Dieses obskure Objekt der Begierde

Cet obscur objet du désir (1977), ES/FR Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 16.11.1978

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7.1
Kritiker
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von Luis Buñuel, mit Fernando Rey und Carole Bouquet

Mathieu (Fernando Rey) ist ein gut situierter Geschäftsmann. Als die 18-jährige Conchita (Ángela Molina oder Carole Bouquet) bei dem Witwer eine Anstellung als Hausmädchen antritt, verfällt er der attraktiven Spanierin. Doch Conchita weist seine plumpen Annährungsversuche konsequent zurück. Immer wieder entzieht sie sich ihm, doch der liebestolle Mathieu ist Conchita längst verfallen. Als er versucht, sie zu küssen, wendet sie sich schließlich ab und kündigt die Stelle. Drei Monate später treffen sie sich wieder…

Hintergrund & Infos zu Dieses obskure Objekt der Begierde
Luis Buñuel griff auf den 1898 veröffentlichten Roman ‘La femme et le pantin’ von Pierre Louys (1870-1925) zurück. Die literarische Vorlage zu Dieses obskure Objekt der Begierde war zuvor bereits einerseits von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich (Die spanische Tänzerin, 1935) und andererseits von Julien Duvivier mit Brigitte Bardot (Ein Weib wie der Satan, 1958) Duvivier verfilmt worden, Bunuel betont allerdings nicht wie seine Vorgänger die Rolle der Femme Fatale, sondern den Geschlechter- und Klassenkampf. Die Rolle der Conchita wurde von zwei Schauspielerinnen (Carole Bouquet und Ángela Molina) besetzt, so entsteht eine sehr widersprüchliche Figur.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Dieses obskure Objekt der Begierde

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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8.5Ausgezeichnet

So kann der Film auch ohne viel Anstrengung als leicht frivoles, immer wieder verstörendes, beunruhigendes Werk über die Unergründbarkeit der Liebe und Leidenschaft genossen werden. Das leicht surreale Werk ist auch gespickt mit dezentem, hintersinnigen Humor.

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Kommentare (6) — Film: Dieses obskure Objekt der Begierde


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Mac_C_Tiro

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Bewertung9.0Herausragend

Luis Buñuels letzter Film gibt sich, teils spöttisch teils ironisch, ganz und gar der Dekonstruktion von Rollenbildern hin. Einerseits wird die biedere Einstellung zum gesellschaftlichen Leben der damaligen Generation entlarvt und verwischt, andererseits die zugrundeliegende Motivation von Lust und Leid, Hass und Liebe, der Tanz des Zwischenmenschlichen hinterfragt und bis zu einem gewissen Grad auch beantwortet. Man kommt nicht umhin den Altmeister des europaeischen Surrealismus zu feiern ob der treffenden Allegorien die er hier ein letztes Mal zündet um Frau wie Mann in ihrer Grundfeste zu erschüttern. Einerseits ist da die Frau, die mit den Möglichkeiten ihres Wesens und des Lebens kokettiert und dabei die letzte Konsequenz stets ignoriert. Andererseits ist da der erfahrene Geschäftsmann, der seinen Erfolg sicher hart erarbeitet hat und wohl bis zu seinem ersten treffen mit dem Objekt seiner Begierden nur das Siegen kennt. Luis Buñuel gewährt uns einen Blick hinter die Oberflächlichkeiten seiner beiden Figuren und offenbart uns inwiefern es in ihrer beider Bestreben tatsächlich um das jeweilige Gegenüber bzw. um die viel beschworene "Wahre Liebe" geht. Ein zeitloser Klassiker!

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Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Das letzte große Werk des einflussreichsten und bedeutendsten Surrealisten der Filmgeschichte. Einmal mehr demaskiert Luis Bunuel hintersinnig schwarzhumorig und ironisch bourgeoise Verhaltensmuster und den Kampf der Geschlechter. Fernando Rey ist großartig als liebestoller, frustrierter Geschäftsmann, dessen Reichtum komplett wertlos ist im Kampf um die Gunst des Objektes der Begierde: die verführerische Angela Molina und die unterkühlte Carole Bouquet, welche die zwei "Seiten" der Weiblichkeit ebenso hervorragend mimen.
Ein nach wie vor ebenso interessantes wie erstaunliches Meisterwerk und einer von Bunuels allerbesten Filmen.

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adamma

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Bewertung9.0Herausragend

Liebe hat die Eigenart, nicht vernünftig sein zu können ( Jozef Ignacy Kraszewski ). - um es mal subtil auszudrücken

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Hendrik

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Bewertung7.0Sehenswert

Mein zweiter Buñuel, aber im Gegensatz zu BELLE DE JOUR wusste ich hier wenigstens in etwa was der Film von mir wollte - "Liebe ist Krieg", das beklagten einst schon die Beziehungsexperten von Rammstein. Trotz vieler Anschläge bleiben die kleinen Tode aus und zu allem Überfluß treiben da draußen auch noch Terroristen ihr Unwesen. Die Schrecken im Privaten sind nun mal persönlicher.
Die Aktion zwei Schauspielerinnen/eine Hauptrolle konnte mich übrigens nicht täuschen, denn erstens war ich vorgewarnt und zweitens kenne ich Carole Bouquet zu gut aus FOR YOUR EYES ONLY um sie mit einer anderen zu verwechseln. Den (Nicht-)Sinn dahinter kann ich zwar nicht erklären, aber darüber gibt es schon genug Theorien und es war auf jeden Fall eine interessante Idee.
Ein Wermutstropfen aber bleibt hier: Ich bin mir unsicher ob Buñuel gewisse misogyne Tendenzen hat oder doch nur seine Figuren? (siehe auch: Sergio Leone)

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Sigrun

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Zu deiner letzten Frage: Als Katholik aus der erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, der auf surrealistischer Ebene mit der Kirche ringt, war er sehr wenig misogyn. Seine Erinnerungen "Mein letzter Seufzer" hat er Jeanne gewidmet "meine Frau, meine Gefährtin". Ich habe sein Werk immer als das eines vergleichsweise freien, intelligenten Mannes wahrgenommen :)


Hendrik

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Naja, ich bin darauf gekommen weil für mich schon BELLE DE JOUR so einen komischen Unterton hatte (nach dem Motto "Manchmal haben Frauen..."). Aber wie schon gesagt war das ein Film bei dem ich nicht wirklich eine Ahnung habe was er eigentlich von mir wollte...


Squidward

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Bewertung1.5Ärgerlich

Das mit der doppelten Hauptdarstellerin hab ich nicht kapiert. Ich vermute, dabei handelt es sich um ein Mätzchen, das genauso unnötig ist wie die Story mit den Terroristen. Ansonsten bin ich mir nicht sicher ob der Film einfach nur abstoßend sexistisch ist, oder ob seine anti-sexistische Message zu vertrackt verpackt ist um anzukommen.

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Brentano

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gut gesagt


Le Samourai

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danke


Prestigeww

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Bewertung7.0Sehenswert

Was den Filmgenuss trübt: Jedes Mal, wenn ich Fernando Rey sehe, möchte ich laut brüllen: "CHARNIEEER!". Sonst ganz ordentlich. Viel Symbolik, ein guter Schuss Humor und die mysteriöse Freude der Franzosen ihre Frauen zu vermöbeln.

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