Die Maske des Dimitrios

The Mask Of Dimitrios (1944), US
Laufzeit 95 Minuten, Thriller, Kriminalfilm, Drama

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Die Maske des Dimitrios - Bild 6241441
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von Jean Negulesco, mit Sydney Greenstreet und Zachary Scott

Istanbul 1938: Der holländische Kriminalautor Cornelius Leyden ist fasziniert von dem schillernden Leben des Meisterspions und Mörders Dimitros, dessen Leiche gerade gefunden wurde. Auf der Spurensuche in dessen Vergangenheit wird er von dem mysteriösen Mr. Peters verfolgt und bedroht. Leyden entdeckt ein düsteres Labyrinth von Intrigen, Verbrechen und Verrat. Als er plötzlich dem wahren Dimitrios begegnet, gerät er selbst in Gefahr.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Die Maske des Dimitrios

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Brigittes Helm

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Bewertung7.0Sehenswert

Wer Spaß an atmosphärisch dichten Film Noir Streifen aus dem Hollywood der 1940er Jahre mit einem Schuss exotischem Abenteuer hat, der sollte sich diese allzu selten gezeigte kleine Filmperle in Schwarzweiß nicht entgehen lassen, falls er sie überhaupt mal zu sehen bekommt. Negulesco war zwar kein Großer seiner Zunft und ist irgendwie als Zeichner aus der Werbeabteilung auf den Regiestuhl gerutscht, aber dafür, dass es einer seiner ersten Filme überhaupt war, macht er seine Sache ganz gut. Er konnte sich dabei auf einen oscarprämierten Score-Komponisten, einen hochbegabten Kameramann und eine muntere Schar ausgesprochen spielfreudiger und talentierter Mimen bis in die kleinste Minirolle hinein verlassen, teilweise gute alte Bekannte aus anderen Filmen jener Epoche. Und natürlich auf den großartigen Roman von Eric Ambler, der allerdings teilweise verändert wurde, was aber nicht groß stört. Dass ein klein wenig Casablanca-Stimmung aufkommt, kommt nicht von ungefähr: Komponist Adolph Deutsch besorgte beide Male den Score und Peter Lorre und der großartige Sydney Greenstreet haben ebenfalls in beiden Filmen ihre Auftritte. Kameramann Arthur Edeson galt in jenen Jahren wie Deutsch als ganz Großer seiner Zunft und hatte in dem Meisterwerk Der Malteserfalke hinter der Kamera gestanden. Er galt als Meister von Licht und Schatten und zaubert die entsprechende düstere und zwielichtige Atmosphäre. Negulesco brauchte sich also im Prinzip nur auf die zwei Könner und seine zuverlässig spielenden Schauspieler zu verlassen, um einen guten Film hinzukriegen. Lorre und Greenstreet, die häufiger zusammen vor der Kamera standen, sind aufeinander eingespielt wie ein altes Ehepaar. Die Zwei friedlich rauchend in geblümten Schlafanzügen im Schlafwagen sind alleine schon das Anschauen wert. Lorre ist diesmal einmal nicht als Psychopath mit irrem Blick zu erleben, sondern rührt als zartbesaiteter und etwas verpeilter Krimiautor, Greenstreet ist einfach nur genial als Verbrecher mit Körperfülle, Herz und Hang zum Philosophieren. Auch Zachary Scott macht seine Sache als durch und durch verdorbener und aalglatter Verbrecher Dimitrios recht ordentlich. Die teilweise mit Rückblenden arbeitende Plot bietet einen Parforce-Ritt durch eine Levante mit Kuriosa wie whiskytrinkenden türkischen Partylöwen in Istanbul und Glamour und Glitzer im Ballsaal und am Roulettetisch in Sofia und Belgrad - der Film jagt wie die Romanvorlage seinen Helden quer über den Balkan. Einen Balkan, den es, als der Film 1944 in New York Premiere hatte, nicht mehr gab: Der Balkan stand wie ganz Europa in Flammen und wurde kommunistisch. Das muss für den Regisseur, der selber als junger Mann seine Heimat Rumänien verlassen hatte, beim Drehen emotional nicht ganz einfach gewesen sein. Politik kommt in dem Film übrigens nur am Rande vor, dadurch wirkt der Film irgendwie seltsam aus der Zeit gefallen und streckenweise anachronistisch. Inszeniert ist das alles mit leichter Hand und recht flott und geschmeidig. Nur zum Schluss, der unseren Helden nach Paris führt, geht dem Film etwas die Puste aus und kommt etwas arg abrupt das Ende. Auf DVD gibt es den Film nicht, nur sauteuer als VHS-Kassette bei US-Amazon. Schade, denn für Sammler und Liebhaber des Genres ist er mehr als empfehlenswert.

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