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Overacting – Zuviel Schauspiel für den Oscar?

Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 23.01.2013, 08:50

Wenn Schauspiel als übertrieben empfunden wird, ist das Overacting-Urteil schnell gefällt. Doch handelt es sich dabei nicht lediglich um einen Abwehrmechanismus des Zuschauers, um einen reinen Reflex? Einige lose Gedanken zum Overacting.

Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood © Buena Vista International

Ob ich Daniel Day-Lewis denn für einen Over-Actor halten würde, fragte mich letzte Woche eine geschätzte moviepilot-Kollegin. Ich entgegnete ihr, dass das von den entsprechenden Filmemachern abhinge und fügte hinzu, dass zumindest seine Performance in There Will Be Blood nicht mehr mit Kategorien wie Overacting zu fassen, sondern es schlicht eine Leistung jenseits herkömmlicher Maßstäbe sei. „Ja, jenseits von gut und böse“, hieß es daraufhin, was ich nur entsprechend schockiert zur Kenntnis nehmen konnte. Darüber, dass eine solche schauspielerische, nahezu beängstigende Jahrhundertarbeit schnell mit Overacting, mit unfreiwilligem Humor und offenbar als unangemessen empfundener Intensität in Verbindung gebracht wird, machte ich mir anschließend so meine Gedanken. Immerhin startet mit Lincoln von Steven Spielberg morgen ein neuer Film in den deutschen Kinos, der von Daniel Day-Lewis’ Leinwand füllender Schauspielgewalt lebt – und die ihm Ende Februar mit hoher Wahrscheinlichkeit den dritten Oscar einbringen wird.

Overacting als Abwehrmechanismus des Zuschauers
Wenn das Werturteil Overacting als eine Art Abwehrmechanismus des Zuschauers begriffen werden will, dann erscheint es mir nachvollziehbar, eine mit Konventionen brechende Darstellung wie die des Öl-Magnaten Daniel Plainview entsprechend abzukanzeln. Dass Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood einer mehrfach überhöhten, geradezu monströsen und so auch nur im Kino denkbaren Figur Gestalt verleiht, sie mit einer (im Original) unwirklich anmutenden Sprache und unberechenbaren Bewegungen verkörpert, kann so gesehen wohl leicht als übertriebenes Schauspiel wahrgenommen werden. Gekoppelt ist eine solche Abgrenzung dabei wohl jedoch immer an das subjektive Empfinden: Overacting als Geschmacksurteil beschreibt letztlich lediglich einen ästhetischen Bruch mit der eigenen Vorstellung und der Frage, welche Form des Schauspiels (im jeweiligen Fall) als angemessen erachtet und welche eben als überambitioniert, darüber hinausgehend oder befremdlich empfunden wird.

Mehr: Die Oscar-Nominierungen 2013 sind da

Da es aber, und darüber legen bestimmte Diskussionen auf moviepilot stets Zeugnis ab, eine Art Vereinbarung darüber zu geben scheint, wie gutes und wie schlechtes Schauspiel auszusehen habe, kann Overacting auch als trügerische Normabweichung beschrieben werden. Wenn Overacting maßloses, sich von etablierten Erfahrungen der Filmrezeption absetzendes Schauspiel bedeutet, dann ist es letztlich nichts anderes als der Versuch, eine neue sinnliche Erfahrungen schaffende Darstellung als unangemessen zu werten – als eine Art Reflex wohlmöglich, Diskrepanzen gegenüber gewohntem Schauspiel zu markieren. Overacting kann also eine Herausforderung sein für auf konditionierten Vorstellungen von normal, gut oder überzeugend basierende Zuschauererwartungen.

Der Method- und Overacting-Kanon
Diese theoretischen Gedanken indes werden Lügen gestraft, wenn ich mir überlege, welche Schauspielerinnen und Schauspieler fest im allgemeinen Kanon verankert sind. So wird der einstige Berufshysteriker Klaus Kinski für seine eskalierenden Darbietungen in den frühen und mittleren Filmen von Werner Herzog ebenso vergöttert wie das auf sich selbst verweisende Method-Acting eines Robert De Niro im Hauptwerk von Martin Scorsese. Werden die anfallsartigen und weit über Gebühr erträglichen Darstellungseruptionen eines Al Pacino in Scarface mindestens so gefeiert wie die auf ständige Selbstgeißelung abzielenden Leinwandausbrüche von Mel Gibson in Braveheart. Mit ausgesuchten Beispielen von Jack Nicholson, Sean Penn oder Christian Bale ließe sich das munter fortsetzen. Und vermutlich würde niemand, der ernst genommen werden will, den Schlüsselrollen eines Marlon Brando ein negativ verstandenes Overacting-Etikett anheften. Zumal das „übertriebene“ Spiel als Stilmittel, als Eigenschaft einer bestimmten (filmischen) Welt oder auch als Erkennungsmerkmal ganz bewusst eingesetzt zu werden scheint, etwas bei Quentin Tarantino, der einem Konzept gleich auch in Django Unchained seine Darsteller wieder zur kollektiven Zügellosigkeit animiert.

Mehr: Der beste Film des Daniel Day-Lewis

Natürlich ließe sich dabei diskutieren, wo Overacting überhaupt beginnt, ob es nicht von der jeweiligen Rolle und bestimmten Intentionen abhängt, wenn nicht genau das auch nur wieder zum subjektiven, rein geschmacklichen Empfinden führen würde. Oder eben zu den Gewohnheiten, vor allem den kulturellen – was manchenorts als Overacting wahrgenommen wird, ist anderswo nur allzu gewöhnlich und umgekehrt. Ganz zu schweigen von der Wandlung des Darstellungsverständnisses im Laufe der Filmgeschichte. Mir ist dann eben, ganz geschmäcklerisch, ganz hier und jetzt, das zurückhaltende Spiel einer Kristen Stewart jederzeit lieber als das mechanische Vorzeigewollen einer Meryl Streep. Der Overacting so gesehen durchdringende Hyperausdruck eines Daniel Day-Lewis angenehmer als das ausgestellte Schauspielmüssen eines Denzel Washington. Im Zweifelsfall sind es ja ohnehin immer nur die leisen Töne, die wirklich bewegen – großes Tamtam mag lärmenden Eindruck schinden, aber außer strapazierten Nerven bleibt nicht viel über. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es so etwas wie Overacting eigentlich überhaupt gibt.

Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.


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Kommentare

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aleandra22

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Ich kenne ganz viele mit dem "Overacting-Syndrom".
Ikea Knightley, Halle Berry, Nicole Kidman, Veronica Ferres, (Audrey Hepburn), (Marilyn Monroe), Jesssica Alba, Julia Roberts, Emma Watson
Von den Männern:
Orlando Bloom, Johnny Depp, Will Smith,

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Kamell

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Darüber zerbreche ich mir den Kopf, seitdem ich mehr asiatische/indische Filme schaue. Teilweise ist die Schauspielkunst und das Rezeptionsverhalten der Zuschauer kulturell bedingt so anders, dass hier in Bausch und Bogen verdammt wird, was eigentlich einfach nicht verstanden wird.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir im Westen auf einen Maßstab zusteuern, der Emotionen wegzensiert. Jede Form des Actings, die starke Emotionen zeigt oder hervorruft, wird - reflexartig - als "too much" zurückgewiesen, zumindest jenseits der Komödie.
Danke für diesen super Artikel!

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Mr Beautyghost

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Ich finde das eigentlich ganz leicht, OVER ist es, wenn es unnatürlich wirkt und der Schauspieler den Rahmen seiner Rolle verlässt. Das erzeugt natürlich Abwehr, er stört ja das Bild seiner eigenen Figur, das gibts auch im richtigen Leben (mein alter Chef, die Wurst!)
OVER acting ist aber nicht zu verwechseln mit Expressiv, Intensiv, Dynamisch.
Day-Lewis macht das noch im Rahmen seiner Rolle gut, grenzwertig zwar, aber noch gut.
Aber wenn das mal unsere Sorgen wären, mir graust es vor den ganzen Heerscharen von UNDER-acting-Gesichtern, die in Zukunft in unsere Kinos rollen.

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Kamell

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Und was ist natürlich? Also wer eicht den Zollstock, der misst, was normal ist?


Velly

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Für mich ist Overacting VÖLLIG okay, solange "Over" und "Acting" in der Waage bleiben, sage ich mal ganz platt.
Manche Rolle verlangen einfach Übertreibung und bei anderen kommt es nervtötend daher. Ein schmaler Grat, der sicher vom eigenen Geschmack festgelegt wird.

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nilswachter

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Danke, Vega, für diesen grossartigen Artikel!

Day-Lewis' Darstellung von Plainview ist mit Abstand das Eindrücklichste, was ich bisher im Kino gesehen habe. "Nicht von dieser Welt trifft es ziemlich genau". Gerade sein übertriebenes oder besser beängstigend intensives Schauspiel zum Schluss des Films, lässt die Figur in ihrer ganzen Boshaftigkeit und Faszination erfahrbar werden. Meines Erachtens, und das ist natürlich sehr subjektiv, ist "Overacting" durchaus etwas sehr sinnvolles, wenn es richtig eingesetzt wird. Im Theater ist diese Form des Schauspiels oftmals die Norm, wenn man bedenkt, dass auch die hintersten Sitzreihen die Mimik mitbekommen sollten. Natürlich eignet sich deshalb gerade das Medium Film, leise Töne sprechen zu lassen und Dank Grossaufnahmen, auch zurückhaltender Mimik und Gestik genügend Intensität zu verleihen - Gosling wäre ein schönes Beispiel. Doch gerade in solchen Aufnahmen kann ein Overacting besonders intensiv erscheinen und beinahe furchteinflössende Wirkungen erzielen. Dass dabei die Darbietung nicht zur Clownerie und Farce verkommt, bedarf es eines hervorragenden Schauspielers und auch eines Regisseurs, der jenen zu zügeln weiss, wenn es sein muss. Nur wenige beherrschen die Kunst des überdeutlichen, überhöhten Schauspiels, aber Daniel Day-Lewis führt diese Liste jedenfalls mit grossem Vorsprung an.
Ein Beispiel des Overacting, welches ist kürzlich in einem Trailer zu "Gangster Squad" sah und welches mich nicht überzeugte, war die Darbietung von Sean Penn. Natürlich ist das anhand einzelner Szenen kaum zu beurteilen, aber sein Mickey scheint unter unkontrollierbaren Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur zu leiden. Dadurch erscheint Penns Spiel angestrengt und verkommt zur Selbstparodie - was vermutlich genau das Ziel war. Wenn ich aber nur noch über eine Darbietung lachen kann und eine Figur nicht mehr ernst nehme, ist etwas schief gelaufen. Denn auch wenn es sich um eine Komödie handelt und Lachen die gewünschte Reaktion ist, sollte ich nicht über den Schauspieler, sondern über die Situation oder seine Figur lachen. Nicolas Cage ist ein perfektes Beispiel eines Schauspielers, der es so massiv übertreibt, dass man immer ab ihm lachen muss, auch wenn eigentlich anderes angesagt wäre. Auch Christian Bale ist nicht weit von diesem Typus Overacting entfernt, was er in "The Fighter" unter Beweis stellen konnte.
Generell bin ich aber auch, wie Vega, der Meinung, dass Overacting ein inflationär gebrauchter Begriff ist, der eher eine subjektive Meinung zu einem Schauspiel wiedergibt, als er für eine qualifizierte objektive Bewertung verwendbar ist.

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Velly

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Bale beim "Fighter" zuzusehen, war für mich (und ich liebe ihn!) schon fast schmerzhaft. Der ging mir sooooo auf die Nerven, aber vielleicht wollte er auch das erreichen. Seine Rolle war ja nun nicht gerade der sympathischste Mensch ;-)

Aber Cage finde ich als Beispiel schon passend. Zu oft sehe ich bei ihm (wie ich weiter unten schon erwähnte) die aufgerissenen Augen mit irrem Grinsen.


nilswachter

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das Youtube Video "Cage losing his shit" trifft's so ziemlich genau :D


Ivan Vanko

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"...Rajko, wir wissen wo dein Auto steht..." lalala

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Narrisch

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Der hat ein Auto? Wow!


rockadude

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Overacting ist für mich immer eine Sache die im Auge des Betrachters liegt. Zum Beispiel finde ich jetzt das Heath Ledger eine Meisterleistung in THE DARK KNIGHT hingelegt hat, aber ich habe auch schon Stimmen von Leuten gehört die fanden das er übertrieb und eher wie ein Gollum mit Clownschminke wirkte. Es kommt immer bei jedem anders rüber und daher kann man die Leistung eines Schauspielers in welchen Film auch immer schwer einhellig als übertrieben geschauspielert einordnen, weil was der eine Kritiker übertrieben findet, findet der andere wieder spitze gespielt. Wie bei Filmen gibt es halt eben auch bei der Wahrnehmung von Schauspiel verschiedene Geschmäcker. Daher...Overacting ist für mich schwer zu kategorisieren.

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ukrainer

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Die Aussage dieses Artikels lässt sich zusammenfassen mit dem letzten Satz dieses Artikels. Was ich sagen will, im Grunde genommen hätte der letzte Satz dieses Artikels ausgereicht, wobei es dann auch kein Artikel mehr wäre. Überlese ich eine verdeckte Message!? :D

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Gabe666

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Das nenne ich mal einen wirklich gut geschriebenen Artikel, Vega. Du wirst nicht so beleidigend wie sonst und gibst ein paar interessante Anstöße für eine Diskussion. So geht niveauvolles Anecken.

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DonChris

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Einen Overacting Artikel zu verfassen, ohne dabei wenigstens ein mal auf Nicolas Cage einzugehen. Was soll ich da noch sagen ;)

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Velly

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Ja, an den musste ich auch beim lesen denken. An ihn, aufgerissene Augen und irres Grinsen ;-)


DonChris

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Eben, er ist doch quasi die Gottgestalt, der König des Overacting :D


Sonse

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Monty Pythons "Hospital for Overacting" mit einem eigenen Bereich für alle dritten Richards:
http://www.youtube.com/watch?v=pbS2WJdav6c
:)

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nikl 1987

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lol


Joeyjoejoe17

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♥♥♥
So genial die Typen. Wenn ich mal lachen will, suche ich mir einfach irgendein Video des fliegenden Zirkus bei youtube heraus und bin glücklich.


Morissa

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Bin da vollkommen bei dir... Wie immer sehr gut geschrieben.
Auch was den Satz mit Streep und Stewart betrifft. Stellenweise ist mir Streeps Selbstdarstellung auch too much. Stewart sollte man auch nicht nur auf die Twilight Filme reduzieren, in "Adventureland" oder "Das Gelbe Segel" hat sie sehr stark gespielt.

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Schloøpselcki

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Einmal "Der letzte Mohikaner" in den Raum geworfen, jegliches Vorurteil vom Tisch gewischt.

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the gaffer

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Erst der Aufmacher mit der ominösen moviepilot-Kollegin und dann auch noch Meryl Streep-Stichelei. Also wirklich, Rajko...

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ZERNZERNZERN

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Kurzer aber guter Artikel in dem ich fast alles unterschreiben kann ( Denn Satz mit Meryl Streep und Kristen Stewart übersehe ich mal großzügig). Anscheinend gehen Herrn Vincent Vega die provokanten Ideen aus.

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dmtjdc

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Früher war alles besser? Kleine Auswahl jüngerer Schauspieler, die mitunter munter overacten und keine reinen Comedians sind:

Edward Norton, Barry Pepper, Michelle Rodriguez, Steve Zahn, Natalie Portman, Christina Ricci, Channing Tatum, Scherz, Emile Hirsch, James Franco, Joaquin Phoenix, Jason Patric, Bradley Cooper, Heath Ledger RIP, Ralph Fiennes, Juliette Lewis, Woody Harrelson

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Floradys

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Ralph Fiennes? Wann bitte? Meinst Du, als er Amon Goeth gespielt hat? Das war simples (sehr gutes!) schauspielern! Oder in "Brügge.... sehen und sterben"? Das war so gewollt... vom Regisseur.
Ein Beispiel bitte!
Ich denke wirklich, dass man overacting sehr subjektiv empfindet und man auch schnell übersieht, dass die Rolle oft eine etwas übertriebene Darstellung vom Schauspieler verlangt.
Nic Cage ist da mal außen vor. :-D


dmtjdc

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Ich hatte tatsächlich "Brügge sehen..." im Kopf, wo er in einem Wutanfall mal eben das Telefon tötet. Aber auch "Strange Days" wo er verzweifelt durch die Zukunft irrlichtert. Oder in "Coriolanus" wo er eine recht kriegerische Perfomance anbietet. Prinzipiell sind Zweifel an meiner Einteilung in diesem Fall aber angebracht. Dank seines generellen (vermutlich durch seine britische Herkunft genetisch determinierten) Understatements, ist er in jedem Fall am unteren Ende der Overacting-Liste zu finden.


Dachsman

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Schöner Text.
Ich mag das Spiel von Day-Lewis in "There will be Blood" (mittlerweile) auch sehr, sehr gerne.
Ryan Goslings Spiel vom anderen Ende des Spektrums in "Drive" (also das übertriebene Zurückhalten von Gestik und Mimik) fand's Du damals ja nicht so toll.

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FranklinFlyer

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Na wenn da mal nicht jemand die Kritik zu Herzen genommmen hat.
Schöner Text.
Und ja, Overacting wird ganz gerne mal mit Überhöhung verwechselt.
Was Philip Seymour Hoffman angeht, da ist sogar die Überhöhung auch in der Introvertiertheit da, und niemand würde dann sagen, das ist Overacted.
Wer Overacting mal glänzen sehen will, sollte mal die US amerikanischen und mexikanischen Telenovelas einschalten.

Vielleicht ist Überhöhung ohne Unterfütterung dann Overacting.

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Eraserhead 23

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Der absolute König des Overacting:
http://www.youtube.com/watch?v=xP1-oquwoL8

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Kreaexo

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Ich wusste sofort, dass das nur ein Nic Cage-Video sein kann. Herrlich dieser Typ. :D


Hartigan85

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:-DDDDDDD


DerDude_

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Fantastischer Text !

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MickeyPosthuman

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Schade ist es aber, das es heutzutage sehr oft nur noch unnatürliches Overacting gibt. Wenn jemand wie Jim Carrey in seinem neuen Streifen völlig übertreibt, dann ist es Stilmittel. Leider werden auch in ernsten Filmen die Schauspieler immer überdrehter und unnatürlicher. Ich weiß nicht, wann mich in irgendeinem Film der letzten Monate ein Schauspiel so richtig vom Hocker gehauen hat. Vor allem jüngere Generationen an Schauspielern bekommen das heutzutage nicht mehr so richtig hin, die meisten Glanzleistungen werden immer noch von den Oldtimern vollbracht, siehe z.B. halt Sean Penn, Gary Oldmann oder halt Daniel Day-Lewis. Ist natürlich auch wieder nur subjektives Empfinden.

Das hier ist Schauspielkunst vom Feinsten. Solche Szenen schaffen andere in ihrem ganzen Leben nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=Y4zHkIOsu0g

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HulktopF

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ich werf mal den namen joseph gordon levitt in den raum :3


MickeyPosthuman

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der kam doch schon :D


Narrisch

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Daniel Day-Lewis ist ein großartiger Schauspieler aber nur solange die Regie die Bestie zähmen kann. Das ist in "There will be blood",nach meiner Meinung ,gründlich misslungen. Der Mainstream mag das anders sehen.
Was Daniel Day-Lewis dort abliefert ist nicht etwa "Over acting" sondern eine Zirkusnummer. Ein grotesker Clownsauftritt der in einer völlig sinnfreien Gewaltorgie endet. War halt so schön verstörend und für ein bestimmtes Publikum sicher sehr beindruckend.

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Narrisch

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@ Andy Dufresne - schnurr!
@ Le Samourai - Es ist eine Gewaltleistung, exakt das trifft es!


Andy Dufresne

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Rrrrrrrrrrrrr


Azazil

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Overacting bemerke ich meist daran, dass bei mir dieses widerliche Gefühl von Fremdschämen einsetzt :)
Schauspielerei ist in gewisser Weise nicht nur Kunst, sondern auch Mittel zum Zweck. Von daher behaupte ich einfach mal, dass Overacting existiert und manchmal einfach über das Ziel hinaus geschossen wird.

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jacker

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Ob Overacting als passend oder völlig daneben aufgefasst wird hängt wohl stark vom Film und der angestrebten Wirkung des Films ab.
Z.B. die explosionsartigen Ausbrüche von Pacino in Lumet's "Dog Day Afternoon" ergänzen sich perfekt mit der gesamten Stimmung.
Auch asiatisches Kino wäre ohne maßlos überzogenes Overacting nicht denkbar!
In völlig realistisch angelegten Filmen wundert man sich vielleicht eher über große Gesten und Grimassen am laufenden Band

Aber man muss sich generell fragen was eigentlich 'zu viel' ist?
Sehr subjektiv.
Und das Argument 'es wäre ja alles nicht mehr glaubhaft und unrealistisch' ist auch eine Frage der Sichtweise. Auch in der Realität trifft mans immer wieder Kandidaten die maßlos über das Ziel hinaus schießen. Selten, aber es gibt sie. Also warum soll es sie in Filmen (Fiktion!) nicht geben?

Für mich hat der Begriff absolut nichts negatives!

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jacker

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Eben. Es wäre langweilig wenn Realismus der einzige und allgemeingültige Anspruch an Film und Schaupiel wäre.
Was hätte denn "Charly und die Schokoladenfabrik" für einen Charme wenn Willy Wonka sich zurückgenommen wie ein Notar benehmen würde :D


MickeyPosthuman

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wenn es dem film und der kunst an sich dient, wenn es zum film passt, dann ist es natürlich gut, da sag ich ja auch gar nichts gegen. aber leider ist es auch in bodenständigen, gewollt realistischen filmen sehr oft so, das manche darsteller einfach völlig übertreiben und man absolut keinen bezug zur realität herstellen kann. ich kann dann einfach nicht akzeptieren, das es teil des films sein soll, und frag mich dann manchmal, warum sie damit millionen verdienen. naja, ist halt ansichtssache.


Bob Loblaw

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Mir fällt zu dem Thema noch der Filmemacher Robert Bresson ein, der bei den Figuren in seinen Filmen bewusst auf Schauspiel verzichtete und stattdessen sogenannte "Modelle" (ungelernte Darsteller) einsetzte.
Zitat von Bresson:
"SEIN (Modelle) anstatt SCHEINEN (Schauspieler)"
Hier noch ein schöner Artikel dazu:
http://www.uibk.ac.at/rgkw/film/bresson/bresson_nachruf_graf.html

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FranklinFlyer

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Ja, das stimmt :)


brainchild

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Ich kenn den Franzosen nicht, halte seine Idee aber für bescheuert. Laien-Akteure sollen wahrscheinlich besonders authentisch wirken. Einerseits beraubt das den Regisseur aber der Möglichkeit, bewusst künstlerisch an einen Film heranzugehen, also das Schauspiel als weiteres Stilmittel zu nutzen. Andererseits werden sich wohl nur die wenigsten völlig ungeübten Schauspieler vor der Kamera komplett natürlich verhalten. Filme sind nunmal nicht natürlich.


NotTooOldForThisShit

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Lee Strasberg zu erwähnen hätte dem Text ganz bestimmt nicht geschadet...!

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Andy Dufresne

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Ist es auch, ganz klar (also relevant).


FranklinFlyer

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Was Strasberg bei Godfather II macht, ist zum Beispiel das Gegenteil von Overacting, würde ich mal sagen.
Genau so wie der damalig orthodoxe Methodmann Paul Newman bei Hitchcocks "Torn Curtain" eher an Unterspannung leidet.


Mein Senf

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Selbstverständlich gibt es Overacting(genauso wie es auch Underacting gibt).
.
Zuallererst beschreibt der Begriff ersteinmal lediglich eine Abweichung von aktuell geltenden Normvorstellungen. Kunst mag schwer zu operationalisieren sein - deswegen gehen bswp. die Meinungen über die Qualität zu bestimmten Filmen ja teilweise auch so meilenweit auseinander. Aber trotz verschiedener Schulen und Ansätze gibt es innerhalb der Schauspielzunft und beim Publikum so etwas wie einen breiten Konsens eine Übereinkunft darüber, was Schauspielkunst ausmacht. Overacting, bzw. Underacting ist dabei nichts anderes als die Abweichung von diesem Konsens eine Abweichung von der etablierten Norm. Und aus diesem Grund muss es zwangsläufig Aufmerksamkeit erregen bzw. irritierend wirken.
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Bleibt die Frage, was man von Overacting halten soll. Ist es wirklich nur dieses schauspielerisches Äquivalent zu hohlen filmischen Special-Effects-Spektakel, als das es verschrien ist? Anders formuliert: Ist Overacting nur billiges selbstverliebtes Theater, das durch Substanz durch großes Getöse vortäuscht? Oder ist es auf der anderen Seite jene Ultrakunst, die der eingefahrene Mainstream nur deswegen verteufelt, weil er nicht in seine halsstarrigen Kategorisierungsrastern pressen lässt?
.
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Maßgeblich ist, ob ein Künstler in der Lage ist, Overacting gezielt einzusetzen, d.h. dem Film unterzuordnen. Dient es dem Film (wie in praktisch allen Tarantino-Streifen) dann ist das durchaus stimmig und unterhaltsam. Verkommt Overacting aber zu einem selbstverliebten Automatismus, als attitüdehaftes Markenzeichen des Darstellers und dient in erster Linie der Inszenierung der eigenen Person (Klaus Kinski) und nicht des gesamten Kunstwerkes/Films, dann ist Overacting für mich nur billige egozentrische Theatralik.

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Filmsuechtiger

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Also wenn Kinski nicht den sonst bisweilen unheimlich lahmen Filmen von Herzog gedient hat dann weiß ich auch nicht.


mandelbrot

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Habe ich da jetzt was überlesen, oder liest sich das mehr wie "Ein Herz für Overacting" als ein "polemisiertes Anecken"? Angenehmer und spannender Text diesmal. Für mich das einzige Problem am sogenannten "Overacting" ist das Abkanzeln vom "Micro-Acting" eines Gary Oldman (Dame, König, Ass, Spion), der mich mit seinen Mini-Muskelzuckungen letztes Jahr mehr fasziniert hat, als jede hysterische Kreischkuh, der man dann "beeindruckendes Schauspiel" aufpunzte.

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Bob Loblaw

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@mandelbrot.
Die Frage ist ja, ob "die realistischere Betrachtungsweise einer Figur" immer gewollt, bzw ein Zeichen von Qualität ist ist.
Ein expressionistisches(in einigen Aspekten übertriebenes) Bild kann ja auch künstlerisch wertvoller/interessanter sein, als ein naturalistisches Foto.
Genau so hat expressives/künstliches Schauspiel eine Daseinsberechtigung, neben natürlich wirkenden Filmfiguren.


mandelbrot

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@ Bob Loblaw: Gehe ich absolut mit. Wenn Malcolm McDowell als Alex völlig drüber ist, dann will ich das auch gar nicht anders - bloß nicht! An vielen Filmen liebe ich das Artifizielle (in Dialog und Schauspiel) besonders. Und es hat als die "Anderwelt Kino" durchaus auch seine künstlerische wie unterhaltende Qualität.

Manchmal ergibt sich für mich allerdings der Eindruck, dass die Hollywood-Produktionen einen Kurs vorgeben, den wir als "Emotionalität" wahrnehmen sollen - und wenn dieses Trugbild dann mal nicht erfüllt wird, sind wir entweder positiv überrascht, oder tun das Gezeigte unvermittelt als "langweilig" ab. Nur weil der Mann auf der Leinwand mal nicht sein obligatorisches NOOOO! mit Kniefall in den Zuschauerraum blökt, wenn die Filmpartnerin draufging, sondern still vor sich hintränt.

Und bei den paar (wenigen!) Oscar-Verleihungen, die ich aus dem Augenwinkel beobachtet habe, wird das "ein bisschen mehr als drüber sein", meines Erachtens deutlich häufiger honoriert, als das stille, zurückhaltende Spiel, vielleicht weil es lauter, eindrücklicher ist, wenn ein Schauspieler gekonnt auf der Leinwand ausrastet.


Tina Scheidt

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Ich denke, overacting ist subjektive Empfindung. So nennen die einen die schauspielerische Leistung einer Kristen Stewart einen "atmenden Holzklotz", andere sprechen ihr jegliches Talent ab und wieder andere hassen ihr Spiel geradezu. Und jede Gruppierung will Recht behalten.
Dagegen spricht, dass es schauspielerische Leistungen gibt, die eine überwältigende breite Masse im Publikum, wenn nicht sogar das Publikum in seiner Gesamtheit entweder begeistern oder abstoßen. Sie scheinen beim Zuschauer etwas zu berühren, auszulösen. Eine Ausnahmeleistung. Manche großen Schauspieler schaffen es beinahe regelmäßig, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Overacting wird doch meist eher negativ belastet, doch wo ist die Grenze anzusetzen, das frage ich mich auch, spielt doch zu einem Großteil das eigene Empfinden dabei eine große Rolle. So ist für mich (meistens) Ben Stiller einfach unerträglich in seinem Spiel und zumeist am overacten. Andere wiederum lieben seinen Humor und schütteln über meine Meinung nur mit dem Kopf.
Oder (wie wohl auch bei Mr. Vincent Vega, wage ich mal zu behaupten) es gibt dann beinahe schon den Reiz, gegen den Strom zu schwimmen. Wenn die breite Masse etwas begeistert aufnimmt, zu verdammen, die eigene Meinung ganz anders zu bewerten, als würde man etwas erkennen, was die breite Masse nicht erkennt.
Oft erkenne ich so eine Reaktion an mir selbst. Dass ich gegen den Strom schwimme, mir der süße Apfelkuchen so gar nicht schmecken will, die scary movies für mich overacting an allen Ecken und Kanten präsentieren, Adam Sandler für mich in einen Sandkasten gehört, Kevin James (ich hoffe mal, der King of Queens heißt so!) dort antrifft und recht schnell eine Balgerei mit ihm anfängt.
Ein gut geschriebener Artikel, auch für mich eigentlich der erste von Mr. Vincent Vega, der bei mir Nachenken anregt und den ich ohne die von ihm gezielt geschürte Wut lesen kann (sorry, aber meist empfinde ich seine Artikel nur als gut gezielte Beleidungen, die Reaktionen und Antworten der Mitglieder provozieren).

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Azazil

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Ich finde es witzig, dass es in deinem Beispiel mit Kristen Stewart keine positive Meinungen existieren, sondern nur verschiedene Abstufungen von schlecht :)


Tina Scheidt

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ähm.... ;-)


Mein Senf

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Ich finde es interessant, dass er der naheliegende "Nicolas Cage" in diesem Zusammenhang offenkundig bewusst ignoriert wird. Hat das einen bestimmten Grund?

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morlock

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An den musste ich auch denken, weil ich kürzlich Face/Off gesehen habe.
Sein teilweise wildes Grimassieren hat mir an dem Kackstreifen noch am besten gefallen.
Eigentlich ein guter Schauspieler der in zahlreichen mittelprächtigen bis grottigen Filmen verheizt wurde.


Bassewitz

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Schon beim ersten Satz hatte ich nur noch Nicolas Cage im Kopf! Aber der ist ja schon Kult, allein als Internetphänomen. :D


CJ1203

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" (...) Nur durch Vergleichung wird der Wert objektiv und allgemeingültig festgestellt." - Wilhelm Dilthey.
Bedeutet für Dilthey, der als Begründer der Hermeneutik gilt, aber genauso den Kontext zu berücksichtigen, die Art eines Kunstwerks, etc. Soll für Overacting bedeuten - sehr schwer zu objektivieren, weil schier unendlich viele Faktoren mithineinspielen, ganz richtig, was Vega da sagt. Und vortrefflich formuliert!

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Filmsuechtiger

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Der beste Beweis, dass "Overacting" ein wertloses Geschmackslabel ist: Zulawskis Possession.

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morlock

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Es sollte aber schon zum Film/zur Rolle passen.


Punsha

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Nunja. Hätte man wenigstens überzeugend "overacted", dann hätte mich das in "Possession" weit weniger gestört. Adjani hat das größtenteils hingekriegt. Sam Neill ganz und gar nicht.


nikl 1987

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Aus dieser Sichtweise habe ich es noch gar nicht betrachtet, kann ich aber mitgehen. Nur bei Kristen Stewart muss ich für mich widersprechen: dieses Mädel werde ich wohl auf ewig mit einem atmenden Holzklotz in Verbindung bringen.

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Bob Loblaw

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Ich finde die Schauspielkunst von K. Stewat ja gerade deshalb faszinierend, weil sie sich als "atmender Holzklotz" eben ziemlich weit vom möglichen "Overacting" entfernt.


Andy Dufresne

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Der beste Text seit es die Rubrik gibt !

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Jenny von T

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Also ich finde, dass Vega gerade auch seine Verrisse mit sehr viel Herzblut schreibt. Dass er damit aneckt und sich Feinde macht, beweist es doch gerade.


Andy Dufresne

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Das stimmt, ja. Nur nicht immer.Ob Veriss oder "Eintreten für etwas (wie Heute)", ich finde es gut wenn es untermauert ist, wenn es stichhaltig ist. Mir gefielen auch Sachen von ihm, die überhaupt nicht meinem Standpunkt entsprachen/entsprechen, oft habe ich einfach den Eindruck: Aahh, hier ist er selbst involviert, hier schreibt er etwas das ihm wichtig ist, hinter (oder gegen) dem er steht.
Ich schrieb neulich schon, das es vielleicht besser sei, Vega würde dann etwas schreiben wenn die Zeit reif ist, also weg vom "Zwang" der wöchentlichen Rubrik, hin zu freier Gestaltung. Das könnten mal 2 oder 3 Texte die Woche sein (wenn etwas relevantes anliegt) oder mal ein paar Wochen gar kein Text (wenn eben nichts "vegaistisches" anliegt( dann könnten 7 Fragen oder "Kommentar der Woche" in die Bresche springen, diese beiden Rubriken sind für die innere "Psychohygiene" der Community wichtig, man kann sie immer bringen, die zum Teil großartigen Mitglieder und Kommentare der Community geben dies locker her). Das sind halt meine Gedanken dazu.