Angriffsziel Moskau

Fail-Safe

US · 1964 · Laufzeit 112 Minuten · FSK 16 · Drama, Science Fiction-Film, Thriller, Historienfilm · Kinostart

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von Sidney Lumet, mit Henry Fonda und Walter Matthau

Im Fail Safe führt ein Computerfehler dazu, dass eine Staffel Atombomber nach Moskaus geschickt wird. US-Präsident Henry Fonda versucht verzweifelt sie zurückzurufen.

Als ein Fehler im Militärcomputer ein Geschwader von SAC-Bombern in Richtung Moskau beordert, versucht der amerikanische Präsident (Henry Fonda), die Piloten zurückzurufen. Doch das ausgeklügelte Sicherheitssystem macht es ihm unmöglich, den Angriff zu verhindern. Zu gut sind die Piloten darauf trainiert, alle Befehle nach erreichen des Fail Safe Punkts zu ignorieren, da diese durch den Feind gefälscht sein könnten. Währenddessen sind einige Mitglieder des Militärs, allen voran Professor Groeteschele (Walter Matthau) sogar der Meinung, man sollte die Gelegenheit nutzen den Kalten Krieg mit einem Nuklearschlag ein für alle Mal zu beenden.

Hintergrund & Infos zu Angriffziel Moskau
Fail-Safe erschien nur wenige Monate nach Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben von Stanley Kubrick. Beide Filme haben die gleiche Thematik und besitzen deutliche inhaltliche Gemeinsamkeiten. Während Kubricks Werk voll von schwarzem Humor ist, verzichtet Sidney Lumet völlig auf dieses Stilelement. Dennoch erreichten beide Filme bei Publikum und Kritikern die erhoffte Wirkung.

In dem 1962 erschienenen Buch Fail Safe wurde als Handlungszeitraum die nahe Zukunft um 1967 festgelegt. Weder im Buch noch im Film wird der Präsident namentlich erwähnt. Das Buch bietet jedoch zahlreiche Hinweise darauf, dass John F. Kennedy gemeint ist.

Die Bomberbesatzung um Colonel Grady ( Ed Binns) zeigt nahezu keine emotionalen Reaktionen, sondern führt ihren Auftrag streng nach Vorschrift aus. Sie bildet hierbei einen starken Kontrast zu den Bombercrews früherer Filme, die noch als Individuen gehandelt haben, die durch ihr Verhalten den Verlauf der Geschichte verändern konnten. In Fail-Safe werden die Menschen als reine Befehlsempfänger von Maschinen dargestellt. Selbst der Präsident (Henry Fonda) hat keine Befehlsgewalt über seine Bomber. Auch das Kriegsgeschehen wird nicht mehr real, sondern nur noch auf einer gigantischen Anzeigetafel angezeigt.

Bei den Vindicator-Bombern handelt es sich um Erfindungen des Autorenduos Eugene Burdick und Harvey Wheeler. Ihr Verteidigungspotential orientierte sich jedoch an den damaligen B-52 Bombern, während ihre Offensivkräfte eher B-58 Bombern entsprach. Der Start der Bomber im Film wurde mit Hilfe einer Originalaufnahme des Starts einer B-58 realisiert, die einfach fünfmal wiederholt wurde.

Das im Film vom Präsidenten benutzte Stahltelefon ist ein Model, dass in den 50iger Jahren in Raketensilos eingebaut wurde. Es war so konstruiert, dass es erhebliche Belastungen aushalten konnte und keine Funken produzierte.

Bei den Satellitenaufnahmen handelt es sich um Originalaufnahmen, die von einer Kamera an Bord einer ehemals deutschen V2 während ihres Starts in White Sands gemacht wurden. Das Filmmaterial wurde einfach rückwärts laufen gelassen, um den Effekt des Zoomen zu erhalten.

Vollständige Handlung
Der ZwischenfallEin unbekannter Flugkörper ist in den amerikanischen Luftraum eingedrungen. General Bogan (Frank Overton) vom Strategic Air Command (SAC) gibt vorschriftsmäßig amerikanischen SAC-Bombern den Auftrag, festgelegte Patrouillenpunkte (Fail-Safe Punkte) rund um die Sowjetunion anzufliegen, um dort auf ihre Angriffsbefehle zu warten.

Das unbekannte Flugobjekt kann als Verkehrsmaschine identifiziert werden, die vom Kurs abgekommen war. Der Alarmfall wird aufgehoben und alle Bomber zu ihrem normalen Patrouillendienst zurückbeordert. Aufgrund eines technischen Fehlers wird jedoch der sechsten Gruppe um den Piloten Colonel Grady (Ed Binns) der Angriffscode CAP 811 übermittelt. Grady versucht, sich vom SAC in Omaha den Angriffsbefehl bestätigen zu lassen. Da jedoch aufgrund sowjetischer Störsignale kein Kontakt hergestellt werden kann, geht man von einem Ernstfall aus. Das aus sechs Bombern bestehende Geschwader nimmt Kurs auf Moskau, um dort ihre atomare Last abzuwerfen.

Der Präsident (Henry Fonda) übernimmt vom Atombunker des Weißen Hauses aus die Leitung des Krisenstabes. Ihm angeschlossen sind eine Expertenrunde aus Verteidigungsminister Swenson (William Hansen), allen Stabschefs, Militärberater Professor Groeteschele (Walter Matthau) und die Leitung des SAC in Omaha. Der Präsident erfährt, dass es keinen Funkkontakt zu den Bombern gibt. Sollten sie darüber hinaus einen Point of No Return passieren, werden sie keine Befehle über Sprechfunk mehr entgegennehmen, selbst wenn sie vom Präsidenten kommen sollten. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Sowjets fingierte Nachrichten senden können.

Professor Groeteschele empfiehlt, die unbeabsichtigt herbeigeführte Situation auszunutzen und die Sowjetunion anzugreifen. Er geht davon aus, dass deren Führung kapitulieren wird. Die Stabschef sind jedoch der Meinung, die Bomber durch eigene Jäger abschießen zu lassen. Damit sie die Bomber jedoch erreichen können, müssen die Jagdflieger ihre Nachbrenner einschalten, wodurch sie keinen Treibstoff mehr für den Rückflug haben und im Polarmeer abstürzen werden. Trotzdem gibt der Präsident General Bogan im SAC den Angriffsbefehl für die Jäger.
Die Jäger können die Bomber trotz Nachbrenner jedoch nicht abschießen, da diese bereits zu weit entfernt waren. Sie stürzen ab, während die Bomberstaffel ihren Weg nach Moskau fortsetzt.

Da laut Expertenmeinung mindestens ein Bomber die Verteidigungslinien der Sowjetunion passieren und sein Ziel erreichen wird, ruft der Präsident seinen russischen Amtskollegen an. Er informiert ihn über den Zwischenfall und bietet ihm amerikanische Mithilfe bei der Zerstörung der Bomber an. Trotz großer Zweifel lässt sich der sowjetische Ministerpräsident davon überzeugen, dass die USA keinen Angriff geplant hat.

Nachdem sie lediglich einen Bomber zerstören konnten, ermöglichen die Sowjets den Amerikanern, Kontakt zu den Bombern aufzunehmen, indem sie die Störsender abschalten. Es gelingt dem Präsidenten jedoch nicht, die Bomberpiloten zur Rückkehr zu bewegen. Um die Sowjets dennoch von seiner Aufrichtigkeit zu überzeugen, gibt er über Funk an alle Mitarbeiter den Befehl zur uneingeschränkten Unterstützung des russischen Militärs bei der Zerstörung der Bomber. Besonders in den Reihen des SAC regt sich Widerstand gegen den Befehl, den Sowjets Militärgeheimnisse zu enthüllen. Man hält hier den Zwischenfall für eine Falle der sowjetischen Militärs.

Mittlerweile ist man auch in Moskau nicht mehr überzeugt, alle Bomber abschießen zu können. Der Ministerpräsident möchte vom amerikanischen Präsidenten wissen was er plant, wenn Moskau getroffen wird. Er antwortet ihm, dass für diesen Fall ein Bomber zwei Wasserstoffbomben auf New York abwerfen wird. Unterdessen ist auch ein letzter sowjetischer Abwehrversuch gescheitert, den übrig gebliebenen Bomber zu zerstören. Auch Helen (Janet Ward), die Ehefrau von Colonel Grady, dem Piloten des Bombers, kann ihren Mann nicht zum Aufgeben bringen. Sie erreichen ihr Ziel und werfen zwei Wasserstoffbomben auf Moskau ab. Als die Nachricht eintrifft, dass Moskau zerstört worden ist, gibt der Präsident den Befehl, die Bomben auf New York abzuwerfen.

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