The Forgiveness Of Blood

The Forgiveness Of Blood (2011), US
Laufzeit 109 Minuten, Drama

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7.8 Kritiker
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6.1 Community
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3 Kommentare
The Forgiveness Of Blood - Bild 6546017
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von Joshua Marston, mit Refet Abazi und Tristan Halilaj

Nik ist 17 und besucht im Norden von Albanien die letzte Klasse einer Oberschule. Nik ist ein tatkräftiger junger Mann – wenn er den Schulabschluss in der Tasche hat, will er ein Internetcafé eröffnen. Seit kurzem hat er zum ersten Mal im Leben etwas mit einem Mädchen am Laufen – Nik hat sich in eine Klassenkameradin verliebt. Niks Schwester Rudina ist 15, aber auch sie hat schon sehr genaue Vorstellungen von der Zukunft – sie würde gern die Universität besuchen. Doch dann wird die Familie der beiden in einen Streit um Landbesitz verwickelt und ihr Vater des Mordes angeklagt. Auf einmal sind Nik und Rudina in eine Blutrache hineingezogen. Die strengen Vorschriften des Kanun, eines jahrhundertealten Gewohnheitsrechts in Albanien, verbieten allen männlichen Familienmitgliedern, einschließlich des erst sieben Jahre alten Bruders, das Haus zu verlassen. Solange ihr Vater sich in den Bergen versteckt und Nik daran gehindert wird, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, ist die Familie ganz auf Rudina angewiesen, die deshalb die Schule verlässt und die Geschäfte ihres Vaters übernimmt. Während das Mädchen angesichts dieser neuen Verantwortung sichtlich aufblüht, löst die Isolation bei ihrem Bruder Zorn und Frustrationen aus. Irgendwie muss Nik der Blutrache ein Ende setzen – selbst wenn es ihn das Leben kostet!


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: The Forgiveness Of Blood

Julia Stache: Outnow.ch Julia Stache: Outnow.ch

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7.5Sehenswert

Joshua Marstons Film The Forgiveness of Blood ist in Albanien gedreht worden, einem Land, in dem seit dem Ende der kommunistischen Herrschaft vereinzelt die Tradition der Blutrache wieder aufgekommen ist; eine tödliche Fehde zwischen Nachbarn, bei der es, wie im Film geschildert, tatsächlich dazu kommt, dass Männer mitunter für Jahre eingesperrt in ihren Häusern leben, weil ihre Familien sich befehden. [...] Dieser Film rüttelt [...] wach und zeigt, wie gut es uns eigentlich geht in unserer modernen, aufgeschlossenen Welt.

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goodspeed: KultHit.de / O L O s B L O G

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9.0Herausragend

Der zweite Film von Maria voll der Gnade Regisseur Joshua Marston begibt sich ins Hinterland von Albanien und stellt eine Jahrzehnte alte Familienfehde in seinen Filmfokus. The Forgiveness Of Blood ist keine klassische Auseinandersetzung, die in Gewalt oder Racheakten ausufert, sondern das Leben der unterlegenen Familie schildert, die dazu verdammt wurde im eigenen Haus in Isolation zu Leben.

Nur die Frauen können gefahrlos die eigenen vier Wände verlassen, während sowohl der Vater als auch die beiden Söhne zum Abschuss freigegeben werden, sollten sie es wagen, das Haus zu verlassen. Die Eltern haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden, solange sie alle in Sicherheit wähnen können. Die älteste, fünfzehnjährige Tochter übernimmt die Botenarbeit des Vaters und sorgt auch mit kleinen Nebengeschäften dafür, dass die Familie zumindest finanziell über die Runden kommt. Sie erachtet es als Pflicht, sich nun um die Familie zu kümmern. Etwas was der älteste Sohn überhaupt nicht versteht. Er leidet zusehends an der immer klaustrophobischer werdenden Enge des Hauses, vermisst seine Freunde und vor allem seine große Liebe, mit der er kurz davor war, zusammen zu kommen.

Dieser Kontrast zwischen der Tochter, die sich selbstlos aufopfert und ihrem Bruder, der sich in seinen egoistischen Verlustängsten versteift, wird zum Dreh- und Angelpunkt des in ergreifenden erdigen Tönen festgehaltenen Films. The Forgiveness Of Blood macht den Druck beider Figuren spürbar und kanalisiert ihn bis zum unausweichlichen Ende, wo beide Geschwister für sich eine Entscheidung fällen müssen – zwischen Leben und Tod, Freiheit und völliger Selbstaufgabe. Ein sehr zurückhaltendes und psychologisches Werk, das sich größtenteils in den Köpfen seiner Charaktere und auch des Zuschauers abspielt. Bewegend, beklemmend und doch wunderschön – wer hätte das gedacht, dass sich der letzte Wettbewerbsbeitrag als mein heimlicher Favorit erweisen sollte?

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Kommentar — Film: The Forgiveness Of Blood

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franzien

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Bewertung9.0Herausragend

The forgiveness of blood erzählt die Geschichte einer Familie in Albanien, genauer die Geschichte des ältesten Sohns und der ältesten Schwester. Die ältere Schwester Rudina ist intelligent und eine Einserschülerin. Der älteste Sohn Nik ist in der Schule ziemlich beliebt und knüpft zarte Bande mit seiner Mitschülerin Bardha. Die Familie lebt von den Einnahmen des Vaters als Brotverkäufer (wohlgemerkt nicht Bäcker). Wenn er täglich das Brot ausfährt, nimmt er die Abkürzung über das Land des Nachbars. Ein Land, das seit Jahren immer wieder zu Streit führt. Früh im Film wird dieser Konflikt schon gezeigt, der seit Jahren schwelt. Angeblich hat das Land immer schon der Familie von Nik und Rudina's Familie gehört. Wie es in den Besitz der Nachbarsfamilie gelang, erfahren wir nicht. Aber der Konflikt baut sich seit Jahren auf und entlädt sich plötzlich darin, dass der Nachbar getötet wird. Wahrscheinlich von Nik und Rudina's Vater und dessen Bruder. Und dann lernen wir Albanien in jeder Facette kennen. Denn eigentlich scheint es in den ersten Minuten des Films ein ganz normales europäisches Land: auch wenn hier die Lebensweise dörflich scheint, so hat die Jugend doch genauso Interesse am Internet (facebook), Computerspielen, Ausgehen, Mädchen kennen lernen, etc. wie bei uns auch.
Mit dem gewaltsamen Tod des Nachbarn lernen wir jedoch schnell, dass Blutfehden noch genauso zum Alltag in Albanien gehören. Die Situation für die Familie ist klar. Sie dürfen nicht außer Haus gehen. Der Onkel sitzt im Gefängnis, der Vater ist untergetaucht. Nach einigen Tagen und Verhandlungen dürfen zumindest die Frauen wieder raus. Laut dem Kanun, dem uralten "Gesetz" der Blutfehde, stehen die männlichen Mitglieder der Familie unter Hausarrest. Nik ist also dazu verurteilt nichtstuend zu Hause zu sitzen, während Rudina das Geschäft des Vaters weiterführen und damit die Familie ernähren muss. Für die Schule bleibt da keine Zeit.
Die Geschichte ist sehr einfühlsam und ohne überflüssigen Pathos erzählt. Auch auf das Zeigen der gewaltsamen Szenen wird zu Gunsten der inneren Gefühlsstürme der Protagonisten verzichtet. Obwohl die Spannung nur sehr hintergründig aufgebaut wird und der Film sehr leise inszeniert ist, spürt man förmlich wie die Situation sich zunehmend zuspitzt und es doch keinen Ausweg zu geben scheint. The forgiveness of blood ist ganz großes Kino in einem kleinen leisen Film. Hoffentlich schafft er es auch außerhalb von Festivals im Kino gezeigt zu werden.

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