Dieses obskure Objekt der Begierde
Cet obscur objet du désir (1977), ES/FR Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 16.11.1978
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von Luis Buñuel, mit Fernando Rey und Carole Bouquet
Mathieu ist ein gut situierter Geschäftsmann. Als die 18-jährige Conchita bei dem Witwer eine Anstellung als Hausmädchen antritt, verfällt er der attraktiven Spanierin. Doch Conchita weist seine plumpen Annährungsversuche konsequent zurück. Immer wieder entzieht sie sich ihm, doch der liebestolle Mathieu ist Conchita längst verfallen.
HandlungWährend einer Zugfahrt von Sevilla nach Paris erzählt ein älterer Herr (Fernando Rey) seinen Mitreisenden eine haarsträubende Geschichte, nachdem ihm eine junge Frau (wahlweise Ángela Molina oder Carole Bouquet) zuvor einen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet hatte:
Vor einigen Jahren habe er diese Dame, Conchita, als Dienstmädchen bei ihm in Paris eingestellt. Am selben Abend versucht er sie zu küssen, sie wendet sich ab und kündigt die Stelle.
Drei Monate später trifft er, Mathieu, sie zufällig auf einer Geschäftsreise in Lausanne und bitte sie um ihre Adresse in Paris. Er sucht sie daraufhin in der schäbigen Wohnung auf in der sie mit ihrer Mutter wohnt und besucht sie regelmäßig. Die strenggläublige Mutter ist während der Besuche nicht anwesend.
Mathieu versucht sie schließlich gegen Geld dazu überreden, dass Conchita zu ihm zieht. Conchita erwidert nur, dass sie sich nicht kaufen lasse und beide Frauen verschwinden spurlos.
Einige Zeit später trifft er Conchita in einem Restaurant wieder, in dem sie als Garderobenfrau arbeitet. Sie kündigt sofort und folgt ihm in sein Landhaus. Sämtliche Annäherungsversuche blockt sie ab. Nichtsdestotrotz zieht sie bei Mathieu ein; er überrascht sie jedoch kurz darauf mit einem ihrer Freund beim Sex und schmeißt beide raus.
Mathieu muss jedoch feststellen, dass er mittlerweile ohne Conchita nur noch schlecht leben kann und als er erfährt, dass Conchita und ihre spanische Mutter ausreisen mussten, folgt er ihnen nach Sevilla. Er findet das Mädchen relativ schnell: sie arbeitet als Tänzerin in einem Lokal. Als Mathieu sieht, wie sie nackt vor Gästen tanzt, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung.
Trotzallem schenkt er Conchita und ihrer Mutter ein Haus in Sevilla, hier kommt es erneut zu schrecklichen Szenen: Conchita lässt ihn nicht wie verabredet ins Haus, sondern liebt sich vor Mathieus Augen mit ihrem Freund. Am nächsten Tag versucht Mathieu abzureisen, doch Conchita überschüttet ihn mit Wasser und bleibt unbemerkt im Zug…
Wissenswertes
Luis Buñuel griff auf den 1898 veröffentlichten Roman “La femme et le pantin” von Pierre Louys (1870 – 1925) zurück
Die literarische Vorlage war zuvor bereits einerseits von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich (Die spanische Tänzerin, 1935) und andererseits von Julien Duvivier mit Brigitte Bardot (Ein Weib wie der Satan, 1958) Duvivier verfilmt worden
Bunuel betont allerdings nicht wie seine Vorgänger die Rolle der Femme Fatale, sondern den Geschlechter- und Klassenkampf
Die Rolle der Conchita wurde von zwei Schauspielerinnen (Carole Bouquet und Ángela Molina) besetzt, so entsteht eine sehr widersprüchliche Figur
Weiterführende Informationen
Informationen zu Regisseur Luis Buñuel
Weitere Informationen im Internet
Dieses obskure Objekt der Begierde bei der Wikipedia (dt.)
QuellenInhaltsangabe des Films des Films bei Dieter Wunderlich
Cast & Crew
-
Luis Buñuel
-
Fernando Rey
-
Carole Bouquet
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Conchita
-
Ángela Molina
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Conchita
-
Milena Vukotic
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mutter (Zug)
-
Julien Bertheau
-
André Weber
Regie
Schauspieler
-
Luis Buñuel
-
Jean-Claude Carrière
- Genre
- Melodram, Drama
- Ort
- Lausanne, Madrid, Paris, Sevilla, Zug
- Handlung
- Abschiebung, Amour Fou, Besessenheit, Blanker Busen, Bombe, Demütigung, Eimer, Frustration, Hausmädchen, Heiratsantrag, Klassiker, Korsett, Leidenschaft, Machtkampf, Manipulation, Mutter-Tochter-Beziehung, Nackte Frau, Ohrfeige, Psychologe, Richter, Rollenspiel, Roman, Sexuelle Begierde, Surrealismus, Terrorist, Verwechslung, Wut und Hass, Älterer Mann verführt jüngere Frau
- Stimmung
- Aufregend, Berührend, Eigenwillig, Witzig
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Drehbuch
Filmdetails Dieses obskure Objekt der Begierde
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Kritiken (1) — Film: Dieses obskure Objekt der Begierde
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenSo kann der Film auch ohne viel Anstrengung als leicht frivoles, immer wieder verstörendes, beunruhigendes Werk über die Unergründbarkeit der Liebe und Leidenschaft genossen werden. Das leicht surreale Werk ist auch gespickt mit dezentem, hintersinnigen Humor.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (4) — Film: Dieses obskure Objekt der Begierde
Kommentar schreibenTrimalchio 2011/11/11 20:49:20
Kommentar löschen"Dieses obskure Objekt der Begierde" ist eine Geschichte um die Unbegreiflichkeit menschlicher Entscheidungen und ihre Folgen. Locker leicht satirisch wird der Film präsentiert und bildet so einen guten Schlusspunkt in Buñuels Filmographie. Besonders interessant ist die Rolle der Conchita, die von gleich zwei Schauspielerinnen, nämlich von Carole Bouquet und Ángela Molina besetzt wurde. Abwechselnd tritt sie entweder als kühle, distanzierte und intelligente Frau auf und dann plötzlich wieder als frivol, unberechenbar und leidenschaftlich. Durch den unbeschwerten Handlungsaufbau leidet die Spannung dummerweise, was den Film in seinem Gesamtbild schmälert.
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Squidward 2011/05/19 15:05:40
Kommentar löschenDas mit der doppelten Hauptdarstellerin hab ich nicht kapiert. Ich vermute, dabei handelt es sich um ein Mätzchen, das genauso unnötig ist wie die Story mit den Terroristen. Ansonsten bin ich mir nicht sicher ob der Film einfach nur abstoßend sexistisch ist, oder ob seine anti-sexistische Message zu vertrackt verpackt ist um anzukommen.
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Prestigeww 2011/05/17 19:22:16
Kommentar löschenWas den Filmgenuss trübt: Jedes Mal, wenn ich Fernando Rey sehe, möchte ich laut brüllen: "CHARNIEEER!". Sonst ganz ordentlich. Viel Symbolik, ein guter Schuss Humor und die mysteriöse Freude der Franzosen ihre Frauen zu vermöbeln.
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alanger 2010/02/05 11:43:20
Kommentar löschenzum abschied gabs noch ein highlight. und wieder mal großes rätselraten wie der meister das wohl meint mit der doppelt besetzen weiblichen hauptrolle.
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alanger 2010/12/07 16:58:00
Antwort löschender witz ist ja, dass es laut buñuel zunächst vielen zuschauern eine ganze weile garnicht auffiel das sie da zwei verschiedene schauspielerinnen sehen. sie fühlten sich zwar etwas irritiert aber bekamen erst nach ner ganzen weile mit was da nicht stimmt. schön. :)