It's a Free World

It's a Free World... (2007), ES/DE/IT/GB
Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.11.2008

6.7 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.0 Community
85 Bewertungen
14 Kommentare
It's a Free World - Bild 1271746
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Ken Loach, mit Kierston Wareing und Juliet Ellis

Angie ist eine Individualistin und steht mitten im Leben. Taff, schlagfertig, attraktiv und selbstbewußt lebt in ihr der Unternehmergeist einer liberalen Wirtschaftswelt. Als sie ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, läßt sie sich nicht beirren und beschließt, ihre eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Sie steigt ein ins Geschäft mit Gastarbeitern aus Osteuropa. Doch hier ist das Geschäftsklima rau, sind Gesetze nur zum Übertreten da. Zusammen mit ihrer Freundin Rose verschafft sie legalen und illegalen Einwanderern Arbeit—wenn auch nur für einen Tag. Doch der Erfolg macht hungrig und Angie ist bereit, für den nahenden Durchbruch alles aufs Spiel zu setzen. Sie verliebt sich in Karol aus Polen und gerät unversehens zwischen die Fronten aus Wirtschaftsbossen, Menschenhändlern und aufbegehrende Arbeitern. Als sich eines Tages ein Unternehmen in Luft auflöst, muss Angie einer aufgebrachten Masse Rede und Antwort stehen. Doch sie ist entschlossen, diesmal nicht leer auszugehen: Für ihr Glück ist sie bereit, alles zu tun und riskiert dabei das eigene Leben und das ihres Kindes.

Handlung

Wissenswertes
Der Film wurde in Polen, der Ukraine und in Großbritannien gedreht.

Weiterführende Informationen
Mehr über Ken Loach

Weitere Informationen im Internet
Pressespiegel zum Film auf film-zeit.de (deutsch)
Interview mit Ken Loach (engl.)
Rezension (engl.)
Weitere Rezension im Independent (engl.)

Quellen

  • 37795279001_1039175607001_4927fa1737e34-thumb-square
  • It's a Free World - Bild 1469510
  • It's a Free World - Bild 1469523
  • It's a Free World - Bild 1469536
  • It's a Free World - Bild 1469549

Mehr Bilder und Videos zu It's a Free World


Cast & Crew


Kritiken (7) — Film: It's a Free World

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
5.0Geht so

Ken Loach ist auch so ein alter Sozialist. Seine Erinnerungen an Rechte und menschlichen Anstand wie "Riff-Raff", "Land and Freedom“, "Carla’s Song", "My Name is Joe" oder "Sweet Sixteen" kommen oft mit Humor daher, packen und rühren. Für "The Wind that Shakes the Barley" erhielt er die Goldene Palme in Cannes. Paul Laverty schrieb wie damals auch nun das Drehbuch, aber diese moralische Lehrstunde über den menschenverachtenden Handel mit Arbeitskräften aus Osteuropa enttäuscht. Sie wählt ausnahmsweise nicht den Blick der Opfer. Das hätte man schon zu oft gesehen, meinte Loach. Doch das von der Filmstiftung NRW geförderte Thesenspiel bleibt leider zu leblos.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Der eigentliche Bösewicht in diesem Stück ist das System, das die Seele der Menschen korrumpiert, sie in die Lage bringt, so zu handeln wie Angie. Wie Loach das tut, ist bewundernswert und von langer Erfahrung geprägt. Sein Film ist schnell, effektiv und flüssig erzählt. Die Dialoge haben viel Witz. Mit leichter Hand verdichten sie komplizierte Vorgänge immer wieder zu kleinen, präzisen Skizzen, die differenziert sind und doch gleichzeitig ein Problem ohne billige Parteinahme zuspitzen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Wieder einmal also leistet Ken Loach wichtige Aufklärungsarbeit, veranschaulicht komplexe ökonomische Zusammenhänge anhand einfacher Beispiele. Dabei bleibt er jedoch stets nah bei seiner Hauptfigur. Im Rahmen eines Wirtschaftsthrillers liefert "It's a Free World" eine aufregende Charakterstudie, in der man entgeistert verfolgt, wie einem eine Sympathieträgerin nach und nach immer unheimlicher wird. Angie, Heldin der Arbeit im herrlich billigen Leopardenmantel, nimmt eine schleichende Entwicklung vom pfiffigen Unternehmertum zum modernen Sklavenhandel. In einem seiner besten Filme der letzten Jahre stellt Loach einmal nicht die Opfer, sondern die Täter in den Vordergrund.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Loachs Film will die Transformation der Arbeitsgesellschaft als einen Systemwandel hin zur Zwangsarbeitsgesellschaft beschreiben. Dabei beschreitet er den schmalen Grat zwischen rabiater Sozialkritik und nostalgischer Rückwärtsgewandheit. Denn auch diese Frage wird gestellt und nicht beantwortet: Soll alles so wie früher sein? War das denn wirklich besser? Das Unausweichliche, Unerbittliche des Wirtschaftssystems, die angebliche Freiheit des Mark­tes, sie wird als Ideologie verklappt. Aber ebenso klar ist: Alternativen sind rar. Und ein kohärentes Unterdrückungssystem ist die Wirtschaft auch nicht. Eher ein chaotisches.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Nicht die These ist das Problem des Loach-Kinos, sondern das Exemplarische. Weil es ein Thesen-Umsetzungs-Kino ist, sind auch die Figuren immer nur zu Individuen belebt - ohne lebendige Individuen zu sein. ... Natürlich tun die Darstellerinnen und Darsteller ihr Möglichstes. Sie haben aber keine Chance, etwas anderes zu werden, als besonders scheinlebendige Illustrationen dessen, was sie in der unsichtbaren Hand von Drehbuchautor und Regie zu sein und zu werden haben.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Schon in früheren Werken wie Bread and Roses und The Navigators (England 2000, 2001) prangerte Ken Loach soziale Ungerechtigkeit und Profitgier an. It’s a Free World ist ein weiterer kapitalismuskritischer Film und auch hier sind die Rollen von Gut und Böse, Tätern und Opfern nicht eindeutig festgelegt. Wider Erwarten passt sich die anfänglich sozial engagierte Heldin den harten Markbedingungen an und beginnt, sich rücksichtslos in die eigene Tasche zu wirtschaften. Auch wenn die Verantwortung der Einzelnen wichtig ist, so krankt doch in erster Linie das gesamte wirtschaftliche System – das ist die Botschaft dieses Films, die sich dank ambivalenter Standpunkte erfreulich unaufdringlich vermittelt

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Mit emotionaler Wucht erzählt Ken Loachs neuester Film eine berührende Geschichte von Soll und Haben, aber auch Schuld und Sühne, die so hochaktuell wie zeitlos ist. Kaum einem Regisseur gelingt es derzeit so eindringlich, Furcht und Schrecken über das zu erzeugen, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. Mit der Wahl seiner...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (7) — Film: It's a Free World

Kommentar schreiben
Sortierung

8martin

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

In den Filmen von Ken Loach stehen immer die Arbeitnehmer im Mittelpunkt. In seinen Working Class Dramen hat er oft teils mit Humor teils mit krassen Realitätsschilderungen beeindruckt. Wobei er immer sehr sensibel und mit großer Sachkenntnis zu Werke geht. Sein Herz schlägt unüberhörbar links. Jetzt hat er sich die Arbeitsvermittlung von illegalen Einwanderern vorgenommen. Hier versucht Angie (Kierston Wareing) mit einer Ich-AG Fuß zu fassen. Sie wechselt also die Seiten. Zwangsläufig gerät sie in die Illegalität und holt sich mehrmals gelinde gesagt eine blutige Nase. Doch ihre Geldgier ist so übermächtig, dass sie alle moralischen Skrupel beiseite wischt und unbeirrt konsequent ihren Weg macht. In der Ellenbogengesellschaft herrscht ein knallharter Konkurrenzkampf. Mindestlohn ist ein Fremdwort, Ausbeutung an der Tagesordnung. Ohne Partei zu ergreifen schildert Loach, wie hart es in der Branche zugeht und das macht betroffen. Lediglich zwei Randfiguren (Vater und Freundin) stellen die berechtigten Fragen, die eigentlich selbstverständlich sein müssten. Angies Reaktionen zeigen aber, wie begrenzt ihre Einsichten sind, wie eng ihr kapitalistischer Tunnelblick ist und wie skrupellos sie die nächste noch so kleine Chance ergreift weiterzumachen. Diese sogenannte ’freie Welt’ ist kalt und brutal.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alanger

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

doch, der beste loach.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

stalker

Antwort löschen

Warum der beste?


filmbaum

Antwort löschen

Der beste ist und bleibt für mich "Kes".


dbeutner

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Enttäuschend. Ein Jahr nach dem sehr guten "The Wind that Shakes the Barley" nun dies hier; jammerschade. Der Film hat kaum eine Moral ("Seid nicht so scheiße" nenne ich jetzt mal nicht "Moral"), zeigt keine Wege aus dem Schlamassel, erzählt auch nichts, was man nicht ohnehin wissen sollte. Man sitzt, guckt, ärgert sich über die Protagonistin, ärgert sich am Ende noch mehr, und Schluss. Aus. Ende.

Ja, ganz ordentlich gespielt, und da ich die (unberechtigte) Hoffnung bis zum Ende nicht verlor, dass das noch tieferer Sinn und Inhalt reinkommen könnten - gebe ich gerade noch eine "ist ja in Ordnung"-Wertung. Aber ich war enttäuscht, sehr enttäuscht, viel mehr bleibt mir nicht zu sagen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mayla

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mir er hat der Film gut gefallen. Er war spannend bis zum Schluss, gute Darsteller. Angie kam überzeugend rüber als teils skrupellose Geschäftsfrau, teils überforderte Mutter.
Das sozialkritische Element kam- wie immer bei Ken Loach- ohne Zeigefinger daher.
Der Film sollte unbedingt im Original angesehen werden.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

brombeerchen

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

der film zeigt auf relativ ästhetische art die kleinen oder doch recht großen schmuddel-ecken der westlichen gesellschaft- um es ma so auszudrücken!
obwohl er eindeutig kritisch ist ist aber deswegen kein erhobener-zeigefinger-film geworden, das schaffen nicht viele.
sehenswert und zum nachdenken und troztdem schön...

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Geistertexter

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Kluger Film mit tollen Darstellern. Anstatt mit moralischem Zeigefinger auf die Hauptdarstellerin als Schuldige zu verweisen, die als Mutter und Mensch überfordert ist, weil ihre eigenen Träume ihr wichtiger sind, zeigt uns Loach ein bewegendes und authentisches Portrait unserer korrumpierten westeuropäischen Wohlstandsgesellschaft. Loach lässt auch keinen Zweifel daran, wer die wirklichen Opfer der damit verknüpften globalen Ausbeutung sind: die Kinder.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

danmoviepilot

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Kierston Wareing spielt in diesem Film die Hauptrolle und spielt die Rolle unglaublich gut. Toller Film zum Thema Globalisierung, Arbeitsmigration, Armut.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch

No Man's Land - Bild 7412 No Man's Land SI/GB/BA/IT/FR/BE 2001
Die Träumer - Bild 2737959 Die Träumer GB/FR/IT/US 2003
Lichter DE 2003