Kinatay
Kinatay (2009), PH Laufzeit 105 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 15.07.2010
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11 Kommentare
Keine
von Brillante Mendoza, mit Mercedes Cabral und Julio Diaz
Ein neuer Tag in Manila: Der junge, in bescheidenen Verhältnissen lebende Polizeistudent Peping heiratet am Morgen seine Verlobte Cecille, mit der er bereits ein Kind hat. Nach der kleinen Feier in einem Restaurant und dem Unterricht in der Polizeischule treibt er am Abend Schutzgeld für seine korrupten Vorgesetzten ein, um seinen Unterhalt etwas aufzubessern. Doch heute wird er dazu aufgefordert, bei einer besonderen Aktion dabei zu sein. Arglos willigt er ein, aber als die Gruppe die junge Prostituierte Madonna kidnappt, muss Peping schnell erkennen, dass dies eine Erfahrung sein wird, die ihn an den Rand seiner moralischen Integrität bringen wird. Wird er seine Unschuld bewahren können oder zum Mittäter werden?
Mehr Bilder (8) und Videos (1) zu Kinatay
Cast & Crew
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Brillante Mendoza
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Mercedes Cabral
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Julio Diaz
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Jhong Hilario
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Maria Isabel Lopez
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Coco Martin
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Lauren Novero
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Boy Chico
Regie
Schauspieler
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John Regala
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Armando Lao
- Genre
- Psychothriller, Gangsterfilm
- Zeit
- Gegenwart
- Ort
- Manila, Manila
- Handlung
- Entführung, Entführungsopfer, Entscheidung, Geiseldrama, Gewissenskonflikt, Korrupte Polizisten, Korruption, Mitleid, Moral, Prostituierte, Schutzgeld
- Stimmung
- Ernst, Hart, Verstörend
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Kritiken (4) — Film: Kinatay
Dennis Vetter: http://www.negativ-film.de/ Dennis Vetter: http://www.negativ-film.de/
Kommentar löschenKinatay ist ein Film, der sich gegen Einordnungen sträubt, der weder für ein reguläres Arthaus-Publikum funktioniert, noch für Fans exzessiver Gewalt. Seine Stärke zeigt sich in seiner gelungenen Dialektik aus Konfrontation und zermürbender Reflektion, die beide Gruppen irritierend trifft. Kinatay erschüttert zutiefst, als physisch-sinnliches und gleichermaßen psychisches Erlebnis, affektiv und emotional.
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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenMit seinem Stil grenzt „Kinatay“ an eine physische Erfahrung […]. Brillante Mendoza ist hier ein stilistischer gewagter, zu Recht umstrittener, aber auch faszinierender Film gelungen.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Andreas Busche: fluter, Der Freitag Andreas Busche: fluter, Der Freitag
Kommentar löschenDa "Kinatay" [...] nicht über den reinen Gewaltakt hinausweist, fühlt man sich nach einer Weile etwas mürbe, als hätte sich die Gewalt gegen einen selbst gerichtet [...]. Das Publikum mag von der Gewalt im Kino inzwischen tatsächlich abgestumpft sein. Mendoza reagiert auf diese Indifferenz mit mehr Gewalt, verkennt dabei aber, dass solche Schockeffekte lediglich eine weitere Abstumpfung nach sich ziehen.
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Manfred Riepe: epd Film Manfred Riepe: epd Film
Kommentar löschenKinatay ist ein Mafiafilm ohne Genreelemente; ein langer Film über das Töten, der dank unprätentiöser Bilder lange im Gedächtnis bleibt.
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Kommentare (7) — Film: Kinatay
Kommentar schreibenlieber_tee 2012/04/19 00:38:43
Kommentar löschen„Wenn Integrität verloren geht, ist sie für immer verloren.“
Dieses Mantra steht (mehr als offensichtlich) über dem Film. Habe ich verstanden. Lieber Brillante (!) Mendoza, du musst mir nicht in jeder zweiten Kamera-Einstellung DAS sagen! Ja, Geld regiert die Welt, Geld wechselt ständig seine Besitzer und Geld (Kapitalismus) korrumpiert Manila und die Gesetze. Hier folgen wir einen Tag und eine Nacht den jungen Polizei-Schüler Pe(e)ping (ohne jeglichen Informationsvorsprung). Am Ende ist nichts so wie es vorher war und doch alles beim Alten. Ein unangenehm nihilistischer, zutiefst menschenverachtender Film. Die Symbolismen und Wahl der filmischen Mittel haben mich ratlos macht. Ob die Namen der Protagonisten und Motive, ich habe verstanden was du mir sagen willst. Die Philippinen sind, trotz starker christlicher Ausprägung, ein grausiges Land, wo die entsprechenden moralischen Werte nicht gelebt werden. Geschäft ist Geschäft, Anteilnahme und Mitleid gibt es nicht. Die exakte Regie mit ihren unerträglichen Plansequenzen ist kaum auszuhalten. Nerven-zerrend lang-gezogen, quälend unerträglich. Mit Preisen überhäufte, in (Fake-) Doku-Stil gehaltene, zwiespältige Filmkunst.
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bobo-lemon 2012/04/19 08:09:19
Antwort löschen"Die Philippinen sind ein grausiges Land, wo es keine christlich-moralischen Werte gibt."
Mal abgesehen davon, dass das Christentum die letzte Instutition ist, die als Wertevermittler taugt, ist es gerade auch dieser Zwiespalt, den der Film vermitteln möchte. Die Philippinen sind das am stärksten christianisierte Land in Südostasien, über 81 % der Einwohner sind römisch-katholisch! Gerade deswegen beginnt der Film ja auch mit der minutiösen Darstellung der Hochzeit von Peping. KINATAY zeigt nur ein weiteres Mal auf, dass dieses fiktive und reaktionäre Wertesystem an der Realität vorbei geht und dem Menschen im Extremfall keine moralische Stütze ist.
lieber_tee 2012/04/19 08:17:19
Antwort löschenMal abgesehen das man sicherlich darüber streiten kann ob das Christentum, bzw. die Form wie es praktiziert wird wirklich als Wertevermittler funktioniert habe ich genau das gemeint was du schreibst. Es ist ja über-deutlich, das Brillante jenes deutlich machen will. Kommt das so nicht rüber? Dann formuliere ich das um.
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bobo-lemon 2012/04/19 08:56:23
Antwort löschenHm, so wie du es geschrieben hast, bedeutet es für mich, dass Mendoza zeigt, dass es in dem Land keine christlich-moralischen Werte gibt. Aber er zeigt ja ganz deutlich das Vorhandensein von Kirche, Kultur und Traditionen und macht damit klar, dass diese nicht gegen die Macht des Kapitalismus ankommen.
Wenn du das so gemeint hast, dann entschuldige bitte meinen Einwand.
Abgesehen davon halte ich christlich motivierte Moralvorstellungen für sehr problematisch, da sie einzig darauf abzielen, sich vor einem richtenden Gott zu verantworten - sprich: wenn ich mich falsch verhalte, werde ich von diesem allwissenden Schöpfer bestraft werden. Faires soziales Verhalten droht so zu einem rein egoistischen Akt zu verkommen. Demgegenüber halte ich humanistische Werte, die man sich verinnerlicht und lebt, für sinnvoller, um in einer materialistischen Welt ein soziales Leben zu führen.
lieber_tee 2012/04/19 09:15:09
Antwort löschenVolltreffer, alles was du schreibst unterschreibe ich. Muss jetzt los, arbeite an der Kritik später.
Allein die Hochzeitsequenz am Anfang bringt das Thema auf den Punkt, einerseits wird die (naive) Vor-Freude des Paares dargestellt, die Vermählung wirkt dann aber wie eine Karikatur (Verspätung der Angehörigen und Freunde, der Richter (!) mit seinen blöden Sprüchen, der fließbandartige Ablauf) und das folgende gemeinsame Essen ist eigentlich eine Frace, die von finanziellen Themen bestimmt wird. Mit diesen Gegensätzen arbeitet der Film ständig (z.B auch in der Polizeischule).
Und ja, wenn humanistisches Verhalten lediglich nur für sich und aus Angst vor Gottes Strafe gemacht wird, ist der Wert nicht verinnerlicht worden.
CatafalqueForFallenFlies 2012/04/11 02:45:58
Kommentar löschenMan stelle sich die tiefste Schwärze des Menschen vor. Nun stelle man sich den dazugehörigen Schatten vor. Genau diesen Schatten bildet 'Kinatay'. Ein Film, der am Hochzeitstag des jungen Polizeischülers Peping im Moloch von Manila beginnt und auf den Wendepunkt eines ärmlichen, aber dennoch von Herzlichkeit und einer gewissen Beschaulichkeit geprägten Lebens hinausläuft. Der Zuschauer wird durch die freudige Hochzeitsgesellschaft zunächst in Sicherheit gewogen, jedoch stets mit dem faden Beigeschmack, dass hier etwas nicht ganz stimmen kann. Die Unübersichtlichkeit der Stadt, das Durcheinander und nicht zuletzt die befremdliche Abhandlung der Hochzeit als rein bürokratischen Akt, dokumentiert durch die Handkamera, erzeugen hierbei bereits Beklemmung und das Gefühl einfach mitgeschleift zu werden. Eine Verschnaufpause rückt in immer weitere Ferne. Beinahe plötzlich kommt der Umschwung, als Peping von seinen Kollegen zu einer 'Operation' mitgenommen wird, welche sie in ein lokales Freudenhaus führt, um Madonna, eine gealterte Prostituierte ausfindig zu machen. Kaum ist diese in den Kleinbus des Männertrupps 'verfrachtet' nimmt die Grausamkeit ihren Lauf. Peping und der Zuschauer müssen völlig eingeistert zusehen, wie besagte Madonna geschlagen, gequält und gefesselt wird. Was als scheinbar harmloser Ausflug begonnen hat gereicht zu einem schieren Alptraum. Auch hierbei bleibt die Handkamera ständiger Begleiter, sodass man das Gefühl bekommt selbst Teil der Tat zu werden. Dies geschieht stets verwackelt und im Halbdunkeln, was die Verwirrung nur komplettiert. Die (im doppelten Sinne) quälende Länge der Fahrt aus der Stadt hinaus, die stetig umherschwenkende unscharfe Perspektive, den Fokus immer wieder auf Peping richtend, erzeugen eine Beklemmung ungeahnten Ausmaßes und lassen den Zuschauer nur auf ein Eingreifen, oder mehr noch auf ein Ende hoffen. Doch dies ist nicht in Sicht...
Nur Stück für Stück (welch wiederum doppeldeutige Wortwahl..) erschließt sich, was das eigentlich alles soll. Dies macht den Gesamtzusammenhang jedoch nicht minder erschreckend, ganz im Gegenteil. Korruption, Selbstsucht, Macht und der völlige Verlust menschlicher Würde und Werte seien dabei die wichtigsten Stichworte. Alles wirkt wie eine bittere Dystopie, die jedoch schon längst zur Tagesordnung transformiert erscheint und das alles unter den Augen des Jesus-Abbildes und abgehalfterter Worthülsen aus dem zum ihm gehörigen Buch. Pepings Kampf mit sich selbst schreitet unterdessen unvermindert fort, was ihn jedoch keineswegs zum Helden werden lässt. Er könnte eventuell eingreifen, aber vielleicht auch nicht. Er hat das alles nicht gewollt, aber so recht losreißen kann er sich ebensowenig. Der Opferrolle wird er somit auch alsbald enthoben, blinken doch zuviele Dollarzeichen in seinen Augen...
Mendoza geht in diesem Werk insgesamt sehr schonungslos und explizit vor, jedoch ohne in völligen Klischeeschlachtwahn zu geraten (auch wenn der Titel Anderes suggerieren mag) und mit solch gezielter Eindringlichkeit, dass man in manchen Momenten vergisst hier nur einen Film zu sehen. Kein Film für nebenbei, oder für einen beschaulichen Abend, sondern eher die Garantie für ein äußerst flaues Gefühl im Verdauungszentrum, was mich immernoch nicht ganz verlassen kann. Gewiss muss man intervenierend sagen, dass eine andere Gesellschaft als die uns umgebende im Mittelpunkt von 'Kinatay' steht, nicht nur, was den fernöstlichen Kulturkreis anbelangt. Mendoza inszeniert eine Abart von entmenschlichter Gesellschaft, welche uns hoffentlich erspart bleibt, die aber dennoch nicht minder real existieren dürfte. Dies lässt 'Kinatay' in seiner bodenlosen, hoffnungsleeren Schwärze umso mehr hervorstechen, vielleicht sogar strahlen und die schlussendliche Frage nur eindringlicher werden: Für wieviele Banknoten schaust Du weg? Und für wieviele Banknoten wäscht Du Deine Hände mit Blut?
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Wumz 2011/11/08 16:11:33
Kommentar löschenIn "Kinatay" von Brilante Mendoza geht es um einen Polizeischüler in Manila. Er wird mitgenommen zu einem, allem Anschein nach, Routine Job der philippinischen Polizei. Eine Prostituierte, die ihrem Zuhälter Geld schuldet, muss beiseite geschafft werden. Die Polizisten gehen alles andere als zimperlich mit ihr um, doch der Fokus bleibt stets auf dem Polizeischüler, dessen persönlicher Kampf mit seinem Gewissen in den Vordergrund gestellt wird. Der Junge hat ein Kind und eine Frau zu ernähren und der Job als Polizist gilt in den Philippinen wohl als zukunftssicher und solide. So ist er hin und her gerissen wie er mit dieser, für ihn, Ausnahmesituation umgehen soll.
Der Film wirkt so real das es weh tut. Fühlt man sich im ersten Teil des Films noch auf die Marktstraßen Manilas versetzt, so ist man auch im zweiten Teil hautnah dabei wenn die Prostituierte geschändet wird.
Ein Blick hinter die Kulissen der philippinschen Gesellschaft in der ein Menschenleben bei zu hohen Schulden nichts mehr wert ist. Packend, intensiv und verstörend.
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Schlegel 2011/10/19 21:39:24
Kommentar löschenVerleiht sich den Nimbus des Halbdokumentarischen und rutscht dann doch ins Genrekino ab, eher vordergründig, mit viel sphärischer Musiksoße. In der Wahl seiner Mittel drückt sich Mendoza vor der Härte seiner Geschichte und hat beinahe einen gewöhnlichen Slasher gedreht.
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bobo-lemon 2011/10/12 11:42:51
Kommentar löschenKINATAY wirft einen ungeschönten Blick auf die Stufe der Evolution, auf der sich der Mensch momentan befindet: der Kapitalismus als menschenunwürdiges System, welcher unserer Spezies den letzten Hauch Empathie und den letzten Rest ethischer Grundprinzipien quasi "abtrainiert". Auch wenn die Verhältnisse in der westlichen Welt noch nicht ganz die primitive Qualität der hier gezeigten, chaotischen Zustände der Philippinischen Republik erreicht haben, so behält die Aussage des Films trotzdem ihren allgemeingültigen Charakter. Ebenso wie der junge Peping sind wir alle nur kleine Rädchen, die irgendwie funktionieren müssen, um in diesem komplexen Mechanismus am Leben zu bleiben. KINATAY führt einem dieses Bild in quälend langen Sequenzen eindringlich vor Augen, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben und hat daher eher etwas von einer realistischen Dokumentation, als von einem Arthouse-Drama.
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veseria 2011/07/14 18:01:50
Kommentar löschenVerstörend, verstörend, verstörend.
Atmosphärisch, realistisch, erschreckend, Mitgefühl.
- Sexy Hauptdarsteller-
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Ripley1 2011/02/04 22:42:04
Kommentar löschenDas Ende der Unschuld: Ein Polizeischüler wird von seinen Kollegen mitgenommen, um eine Prostituierte, die ihrem Zuhälter Geld schuldig ist, zu töten. Man will eigentlich nicht sehen, was man doch unweigerlich und unausweichlich zu sehen bekommt: Die Frau wird entführt, vergewaltigt, getötet, zerstückelt, die Teile in der Stadt verteilt. Das alles in einem quälend langsamen Prozess, in dem die Menschenwürde den Mechanismen eines unerbittlichen Kapitalismus unterliegt. Hoffnungslos, schockierend und wahrhaftig.
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