Tatort: Jagdzeit
Tatort: Jagdzeit (2011), DE Laufzeit 90 Minuten, Kriminalfilm
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von Peter Fratzscher, mit Miroslav Nemec und Miroslaw Nemec
Die 32-jährige Tini Bürger kennt nur einen Chef: Teufel Alkohol. Seit ihr Lebensgefährte Lassnik vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, steht sie mit ihrer Tochter Nessi allein da. Depressionen bestimmen die Tage und Nächte vor dem ständig laufenden Fernseher. Ihre 13-jährige Tochter organisiert den Haushalt, das Essen und pflegt für ein paar Euro ihre “angebliche Großmutter”. An einem frühen Morgen wird Nessi Zeugin, wie ein Mann an einer Tankstelle erschossen wird. Was genau hat Nessi gesehen?
Bei dem Toten handelt es sich um den 55-jährigen Gerd Zach, verheiratet mit der attraktiven und wesentlich jüngeren Leonie, gelangweilte Herrscherin in ihrem ambitionierten Bogenhausener Reihenhaus. Er war auf dem Weg zur Jagd und wurde mit seinem eigenen Gewehr erschossen. Selbstmord kann sehr schnell ausgeschlossen werden. Was brachte den Mann dazu, an dieser Milbertshofener Billigtankstelle seinen Sprit aufzufüllen? Und wer konnte Zach ausgerechnet hier, in der Hochburg der “Hartzer”, vermuten, um seinem Leben ein grausiges Ende zu bereiten?
Die Münchner Hauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr wissen, dass Armut in München unsichtbar bleibt – anders als anderswo. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Kaum jemand weiß, wie es hinter den Fenstern des Nachbarn wirklich aussieht. Wohnen da Armut, Alter, Krankheit? Die am meisten Leidtragenden sind häufig Kinder.
Nessi steht seit dem Mord unter ständiger Beobachtung der Polizei. Der Mörder könnte die mutmaßliche kleine Augenzeugin kaltstellen wollen. Der Tote war bei “KoKo” beschäftigt. Die Lebensmittelfirma “Konserven-Koller” aber hatte den stellvertretenden Personalchef Gerd Zach schon lange entlassen. Seine Frau Leonie war ahnungslos. Auch ahnungslos darüber, dass er verantwortlich war für weitere Entlassene, deren Leben von jetzt auf gleich ein Leben am Rande des Existenzminimums bedeutet? Plante einer von ihnen einen Racheakt?
Batic und Leitmayr suchen nach einer Verbindung der unterschiedlichen Milieus. Die Stadt vibriert. Es ist Jagdzeit.
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Cast & Crew
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Peter Fratzscher
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Miroslaw Nemec
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Miroslav Nemec
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Udo Wachtveitl
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Angela Ascher
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Jens Atzorn
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Laura Baade
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Regie
Schauspieler
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Katja Bürkle
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Constantin Gastmann
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Matthias Heidepriem
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Andreas Heinzel
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August Schmölzer
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Paul-Louis Schopf
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Ursula Traun
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Antje Widdra
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Peter Probst
- Genre
- Polizeifilm
- Zeit
- 2011
- Ort
- München
- Handlung
- Alkohol, Alkoholiker, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, Armut, Elend, Ermittlung, Hartz 4, Haushalt, Jagd, Jagdgewehr, Kommissar, Sozial schwache Familie, Suche nach Mörder, Unordnung, Verwahrlosung, Zeuge
- Stimmung
- Ernst, Spannend
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Drehbuch
Filmdetails Tatort: Jagdzeit
Trailer zum Film Tatort: Jagdzeit
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Kommentare (5) — Film: Tatort: Jagdzeit
Kommentar schreibenSozionaut 2011/04/18 20:01:21
Kommentar löschenBullshit.
Weil die Handlung so logisch ist, wie der Rückschluss von einer Gottesanbeterin auf die Heilige Theresa...
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Don Pedro 2011/04/16 15:54:11
Kommentar löschenDas war kein Film, sondern der verlängerte Vorspann für "Anne Will". Deshalb musste auch nicht ermittelt werden und die (Spoiler ahead) Anstifterin zum Mord hinterließ ihr Geständnis gleich auf Band, obwohl sie ja vorher anscheinend vergessen hatte, dass sie mit ihrem Geliebten den Mord geplant hatte.
Ein toller Vorspann, aber ich hätte lieber einen Krimi gesehen. Fazit: Sozial Schwache sind die besseren Menschen, und Unternehmer sind Sadisten, die ihre Mitarbeiter leidenschaftlich gern entlassen. So einfach ist das!
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Wombat 2011/04/12 13:39:36
Kommentar löschenDer Münchener Tatort fällt bei mir immer auf taube Ohren und müde Augen. Der ganze Krimi wandelt mit seiner 90er Ästhetik von einem sozialkritischen Schaupltz zum anderen. Die Dramatik ist sehr leichte Kost und die Auflösung empfand ich als Aneinanderreihung von Schnittmaterial.
Leider haben sich die Münchener Kommisare bis in die Leipziger Tatort-Niederungen gespielt. Ich hoffe da kommt bald mal wieder ein kleiner Farbtupfer aus dem Süden.
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rkuehne 2011/04/11 21:50:57
Kommentar löschenFangen wir mal mit dem Positiven an - endlich mal wieder ein Tatort mit einem recht "normalen" Mordmotiv. Der Liebhaber tötet den Mann seiner Geliebten. So soll es nicht immer sein, aber so verschwurbelt und verdrechselt wie die Tatort-Folgen manchmal enden, muss es eben auch nicht immer sein. Soweit so gut,aber das ganze drumherum, das Mädchen zu nehmen um wieder ein riesiges soziales Fass aufzumachen, ist mit sicherheit zuviel. Das Fass gehört sicher aufgemacht, aber wenn dann bitte Stück für Stück und nicht so dominant in einem Tatort, dass der eigentliche Fall zwischendurch fast vergessen wird.
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Becks87 2011/04/10 22:58:46
Kommentar löschenEin Tatort der leider viel zu viel wollte und nichts wirklich hinbekommen hat. Die Krimihandlung ist eigentlich denkbar einfach: Ein Ehemann und passionierter Jäger wird von dem Liebhaber seiner Frau auf offener Straße mit seiner eigenen Waffe erschossen. Der einzige Zeuge: ein 13-jähriges Mädchen, das von nun an vom Mörder unter Druck gesetzt wird um nichts zu verraten. So weit, so simpel.
Tja, leider möchte die Rahmenhandlung eine kritische Millieustudie aus Deutschlands Armenvierteln sein und das geht gehörig nach hinten los.
Unser Todesopfer war sozial sehr engagiert und betrieb auf eigene Faust eine Art Suppenküche und versorgte das halbe Viertel mit Lebensmitteln, Geld für Anwälte, Zahnbehandlungen etc. Außerdem schmuggelt er das Geld von Lebensversicherungen, Sparbüchern und sonstigen Vermögenswerten für sämtliche Hartz IV Empfänger des Viertels am Fiskus vorbei.
In dieser Suppenküche war auch unsere 13-jährige Zeugin Stammgast, ihre psychisch kranke und alkoholabhängige Mutter kann leider nicht mehr für sie beide Sorgen. Gleichzeitig pflegt unser taperes Mädchen auch noch eine alte, demente Frau, da die Stütze für sie und ihre Mutter nicht reicht und der Pflegedienst nur 2 mal am Tag für fünf Minuten nach der alten Dame sieht.
Weiterhin ist sie den Attacken von Jugendgangs ausgesetzt und wird gezwungen Mamas Psychopharmaka an diese Rüpel zu abzugeben. Als unsere kleine Heldin dann auch einen Abschiedsbrief ihrer Mama findet und somit auch noch mit deren Suizidgedanken konfrontiert wird, wird es auch für sie zuviel. Ihrerseits schreibt sie einen Abschiedsbrief und verschwindet des Nachts in den Armenvierteln Münchens. Auf ihrem Streifzug werden dann auch noch schnell gewalltätige, jugendliche Imigranten, Obdachlosigkeit und Heroinsucht abgehandelt.
Puh, Obdachlosigkeit, vernachlässigte Kinder, Kinderarbeit, unzureichende finanzielle Unterstützung für Hilfsbedürftige, mangelhafte Pflege für alte Menschen, Drogensucht, Bandenkriminalität,Gewalt und vom aufzuklärenden Mordfall ganz zu schweigen. Das ist zuviel für 90 Minuten. Ich verstehe das Anliegen des Films und sicher ist soziale Ungerechtigkeit ein wichtiges Thema. Aber allein einer dieser Aspekte bietet genug Stoff, alle abzuhandeln ist einfach nicht möglich.
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