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Verblendung

The Girl with the Dragon Tattoo (2011), NO/SE/US Laufzeit 158 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Kinostart 12.01.2012


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7.2
Kritiker
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7.4
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von David Fincher, mit Daniel Craig und Rooney Mara

Daniel Craig und Rooney Mara ermitteln in dem US-Remake Verblendung, das auf dem gleichnamigen Roman von Stieg Larsson basiert.

Handlung von Verblendung
Verblendung ist die US-Neuverfilmung des gleichnamigen Romans, dem ersten Teil der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson. Diesmal wird sich Oscar-Regisseur David Fincher (Fight Club, The Social Network) dem Roman annehmen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte um den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist (Daniel Craig), der das Geheimnis um die verschwundene Harriet Vanger auflösen soll. Diese wurde vor vielen Jahren entführt, doch ihr Onkel Henrik Vanger erhält seitdem jedes Jahr eine getrocknete Blume zum Geburtstag: eben jenes Geschenk, das er seinerzeit auch von Harriet bekam. Gemeinsam mit seiner Hacker-Kollegin Lisbeth Salander (Rooney Mara) nimmt Mikael Blomkvist die Ermittlungen auf und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

Hintergrund & Infos zu Verblendung
Obwohl es in den Vereinigten Staaten üblich ist, europäische Film-Erfolge noch einmal für den US-Markt zu adaptieren, um den heimischen Zuschauern keine Synchronfassungen oder gar Untertitel zuzumuten, ist Verblendung mehr als nur ein lustloses Remake. Schon dass sich der überaus renommierte Regisseur David Fincher direkt nach seinem Erfolg mit The Social Network dieses Projektes angenommen hat, spricht für einen werdenden Kinoknaller. David Fincher ist bekannt dafür, Filme sehr stark mit seinem persönlichen Stil zu prägen und wird keinesfalls eine 1:1 Adaption der dänischen Version von Niels Arden Oplev im Sinn haben.

Zusätlich hat David Fincher ein wahres Oscar-Dreamteam um sich geschart. Die Drehbuchadaption stammt von Steven Zaillian, der für sein Drehbuch zu Schindlers Liste von der Akademy ausgezeichnet wurde. Auch bei der Musik verlässt sich Fincher auf Profis: Wie schon in The Social Network wird der Soundtrack zu Verblendung von Trent Reznor stammen. Obwohl dieser im Bereich Filmmusik ein absoluter Neueinsteiger war, konnte sich der Musiker auf Anhieb bei den Oscarverleihungen 2011 gegen Komponisten-Schwergewichter wie Hans Zimmer durchsetzen. Mit diesem Team steht nichts mehr im Wege, um auch aus Verblendung einen echten Hit zu machen.

Obwohl mit fünf Nominierungen (u.a. für Rooney Mara als Beste Nebendarstellerin) viel versprechend ins Rennen gestartet, ergatterte Verblendung bei den Oscars 2012 nur den Preis in der Kategorie Bester Schnitt. (ST)

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Mehr Bilder (22) und Videos (14) zu Verblendung


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Verblendung
Genre
Kriminalfilm, Mysterythriller, Drama, Thriller
Zeit
2010er Jahre, Gegenwart, Vergangenheit
Ort
Schweden, Stockholm
Handlung
Anschlag, Beweisfälschung, Blanker Busen, Blume, Blumen, Computer, Ermittlung, Familiengeheimnis, Fessel, Geburtstag, Geheimnis, Gemälde, Geschenk, Gewehr, Hacker, Insel, Internet, Journalismus, Journalist, Liebesszene, Mann-Frau-Beziehung, Mord, Nackte Frau, Nacktheit, Recherche, Roman, Rückblick, Schnee, Schuss, Serienmörder, Suche nach vermisster Person, Tätowierung, Undercover, Unglückliche Kindheit, Unternehmer, Vergeltung, Vergewaltigung, Verleumdung, Vermisste Person, Vormundschaft
Stimmung
Aufregend, Ernst, Spannend
Tag
Bestsellerverfilmung, Literaturverfilmung, Remake
Verleiher
Sony Pictures Releasing GmbH
Produktionsfirma
Columbia Pictures, Film Rites, Metro-Goldwyn-Mayer, Scott Rudin Productions, Yellow Bird Films

Kritiken (34) — Film: Verblendung

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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6.0Ganz gut

Ohne über den Sinn oder Unsinn filmischer Übersetzungen in die amerikanische Sprache zu schwadronieren, meldet sich der neue David Fincher zurück, und "Verblendung" verhehlt, wieder einmal, zu keiner Zeit den künstlerischen Umbruch im Bewusstsein eines ehemaligen subversiven Bildverdunklers, stellt ihn gar unumwunden aus. "Verblendung" würdigt in seinen fesselndsten Momenten obsessiver journalistischer Spurensuche "Zodiac", wo es um das zermürbende Dechiffrieren von Fragmenten ging, und um das, womit man wahnsinnig werden kann, sich aber auch in höchste Gefahr begibt.

Aber dass Finchers vorliegende, meist analytische, oft mathematisch dramatisierte Drehbücher sich seit "Panic Room" mehr und mehr dem Diktum lebloser, dafür aber schwelend bedrohlicher Abfilmerei fügen, findet in seiner kriminalistischen Stieg-Larsson-Geschichte über die Verdrängung des Erinnerns, über vertuschte Wirtschaftsverbrechen, die Reputation der Karriere, Enthüllungsgefahr, Misogynie und antisemtische Gesellschaftssysteme eine besonders indifferente Formsprache, die dem Inneren der Figuren zuwiderläuft.

Obwohl Daniel Craig (katzenängstlich; damit konterkariert er sein Bond-Image und spielt es pointiert gegen den Strich) und Rooney Mara (anorektisch, kaltherzig) robuste und doch fragile Persönlichkeiten mit einem hohen Maß an subtilem Zorn verkörpern (Mara mehr als Craig), begreift Fincher sie rein sexuell als sich selbst befriedigende Triebwesen, wodurch es ihm, wieder einmal ("Sieben", "Zodiac"), unmöglich scheint, eine existenzielle Liebesbeziehung zu vertiefen, die trotz aller sexuellen Avancen asexuell in ihrem Wesen der Bestimmung einer tristen Bühnendekoration entspricht.

Zudem strukturiert Steven Zaillian die Handlung in parallel geschnittene Einzelabschnitte, und es zeichnet sich ab, dass sein Vorgehen, der literarischen Vorlage sklavisch nachzuhängen, spätestens im unkonzentrierten Antiklimax-Finale unangenehme Streckungen entfacht, wodurch das Drehbuch einige filmische Erweiterungen vermissen lässt, einen relevanten Schwerpunkt zu setzen, der komplexer ausgedehnt wird. So aber findet sich bei Zaillian alles aus dem Roman, und zu wenig davon kann hinausweisen – über das Stichwort, es wäre da.

Wenn Fincher allerdings audiovisuell protzt und gänzlich filmisch akzentuiert, dann ist er ganz bei sich selbst, dann forciert er einen namenlosen, naturalistischen Schrecken. Formschön vermischt er die stürmische Natur mit Kälte, dem Schneetreiben, Wahnsinn und Blut, intensiviert auf der knurrenden Tonspur tranceartige Wahrnehmungsgeräusche, während er schallende (Enya-)Musik als hintergründigen Gag heranzieht, Gewalt bizarr auszuschmücken (in einer penibel gesäuberten Folterkammer!), die im friedlichen, unschuldig weißen Schweden doppelt schmerzt.

Die einerseits wärmende, anderseits giftige Ausleuchtung, aseptische wie rustikale Innenräume sowie einige Kameraspielereien der präzisen Kadrierung lassen erahnen, wer dieser David Fincher früher einmal war, und dass er heute das bloße Handwerk des Thrills nahezu ehrfürchtig kultiviert hat. Anhand des gemorphten Titelvorspanns – Körpergewebe explodiert und saugt sich anhand von elastischen Latexfäden in das jeweils andere der Figur – ist das Leitthema Finchers explizit codiert: Die rebellische Verwandlung des Äußeren und Inneren dient dazu, sich als Zwitterwesen neu zu erschaffen. Mit einem Ausrufezeichen.

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filmschauer

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Punktgenau. Schön.


kobbi88: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

Ist dieser Film notwendig gewesen? Sicher nicht!

Ist dieser Film trotzdem sehr gut? Aber hallo!

Fincher schafft hier eine unheimlichere, eine bedrohlichere Stimmung. Dies liegt einerseits an der dunkleren, vielleicht auch pessimistischeren Sichtweise des Films. Die Farben wirken kälter, die Stimmung gedrückter. Die schauspielerischen Leistungen halten sich in etwa die Waage, wobei ich persönlich Noomi Rapace für die Rolle von Lisbeth Salander im Original zu gutaussehend fand. Da hat mir Rooney Mara weniger gefallen - und damit besser! Und auch Daniel Craig entspricht meiner Vorstellung von Mikael Blomkvist eher als es Michael Nyqvist tut.
Hervorzuheben ist in Finchers Version vor allem auch der Einsatz von Musik und Geräuschen. Nicht viele nutzen das Geräusch einer Bodenpoliermaschine, um zusätzliche Beklemmung beim Zuseher hervorzurufen.

Und dann haben wir noch eine Titelsequenz, die ihres gleichen sucht. Manche mögen sie ja nicht so sehr, ich finde sie aber überragend. Bondsche Optik, nur cooler. Dazu die Klänge von Trent Reznor und Atticus Ross. Wahnsinn!

Wegen des Geräusch- und Musikeinsatzes hat für mich dann das amerikanische Remake auch einen minimalen Vorsprung vor dem schwedischen Original.

Natürlich war dieses Remake nicht notwendig. Aber wenn alle Remakes so sind wie dieses, dann hätte ich gerne mehr davon!

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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8.5Ausgezeichnet

[...]Mehr Kino-, weniger TV-Film, die Stimmung in verstörenden bis faszinierenden Bildern noch dichter, die gelungenere Zusammenführung der beiden Hauptfiguren, in Daniel Craig den besseren Blomkvist – das sind die Hauptpunkte, über die sich David Finchers Remake des gerade einmal zwei Jahre älteren „Män som hatar kvinnor“ rechtfertigt. Den gen Auflösung radikal wegbrechenden Spannungsbogen haben die Verfilmungen von Stieg Larssons „Millennium“–Trilogieauftakt gemein, unterscheiden sich dafür in der Handhabe ihrer vermeintlichen Attraktion, der androgyn-anorektischen Cyper-Anarchistin Lisbeth Salander: was Noomi Rapaces Performance zur modernen Ikone erhob, zirkeln Fincher, Drehbuchautor Steven Zaillian und Rooney Maras apathischere Darstellung passgenau auf ein ge- und zerbrochenes, aber wehrhaftes Mädchen herunter, eine Randerscheinung zunächst, die im Leben wie im Film kaum ihren Platz findet, ehe sich die Story in einem träumerischen Schlussakt als ihr ganz persönliches Märchen offenbart – ohne Happy End.

Lange Zeit ist der um Ruf und Ruhm gebrachte Journalist Mikael Blomkvist in seinem bitteren und einsamen Streben nach Wahrheit und Reputation die um Längen spannendere Figur, sein Eindringen in die notdürftig mit Ablehnung und Verschwiegenheit gestopften Risse der Famile Vanger und das pessimistische Entblättern einer Fassadengesellschaft genügen „The Girl with the Dragon Tattoo“ ganz ohne dessen Anwesenheit, um selbst dann zu fesseln, wenn man das Original gesehen hat. Die Salander-Szenen indes… eben irgendwie wie fremd im eigenen Film, Störfragmente im Stimmungsbild der einnehmenden Recherche- und Ausgrabungsarbeit Blomkvists, aber der Figur der nippel- und facegepiercten Punkerin damit vollauf gerecht werdend. Fincher und Mara stellen sie nicht aus, sondern lassen sich Lisbeth geradezu parasitär ihren Weg in die Handlung hinein bahnen. Von Rapace wollte man mehr sehen, von Mara am liebsten gar nichts – und so seltsam das klingt, es ist dem „Girl with the Dragon Tattoo“ kein Nachteil, weder in der Ambivalenz aus fraulich reiz- und sexuell selbstbewusster Enthemmung und kindlicher Verschlossenheit in Maras Spiel, noch im dramaturgisch eng geschnürrten Nachstellgestus des Films.

Fazit: „The Girl with the Dragon Tattoo“ ist die vor allem audiovisuell aufgebohrte Version von „Män som hatar kvinnor“, in gefrierkalten Bildern und mit Trent Reznors/Atticus Ross‘ schwelendem Score formt Fincher aus dem soliden Fernsehkrimi einen düster-durchdringenden Leinwandluxus, der gleiche Schauplätze, Sequenzen und Schocks nutzt, das Puzzle nur um wenige, aber kluge Teile ergänzt und erweitert (Blomkvists Affäre mit seiner Herausgeberin, das Verhältnis zu seiner Tochter,…) und ausspart, wo sonst zuviel Schein das Zwielicht erhellt hätte (Salanders Background wird nur ganz marginal angerissen, sie dadurch nicht zur totalen Rächerin gegen „das Mannschwein“ als Oberbegriff ihrer Katharsis). Und insgesamt ergibt sich daraus das schlüssigere Gesamtbild, der rundere und plausiblere Film, wofür die eingangs erwähnte erste Begegnung des hadernden Ermittlers und der Junkpunkgöre DAS Beispiel ist. »Rape, torture, fire, animals, religion. Am I missing anything?« Ja, Herr Blomkvist, die herausragende Vorspannsequenz, straight out of James Bonds nightmares, unterlegt mit Karen O’s treibendem Led Zeppelin-Cover, dem Immigrant Song. Immigreat quasi, wie der ganze Film: eine großartige Immitation.[...]

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Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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9.5Herausragend

[...] Es dauert, bis Blomkvist und Salander letztlich aufeinandertreffen, doch bis dahin muss sich Lisbeth auch erst einmal von ihrem von Rechts wegen gestellten Vormund emanzipieren, allein diese Szenen sind an Drastik und Eindringlichkeit im Übrigen kaum zu übertreffen und rühren schon an der Substanz. Doch auch das immer verworrener werdende Treiben im verschneiten Hedeby zieht den Zuschauer unentwegt in seinen Bann und offenbart stilistisch gekonnt nach und nach immer neue Details zum Verschwinden Harriets. Dabei beeindrucken zuvorderst die visuell greifbare Düsternis und die lebensfeindliche Landschaft und man meint beinahe die Anspannung zu spüren und harrt der Offenbarungen, die noch im Schatten lauern. Die Bildkompositionen vermitteln, gepaart mit dem exquisiten Score, genau die unterschwellige Bedrohung, die auch bezeichnend ist für die Geheimnisse und die latente Aggression der Familienmitglieder untereinander und gegenüber Blomkvist. [...]

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Julio Sacchi: Das Manifest

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7.5Sehenswert

Zwei Stunden lang ist das ein absoluter Triumph Finchers, ein unerhört ausgefeilt kadrierter, stimmungsvoller und von Ross/Reznor adäquat befeuerter Thriller. Dann, im allzu fröhlichen, halbstündigen Epilog, verlieren er und Zaillian Faden und Maß und unterliegen zumindest an dieser Stelle der vergleichsweise biederen schwedischen Verfilmung (auf der dieser Film, das muß man sagen, eher basiert als auf dem Roman). Rooney Mara schlägt sich recht wacker in der mädchenhafter angelegten Rolle der Lisbeth, aber die wahre Sensation ist Daniel Craig, der hier absolut jeden Ton trifft. Ein schöner Film, der allerdings ruhig etwas mehr hätte weh tun dürfen.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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4.0Uninteressant

Ein gutes Remake gewinnt der Vorlage neue Seiten ab, eröffnet einen neuen Blick auf die bereits bekannte Geschichte und im Idealfall wirkt das Remake dann sogar wie ein neuer Film, ein eigenständiges Werk. David Fincher gelingt dies alles nicht. Sein Remake zum Schweden-Thriller "Verblendung" ist im Grunde nicht mehr als eine Portierung. Litt das Original noch an seiner TV-Optik, so hüllt Fincher hier alles in grandiose Bilder. Schick, sehr schick sogar, aber das reicht nicht. Auch die Darsteller sind gut, nur was bringt mir das? Ich kenne die Geschichte. Ihr Verlauf und Ausgang sind mir bekannt, da reicht es nun ma nicht aus, einfach alles hübsch zu verpacken und einen guten Soundtrack drüberzulegen. Nein, das US-Remake ist für mich ein Paradebeispiel eines gescheiterten Remakes. Freilich, wer das Original nicht kennt, erhält mit Finchers Film bestimmt einen ansehnlichen Thriller.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten

stuforcedyou

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keine Ursache ;)


cyranorick

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Hmm... naja, habe jetzt den Ami zuerst gesehen.. klingt ja fast so, als müsse ich den nach Sichtung des Originals nach unten korrigieren.. naja, bin gespannt XD


the gaffer: the-gaffer.de

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5.0Geht so

Selbst in seinen enttäuschendsten Momenten hat David Fincher für gewöhnlich etwas zu zeigen und wenn es nur seine elegante filmische Erzählweise ist, der im zeitgenössischen amerikanischen Mainstreamkino niemand das Wasser reichen kann. Verblendung jedoch wirkt wie die gelangweilte Auftragsarbeit eines satten Regisseurs, der seinem Vertrag mit Sony nachommen muss. Viel wurde über die mainstreamtaugliche Lisbeth Salander-Interpretation geschrieben, doch auch ohne die aufgestülpte Beziehung zu Mikael Blomkvist (Daniel Craig) hätte Lisbeth, pardon, Rooney [Mara] dank ihres seltsam gestelzten Dialekts deplatziert gewirkt. Die Vorhersehbarkeit der Story nagte schon an der Kinotauglichkeit der schwedischen Verfilmung, bei Fincher schlägt sie umso mehr ein. Trotz der vielversprechenden Kombination Hacker- meets Serienkillerfilm gleicht das Feelbadmovie dem solala-Aufsatz eines Spitzenschülers. In seinen Einzelteilen stilistisch schön zu lesen, insgesamt aber verschenktes Potenzial.

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Co-Pilot

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Sorry Gaffer; aber auch du könntest dir mal meinen post zu Batzman durchlesen... - betrifft dich genauso.


the gaffer

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Da bin ich ja froh, dass du ganz genau weißt, wie wir Filme sehen müssen. ;)


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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5.5Geht so

Nicht wirklich schlecht, nur unglaublich überflüssig. Fincher hat außer seinen sterilen Hochglanz-Bildern der Story nichts wirklich neues hinzuzufügen. Der geleckte Look nimmt dem ganzen aber auch viel von der Unmittelbarkeit und Rauhheit der schwedischen Verfilmung, schafft Distanz und lässt spürbar kälter. Rooney Mara wirkt leider auch eher wie ein Mädchen aus gutem Hause, dass zu Halloween als Cracknutte geht, als tatsächlich wie die authentische Naturgewalt, als die Nomie Rapace Lisbeth Salander spielte. Daniel Craig fehlt die knarzige Unscheinbarkeit von Michael Nyqvist - er wirkt zu cool, zu heldenhaft. Technisch ist das Ganze okay, aber genau wie das Remake von So finster die Nacht bleibt der Beigeschmack, dass hier unnötig etwas nachgedreht und geglättet wurde, ohne dabei tatsächlich etwas originär neues zu schaffen.

14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Co-Pilot

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@BATZMAN:

was hättest du denn geschrieben wenn du den Film "unvorbelastet" gesehen hättest? So wie ich zB.
Also ohne von 00:00:01 bis 2:38:00 Vergleiche zum "Original" heranzuziehen?
Ich sags dir; dann hättest du einen guten, unterhaltsamen, spannenden und authentisch wirkenden Film gehabt.
Deine Kritik ist eindimensional-unfair.


Batzman

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Ja und wenns der erste Film wäre, den ich im Leben gesehen hätte und davor in einer Höhle gewohnt hätte, fände ich wahrscheinlich auch Transformers faszinierend. Und Remakes müssen sich eben am Original messen lassen und die wirklich guten schaffen es dem Thema einen neuen, originellen Aspekt abzugewinnen. Fincher liefert wie meist Style over Substance und ist in diesem Fall einfach nicht sehr interessant. Ich find ihn generell ziemlich überschätzt.


Corsovilla: SchönerDenken

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7.0Sehenswert

David Finchers Version von “Verblendung” braucht geschätzt eine Dreiviertelstunde, bis er bei sich und den (meisten) Zuschauern angekommen ist. Einem dramaturgischen Korsett unterwirft sich Fincher nicht und das hat auch seine Nachteile: Statt in anderthalb Stunden den Bogen kriegen zu müssen, kann sich diese Verfilmung Zeit für Details nehmen – und manchmal auch verzetteln. Ein düsterer, schwieriger, auf jeden Fall sehr sehenswerter Film – und definitiv eher für Hartgesottene, denn einige Gewaltszenen snd schwer zu ertragen. (Mehr im Podcast)

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SiameseMax: SiameseMovies

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5.0Geht so

[...] Einige Neuerungen und Hinzufügungen Finchers wirken zudem ungelenk, als hätte der Regisseur allzu oft den Fokus auf jene Aspekte der Story gelegt, welche die 2009er-Verfilmung zu Recht vernachlässigte oder lediglich umriss. Dumm nur, dass der Zuschauer bei der Neuverfilmung trotz angestrebter Klarheit des Öfteren Gefahr läuft, der komplexen Story nicht folgen zu können, da Fincher auch die persönliche Beziehung zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist in ein völlig profaneres Licht rückt, indem er ihr jegliche Dynamik nimmt und hier und da als Ausgleich ein paar Sex-Szenen ergänzt. Scheinbar fehlt dem Regisseur hier das sichere Händchen für eine schwierige Beziehung, und gleichzeitig der Einblick in eine zutiefst verletzte Seele. Sogar Salanders für die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Figur unabdingbar wichtige Vergangenheit wird in einer der Schlüsselszenen des Originals einfach weggelassen. Das Feuer, das auf mehreren Ebenen ihre Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und zu ihrem ständigen, unliebsamen Begleiter geworden ist, wird in der US-Version ihrer Geschichte im Keim erstickt. [...]

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BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

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8.0Ausgezeichnet

Es sind unterm Strich vielleicht Kleinigkeiten, die hier anders sind, aber diese Kleinigkeiten machen einen Unterschied.
Oplev stürzt sich ausgiebiger auf den Crime-Plot, während Fincher mich tiefer in die Charaktere zieht.
Ich weiss nicht, ob es diese Veränderungen sind, oder wohlmöglich noch stärker die erbarmungslos dichte Umsetzung und der - die unheilvollen Bilder meisterhaft unterstreichende - melancholische bis treibende Score von Trent Reznor und Atticus Ross (Nine Inch Nails), aber die Amis haben mich dieses Mal mit einer Neu-Interpretation restlos überzeugt.

Man darf mich abschließend gerne mit Gemüse bewerfen, aber ich bleibe dabei:
Finchers „Verblendung“ ist besser als Oplevs Vorgänger. Ich bin gespannt auf die Fortsetzungen.

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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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7.0Sehenswert

Der Ami schaut synchronisierte Movies allenfalls im Arthouse-Cinema. Also wird gewinnträchtiger Stoff abermals verfilmt, auch wenn das Original keine drei Jahre alt ist – wie der vom schwedischen Krimi-Autor Stieg Larsson unvollendeten „Millennium“-Reihe erster Teil. Beschränkt auf wenige Variationen zum Vorgänger und der Buchvorlage „Männer, die Frauen hassen“ ist David Finchers 158-Minüter bei aller Redundanz ein nicht minder reizvoller wie schonungsloser Thriller geworden. Und sollte er sich auch für die Remakes von „Verdammnis“ und „Vergebung“ bereiterklären, könnte Hollywood sogar mit der tonangebenden Trilogie triumphieren.

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Edward Nigma: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

"They say that I'm insane. No, it's okay, nod. I am insane."

Hollywood gehen die Ideen aus: Reboots, Remakes und Fortsetzungen, wohin das Auge reicht. Auch im Ausland, insbesondere Europa, wird seit einigen Jahren fleißig gewildert. Doch der amerikanische Remake-Wahn beschränkt sich nicht nur auf die Klassiker des europäischen Kinos, nein, auch neuere Kino-Erfolge werden (meist) unnötigerweise neu aufgelegt. Warum Untertitel und synchronisierte Filme für das amerikanische Publikum scheinbar unzumutbar sind, bleibt wohl ewig ein Rätsel. Jüngstes Remake-Opfer ist der gefeierte erste Teil von Stieg Larssons Millenium-Trilogie „Verblendung“ und dabei kam der Thriller aus dem frostigen Norden doch erst Anfang 2009 in die europäischen Kinos. Glücklicherweise ist „Verblendung“ mehr als nur eine amerikanisierte Kopie des schwedischen Krimihits von 2009 geworden, zu verdanken ist das „Fight Club“-Regisseur David Fincher, der sich im düster-verschneiten Schweden sichtlich wohlfühlt, und einen spannenden, kurzweiligen und atmosphärisch dichten Thriller inszeniert, der sich locker mit dem Original messen kann und ihn in einigen Punkten sogar noch übertrifft.

Der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) wird vom Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) angeheuert, um Nachforschungen über den Verbleib seiner seit über 40 Jahren vermissten Nichte Herriet anzustellen. Henrik Vanger vermutet, dass einer seiner Verwandten für das Verschwinden seiner Nichte verantwortlich ist, da diese nur aus Lügnern, Betrügern und Nazis bestehen würde. Unterstützung bekommt Mikael Blomkvist von der jungen Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara), die Blomkvist nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihrer beeindruckenden journalistischen Spürnase beeindruckt. Gemeinsam bringt das ungleiche Team eine grausame Wahrheit ans Licht…

David Fincher ist ein Meister seines Fachs und das hat er mit „Verblendung“ einmal mehr unter Beweis gestellt. Fincher erschafft ein bedrohliches und zugleich fast märchenhaftes Bild des modernen Schwedens. Fängt er in einem Moment herrlich verschneite Landschaftspanoramen ein, offenbart er im nächsten Moment die düsteren Abgründe des modernen Großstadtlebens. Hier ist die bedrohliche Atmosphäre, die durch den knarzigen, pulsierenden Soundtrack von Trent Reznor noch verstärkt wird, direkt greifbar. Doch auch das Leben außerhalb der Großstadt hat seine Schattenseiten, nur sind diese nicht sofort sichtbar. Hier ist nichts, was es scheint, das gilt nicht nur für die Familie Vanger mit ihrer dunklen Familiengeschichte, sondern auch für die Natur als solche. Fincher verwandelt das Winter-Wunderland mit voranschreitender Fallentwicklung in eine menschenunfreundliche, eisige Hölle, die dem Großstadtmensch Blomkvist während der Ermittlungsarbeiten sichtlich zu schaffen macht.

Wer im Vorfeld geglaubt hat, dass Noomi Rapace als geheimnisvolle Goth-Lady Lisbeth Salander nicht mehr zu übertreffen sei, der wird seine Meinung nach Rooney Maras („The Social Network“) Leistung in „Verblendung“ noch mal überdenken müssen. So fesselt diese Lisbeth nicht nur durch ihr Aussehen, wirkt Rooney Mara doch fast wie ein zerbrechliches, androgynes Wesen, das direkt aus einem Marilyn-Manson-Videoclip entsprungen sein könnte, sondern auch ihr Charakter ist deutlich düsterer und aggressiver angelegt, als es noch in der 2009-Version der Fall war. Lisbeth ist eine Figur voller Gegensätze, was sie zu einer unberechenbaren, aber auch geheimnisvollen Persönlichkeit macht und Rooney Mara weiß das Potenzial dieser Figur gekonnt auszuspielen und die Zuschauer so in ihren Bann zu ziehen. Darunter hat natürlich insbesondere Spielpartner Daniel Craig („Casino Royal“) zu leiden, der in den gemeinsamen Szenen oftmals den Kürzeren zieht. Doch auch Daniel Craig weiß in seiner Rolle als cleverer Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist zu gefallen und gibt den sympathischen Jedermann aus der Großstadt, und stellt damit das perfekte Gegenstück zur extremen Lisbeth dar.

David Fincher hat das Kunststück vollbracht, ein eigentlich unnötiges Remake doch noch in ein echtes Kino-Highlight zu verwandeln. Kleinere Längen werden mühelos durch die perfekte Inszenierung überdeckt und letztendlich bleibt es halt eine Geschmacksfrage, ob man nun Finchers treibender Inszenierung oder der unaufgeregten Erzählweise von Niels Arden Oplev, Regisseur der 2009-Version, den Vorrang gibt, schlecht ist definitiv keiner der Filme. Ob und mit welchem Regisseur die Ermittlungsarbeiten von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander weitergehen werden, steht bisher noch in den Sternen. Fincher jedenfalls hat momentan mehr als genug Projekte am Laufen. So gilt er immer noch als heißer Kandidat für eine Verfilmung des Jules-Verne-Klassikers „20.000 Miles unter dem Meer“, außerdem arbeitet er bereits an einer Verfilmung des Kult-Comics „The Goon“.

Fazit: Düster, brutal, spannend, das ist „Verblendung“. Fincher inszeniert nach „Sieben“ und „Zodiac – Die Spur des Killers“ einen weiteren Thriller auf gewohnt hohem Niveau und zeigt einmal mehr, dass er zu den ganz großen seiner Zunft gehört.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Le Samourai

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Ganz toller Text!!!


Edward Nigma

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Danke :)


Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de

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6.5Ganz gut

Die amerikanische Fassung ist mit Daniel Craig als Enthüllungsjournalist Mikael Blomqvist und Christopher Plummer in der Rolle des altehrwürdigen Unternehmers Henrik Vanger dem europäischen Erfolgsfilm ein wenig überlegen. Als Lisbeth Salander war allerdings Noomi Rapace 2009 in ihrem Spiel so eindringlich, daß in der neuen Version Rooney Mara zwar sehr gut ist, aber der Rolle nichts Neues hinzufügen kann. Es ist halt ein bißchen wie mit den verschiedenen Mozartkugeln: Es gibt original Mozartkugeln, und es gibt lediglich echte Mozartkugeln.
Es ist schwer zu sagen, ob der neue Film besser oder schlechter als der alte ist. Wenn man die Urfassung kennt, erlebt man hin und wieder ein Deja Vu, was im Kino auch eine interessante Erfahrung sein kann. Doch der Thriller bleibt spannend und der Regisseur David Fincher ist für diesen Stoff prädestiniert:
Die Story ist auf mehreren Ebenen interessant. Eine tragische Tagesaktualität gewinnt der Film – und vielleicht ist es deshalb gut, daß er einfach noch einmal in die Kinos kommt – zum einen durch die NSU-Mordfälle, zum anderen aber vor allem durch den norwegischen Attentäter Breivik, dessen Feindbild Juden, Moslems und Kulturmarxisten bilden. Der Nationalsozialismus lebt wie ein Untoter fort; „Verblendung“ zeigt uns seine schwedische Ausprägung.
Eine andere Ebene ist mindestens ebenso komplex. Es geht um Enthüllungsjournalismus, um Öffentlichkeit, Transparenz, das Verhältnis von Politik und Wirtschaft, und es geht um die unvermeidbare Nähe zum Boulevard mit all seinen Niederungen. Alles ist ineinander verwickelt, wenn wir auf die Figurenkonstellation blicken.
Blomqvist ist ein Enthüllungsjournalist, der die Gegenwart verlässt und tief in die Vergangenheit eintaucht. Er hat den Prozeß gegen den kriminellen Hellerström verloren und kümmert sich nun um ein altes Verbrechen. Von dort aus bricht er später wieder in die Gegenwart auf mit neuen Beweisen gegen Hellerström. Der Milliardär Hellerström steht für das Symptom „Wirtschaftsverbrechen“. So folgenreich und schwerwiegend seine Taten auch sind, im Film erscheinen sie mathematisch, digital und nicht gerade schmutzig. Den Gegensatz dazu bildet die Familiendynastie Vanger, hier ist – wie sich schnell zeigen wird – alles blutverschmiert, böse und niederträchtig. Und Blomqvists Arbeits- und Liebes-Partnerin Lisbeth Salander durchlebt zunächst diese Niedertracht, die männliche Gewalt im Privaten selbst; sie erkennt den Zusammenhang und kämpft anschließend gegen dieses gesamtgesellschaftliche Problem. Der Roman heißt im Original: „Männer, die Frauen hassen“. Diese quadratische Figurenkonstellation aus Hellerström, Blomqvist, Vanger und Salander umschließt uns Zuschauer. Wir stehen mittendrin.

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Xander8112: Xanders Blog

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9.0Herausragend

[...]
Wie bewertet man einen Film, dessen Inhalt man sich schon kurz zuvor in zwei Fassungen – Buch und Film – zu Gemüte geführt hat? Das er im Grunde die gleiche Geschichte noch einmal erzählt, kann man ihm wohl kaum ankreiden. Das das Buch nicht Wort für Wort verfilmt werden kann, dürfte klar sein. Fincher schafft es jedoch, die erste Verfilmung des Stoffes wie einen drögen Ikea-Tatort aussehen zu lassen, der sich nur auf seinen Kriminalfall konzentriert. Das macht den ersten Teil nicht schlechter, das soll nur als Vergleich dienen, denn „The Girl With The Dragon Tattoo“ ist, um mal so zu sagen: Moderner. Moderner bitte nicht automatisch gleichsetzen mit „besser“, aber in diesem Fall liefert Fincher ganz einfach den Film ab, den ich mir nach Lektüre des Buches gewünscht hatte. Wenn ich bei dem Original noch geschrieben habe: „Abzüge muss es aber zum einen geben, weil es so viel mehr hätte sein können“ – dann muss ich sagen: Hiermit erledigt.

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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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8.0Ausgezeichnet

Was von Finchers "The Girl with the Dragon Tattoo" letztlich in Erinnerung bleibt, ist die visuelle Kraft, eine großartige Credits-Sequenz und ein herrlich atmosphärischer Score von Trent Reznor und Atticus Ross (inklusive NIN-Anspielung im Film). Finchers Film ist nicht besser als Niels Arden Oplevs, aber auch nicht schlechter. Aus diesem Grund bin ich doch ein klein wenig enttäuscht.

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Co-Pilot

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"Finchers Film ist nicht besser als Niels Arden Oplevs, aber auch nicht schlechter. Aus diesem Grund bin ich doch ein klein wenig enttäuscht."

??? Logik? Looogik? ... Wohl grad nicht da.


Filmering: Filmering.at

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7.0Sehenswert

David Finchers Verblendung ist künstlerisch ambitionierter als das Original, hat ein großartiges Intro und einen wunderbaren Soundtrack von Trent Reznor, der wie eine emotionale Lebenslinie unter allen Szenen pulsiert - aber dennoch ist das Original der bessere Film. Das liegt zum einen daran, dass in der ersten Verfilmung die Ermittlungsarbeit spannender geschildert wurde und zum anderen, dass die Atmosphäre weitaus einnehmender war. Außerdem ist es doch enttäuschend zu sehen, dass fast alle Schlüsselszenen sehr ähnlich sind und sich Fincher nicht getraut hat etwas Neues zu versuchen (selbst an den Stellen an denen es dem Stoff gut getan hätte). In Summe ist Verblendung dennoch ein guter Film, der aber vor allem für all jene interessant sein dürfte, die das Original noch nicht gesehen haben.

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Co-Pilot

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"aber vor allem für all jene interessant sein dürfte, die das Original noch nicht gesehen haben. " - Genau, dann verkneift man sich nämlich diese öden Vergleiche mit der Ikea-Version. DAFÜR hat Fincher Verblendung mit Sicherheit nicht gedreht - um primär verglichen zu werden anstatt den "reinen" Film zu analysieren.


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8.0Ausgezeichnet

Wahrscheinlich waren es wirtschaftliche Gründe, die zu dem schnellen Recycling führten. David Finchers „Verblendung“ spielte allein in den USA seit Weihnachten rund 60 Millionen Dollar und damit zwei Drittel des Budgets ein. Die Frage, ob – wer sich noch frisch an die schwedische Adaption erinnert – unbedingt auch die US-Version sehen sollte, kann jedoch getrost verneint werden. Trotz unterschiedlicher Drehbücher sind sich beide Filme sehr ähnlich und gleichermaßen anspruchsvoll. Allerdings kann man bei einem so bekannten Stoff auch nur schwer Neuland betreten.
Wie Oplev inszeniert Fincher die brutalste Szene, in der Lisbeth von ihrem Vormund vergewaltigt wird, in schonungslosen Bildern. Und auch bei der Racheaktion, während der Lisbeth ihrem Tyrannen ein ungeschöntes Schuldgeständnis auf die Brust tätowiert, lässt er kein Detail aus.

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A. Resch

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7.5Sehenswert

Dass Verblendung ein sehenswerter Film ist, liegt neben der spannenden Geschichte und der hoch interessanten Protagonistin vor allem an einer bis in die Nebenrollen großartigen Besetzung und einer überaus gekonnten Inszenierung, die, was Musik, Sounddesign, Schnitt und Farbgestaltung anbetrifft, um einiges atmosphärischer daherkommt als die von Niels Arden Oplev.

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Kai Mihm: epd Film Kai Mihm: epd Film

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7.5Sehenswert

Verblendung ist visuell und akustisch betörend, ein Meisterstück in Sachen filmischen Handwerks. [...] Und trotz alldem lassen einen die Geschehnisse weitgehend kalt. Das kann Finchers distanziert wirkender Inszenierung geschuldet sein, hängt bei genauerer Betrachtung aber vor allem mit Steven Zaillians Drehbuch zusammen.

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Alle Kritiken (34)


Kommentare (302) — Film: Verblendung


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Chewbacca

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Bewertung7.5Sehenswert

Das Prinzip ist immer gleich, wird aber selten so gut umgesetzt wie in David Finchers Version über das Mädchen mit dem Drachen-Tattoo. Er schafft es gut die düstere Grundstimmung der Stieg Larsson Verfilmung aus dem Jahr 2009 aufzufangen und setzt dabei auch eigene Elemente um. Trotz namhafter Schauspieler schafft er es aber nicht, eine derart dichte Atmosphäre zu schaffen und zieht sein hoffnungsloses Ende leider zu arg in die Länge.
Man darf das auch nicht falsch verstehen, Daniel Craig und Rooney Mara scheinen Idealbesetzungen zu sein und auch der Rest des Casts ist sehr erlesen ausgesucht wurden, doch leider fehlt das Kernige, das Echte am Film. Es ist natürlich schwierig, weil ich naturgemäß erst die schwedische Version gesehen habe und nun die Neufassung als Kopie empfinde, ein ungleiches Abbild, das niemals dessen Tiefe erreichen kann. Interessanterweise bin ich mit dieser Meinung nicht ganz allein.

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heikschn

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Bewertung5.0Geht so

David Finmcher setzt den Roman Verblendung gut um. Erfahrener Regisseur, der er ist, lässt er hier nichts anbringen. Ob er sich dabei genug oder zu sehr an das Buch hält, mag jeder anders sehen. Grundsätzlich ist und bleibt es aber einfach ein überflüssiger Film, da die skandinavische Erstverfilmung bereits gut genug gelungen ist und sich Finchers Film auch nicht stark genug vom Erstling abheben kann.

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Fampf

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kenne sowohl Buch, wie auch die Originalverfilmung.
Und da muss ich sagen kommt diese hier dem eigentlichen Buch um einiges näher. Ich bin geradezu beeindruckt wie viele der im Buch beschriebenen Kleinigkeiten ihren Weg in diesen Film gefunden haben.
Vor allem gefällt mir hier die Darstellung des Martin Vanger um einiges besser, als in der Originalfassung

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marvel_master

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein gut gemachter Thriller wo man mal zur Abwechselung auch seinen Verstand einschalten muss. Ich selber kenne das Buch nicht. Ich kann jetzt nur den Film beurteilen. Ist jedenfalls kein Film für Kinder. Dafür ist der doch etwas zu hart.

Ich finde das Drehbuch gut. Die Schauspieler auch. Sie überzeugen. Auch erkennt man erst am Schluss die wahren Killer.

VG
Marvel

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Grambambuli

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schau dir mal die Erstverfilmung an, in der Trilogie, im DirCut...


huababuar

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Da ich weder Buch noch Originalfilm gesehen/gelesen habe, kann ich nichts zu den Vergleichen meiner Vorgänger sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass mich das Hollywood Remake von Verblendung mit Daniel Craig und Rooney Mara über weite Strecken überzeugt hat. Nach "Fight Club", "Zodiac" und "The Social Network" waren meine Erwartungen an das neue Werk von Großmeister David Fincher ehrlich gesagt ziemlich hoch. Diese Erwartungen wurden auch größtenteils erfüllt.
Zugegebenermaßen musste ich erst einmal schlucken, dass der Film ganze 158 Minuten zählte, doch erstaunlicherweise hatte der Film wie auch schon "Zodiac" nur wenige Längen. Die Story ist komplex - manchmal etwas zu komplex - weshalb man dem Streifen aufmerksam Folgen sollte, da die Wahrscheinlichkeit, etwas Entscheidendes zu verpassen bei "Verblendung" ziemlich groß ist. Allein der Familienstammbaum der Vangers ist sehr verzweigt und erfordert über die vollen zweieinhalb Stunden volle Konzentration. Auch die düstere Skandinavien-Kulisse sagt mir zu und erinnert mich etwas an "Cold Prey 3". Sicherlich kommt das beim Original aber noch viel besser rüber.
Unter den Schauspielern sticht meiner Meinung nach Rooney Mara heraus, die für ihre Rolle als Lisbeth Salander zurecht eine Oscarnominierung als beste Nebendarstellung dar. Auch Daniel Craig spielt seinen Part mehr als solide runter und ist erfreulicherweise diesmal in einer weniger actionlastigen Rolle zu sehen.
Das große Plus des Streifens ist sicherlich die gut durchleuchtete Familiengeschichte der Vangers und das Verlangen des Betrachters danach, die Wahrheit über die Mordserie zu erfahren. Der Showdown am Ende tut sein Übriges.

Insgesamt ein Krimi/Thriller, den ich absolut empfehlen kann. War nicht grundlos mehrfach für den Oscar nominiert (auch wenn es nur für den Gewinn in der Kategorie bester Schnitt gereicht hat).

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huababuar

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* Nominierung für die beste Hauptdarstellerin


Bletch

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich habe mich schon sehr gewundert, dass nur 2 Jahre nach der Erstverfilmung ein Remake aus den USA kommen musste. Und dann noch von einem Kult-Regisseur wie David Fincher!? Da ich dieser Neuverfilmung skeptisch gegenüber stand, habe ich gestern erst den im TV aufgenommenen Film angeschaut.
Atmosphäre, Optik, Drehbuch und Darsteller (und bei Daniel Craig war ich echt skeptisch) passen allesamt. Rooney Mara wurde für Ihre Rolle als Lisbeth nicht umsonst für den Oscar und Golden Globe nominiert. Daher verstehe ich die hier zum Teil geäußerte Kritik zur Rolle von Lisbeth nicht so richtig.
Die Umsetzung vom Buch ist übrigens aus meiner Sicht weitestgehend gelungen. Eine perfekte 1:1-Umsetzung ist doch generell schwierig bis unmöglich.
Mein Fazit: Zwar keine überragende, aber dennoch gute Verfilmung, die nicht ganz mit dem Original mithalten kann. Für einen DVD-/TV-Abend aber auf jeden Fall ok!

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Sommergirl

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Bewertung6.0Ganz gut

Aus Neugier sah ich mir den Film letztens in TV an, ich wollte wissen wie er umgesetzt worden ist. Grundsätzlich ist er okay, aber es fehlt im der skurille skandinavische Touch, die Darsteller sind etwas blass, vor allem Lisbeth finde ich von Noomi Rapace wesentlich besser dargestellt, diese hier ist farblos. Die Story ist irgendwie auch etwas amerikanisiert worden, es fehlt halt wirklich der Kick... als abendliche TV-Unterhaltung okay, aber ich bevorzuge die ursprüngliche Verfilmung!

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Markbln

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Bewertung4.0Uninteressant

UUU
unspannend und ueberflüssig.

Das Beste an dieser VERBLENDUNG ist Enyas "Orinoco Flow". Und das will was heißen.
Der Film ist wirklich schrecklich glatt. Alle Ecken und Kanten, alles, was böse und pervers an VERBLENDUNG war, wurde hier poliert. Der prätentiöse Vorspann, der formal eigentlich gar nichts mit dem folgenden Film zu tun hat und Led Zeppelins "Immigrant Song" in einer Billigversion benutzt, sagt alles. Der Film verbringt dann gefühlte 30 Minuten damit, Bilderscannen- und klicken auf diversen Laptops zu fotografieren. Der Zwang, eine eigentlich ganz interessante, kurzweilige und vor allem auch gesellschaftskritische Geschichte auf 158 Minuten aufzublasen und ihr dabei jegliche politische Dimension zu rauben, wird hier kolossal bestraft.
Die Lisbeth bleibt genau wie in der schwedischen Verfilmung eine recht eindimensionale Figur. Hier darf sie noch etwas sexlüsterner und gleichzeitig seelenloser sein, dafür wirkt ihr amerikanisches Emo-Gothic-Nerd-Outfit wirklich noch doofer.
Daniel Craig darf mächtig frieren, in seinen Eine-Nummer-zu-klein-H&M-Klamotten. Richtig intelligent und interessiert wirkt er nicht. Seine Figur ist richtig schwach angelegt. Die ganze Produktion ist seltsam leblos. Und das liegt nicht an der dunklen, kalten skandinavischen Nacht. Ständig heult der Wind, ob in der Journalisten-Bretterbude oder in der millionenteuren Designer-Villa. Frösteln tue ich trotzdem nicht. Was nutzt das ganze gute Handwerk und die eleganten Bilder, wenn die Geschichte doch nur plumpe Figuren bietet und das Drehbuch sich lieber unnötig verwirrt gibt, als Spannung aufzubauen. Christopher Plummer, Stellan Skarsgard sind nur Stichwortgeber. Ihre Figuren, die ja den politischen Kontext des Romans bildeten, sind komplett ausgehohlt. So wird die finale Kellerszene, die im Original so fesselnd war, hier auch nur zur kurzen Lachnummer. Ein Thriller ohne Thrill, den ich stinklangweilig fand.

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Markbln

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Bin voll bei einSchluss und den anderen nichtgoutierern. Fincher hat das Buch überhaupt nicht verstanden meines Erachtens. Es war ja so erfolgreich, weil es unglaublich authentisch war. Man wusste, dass Blomkvist das Alter Ego von Stieg Larsson war. Die schwedische Verfilmung hat das kongenial rübergebracht und auch den Spannungsaufbau besonders in den Rechercheszenen super eingefangen. Finchers Erguss ist ein langweiles, unnötig verwirrtes Egoshoot, dessen Düsternis ich völlig aufgesetzt empfand. Besonders die bereits erwähnte finale Kellerszene war ein Witz.


Markbln

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...und was ganz entscheident fehlt ist die Wennerström-Story, die neofaschistische Seite der Story, die Ermittlungen der links-liberalen Zeitung "Millenium", das ein entscheidendes Anliegen des Autors postuliert, dem es um die aktuellen schwedischen Zustände ging. Das hat Fincher fast vollständig gekillt (klar, das jukct den US-Markt nicht) und das halte ich gegenüber dem Autor für fahrlässig. Der Film ist völlig zahnlos und gekünstelt.


onnkell

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gutes US-Remake, wobei mir die Erstverfilmung dennoch besser gefällt, da diese etwas tiefgründiger ausfällt!

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TobivanTobsen

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Bewertung4.5Uninteressant

Ohne Vergleich zum 1.Teil der Originalromanverfilmung:
4.5 Punkte. Schlechter? Ja, weil der Streifen wie ein Schema F Thriller wirkt. Interessanter Plot, nette Inszenierung, aber die Musik, die Kameraführung, all das habe ich doch schon mal gesehen?! Und Daniel Craig regt in mir zu sehr die Assoziation an, dass es ein abgefahrener Actionfilm ist, der mich da erwartet. Popularism of the actor vs. individuel Acting.

Mit Vergleich zur Originalromanverfilmung von Niels Arden Oplev:
3.0 Punkte, weil ich es leid bin, wie die Atmosphäre die Sotry glättet, wo sie sie ja betonen soll. Big Pictures, tadellos. Aber großinszenierte Szenenbilder lassen die Thrillerelemente nicht "realstisch" wirken, sodass der Plot sich nicht selbst entfalten kann. Danie Daniel Craig und Rooney Mara kommen nicht gegen Noomi Rapace an. Und Daniel Craig nimmt zu viel Raum ein, wohingegen Michael Nyqvist zwar eher statische Emotionszüge hat, dennoch so Interpretationsmöglichkeiten öffnet, für eine eventuelle Gefühlsohnmacht vs. journalistischem Eifer.
Ebenso ist interessant, dass hier bei Moviepilot die amerikanische Fassung zu den Genres "Kriminalfilm, Thriller, Drama" gezählt wird, wohingegen die skandinavische Fassung nur als "Thriller" daherkommt. Nichtigkeit oder Indiz für das Problem der Amerika-Verblendung (=viel hilft viel)? No one knows.

Fazit:
Scandinavian Thriller thrills me!

PS:
Ob die Bücher vielleicht noch abgefahrener sind? ... zu schade, dass wir oftmals nach dem Sehen nicht mehr unvoreingenommen beim Lesen fantasieren können. :/

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Sternenfänger*

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Bewertung7.0Sehenswert

Habe die Originalverfilmung (leider) nicht gesehen, dafür aber die Bücher verschlungen, die ich nach wie vor großartig finde.
Der Film wird dem zum Großteil gerecht und fängt die düstere, kalte Grundstimmung sehr gut ein, typisch Fincher eben. Auch die Darsteller machen ihre Sache allesamt sehr gut, anfangs war ich bei der Wahl von Daniel Craig noch recht skeptisch. Das ganze Setting entspricht auch sehr stark den Bildern, die beim Lesen des Buches im Kopf entstehen. Irgendetwas hat mich allerdings trotz allem gestört und ich kann nicht wirklich benennen, was es war. Ich glaube, wenn ich die Bücher nicht gelesen hätte, hätte ich bei manchen Zusammenhängen wahrscheinlich ein großes Fragezeichen im Kopf gehabt. Vielleicht liegt das auch nur an der geschnittenen TV-Version, wahrscheinlich aber nicht. Teilweise ging mir die Storyentwicklung einfach etwas zu schnell, ohne große Erklärungen für das Handeln der Protagonisten zu liefern. Aber wahrscheinlich ist das wieder das Schicksal, mit dem fast jede Buchverfilmung leben muss.

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RoosterCogburn

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Das was du dem Film ankreidest bezgl der Storyentwicklung, ist im Original gelungener. Persönlich empfinde ich auch die Besetzung im Original besser. Die Amis werden die Reihe wohl nicht weiiter inszenieren. Schau dir doch alle drei Filme an. Ich empfehle die Fersehschnittfassung, wird für 14 € in der BOX als Directors Cut verkauft.
http://www.amazon.de/Stieg-Larsson-Millennium-Trilogie-Directors/dp/B00COEH52G/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1395158614&sr=1-1&keywords=millenium+trilogie+directors+cut


Dady

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Bewertung7.5Sehenswert

Bin mir nicht ganz sicher ob diese Neuverfilmung jetzt unbedingt nötig war. Aber dank David Fincher ist sie mindestens genauso gut wie das Original. Er schafft es die nötige Atmosphäre aufzubauen und einen fast zu fesseln. Ein guter Soundtrack wie auch schon in "the Social Network" hilft ihm dabei ungemein. Seine beide Hauptakteure können natürlich überzeugen auch wenn ich Rooney Mara gesondert erwähnen muss. Sie spielt Lisbeth überraschend gut.
Hab den Film Gestern in der Prime Time gesehen weshalb er zensiert war. Schade eigentlich...so musste ich auf einige schockierende Szenen verzichten.

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RoboMaus

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Bewertung6.5Ganz gut

Habe weder den Roman gelesen, noch das Original gesehen. Am meisten fiel mir die stoische Ruhe auf, mit der die Story inszeniert ist. Es passiert über weite Strecken nichts Aufregendes und nie viel auf einmal (i.S.v. Action), aber wenn etwas passsiert, dann geht das unter die Haut. (SPOILER:) So wie die Szene, in der das Mädchen gut vorbereitet zu ihrem Peiniger zurückkommt und ihn fertigmacht. Als sie ankündigte ihn unschädlich zu machen hatte ich das ungute Gefühl, dass nun gewisse Körperteile abgetrennt werden, aber sie hatte schon etwas anderes in Vorbereitung... (SPOILER ENDE). Insgesamt wirkt der Plot für meinen Geschmack zu behäbig und streckenweise langatmig. 2 1/2 Stunden hätten es nicht sein müssen, da die Story einfach keinen Plot auf Epos-Länge hergibt. Ansonsten hätte das einen nicht nur interessanten, sondern auch spannenden Thriller geben können. Daher einen Punkt Abzug.

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mikadoapache

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Bewertung6.5Ganz gut

innovation sowie originalität glänzen durch abwesenheit - fincher gelingt allenfalls die routinierte inszenierung von versatzstücken, vielleicht seine schwächste arbeit - hoffe nur, dem Leser bietet die Roman-Vorlage etwas mehr Suspense

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Alienator

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Bewertung7.0Sehenswert

Nicht wirklich ein Remake, sondern eher Neuinterpretation

Fincher ist ein stylistischer Meister der Düsternis. Ohne Frage. Was er mit seinen wegweisenden Filmen wie "Sieben" oder "Fight Club" (und auch schon "Alien3") rein inzsenierungsmässig grandiosen Filmen geschaffen hat, so zeigt er hier wieder zu sein Haupthema: der Verlorenheit der menschlichen Seele in einer Welt, die vorgibt moralisch gut zu sein, aber innenliegend ein verrottetes Stück Menschlichkeit ist. Das liegt zum einen an der sehr guten Romanvorlage und zum anderen eben an dem Stil den er inne hat. Deswegen hat es Fincher so leicht einen schnellen Zugang zu der Geschichte zu finden. Sein morbides Universum wird hier filmtechnisch perfekt umgesetzt und er erlaubt sich auch Szenen die so sehr sehr selten in einen Hollywoodfilm vorkommen. Für Hollywood ist das gewagt, für uns europäer nicht neu. Was an dieser Verfilmung aber dennoch herausstechend ist, ist die Besetzung. man kann von Craig ja halten was man will, aber hier spielt er wirklich gut den verletzten Protagonisten der sich nicht erwehren kann. Hier spielt er gegen sein "Bond"-Image und ich finde recht respektabel. Auch Rooney Mara spielt die Lisbeth erstaunlich insteniv. Auch wenn Noomi Rapace der Figur ihren Stempel aufgesetzt hat, so spielt Mara tatsächlich dem Buch recht nah. Ihre Impulsivität gepaart mit einer unheilvollen Aura unterstreicht noch Finchers Düsternis. Wer allerdings im Cast heraussticht ist Stellan Skarsgard. Seine nette Art und Weise wird später so brutal gebrochen, dass er Vergleiche mit Hopkins Darstellung (zumindestens was das morbide der Figur betrifft) nicht scheuen brauch.
Dennoch wird einem das Gefühl nicht los, dass solch eine Neufassung eigentlich unnötig ist wenn man die schwedischen Filme kennt.

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uncut123

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

eigentlich wollte ich erstmal wieder die drei teile sehen bevor ich den hier anmache aber ich war zu gierig...bei Fincher kann ich nicht wiederstehen

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Lorion42

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Bewertung7.5Sehenswert

Es reicht vollkommen wenn man nur eine der beiden Verfilmungen anguckt. Die hier hat eine wesentlich bessere Sounduntermalung und bessere Besetzungen, bei der anderen Verfilmung fand ich es leichter der Handlung zu folgen. Insgesamt ist aber die Geschichte nicht so interessant, dass sie fesseln kann, wenn man sie schon kennt. Hier hab ich irgendwann gedanklich abgeschaltet - das hätte ich bei der anderen Verfilmung aber vermutlich genauso falls ich sie nochmal sehen würde. Trotzdem gibt es zweimal die selbe Wertung - ich finde es ein Unding Filme nach Originalität zu bewerten und spätere Verfilmungen grundsätzlich abzuwerten.

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MaryJo

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Bewertung2.5Ärgerlich

Sehe zum ersten Mal die amerikanische Version. Das Original hat mir persönlich besser gefallen, da die Schauspieler die Charakteren besser rübergebracht haben. Die Neuverfilmung ist für mich so "typisch amerikanisch". Im Original kam bei mir die Wut, Ekel, Überraschung etc. mehr rüber. Ich habe auch das Gefühl, das beim Remake so einige wichtige "Stellen" fehlen. Aus diesem Grund kann ich diesen Film keine so gute Note geben.

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Janael

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

(Kenne weder die Romanvorlage, noch die Originalverfilmung, werde also keinerlei Vergleiche ziehen.)
Bin mit dem Film sehr zufrieden, Craigs Schauspiel ist zwar nicht herausragend, zerstört den Film aber auch nicht.
Die Qualität des Films steigt und fällt mit der Version. Im Kino habe ich damals die ungeschnittene Version gesehen und war emotional SEHR angerührt, von Wut über Ekel zu Rachegelüsten und Verwirrtheit. Alles dabei, was dieses Genre so herauskitzeln kann.
Heute Abend habe ich auf Pro7 eine geschnittene Version gesehen, die von mir nur 3 bis 4 Punkte bekäme. Lächerlich, wie der komplette Film in seiner emotionalen Wirkung zerfetzt wird, weil er zu einem jugendtauglichem Streifen umgebastelt werden musste. Wenn ihr euch also für den Film interessiert, tut euch einen Gefallen: SCHAUT AUF KEINEN FALL DIE GESCHNITTENE FASSUNG!

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Surfer Rosa

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Für eine 20.15-Ausstrahlung ist die gestutzte Fassung wahrscheinlich angemessen. Die (wirklich überaus) krassen Szenen aus dem Roman und auch der schwedischen Verfilmung fehlen tatsächlich gänzlich oder sind deutlich entschärft.


AddictedToIan

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Bewertung1.5Ärgerlich

Unnötige Neuverfilmung eines ohnehin schon gerademal mittelmäßigen Romans. Es ist nunmal eine Tatsache, dass die Vorlage vielleicht ganz unterhaltsam ist, aber die US-Filmversion beweist nocheinmal, dass der Stoff einfach nicht für einen ganzen Film (in Überlänge!) reicht. Ich verstehe sowieso nicht, weshalb das Original nocheinmal verfilmt wurde, es ist ja nicht so als hätten die sich die Mühe gemacht, die Vorlage anders zu interpretieren. Hauptsache alles mit Schönlingen, hohen Kontrasten und kunstvollen Kameraeinstellungen amerikanisieren. Verständlich, dass die Bewertungen von Kindern der Neuzeit hier so hoch ausfallen. Ästhetisch ist "The girl with the dragon tattoo" ein Augenschmaus, plottechnisch aber exakt wie das Original "Män som hatar kvinnor". Teilweise gefällt mir das Casting besser, Stellan Skarsgard als Martin Vanger rockt die Bude und ist schaurig-gut. Daniel Craig hingegen voll daneben, absoluter Fehlcast und unglaubwürdig. Ich mag es auch gar nicht, wenn in Filmen lediglich utopisch schöne Menschen mitspielen, das nimmt der Vorlage jegliche Glaubwürdigkeit. Auch hier gefällt mir Rooney Mara genausowenig wie Noomi Rapace, was aber einfach daran liegt, dass die Romanfigur flach geschrieben ist und sich einfach nicht für eine Verfilmung eignet. Und was soll das eigentlich, dass teilweise Dokumente/Beweisstücke im Film in englischer Sprache verfasst sind und teilweise in Schwedisch? Wenn ihr schon amerikanisiert, dann bitte richtig. Hätten die das ganze doch gleich in Alaska spielen lassen könnten.
Insgesamt schwach, und für Zuschauer mit null Vorkenntnissen todeslangweiliger, mittelmäßiger Pseudo-Verschwörungsfilm. Vollkommen unnötig, das Original ist genauso ausreichend. Ich hoffe, dass die nicht auch noch die Folgebände verfilmen/kopieren ...

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AddictedToIan

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Findest du? Ist immer so ne Sache der Interpretation, gerade bei Romanverfilmungen. Ich mochte den Original-Mikael zum Beispiel viel, viel lieber.


Surfer Rosa

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Bei Mara z.b. geht es mir um die reine Optik. Lisbeth Salanders Gefährlichkeit und auch ihr Charakter ergeben sich vor allem daraus, dass sie klein und schmal ist und trotz (oder auch wegen) ihres kontrastiven Stylings von ihrer Umwelt eher unterschätzt wird. Noomi Rapaces Körper ist dagegen der einer Siebenkämpferin, Mara passt da im Vergleich, wenn auch vielleicht schon wieder etwas zu süß, deutlich besser. Ist natürlich Erbsenzählerei, aber so ganz konnte ich mich von dem Roman nicht lösen, und die amerikanische Version bleibt dem, was die Figurenbeschreibung angeht deutlich treuer. Ist bei Blomkvist genauso: Die Schweden verpassen dem eine Kraterlandschaft ins Gesicht, in Hollywood muss er aussehen wie James Bond...



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