecht oder haben auch nur ansatzweise einen philosophischen Charakter. Es ist ein Film voller Fäkalsprache, sinnfreien Handlungsmustern und schlechten Schauspielern, welcher eigentlich nie über den Punkt der reinen Selbstverherrlichung hinwegkommt. Es ist eine reine Hassballade voller Selbstoffenbarung. Revolution durch den "Höllenkreis der Scheiße" hat mich nicht überzeugt.
Erster 0,0!

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Crumpler

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Bewertung0.0Hassfilm

Pfui. Mir ist jetzt so richtig schlecht.

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momopipi

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Bewertung6.0Ganz gut

Von mir gibts großen Respekt, dass man auf die Idee kommt, solch eine Idee zu verfilmen. Der Film ist im Prinzip eine Ansammlung von krassen Perversionen, welche allerdings nicht so tiefgreifend inszeniert werden, sodass der Film gar nicht mal sooooo schlimm wirkt. Wenn man durch Mundpropaganda von dem Film erfährt, könnte man meinen, dass "Die 120 Tage von Sodom" der wohl schrecklichste Film allerzeiten sei. Ich habe danach sehr gut schlafen können. Ich hoffe, dass das nichts schlimmes bedeutet :D

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m6rley

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Bewertung0.0Hassfilm

Gesellschafts- und Faschismuskritik in allen Ehren, aber wenn ich bein einem Film mehrmals auf Pause drücken muss, da der Brechreiz droht Überhand zu gewinnen, kann ich einfach nicht mehr als 0 Punkte für dieses "Kunstwerk" geben. Ich gehöre sicherlich nicht zu den zartbesaitesten Filmkuckern, aber der zweite Akt war selbst für mich zu abstoßend, und das will was heißen, schließlich habe ich "Hanger" und "A Serbian Film" gesehen, ohne ein mulmiges Gefühl im Bauch zu bekommen. ;)

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Murphante

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Bewertung0.0Hassfilm

So ein dummer hinverbrannter Cheese - Film ^^

Auch wenn ich nix gegen menschenverachtende Szenen habe
aber bei dieser Darstellung ... dreht es selbst mir den Magen um ...

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Tomatensoßenkerl

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Bewertung9.0Herausragend

120 Tage von Sodom, wohl unmöglich diesen „Film“ zu mögen… die 10 Punkte sind genauso unverdient wie 0 Punkte berechtigt sind und umgekehrt.

Sadismus, als sexuelle Metapher für Klassenkampf und Machtstreben. Im Sadismus wie im Streben nach Macht, wird der Mensch zum Objekt, der Körper zu Ware und alles wird Konsumierbar. „Der Sadist ist der einzige Mensch der alle Regeln und Normen anerkennt, nur um sie zu Brechen.“

Identifikation und damit Flucht ist hier nicht möglich, kein Opfer was mitleid erregt, „I have not shown victims whose side the viewer could be on. Pity would have been horrible as an element in this film […]. People who cry and tear their hair out would have made everybody leave the cinema after five minutes. In any case, I don’t believe in pity.” (Pier Polo Pasolini). Und auch in den Bildern sucht man Schönheit vergebens. Es ist ein großer verdienst dieses Films das er nicht als Torture Porn taugt, weil einfach nichts in diesem Film „Geil“ schön oder ansprechend ist.

Ein Film der genauso wütend wie radikal ist. Eine Abrechnung mit fast allem und jeden und eine Anklage für und vor der Menschlichkeit und gleichzeitig doch ihre Bankrott Erklärung.

Manche Metapher wirkt jedoch doch arg Platt z.B. wenn die Mächtigen, die Sadisten ihren Opfern Scheiße zum Festmahl vorsetzen wie uns die heutigen Mächtigen der Massenunterhaltung und -unterdrückung mit Scheiße abfüllen. (Unterschreibt aber auch seine immer noch erschreckende Aktualität) Dennoch ein „seltener“ Film, ein harter Film, ein unbequemer Film, aber ein wichtiger Film, der noch lange für Diskussionen sorgen wird.

„Gefallen“ tut der Film sicher niemandem, ob er euch aber zum Nachdenken „anregt“ oder nur die Verdauung, lässt sich glaube ich recht gut vorher abschätzten. Also Ansehen auf eigene Gefahr.

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