Dogville

Dogville (2003), DE/DK/FI/FR/GB/IT/JP/NL/NO/SE/US Laufzeit 170 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 23.10.2003

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7.4
Kritiker
64 Bewertungen
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5.9
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123 Kommentare
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von Lars von Trier, mit John Hurt und Nicole Kidman

Auf der Flucht vor der Mafia landet Grace Mulligan (Nicole Kidman) in Dogville, einem abgelegenen Bergdorf mit nicht einmal 100 Einwohnern. Der dort ansässige Schriftsteller Tom Edison (Paul Bettany) überredet sie, sich erst einmal in Dogville zu verstecken. Er hofft den anderen Einwohnern durch die Hilfsbedürftige einige überfällige Lektionen in Sachen Bürgerpflicht und über das Wesen der Gemeinschaft beibringen zu können. Widerwillig lässt sich Grace darauf ein. Was folgt, erfüllt nicht direkt Toms Erwartungen, enthüllt aber viel vom Wesen der Gemeinschaft – und den dunklen Seiten der menschlichen Natur.

Regie-Maestro und Exzentriker par excellence Lars von Trier begann mit Dogville seine „USA – Land der Möglichkeiten“-Trilogie. 2005 folgte mit Manderlay der zweite Teil, in dem Bryce Dallas Howard die Rolle der Grace spielte. Die Realisation des dritten Teiles mit dem Titel Wasington steht noch aus. Seine Premiere hatte Dogville 2003 auf dem Filmfestival in Cannes und galt dort als heißer Favorit für die goldene Palme. Bei der Preisverleihung ging der Film jedoch leer aus.

Auffällig an Dogville ist die ausgesprochen karge Austattung des Films. Statt Häuser und Straßen als Filmkulissen sind lediglich Kreidestriche auf den Boden des Filmstudios gezeichnet. Mag diese reduzierte filmische Wirklichkeit illusionsstörend auf den Zuschauer wirken, so ist dies beabsichtigt: Dogville ist zum Teil inspiriert von Bertold Brechts “Ballade von der Seeraeuber-Jenny” aus der “Dreigroschenoper”. Aus diesem Stück des Meisters des epischen Theaters zitiert Grace denn auch an einer Stelle fast wortwörtlich. Dabei waren die Dreharbeiten von Dogville wohl recht beschwerlich: So wurde Paul Bettany von seinem Freund Stellan Skarsgård unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu der Mitarbeit an Dogville bewegt. Skarsgard behauptete vor dem Beginn der Dreharbeiten, die Arbeit mit von Trier sei “spaßig”, um einem vollkommen verdutzen Bettany dann bei der Arbeit zu erklären, dass das offensichtlich eine Lüge gewesen sei. (KJ)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (8) — Film: Dogville

SoulReaver: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

[...] Wenn wir uns dann langsam auf dem Ende entgegenbewegen, die Luft immer dünner wird, Grace immer verzweifelter und gebrochener in die Kamera blickt und Lars von Trier dann mit offenem Visier dem Zuschauer entgegentritt, um ihm die ganze Wahrheit erbarmungslos entgegenzuschmettern, entfaltet sich „Dogville“ zu einer abstoßend ehrlichen Wiedergabe des egoistischen Charakters der menschlichen Rasse. In „Dogville“ steht Schein und Sein über allem und begangene/empfangene Handlungen und Taten entpuppen sich schlussendlich nicht als die, für die man sie durchgehend gehalten hat. Alles erstrahlt in neuem Licht, bekommt eine neue Bedeutung zugesprochen. Der dünne Grat der Humanität wird analysiert – Wie schnell wird man selber Opfer und wie schnell kann man Menschen zu Opfer/Sklaven seiner eigenen Bedürfnisse machen. Arroganz und Schuld, auf beiden Seiten, sind die Säulen der hervorragenden Inszenierung und der Mensch, dessen Natur von Grund auf böse und durchtrieben ist, lässt die Masken fallen, um den Zuschauer nicht nur eiskalt zu erwischen, sondern ihm auch bis zur letzten Sekunde in die verschreckten Augen zu starren. [...]

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

SoulReaver

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Also ich hab gehört, "Dancer in the Dark" soll toll sein, mal ein ganz neues Musical (ICH HASSE MUSICALS!) und "Breaking the Waves" mit seiner religiösen Note vollkommen überfrachtet. Ich bin gespannt, mal sehen. Morgen ist ja Sonntag, da könnte man sich die mal ansehen.
"Melancholia" packt dich, oder packt dich nicht. Wenn die ersten 45 Minuten nicht dein Fall waren, dann werden es die restlichen 80 auch nicht, würde ich behaupten, vielleicht täusch ich mich auch. Visuell ist der natürlich super, der Anfang und das Ende ganz besonders, genau wie Darsteller, die von Trier aber gewohnt zu Bestleistungen antreibt. Mein Film war es nicht, ich fand ihn - simpel gesagt - stinklangweilig.
Sieh dir vorher lieber "Antichrist" kann, einer der wichtigsten Beziehungsfilme überhaupt, mit Triers eingefangener Seele und zwei hervorragenden Darstellern bestückt.


Hartigan85

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Ja Jacko, sieh dir "Antichrist" mal an, bin gespannt wie du den findest...


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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5.0Geht so

Obwohl Lars von Trier seit jeher ein Regisseur ist, der sein komplettes Gesamtwerk darauf getrimmt hat, dass man zu ihm Stellung beziehen - es lieben oder hassen - muss, hat er mit "Dogville" ein Film vorgelegt, der - obwohl er gleichermaßen Abscheu wie Beifall hervorrufen wird - letztendlich Licht und Schatten gleichmäßig verteilt, und in Quintessenz weder Verriss noch Lobhudelei rechtfertigen würde.
Von Triers Inszenierung ist ungewöhnlich, und kann zu Beginn aufgrund des "Reiz des Neuen" beeindrucken, fügt sich aber auch nach der anfänglichen Gewöhnungsphase in das Gesamtkonzept ein und kann aufgrund dessen, den Vorwurf des Selbstzwecks zumindest verschleiern, wenn auch nicht gänzlich entkräften. Die Riege an Schauspielern hat das Konzept, in welchem sie sich bewegen, verinnerlicht, und kann so zu großen Teilen überzeugen. Die formale Ebene funktioniert genausso, wie man es vom Querkopf aus dem hohen Norden gewohnt ist.
Umso enttäuschender ist es, dass…

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Hitmanski

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Ich muss zugeben, die Referenzen an Lynch, bzw. "Twin Peaks" habe ich bisher auch noch nicht erkannt, was aber durchaus daran liegen kann, dass zwischen meiner letzten TP-Sichtung und "Dogville" doch einiges an Zeit vergangen ist - werde ich bei Gelegenheit aber mal überprüfen; eine Runde TP steht sowieso mal wieder an ;)

Stimmt, die Referenzen von "Geister" sind da auf jeden Fall offensichtlicher - soweit ich mich daran erinnere, ist ja sogar die Marketingschiene darauf angesprungen, die "Geister" mit TP hinten auf dem Cover verglichen hat.

Danke jedenfalls für den Linktipp :)


Dox

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Schwachsinn.


Arakune: CinemaForever, Im Wendekrei...

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6.5Ganz gut

"Dogville" ist ein beeindruckender Film; beeindruckend in der Hinsicht, dass es erstaunlich ist, mit welch minimalistischen Bildern es möglich ist, solch eine intensive und wirkungsvolle Geschichte zu erzählen. Und ich muss zugeben: Auch ich habe die Bewohner dieser Hundestadt hassen gelernt mit ihren tierischen und menschenunwürdigen Verhaltensweisen, gegen die selbst die eines (richtigen) Hundes "edel" erscheint; mit ihren merkwürdigen Motiven; mit ihren dreckigen Leben und ihren hässlichen, (erzieherisch) missratenen Kindern. - Bin ich jetzt ein schlechter Mensch? Genauso menschenunwürdig wie die Bewohner selbst? Möglicherweise. Ich finde, diese Frage sollte sich jeder selbst stellen. Uns wird ein Spiegel dargeboten und wir allein entscheiden, was wir darin sehen...

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BigDi

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Freu dich schon mal auf von Triers endültigen Spiegel namens "Antichrist". ;)


Fricki76: Asianfilmweb.de

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8.0Ausgezeichnet

Der dänische Regisseur Lars von Trier ist vor allem Liebhabern von anspruchsvollen, ungewöhnlichen Filmen mit Niveau ein Begriff. In Skandinavien war er Mitbegründer des „Dogma-Films“ und zudem regelmässiger Gast bei den bekannten Filmfestspielen in aller Welt. Sein letzter großer Wurf war „Dancer in the Dark“, der in Cannes mit 2 Goldenen Palmen ausgezeichnet wurde.

In seinem neuesten Werk „Dogville“ stellt Herr vom Trier erneut die beschriebenen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. In der beschaulichen kleinen Stadt Dogville führen die Einwohner ein tristes Leben ohne Höhepunkte. Da verirrt sich die junge Grace (Nicole Kidman) in das öde Bergkaff, verfolgt von einer Horde Gangster. Der idealistische Jungschriftsteller Tom nimmt sie in Schutz, versteckt sie erst vor den Gangster, dann der Polizei und setzt sich schließlich bei der Dorfversammlung bei den verängstigten Einwohnern dafür ein, dass Grace bleiben kann. Man trifft schließlich die Übereinkunft, dass Grace für 2 Wochen…

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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10.0Herausragend

Lars von Trier war schon immer ein Zertrümmerer alter Formen und Stile und ein Erneuerer des Kinos. Den experimentellen ersten Filmen wie The Element of Crime, Epidemic und dem opulenten Europa folgten die filmische Selbstbeschränkung von DOGMA 95 und schließlich die Experimente mit Erzählformen des Theaters vor allem Brechtscher Herkunft, die schließlich in die USA-Trilogie mündet, deren Anfang Dogville markiert. Von Triers Auseinandersetzung mit den USA und der amerikanischen Lebensart haben dem Regisseur zwar viel Prügel eingebracht, doch der Faszination von Dogville kann man sich nur schlecht entziehen – mit minimalistischen Mitteln gelingt das beklemmende Bild einer Gesellschaft, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer moralischen Ideale allem Fremden gegenüber äußerst misstrauisch gegenübersteht.

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ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte

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10.0Lieblingsfilm

Ein hochaktueller Diskurs in einer Zeit, in der die so lange bequem ausgeblendete Konfliktlösung mit gewaltsamen Mitteln plötzlich nicht mehr zu verdrängen ist. Grace war für die Menschen in Dogville eine Prüfung - sie haben sie nicht bestanden.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

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10.0Lieblingsfilm

Die Exposition ist einfach. Die Geschichte verläuft langsam und das Ziel dieser Reise ist nichts für den schwachen Geist. Am Ende dieses Films wird jeder herausgefordert eine Entscheidung zu treffen, die sein bisheriges Moralverständinis auf den Kopf stellen wird. Lars von Triers perfekt geschriebenes und hochkarätig besetztes episches Film(Theater)stück geht an die Grenzen der Bilder.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Von Trier zeigt auch, wie gute Menschen wegen ihrer Tugend gefürchtet werden. Wie die weniger Tugendhaften Güte zu zerstören suchen. Wie Vergebung in Rache umschlägt. Wie Gangster sich als humaner erweisen als der niederträchtige Nachbar. Wie man vielleicht töten muss, zum Wohl der Menschheit. Man darf das alles gar nicht zu Ende denken, sonst versinkt man rettungslos im Nihilismus.

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Kommentare (113) — Film: Dogville


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Louis Cyphre

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Bewertung9.0Herausragend

Meine Güte, was für ein wahnsinnig guter Film. Atmosphäre, Stimmung, Schauspielkunst, Kamera und Erzählweise haben mich 3 Stunden sabbernd in die Couch gepresst. Hollywood, bitte diese Regie genau ansehen, verstehen und sich dann ganz fürchterlich und erbärmlich schämen, dass man mit 100 Millionen $ + noch nicht mal in der Lage ist, halbwegs erträglichen Abschaum zu produzieren. Unverschämt, was eine gute Geschichte für einen Film bedeutet, der völlig ohne Effekte und sogar ohne Kulissen auskommt. Aber meine Meinung darf man eh nicht ernst nehmen, da ich halt auch ein übles und ver­ruchtes von Trier-Fangirl bin!

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EvertonHirsch

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Bewertung7.0Sehenswert

Für mich sehr durchwachsen. Das Setting ist für mich eigentlich sehr gut gewählt, jedenfalls finde ich die Idee, ein kleines Dorf mit einer Bühne ohne Mauern und Türen darzustellen, sehr gut. Gegen Ende des Films hätte ich mir aber gewünscht, dass von dieser Offenheit des Schauplatzes immer mehr verschwindet, da sich auch das Benehmen der einzelnen Bewohner erheblich ändert und sich radikal von dem unterscheidet, was die anfängliche Idylle vermuten lässt.

Der Film hat allerdings ewig gebraucht, ehe er mal angefangen hat, mich irgendwie von der Story her zu interessieren. Gegen Mitte des Films ändert sich das aber allmählich. Die Wendung, das Ende und die Erklärung für das Verhalten von Grace sind sehr gut und verhelfen dem Film so zu einem positivem Resümee. Hier profitiert der Film für mich aber eindeutig davon, dass das Ende einprägsamer ist, als der Anfangt und der Miteilteil.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Erzähler öfter einmal dem Zuschauer mehr Raum für die eigene Fantasie und eigene Interpretationen lässt, da doch sehr viel Gedankengänge kommentiert werden. Lediglich Andeutungen hätten gereicht.

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mary84

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Zunächst einmal ist die Bühnendarstellung wirklich gewöhnungsbedürftig am Anfang, jedoch verfliegt das irgendwann und man denkt sich in alles hinein. Jedoch verstehe ich nicht, warum es zum Ende hin - deiner Meinung nach - weniger werden soll bzw. die eigentlich gedachten Bestandteile verschwinden sollen, nur weil die Isylle bzw. die Thematik sich ändert. Häuser, Türen, Bäume und Gärten können nunmal nicht verschwinden, sie sind und bleiben Bestandteil des Filmes bzw. der Bühne.
Zu der Dauer muss ich auch sagen, er könnte kürzer sein, man denkt zwischen durch immer mal wieder daran, ob sich demnächst etwas ändert bzw. passiert oder nicht.
Ich fand den Erzähler, besonders die Stimme, sehr gelungen und auch passend. Ab und an ist man froh bei Lars von Trier Filmen nicht mitdenken zu müssen, da die meisten Filme von ihm nicht gerade einfach sind.
Alles in allem fand ich ihn sehr gelungen und würde mir ihn immer wieder angucken.


EvertonHirsch

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Am Anfang hat das Dorf Grace noch mit offenen Armen aufgenommen, war freundlich usw. Es passierte nichts, ohne dass der Nachbar es mitbekommt (wie im Dorf halt), so hab ich das Bühnendesign mit den fehlenden Wänden jedenfalls verstanden. Zum Ende hin war alle Freundlichkeit verflogen, keiner hätte sich Grace mehr geöffnet, so dass dies für meinen Geschmack auch bildlich mit hochgezogenen Mauern hätte dargestellt werden können. Hätte ich besser gefunden

Und durch den Erzähler bleibt für mich höchstens das Motiv von Grace' Handeln bis zuletzt unklar. Alles andere eigentlich nicht. Das wird meistens vorgekaut. Z. B. gerade da, als Tom (Paul Bettany) bei seinem Spaziergang ebenfalls zu der Erkenntnis kommt, dass Grace verschwinden muss, da hätte man Platz für Interpretationen lassen können


WaltHeisenberg

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Dogville erwarb ich neulich auf DVD aus dem Grund, dass Lars von Trier draufstand. Sonst kenne ich nur Antichrist und Melancholia von ihm. Der Film kommt auch sehr interessant daher. Aber für die Art, auf die er gemacht ist (ein einziger, winziger Schauplatz; allein von den Dialogen abhängig), dauert er mindestens eine ganze Stunde zu lang...
Eine Bewertung kann ich hier (noch) nicht abgeben, da Dogville mich einfach nicht am Ball halten kann und ich ihn so nicht zu Ende gesehen habe.

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Masseltoff

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Bewertung9.0Herausragend

Wenn ich Dogville mit 3 Worten beschreiben müsste wären es wohl

-Minimalistisch
-Nicole Kidman
und
-Genial

Was der Larsi hier geschaffen hat ist schlichtweg genial, mit einfachstem Mittel so was großes zu schaffen ist unglaublich. Der Film wird mal wieder von Triers Grundeinstellung geleitet. Der Mensch ist die schlimmste Rasse und hat es nicht verdient zu leben, gebe man ihm Macht, er würde sie missbrauchen! So unrecht hat er damit nicht, oder ?

Nicole Kidman spielt genial (Was anderes hab ich aber auch nicht erwartet :D). Durch das minimalistische Bühnenbild wird vom Zuschauer auch noch ordentlich Fantasie abverlangt, was den einen oder anderen nicht gefallen wird. Der Film ist halt wie ein gutes Buch, du musst dir alles selber vorstellen, selbst die Sträucher und Büsche.

Das Ende fällt dann Relativ Krass aus, was aber zum Film passt. SPOILER!!! Genial dann die Symbolik am Ende, das der Hund überlebt, denn Tiere sind die einzigen Lebewesen die ihre Macht niemals missbrauchen würden. SPOILERENDE!!!!

Abschließend kann ich sagen ich habe es nicht bereut den Film zu sehen, ganz im Gegenteil heutzutage sollte es mehr Filmemacher geben, die sich sowas trauen und nicht ihre dünnen Stories in Effekthascherei verstecken. Natürlich muss auch sowas geben, den ab und zu brauch man auch Filme zum abschalten, denn dazu ist Dogville ganz sicher nicht geeignet :)

9/10

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florian.fiele

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dogville

Lieblingsfilm, ohne Frage. Was ist Dogville? Es ist

- einzigartig
- fesselnd
- schockierend
- tiefgründig
- faszinierend
- wunderschön
- zynisch
- grauenhaft
- widerlich

Dogville ist sicher kein einfacher Film, den man einfach so an sich vorbeiziehen lassen kann. Es ist aber auch kein schwieriger, abschreckender Stoff; ein funktionsfähiges Gehirn sowie Interesse daran es während eines Films einzusetzen reichen völlig aus. Man muss kein Theater mögen; vielmehr ist Dogville mit einem Buch zu vergleichen, das dem Leser viel Raum zum Einsatz der eigenen Vorstellungskraft bietet. Eine Darstellung der Ergebnisse meiner individuellen Vorstellungskraft würde wohl kaum irgendeinem Zweck hier dienen...darum lasse ich dies an dieser Stelle. Möge bitte jeder die Abgründe des Menschen und der Gesellschaft von Dogville selbst erkunden.

Die Story-, Regie- und Kameraarbeit sind dabei so stark, dass der Film, zwar etwas anders dann, aber in selbiger Intensität, auch funktioniert hätte, wenn er in normalen, statt minimalistischen Settings gedreht worden wäre. Von der Art der Inszenierung braucht man sich nicht abschrecken zu lassen; von der Thematik schon eher. Sicher erwartet man von Lars von Trier kein lockeres Popcornkino mit HappyEnd, aber das Gesehene ist schon sehr, sehr schwer zu verdauen. Was Apocalypse Now in Bezug auf den Krieg zeigt, zeigt Dogville in Bezug auf die Gesellschaft: Das Grauen. Die menschlichen Abgründe. Macht und dessen Wirkung auf die Psyche eines Menschen.

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//Nearly all men can stand adversity, but if you want to test a man's character, give him power - Abraham Lincoln
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10.0 - nicht nur kunst-, sondern auch wirkungs- und aussagevoll

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"Grace hielt inne, und währenddessen zerstoben die Wolken und das Mondlicht zeigte sich...und Dogville machte wieder eine jener kleinen Lichtveränderungen durch....es war so als wenn das Licht, zuvor barmherzig und schwach, sich plötzlich weigerte die Stadt noch länger zu schützen. Plötzlich konnte man sich keine Beere mehr vorstellen, die eines Tages an einem Stachelbeerstrauch hängen würde. Man sah nur in aller Deutlichkeit die Dornen. Das Licht drang jetzt in alle Unebenmäßigkeiten und Makel an den Gebäuden. Und an den Menschen. Und mit einem Mal kannte sie die Antwort auf ihre Frage nur allzu gut. Hätte sie selbst so gehandelt wie die Menschen hier, nicht eine einzige ihrer Taten hätte sie verteidigen können, und nicht streng genug verurteilen. Es war so als hätten ihr Kummer und ihr Schmerz endlich den ihnen rechtmäßig zustehenden Platz eingenommen. Nein, was sie getan hatten, war nicht gut genug. Und wer die Macht besaß dies richtig zu stellen, hatte die Pflicht es auch zu tun, um anderer Städte willen, um der Menschheit willen, und nicht zuletzt auch des Menschen willen, der Grace selbst war."
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Besonders stark, dass das Thema Macht eben nicht nur in Bezug auf die Dorfbewohner eine Rolle spielt, sondern sich auch in der Persönlichkeit von Grace wiederfindet. Zunächst barmherzig und/weil schwach (wie das Licht); mit der Macht kommen aber auch ihre wahren Gefühle zum Vorschein. Von der (selbst eingeredeten) Barmherzigkeit keine Spur mehr, treten schließlich ihre unterdrückten Schmerzen hervor. Für mich kein normales Rape-and-revenge-Filmchen, auch kein Moralstück nach dem Schema "Morden für eine bessere Welt", sondern ein Film, der mit einem zutiefst negativen Menschenbild ausgestattet ist und Aussagen, Erkenntnisgewinn sowie Entscheidungen menschlichen Individuen überlässt. Der Mensch ist ein Tier und seine Entscheidungen trifft er eigenständig, nach individuellen Maßstäben auf egoistischer Basis dem Zweck der Selbsterhaltung dienend, nicht auf der Grundlage einer allgemeingültigen objektiven Moral. Die Fassaden jeglicher Gesellschaften werden somit komplett eingerissen.

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Anmerkung: FSK12. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wer Dogville für Minderjährige zugänglich machen wollte, sollte sich untersuchen lassen. Die FSK ist skandalös.

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ready2fall

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Sehr guter Kommentar!


Croton

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Ich bewerte mal noch nicht, die Zweitsichtung steht noch aus und ich habe den Film bisher nur bei seiner Kinopremiere gesehen. Bin begeisterter Trier Fan und es wird wohl etwas hohes herausspringen.
Was ich jedoch an den ganzen Kommentaren hier nicht verstehe ist das auf zwei wichtige Dinge überhaupt nicht eingegangen wird. Der Film ist am Anfang stinklangweilig, der gute Lars verwendet Langeweile als Stilmittel, da hierdurch das Finale um einiges intensiver und erlebbarer wird. Wieso erwähnt das kein Mensch? Habe damals im Kino echt gekämpft nicht einzuschlafen... Das andere was mir völlig abgeht ist fehlende Würdigung der Leistung von Lauren Bacall - Mein Gott es ist 10 Jahre her, dass ich den gesehen habe und meine wichtigste Erinnerung ist die unglaubliche Präsenz der grande Dame auf der Leinwand...

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jacker

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Vielleicht weil Langeweile viel zu subjektiv ist?
Ich z.B. empfinde DOGVILLE keineswegs als langweilig, in seiner ersten Hälfte aber eher gemütlich. Im Gegensatz dazu langweile ich mich zu Tode wenn Stunden lang irgendwo Dinge explodieren und ohne Sinn rumgeballert wird.
Ich denke die Leute die bewusst DOGVILLE schauen, haben da sicher ne andere Vorstellung von. Vielleicht überwiegt auch der Reiz der unkonventionellen Theaterinszenierung?


Croton

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Oh man, ich glaube ich muss den bald nochmal sehen ;-) Irgendwie scheint da aber was mit den Trier-Fans und den Actionszenen zu sein - Habe in fast jeder Bewertung eines Actionfilms stehen, dass mir da zu viele und zu lange Actionszenen drin sind... Auf mich hat das behäbige Tempo am Anfang halt sehr einlullend gewirkt, dementsprechend stärker halt die Eskalation.


jakob3

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Bewertung9.5Herausragend

Dieses minimalistische Kino ist filmische Perfektion. Keine großartige Kulisse und doch unglaublich gefühlsbeladen und packend düster inzeniertes, cineastisches Meisterwerk. Sowohl philosophische Aspekte, die Tief in das Sein des Menschen hinabtauchen, wie auch ethisch-moralische Fragen zu Schuld, Schwäche des Individuums und Verhalten werden hier thematisiert. Lars von Trier irritiert sein Publikum und fordert es sogleich in seiner Vorstellungskraft und Aufmerksamkeit in jeder Sequenz aufs Neue. Durch die unglaubliche Intensität, die Dogville hat und die unkonventionelle Art und Weise der Inszenierung versteht der Film seinen Zuschauer in den Bann zu ziehen und zu fesseln. Meiner Meinung nach Lars von Triers - der immer wieder gerne mit geltenden Konventionen jongliert, so auch in "Dogville" - bester, wenn auch zugegeben phasenweise anstrengendster und fordernster Film. Auch Nicole Kidman hat "Dogville" die, soweit ich es beurteilen kann, beste Roller ihrer Karriere zu verdanken (ausgenommen eventuell nur "Eyes Wide Shut", wo sie ein ähnlich hohes Level erreicht).

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Prival

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Bewertung9.0Herausragend

Im Prinzip gibt es nicht viel mehr zu "Dogville" zu sagen, als schon gesagt wurde. Ein Film, der den Zuschauer an seine Grenzen führt.
Denn wo immer der Ort des Geschehens ein kleines (US-amerikanisches) idyllisches Städtchen mit freundlichen, wenn auch distanziert misstrauischen Bewohnern ist, weiß der geübte Filmeschauer gleich: Hier ist was faul!
So auch in Dogville. Die zu Beginn freundlichen und hilfsbereiten Bürger entpuppen sich nach unverhofftem Machtzuwachs als alles andere als Verfechter der Moral und erliegen nach und nach ihren "Schwächen".
Umso verständlicher und zwingender ist die letztendliche Reaktion Graces, auch wenn wohl der Großteil derjenigen, welche den Film sichteten, vermutlich vor dem Erfahren behauptet hätten, es wäre nicht möglich sie dazu zu bewegen, derartiges gut zu heißen.
Bis Lars von Trier sie vom Gegenteil überzeugt. Und da wären wir bei meiner Frage zum Film: Was ist den überhaupt Moral?
Der Dialog im Cadillac lässt, obwohl frei von logischen Lücken der Schlussfolgerungen und eigentlich auf "Arroganz" bezogen, ein flaues Gefühl zurück. Denn faktisch sagt er uns eines: Wir sind so arrogant, wir glauben sogar besser als andere zu wissen, was richtig und was es nun einmal nicht ist.
Um mal Woyzecks Hauptmann zu bemühen: "Moral, das ist, wenn man moralisch ist, versteht Er." Und genau so geht es uns, wir befinden uns in einem von unseren Emotionen und Umfeldern definierten Zustand, der uns sagt, was wir als richtig zu empfinden haben. Und so handelt jede Figur dieses Filmes für SICH nachvollziehbar und, wenn auch gegen das eigene Gewissen, pragmatisch orientiert ohne logische Alternative.
Doch was diesen Film dann noch über diese "ausgezeichnete" Darstellung des menschlichen Wesens hebt, ist bemerkenswerte Mut von Triers was die Umsetzung betrifft. Man stelle sich dieses Stück mit realer Kulisse und aufwendigen Bauten vor... Es wäre längst nicht so eindrucksvoll, erinnerungswürdig und "herrausragend"!

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dmtjdc

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Bewertung7.5Sehenswert

Teils tiefgründiger, teils brachialer, auf jeden Fall aber extrem stilisierter Psychofilm, welcher zur Abwechslung mal ein ganz anderes "Gefangenen-Dilemma" präsentiert. Kidman in eine ihrer stärksten Rollen, Von Trier nicht ganz so dogmatisch wie gewohnt und das Ganze auch noch ohne nennenswerte Längen runtererzählt, tolle Sache. Warum kann Arthouse-Kino nicht öfter derartig unterhaltsam sein? Der Schluß schockt saugut, nur ein Kritikpunkt: Wenn die Moral unter anderem "Auge um Auge" ist (was ja durchaus legitim sein mag), wozu wird dann auch noch das letzte Opfer gefordert? Wenn ich da nicht irgendwas Wichtiges verpasst habe, war das wieder nur die übliche Provokation des melancholischen Teilzeit-Hitler-Fans. Billiger Nervenkitzel. Wirkt auf jeden Fall, ich kann so was aber nicht besonders leiden. Ansonsten topp.

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Chad

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Bewertung9.5Herausragend

Von instinktiver und selbstsüchtiger, zwischenmenschlicher Depression über amerikanisch gesellschaftliche Ohnmacht bis hin zur Leidensfähigkeit christlichen Glaubens und dem Dialog von Gott und Sohn.. Es gibt diverse Interpretationen. Und der Film erschlägt den Zuschauer in eigener existenzieller Auseinandersetzung über Ethik und Glaube an die Welt, an das Gute und Böse im Hier und Jetzt.
Jede zusätzliche Requisite, Kulisse oder Effekthascherei hätte keine Bedeutung gespielt. Der Film funktioniert gerade durch die beschränkte Inszenierung hervorragend!

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Pyro 91

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Bewertung9.0Herausragend

Auf einem spärlichen Set, das die hervorragenden Schauspielleistungen und messerscharfen Dialoge nur noch mehr in den Mittelpunkt rückt, kreiert Lars von Trier eine unerträglich-schmerzhafte, aber moralisch-hochspannende Geschichte.
Grace, gespielt von Nicole Kidman, ist dabei unser emotionaler Zugang zu diesem "netten" Dorf Dogville, welches zu Beginn noch den Anschein erweckt, es wäre von durchaus freundlichen Leuten bevölkert. Doch Grace, die sich ihnen zur Verfügung stellt und selbstlos jede Pflicht auf sich nimmt, wird schon bald von ihnen auf verschiedene Arten missbraucht. Was Lars von Trier dann zeigt, ist im höchsten Maße unerträglich und ich dachte wirklich, dass ich bald ausschalten muss, wenn das noch länger so weiter geht. Gut zwanzig Minuten des Films habe ich mit mir gerungen. Ich wollte mich schon darüber aufregen, dass das Ganze in dieser Ausführlichkeit gezeigt wird und den Film mit der Wertung "Sorry Lars, too much" abstempeln, aber nachdem der Film zu Ende war, schien alles durchaus Sinn zu machen.
"Dogville" funktioniert für mich nicht auf realistischer Ebene - wie mir dann klar wurde - sondern eher als Parabel über Sklaverei/Machtmissbrauch und als Kritik an fehlender Empathie und blinden Rudelverhaltens.
Mein moralischer Kompass hat jedenfalls im Laufe des Films in alle Himmelsrichtungen ausgeschlagen und speziell nach dem Ende, fühlte ich mich befriedigt und deprimiert im gleichen Maßen. Sobald ich aber dann die DVD aus meinen Player entfernt hatte, fand ich mich in einem unglaublichen euphorisierten Zustand vor, was daran lag, dass ich gerade wieder mal einen hervorragenden Film vom guten, alten Lars gesehen hatte!

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adamma

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Bewertung9.0Herausragend

SPOILER!:
Der erste Teil von "Die Patin" oder auch "Entstehungsgeschichte der Patin"!

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Uwe B.B.B.

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Bewertung3.0Schwach

Ein Film, der eigentlich keiner ist, an Langeweile unübertroffen.

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herbst

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Bewertung10.0Herausragend

Dieser Film gehört unangefochten zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.
Er ist vor allem eines nicht: normal!
Alle, die einen Hollywoodstreifen erwarten oder einen einfachen Film, die sollten die Finger davon lassen. Dieser Film ist etwas für den Kopf, nicht für die Augen.
Große Dramatik, toll umgesetzt mit einer grandiosen schauspielerischen Leistung.
Ich bin tief beeindruckt von diesem Meisterwerk!!!

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franticfury

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Bewertung9.5Herausragend

Kann Spoiler enthalten:

Jetzt ist es für mich mal an der Zeit einen Film zu würdigen, der mich seinerzeit ungemein beeindruckt hat, Lars von Triers grandioses Querdenkerwerk "Dogville".
Man möge sich nur mal vorstellen von Trier würde in Hollywood arbeiten, er würde den Raum betreten und sein neues Werk vorstellen, die Hauptfigur, eine Frau auf der Flucht vor der Mafia, sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf. So weit so gut, jetzt würde er allerdings noch hinzufügen, dass der Film 3 Stunden geht und die gesamte Zeit über auf einer Theaterbühne spielt.
Spätestens jetzt würden wohl alle am Tisch kopfschüttelnd den Raum verlassen. Wo ist da bitte das Cineastische? Wie bitte soll der Zuschauer denn in das Geschehen eintauchen, wenn er sich die ganze Zeit über bewusst ist, eine Bühne zu sehen, ein künstliches Filmset. Da könnte man auch gleich ins Theater gehen!
Aber Gott sei Dank arbeitet von Trier nicht in Hollywood und konnte uns so diesen visionären Film schenken. Doch, auch wenn von Trier nicht in Hollywood arbeiten mag, so dürfte das Projekt auch innerhalb der Dogma-Gemeinschaft einiges an Aufsehen erregt haben. So radikal wie von Trier hatte schließlich keiner zuvor das Kino demontiert, es gerade mal auf das Allernötigste heruntergebrochen. Ein mutiges Projekt, zweifelsohne, das in den Händen eines anderen Regisseurs durchaus hätte scheitern können. Doch von Trier sollte alle Kritiker Lügen strafen und mit "Dogville" eines der ganz großen Meisterwerke des 21. Jahrhunderts abliefern.
Denn der aufmerksame Zuschauer wird in "Dogville" mehr als nur ein großartig geschriebenes und gespieltes Drama um Schuld, Hass und Rache sehen, sondern vielleicht schon den Prototyp eines ganz neuen Kinos. Ein Kino, das der Fantasie des Zuschauers ganz neue Räume eröffnet. Ein Kino der Andeutungen und kleinen Gesten. Spätestens nach einer Viertelstunde sieht man das Dorf auf einmal mit anderen Augen, was wohl niemand im Vorfeld gedacht hätte ist, wie fließend der Übergang dieser zwei grundverschiedenen Kunstformen funktioniert. Man hat weder das Gefühl, als würde man ein abgefilmtes Theaterstück sehen, noch hat man das Gefühl hier überhaupt einen Film zu sehen.
Man kann "Dogville" vielleicht sogar mit einem Roman vergleichen. Eine der größte Stärken der Literatur ist schließlich Schauplätze und Figuren der Fantasie des Lesers entspringen zu lassen. Nicht umsonst sagt man, wenn 100 verschiedene Leute dasselbe Buch lesen, sind es 100 verschiedene Bücher.
"Dogville" funktioniert auf einer ähnlichen Ebene, nur einige Ansätze, wie das Dorf wirklich aussehen könnte präsentiert uns von Trier. Die Brücke, die Hauptstraße, das Rathaus. Doch wie es sich im Endeffekt wirklich darstellt überlässt er der Interpretationsfreude des Zuschauers. Plötzlich werden Flüsse lebendig, Berge stapfen aus dem Boden. "Dogville" beginnt zu leben, durch seine Charaktere, die durch die Bank großartig spielen, aber auch durch die Fantasie des Zuschauers. Die Kamera und der Zuschauer bilden eine perfekte Symbiose, wie man sie in dieser Form nur selten erlebt. Und in diesen Momenten hat man das Gefühl das Werk eines wahren Visionärs zu sehen.
Umso beklemmender ist dann der Moment, in dem uns von Trier alles wegnimmt. Zuerst nimmt er uns die Illusion, dass "Dogville" Grace in irgendeiner Weise Schutz bieten könnte und dann nimmt er uns auch noch das Dorf selbst. Unvergessen die Schlusseinstellung, wenn Grace über eine völlig leere Bühne läuft, gebrochen, geschunden.
"Dogville" ist ein Film der den offenen Zuschauer belohnt wie kein zweiter Film, der einlädt immer und immer wieder gesehen zu werden. Denn wenn hundert Leute "Dogville" sehen, dann sind es hundert verschiedene Filme...

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movie.max

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Habe neulich das Sigur Ros-Musikvideo mit Shia gesehen und freue mich nun auch auf den Nympho!


Wumz

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Und WASHINGTON kommt ja auch noch irgendwann... auf das von Trier noch viele große und erschütternde Filme macht. =)


Ohne Wiederkehr

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kommentar enthält einige Spoiler.

Bisher verlor sich jeder Kommentar, den ich bisher zu einem Lars von Trier-Film gesehen habe in eine Lobeshymne, sowohl auf den Film, als auch auf den Regisseur, dennoch habe ich ihm bisher aus unerklärlichen Gründen nicht das Prädikat "Lieblingsregisseur" verliehen, doch das wird sich mit dem heutigen Tag ändern (obwohl Werner Herzog immernoch vor ihm steht). Ein User (von dem mir der Name grade nicht einfällt) hat unter meinen Kommentar zu "Melancholia" geschrieben, dass ich zu einem Lars von Trier-Fan werde, wenn ich mir "Dogville" ansehe und das hat sich als wahr herausgestellt.

Zunächst wäre da der unglaublich faszinierende, minimalistische Inszenierungsstil. Normalerweise überschreiten Spielfilme den Horizont des "Durchschnittsmenschen" , man sieht bombastische CGI-welten, wie in "Avatar" oder "2012", spanndene Schießereien und Verfolgungsjagden, wie in den James Bond-Filmen und so ziemlich jedem anderen Actionfilm, oder einfach ungewöhnliche Landschaften oder Charaktere, wie in den Filmen von Werner Herzog, auf jeden Fall etwas, dass der Normalbürger nicht aus seinem Alltagsleben kennt, doch Lars von Trier geht es in "Dogville" ganz anders an. Er UNTERschreitet unseren Horizont enorm, ziegt uns nichtmals Straßen und Gebäude, geschweige denn Landschaften, er reduzierte das Setting nur auf das nötigste und bewies damit, dass man garkeine gewaltigen Bilder oder gar Effekte braucht um einen guten Film zu machen, da die Geschichte nicht von der Umgebung, sondern von den Menschen erzählt wird, groß ausgeschmückte Landschaften und Kulissen sind da wenig förderlich, da sie hauptsächlich vom eigentlichen Geschehen ablenken (obwohl ich nicht immer der Meinung bin, Werner Herzog schafft es beispielsweise meisterlich beeindruckende Lanschaftsaufnahmen gut und sinnvoll in seine Filme einzubinden, aber das ist ein anderes Thema), auf viele mag es desillusionierend wirken, aber mich hat es unglaublich fasziniert. Lars von Trier hat es durch diesen Inszenierungsstil geschafft einen Antifilm in Perfektion zu erschaffen.
Zu Beginn habe ich mir immer wieder vorgestellt, wie die Stadt "wirklich" aussehen könnte, er förderte also zudem aucch meine Phantasie (obwohl das mit Sicherheit nicht Lars von Triers Intention war und auch recht schnell wieder aufhörte).

Zu erwähnen wäre natürlich auch noch der Erzähler, der mit seiner gutmütigen, euphorischen Stimmlage und seinem stets positiven erzähltext genau dem wwidersprach, was gezeigt wurde und nicht selten für Verwirrung sorgte.

Und dann wäre da noch diese wirklich bewegende Geschichte über eine Frau, die sich einer Stadt schutzlos auslieferte und ihr alles bot was sie hatte. Zunächst wurde sie recht freundlich aufgnommen und man bezeichnete sie "als das beste, was der Stadt jemals" doch irgendwann begann sich ihre Situation immer mehr zu verschlechtern und ihre Zugehörigkeit zur Dorfgemeinschaft wurde symbolisch durch die 7 Figuren, die für ihre glückliche Zeit in Dogville standen, zerschmettert. Erst musste sie länger arbeiten doch ihre Situation spitzte sich immer weiter zu, bis sie provoziert, mehrfach veergewaltigt und an ein schweres Rad gekettet wurde , letztendlich wurde sie auch noch von dem Mann verraten, der sie angeblich liebte. Die Bewohner nutzen und ddemütigten also eine Person auf bestialische Art und Weise die sich ihnen schutzlos auslieferte. Trotz all dem was ihr angetan wurde. blieb "Grace" eine zutiefst gute Person ohne jegliche negative Gefühle oder Rachegelüste, die sich nicht wehrte, sie ist also trotz ddem Leid, dass sie erfahren hatte eine von Grund auf barmehrzige Person, die die Bewohner von Dogville sogar noch vor ihrem Vater verteidigte.

Doch ein Lars von Trier wäre kein richtiger Lars von Trier wenn es wirklich bis zuletzt so bleibt und so kam einer der grandiosesten Schlusszenen, die ich jemalss gesehen habe. Hier entwickelt sich "Grace" schließlich zu einem Rachengel und lässt die Dorfbewohner grausam hinrichten und schließt sich letztendlich ihrem Vater an, da sie erkennt, dass sie mit ihrem alten Weg nicht weiterkommt und immer wieder Schandtaten über sich ergehen lassen müsste. Für Menschlichkeit ist in einer verdorbenen Welt, wie sie Dogville symbolisiert kein Platz, er trägt den Idealismus hier buchstäblich zu Grabe und zeigt einmal mehr, dass die Welt vom Bösen regiert wird. Idealistische Träume, wie der "American Dream" sind nicht, als geheuchelte, lediglicch in der Fantasie der Menschen exitierende Vorstellungen. Der Dialog zwischen Grace und ihrem Vater ist mit das beste, was ich jemals in einem FIlm gehört habe.

Lars von Trier hat mit "Dogville" wirklich ein ganz besonderes Meisterwerk geschaffen, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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DerDude_

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Nach BREAKING THE WAVES von Triers bester Film (auch wenn ANTICHRIST und MELANCHOLIA gaaanz knapp dahinter kommen). Toller Kommentar !


Ohne Wiederkehr

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Seh ich auch so, von den 4, die ich bisher gesehen habe sein bester und das heißt schon was, da alle Meisterwerke waren.


RoosterCogburn

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Bewertung5.0Geht so

Also ich bitte Euch. Jetzt mal ehrlich, wollt Ihr mir erzählen das hier alle plötzlich auf abgefilmte Theaterstücke abfahren oder wie soll ich die merkwürdige Euphorie für diesen Film deuten?

Ich bin ein Freund der klassischen Dramatik. Einführung-Konfrontation-Auflösung, das mit einem Spannungsbogen versehen, einem Wendepunkt usw. „Dogville“ zählt eindeutig zu den Werken, das mit den üblichen Konventionen bricht. Den Minimalismus finde ich noch sehr interessant. Um den Verfremdungseffekt zu steigern, werden weitgehend auf Kulissen und Requisiten verzichtet. Aber die Erzählstruktur fordert einen doch schon heraus. Das Ziel des ganzen ist mir klar. Mir als Zuschauer soll es ermöglicht werden, die gesellschaftlichen Vorgänge möglichst nüchtern zu beurteilen. Aber was mich geradezu nervt ist diese Wiedergabe der Erzählung auf nüchtern lehrhafte Art und Weise. Am schlimmsten ist für mich die durchgehende Kommentierung der Aufführung. Sie erschwert es mir mit einer der Bühnenfiguren mitzufühlen. Aber hier will man auch keine Gefühlsausbrüche beim Zuschauer auslösen. Es geht offensichtlich nicht darum Emotionen zu vermitteln.

Innerhalb von drei Stunden wird gezeigt, wie eine fremde Frau in Dogville aufgenommen, ausgenutzt und erniedrigt wird. Im neunten Kapitel wird schließlich die Herkunft der Fremden aufgelöst. Eine wahnsinnig unspektakuläre Theateraufführung, die durch eine in die Länge gezogene Durchschnitts-Handlung besticht, in der zum Teil wirklich gute Schauspieler mitwirken. Mir sind besonders Ben Gazzara, Stellan Skarsgård und James Caan aufgefallen. Mein zweites Lars von Trier Erlebnis ist dann doch nicht ganz so prall. Für mich sind solche Erzählungen keine sehenswerte Unterhaltung. Ich habe nichts dagegen, wenn auch das Hirn eingeschaltet werden soll. Aber ich laß mich nicht gern so diktatorisch mit dem erhobenen Zeigefinger darauf hinweisen. Fehlt noch der Stempel "Achtung Hirn einschalten!".

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RoosterCogburn

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Sein Bester? Mag sein das andere das so sehen. Mir hat es der kürzlich gesehene "Antichrist" deutlich mehr angetan.


Anoirja

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"Dogville" ist auch mein liebster Film vom Lars - und (noch) der einzige, wo ich volle 10 Punkte gezückt habe. ;)


Dead_Eye_Dodo

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Bewertung4.0Uninteressant

Ok, ich wusste nicht, dass ich mir mit Dogville in kürzester Zeit schon meinen dritten "Von Trier" ansehe. Das erklärt aber für mich, wieso hier mal wieder alle die 8 bis 10 Punkte vergeben. Irgendwas muss der Name Trier wohl in vielen Filmfans auslösen. Bei mir jedenfalls festigt sich immer mehr die Vermutung, dass ich wohl (mit der Ausnahme von Antichrist) einfach nicht in der Lage bin zu verstehen, wie aus einem mittelmäßigen Drama durch die Zugabe des Namen Triers plötzlich ein gefeierter 9-Punkte-Streifen wird.

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movie.max

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Ich stehe auch überhaupt nicht auf kunstgeschwängertes Trier-Kino, aber Dogville zeigt mir das Medium Film auf eine interessante und neue Art und Weise. und vor allen Dingen auf eine mutige Art und Weise.


Dead_Eye_Dodo

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Die Machart gefällt mir, reißt aber die für mich leider öde Story auch nicht wieder raus.


DonChris

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein anspruchsvoller und origineller Film, das muss ich zugeben, obwohl ich keineswegs ein großer Lars von Trier Fan bin - dafür inszeniert er sich und seine Filme meist auf zu vorhersehbare und aufdringliche Weise. Doch dieser Film verdient ein positives Fazit.

Es ist wirklich originell wie der Schauplatz des Films auf diese kleine Theaterfläche mit nochmals sehr spartanischer Kulisse reduziert wird. Selbst Nicole Kidman macht ihre Sache an sich ordentlich, wie sie jedoch versucht die dank diverser Gifte und Operationen komplett fehlende Gestik und Mimik zu übertünchen, wirkt extrem armselig, da hilft es auch nicht die Stirn durch Haare zu verdecken. Ich kann die Entscheidung die Rolle ausgerechnet mit ihr zu besetzen nicht so recht nachvollziehen, würde es von Trier allerdings zutrauen sie ausgerechnet wegen dieses Makels eingestellt zu haben, zumal das die Andersartigkeit ihres Charakters im im Vergleich zu den Bewohnern Dogvilles zusätzlich unterstreicht.
Die restliche Darstellerschaft überzeugt auf ganzer Linie und so wird dieser außergewöhnlich lange und mit außergewöhnlich minimalistischen Mitteln umgesetzter Film zu einem ebenso außergewöhnlichen Filmerlebnis, ohne das er von mir 10 von 10 Punkte bekommt - Schließlich zählt letzten Endes wie stark ein Film einen persönlich packt und da muss ich dann doch kleinere Abstriche machen.

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DonChris

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Also ich sag mal so, ich habe bei von Trier nichts anderes erwartet. Für ihn ist es ja nun nicht neu, dass er eine sehr eigene bzw extreme Sichtweise auf unsere Gesellschaft in seinen Filmen auf die Spitze treibt und die Moral- bzw Welterklärer-Keule auf absurde Weise rausholt ist irgendwie seine Art. Ehrlich gesagt will er unkonventionelle Filme machen und sich von den anderen abheben. Er eckt gerne an, irgendwie hat er dadurch ja auch seine Fans. Für mich ist das wie eine Art Marketing, weil es mir zu konstruiert wirkt, "Dogville" fand ich insgesamt aber wirklich gut und für seine Verhältnisse recht zahm und verträglich.


Uli Kunkel

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Ist wohl auch legitim, mal die Extremposition zu formulieren und zu besetzen.
Gerade "Dogville" fand ich in seiner Aussage sehr krass und potenziell polarisierend. Deshalb bin ich recht neugierig, wie andere dazu stehen.


r3sortiane

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Bewertung9.0Herausragend

Der "Lars von Trier Virus"
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Nachdem ich von Lars von Trier bisher in dieser Reihenfolge schon "Antichrist", "Melancholia" und "Dancer in the Dark" gesehen hatte, stelle ich nach "Dogville" fest, dass es sich dabei meiner Meinung nach um den "gesündesten" Film des Regisseurs handelt. Die Filme des Dänen bewirkten in mir stets eine starke Ambivalenz, erwachsen sie doch unübersehbar aus Lars von Triers ganz eigener neurotischer Einstellung zum Leben: Allgegenwärtiges Schwarz-Weiß-Denken, permanente Ungerechtigkeit, grenzenlose Schwarzmalerei und indisputable Niedertracht unserer Welt. Die drei Filme die ich vor "Dogville" sah trieften meines Gefühls nach geradezu vor psychischer Dysfunktionalität und ich mochte Lars von Trier stets und ständig zurufen: So schlecht, wie Du sie machen willst, ist unsere Welt doch gar nicht!!
Bei "Dogville" war dies ein wenig anders. Ohne Frage ... auch hier scheint es letztendlich wieder nur "Ausnutzende Bestien" und "Ausgenutzte Engel" zu geben. Aber anders als bei den anderen Filmen wird von Anfang an deutlich, dass es sich um eine Veranschaulichung handeln soll. Und zudem wirkte "Dogville" viel weniger depressiv, schwarzmalerisch und hoffnungslos auf mich. "Dogville" transportiert nicht nur, dass das Leben hart und schwer sowie die Menschen böse, eigensinnig und triebgesteuert sind, "Dogville" vermittelt auch eine eindeutige, Hoffnung verheißende und lehrreiche Botschaft.
"Dogville"
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Irgendeine gesichtslose Stadt mit beschränktem Horizont - eine eingeschworene Gemeinde in der ein Jeder seine feste Rolle hat - ein moralapostolischer Freigeist, der sich zu höhrem Berufen glaubt - eine in Not geratene Fremde. Hilfsbereitschaft - Integration - Selbstoffenbarung. Ausnutzung - Erpressung - Schamlosigkeit. Ein Beginn über Zivilcourage, gesellschaftliche Drücke und den persönlichen Umgang damit. Ein Verlauf über Trieb und Moral oder auch "Es und Über-Ich" mit einer Zuspitzung über die überbordende Macht des Triebes und das Scheitern der nur aufgesetzt verinnerlichten Moralität. Ein Ende über die längst fällige Lektion und die nur zu konsequente Aufhebung der arroganten Barmherzigkeit.
Mein Eindruck
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Die Anfangs befremdlich kargen Theater-Kulissen treten theatertypisch schnell in den Hintergrund und überlassen der Phantasie des Betrachters die Erschaffung einer eigenen Spielwelt. Paul Bettany gefiel mir ausgesprochen gut in der Rolle des feingeistigen, sich unrechtmäßig über seine Gemeinde erhebenden "Gesellschaftsforschers". Nicole Kidman, auf mich in ihrer Erscheinung und in ihrem Schauspiel über lange Strecken wie ein unpassender Fremdkörper wirkend, entpuppte sich gen Ende als erschreckend passend in ihrer Rolle. Die Geschichte nimmt sich ausgesprochen lange Zeit, benötigt eben diesen gemächlichen und ausführlichen Aufbau aber möglicherweise auch, um am Ende so wirken zu können, wie sie es tut. Das neunte und letzte Kapitel ist eine umfassende und ausnahmslose Wohltat und unterscheidet "Dogville" in meinen Augen von den anderen Filmen Lars von Triers. Nicht das diese unbedingt schlechter seien - aber sie sind eindeutig resignierter und depressiver.
== ZITATE [SPOILER-GEFAHR] ==
"Hunde gehorchen nur der eigenen Natur. Warum also sollten wir Ihnen nicht vergeben?" "Wie könnte ich sie jemals hassen, wo doch ihre Vergehen eigentlich nur Schwäche sind?"
"Hunden kann man so einiges beibringen. Jedoch nicht, indem wir ihnen jedes Mal vergeben, wenn sie ihrer eigenen Natur gehorchen." "Hätte ich selbst so gehandelt, nicht eine meiner Taten hätte ich rechtfertigen können."

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