Tatort: Familienaufstellung

Tatort: Familienaufstellung (2009), DE
Laufzeit 90 Minuten, Kriminalfilm, Drama

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.9 Community
43 Bewertungen
7 Kommentare
Tatort: Familienaufstellung - Bild 5742624
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Mark Schlichter, mit Sabine Postel und Oliver Mommsen

Der Selbstmord der Medizinstudentin Rojin Lewald stellt Hauptkommissarin Inga Lürsen und ihren Kollegen Stedefreund vor einige Rätsel. Die junge Frau, die aus einer türkischen Familie stammt, wollte sich von ihrem deutschen Mann scheiden lassen. Sie hinterlässt eine zweijährige Tochter. Ihre wohlhabenden Eltern sind erfolgreiche und angesehene Bürger Bremens, aufgeschlossen, jedoch streng gläubig. Merkwürdigerweise sehen sie den Tod ihrer ältesten Tochter nicht als Anlass, die Hochzeit ihrer jüngeren Tochter zu verschieben, die am darauf folgenden Wochenende stattfinden soll. Auch Rojins Geschwister sind nicht sehr begeistert, dass die Kripo bei einem Selbstmord ermittelt. Zum Erstaunen der Kommissare scheinen sich alle Familienmitglieder gegenseitig Alibis zu geben. Doch warum? Die Obduktion bestätigt Inga Lürsens Zweifel: Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass Rojin sich selbst getötet hat. Haben es Inga Lürsen und Stedefreund mit einem Ehrenmord zu tun? Rojins Anwältin, die ihr damals geholfen hatte, ihren eigenen Weg zu gehen, ist fest davon überzeugt. Die beiden Frauen waren eng miteinander befreundet. Doch einiges deutet darauf hin, dass die Anwältin mehr als Freundschaft für Rojin empfand, die ihre Gefühle jedoch nicht erwiderte. Stedefreund schließt nicht aus, dass sie Rojin deshalb getötet haben könnte. Inga hingegen würde ein klassisches Eifersuchtsdrama favorisieren: Der Ehemann tötet seine Frau, weil sie ihn verlassen will. Unsicher und vorsichtig bewegen sich die Kommissare in einer ihnen fremden Lebenswelt und bringen zu guter Letzt eine Wahrheit ans Licht, die ihre schlimmsten Vermutungen übersteigt.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Tatort: Familienaufstellung

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Ein wahrlich erschreckender Krimi. Dabei ist es weniger die mäandernde Krimistory, die sich bemühte die Klippen zwischen Vorurteil, Wahrheit und Political Correctness zu umschiffen, sondern die ungelenge Darbietung, die das Anschauen des Krimis zur Geduldsprobe werden ließ. Denn mit der Besetzung der Nebenrollen hat sich das Team von radio Bremen diesmal keinen gefallen getan. holperig, hölzern und an Laientheater erinnern so manche der Verdächtigen. Besonders die Anwältin liefert ihre Tiraden in putziger Deklamation, die man so selbst bei Daily Soaps nicht mehr gewohnt ist.

Erschwerend kommen Dialoge hinzu, denen man die Zusammenarbeit mit einer Rechtsanwältin, die sich dem Thema verschrieben hat, nur zu deutlich anmerkt. Seyran Ates ist sicher durch die eigene Arbeit sehr bewandert, was türkische Gepflogenheiten und innerfamiliäre Probleme angeht. Die Dialoge die sie und ihre Ko-Autorin Thea Dorn die Figuren aufsagen lassen, klingen dennoch streckenweise mehr nach Schulfernsehen…

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Lea<33

Antwort löschen

Absolute Zustimmung. Neben den üblichen Verdächtigen, die immer deutsche Türken spielen dürfen, war der restliche Cast einfach sonderbar.



Kommentare (6) — Film: Tatort: Familienaufstellung

Kommentar schreiben
Sortierung

elizabethanne

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bevor ich eine Anmerkung schreibe, wollte ich mir den Film noch einmal ansehen. Ich habe dafür drei Anläufe gebraucht, denn was ich dort gesehen habe an Verlogenheit, Bigotterie, testosteron-unterfütterter Beschränktheit und anderen menschlichen Unzulänglichkeiten mehr, ekelt mich an und macht mich hilflos.
Vorgeführt wird ein innerhalb der Familie schwacher Patriarch, der sich nicht aus seiner Rolle lösen kann, eine herrschsüchtige Mutter, die für ihre Töchter keinen Funken Mitgefühl aufbringt, der ältere Sohn, selbstgefälliger Macho, im Gegensatz zur "modernen" Schwester und zwei verstörte, zwischen Familientradition und äußerer Lebenserfahrung hin- und hergerisssene jüngere Geschwister. Aber auch die ganze bucklige Verwandtschaft, bei der mir ebenfalls besonders unangenehm der Mangel an Verständnis und Anteilnahme seitens der weiblichen Mitglieder aufgefallen ist. Ja, und dann dieser deutsche Schwiegersohn, der fast türkischer als seine angeheiratete Sippe sein will, und doch von diesen nicht akzeptiert wird.
Ein Mikrokosmos, der sich auf mehr als einem Faß Sprengstoff abspielt!
Lürsen und Stedefreund werden zum Zentrum der Ansprache, an ihnen brechen sich die Aussagen und sie selbst bleiben mit der Darstellung ihrer persönlichen Meinungen angenehm zurückhaltend.
Statt der Hundestory hätte ich gern mehr Aufklärung über das Verhalten der jüngeren Schwester bekommen: warum beugt sie sich der Familie? Sie ist doch klug und informiert genug,um sich Hilfe zu holen. Die reine Indoktrination durch die Mutter kann es doch nicht gewesen sein?!
Zwei Fragen stellen sich mir noch: warum geht man in ein Land, dessen Kultur und soziales Zusammenleben man verabscheut und ablehnt? und: Wie kann man ständig von anderen Respekt einfordern ohne diesen selbst zu gewähren?

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nico78

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

eine überthematisierte story (nicht für täglich betroffene zwar, aber klischees helfen da nicht), keine überragenden schauspielerischen leistungen. und was sol das mit dem hund? ersatz für die tochter? hab trotzdem bis zum schluss geguckt, schlecht war es auch nicht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

primi

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Super Tatort!
Spannend, unterhaltsam, tolle Schauspieler, Ironie und Humor waren auch mit dabei.
Wenn doch jeder Tatort so wäre...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ayala

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Dieser Film greift ein Thema auf, das heutzutsage enorm wichtig ist. Auch im Jahre 2009 gibt es hundert von Fällen der Zwangsverheiratung in Deutschland, auch wenn dieses natürlich immer als "Klitschee etc" verniedlicht wird.
Der Film zeigt sehr realistisch, was auch eigene Erfahrungen mit diesem Thema bestätigen, das "Tradition + Relgion" dazu benutzt wird, frauenverachtendes Denken zu legitimieren. Der Bruder, der die "Ehre" der Familie "beschützt, ist leider sehr gut dargestellt, diese Brüder gibt es zu hunderten im re"alen Leben.
Auch die Ängste und Zwänge, die Frauen oftmals in diesen patriachallen Familien ausgesetzt sind, werden sehr gut dargestellt.
Natürlich heißt dieses natürlich nicht, das bei allen türkischen Familien solche Verhältnisse herrschen, aber es gibt sie durchaus nicht als Ausnahme, sondern als greifbare Realität in vielen Familien!
Problematisch ist natürlich, das die betroffenen Männer natürlich die Realität leugnen, schnell kommt dann der Vorwurf der "Fremdenfeindlichkeit" etc. Aber diese Reflexe sind bekannt, Kritik ist in "traditonellen" türkischen Familien verpönnt, und daher geht dann der "kritisierte" einfach zum Gegenangriff über! Schließlich haben die türkischen Männer auch viel zu verlieren.......
Was die Darsteller des Films angeht, so sind einige Figuren sicherlich falsch besetzt worden, was aber rein gar nichts an der Wichtigkeit dieses "Tatorts" ändert.
Alles in allem eine sehr gute Darstellung, Aufarbeitung eines brisanten Themas!!! Danke sehr !!!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

rkuehne

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Also ich war wirklich beeindruckt, von einem Tatort der sich zum Einen wiedereinmal aktuellen politischen und gesellschaftlichen Problemen annimmt, zum zweiten wirklich spannend war und zum dritten nicht auf Humor verzichtet. So angespannt wie beim großen Finale war ich lange nicht bei einem Tatort, dennis mosschito hat mir wieder sehr gut gefallen und auch die beiden Kommissare waren überzeugend.

Etwas nervig war dei hahnebüchene Nebenstory mit dem Hund, das war weder witzig noch sinnvoll, großartig aber die Szene in der Polizeikantine, als zunächst der unglaubliche Koch die Würste serviert und dann im Hintergrund der Typ vom Stuhl fällt. Völlig skurril, aber echt witzig!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Darbon

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Fotz kapott, jetzt bist du tott! :-b

Die Absurdität religiöser Ritualdogmen weit nach mitteleuropäischer Hexenverbrennung und allemanischem Adelsinzest wird hier trefflich vorgeführt: Arrogant erhebt Proschat Madani als angeblich okzidental kultivierte Türkin ausgerechnet gegen Inga Lürsens Sabine Postel ihre drohende Hand. Denn hier dürfen Türkinnen Allah verfrüht zugeführt werden, weil Jungfernhäutchen nicht rechtzeitig zugenhähnt werden.

Das den Multikulti-Irrtum aufzeigende Sujet ist mutig und notwendig: Nicht nur ungebildete Schichten sind religiöse Fanatiker. Schmonzettenheld Erol Sander nestelt in seiner Karriere erstamlig in einem guten Film jenseits vom Degeto-Schund an seinen Manschetten. Der Rest der eklatanten Fehlbesetzung der Familie ist mit Jennifer Ullrich und Kostja Ullmann durchweg unglaubwürdig.

Ein gepfeffert-milder Tatort gegen teutonische Gutmenschen. Da muss sich die politisch linke Inga Lürsen schon mal fragen lassen, ob sie dem feministischen Flügel der NPD angehört. Mit diesem Witz befreit sich das Werk von jeglichem Vorwurf der Duldung reaktionärer Ansichten.

Dennoch hätten Thea Dorn und Seyran Ateş einen weiteren Drehbuchautoren einladen sollen. Die Dialogen sind zeitweise vorgetragene Thesen, denen das Leben fehlte, wären da nicht die famosen Schauspieler Sabine Postel und Oliver Mommsen.

ps @rkuehne Der Fall vom Stuhl war herrlich!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films mögen auch