Midnight in Paris

Midnight in Paris (2011), ES/US Laufzeit 94 Minuten, FSK 0, Fantasyfilm, Komödie, Kinostart 18.08.2011


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7.4
Kritiker
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7.2
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von Woody Allen, mit Owen Wilson und Rachel McAdams

Paris am Morgen ist entzückend, Paris am Nachmittag ist bezaubernd aber Paris bei Nacht ist magisch. Owen Wilson begibt sich in Midnight in Paris auf eine Zeitreise und trifft Poeten, Maler und Autoren der Vergangenheit.

Handlung von Midnight in Paris
Paris ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Das muss auch Gil (Owen Wilson) in Midnight in Paris feststellen, als er mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) in die Stadt an der Seine fährt. Während er von einer Karriere als Schriftsteller in der französischen Metropole träumt und dafür sogar seinen Job als Hollywood-Drehbuchautor an den Nagel hängen will, sind seine Frau und Schwiegereltern alles andere als begeistert von seinem Plan, einen Roman über die 1920er Jahre in Paris zu schreiben. Als dann seine Verlobte auch noch lieber mit einem blasierten Snob tanzen geht, als die romantischen Straßen von Paris zu erkunden, hat Gil genug und tritt allein den Heimweg an.

Auf dem Weg nach Hause wird er Punkt Mitternacht überraschend von einem Auto mitgenommen, welches ihn in eine Bar bringt. Dort angekommen, kann er seinen Augen kaum trauen: Es ist das Jahr 1920. In der Bar findet er aber nicht nur eine vergangene Epoche, sondern auch die künstlerischen und literarischen Größen der verlorenen Generation vor, welche sich ausgiebig mit ihm über seinen Roman unterhalten.

Hintergrund & Infos zu Midnight in Paris
Midnight in Paris, der 46. Film von Workaholic Woody Allen, ist eine große Liebeserklärung an Paris. Doch nur das alte Paris, wohlgemerkt, welches eine internationale Anlaufstelle für Künstler und Schriftsteller war. Diese als “Génération Perdue” bekannte Künstlergeneration, welche nach dem Ersten Weltkrieg das kulturelle Leben in Paris prägte, ist in Midnight in Paris auch durch zahlreiche Gastauftritte vertreten.

Gil begegnet in Midnight in Paris unter anderem Ernest Hemingway (Corey Stoll), F. Scott Fitzgerald (Tom Hiddleston), Josephine Baker (Sonia Rolland) und Pablo Picasso (Marcial Di Fonzo Bo). Auch die Surrealisten Salvador Dalí (Adrien Brody) und Luis Buñuel (Adrien de Van) tauchen auf und sind die einzigen, welche sich nicht über Gils Zeitreise wundern. Als wenn dies nicht schon aufregend genug wäre, präsentiert uns Woody Allen in Midnight in Paris bei einer weiteren Zeitreise auch noch einige Maler der Belle Époque wie Henri de Toulouse-Lautrec (Vincent Menjou Cortes).

Auch eine berühmte First Lady wurde von ihrem langjährigen guten Freund Woody Allen mit einer Gastrolle versorgt: Niemand Geringeres als Carla Bruni, die Frau des französischen Präsidenten, ließ sich zu einer kleinen Gastrolle in Midnight in Paris als Museumsführerin im Musée Rodin überreden. Damit tut sie recht, denn Midnight in Paris ist – man mag es kaum glauben – der Film, den Woody Allen komplett in Paris drehte. (ST)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Midnight in Paris
Genre
Fantasyfilm, Komödie
Zeit
1920er Jahre, Gegenwart, Mitternacht
Ort
Montmartre, Notre-Dame, Paris
Handlung
Amateur Detektiv, Amerikaner, Anhalter, Aufgelöste Verlobung, Autor, Bar, Drehbuchautor, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Ernest Hemingway, Gegensätzliche Liebe, Geheimnis, Geschäftsreise, Künstler, Künstlerszene, Lebensplanung, Maler, Nachtleben, Privatdetektiv, Reise, Reise in die Vergangenheit, Romantik, Untreue, Verlieben, Verlobte, Verlobter
Stimmung
Gutgelaunt, Romantisch, Witzig
Verleiher
Concorde Filmverleih GmbH
Produktionsfirma
Gravier Productions, Mediapro, Televisió de Catalunya, Versátil Cinema

Kommentare (195) — Film: Midnight in Paris


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TheEighthHorcrux

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wunderschöner, malerischer Film mit Aussage, der zeigt, dass man nie glücklich wird,wenn man nur Idealen nachhängt.

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Heisenberg1995

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist mal ein klasse Film. Wunderschöne Bilder untermalt mit toller Musik. Ein toller Owen Wilson, der mir eigentlich in jedem seiner Filme sehr gut gefällt weil er diese gewisse Ausstrahlung hat. Paris bei Tag und vor allem bei Nacht ist so traumhaft wie die blonde Rachel McAdams ;-)

schön,schöner,Midnight in Paris

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fujay

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Bewertung4.0Uninteressant

Diesem Film fehlt der Zauber, den er so gerne hätte.

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Helmholtz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hatte ne Phase in der ich immer rumgemeckert habe ich wäre in der falschen Zeit geboren (bessere Musik und so) -> hab Midnight In Paris gesehen -> nachgedacht -> aufgehört zu meckern

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The Freewheelin Fonda

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Der Film reizt mich schon seit langem(wollte damals eig. mit meiner Schwester ins Kino, habens aber nicht geschafft)
und von Allen muss ich eh noch viel nachholen, bin mir ziemlich sicher, dass ich den hier mögen werde :)


sachsenkrieger

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Ja, Fonda, den solltest du nicht auslassen. Für mich der bisher ... verdaulichste ... Woody Allen. Muss ich auch nochmal schauen.


quastenflosser

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich weiß nicht genau warum, aber vermutlich ist es die mischung aus Musik, Bildern und tollen Dialogen die mich dazu bringt diesen Film zu lieben. Jedes mal wenn ich ihn mir anschaue fühle ich mich so rundum zufrieden und völlig entspannt. Das bekommen bei mir nur wenige Filme hin. Einer meiner Lieblingsfilme und wahrscheinlich mein lieblings-Allen.

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jessi.schuld

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

///SPOILER///
Auch wenn das Ende schon von Anfang an absehbar war, war der Film nicht weniger "spannend". Zwar fand ich das Inez übertrieben unsympathisch dargestellt wurde, so das ich nicht glauben konnte das Gil die heiraten will aber was solls.
Eigentlich hab ich sonst nichts zu bemängeln, nicht unbedingt ein Meisterwerk aber ein solider Film den man ruhig mal schauen kann.

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OfferYouCantRefuse

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein liebevoller Stinkefinger an alle Leute, die behaupten, Woody Allen würde immer nur denselben Film drehen. Erst Match Point und dann dieser Charmebolzen hier, man, Woody is just like fine wine!

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MrDurden

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich war, trotz der tollen Geschichte und Idee, dann doch etwas enttäuscht von der Umsetzung, aber "Sehenswert" ist der Film allmal.

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ProfessorDauti

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Bewertung3.5Schwach

Ich habe keine Ahnung, was Woody da wieder geraucht hat und noch weniger wofür der Oscar war.

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dbeutner

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Hätte er da mal was geraucht. Es wäre besser geworden ;-)


Telebaum

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kein Interesse

Woody Allen verbreitet mal wieder Langeweile.

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Telebaum

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Warten wir also ...


ready2fall

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Was war denn bei Dir los? Also ich find's Klasse. ^^


Waran

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine Hommage an das Paris der 20er und seine Protagonisten. Schon der Einstieg mit den Bilder aus dem heutigen Paris macht Laune. Die Story ist jetzt nicht unbedingt immer streng sinnhaft, aber bei einem Märchen muß das auch nicht sein. Ein Film der sich lohnt, auch für ein zweites Mal.

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Imortary

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Bewertung7.5Sehenswert

Der Film ist schon allein wegen Tom Hiddleston als F. Scott Fitzgerald sehenswert!!! Hinzukommt die wunderschöne Pariser Kulisse, eine nette Zeitreisen-Geschichte und man hat einen unterhaltenden Film für den Abend.

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craax

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Bewertung5.0Geht so

Ein paar hübsche, müde Gedankenpetitessen, sorgsam herausgebürstet mit frisch gummiduftend entnommenen Lockenwicklern im dürftig kaschierten Haupthaar eines Altmeisters, zugeflogen wohl im leichten Dämmer eines Mittagsschläfchens zwischen Tag und Traum, wo in sanft von Tellerrändern zurückschwappender Kräuselsuppe von Vorlieben, Anstößen, Bildungsbröckchen und Turteltüfteln – jemals gehabten wie sogar gegenwärtigen Gedankenähnlichkeiten wie sanft geschmolzene Pralinees – die Grenzen sich verwischen von Einbildung und Wirklichkeit, Vergangenheiten und Zukunft, Kerzenlicht und Gasbeleuchtung, Droschken und Charleston, Nostalgie und Lebemut, der Anmut und Elegance des Readers Digest Who’s Who, gesehen von Andromeda aus: immer noch &immer wieder die Claire de la Lune-Lichter von Isle-de-Cite-Paris, dem möglicherweise schönsten Ort des Universums, wenn die Mieten nicht so teuer wären. Außer, man verfügt natürlich über ein bedeutendes Regisseurs-Ruhestandssalär,- einen selbstläufigen Markennamen-Autopiloten, Mittagsruhe, und vorrätig Chaiselongue. Dann muß man nur noch die wundervolle jetzige Marion Cotillard, diesen Inbegriff von (französischer) Weiblichkeit (wieso Accent‘ ? Sie i s t doch Pariserin!), dazu kriegen. Der Rest ist, solange man sich noch jedermann an ein paar Namen erinnern kann, sowieso egal. Rose est une rose est une rose est une rose. Picasso so übrigens mitspielen zu lassen ist, selbst für ein No-Name-Produkt, Blasphemie.

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Acry

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Bewertung5.5Geht so

(Achtung ‘Spoiler’)
Auf den ersten Blick könnte man den Film als ‘nett’ beschreiben: ein bemitleidenswerter Autor (Owen Wilson muss man ohnehin schon immer wegen seines Aussehens und seiner beschränkt schauspielerischen Fähigkeit bemitleiden) überwindet durch fantastische Erlebnisse seine Schreibblockade und trennt sich endlich von seiner schrecklichen Frau. Eigentlich eine nette Botschaft über Kreativität und das Ausbrechen aus dem langweiligen Alltag.

Schaut man allerdings genauer hin, hat die ganze Geschichte in ihrem Aufbau und ihrer ‘Moral’ etwas kindisch Oberflächliches, das man eher in einer Zeichentrickserie erwarten würde: die Charaktere sind eindimensional (abgesehen von den wirklich gut dargestellten Autoren/Künstlern), die Story und die Moral vorhersehbar. Mut zur Fantasie zu haben und daraus Inspirationen ziehen, ist ja eine schöne Sache, nur scheint Woody Allen gerade das in seinem Film nicht zu tun: Er zeigt, wie erfrischend und bereichernd unsere Imagination sein kann, aber ist selbst total uninspiriert. Stattdessen dürfen wir wieder seine Vorliebe für blonde Frauen (wenigstens keine Johansson, dafür aber Doppelgänger) und Städte begutachten, wobei Allen bei letzteren schon wieder wirklich schöne Aufnahmen abliefert.

Das Nostalgie-Motiv inklusive Marion Cotillard (die das einzige tut, was sie kann: französisch aussehen) verleiht dem Film dann auch nicht wirklich viel Substanz, im Gegenteil: wenn Wilson ihr groß und breit die Botschaft des Films erklärt (Lebe im Jetzt, egal wie nostalgisch du bist), wirkt das ganze schon fast lächerlich.

Fazit: Unkreativität, wenig Witz und viel Oberflächlichkeit im schicken (und Achtung!) nostalgischen Paris-Look getarnt.

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JimiHendrix

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was guckst du auch immer für belangloses zeug?? da kannst du schon mal aus dem internetesken vollen schöpfen und dann guckst du so was banales... woody hat sein mojo schon länger verloren. schau lieber "drecksau" ;)


Acry

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dich seh ich ja schon am mittwoch ^^


Nemo456

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Bewertung5.5Geht so

Ein Film mit wunderschönen Szenenbildern, allerdings hat mich die Storyline nicht überzeugt.

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uncut123

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Bewertung6.5Ganz gut

hab so garnichts mit Woody Allen am hut aber der war doch recht nett gemacht...

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OptiMaster

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Bewertung9.0Herausragend

„Midnight in Paris“ beginnt mit einer grandiosen, stimmungsvollen Anfangsmontage von Paris bei Tag und bei Nacht, die den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht. Mit fast schon verträumt, romantisch wirkenden Jazz-Klängen präsentiert sich uns die Stadt der Liebe nicht in den ganz großen Bildern, sondern in alltäglichen Situationen, in den Menschen auf den Straßen.

Eben das schätze ich so sehr an Woody Allen: Seine Filme drücken oft von Beginn an, eine fantastische und stimmungsvolle Atmosphäre aus, in die es sich so herrlich (leicht) hineinversetzen und eintauchen lässt. So konnte ich mich sofort damit identifizieren und erinnerte mich an meine Aufenthalte und Reisen durch Paris (back in the days).

Auf der anderen Seite muss man jedoch feststellen, dass seine Filme davon leben, den persönlichen/intimen Zugang zu Motiven, den Charakteren und der sehr „kleinen und simplen“ Story zu finden und daher wohl nicht jeden in dieser verzaubernden Weise ansprechen werden.

„This is unbelievable! Look at this! There's no city like this in the world. There never was.“
- Gil

Ein Lobeshymnus, eine Liebeserklärung, ein begeistertes Geständnis, eine Faszination für und an Paris. Bereits aus vergangenen Werken ist bekannt, dass Woody Allen sich wohl sehr persönlich mit den Motiven und Reizen der Großstädte (London, Manhattan, …) auseinandersetzt und mit ihnen, eben so viel mehr als nur große, gesellschaftliche Probleme und Hektik assoziiert, sondern vor allem ihren unwiderstehlichen Charme spielen lässt. Der persönliche Aspekt zeigt sich auch darin, dass er als interessierter und begabter Jazz Musiker, jene Klänge zu Beginn gewählt hat, um den Zugang (für sich) zu erleichtern und die Bilder in sehr harmonisierender Weise für sich sprechen zu lassen.

Das zentrale Motiv und der Dreh- und Angelpunkt des Films ist die Nostalgie: Wehmut, Melancholie, Sehnsucht, Traurigkeit, Weltschmerz (Synonyme, Rechtschreibduden).

Damit wählt Regisseur Woody Allen ein universelles, omnipräsentes „Gefühl“ aus, dass in seiner Darstellung sehr schwierig sein kann: Denn der Hang zum Depressiven, vielleicht den inneren Schattenseiten, dem tendenziell Düsteren ist groß. Eine mögliche Lösung findet sich unter anderem darin, dass er seine Fantasiewelt in ein komödiantisches Gewand steckt (was eine Metapher) und somit – meiner Meinung nach - eine tolle, überzeugende Balance zwischen diesen beiden „Extremen“ kreiert. Ein weiteres Mittel zur Erreichung dieser Ausgeglichenheit ist die Darstellung seines Protagonisten Gil.

„Nostalgie ist eine gefährliche Neurose, die sich in der Ablehnung jeglichen Fortschritts äußert.“ (Uncyclopedia)

Gil (Owen Wilson) ist ein Nostalgiker. Er lebt mit seiner liebreizenden, entzückenden Verlobten Inez, gespielt von Rachel McAdams, in den Vereinigten Staaten (L.A.) und arbeitet dort als erfolgreicher Hollywood-Drehbuchautor. Mit dem gefassten Entschluss, seinen ersten Roman über das Paris der 1920er zu schreiben, entdeckt er bei einem Besuch in der Stadt an der Seine, dass sie alles an Inspiration bietet, was er benötigt, um sein Buch fertigzustellen und entwickelt nach und nach mehr das Verlangen, unbedingt nach ihrer gemeinsamen Hochzeit dort hinzuziehen. An dieser Stelle möchte ich nicht weiter auf die Geschichte eingehen, da sie nur den Rahmen bietet für das, was dem Betrachter deutlich werden soll und was Woody Allen zum Ausdruck bringen will.

Es ist eben nicht das moderne, gewöhnliche Paris, das Gil so sehr ins Schwärmen geraten und ihn wie bei seiner ersten Liebe Höhensprünge machen lässt. Für die 1920er Jahre mit all den großartigen Künstlern und Namen: Ernest Hemingway, Pablo Picasso, Salvador Dali schlägt sein Herz.

Was ist es aber, das uns immer wieder aus dem Hier und Jetzt heraus, in die vergangenen Zeiten/Epochen/Momente zurückverschlägt? Uns in alten Erinnerungen schwelgen lässt und im Inneren das starke sehnsüchtige Verlangen entfacht, einen Schritt zurück und eben nicht vorwärts zu gehen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Woody Allen nicht die Intention verfolgte, signifikante, gesellschaftskritische Themen und Probleme anzureißen und darzulegen, von denen wohl ausnahmslos jede Generation und jedes Zeitalter betroffen sind: In diesem Fall eventuell die zunehmende Kreativlosigkeit, gemessen an den großen Köpfen des 20. Jhd., der distanzierte Umgang miteinander, darauf beruhend, den eigenen Profit in den Vordergrund zu stellen, auch über die Grenzen der Moral hinweg (anklingend in der Diskussion zwischen Gil und seinem Schwiegervater), … Es sind die persönlichen Schicksale und Erlebnisse, die den Kern ausmachen – die Gefühle, die dahinter stehen. Dieses Bild des sentimentalen, leicht gebrochenen, orientierungslosen, dennoch lebhaften Charakters setzt Owen Wilson wirklich fantastisch in Szene. Und gerade diese intensiven und emotionalen Eigenschaften, die Gil zu Eigen sind, verleihen der Handlung Authentizität und Nähe.

Nostalgische Menschen leben glücklicher und haben weniger schlechte Laune. Nachvollziehbar, aber auch nur solange, wie sie nicht in Konflikt mit der Realität bzw. mit realen Menschen kommen. Auch dieses wird wunderbar im Film dargestellt, indem Gil von seiner ganzen Familie (Inez und ihre Schwiegereltern) eher als verträumter Spinner angesehen wird, selbst jedoch glücklich und völlig überwältigt ist.

Nostalgie hilft uns aber dennoch an schönen Momenten festzuhalten und daraus neue Kraft und Motivation für neue Projekte zu schöpfen. Ein gesundes Maß an Sehnsucht und Melancholie schadet also keinem von uns. In diesem Sinne …

Peace out!

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LIONS

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Wirklich schöne Worte :D Das macht Lust den Film nochmal zu schauen.


OptiMaster

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Thx!!!


geeki2805

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Midnight in Paris ist ein wunderschöner Film mit einer großartigen Schlussfolgerung am Ende. Wer träumt sich nicht gerne in die Vergangenheit? Wer hat noch nie den Spruch gehört "Früher war alles besser"? Und wer wollte noch nie seine Idole aus vergangenen Zeiten treffen und über ihre Werke debattieren?
In Midnight in Paris wird dieser Traum wahr. Woody Allen schafft es, Träume in Erfüllung gehen zu lassen. Lernen Sie den Schöpfer des großen Gatsby kennen, treffen Sie Ernest Hemingway und Gertrud Stein kennen und lassen Sie sich verzaubern.
Ich war es. :)

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The Freewheelin Fonda

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Hab den damals im Kino leider verpasst :/
Wird aber wie viele Allen Werke noch nachgeholt!


geeki2805

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Ich auch. Und eigentlich hatte er mich bislang auch nicht angesprochen, aber dank Tom Hiddleston bin ich wieder mal auf einen großartigen Film gestoßen ^^


kasem

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Früher war alles besser, sogar die Vergangenheit.... ob wohl mal jemand in Zukunft das Heute für das Goldene Zeitalter hält? Ich könnt hier jetzt unheimlich viel über diesen Film schreiben, ihn analysieren und auseinander nehmen wie ein Bild von Picasso, aber ich lasse es, da der Film mich in eine seltsame Stimmung versetzt hat die ich nicht kaputt machen möchte.

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Zwiebel88

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Bewertung7.5Sehenswert

Midnight in Paris. Ja, das klingt verlockend. Ist es auch in filmischer Form. Woody Allens Film ist wunderbar gefilmt, sympathisch gespielt und halt ziemlich typisch Allen. Auch wenn der Film etwas seichter und weniger bissig ist, als seine Top-Werke, kann man wunderbar mit Owen Wilson durch das alte und junge Paris schwelgen und für 90 Minuten abschalten. Bunuel und Dali sind auch dabei, klasse.

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