Overacting – Zuviel Schauspiel für den Oscar?
Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 23.01.2013, 08:50
Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood
© Buena Vista International
Ob ich Daniel Day-Lewis denn für einen Over-Actor halten würde, fragte mich letzte Woche eine geschätzte moviepilot-Kollegin. Ich entgegnete ihr, dass das von den entsprechenden Filmemachern abhinge und fügte hinzu, dass zumindest seine Performance in There Will Be Blood nicht mehr mit Kategorien wie Overacting zu fassen, sondern es schlicht eine Leistung jenseits herkömmlicher Maßstäbe sei. „Ja, jenseits von gut und böse“, hieß es daraufhin, was ich nur entsprechend schockiert zur Kenntnis nehmen konnte. Darüber, dass eine solche schauspielerische, nahezu beängstigende Jahrhundertarbeit schnell mit Overacting, mit unfreiwilligem Humor und offenbar als unangemessen empfundener Intensität in Verbindung gebracht wird, machte ich mir anschließend so meine Gedanken. Immerhin startet mit Lincoln von Steven Spielberg morgen ein neuer Film in den deutschen Kinos, der von Daniel Day-Lewis’ Leinwand füllender Schauspielgewalt lebt – und die ihm Ende Februar mit hoher Wahrscheinlichkeit den dritten Oscar einbringen wird.
Overacting als Abwehrmechanismus des Zuschauers
Wenn das Werturteil Overacting als eine Art Abwehrmechanismus des Zuschauers begriffen werden will, dann erscheint es mir nachvollziehbar, eine mit Konventionen brechende Darstellung wie die des Öl-Magnaten Daniel Plainview entsprechend abzukanzeln. Dass Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood einer mehrfach überhöhten, geradezu monströsen und so auch nur im Kino denkbaren Figur Gestalt verleiht, sie mit einer (im Original) unwirklich anmutenden Sprache und unberechenbaren Bewegungen verkörpert, kann so gesehen wohl leicht als übertriebenes Schauspiel wahrgenommen werden. Gekoppelt ist eine solche Abgrenzung dabei wohl jedoch immer an das subjektive Empfinden: Overacting als Geschmacksurteil beschreibt letztlich lediglich einen ästhetischen Bruch mit der eigenen Vorstellung und der Frage, welche Form des Schauspiels (im jeweiligen Fall) als angemessen erachtet und welche eben als überambitioniert, darüber hinausgehend oder befremdlich empfunden wird.
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Da es aber, und darüber legen bestimmte Diskussionen auf moviepilot stets Zeugnis ab, eine Art Vereinbarung darüber zu geben scheint, wie gutes und wie schlechtes Schauspiel auszusehen habe, kann Overacting auch als trügerische Normabweichung beschrieben werden. Wenn Overacting maßloses, sich von etablierten Erfahrungen der Filmrezeption absetzendes Schauspiel bedeutet, dann ist es letztlich nichts anderes als der Versuch, eine neue sinnliche Erfahrungen schaffende Darstellung als unangemessen zu werten – als eine Art Reflex wohlmöglich, Diskrepanzen gegenüber gewohntem Schauspiel zu markieren. Overacting kann also eine Herausforderung sein für auf konditionierten Vorstellungen von normal, gut oder überzeugend basierende Zuschauererwartungen.
Der Method- und Overacting-Kanon
Diese theoretischen Gedanken indes werden Lügen gestraft, wenn ich mir überlege, welche Schauspielerinnen und Schauspieler fest im allgemeinen Kanon verankert sind. So wird der einstige Berufshysteriker Klaus Kinski für seine eskalierenden Darbietungen in den frühen und mittleren Filmen von Werner Herzog ebenso vergöttert wie das auf sich selbst verweisende Method-Acting eines Robert De Niro im Hauptwerk von Martin Scorsese. Werden die anfallsartigen und weit über Gebühr erträglichen Darstellungseruptionen eines Al Pacino in Scarface mindestens so gefeiert wie die auf ständige Selbstgeißelung abzielenden Leinwandausbrüche von Mel Gibson in Braveheart. Mit ausgesuchten Beispielen von Jack Nicholson, Sean Penn oder Christian Bale ließe sich das munter fortsetzen. Und vermutlich würde niemand, der ernst genommen werden will, den Schlüsselrollen eines Marlon Brando ein negativ verstandenes Overacting-Etikett anheften. Zumal das „übertriebene“ Spiel als Stilmittel, als Eigenschaft einer bestimmten (filmischen) Welt oder auch als Erkennungsmerkmal ganz bewusst eingesetzt zu werden scheint, etwas bei Quentin Tarantino, der einem Konzept gleich auch in Django Unchained seine Darsteller wieder zur kollektiven Zügellosigkeit animiert.
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Natürlich ließe sich dabei diskutieren, wo Overacting überhaupt beginnt, ob es nicht von der jeweiligen Rolle und bestimmten Intentionen abhängt, wenn nicht genau das auch nur wieder zum subjektiven, rein geschmacklichen Empfinden führen würde. Oder eben zu den Gewohnheiten, vor allem den kulturellen – was manchenorts als Overacting wahrgenommen wird, ist anderswo nur allzu gewöhnlich und umgekehrt. Ganz zu schweigen von der Wandlung des Darstellungsverständnisses im Laufe der Filmgeschichte. Mir ist dann eben, ganz geschmäcklerisch, ganz hier und jetzt, das zurückhaltende Spiel einer Kristen Stewart jederzeit lieber als das mechanische Vorzeigewollen einer Meryl Streep. Der Overacting so gesehen durchdringende Hyperausdruck eines Daniel Day-Lewis angenehmer als das ausgestellte Schauspielmüssen eines Denzel Washington. Im Zweifelsfall sind es ja ohnehin immer nur die leisen Töne, die wirklich bewegen – großes Tamtam mag lärmenden Eindruck schinden, aber außer strapazierten Nerven bleibt nicht viel über. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es so etwas wie Overacting eigentlich überhaupt gibt.
Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.
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Kommentare
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Kamell Thu, 24 Jan 2013 18:39:45 -0000
Kommentar löschenDarüber zerbreche ich mir den Kopf, seitdem ich mehr asiatische/indische Filme schaue. Teilweise ist die Schauspielkunst und das Rezeptionsverhalten der Zuschauer kulturell bedingt so anders, dass hier in Bausch und Bogen verdammt wird, was eigentlich einfach nicht verstanden wird.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir im Westen auf einen Maßstab zusteuern, der Emotionen wegzensiert. Jede Form des Actings, die starke Emotionen zeigt oder hervorruft, wird - reflexartig - als "too much" zurückgewiesen, zumindest jenseits der Komödie.
Danke für diesen super Artikel!
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Der-Dude Thu, 24 Jan 2013 13:34:26 -0000
Kommentar löschenIch bin ebenfalls der Meinung das Overacting ein probartes Mittel im Schauspielgewerbe ist. Viele Charaktäre sind schlicht extrem und sollten auch so gespielt werden. Ob es im Einzelfall gefällt oder eher nervt, ob es als zu aufgesetzt und künstlich oder als angemessen und schlichtweg beängstigend gut ( Plainview) wirkt, liegt wohl einerseits am Darsteller und des Können und anderseits im Auge des Betrachters. Di Caprios Südstaatendandy-Sadist in Django Unchained ist ein gutes Beispiel dafür. wie wirksam und unterhaltsam Overacting sein kann. Schließlich galt es -bei allem Humor- Tarantino auch darum den Wahnsinn der Sklaverei auf seine Art (was ihm sehr gut gelingt) zu zeigen. Und Wahnsinn ist das Stichwort.
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Mr Beautyghost Thu, 24 Jan 2013 09:23:42 -0000
Kommentar löschenIch finde das eigentlich ganz leicht, OVER ist es, wenn es unnatürlich wirkt und der Schauspieler den Rahmen seiner Rolle verlässt. Das erzeugt natürlich Abwehr, er stört ja das Bild seiner eigenen Figur, das gibts auch im richtigen Leben (mein alter Chef, die Wurst!)
OVER acting ist aber nicht zu verwechseln mit Expressiv, Intensiv, Dynamisch.
Day-Lewis macht das noch im Rahmen seiner Rolle gut, grenzwertig zwar, aber noch gut.
Aber wenn das mal unsere Sorgen wären, mir graust es vor den ganzen Heerscharen von UNDER-acting-Gesichtern, die in Zukunft in unsere Kinos rollen.
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Kamell Thu, 24 Jan 2013 18:42:37 -0000
Antwort löschenUnd was ist natürlich? Also wer eicht den Zollstock, der misst, was normal ist?
Velly Thu, 24 Jan 2013 07:04:04 -0000
Kommentar löschenFür mich ist Overacting VÖLLIG okay, solange "Over" und "Acting" in der Waage bleiben, sage ich mal ganz platt.
Manche Rolle verlangen einfach Übertreibung und bei anderen kommt es nervtötend daher. Ein schmaler Grat, der sicher vom eigenen Geschmack festgelegt wird.
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nilswachter Wed, 23 Jan 2013 23:48:39 -0000
Kommentar löschenDanke, Vega, für diesen grossartigen Artikel!
Day-Lewis' Darstellung von Plainview ist mit Abstand das Eindrücklichste, was ich bisher im Kino gesehen habe. "Nicht von dieser Welt trifft es ziemlich genau". Gerade sein übertriebenes oder besser beängstigend intensives Schauspiel zum Schluss des Films, lässt die Figur in ihrer ganzen Boshaftigkeit und Faszination erfahrbar werden. Meines Erachtens, und das ist natürlich sehr subjektiv, ist "Overacting" durchaus etwas sehr sinnvolles, wenn es richtig eingesetzt wird. Im Theater ist diese Form des Schauspiels oftmals die Norm, wenn man bedenkt, dass auch die hintersten Sitzreihen die Mimik mitbekommen sollten. Natürlich eignet sich deshalb gerade das Medium Film, leise Töne sprechen zu lassen und Dank Grossaufnahmen, auch zurückhaltender Mimik und Gestik genügend Intensität zu verleihen - Gosling wäre ein schönes Beispiel. Doch gerade in solchen Aufnahmen kann ein Overacting besonders intensiv erscheinen und beinahe furchteinflössende Wirkungen erzielen. Dass dabei die Darbietung nicht zur Clownerie und Farce verkommt, bedarf es eines hervorragenden Schauspielers und auch eines Regisseurs, der jenen zu zügeln weiss, wenn es sein muss. Nur wenige beherrschen die Kunst des überdeutlichen, überhöhten Schauspiels, aber Daniel Day-Lewis führt diese Liste jedenfalls mit grossem Vorsprung an.
Ein Beispiel des Overacting, welches ist kürzlich in einem Trailer zu "Gangster Squad" sah und welches mich nicht überzeugte, war die Darbietung von Sean Penn. Natürlich ist das anhand einzelner Szenen kaum zu beurteilen, aber sein Mickey scheint unter unkontrollierbaren Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur zu leiden. Dadurch erscheint Penns Spiel angestrengt und verkommt zur Selbstparodie - was vermutlich genau das Ziel war. Wenn ich aber nur noch über eine Darbietung lachen kann und eine Figur nicht mehr ernst nehme, ist etwas schief gelaufen. Denn auch wenn es sich um eine Komödie handelt und Lachen die gewünschte Reaktion ist, sollte ich nicht über den Schauspieler, sondern über die Situation oder seine Figur lachen. Nicolas Cage ist ein perfektes Beispiel eines Schauspielers, der es so massiv übertreibt, dass man immer ab ihm lachen muss, auch wenn eigentlich anderes angesagt wäre. Auch Christian Bale ist nicht weit von diesem Typus Overacting entfernt, was er in "The Fighter" unter Beweis stellen konnte.
Generell bin ich aber auch, wie Vega, der Meinung, dass Overacting ein inflationär gebrauchter Begriff ist, der eher eine subjektive Meinung zu einem Schauspiel wiedergibt, als er für eine qualifizierte objektive Bewertung verwendbar ist.
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Velly Thu, 24 Jan 2013 07:09:33 -0000
Antwort löschenBale beim "Fighter" zuzusehen, war für mich (und ich liebe ihn!) schon fast schmerzhaft. Der ging mir sooooo auf die Nerven, aber vielleicht wollte er auch das erreichen. Seine Rolle war ja nun nicht gerade der sympathischste Mensch ;-)
Aber Cage finde ich als Beispiel schon passend. Zu oft sehe ich bei ihm (wie ich weiter unten schon erwähnte) die aufgerissenen Augen mit irrem Grinsen.
nilswachter Mon, 28 Jan 2013 00:48:49 -0000
Antwort löschendas Youtube Video "Cage losing his shit" trifft's so ziemlich genau :D
Ivan Vanko Wed, 23 Jan 2013 23:32:55 -0000
Kommentar löschen"...Rajko, wir wissen wo dein Auto steht..." lalala
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rockadude Wed, 23 Jan 2013 23:06:13 -0000
Kommentar löschenOveracting ist für mich immer eine Sache die im Auge des Betrachters liegt. Zum Beispiel finde ich jetzt das Heath Ledger eine Meisterleistung in THE DARK KNIGHT hingelegt hat, aber ich habe auch schon Stimmen von Leuten gehört die fanden das er übertrieb und eher wie ein Gollum mit Clownschminke wirkte. Es kommt immer bei jedem anders rüber und daher kann man die Leistung eines Schauspielers in welchen Film auch immer schwer einhellig als übertrieben geschauspielert einordnen, weil was der eine Kritiker übertrieben findet, findet der andere wieder spitze gespielt. Wie bei Filmen gibt es halt eben auch bei der Wahrnehmung von Schauspiel verschiedene Geschmäcker. Daher...Overacting ist für mich schwer zu kategorisieren.
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ukrainer Wed, 23 Jan 2013 20:20:50 -0000
Kommentar löschenDie Aussage dieses Artikels lässt sich zusammenfassen mit dem letzten Satz dieses Artikels. Was ich sagen will, im Grunde genommen hätte der letzte Satz dieses Artikels ausgereicht, wobei es dann auch kein Artikel mehr wäre. Überlese ich eine verdeckte Message!? :D
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gabriel.rost.77 Wed, 23 Jan 2013 20:11:22 -0000
Kommentar löschenDas nenne ich mal einen wirklich gut geschriebenen Artikel, Vega. Du wirst nicht so beleidigend wie sonst und gibst ein paar interessante Anstöße für eine Diskussion. So geht niveauvolles Anecken.
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DonChris Wed, 23 Jan 2013 19:22:50 -0000
Kommentar löschenEinen Overacting Artikel zu verfassen, ohne dabei wenigstens ein mal auf Nicolas Cage einzugehen. Was soll ich da noch sagen ;)
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Velly Thu, 24 Jan 2013 07:01:04 -0000
Antwort löschenJa, an den musste ich auch beim lesen denken. An ihn, aufgerissene Augen und irres Grinsen ;-)
DonChris Thu, 24 Jan 2013 10:43:20 -0000
Antwort löschenEben, er ist doch quasi die Gottgestalt, der König des Overacting :D
KingJabba Wed, 23 Jan 2013 16:26:16 -0000
Kommentar löschengut das es solche overacting schauspieler gibt , oder wollt ihr lieber solche luschen wie til schweiger und tobey maguire sehen die mit null emotion an die sache ran gehen
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Velly Thu, 24 Jan 2013 07:11:28 -0000
Antwort löschenOveracting heisst ja nicht gleich voller Emotion.
Und Til SChweiger und Tobey Maguire über einen Kamm zu scheren finde ich bissel übertrieben...
Sonse Wed, 23 Jan 2013 16:25:53 -0000
Kommentar löschenMonty Pythons "Hospital for Overacting" mit einem eigenen Bereich für alle dritten Richards:
http://www.youtube.com/watch?v=pbS2WJdav6c
:)
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Joeyjoejoe17 Wed, 23 Jan 2013 21:32:06 -0000
Antwort löschen♥♥♥
So genial die Typen. Wenn ich mal lachen will, suche ich mir einfach irgendein Video des fliegenden Zirkus bei youtube heraus und bin glücklich.
DonCorleone84 Wed, 23 Jan 2013 15:50:43 -0000
Kommentar löschenwie kannst du es wagen pacino als over-actor zu bezeichnen
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Morissa Wed, 23 Jan 2013 16:04:42 -0000
Antwort löschenIn einigen Rollen ist das ja wie oben erwähnt durchaus beabsichtigt... In "Scarface", "Im Auftrag des Teufels" und vor Allem "Oceans 13" macht er das ja durchaus bewusst...
Chucky89 Wed, 23 Jan 2013 18:20:17 -0000
Antwort löschenDas Pacino ein Over-Acting Schauspieler ist steht für mich außer Frage, aber viel wichtiger ist doch kann der Schauspieler das oder eben nicht. Al Pacino kann dies perfekt, ich persönlich finde das er in den meisten seiner Rollen einfach genial spielt und das Übertriebene passt in den meisten Fällen zu der Rolle, bei anderen Schauspieler wie bei Nic Cage z.B. ist dies zum Teil überhaupt nicht der Fall, der Mann springt in seinen Filmen wie Kasperl auf einer Überdosis Kokain durchs Bild.
DonChris Wed, 23 Jan 2013 19:25:13 -0000
Antwort löschenJetzt wollen wir aber bitte mal nicht "Acting" mit "Overacting" verwechseln. Al Pacino und Overacting, das passt für mich nicht zusammen.
Morissa Wed, 23 Jan 2013 14:59:24 -0000
Kommentar löschenBin da vollkommen bei dir... Wie immer sehr gut geschrieben.
Auch was den Satz mit Streep und Stewart betrifft. Stellenweise ist mir Streeps Selbstdarstellung auch too much. Stewart sollte man auch nicht nur auf die Twilight Filme reduzieren, in "Adventureland" oder "Das Gelbe Segel" hat sie sehr stark gespielt.
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Schloøpselcki Wed, 23 Jan 2013 14:52:04 -0000
Kommentar löschenEinmal "Der letzte Mohikaner" in den Raum geworfen, jegliches Vorurteil vom Tisch gewischt.
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the gaffer Wed, 23 Jan 2013 14:01:47 -0000
Kommentar löschenErst der Aufmacher mit der ominösen moviepilot-Kollegin und dann auch noch Meryl Streep-Stichelei. Also wirklich, Rajko...
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ZERNZERNZERN Wed, 23 Jan 2013 13:46:22 -0000
Kommentar löschenKurzer aber guter Artikel in dem ich fast alles unterschreiben kann ( Denn Satz mit Meryl Streep und Kristen Stewart übersehe ich mal großzügig). Anscheinend gehen Herrn Vincent Vega die provokanten Ideen aus.
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dmtjdc Wed, 23 Jan 2013 13:33:39 -0000
Kommentar löschenFrüher war alles besser? Kleine Auswahl jüngerer Schauspieler, die mitunter munter overacten und keine reinen Comedians sind:
Edward Norton, Barry Pepper, Michelle Rodriguez, Steve Zahn, Natalie Portman, Christina Ricci, Channing Tatum, Scherz, Emile Hirsch, James Franco, Joaquin Phoenix, Jason Patric, Bradley Cooper, Heath Ledger RIP, Ralph Fiennes, Juliette Lewis, Woody Harrelson
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Floradys Thu, 24 Jan 2013 07:21:02 -0000
Antwort löschenRalph Fiennes? Wann bitte? Meinst Du, als er Amon Goeth gespielt hat? Das war simples (sehr gutes!) schauspielern! Oder in "Brügge.... sehen und sterben"? Das war so gewollt... vom Regisseur.
Ein Beispiel bitte!
Ich denke wirklich, dass man overacting sehr subjektiv empfindet und man auch schnell übersieht, dass die Rolle oft eine etwas übertriebene Darstellung vom Schauspieler verlangt.
Nic Cage ist da mal außen vor. :-D
dmtjdc Sat, 26 Jan 2013 15:53:09 -0000
Antwort löschenIch hatte tatsächlich "Brügge sehen..." im Kopf, wo er in einem Wutanfall mal eben das Telefon tötet. Aber auch "Strange Days" wo er verzweifelt durch die Zukunft irrlichtert. Oder in "Coriolanus" wo er eine recht kriegerische Perfomance anbietet. Prinzipiell sind Zweifel an meiner Einteilung in diesem Fall aber angebracht. Dank seines generellen (vermutlich durch seine britische Herkunft genetisch determinierten) Understatements, ist er in jedem Fall am unteren Ende der Overacting-Liste zu finden.
Dachsman Wed, 23 Jan 2013 13:23:28 -0000
Kommentar löschenSchöner Text.
Ich mag das Spiel von Day-Lewis in "There will be Blood" (mittlerweile) auch sehr, sehr gerne.
Ryan Goslings Spiel vom anderen Ende des Spektrums in "Drive" (also das übertriebene Zurückhalten von Gestik und Mimik) fand's Du damals ja nicht so toll.
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FranklinFlyer Wed, 23 Jan 2013 13:14:30 -0000
Kommentar löschenNa wenn da mal nicht jemand die Kritik zu Herzen genommmen hat.
Schöner Text.
Und ja, Overacting wird ganz gerne mal mit Überhöhung verwechselt.
Was Philip Seymour Hoffman angeht, da ist sogar die Überhöhung auch in der Introvertiertheit da, und niemand würde dann sagen, das ist Overacted.
Wer Overacting mal glänzen sehen will, sollte mal die US amerikanischen und mexikanischen Telenovelas einschalten.
Vielleicht ist Überhöhung ohne Unterfütterung dann Overacting.
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Eraserhead 23 Wed, 23 Jan 2013 12:55:02 -0000
Kommentar löschenDer absolute König des Overacting:
http://www.youtube.com/watch?v=xP1-oquwoL8
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kampfgnomus Wed, 23 Jan 2013 15:40:32 -0000
Antwort löschenImmer noch das beste Video des Internets.
Smoover Wed, 23 Jan 2013 17:56:45 -0000
Antwort löschenIch könnte mir das Video jeden Tag ansehen :D
Eraserhead 23 Wed, 23 Jan 2013 18:57:57 -0000
Antwort löschenHabe es heute schon 4 mal gesehen.
"Hey, have you ever been dragged to the sidewalk and beaten until you PISSED BLOOD!!!!"
Kreaexo Wed, 23 Jan 2013 19:00:48 -0000
Antwort löschenIch wusste sofort, dass das nur ein Nic Cage-Video sein kann. Herrlich dieser Typ. :D
DerDude_ Wed, 23 Jan 2013 12:35:03 -0000
Kommentar löschenFantastischer Text !
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MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 12:05:19 -0000
Kommentar löschenSchade ist es aber, das es heutzutage sehr oft nur noch unnatürliches Overacting gibt. Wenn jemand wie Jim Carrey in seinem neuen Streifen völlig übertreibt, dann ist es Stilmittel. Leider werden auch in ernsten Filmen die Schauspieler immer überdrehter und unnatürlicher. Ich weiß nicht, wann mich in irgendeinem Film der letzten Monate ein Schauspiel so richtig vom Hocker gehauen hat. Vor allem jüngere Generationen an Schauspielern bekommen das heutzutage nicht mehr so richtig hin, die meisten Glanzleistungen werden immer noch von den Oldtimern vollbracht, siehe z.B. halt Sean Penn, Gary Oldmann oder halt Daniel Day-Lewis. Ist natürlich auch wieder nur subjektives Empfinden.
Das hier ist Schauspielkunst vom Feinsten. Solche Szenen schaffen andere in ihrem ganzen Leben nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=Y4zHkIOsu0g
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NotTooOldForThisShit Wed, 23 Jan 2013 13:06:39 -0000
Antwort löschenMir fällt auf Anhieb nur einer aus der jüngeren Generation ein und das ist Di Caprio. Seine Rollen sind vielseitig und wenn ich an Gilbert Grape, Jim Carrol oder seine Scorsese Rollen denke dann frage ich mich wo seine Auszeichnungen bleiben. Sollten nicht mehr lange auf sich warten lassen! JGL wird denk ich in ein paar Jahren auch noch ein ganz großer , der ist wirklich talentiert!
MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 13:30:16 -0000
Antwort löschenDiCaprio mag ich sehr gerne, aber der gehört ja schon fast wieder zum alten Eisen.
JGL mag ich persönlich nicht unbedingt. Er spielt zwar in guten Filmen mit, hat aber keine Präsenz, die ihn irgendwie einzigartig macht oder einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Naja, was nicht ist, kann ja noch werden.
Ich hab letzt Drive gesehen, und finde R.Gosling auch nicht schlecht. Sonst kenne ich nicht ganz viel von ihm.
NotTooOldForThisShit Wed, 23 Jan 2013 13:56:48 -0000
Antwort löschenHm also in 50/50 und Looper fand ich ihn relativ überzeugend, aber er ist noch relativ jung und viele können sich mit ihm noch nicht so anfreunden. Ich finde Ryan Gosling echt gut, aber es bleibt wirklich abzuwarten was er in Zukunft abliefert. Bin verdammt gespannt auf "Only God Forgives".
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 14:19:20 -0000
Antwort löschen@Mickey/Original Post:
Und ich dachte, es wäre das (tolle) "Method Acting" von Leuten wie Rourke und Sean Penn, was jetzt so viele Leute für Overacting halten und von dem sie genervt sind. :D:D
Hmmm... so kann man sich irren.
Bei den (noch ganz) jungen fallen mir gerade ganz prominent Jennifer Lawrence und Kristen Stewart ein.
Lawrence (nach meinem Empfinden) steht ja irgendwie noch in der Tradition von DeNiro/Nicholson/Penn und DanielDay Lewis etc., also "intensiven" Schauspielern und kann denen auch gut das Wasser reichen (mal sehen wie sie sich entwickelt).
Stewart (siehe auch Vegas Text) bildet ja mit ihrer spröden/ unspektakulären Art ja eher einen Gegenpol zu dieser Tradition, was mir auch sehr gefällt.
DiCaprio passt natürlich auch in die deNiro/Nocholson-Tradition, bei dem stört mich nur sein Kindergesicht, welches viele seine Rollen (für mich) kaputt macht.
MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 14:37:42 -0000
Antwort löschenMethod Acting hat doch nichts mit Overacting zu tun, sondern nur mit der Herangehensweise an die schauspielerische Darstellung in Form von Entspannung, Erinnerungen etc.
Mhh, Lawrence kenne ich nur durch Silver Linings, und da spielt sie ganz gut, mehr kann ich nicht dazu sagen.
Aber Stewart?? Das ist nicht dein Ernst, oder??? Diese Felsblöcke auf den Osterinseln haben mehr Ausdruck und Charisma :D
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 15:34:56 -0000
Antwort löschen@Method Acting
Ja schon... Aber viele der genannten Darsteller (Daniel Day Lewis, Penn, Rourke, Al Pacino) kommen halt aus dieser Lee Strasberg Schule und spielen ähnlich... Auch James Dean zum Beispiel.
Und das (Dean auf jeden Fall!) kann man bestimmt ab und zu mit Overacting verbinden. Zumindest machen das viele Leute.
@Stewart
Eben... Sie ist halt weder besonders charmant noch Ausdrucksstark.
Deshalb ist Stewart ja irgendwie auch ganz erfrischend anders. Ich fand sie übrigens prima in Runaways und Adventureland.... Es ist ja nicht so, dass ich mir jetzt jedes Wochenende Twilight reinziehe oder so :D
Als Rotkäppchen kann ich mir sie allerdings nicht so gut vorstellen. Aber vielleicht bin ich ja dazu einfach noch nicht bereit).
@Felsblöcke der Osterinseln:
Die haben doch in "Nachts im Museum" ganz gut gespielt ;)
MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 16:46:30 -0000
Antwort löschenFuck, mein Kommentar wurde nicht gespeichert. Ok, Kurzform: Finde, keiner der genannten ist jetzt bekannter Overactor, außer Dean, da hast du Recht. Ich finde, die genannten beherrschen viele Stile, das macht sie so gut. Leute wie Stewart können leider nischts, das is ja das doofe :) Aber naja, dafür sieht stewart ja ganz gut aus.
@ Felsblöcke: Touche, mein Freund, Touche :D
HulktopF Wed, 23 Jan 2013 19:12:56 -0000
Antwort löschenich werf mal den namen joseph gordon levitt in den raum :3
Narrisch Wed, 23 Jan 2013 11:47:55 -0000
Kommentar löschenDaniel Day-Lewis ist ein großartiger Schauspieler aber nur solange die Regie die Bestie zähmen kann. Das ist in "There will be blood",nach meiner Meinung ,gründlich misslungen. Der Mainstream mag das anders sehen.
Was Daniel Day-Lewis dort abliefert ist nicht etwa "Over acting" sondern eine Zirkusnummer. Ein grotesker Clownsauftritt der in einer völlig sinnfreien Gewaltorgie endet. War halt so schön verstörend und für ein bestimmtes Publikum sicher sehr beindruckend.
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pxl Wed, 23 Jan 2013 12:43:10 -0000
Antwort löschen"Der Mainstream mag das anders sehen."
Die Reinkarnation der Avantgarde hat gesprochen.
Du bist so Untergrund alter!
Narrisch Wed, 23 Jan 2013 12:45:43 -0000
Antwort löschenOh das ist wirklich schön! "Reinkarnation der Avantgarde"! Danke! Du darfst das auch gerne Frankfurter Schule nennen!
pxl Wed, 23 Jan 2013 12:52:27 -0000
Antwort löschenWer bist du? Und warum dieses leicht homoerotisch wirkende Konterfei als Profilbild? Warum zwinkerst du?
Narrisch Wed, 23 Jan 2013 13:00:26 -0000
Antwort löschenDu stehst auf mich! Das wird ja immer besser!
pxl Wed, 23 Jan 2013 13:02:32 -0000
Antwort löschenHuh? Mit dieser Antwort habe ich nicht gerechnet.
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 13:14:44 -0000
Antwort löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=PLTzuncC8b4
:)
Le Samourai Wed, 23 Jan 2013 13:15:38 -0000
Antwort löschenAlso wenn man DDL's monumentale Gewaltleistung in TWWB nicht erkennt, ist das irgendwie...bedenklich. ;)
Sonse Wed, 23 Jan 2013 13:16:11 -0000
Antwort löschenContenance, ladies.
P.S. Ich fand Day-Lewis in TWBB ganz großartig und habe jede "overactete" Sekunde eines Over-the-Top-Charakters wie Plainview genossen. :P
Narrisch Wed, 23 Jan 2013 15:07:22 -0000
Antwort löschen@ Andy Dufresne - schnurr!
@ Le Samourai - Es ist eine Gewaltleistung, exakt das trifft es!
Azazil Wed, 23 Jan 2013 11:38:26 -0000
Kommentar löschenOveracting bemerke ich meist daran, dass bei mir dieses widerliche Gefühl von Fremdschämen einsetzt :)
Schauspielerei ist in gewisser Weise nicht nur Kunst, sondern auch Mittel zum Zweck. Von daher behaupte ich einfach mal, dass Overacting existiert und manchmal einfach über das Ziel hinaus geschossen wird.
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jacker Wed, 23 Jan 2013 11:05:30 -0000
Kommentar löschenOb Overacting als passend oder völlig daneben aufgefasst wird hängt wohl stark vom Film und der angestrebten Wirkung des Films ab.
Z.B. die explosionsartigen Ausbrüche von Pacino in Lumet's "Dog Day Afternoon" ergänzen sich perfekt mit der gesamten Stimmung.
Auch asiatisches Kino wäre ohne maßlos überzogenes Overacting nicht denkbar!
In völlig realistisch angelegten Filmen wundert man sich vielleicht eher über große Gesten und Grimassen am laufenden Band
Aber man muss sich generell fragen was eigentlich 'zu viel' ist?
Sehr subjektiv.
Und das Argument 'es wäre ja alles nicht mehr glaubhaft und unrealistisch' ist auch eine Frage der Sichtweise. Auch in der Realität trifft mans immer wieder Kandidaten die maßlos über das Ziel hinaus schießen. Selten, aber es gibt sie. Also warum soll es sie in Filmen (Fiktion!) nicht geben?
Für mich hat der Begriff absolut nichts negatives!
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MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 11:53:16 -0000
Antwort löschennjoar, wenn darsteller im film so unglaubwürdig und übertrieben reagieren, das es schon fast skurril wirkt, dann nervt es aber doch ziemlich, oder nicht?? nervt ja schon im realen leben, das viele leuten sich ziemlich gestellt benehmen :)
jacker Wed, 23 Jan 2013 11:55:53 -0000
Antwort löschenKann nerven, muss aber nicht!
Manchmal ist es auch dem Film völlig angemessen.
Und Overacting kann sich ja auch verschieden äußern, es kann einfach auch einen sehr außergewöhnlichen Charakter formen.
Das muss ja nicht zwangsweise gestellt sein.
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 11:59:40 -0000
Antwort löschen@Mickey:
Ich habe es schon weiter unten geschrieben: Expressionismus (also übertrieben und Unecht) kann doch genau so künstlerisch, interessant und unterhaltsam sein wie Realismus und Natürlichkeit.
Und wenn ein Film "nervt", kann das ja auch gut sein. Es sei denn, man will sich vom Film nur berieseln lassen.
jacker Wed, 23 Jan 2013 12:06:24 -0000
Antwort löschenEben. Es wäre langweilig wenn Realismus der einzige und allgemeingültige Anspruch an Film und Schaupiel wäre.
Was hätte denn "Charly und die Schokoladenfabrik" für einen Charme wenn Willy Wonka sich zurückgenommen wie ein Notar benehmen würde :D
MickeyPosthuman Wed, 23 Jan 2013 12:12:25 -0000
Antwort löschenwenn es dem film und der kunst an sich dient, wenn es zum film passt, dann ist es natürlich gut, da sag ich ja auch gar nichts gegen. aber leider ist es auch in bodenständigen, gewollt realistischen filmen sehr oft so, das manche darsteller einfach völlig übertreiben und man absolut keinen bezug zur realität herstellen kann. ich kann dann einfach nicht akzeptieren, das es teil des films sein soll, und frag mich dann manchmal, warum sie damit millionen verdienen. naja, ist halt ansichtssache.
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 09:52:45 -0000
Kommentar löschenMir fällt zu dem Thema noch der Filmemacher Robert Bresson ein, der bei den Figuren in seinen Filmen bewusst auf Schauspiel verzichtete und stattdessen sogenannte "Modelle" (ungelernte Darsteller) einsetzte.
Zitat von Bresson:
"SEIN (Modelle) anstatt SCHEINEN (Schauspieler)"
Hier noch ein schöner Artikel dazu:
http://www.uibk.ac.at/rgkw/film/bresson/bresson_nachruf_graf.html
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MrKatsumi Wed, 23 Jan 2013 11:11:54 -0000
Antwort löschenEin toller Artikel! Und diesen Regisseur kannte ich noch gar nicht. Für sowas liebe ich MP!
Jenny von T Wed, 23 Jan 2013 11:20:40 -0000
Antwort löschenEin sehr passender Einwurf in diesem Kontext, Bob! Bresson war einfach großartig.
FranklinFlyer Wed, 23 Jan 2013 13:17:00 -0000
Antwort löschenJaja, Bresson... für deutsche Ohren klingt das natürlich nicht schlecht.
Frag mal einen Franzosen was der zu Bresson sagt: Tolle Filme, furchtbare Schauspieler.
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 14:08:39 -0000
Antwort löschen@Franklin
Naja... weder sind alle Deutschen die grössten Bresson Fans, noch finden alle Franzosen Bresson schlecht. :D
(Ich habe allerdings keine Ahnung, wie es wirklich ist)
Trotzdem ist es natürlich ein interessanter Punkt, wie unterschiedlich Schauspieler/Filme wahrgenommen werden, wenn sie aus dem eigenen Land kommen (bzw. mit der eigenen Landessprache) oder eben nicht.
Fassbinder wurde ja auch im Ausland anders wahrgenommen, als hier. Oder die Begeisterung (oder Ablehnung) für asiatische Schauspieler... es fällt mir da oft sehr schwer zu sagen, ob die jetzt gut oder schlecht spielen.
brainchild Wed, 23 Jan 2013 21:12:57 -0000
Antwort löschenIch kenn den Franzosen nicht, halte seine Idee aber für bescheuert. Laien-Akteure sollen wahrscheinlich besonders authentisch wirken. Einerseits beraubt das den Regisseur aber der Möglichkeit, bewusst künstlerisch an einen Film heranzugehen, also das Schauspiel als weiteres Stilmittel zu nutzen. Andererseits werden sich wohl nur die wenigsten völlig ungeübten Schauspieler vor der Kamera komplett natürlich verhalten. Filme sind nunmal nicht natürlich.
NotTooOldForThisShit Wed, 23 Jan 2013 09:52:28 -0000
Kommentar löschenLee Strasberg zu erwähnen hätte dem Text ganz bestimmt nicht geschadet...!
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FranklinFlyer Wed, 23 Jan 2013 13:17:35 -0000
Antwort löschenWieso? Was hat Strasberg zwingend mit Overacting zu tuen?
NotTooOldForThisShit Wed, 23 Jan 2013 13:48:20 -0000
Antwort löschenMeinte das nur auf das Method Acting bezogen. Das Method Acting kann eben auch als Overacting misverstanden werden. Speziell Daniel Day Lewis als einer der bekanntesten Schüler Strasberg's äußerte erst vor kurzem, dass sein Method Acting oft misverstanden bzw. als eigenartig angesehen wird. Das Lewis , Pacino, De Niro und anderen Schauspieler Pioniere einer Schule angehört haben halte ich speziell bei diesem Thema eben für relevant
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 22:27:33 -0000
Antwort löschenIst es auch, ganz klar (also relevant).
FranklinFlyer Thu, 24 Jan 2013 10:38:06 -0000
Antwort löschenWas Strasberg bei Godfather II macht, ist zum Beispiel das Gegenteil von Overacting, würde ich mal sagen.
Genau so wie der damalig orthodoxe Methodmann Paul Newman bei Hitchcocks "Torn Curtain" eher an Unterspannung leidet.
Mein Senf Wed, 23 Jan 2013 09:50:51 -0000
Kommentar löschenSelbstverständlich gibt es Overacting(genauso wie es auch Underacting gibt).
.
Zuallererst beschreibt der Begriff ersteinmal lediglich eine Abweichung von aktuell geltenden Normvorstellungen. Kunst mag schwer zu operationalisieren sein - deswegen gehen bswp. die Meinungen über die Qualität zu bestimmten Filmen ja teilweise auch so meilenweit auseinander. Aber trotz verschiedener Schulen und Ansätze gibt es innerhalb der Schauspielzunft und beim Publikum so etwas wie einen breiten Konsens eine Übereinkunft darüber, was Schauspielkunst ausmacht. Overacting, bzw. Underacting ist dabei nichts anderes als die Abweichung von diesem Konsens eine Abweichung von der etablierten Norm. Und aus diesem Grund muss es zwangsläufig Aufmerksamkeit erregen bzw. irritierend wirken.
.
Bleibt die Frage, was man von Overacting halten soll. Ist es wirklich nur dieses schauspielerisches Äquivalent zu hohlen filmischen Special-Effects-Spektakel, als das es verschrien ist? Anders formuliert: Ist Overacting nur billiges selbstverliebtes Theater, das durch Substanz durch großes Getöse vortäuscht? Oder ist es auf der anderen Seite jene Ultrakunst, die der eingefahrene Mainstream nur deswegen verteufelt, weil er nicht in seine halsstarrigen Kategorisierungsrastern pressen lässt?
.
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Maßgeblich ist, ob ein Künstler in der Lage ist, Overacting gezielt einzusetzen, d.h. dem Film unterzuordnen. Dient es dem Film (wie in praktisch allen Tarantino-Streifen) dann ist das durchaus stimmig und unterhaltsam. Verkommt Overacting aber zu einem selbstverliebten Automatismus, als attitüdehaftes Markenzeichen des Darstellers und dient in erster Linie der Inszenierung der eigenen Person (Klaus Kinski) und nicht des gesamten Kunstwerkes/Films, dann ist Overacting für mich nur billige egozentrische Theatralik.
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Filmsuechtiger Wed, 23 Jan 2013 09:54:24 -0000
Antwort löschenAlso wenn Kinski nicht den sonst bisweilen unheimlich lahmen Filmen von Herzog gedient hat dann weiß ich auch nicht.
mandelbrot Wed, 23 Jan 2013 08:56:49 -0000
Kommentar löschenHabe ich da jetzt was überlesen, oder liest sich das mehr wie "Ein Herz für Overacting" als ein "polemisiertes Anecken"? Angenehmer und spannender Text diesmal. Für mich das einzige Problem am sogenannten "Overacting" ist das Abkanzeln vom "Micro-Acting" eines Gary Oldman (Dame, König, Ass, Spion), der mich mit seinen Mini-Muskelzuckungen letztes Jahr mehr fasziniert hat, als jede hysterische Kreischkuh, der man dann "beeindruckendes Schauspiel" aufpunzte.
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Mein Senf Wed, 23 Jan 2013 09:48:23 -0000
Antwort löschenUnderacting ist Overacting gar nicht mal so unähnlich. Sind zwei Seiten der gleichen Medaille.
mandelbrot Wed, 23 Jan 2013 10:50:30 -0000
Antwort löschenStimmt wohl, wobei das "unterkühlte" oder "langweilige" Underacting für mich eigentlich die realistischere Betrachtungsweise einer Figur ist, als das streckenweise fast methodische Schreien und Weinen und Überspitzen, das für mich eher zu den Hollywood"mythen" gehört.
Für mich hat nebenbei beides seinen Reiz - zumal das "Overacting" meines Erachtens auch viel zur Bildung von aktzeptierten Stereotypen des Kinos / der Filmbühne beiträgt.
Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 11:06:05 -0000
Antwort löschen@mandelbrot.
Die Frage ist ja, ob "die realistischere Betrachtungsweise einer Figur" immer gewollt, bzw ein Zeichen von Qualität ist ist.
Ein expressionistisches(in einigen Aspekten übertriebenes) Bild kann ja auch künstlerisch wertvoller/interessanter sein, als ein naturalistisches Foto.
Genau so hat expressives/künstliches Schauspiel eine Daseinsberechtigung, neben natürlich wirkenden Filmfiguren.
mandelbrot Wed, 23 Jan 2013 11:29:59 -0000
Antwort löschen@ Bob Loblaw: Gehe ich absolut mit. Wenn Malcolm McDowell als Alex völlig drüber ist, dann will ich das auch gar nicht anders - bloß nicht! An vielen Filmen liebe ich das Artifizielle (in Dialog und Schauspiel) besonders. Und es hat als die "Anderwelt Kino" durchaus auch seine künstlerische wie unterhaltende Qualität.
Manchmal ergibt sich für mich allerdings der Eindruck, dass die Hollywood-Produktionen einen Kurs vorgeben, den wir als "Emotionalität" wahrnehmen sollen - und wenn dieses Trugbild dann mal nicht erfüllt wird, sind wir entweder positiv überrascht, oder tun das Gezeigte unvermittelt als "langweilig" ab. Nur weil der Mann auf der Leinwand mal nicht sein obligatorisches NOOOO! mit Kniefall in den Zuschauerraum blökt, wenn die Filmpartnerin draufging, sondern still vor sich hintränt.
Und bei den paar (wenigen!) Oscar-Verleihungen, die ich aus dem Augenwinkel beobachtet habe, wird das "ein bisschen mehr als drüber sein", meines Erachtens deutlich häufiger honoriert, als das stille, zurückhaltende Spiel, vielleicht weil es lauter, eindrücklicher ist, wenn ein Schauspieler gekonnt auf der Leinwand ausrastet.
Tina Scheidt Wed, 23 Jan 2013 08:53:48 -0000
Kommentar löschenIch denke, overacting ist subjektive Empfindung. So nennen die einen die schauspielerische Leistung einer Kristen Stewart einen "atmenden Holzklotz", andere sprechen ihr jegliches Talent ab und wieder andere hassen ihr Spiel geradezu. Und jede Gruppierung will Recht behalten.
Dagegen spricht, dass es schauspielerische Leistungen gibt, die eine überwältigende breite Masse im Publikum, wenn nicht sogar das Publikum in seiner Gesamtheit entweder begeistern oder abstoßen. Sie scheinen beim Zuschauer etwas zu berühren, auszulösen. Eine Ausnahmeleistung. Manche großen Schauspieler schaffen es beinahe regelmäßig, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Overacting wird doch meist eher negativ belastet, doch wo ist die Grenze anzusetzen, das frage ich mich auch, spielt doch zu einem Großteil das eigene Empfinden dabei eine große Rolle. So ist für mich (meistens) Ben Stiller einfach unerträglich in seinem Spiel und zumeist am overacten. Andere wiederum lieben seinen Humor und schütteln über meine Meinung nur mit dem Kopf.
Oder (wie wohl auch bei Mr. Vincent Vega, wage ich mal zu behaupten) es gibt dann beinahe schon den Reiz, gegen den Strom zu schwimmen. Wenn die breite Masse etwas begeistert aufnimmt, zu verdammen, die eigene Meinung ganz anders zu bewerten, als würde man etwas erkennen, was die breite Masse nicht erkennt.
Oft erkenne ich so eine Reaktion an mir selbst. Dass ich gegen den Strom schwimme, mir der süße Apfelkuchen so gar nicht schmecken will, die scary movies für mich overacting an allen Ecken und Kanten präsentieren, Adam Sandler für mich in einen Sandkasten gehört, Kevin James (ich hoffe mal, der King of Queens heißt so!) dort antrifft und recht schnell eine Balgerei mit ihm anfängt.
Ein gut geschriebener Artikel, auch für mich eigentlich der erste von Mr. Vincent Vega, der bei mir Nachenken anregt und den ich ohne die von ihm gezielt geschürte Wut lesen kann (sorry, aber meist empfinde ich seine Artikel nur als gut gezielte Beleidungen, die Reaktionen und Antworten der Mitglieder provozieren).
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Azazil Wed, 23 Jan 2013 11:49:03 -0000
Antwort löschenIch finde es witzig, dass es in deinem Beispiel mit Kristen Stewart keine positive Meinungen existieren, sondern nur verschiedene Abstufungen von schlecht :)
Mein Senf Wed, 23 Jan 2013 08:51:36 -0000
Kommentar löschenIch finde es interessant, dass er der naheliegende "Nicolas Cage" in diesem Zusammenhang offenkundig bewusst ignoriert wird. Hat das einen bestimmten Grund?
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Mr Vincent Vega Wed, 23 Jan 2013 09:49:50 -0000
Antwort löschenJa, hat es tatsächlich. Er verdient einen eigenen Text.
Mein Senf Wed, 23 Jan 2013 09:54:01 -0000
Antwort löschenOh, da freue ich mich. Deine Lobeshymnen gefallen mir nämlich immer sehr gut :-)
morlock Wed, 23 Jan 2013 13:14:30 -0000
Antwort löschenAn den musste ich auch denken, weil ich kürzlich Face/Off gesehen habe.
Sein teilweise wildes Grimassieren hat mir an dem Kackstreifen noch am besten gefallen.
Eigentlich ein guter Schauspieler der in zahlreichen mittelprächtigen bis grottigen Filmen verheizt wurde.
Bassewitz Wed, 23 Jan 2013 16:17:18 -0000
Antwort löschenSchon beim ersten Satz hatte ich nur noch Nicolas Cage im Kopf! Aber der ist ja schon Kult, allein als Internetphänomen. :D
CJ1203 Wed, 23 Jan 2013 08:49:00 -0000
Kommentar löschen" (...) Nur durch Vergleichung wird der Wert objektiv und allgemeingültig festgestellt." - Wilhelm Dilthey.
Bedeutet für Dilthey, der als Begründer der Hermeneutik gilt, aber genauso den Kontext zu berücksichtigen, die Art eines Kunstwerks, etc. Soll für Overacting bedeuten - sehr schwer zu objektivieren, weil schier unendlich viele Faktoren mithineinspielen, ganz richtig, was Vega da sagt. Und vortrefflich formuliert!
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Filmsuechtiger Wed, 23 Jan 2013 08:08:56 -0000
Kommentar löschenDer beste Beweis, dass "Overacting" ein wertloses Geschmackslabel ist: Zulawskis Possession.
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Le Samourai Wed, 23 Jan 2013 08:28:27 -0000
Antwort löschenKorrekt. Für die einen übertrieben, nervtötend, überfordernd - für die anderen (u.a. mich!) so ziemlich die besten und intensivsten Schauspielleistungen, die man überhaupt auf Leinwand bewundern kann.
morlock Wed, 23 Jan 2013 13:16:57 -0000
Antwort löschenEs sollte aber schon zum Film/zur Rolle passen.
Punsha Wed, 23 Jan 2013 14:43:00 -0000
Antwort löschenNunja. Hätte man wenigstens überzeugend "overacted", dann hätte mich das in "Possession" weit weniger gestört. Adjani hat das größtenteils hingekriegt. Sam Neill ganz und gar nicht.
nikl 1987 Wed, 23 Jan 2013 08:07:40 -0000
Kommentar löschenAus dieser Sichtweise habe ich es noch gar nicht betrachtet, kann ich aber mitgehen. Nur bei Kristen Stewart muss ich für mich widersprechen: dieses Mädel werde ich wohl auf ewig mit einem atmenden Holzklotz in Verbindung bringen.
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Bob Loblaw Wed, 23 Jan 2013 08:16:44 -0000
Antwort löschenIch finde die Schauspielkunst von K. Stewat ja gerade deshalb faszinierend, weil sie sich als "atmender Holzklotz" eben ziemlich weit vom möglichen "Overacting" entfernt.
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 08:02:10 -0000
Kommentar löschenDer beste Text seit es die Rubrik gibt !
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Dom699 Wed, 23 Jan 2013 08:18:45 -0000
Antwort löschentja, man merkt das es ihm bei dem thema um mehr geht als ums reine motzen. schade das das eine ausnahme ist...
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 08:27:07 -0000
Antwort löschenAbsolut! Bei obigem Text sieht man das Vega was kann.
Das ist fast immer so, wenn ihm etwas wichtig ist, habe ich den Eindruck.
Was leider wiederum bedeutet das die meisten Texte ihm nicht wichtig sondern reine Auftragsarbeit sind.
Vielleicht liege ich mit diesen Gedanken falsch, mir kommt es aber so vor.
Ines Walk Wed, 23 Jan 2013 08:40:45 -0000
Antwort löschenVincent Vega entscheidet selbst, über was er schreiben möchte. Wir sprechen nur grob das Thema ab, sammeln Ideen, machen Vorschläge; insofern ist "Auftragsarbeit" ein sehr unpassendes Wort für unsere Zusammenarbeit.
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 08:54:33 -0000
Antwort löschenVega schreibt wöchentlich für euch und wird dafür entlohnt, was soll das anderes sein als eine Auftragsarbeit ?!
Ich schrieb nicht "Vega ist nur gut wenn die MP Redaktion ihn nicht zwingt zu etwas" (dachte mir schon das Vega frei schreiben darf/kann, davon ging ich aus), ich meinte das Vega dann gut ist, wenn ihm etwas am Herzen liegt.
Das hat mit euch nichts zu tun.
Tina Scheidt Wed, 23 Jan 2013 08:56:17 -0000
Antwort löschenSo hatte ich dich auch verstanden, Andy.
Ines Walk Wed, 23 Jan 2013 09:01:53 -0000
Antwort löschenJeder steht in Lohn und Brot, jeder leistet also täglich deiner Meinung nach Auftragsarbeit, hart gesagt: Das Lebens selbst wäre schon eine. Dein Begriff von Auftragsarbeit suggeriert im ersten Kommentar, dass der Inhalt der Texte den Auftrag bedient, also eine Meinung als Auftrag abgeleistet werden muss. Dem ist nicht definitiv nicht so.
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 09:32:35 -0000
Antwort löschenNicht Jeder, aber Guggi oder Vega schon, die sind doch nicht fest, also zu 100% angestellt sondern schreiben ihre Kolumne. Eine Arbeit, von euch in Auftrag gegeben.Verstehe nicht was an "Auftragsarbeit" negativ sein soll, gemeint sein soll?!
Ich wollte doch mit diesem Wort nichts schmälern oder schlecht reden.Heute finde ich die Aneckecke überragend, letzte Woche fand ich sie unterirdisch, beides waren (in meinen Augen ) Auftragsarbeiten, das eine war Vega wichtig, das andere nicht, da ist doch keine Wertung mit drin (also wegen dem Wort Auftragsarbeit) ?!
Bei aller geäußerter Kritik, ich gehe fest davon aus das ihr bei MP ein kreativer Haufen seid und nicht das die Schreiberlinge zu Texten gepeitscht und hinzensiert werden :)
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 09:35:27 -0000
Antwort löschenLeben ist für mich im übrigen keine Auftragsarbeit.
Eher eine Mischung aus Kampf, Liebe, Schmerz, Freude, Scheitern, Glück und allem anderen was es so gibt.
Oder um es mit "Absolute Giganten" zu sagen:
"Alles, nur nicht klein und scheiße..." ;)
Le Samourai Wed, 23 Jan 2013 09:39:48 -0000
Antwort löschenIst das so schwer zu verstehen? :D Eine Auftragsarbeit suggeriert einen vorgegebenen, klar geforderten und definierten Inhalt. Wenn ich einen Maler beauftrage, mir ein Bild von einer Brücke zu malen, darf er nicht einfach ein Flugzeug malen. Vega darf allerdings schreiben über was er will, in einem grob vorher abgesteckten Rahmen (so denke ich mir das zumindest).
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 09:49:18 -0000
Antwort löschenIch verstehe es weterhin nicht so, mir ist aber schon klar was ihr meint. Dennoch: Ich habe eine Arbeit (die ich liebe(meistens)!) und dort führe ich Aufträge aus, so wie jeder andere auch.
Es heißt halt Arbeit und nicht Musestunde.
Und wenn mich jemand für etwas bezahlt, auch wenn ich komplett freie Wahl habe wie ich dies umsetze (wie Vega), ist das ein Auftrag und heißt nicht Liebesgeschenk.
Wenn ihr wollt nehme ich Abstand vom Wort "Auftragsarbeit" (das nicht wertend gemeint war, für euch ist es das vielleicht, von mir war es aber nicht wertend gemeint und darum geht es oben und in meinen Antworten, nämlich um meine private Meinung, nicht um eine allgemeine ) und ersetze es durch "Musestundenliebesgeschenk", auch wenn ich mir dann strange vorkomme...:)
Jenny von T Wed, 23 Jan 2013 12:00:46 -0000
Antwort löschenAlso ich finde, dass Vega gerade auch seine Verrisse mit sehr viel Herzblut schreibt. Dass er damit aneckt und sich Feinde macht, beweist es doch gerade.
Andy Dufresne Wed, 23 Jan 2013 12:19:32 -0000
Antwort löschenDas stimmt, ja. Nur nicht immer.Ob Veriss oder "Eintreten für etwas (wie Heute)", ich finde es gut wenn es untermauert ist, wenn es stichhaltig ist. Mir gefielen auch Sachen von ihm, die überhaupt nicht meinem Standpunkt entsprachen/entsprechen, oft habe ich einfach den Eindruck: Aahh, hier ist er selbst involviert, hier schreibt er etwas das ihm wichtig ist, hinter (oder gegen) dem er steht.
Ich schrieb neulich schon, das es vielleicht besser sei, Vega würde dann etwas schreiben wenn die Zeit reif ist, also weg vom "Zwang" der wöchentlichen Rubrik, hin zu freier Gestaltung. Das könnten mal 2 oder 3 Texte die Woche sein (wenn etwas relevantes anliegt) oder mal ein paar Wochen gar kein Text (wenn eben nichts "vegaistisches" anliegt( dann könnten 7 Fragen oder "Kommentar der Woche" in die Bresche springen, diese beiden Rubriken sind für die innere "Psychohygiene" der Community wichtig, man kann sie immer bringen, die zum Teil großartigen Mitglieder und Kommentare der Community geben dies locker her). Das sind halt meine Gedanken dazu.
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