Possession

Possession (1981), FR/DE
Laufzeit 127 Minuten, FSK 18, Horrorfilm, Drama

8.6 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.2 Community
142 Bewertungen
30 Kommentare
Possession - Bild 1485346
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von Andrzej Zulawski, mit Isabelle Adjani und Sam Neill

Als Mark von einer langen Geschäftsreise nach Berlin zurückkehrt ist seine Ehe ein Scherbenhaufen. Bereits bei seiner Ankunft ist Anna zurückweisend, seinen Fragen nach dem Grund für ihr Verhalten weicht sie aus. Gekränkt und rasend vor Eifersucht drängt er darauf, von ihr zu erfahren, warum sie sich so verändert hat. Anna gibt schließlich nach und erzählt ihm von einer Affäre ‘mit einem anderen Mann’, wie sie es nennt. Als er einen Liebesbrief von einem Mann namens Heinrich findet, glaubt Mark, den vermeintlichen Rivalen ausfindig gemacht zu haben. Allerdings lässt dieser ihn wissen, dass sich Anna mittlerweile auch ihm gegenüber sehr seltsam verhält. Offensichtlich gibt es da noch einen dritten Mann in ihrem Leben. Um der Sache nachzugehen, beauftragt Mark einen Detektiv, der ihr in ein heruntergekommenes Wohnhaus folgt. Was er dort vorfindet, ist monströs – und es lebt!

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Kritiken (5) — Film: Possession

GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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8.0Ausgezeichnet

Dabei ist "Possession" aber nicht immer ein Vergnügen, denn gerade durch seinen Surrealismus, das enorm physische Spiel der Darsteller, das daher hin und wieder etwas redundant wirkt, ist es nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen. Man will sich nicht wirklich in die Beziehungsprobleme eines Ehepaares einmischen, das eigentlich alles hat, was es will. Doch erst später, wenn es sich zu einem größeren Ganzen entwickelt, ist man wieder voller Spannung dabei. Dann, wenn die ganze Welt plötzlich aus den Fugen zu geraten droht und endgültig alles gescheitert ist zwischen den beiden Liebenden, die einfach nicht zusammen sein können. Letztlich regiert der Nihilismus. Die einzige Konstante während alledem, das man buchstäblich als Krieg bezeichnen kann, bleibt der Ort, Berlin. Dass Zulawskis vermeintlicher Skandalfilm als solcher wahrgenommen wurde, liegt sicherlich auch daran, dass die Mauer nach Erscheinung noch acht Jahre bestehen sollte. Aber auch heute ist "Possession" noch ein ziemlich verstörendes Werk, das auch hinsichtlich seiner politischen Allegorien nicht an Aktualität verloren hat. Denn das Böse, das Zulawskis selbst erlebt hat, ist allgegenwärtig.

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LuGr: MovieMaze / NEGATIV u.a.

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2.5Ärgerlich

Ebenso verschwurbelte wie wirre Kombination aus Ehedrama, metaphysischer Sinnsuche und Horrorfilm, die zwischen einer exaltiert aufspielenden Isabelle Adjani, Unsympath Sam Neill und dem überdrehten Heinz Bennent zu keiner Einheit findet. Mal abstoßend (die legendäre Tentakel-Sexszene), mal mit hübschen Weitwinkel-Aufnahmen Berlins bestückt, überwiegt jedoch die anstrengende Pseudo-Intellektualität, mit der dieser lärmende, hohle Haufen kausal fragwürdig aneinandergereihter Merkwürdigkeiten auf den Zuschauer losgelassen wird.

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LuGr

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Irgendwie hast du es jetzt geschafft, mich neugierig zu machen... Ich glaube, ich werde - wenn mir denn irgendwann mal nach wirklich sperrigen Filmen ist - weitere Zulawskis geben. Noch vor Antonioni.


Niotq

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Hey, toll. Ich hoffe bloß, dass ich von deinem Zorn verschont bleibe, falls es am Ende doch nur verschwendete Lebenszeit war. ;)


Monsieur Hulot: www.eskalierende-traeume.de

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10.0Lieblingsfilm

Einer der großartigsten Filme überhaupt!!! Ich kann ihn wieder und wieder sehen und finde jedesmal neue Aspekte in diesem vielschichtigen, existenzialistischen Werk!
Kein Film beschreibt so konsequent das Gefühl der Trennung, und das auf persönlicher, politischer und metaphysischer Ebene. In dieser Hinsicht wahrscheinlich wirklich "der einzig wahre Berlin-Film", wie Buttgereit schreibt. Habe unlängst mal einige der Schauplätze aufgesucht, wie den U-Bahn-Tunnel am "Platz der Luftbrücke" und das Haus in der Sebastianstraße, wo das Böse wohnt... oder ist es Gott?

Lieblingsdialog:

Heinrich: "There is nothing to be afraid of, except God, whatever that means to you."
Mark: "To me God is a disease!"
Heinrich: "That's why when we are ill we feel closer to God..."

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Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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9.0Herausragend

Wenn ein Paar auseinander bricht, wenn die Partnerin einen Liebhaber offenbart, dann kann dies eine der schlimmsten Erfahrungen im Leben eines Mannes sein – herausgerissen aus der Normalität ergibt sich eine völlig neue, in ihrer Unvorhersehbarkeit beängstigende Situation, in der tiefsitzende Emotionen herausbrechen und den Alltag in einen Alptraum verwandeln. So portraitiert es zumindest Andrzej Zulawski in seinem meisterhaften Psychodrama Possession.

Der perfekt gewählte Titel kann mit Besitz, Bessessenheit oder Beherrschung übersetzt werden und ist damit genauso interpretierbar wie der gesamte Film. Die Deutbarkeit macht Possession zu einem zeitlosen Werk, das auch bei mehrmaligem Sehen nichts von seiner Faszination verliert. Im Laufe der Handlung versuchen die Charaktere, sich gegenseitig zu beherrschen, besessen verfolgen sie ihr Ziel, die Kontrolle, den „Besitz“ des anderen zu erlangen. Mark muss sich fragen, warum Anna ihn verlassen hat, seine Wut und seine Angst…

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Joe Gillis

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Klingt gut. Werde ich mir jetzt endlich auch mal beschaffen…


J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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10.0Herausragend

Der einzig wahre Berlin-Film!

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (25) — Film: Possession

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Sigmund

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wer über heftige Auseinandersetzungen in der Partnerschaft klagt, hat wahrscheinlich noch nie POSSESSION gesehen.
Eine Eskalation jagt hier die nächste, und ich übertreibe nicht wenn ich sage: ein hysterischeres Stück Poesie ist mir noch nicht untergekommen. Brüllen, beißen, bluten ohne Ende, und natürlich auch noch die berüchtigte Octopus-Vögelei.
Da dieser Film direkt auf meinen Zulawski-Liebling NACHTBLENDE folgte, lässt sich vermuten, dass der Regisseur die flirrende Intensität des Vorgängers mit buchstäblich allen Mitteln noch zu toppen versuchte. Man muss dem Mann allerdings sehr gewogen sein um nicht einen Großteil des Ergebnisses als Trash abzutun – für Schubladenfreunde könnte auch der Stempel "Splatter-Melodram" der Veranschaulichung dienen.
Mir wäre es ja lieb gewesen, wenn zumindest ab und zu etwas Erdung den Film gestriffen hätte, doch POSSESSION hat seine eigenen Gesetze. Und, was soll ich sagen, es ist durchaus eine Freude, sich von diesem cineastischen Orkan mal ganz hirnfrei durchpusten zu lassen.
Isabelle Adjani platzt fast vor Präsenz und bietet eine Tour de Force, die ihr bis auf Weiteres die Spitzenposition unter den filmischen Drama Queens sichern dürfte. Und Sam Neill bleibt im Vergleich so blass, dass ich POSSESSION den Herren der Schöpfung als bizarres Vorspiel für inspirierte Schäferstündchen anempfehlen kann: Während man als Mann im Nachhall des Films nämlich nicht sonderlich in Zugzwang gerät, wird die Dame des Abends mutmaßlich einiges an Finesse auffahren um nicht zu sehr im Schatten der Femme-Fatale-Fantasie Adjani zu stehen... aber das nur am Rande. ^^

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freakualizer

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Der steht schon so lange auf meiner "Merk-Liste", jetzt ist wohl bald mal ein "Possession-Abend" angesagt!


Le Samourai

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Unbedingt!


emp6

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach stark. Abstoßend und doch so anziehend. Verschwommen und doch so klar. Ein Film, der in mir durchweg Gegensätze hervor ruft. Er wirft Fragen auf, beantwortet einen Bruchteil und wirft noch weitere auf. Passives Glotzen unmöglich. Bei jedem Konsum fällt Neues auf.

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Canis Majoris

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kafka-Horror: da helfen keine Pillen, Ratgeber, Prediger, Lehrer oder sonst etwas... oft eben auch nicht einmal Erfahrungen.

Hier kann man einfach seiner Fantasie bzgl. Interpretation und Assoziation freien Lauf lassen und selbst wenn man darauf keinen Bock hat, kann man mit diesem Film noch einiges anfangen und sich von ihm in berieselnder Weise bannen lassen.

Ach, wenn "Stalker" und andere Vertreter doch auch nur mehr so gewesen wären...

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VisitorQ

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Bewertung10.0Herausragend

Nach der Erstsichtung war ich geplättet, einfach hin und weg, verstört wie selten zuvor und dennoch wusste ich eines: Ich muss diesen Film wieder sehen. Und das schnell. Ich habe dann einige Zeit gebraucht bis ich mich wieder in der Verfassung gesehen habe mich noch einmal auf dieses Abenteuer einzulassen... Aber dann begann sie: Eine der größten Achterbahnfahrten meines Lebens (Und ich bin so gut wie jeder große Achterbahn der Welt gefahren ;-) ). Nach dem zweiten mal sehen (das noch besser als das erste mal war) war eines klar: Ich bin süchtig. Süchtig nach Adjani, Neil, Zulwaski, besessen von Possession.

Seitdem ist Possession nicht nur ein Film für mich, es ist pure Liebe und die totale Angst. Ein wahnsinniges Lebensgefühl. Und ich finde es ganz ungerheuerlich toll, dass es so ist.

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Joxcus

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Klingt ja sehr interessant! Gleich mal merken! :)


lieber_tee

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Ja, der Film ist genial.


vannorden

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Bewertung9.5Herausragend

Fußnote zu Possession (in Anlehnung an Allen Ginsberg)
Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch! Manisch!
Possession ist manisch! Die Bilder sind manisch! Der Ton ist manisch! Das Drehbuch ist manisch! Das Schauspiel und die Kamerafahrten und der Oktopus und das überlaufende Klo manisch!
Alles ist Manie! Jeder in Manie! Überall ist Manie! Jede Minute ist ein ganzer Film! Jede Figur ist total bekloppt!
Der Nebendarsteller so manisch wie Sam Neill! Der neurotische Heinz Bennent ist manisch wie meine Seele mit Manie infiziert wird!
Die Regie ist manisch die Atmosphäre ist manisch die Schreie sind manisch die Zuschauer sind manisch die Ektase ist manisch!
Manische Isabelle Adjani manische Margit Carstensen manische Johanna Hofer manischer Carl Duering manischer Bruno Nuytten manischer Ronaldo Abreu manischer Andrzej Żuławski manischer Frederic Tuten manisch die unbekannten, niedergeschmetterten und gebannten Zuschauer manisch die verzückenden menschlichen Qualen!
Manisch der Film im Kino! Manisch die DVD in meinem Regal!
Manisch der stöhnende Synthesizer! Manisch die Hysterie-Apokalypse! Manisch die verkommene, abgewrackte Leere der Wohnung des Grauens und das Blut und das Feuer!
Manisch die schmierigen Straßen auf denen nie jemand alleine ist! Manisch die Wohnung mit Millionen Schrecken! Manisch die Unterführung mit dem mysteriösem Matsch aus dem Körper!
Manisch der abgeschiedene Moloch! Manisch die enormen Liebkosungen des Monsters! Manisch die verrückte Dopplung der Figuren! Die religiöse Trennung der Identität!
Manisch Deutschland manisch Berlin manisch die Mauer manisch die Paranoia und das Eingeschlossensein manisch die Grenzsoldaten manisch der Stacheldraht manisch der Kalte Krieg manisch die Achtziger!
Manisch der Film der einen Wimpernschlag dauert manisch der Wimpernschlag der einen Film lang dauert manisch die Ewigkeit der Lächerlichkeit manisch die Erbärmlichkeit der Menschen manisch die Einsamkeit der Seele manisch die Menschen unter sich!
Manisch die Scheidung manisch das Verlassenwerden manisch die Labilität manisch die sexuelle Unzulänglichkeit manisch die Phantasie manisch die Phantasie manisch die Phantasie manisch die Leere manisch der Abgrund!
Manisch die Unversöhnlichkeit! Die Unterdrückung! Der Hass! Die Missgunst! Manisch! Ihre! Körper! Leiden! Hass!
Manisch die menschliche sehr ehrliche empfindsame Verfilmung von Seelen am Abgrund!

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the traveler

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Manisch dieser Text! Die Kunst! Manisch der Autor!
:)


DerDude_

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vorgemerkt

Wahnsinn
Wir alle tragen ihn in uns, schleppen ihn mit uns herum und er belastet uns.
Wir müssen diesen grenzenlosen Wahnsinn einfach rauslassen.
Possession scheint das Werk von Menschen zu sein ,die ihn ihr ganzes Leben bei sich trugen und der sich in Form dieses Filmes manifestiert hat.
Denn alles , ja wirklich alles an Possession ist absolut wahnsinnig : Die Schauspieler ,die Regie ,das Drehbuch ,die Story sowieso.
Ich denke das Possession so wahnsinnig ist ,das die Bilder irgendwie daran gescheitert sind. Und wenn Bilder daran scheitern ,können es meine Worte erst recht nicht.
Ich sollte es nicht versuchen. Mir fallen nur Stichworte ein :
Erschreckend
Horrormäßig
Absurd
Fanatisch
Kafkaes
Ein Haus ,gebaut aus diesen Worten ,das am Ende kollabiert. Ein Monster das alles rationale verschlingt und es irrational wieder ausspuckt.
Und ganz im Ernst : Das ist kein Film mehr. Nein auch keine Kunst.
Das ist purer blanker Wahnsinn.
Wahnsinn der seine Zuschauer spaltet wie die Berliner Mauer.
Und ich bin auch gespalten. Was soll ich von diesem Film halten ?
Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.

Ohne Worte
Ohne Wertung

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Le Samourai

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Wie wär's mit 10 Punkten? :)


Skywalker_

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ersteinmal vorne weg : Der Film war wirklich gut.
Aber er hat etwas ausgelöst was ich in worten nicht beschreiben kann. Während ich ihn sah, während ich diese Dinge auf meinem Fernseher sah, fühlte ich mich als ob ich in einen düsteren Abgrund, voll mit menschlichem wahnsinn und anderen abscheulichen Dingen stürzen würde. Jeder versuch sich an etwas rationalen festzuhalten war zum scheitern verurteilt der absolute Wahnsinn scheint sich in diesem Film zu manifestieren.
Immer wenn ich dachte den Überblick über die ereignisse zu haben wurde die anzahl an aufgeworfenen fragen verdoppelt. In mir wuchs dieses krampfahfte verlangen nach antworten.
Der Film entwickelte sich immer mehr zu einer tortur für alle sinne. Ich war kurz davor laut aufzuschreien und ich sehnte mir das Ende herbei was mich aus diesem schrecklichen,unerträglichen Unwissen retten sollte. Am Ende stand selbstverständlich nur die Erkenntnis das es auf meine tausenden Fragen niemals eine antwort geben wird. Der Film ist eine folterung des Geistes, wärend der ganzen Laufzeit hatte ich ein extrem flauses gefühl im magen teilweise nahezu unerträglich. Während der Szene in der dieses "Ding" das licht der Welt erblickte ,in diesem U-bahn Gang war ich nur sekundenbruchteile entfernt den Film zu beenden und mich endlich von dieser qual zu erlösen. Isabelle Adjani als Anna gibt im wahrsten Sinne des Wortes eine "Wahnsinns"-Performance ab, die so abgefahren ist, dass ich aus diesem Film möglicherweise eine Angst vor Frauen mitgenommen habe. Das klingt jetzt in der tat alles sehr negativ und ich muss zugeben dass ich nicht sagen kann dass ich diesen Film im klassischen Sinne "genossen" habe. Es ist eher wie beim berüchtigten Autounfall man ist angewidert und trotzdem fasziniert.Definitiv handelt es sich hierbei um ein beeindruckendes Stück Filmkunst und immerhin hat nie jemand gesagt dass Kunst immer bequem seien muss. Das quälenste von allem ist dabei dass ich glaube das hinter all diesen an Franz Kafka erinnernen , teilweise abscheulichen Bilder, ein tieferer sinn versteckt ist.
Nachdem ich dieses"Erlebnis" verdaut habe muss ich mit der tatsache klar kommen, dass ich diesen Film erneut sehen muss obwohl ich es vielleicht nicht will. Aber ich brauche einfach die antworten auf meine Fragen....

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BigDi

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Chaos, eine Ekstase, ein Höllenritt. Es schwer, die richtigen Worte und Begriffe für "Possession" zu finden, weil er alle Begriffe in sich vereint und sich zugleich von allen entfernt. Es gibt kaum einen zweiten Film, der sich so viel Mühe macht, sich dem Zuschauer als hyperauthentisch und greifbar zu präsentieren, nur um ihn danach im Minutentakt vor den Kopf zu stoßen. Nachvollziehbare Situationen werden mit unheimlicher emotionaler Präzision aufgebaut und von einer Sekunde auf die andere zu (scheinbar!) völlig unverhältnismäßigem Wahn aufgebläht, die Darsteller agieren so menschlich wie nur möglich und mutieren fast schon zu oft zu personifizierten Schmerzorgasmen, und die Kamera fügt sich vollends deren entfesseltem Todestanz (wobei selbst sie manchmal das macht, woraus sie Lust hat). "Possession" fügt sich keinen Konventionen, weder in Schauspielerei noch in Tempo noch in Genre, vielleicht, weil er das nicht will, vielleicht auch, weil er das schlichtweg nicht kann. Auf den ersten Blick gerät alles außer Kontrolle, doch Zulawski hat durchgehend alle Fäden in der Hand, was man spätestens bei einer wiederholten Sichtung merkt: "Possession" ist kein Sammelsurium an ekstatischer Emotionalität, es ist eine Kettenreaktion, bei der jedem Ausraster ein würdiger Auslöser zugrunde liegt und ein jeder solcher den nächsten auslöst.

Mit seiner schonungslos intensiven und im Laufe der Zeit stets grotesker werdenden Darstellung des Konfliktes zwischen Mann und Frau wirft der Film einen Schatten bis in die letzte Filmdekade - die Vergleichswerke wären unter anderem von Triers "Antichrist" und Noés "Irreversibel". Allen drei Filmen liegt der männliche Drang nach dem Beherrschen der Partnerin zugrunde und alle drei lassen diesen zur absoluten Zerstörung eskalieren. "Possession" ist definitiv der wildeste der drei: "Antichrist" bietet zumindestens der Vernunft - so beschränkt diese auch dargestellt werden mag - etwas Platz und "Irreversibel" trennt zwischen einem aggressiven Täter und einem passiven Opfer, Zulawskis Werk dagegen zeigt eine von Beginn an völlig dysfunktionale Situation, in welcher keiner der direkt Beteiligten mit sauberen Händen aus dem Spiel kommt. Es mag einem vorkommen, dass die Darsteller oft genug gelobt wurden, tatsächlich kann man sie gar nicht genug loben - es hat kein Darsteller vor und keiner nach Sam Neill so hasserfüllt begehrt und so genussvoll seinen eigenen geistigen Zerfall begriffen. Auch Heinz Bennent isr fernab jeglicher Kritik: Seine zunächst relativ beherrschte, später nicht mehr beherrschbare Transzendenzsexualität ist theatralisch überzogen und dennoch (oder gerade deshalb) höchst organisch in das Gesamtgeflecht von "Possession" integriert. Und doch ist es ein offenes Geheimnis, dass Isabella Adjani die eigentliche Darstellerikone dieses Werkes ist. Man erzählt, Zulawski habe ihr bei der berühmt-berüchtigten Unterführungsszene als einzige Regieanweisung gesagt, sie solle die Luft ficken. Zusammen mit dem Bewusstsein des Zuschauers ergäbe das dann wohl den memorabelsten Dreier der Filmgeschichte.

Es ist bemerkenswert, wie der Film sich in seinem überbrodelnden Wahnsinn immer wieder selbst zu übertreffen vermag - es dauert keine Viertelstunde, bis die (eigentlich nur angedeutete) Fassade bricht, anschließend wird ein regelrechter Krieg mit dessen Bruchstücken geführt, welcher auf der psychischen wie auch der physischen Ebene keine Gewinner zulässt. Wenn das Genre später zum absurden Horrorthriller wechselt, dann ist das kein Stilbruch, sondern viel eher die logische Konsequenz der emotionalen Zustände der Protagonisten - es ist nicht "a woman fucking an octopus", wie Zulawski seinen Film dem Verleiher schmackhaft machen wollte, es ist eher "a human mind fucking itself". Und den Zuschauer mit dazu. Das Finale, dieser blutspuckende Showdown beim Aufstieg in die Hölle (oder dem Abstieg in den Himmel), voller Symbolik und mit einem Mindfuck-Gag versehen (zu einer Zeit, als Mindfuck noch kein Genre war), über welchen man jahrelang ergebnislos rätseln könnte, ist eine wahrhaftig perfekte Pointe: Emotional findet alles einen logischen Abschluss, storytechnisch macht alles noch weniger Sinn als zuvor. Das Herz pocht, das Gehirn zieht den Stecker. Es gibt eine Erlösung, es gibt keine Erlösung. Und trotz der bis dahin immer wieder großartigen Musik gibt es bei den Schlusscredits keine - nur den Soundtrack der Apokalypse, die blinkenden Licher und eine Silhouette hinter dem Glas. Und auch nach all den Worten ist fast nichts gesagt. Ein wahres Filmmonster.

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the traveler

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Gänsehaut-Text. =)


BigDi

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Danke dir. ^___^


KlapTrap

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich muss zugeben, das ich Sam Neill bisher immer unter den Schauspielern verbucht habe, die zwar zufälligerweise in ein paar guten Filmen aufgetreten sind, die aber mimisch nur bedingt etwas auf dem Kasten und sich allein durch ihre sympathische Visage den Ruf eines Schauspielers ergattert haben.
POSSESION beweist mir das Gegenteil und wirft dabei die Frage auf, ob und wann der Neill die Lust am Schauspielern oder die passenden Rollenangebote verloren hat.
So wie der (wahrlich) Gute hier „Over the Top“ geht und leidet und schwitzt und brüllt und sogar zu Isabelle Adjani aufschließt, das hat schon was.
Und gerade wenn sich dann beide im gleichen Raum und Universum befinden (man kann sich da nie so sicher sein) dann ist es eine Freude, eine Overacting-Schaulaufen, das man nicht weiß ob man die Taschentücher oder die Oropax rauskramen soll.
Wenn sich dann noch Heinz Bennet als scheinbar stockschwuler Künstler mit Tourette-ähnlichen Körperausfällen durch die Filmtapete tanzt und sinniert, dann ist plötzlich die Brücke zwischen Theater, Drama und unmöglich hinwegzudiskutierendem Trash ganz weit offen.
Nebenbei darf die Adjani alles Maskuline das ihr in den Weg kommt zu Brühwürfeln verarbeiten um damit ihren neuen (alten) Traummann ins Leben zurückrufen, beschert dem Film damit auch noch das Label „Horror“ und mir die berechtigte Frage, ob dabei noch Jemand Clive Barkers HELLBOUND HEART trapsen hört....
POSSESSION ist schon ganz schön weit „draußen“....verstrickt und verliert sich auch gerne Mal in diesem Genremischmasch und hat durch diesen Kampf definitiv ein zwei Längen, die dem Versuch geschuldet sind, das alles unter einen Hut zu bekommen.
Und so ist diese Arthousehorrordrama-Achterbahn sicherlich nicht für Jedermann geeignet, und suhlt sich stellenweise so lange in seiner Absurdität das es einem schon auf die Nerven gehen kann.
Aber POSSESION hat eben auch Dialogzeilen wie „Goodness is only some kind of reflection upon evil. That's all it is” oder der genialen Verknappung eines Vorgangens, an dem schon so viele Beziehungen gescheitert sind : „Because you say "I" for me.“
Und POSSESION hat eben auch Isabelle Adjani, was jegliche weitere Erklärung überflüssig machen dürfte !
Sollte man mal gesehen haben, gerade wenn einem die üblichen Trennungs-Herzschmerz-Taschentuch-Dramen langsam dezent auf den Sack gehen.
Denn unter seiner Haube, unter all der Schräglage und der Hysterie seiner Hauptdarsteller steckt in POSSESION immer noch mehr Wahrheit, als in allen Beziehungsblockbustern der letzten Dekade zusammen.
Beziehungen brechen oftmals nicht auseinander, weil Jemand Fremdgegangen oder sich sonstige Fehlleistungen zu schulden hat kommen lassen, und sehr oft steckt als Hauptgrund nichtmal eine „neue Liebe“ oder Selbstverwirklichung dahinter.
Weit öfters dürfte es die Langeweile sein, die man beginnt dem Gegenüber klammheimlich vorzuwerfen, wenn man denkt das alles gesagt und getan ist, und der abklingende Hormoncocktail nichtmehr den Hollywoodbauten standhalten kann.
Das man sich aber selbst langweilt, sich selbst anödet und den Partner nur als Spiegel dieser Unzulänglichkeit mißbraucht, das man sich dann aus dem Staub macht um haargenau das wieder zu suchen, was man eigentlich die ganze Zeit schon hatte – das ist ein Dilemma das so plakativ und präzise nur selten besser als in POSSESION dokumentiert wurde.
Wir sind und bleiben Menschen – Lebewesen die permanent über ihre Schnürsenkel stolpern – wir suchen in unserem Gegenüber die pure Göttlichkeit, und sind dann doch enttäuscht wenn es sich auch nur um einen weiteren Schnürsenkelstolperer handelt.
Und weil das Gras immer auf der anderen Seite grüner ist, und unsere Zeit begrenzt, springen wir halt von Weide zu Weide auf der Suche nach der Einen die immergrün bleibt.
Und währenddessen fallen uns selbst die Haare aus.
Wir sind schon witzige, absurde Wesen.
Und sowohl in Tonfall als auch Ideenreichtum ist POSSESION als Denkmal diesen Wesen durchaus angemessen : Schrill, Beklemmend, Lustig, Böse, Verwirrend, Leuchtend und Abstoßend.
So ähnlich könnte Gott uns sehen, würde er einmal in einem Regiestuhl Platz nehmen.
(Das hat er ja angeblich schon einmal vor Urzeiten getan – und das Ergebnis baden wir gerade aus.POSSESION wäre in diesem Kontext der perfekte Off-Kommentar).

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Sonse

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Sam Neill hat die Nische des hoffnungslos verklemmt-verstockten Tropfs in den Neunzigern jedenfalls super ausgefüllt. Ich mag den Winzer irgendwie.


KlapTrap

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Das hat er tatsächlich und ohne die geringste Anstrengung - aber was ich bisher für Autopilot gehalten habe, war wohl in der Tat nichts weiter als permanente Unterforderung.


nilinat0r

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Bewertung9.5Herausragend

127 Minuten wie im Rausch. 127 Minuten übermannende Intensität. 127 Minuten wie im Alptraum. 127 Minuten Ratlosigkeit, Verzweiflung, Wut. 127 Minuten Possession.

Auf allen Ebenen ein Meisterwerk.

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veseria

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Bewertung9.5Herausragend

ICH BIN VERSTÖRT!!!!
Einer der seltsamsten Filme die ich je gesehen habe. Der Film ist 30 Jahre (circa) alt und ich habe das Gefühl der Film stammt von Heute. Zumindest was das (meistens) Schauspiel angeht und die Grenzenlosigkeit der Darstellung von was auch immer. Es ist schwer was dazu zu sagen außer das es nicht wirklich einen Film gibt der annähernd so krass, seltsam und MEGA INTENSIV ist wie POSSESSION. Einfach krank aber genial!

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horro

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Horrorfilm mit einigem Anspruch. Hier werden auf künstlerische Weise verschiede Genre touchiert und doch bildet die Geschichte eine klassische Einheit. Das Theaterhafte, das Pointierte geben der Geschichte eine dramatische Tiefe. Die Spirale von Wut, Verzweiflung und Begierde drehen sich rasant und das Ende, obwohl man es ständig nahen fühlt, zeigt sich erschreckend und überraschend. Das Berlin der Achtzigerjahre mit Mauer bildet eine bedrückende aber auch eindrucksvolle Kulisse. Realität und Wahn verschmelzen zu einer Scheinwelt.

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horro

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da hast du recht, war wirklich nötig ;)


pufaxx

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Klingt gut - Vorgemerkt.


Acry

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Bewertung7.5Sehenswert

„Possession“ ist eigentlich von Anfang bis Ende sehr überzeugend inszeniert: ein durchaus begabter Cast, gute Regie und passende Kulissen bzw. Locations. Das abgewrackte, verlassene Berlin zu Mauerzeiten bietet die perfekte karge Atmosphäre für tiefliegend trostlose Gefühle. Auf rein visueller bzw. filmischer Ebene hat Andrzej Zulawski also alles richtig gemacht. Grundsätzlich lässt sich auf jeden Fall schon mal sagen, dass der Film mehr auf inhaltliche Substanz als auf Horror oder Psycho setzt. Wirklich bemerkenswert krasse Szenen gibt es für den normal abgebrühten Zuschauer kaum, obwohl die Szene in der U-Bahnstation schon ein wirkliches schauspielerisches Highlight an Intensität und Glaubwürdigkeit war.

Der einzige Haken und zugleich die potentielle Stärke an „Possession“ ist der inhaltliche Aspekt. Was recht verständlich und nachvollziehbar anfängt (Anna ist unzufrieden, sucht einen neuen Sinn in ihrem Leben und geht fremd, kann sich von ihrem alten Leben aber trotzdem nicht komplett lösen) endet so dermaßen verwirrend, dass ich mir am Ende richtig dumm vorkam, weil ich spürte, dass mir der Film irgendwas Tiefgründiges vermitteln will, was ich aber einfach nicht greifen konnte.
Die erste Schwierigkeit besteht schon darin, die vielen verschiedenen Themen, die der Film behandelt, auszumachen und zu einer schlüssigen Interpretation zusammenzufügen. Daran bin ich im Grunde schon gescheitert, denn ich bin mir sicher, nur den Bruchteil der eigentlichen Botschaft verstanden zu haben.
Zu viele Fragen bleiben offen, die sich (auch nur) vielleicht beim öfteren Anschauen erklären: Was genau symbolisiert dieses „Monster“? Was soll das Ende bedeuten? Warum macht Anna das Ganze? Ist sie besessen? Ist sie Gott oder der Teufel? Was hat es mit ihrer Geschichte über die zwei Schwestern auf sich?

Da meine Ratlosigkeit bezüglich des tatsächlichen Inhalts doch recht groß ist, vergebe ich zunächst auch nur 7.5 Punkte für die sehr gelungene Inszenierung. Der Film hätte durchaus Potential nach oben, wenn ich ihn doch nur ein bisschen mehr verstehen würde... Wenn er doch nur ein bisschen greifbarer wäre...
Naja, vielleicht bin ich nach dem zweiten Anschauen schlauer.

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DeDavid

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Bewertung9.5Herausragend

"For me God is a disease."

Berlin, Ende der 70er. Triste Betonbauten säumen die leeren Straßen. Nur hin und wieder sind ein paar niedergeschlagene Menschenseelen auszumachen. Boah, was bin ich froh, erst nach der Wiedervereinigung und nicht innerhalb Berlins geboren worden zu sein. Solch eine elende Stimmung schlägt ganz schön aufs Gemüt. Żuławskis vierte Regie zeichnet nicht nur ein Bild der deutschen Hauptstadt zu DDR-Zeiten, sondern erstellt ein allegorisches Psychogramm über den Trennungsschmerz mit allen Emotionen, die damit einhergehen. Irgendwo zwischen Arthouse, Grindhouse und
empathischem Drama mit Horrorelementen lässt sich der atemberaubende Streifen einordnen.
Denn die Atmosphäre lebt nicht nur von der kargen Kulisse. In erster Linie wäre da das unschlagbare Darstelleraufgebot, allen voran Sam Neill und Isabelle Adjani, welche im Nachhinein für einen Academy Award ausgezeichnet werden sollte. Ein César ist zwar schön und gut, doch wäre der Film zu seiner Zeit populärer gewesen, sie wäre die unangefochtene Spitzenkandidatin für den begehrten Filmpreis.
Der Höhepunkt ist zweifellos erreicht, wenn Adjani in einem leeren U-Bahn-Gang mit ekstasischen Bewegungen, ordinären Suggestionen und Mark zerreißenden Schreien eine Fehlgeburt, inmitten blutiger und eitriger Pfützen erleidet. Einer der Momente, in denen der Rezipient spätestens jetzt von einer rauen Gänsehaut umhüllt wird.
"Possession" mit all seinen zerrissenen, schizophrenen Figuren kann man nicht beschreiben, man muss ihn erleben und mitleiden.

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Le Samourai

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So siehts aus! Wenn man ihre Leistung mit der oscarprämierten von Portman aus Black Swan vergleicht, könnte ich direkt auf die Academy kotzen!


DeDavid

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Ganz genau. :D


Le Samourai

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Seit langem mal wieder ein Film, der auf Anhieb die 10.0 bekommen muss, denn alles drunter wäre schlicht eine Beleidigung.
Rein objektiv betrachtet ist Zulawskis kafkaesker Albtraum ein wirklich hervorragender Film, der durch phantastische Kameraarbeit, tolle Drehorte (Westberlin!), absolut grandiose schauspielerische Leistungen (Sam Neill kann tatsächlich schauspielern!), einen schönen - dem GODFATHER Theme sehr ähnelnden - Score und natürlich seine höchst einzigartige, hoch-philosophische Geschichte besticht. Rein subjektiv muss ich sagen, dass mich selten ein Film derart gefesselt, fasziniert und in seinen Bann gezogen hat wie dieser surreale, kompromisslose Kunst-Pur-Film.
Isabelle Adjani liefert die vielleicht beste (weibliche) schauspielerische Leistung aller Zeiten ab und schickt Schwanenprinzessin Natalie Portman, die ich eigentlich ja ganz gern sehe, zurück in den Schauspielkindergarten. Überhaupt sei jedem, der dem BLACK SWAN-Hype erlegen ist, dringend ans Herz gelegt, sich POSSESSION anzusehen und seine Lobeshymnen auf Aronofskys Kindergarten-Kafka vielleicht in Zukunft etwas leiser anzustimmen.
Ein Film über Trennung und Einheit, gedreht in einer geteilten Stadt. Eine düstere Liebeserklärung an das Kino. Für Freunde von Mitternachtskino à la Lynch, Cronenberg oder Argento sowieso Pflicht. Ein Ultra-Meisterwerk, ein instantaner Lieblingsfilm.

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the traveler

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Toller Kommentar zu auch einem meiner Lieblingsfilme :-)


Le Samourai

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Yeah!! :)


Anoirja

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Fängt an wie ein intensives Beziehungsdrama, aber dann wird schnell klar, dass der Titel Programm ist: die Besessenheit der Figuren. Als dann noch eine mysteriöse schleimige Kreatur mit ins Spiel kommt, wird es richtig bizarr und absurd. Selten so ein intensives Schauspiel gesehen wie das der Hauptdarsteller. Das Ende ist genauso verwirrend und verstörend wie der ganze Film, der ob der Vielschichtigkeit und der Subtexte sowieso mehrmals gesehen werden muss. Grandioser Psychotrip! Meisterwerk! Lieblingsfilm!

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PalimPalim

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Bewertung9.0Herausragend

Posession ist vor allem eines: unheimlich Intensiv. Anfangs sind es nur Szenen einer zerrütteten Ehe. Ein Paar hat sich während des Auslandsaufenthalts des Mannes auseinandergelebt. Die Frau hat einen Liebhaber. Schon in den ersten Szenen wird die unüberbrückbare Distanz zwischen den Charakteren spürbar. Adjanis Charakter wirkt verstört und abwesend, Sam Neils Figur besitzergreifend und voller Wut. Konfrontationen zwischen den Charakteren werden vollkommen physisch, es ist kein Raum für subtile Momente, es wird sich angeschrien und körperlich verletzt. Die Kränkung Neills ist so vehement, das sie in physischen Starre und Sprachunfähigkeit mündet, aus der er erst zurückfinden muss, um sich um seinen kleinen Sohn zu kümmern. Dennoch ist er besessen von seiner Frau, er will sie zurückhaben, auch mit Gewalt, seine Figur steht unter wahnsinnigem Strom, ist jederzeit bereit zu explodieren. Es stellt sich die Frage: Wer von den beiden ist der Wahnsinnige? Ist Adjanis Entrücktheit nur eine Flucht vor Neils Besessenheit nach ihr? Die Kamera wagt es, vollkommen leere Räume zu präsentieren, wie die Sequenz der Besprechung mit den Auftraggebern Neills. In weiten Kreisen rotiert sie um den Protagonisten, kommt nie zur Ruhe. Die flexible, unruhigende Handkamera ist das exakte bildliche Äquivalent zum Innenleben der Protagonisten, ebenso wie die desolaten Bilder Westberlins, die sich sehr oft an Grenzzonen entlang bewegen.
Posession will laut sein. Die Nebencharaktere sind extrem und schrill überzeichnet, passen jedoch perfekt in das filmische Universum. Plötzlich erschient die Einführung einer übernatürlichen Komponente. Ohne sie wäre er der Film auch fantastisch gewesen, mit ihr schlägt er eine andere, exaltiertere Tonart an. Der Wahnsinn potenziert sich fortwährend und beide Darsteller gehen über darstellerische Grenzen, die das, was man unter Schauspiel versteht übersteigen. Es bietet sich ein ungebändigtes, unkontrolliertes Chaos in einer aus den Angeln geworfenen Welt, die keinen Regeln mehr folgt. Somit ist Zulawskis Posession ein Film der auch lange nach dem Sehen noch nachhallt.

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Shritz

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Bewertung9.0Herausragend

Nie wurde das Gefühl der Teilung, in welcher Hinsicht auch immer, deutlicher als hier. Ein Werk das in seinen kalten Farbtönen, der fragmentarischen, gewalttätigen Handlung, dem emotionalen und ekstatischen Spiel seiner Protagonisten und seiner Symbolik soviel Leid und Schmerz birgt, dass der Zuschauer sowohl an seine physischen wie auch psychischen Grenzen geführt wird. Die Tatsache, das ihn "Possession" dabei nicht an der Hand nimmt sondern er zu jeden Zeitpunkt als Voyeur hautnah Bestandteil des Gezeigten ist, lässt seine Wirkung nur noch intensiver werden. Ein so beklemmendes und verstörendes Werk, das es sich eigentlich nicht in Worte fassen lässt die seiner angemessen wären. Man muss ihn einfach fühlen. Und was man fühlt ist etwas neues, etwas monströses, etwas schreckliches, etwas lebendes, das einen so schnell nicht losslassen kann und wird.
"Possession" ist so vieles auf einmal und in seiner Art einzigartig und unnahbar.

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CarrionFairy

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Bewertung3.5Schwach

es war einmal in den späten siebzigern, da saßen lynch und zulawski in einer schmierigen absteige und haben sich beim kiffen einen hentai reingezogen und schoben sich vom echt schlechten gras einen übelst miesen. was ein paar jahre später dabei herauskam, war possession und der elefantenmensch.
folgende dialogfetzen konnte auch der kleine gaspar noé in den zarten keimen seiner pubertät unterm tisch spielend, mitbekommen: "david, findest du auch, dass frauen nur heilige oder huren sind und kommst voll nicht klar?" "scheiße, mann, voll!" "fickende tentakel find ich aber echt hammer" "laber keinen, ist ja voll widerlich, aber ich bin jetzt in einer therapie für pyromantiker" "voll gut für dich so, echt, mann" "lass mal was von deiner frittierten ratte haben" "hau rein, aber mach hin, ich will noch ins nuttenviertel" - aber das ist nicht sicher überliefert...

p.s. irgendwie gut gespielt, aber das ist nicht alles - ich will ja auch nicht daniel day-lewis dabei zusehen, wie er eine karotte mimt. vielleicht bin ich auch nicht intellektuell genug, finde surrealismus überbewertet oder habe etwas gaaaanz wichtiges bei der miesen russischen synchronisation übersehen, weil ich keinen bock mehr hatte, nach deutschen oder englischen versionen zu suchen. das resultat ist aber dasselbe: was soll das?

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CarrionFairy

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der elefantenmensch ist diese typische selbsdarstellungsonanie, die dem surrealismus nun mal zugrunde liegt - nett gemeint, aber nicht meins. wenn ein film allerdings tatsächlich gut ist, dann ist er das auch mit russischer synchronisation - das ist erprobt.


BigDi

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"Selbstdarstellungsonanie" könnte man auf einige Filme anwenden, aber gerade den "Elefenatenmenschen" halte ich für Lynchs bodenständigstes und menschlichstes Werk. Also bei manchen russ. Synchros will ich ehrlich gesagt schreiend weglaufen, und wenn die dann noch in einer einzigen Stimme gesprochen sind, wah.


Tyler__Durden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Meine Damen und Herren ich wurde so eben besinnungslos gefickt. Und das ganz ohne meine Erlaubnis.

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Tyler__Durden

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Bist dem Film also auch zu Opfer gefallen. :)


Le Samourai

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Voll und ganz!


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