Inland Empire

Inland Empire

US · 2006 · Laufzeit 180 Minuten · FSK 12 · Drama, Thriller · Kinostart

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von David Lynch, mit Laura Dern und Jeremy Irons

Die Schauspielerin Nikki Grace erhält in Inland Empire ihre letzte Chance zur Imageaufbesserung – doch bei den Dreharbeiten kommt es zu Auseinandersetzungen.

Nikki Grace, deren Ruhm als Schauspielerin deutlich verblasst ist, erhält ihre wohl letzte Chance auf ein Comeback. Für den Regisseur Kingsley Stewart soll sie die Hauptrolle in einem Film an der Seite von Devon Berk übernehmen. Doch schon bei den Proben zu dem Film häufen sich die Merkwürdigkeiten. Kurz vor Drehbeginn erfahren die beiden Hauptdarsteller, dass der Originalfilm nie fertiggestellt werden konnte, weil die damaligen Schauspieler ermordet wurden… Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft vermischen sich auf beängstigende Weise mit Fiktion und Realität.

Hintergrund und Infos zu Inland Empire
Inland Empire gewann auf den Filmfestspielen von Venedig Premiere den Future Film Festival Digital Award. Der Titel Inland Empire entstand, als Laura Dern David Lynch über den Heimatort ihres Mannes erzählte, der aus einer Inland Empire genannten Gegend östlich von Los Angeles erzählte - und ihm die Worte gefielen. Damit nicht genug: Lynchs Bruder fand in einer alten Hütte der Eltern ein altes Zeichenbuch, indem unter einer Landschaftsansicht die Worte Inland Empire vermerkt waren. Ursprünglich war der Film ähnlich wie der Vorgänger Mulholland Drive als Fernsehserie konzipiert. Die Szenen der Hasen-Sitco stammen aus der Kurzfilmserie Rabbits, die Lynch 2002 auf seiner Homepage veröffentlichte. Lynch vermarktete den Film in den USA selbst und organisierte auch den Verleih. Inland Empire geht auf ein polnisches Volksmärchen zurück.

Vollständige Handlung
Die Nadel eines alten Plattenspielers tastet sich über eine LP und gibt ein von einer Frau gesungenes polnisches Lied zum Besten. Bald betreten eine Frau und ein Mann mit bis zur Unkenntlichkeit verschwommenen Gesichtern ein Zimmer. Wenig später weint die Frau beim Blick auf den Fernseher, wo sich Menschen mit Hasenköpfen wortlos in einem Sitcom-typischen Wohnzimmer aufhalten.

Die nächste Szene führt Hauptdarstellerin Nikki Grace (Laura Dern) ein, die in ihrem prächtigen Haus Besuch von einer merkwürdigen alten Frau (Grace Zabriskie) bekommt, die sich angeblich nur bekannt machen will, sie aber mit ihren verschreckenden Botschaften konfrontiert und irritiert. Nur wenige Momente später sehen wir Nikki und zwei ihrer Freundinnen auf einem anderen Platz im Salon sitzen, wo sie gerade die Nachricht erhält, dass sie die Hauptrolle im nächsten Film von Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons) besetzen darf.

Bei einer ersten Drehbuchprobe am noch unfertigen Set treffen sich Nikki und Devon (Justin Theroux), ihr Filmpartner mit Regisseur Stewart und seinem Schattenmann und Assistenten Freddie Howard (Harry Dean Stanton). Noch während sie die erste Szene gemeinsam lesen, dringen Geräuche aus dem Set - obwohl sonst niemand da sein sollte. Mutig versucht Devon der Sache auf den Grund zu gehen. Er hört Schritte und folgt diesen zu einer Tür, die nirgendwo hin führt und muss unverrichteter Dinge zurückkehren. Dort geht es unerfreulich für die beiden Protagonisten weiter, als sie von Kingsley erfahren müssen, dass ihr Film On High In Blue Tomorrows nicht neu, sondern ein Remake eines in Polen nie zu Ende gedrehten Films ist, der nie vollendet wurde, weil die Hauptdarsteller während der Dreharbeiten zu Tode kamen.

Nachdem der Schreck überwunden ist, beginnen die Dreharbeiten und auf seltsame Weise verschmilzen die Darsteller immer mehr mit ihren Rollen Susan Blue (Dern) und Billy Side (Theroux), was Nikkis Mann Piotrek Krol (Peter J. Lucas) auf den Plan ruft, der Devon auf einer Dinner-Party unmissverständlich klarmacht, dass er zwischen Film und Realität unterscheiden müsse. Er sei Nikkis Mann und sie nicht zu haben.

Polen
Immer weiter verschmilzt Nikki mit ihrer Filmfigur Susan. Bald schon findet sie sich in Polen wieder, wo sie einem Fremden über eine vereitelte Vergewaltigung berichtet, bei der sie ihrem Peiniger sogar ein Auge ausgedrückt hatte. Dort verkündet sie auch ihrem Mann Piotrek die Botschaft ihrer Schwangerschaft, was diesen allerdings schockiert, da er zeugungsunfähig ist. Er verprügelt sie und verlässt sie, um sich einem Zirkus anzuschließen.

Als sie durch ein mit einer brennenden Zigarette gebranntes Loch in eines Slips in die Zukunft schaut, findet sich Susan auf dem Walk of Fame wieder, wo sie von einer Frau niedergestochen wird und sich zwischen teilnahmslosen Obdachlosen niederlässt, um zu sterben. Die Kamera löst das Close-Up auf und zum Vorschein kommt das Filmset von On High in Blue Tomorrows. Die Einstellung war die letzte Szene, die unter Applaus abgedreht wurde. Der Film endet mit Prostituierten, die Nina Simones Song Sinnerman singen, während neben ihnen ein Mann einen gewaltigen Holzscheit zersägt.

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Cast & Crew zu Inland Empire

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Musik
Filmdetails Inland Empire
Genre
Psychodrama, Mysterythriller, Drama
Zeit
2000er Jahre
Ort
Alternative Realität, Hollywood, Parallelwelt, Polen, Walk of Fame
Handlung
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Stimmung
Berührend, Eigenwillig, Spannend, Verstörend
Schlagwort
Mindgame-Film
Verleiher
Concorde Filmverleih GmbH
Produktionsfirma
Studio Canal

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