Montana Sacra - Der heilige Berg

The Holy Mountain (1973), US/MX
Laufzeit 114 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 21.08.1974

7.9 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.1 Community
139 Bewertungen
7 Kommentare
Montana Sacra - Der heilige Berg - Bild 6627237
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Alejandro Jodorowsky, mit Alejandro Jodorowsky und Horácio Salinas

Bei diesem Film handelt es sich um einen Experimentalfilm des Kultregisseurs Alejandro Jodorowsky aus dem Jahre 1973, der sich in symbolhafter Bildsparache mit religiösen Themen beschäftigt. Der Regisseur selbst ist auch in der Hauptrolle des Alchemisten zu sehen.

  • Montana Sacra - Der heilige Berg - Bild 2364583
  • Montana Sacra - Der heilige Berg - Bild 2364584
  • Montana Sacra - Der heilige Berg - Bild 2364587
  • Montana Sacra - Der heilige Berg - Bild 2364618

Mehr Bilder und Videos zu Montana Sacra - Der heilige Berg


Cast & Crew


Kommentare (7) — Film: Montana Sacra - Der heilige Berg

Kommentar schreiben
Sortierung

Le Samourai

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein nicht in Worte zu fassendes Kunstwerk.
Der surrealste und bildgewaltigste Film, den ich jemals gesehen habe.

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Le Samourai

Antwort löschen

;) Dazu sag ich jetzt nichts.


Tyler__Durden

Antwort löschen

Ach das funktioniert aber auch gut wenn man high on life ist. ;)


ezemeze

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Extrem abgespaced. Der Schnitt ist experimentell, aber man kommt mit. Visuelles, psychodelisches Massaker. Wer auf schräges steht, ist gut bedient.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

HorrorClown

Kommentar löschen
Bewertung0.0Hassfilm

wow ich hätte nie gedacht das ich mal so dermaßen gegen den strom schwimmen würder ABER was zum henker war das für eine himmelschreiende scheiße? ich liebe mindfuck movies aber mindrapeing ´mit anschließendem draufsch***** muss es dann doch nicht sein. mir fehlen angesichts dieser aneinanderreihung total hirnloser und wahllos ausgesuchter szenen die worte. das hier verdient den titel film nicht! ciao leute ich pust mir das hirn raus!

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

HorrorClown

Antwort löschen

ich hab soviele sachen gesehn die einfach zu WTF waren. seine es vögel die aus schusswunden kriechen, platzende frösche, jemd. der aus scheiße gold macht und eine Orgasmusmachine... sorry wems gefällt ich brauchs nich =D


Maddy87

Antwort löschen

nice! Das hört sich doch gut an...wieso hast du mir diesen Film nicht empfohlen? :D


Acry

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

>>>Kommentar enthält Spoiler<<<
Philosophisch, spirituell, surreal und bis zum Rand vollgepackt mit interpretationswürdigen Symbolen und Metaphern - so könnte man den größten Teil von "Montana Sacra" treffend beschreiben und jedem alternativen Filmfreak weiterempfehlen.
Hier nun epische Interpretationen über die Geschichte bzw. das Dargestellte zu beginnen würde definitiv den Rahmen sprengen. Daher spare ich mir diesen Teil und überlasse jedem seine eigene Deutung.

Viel ausschlaggebender als der gesamte Film (und darin liegt die Tragik, gleichzeitig aber auch die Ironie) sind die letzten 5 Minuten, die sogesehen gar nicht mehr offiziell in den eigentlichen Teil des Films gehören.
Erst mit dem Wegzoomen der Kamera am Ende beendet Jodorowsky abrupt den surrealen Zauber des Films, indem er uns bemerken lässt, dass wir den gesamten Film über Opfer seiner kranken Fantasie waren, und diese als (zumindest filmisch) real akzeptiert, wenn nicht sogar interpretiert haben.
Mit diesem Geniestreich holt Jodorowsky den Zuschauer nicht nur mit lautem Krachen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, sondern bezeichnet im Grunde sein gesamtes Werk als nichtig und belanglos.

Nach dem Aufruf Jodorowskys, man solle sich lieber der Realität widmen, da es weder einen heiligen Berg noch Erleuchtung, noch Unsterblichkeit wirklich gibt, kommt man sich im ersten Moment etwas blöd und ertappt vor (man hat schließlich versucht, all die Symbole zu entschlüsseln und jetzt heißt es, dass das Gezeigte keinen bedeutenden Wert besitzt), aber dann muss man dieses selbstironische Ende einfach lieben und über sich selbst lachen.

Dass Jodorowsky, Regisseur von mysteriösen und surrealen Filmen, den Zuschauer ermahnt, realitätsnah zu bleiben, ist so wie als würde ein Vegetarier die Leute überzeugen wollen, tonnenweise Fleisch zu essen.
Aber letztendlich wissen wir ja, dass er es nicht ernst meinte, und mit diesem ungewöhnlichen Ende eigentlich nur die Wirkung und Macht des Surrealismus verdeutlichen will: Das was man in "Montana Sacra" gesehen hat, wird einen beschäftigen, ganz gleich, ob es uns der Regisseur verbietet oder nicht.
Verbote sind schließlich da, um gebrochen zu werden. Also träumen wir doch weiter, genau wie Jodorowsky.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JimiHendrix

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

"You are excrement. You can change yourself into gold."

Einer der bildgewaltigsten, hypnotischsten und spirituellsten Filme, welche ich je ertragen durfte. Ein Meilenstein des surrealistischen Kinos und gehört zum Erlesensten, was das Mitternachtskino zu bieten hat, einfach entwaffnend schön! Mein intensivster Augen-, Gedächtnis- und Sinnesgangbang, bisher.

Ich hatte nach dem erstmaligen Konsumieren sofort den Zwang, ihn mir noch einmal zu Gemüte zu führen, mein Körper war nur noch zuckendes Fleisch angesichts eines so aufwühlenden Werkes. Ich entdeckte erneut eine Vielzahl an Faszinationspotential und auch neue Interpretationsansätze. Immer noch verfolgen mich die Bilder dieses suggestiven und epochalen Meilensteins bis ins tiefste Unterbewusstsein.

Was Alejandro Jodorowsky mit Montana Sacra erschuf, ist ein interpretationsgeschwängertes Stück Filmkunst, welches einem einen gefährlichen, beeindruckenden, erleuchtenden, zynischen, moralischen, gewalttätigen und psychedelischen Bilderrausch in die Augen knallt, der sich noch lange Zeit danach ins Hirn hineinätzt.

Es kursiert das Gerücht, dass Jodorowsky sich einen Monat vor Drehbeginn mit seinen Schauspielern in einem Haus einschloss und bewusstseinserweiternde Drogen konsumierte, um ein tieferes Verständnis für die filmische Materie zu bekommen. Wenn man sieht was für Bilder er inszeniert glaub ich diesen Gerüchten jedes Wort.
Im Weiteren Verlauf versuche ich meine eigene Interpretation niederzuschreiben, welche es dem einen oder anderen vielleicht einfacher macht, den Film zu interpretieren, ich würde mich auch über einen Austausch freuen.

Die Handlung lässt sich nicht so einfach herausfiltern, aber ist mit unmissverständlichen Religionszynismen ausgestattet. Trotzdem ist es ein spirituelles Werk, was auch eine Vielzahl an religiösen Einflüssen mit sich führt, es kann meiner Meinung nach als Abrechnung und als Huldigung des Glaubens verstanden werden.

Jodorowsky rechnet zuerst mit der Gesellschaftsgeilheit ab, in dem er Touristen zeigt, welche mit Reisebussen zu Exekutierungen gekarrt werden, wo sie nach der Erschießung von Andersdenkenden Fotos und Erinnerungsbilder von sich und den Leichen knipsen.

In dieser Anfangsszene wird die Religion, gerade die christliche, als gewalttätiges diktatorisches Regime gezeigt, welches mit aller Waffenmacht ihren Einfluss aufrecht erhält. Unterstrichen wird diese Botschaft von einem Modelltempel der Maya, welcher von Eidechsen bevölkert wird, die Federschmuck tragen, welcher ebenfalls an die traditionelle Kleidung der Maya erinnert. Dann fahren Modellschiffe mit dem Zeichen der Kreuzritter in die Mayastadt ein und aus ihnen hüpfen Ochsenfrösche, welche die christlichen Konquistadoren darstellen. Sie überrollen die Maya-Eidechsen und diese zerplatzen.

In dieser zeitlichen Epoche wird uns der Protagonist dargestellt, welcher einen Dieb spielt und nebenbei aussieht wie Jesus. Er kommt zu einem Alchemistenturm und beobachtet das dort an einem Haken ein Sack mit Wertgegenständen hinunter zur wartenden Masse gelassen wird. Kurzerhand springt er auf den haken und lässt sich auf den Turm ziehen. Dort vermutet er noch mehr Reichtümer, welche er stehlen möchte.

Oben angekommen muss er feststellen das dort nur der alte Alchemist sitzt, er scheint ihn schon zu erwarten und lehrt in, dass jeder Mensch mit Fleiß und Schweiß zu Reichtum kommen kann, ohne es stehlen zu müssen. Er lässt den Dieb in einen Topf koten und verwandelt die Fäkalien in Gold.

Er lässt den Dieb eine seelische und körperliche Reinigungszeremonie durchlaufen und schickt in dann zu den anderen schon wartenden sieben Personen. Sie alle verbindet die Sünde des Stehlens, doch alle bedienen sich unterschiedlicher Mittel und bestehlen die Menschheit auf einem sehr viel höheren Level, als der einfache Dieb, sie stehlen nicht nur Geld, sondern auch den Willen von anderen Menschen.
Der Eine benutzt die Versessenheit der Menschen schön zu sein und beutet sie so aus, gleichzeitig ist es auch eine Ironisierung des Schönheitswahns. Er verkauft Plastiktitten, Ärsche, Muskeln und das perfekte Gesicht.
Eine Andere hat es sich zur Aufgabe gemacht Gewalt hübsch verpackt zu verkaufen. So bietet sie Granatenhalsketten oder Gitarrenmaschinengewehre an, welche natürlich farblich voll im Trend liegen, aber trotzdem nicht ihren tödlichen Zweck erfüllen, also spielt Jodorowsky hier mit Gewaltverherrlichung.
Der nächste Herr ist Hersteller von Kommerzkunst und mit dieser Manipuliert er die Kreativität der Menschen und beraubt sie so ihres Geldes und ihrer Individualität, da die Kunst als Massenobjekt verschleudert wird.
Des Weiteren betreibt eine Frau eine Firma welche Kinder erzieht, eine bestimmte Nation, je nach Buchung, schon von Anfang an als Hassobjekt wahrzunehmen, um später einmal loyale und psychisch starke Kämpfer zu haben, das Kind als Waffe und Geldscheißer.
Oder der Finanzminister der über Leichen geht, um für die Regierung, aber vor allem für die eigene Schwarzgeldkasse, möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Dies führt er mit Massenerschießungen durch, indem er Arbeitslose, Arbeitsunwillige und Arbeitsunfähige an die Wand stellt.

Diese und zwei weitere Arten des Diebstahls werden hier vorgestellt, bevor der Alchimist die acht Diebe an einen Tisch bittet und ihnen erklärt, dass all dieses Geld sie nicht unsterblich werden lässt. Erst wenn sie sich frei machen würden von ihren materiellen Werten, könnten sie geistig auf eine höhere unsterbliche Ebene gelangen, also verbrennen alle ihr Geld und sind rein.

Anschließend erwartet der Alchimist von seinen Schülern, dass sie Puppen verbrenne, welche aussehen wie sie. Diese Puppen symbolisieren den Egoismus, der abgelegt werden muss, denn sie sollen zu einem gemeinsamen Wesen werden und nicht aus eigenen Interessen handeln.
Dann beschreitet der alte Alchimist mit seinen acht Schülern den Weg zu einer Insel, auf der der heilige Berg vermutet wird.
Als sie auf der Insel ankommen, treffen auf unterschiedliche Verlockungen, welche sie von ihrem Ziel abhalten wollen.
Je höher sie dem Gipfel kommen, desto größer werden die Qualen, welche jeden Einzelnen geistig heimsuchten.

Fast oben angekommen, wird der Dieb in Jesusgestalt vom Alchimisten wieder hinunter geschickt, da der Gruppe die ganze Zeit die Prostituierte vom Anfang gefolgt war und auch sie die ganzen Prüfungen bestand, weil wahrscheinlich ihre Liebe zu dem Dieb vom Anfang, sie alle schweren Hürden meistern ließ. Und so schenkte der Alchimist dem jesusähnlichen Dieb und der Prostituierten seinen Turm und ließ sie den Abstieg vollziehen.

Was auf dem Gipfel dann geschah, lasse ich jetzt mal offen, aber das Ende ist eigentlich das verblüfferste und genialste, was ich im surrealistischen Bereich bisher sehen dürfte, ein wahrer Meisterstreich des Jodorowsky!

Generell glänzt der Film mit seinen bildgewaltigen Einstellungen, welche ihresgleichen im Kino suchen. Zum Beispiel die Szene, in der aus dem Herzen der Erschossenen Vögel geflogen kommen, die den Geist darstellen. Oder die ganze Farbenpracht im Alchimistenturm. Und auch alle Gewaltdarstellungen wirken so künstlerisch, surrealistisch und ästhetisch, dass es mir die Sprache verschlug.

Die musikalische Unterlegung fasste auch hier den Glauben als Thema auf, so hört man orientalische Klänge genauso wie tibetanisch-buddhistische Gebetsgesänge, gepaart mit elektronischem Sound und europäischer Folklore.

Und somit beende ich den anstrengendsten Kommentar, den ich bisher verfasst habe, hoffe er wird überhaupt bis zu Letzt gelesen. Jeder sollte sich bewusst sein, was er sich da einverleibt, wenn er sich diese schwere Kost filmisch zuführt.

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

New Cameron

Antwort löschen

Hey danke, für den hilfreichen Zugang zum Film


bondage

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Bildgewaltiger Film. Jede Szene ist einzeln interpretierbar und im gesamten nur brachial.
Es ist zu vielseitig interpretierbar, als das ein Review genügt. Man muss es selbst sehen und sich aus der Realität in den Film hinein kämpfen. Es besteht die Gefahr, wie bei Brazil, einen Mindfuck davonzutragen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

xtheunknown

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

el topo hat mich mehr beeindruckt, trotzdem ist die flut an surrealistischen bildern schon irre. werde ich mir deshalb auf jedenfall irgendwann nochmal anschauen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch

El Topo - Bild 2326514 El Topo MX 1970
Santa Sangre - Bild 5751822 Santa Sangre MX/IT 1989
Eraserhead - Bild 6164278 Eraserhead US 1977
Tetsuo - Bild 6242077 Tetsuo JP 1989