Claire - Sich erinnern an die schönen Dinge

Se souvenir des belles choses (2002), FR
Laufzeit 110 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 30.01.2003

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von Zabou Breitman, mit Dominique Pinon und Isabelle Carré

Claire ist um die 30. Vor einiger Zeit wurde sie während eines Spaziergangs vom Blitz getroffen. Aber ist das wirklich der Grund für ihre Gedächtnisschwäche? Schließlich hatte ihre Mutter an Alzheimer gelitten. Um das herauszufinden, wird sie in einer Spezialklinik aufgenommen. Sie findet sich dort wieder in einem Mikrokosmos von Menschen, die an leichten oder schweren Formen von Amnesie leiden. Claire trifft auf den traumatisierten und depressiven Philippe, der den tragischen Autounfall “vergessen” hat, bei dem seine Frau und sein kleiner Sohn getötet wurden. Zwischen den beiden entsteht eine immer intensiver und sinnlicher werdende Leidenschaft, beobachtet und unterstützt vom Klinikleiter. Dank Claire findet Philippe seine Freude am Leben – und an der Liebe – wieder. Claire jedoch versinkt immer tiefer im Vergessen, trotz aller Unterstützung von Philippe.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Claire - Sich erinnern an die schönen Dinge

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rkuehne

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Bewertung9.0Herausragend

Sie werden aus unserer Mitte gerissen - und bleiben dennoch physisch da. Die Alzheimerkrankheit erscheint immer weit weg, vor allen uns "jungen" Leuten, und so scheut man die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema.

"Dafür werden Filme gemacht" tönt ein tumber Kinospot - ich möchte sagen, Filme sind vor allem dann gut, wenn sie uns Probleme vorhalten, die wir sonst gern ausblenden. Die Geschichte von Claire ist nett, süß, anfangs witzig und charmant und in ihrem charme und ihrer liebenswürdigkeit wird uns diese Frau weggenommen, wir sehen sie noch, sie ist weiter da, doch sie ist nicht mehr dieselbe. Die brutale Kraft der Krankheit macht einen anderen Menschen aus ihr, den sie selbst nicht begreift und der alle vor große Rätsel stellt. Ein berührender, erschütternder, charmanter, schöner und vor allem wichtiger Film.

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8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Therapeut hat die Wahl zwischen nutzloser Therapie und der Zulassung einer Liebesbeziehung. Er entscheidet sich für Letzteres. Und so erleben wir den Verlauf der Krankheit. Anfänglich mit viel Humor erzählt, denn uns Außenstehenden erscheint vieles unheimlich lustig, was die Kranken da so von sich geben. Aber nie werden sie lächerlich gemacht, nie schmunzeln wir auf ihre Kosten. Denn mit sehr viel Sympathie für die Kranken führt uns Zabou Breitman in die zweite Phase, in der sich eine zarte Liebesbeziehung entwickelt. Äußerst sensibel erzählt mit viel verständnisvollem Einfühlungsvermögen begleiten wir Claire in die Endphase. Jetzt verwendet sie Wörter falsch: z.B. 'verraten' statt 'erwarten', und erfindet neue: 'vergaren'. Es ist das unaufhaltsame, schrittweise Ausklinken aus der Gesellschaft. Es wird für Claire immer schwieriger, sich zurecht zu finden. Genial die akustische Umsetzung der Kommunikationsunfähigkeit der beiden Liebenden am Ende. Ein ernstes Thema, das mit leichter Hand inszeniert ist. Dieses Liebesdrama berührt einen durchaus mit seiner gnadenlosen Unabdingbarkeit. Als einzigen Trost gibt es nur Claires letzte Notiz 'sich nur an die schönen Dinge im Leben zu erinnern.'

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