Die Insel der 30 Tode

L'Île aux trente cercueils (1979), FR Laufzeit 289 Minuten, FSK 12, Abenteuerfilm, Drama, Thriller, Kriminalfilm

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von Marcel Cravenne, mit Claude Jade und Jean-Paul Zehnacker

Die unheimliche Geschichte der jungen Véronique d’Hergemont (Claude Jade), die auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit im Jahre 1917 einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommt. Auf einer Insel in der Bretagne erfüllen sich grausige Prophezeiungen: Véronique muss mit ansehen, wie ihr totgeglaubter Sohn seinen Großvater ermordet, drei alte Frauen gekreuzigt und flüchtende Inselbewohner erschossen werden. Véronique stellt sich den unheimlichen Mächten.

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Bewertung9.0Herausragend

In Würde gealterter TV-Klassiker mit aberwitzig irrer Gruselstory: Es scheint keinen Ausweg zu geben aus den sich unaufhaltsam erfüllenden Weissagungen. Eine Verquickung von scheinbar mystischen mit kriminellen Elementen.

Nach einem etwas epischen Auftakt, der die tragischen Verstrickungen der Heldin in ihrer eigenen Vergangenheit schildert, folgt Véronique d'Hergemont (Claude Jade) rätselhaften Inschriften - ihren Initialen "V.d'H." - auf eine Insel, deren Bewohner dem Untergang geweiht sind. Sie gerät an abergläubische Bretonen und findet sich nach dem schicksalergebenen Ende dreier "Hexen" allein mit einem kleinen Hund auf der verluchten Insel. Mit ihm durchstreift sie die betörende bretonische Landschaft mit ihren Dolmen - und gigantischen Blumen. Ist Véronique wirklich allein? Denn die dem Wahnsinn verfallene Honorine schreit ihr "Du bist die Mutter des Ungeheurs" entgegen, bevor sie sich von den Klippen stürzt. Immerhin ist auch der jugendliche Mörder ihres Vaters noch auf der Insel. So ist Véronique vom Wiedersehen mit ihrem bis dahin totgeglaubten Filius nicht sonderlich begeistert: "Ob du nun mein Sohn bist oder nicht. Wenn du nicht sofort verschwindest, knall ich dich ab wie einen tollen Hund." Und es kommt noch dicker...

Den rasch das Zeitliche segnenden Partnern der grandios aristokratisch-unterkühlt spielenden Truffaut-Heldin Claude Jade lässt die Geschichte wenig Raum, doch deren Auftritte sind allemal furchteinflößend, vor allem die einem Bratapfel ähnelnde Dominique Marcas, die irre "Vier Frauen am Kreuz. Sie ist die vierte Frau am Kreuz!" jubelt oder die Frau in Weiß, deren böses Omen in unterirdischen Gängen widerhallt: "V.d'H. Oh, wie habe ich diese drei Buchstaben gehasst. Das Kreuz, es wartet auf dich, Véronique d'Hergemont!"

Trotz einiger Längen ein nostalgisches Abenteuer mit wohlig gruseliger Atmosphäre, dem man sich nicht entziehen kann - bis zur recht irdischen Aufklärung der diabolischen Maschinerie. Fürs private DVD-Archiv empfehlenswert.

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