Bearbeiten

Jahr der fantastischen Welten & Zukunftsvisionen

Beeblebrox (Matthias Hopf), Veröffentlicht am 12.12.2012, 08:50

Der Blick in die Vergangenheit führt uns dieses Mal paradoxerweise in die Zukunft. Auch 2012 war der Science-Fiction-Film auf den Kinoleinwänden präsent und wir blicken zurück, welche fantastischen Welten und Zukunftsvisionen uns dort erwarteten.

2012 offenbarten fantastische Science-Fiction-Welten auf der Leinwand 2012 offenbarten fantastische Science-Fiction-Welten auf der Leinwand © X-Verleih/Fox/moviepilot

Im Rahmen unserer Jahresrückblicke bleibt der Science-Fiction-Film verschont. Auch im Jahr 2012 beschlagnahmten atemberaubende Welten die Leinwände und mit dem Lösen einer Kinokarte wurden wir in ein fantastisches Abenteuer hineingezogen. Die Auswahl war durchaus illuster und reichte vom straighten Actioner bis zum nachdenklichen Sinnieren auf unterschiedlichen Ebenen zwischen Raum und Zeit. Dabei ist natürlich auch die ein oder andere Enttäuschung eingeschlossen, aber spätestens mit ihrer fesselnden Bildergewalt vermochten es die meisten Blockbuster des angesprochenen Genres zu überzeugen und entfalteten sowohl im klassischen Look als auch mit fortschrittlichen 3D-Aufnahmen eine packende Atmosphäre.

Jahr der fantastischen Welten & Zukunftsvisionen (13 Bilder)

Invasionen, Materialschlachten und ordentlich Action im Gepäck
Die erste Station auf dem Weg in die Zukunft anno 2012 ist unsere Erde selbst. Im überschaubaren Szenario versammelte sich die Menschheit auf dem Erdball, um einer außerirdischen oder zumindest kriegerischen Rasse Kontra zu bieten. Während Regisseur Peter Berg (Operation: Kingdom) in seiner Materialschlacht Battleship im besten Fall einen Kreuzer nach dem anderen im puren Schaulaufen der Effekte versenkte, fiel das Crowdfunding-Projekt Iron Sky von Timo Vuorensola (Jeremiah Harm) um ein paar Ecken ambitionierter aus. Die irrsinnige Idee, Weltraumnazis vom Mond ihr Unwesen treiben zu lassen, bot durchaus Potential für ein absurdes Invasionsereignis und nicht zuletzt beherbergte der Film eine großartige Prämisse, die abseits des Independentkinos vermutlich nie den Schritt auf die Leinwand geschafft hätte. Doch all dieser guten Eigenschaften zum Trotz, bleibt am Ende das Eingeständnis, dass Iron Sky nur halb so viel gewagt hat, als er hätte wagen können. So verläuft sich irgendwann die bissige Satire im Science-Fiction-Gewand in konventionellen Witzeleien.

Mehr: Podcast über Prometheus von Ridley Scott

Während die Zerstörung in Battleship auf einem ziemlich uninspiriertem Niveau vonstattenging, lässt sich beim Total Recall Remake mit Colin Farrell (7 Psychos) in puncto Krawall eine deutliche Steigerung erkennen. Selbst wenn der Actioner hauptsächlich durch seine aalglatte Oberfläche und den inflationären Einsatz von Lens Flares glänzte, konnten zumindest einzelne Passagen für schnelllebige Unterhaltung sorgen – keine fünf Minuten später ist trotzdem alles wieder vergessen. Dagegen entpuppte sich das anfangs belächelte Remake Dredd als konsequentes sowie ultrabrutales Actionfeuerwerk, das sich sogar mit cleverem Einsatz der 3D-Technik ins Gedächtnis der Kinozuschauer brannte. Pete Travis (8 Blickwinkel) verzichtete auf überschwänglichen Mumpitz und entließ Karl Urban (Star Trek) auf engem Raum ins visuell beeindruckende Gemetzel, das ähnlich mitreißend wie der indonesische Action-Kracher The Raid-2 über die Bühne geht – eben nur im dystopischen Gewand.

Trostlose Dystopien, Zeitreisen & tödliche Spiele
Mit dieser Vision einer Welt, in der sich alles zum schlechten gewendet hat – oder zumindest eine dystopische Grundstimmung herrscht – geht es auch außerhalb der dreckigen Megahochhausblöcke aus Dredd weiter. Der bereits erwähnte Total Recall versuchte die Geschichte aus dem Original von 1990 in ein hoffnungsloses Zukunftsszenario einzubetten, scheiterte jedoch aufgrund der im 21. Jahrhundert standardisierten Hochglanzoptik, die Ecken und Kanten keinen Platz gewährt. Umso erfreulicher fiel im Gegenzug der dritte Spielfilm von Rian Johnson (The Brothers Bloom) aus. Wie schon in Brick vereinte er in Looper eigentlich unpassende Elemente zu einem unkonventionellen Werk. Das Resultat enthält eindeutige Referenzen an Werke wie Blade Runner, setzt jedoch dank des eigensinnigen Genre-Clashs ebenso eigene Akzente. Außerdem ermöglicht die Handlungsgrundlage nicht nur interessante moralische Diskurse, sondern entwirft ebenfalls ein düsteres Gesellschaftsbild.


weiter kompletten Artikel anzeigen

Mitgliedern gefällt diese News

Deine Meinung zum Artikel Jahr der fantastischen Welten & Zukunftsvisionen

Kommentare

über Jahr der fantastischen Welten & Zukunftsvisionen


deevaudee

Kommentar löschen

Selber Schuld, wenn ich nicht zu Ende lese. xP Es ist zwar nur ein kleiner Klick, aber grosser für die Menscheit, oder wie?? Ich find, Kino wird teurer, aber es läuft hauptsächlich nur Schrott, oder mittlere Qualität. Nichts, was mal locker 12,50€ an der Abendkasse rechtfertigt. Weder der 3D Mumpitz, noch jedes weitere Marvel Sequel. Schon schade alle 10 Jahre mal was feines präsentiert zu bekommen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Limenator

Kommentar löschen

Naja... es ist schon ein bisschen verwirrend, wenn im Artikel hinter dem Namen der Stars in Klammern ein beispielhafter Film (manchmal auch aus 2012 :D) steht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

mongk808erased

Kommentar löschen

Wenn große Filmstudios kaum Interesse zeigen, Filme zu finananzieren und zu vermarkten, die ein Beitrag zu aktuellen Diskursen bieten, kommen halt oft irgendwelche bombastischen Sci-Fi-Filme mit pseudokritischem Anstrich um die Ecke. Ertränkt in CGI-Fluten und mit furchtbar banalen Stories ausgestattet, die man in der Art schon bei älteren Sci-Fi-Streifen sah.
Ziemlich logisch angesichts des technischen Fortschritts. Die perfekte Illusion in einem Vakuum. Manche Dystopien sind eben mittlerweile längst Realität.

PS: Finde die Zweiteilung weniger schlimm, wenn es denn thematisch abgegrenzt ist. Liegt vielleicht auch an der Gewöhnung durch andere Seiten, die genau so verfahren.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Endzeit

Kommentar löschen

Bei mir ist Seite zwei 404!

Bitte lasst diese dämliche Artikelteilung, was soll die Bewirken? Falls jemand mal einen halben Roman als Artikel veröffentlichen will, dann mag das ja Sinn machen, aber bei dem hier? Totaler Quatsch.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Moncineo

Kommentar löschen

Einerseits freue ich mich ja über den anhaltenden Sci-Fi-Boom, aber was hat man davon, wenn das Meiste am Ende nur uninspirierte CGI-Eintöpfe, aufgewärmter Story-Restebrei oder von vorn bis hinten unlogischer Drehbuch-Quark ist?!
Mein Gott, wir reden hier von Science Fiction. Gerade hier sind doch der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Aber bis heute dominiert entweder der Blade-Runner-Look, der Mad Max-Look, oder der 2001-Look mit sterilen Plastikoberflächen und glitzernden Polyester-Overalls. Was ist aus dem dreckig-kantigen Used-Look aus Alien, Star Wars und Firefly geworden? Wo sind die greifbaren Charaktere mit nachvollziehbaren Motiven? Wo ist "die Geschichte" in der Zukunft?
Ich verlange nicht, dass jeder Drehbuch-Autor ein komplexes Universum á la Tolkien oder Lucas erfindet, aber es ist doch auch möglich, kleinere Geschichten wie z.B. "Moon" spannend und atmosphärisch zu erzählen. Man könnte auch viel mehr Western-Elemente in die Zukunft verlagern, und dabei rede ich nicht vom lonesome Cowboy, der durch ein postapokalyptisches New York reitet. Und warum nicht mal ein Drama über persönliche Schicksale in die Zukunft verlagern. Über Flüchtlinge, oder Entführungen, oder Terrorismus? Oder wie wäre es mit einem Indiana Jones im All, der untergegangene ausserirdische Kulturen erforscht und Alien-Artefakte jagt?!

Mann-o-mann, ich könnte ewig so weiterschreiben, aber ich denke, Ihr wisst, was ich sagen will. Sorry, aber nach diesem Kinojahr der Enttäuschungen musste das mal raus. Hoffentlich hat das kommende Jahr mal wieder was zu bieten, was nicht nach 5 Minuten vom Radarschirm der Erinnerung verschwunden ist.

PS: Looper und Dredd erwarten mich noch auf DVD. Da habe ich aufgrund der Kritiken noch ein wenig Hoffnung.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Selcarnor

Antwort löschen

Ich persöhnlich würde auch wesentlich mehr aus Richtung Steam-Punk sehen... dies ist ja bisher nur größtenteils Romanen und Spielen vorbehalten.

PS: Das >Star Wars<-Universum würde ich nicht gerade als komplex bezeichnen. Voller bunter Ideen.. das ja. Aber komplex, nein. Ist für mich eine recht oberflächliche Galaxie.


Brennegan

Kommentar löschen

Bei Cloud Atlas und Dredd halte ich mich raus, die muss ich noch sehen. Aber von den restlichen Filmen ist einzig Looper wirklich eine Abwechselung gewesen, der genau das hat, was bisher alle meine mir liebsten SciFi ausmacht: Gemächlichkeit! Sich einfach mal Zeit nehmen, alles wirken zu lassen.

Prometheus besitzt stellenweise Fremdschämfaktor, ist aber noch der beste nach Looper und optisch sehr gut gelungen. Zumindest dieser Aspekt war sehr angenehm, während Fassbender eine wirklich gelungene Darstellung geboten hat.

Battleship und John Carter sind stummpfsinnige Effektorgien ohne wirklich interessante SciFi-Aspekte, während Total Recall ein lächerliches und vor allem unnötiges Remake ist, vor dem sich das Original nicht verstecken oder fürchten braucht.
Dann doch lieber den vergessenen Lockout, der zumindest einen genialen Pearce geboten hat.

Dieses Jahr hat zwar viele Filme zu bieten gehabt, die Ausbeute war aber eher mager.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MovieMonster

Kommentar löschen

Also so langsam geht mir diese verdammte Zweiteilung aber wirklich...

(Teil 2 dieses Kommentars auf der nächsten Seite) weiter >>

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Commentator

Kommentar löschen

Schade, für mich gibt es keine neuen Tipps, entweder schon gesehen oder vorgemerkt oder kein Interesse, aber kein einziger neuer Vorschlag. Dabei liebe ich Science-Fiction und Fantasy so!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Joeyjoejoe17

Kommentar löschen

Looper hat mir von den genannten am besten gefallen. Mit Abstand (Cloud Atlas noch nicht gesehen).

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten