Masculin - Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca Cola

Masculin, féminin: 15 faits précis (1966), SE/FR
Laufzeit 103 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 09.06.1967

7.3 Kritiker
6 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
86 Bewertungen
5 Kommentare
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von Jean-Luc Godard, mit Jean-Pierre Léaud und Chantal Goya

Als Paul im Winter des Jahres 1965 seinen Militärdienst beendet hat und zurück nach Paris kommt, lernt er dort Madeleine kennen, mit der er auch schnell, nachdem er sein Zimmer verloren hat, zusammenzieht. Madeleine lebt zusammen mit ihren Freundinnen Catherine und Elisabeth in einer Wohngemeinschaft, und auch Catherine hat ein Auge auf Paul geworfen.


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Masculin - Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca Cola

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Benni-THE-KING

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Von der Erzählstruktur sicher einer von Godards interessantesten Filme.
Hübsche Mädchen gibts auch. Sogar eine Waffe ist kurz zu sehen. Was will man mehr...

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Jack_Torrance

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Bewertung9.5Herausragend

Jean-Luc Godard setzt sich in "Masculin-Feminin" mit der Jugend zur Zeit des Vietnam-Krieges auseinander. Dabei unterbricht er seine Handlung durch Intentionen in Form von Zwischentiteln, Szenen, Bildern etc.
Herausgekommen ist ein faszinierender Film-Essay, der gesellschaftliche Stumpfsinnigkeiten, politische Denkweisen und Selbstverliebtheit gekonnt entlarvt. Beispiel dafür ist eine grandiose Szene, die vor bitterer Ironie nur so strotzt:
Zwei Schwarze und eine Weiße sitzen im Zug. Einer von denen richtet heimlich seine Pistole auf sie, woraufhin der ebenfalls anwesende Paul (toll: Jean-Pierre Léaud) die junge Frau durch Blicke und Gesten darauf aufmerksam zu machen versucht. Sie entgegnet nur frech: "Was ist ?" Man sieht den Zug von außen. Man hört Schüsse. Daraufhin ein Zwischentitel: "Nichts - nur ein Mann - eine Frau - und ein Ozean - verströmten Blutes"
Szenen wie diese charakterisieren sehr treffend den Geist der Zeit und den Charakter der sowohl damaligen als auch heutigen Gesellschaft. Ein Meisterwerk des essayistischen Films !

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Jack_Torrance

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Wenn ich mich nicht irre, richtet der Mann heimlich die Waffe auf die Frau und dann hört man den Schuss...


Benni-THE-KING

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hab noch mal nachgeguckt. Die Frau hat die Waffe


filmfan90

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Bewertung9.5Herausragend

“Es war konstruiert. Es war pervers. Dort war niemand. Der Mensch hat es aufgegeben, Spuren seiner Taten zu hinterlassen. Dort ist nichts, garnichts. Wir waren verloren, glücklich darüber, nichts mehr zu begehren.“ -Brigitte Bardot in „Masculin, féminin“

Jean- Luc Godards von zwei Novellen Guy de Maupassants inspirierter Essayfilm „Masculin, féminin: 15 faits précis“ porträtiert eine Gesellschaft, die voller Gegensätze und Zwiespälte ist und sich daher in die Belanglosigkeit und Oberflächlichkeit flüchtet.
In „15 faits précis“ schildert Godard mal mehr, mal weniger alltägliche Erlebnisse seines Protagonisten Paul (gespielt von Jean- Pierre Léaud), wobei das Hauptaugenmerk auf Pauls Beziehung mit der hübschen Sängerin Madeleine liegt.
Pauls Umfeld könnte unterschiedlicher nicht sein: auf der einen Seite seine Freundin Madeleine, deren Weltanschauung sehr banal ist und die ernsten Gesprächsthemen stets aus dem Weg geht, und auf der anderen Seite sein guter Freund Robert, der kommunistische Ideale vertritt und sich gegen den Vietnamkrieg einsetzt. Irgendwo zwischen diesen Polen befinden sich Pauls Standpunkte, der das politische Interesse und Engagement mit Robert gemeinsam hat, aber gleichzeitig die geistlose Madeleine begehrt.
Der Film beinhaltet zahlreiche Dialoge, in denen die Personen ständig aneinander vorbeireden oder nicht auf die Diskussionsthemen des jeweils anderen eingehen wollen. Damit verdeutlicht Godard die narzisstischen Tendenzen einer nahezu bis zum Erbrechen gesättigten „Vergnügungsgesellschaft“, die sich in den zuckersüßen Klängen französischer yé- yé- Musik verliert und jedweder Ernsthaftigkeit entsagt. Bezeichnend hierfür ist vor allem die Szene, in der Paul ein junges Mädchen zu politischen Fragen interviewt…
„Masculin, féminin“ ist ein Spiegel der mitteleuropäischen Gesellschaft der 1960er Jahre, der das Lebensgefühl der damaligen Jugend, eine „Einheit“ zu bilden, als Selbstbetrug entlarvt und kulturanthropologisch betrachtet in vielerlei Hinsicht unseren heutigen Zeitgeist antizipiert.

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Hungerkünstler

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Wirklich wieder eine ausgezeichnete Besprechung! Der Film ist bei mir jetzt auf der Leihliste vorgemerkt. Wie ich sehe, hast du Godards Verachtung mit 9,0 bewertet. Für das erste Drittel in Cinecitta und der Villa Malaparte (?)spielend hätte ich glatt 10,0 Punkte gegeben. Die Bezüge zu anderen Filmen und die Mitwirkung von Fritz Lang empfand ich als "großes Kino". Doch die wiederholten Dialoge Bardot-Pccolit (fahren wir nach Capri, fahren wir nicht , liebst du mich, liebst du mich nicht) waren, obwohl sicher bewußt so gewollt, für mich etwas enervierend, deshalb nur 8,0 bei mir


oziman389

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

der ist geil meine freundin hat geweint

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magX

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Bewertung10.0Herausragend

Godard hat hier ein Meisterstück des französichen Kinos abgeliefert. Humorvoll, jedoch auch mit tragischen Szenen, wird eine Generation gezeigt, die sich mit den Entwicklungen in der Welt und mit den eigenen Beziehungen beschäftigt. Wie so oft bei Godard, werden geschichtliche Ereignisse aufgegriffen und Anspielungen auf sein eigenes Werk versteckt.

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