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Lincoln

Lincoln (2012), IN/US Laufzeit 152 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.01.2013


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7.4
Kritiker
50 Bewertungen
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6.9
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2805 Bewertungen
187 Kommentare
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von Steven Spielberg, mit Daniel Day-Lewis und Tommy Lee Jones

In Steven Spielbergs Historien-Drama Lincoln spielt Oscarpreisträger Daniel Day Lewis den legendären US-Präsidenten im Kampf gegen die Sklaverei.

Das epische Drama konzentriert sich auf die letzten Monate der Präsidentschaft Lincolns, seine Bemühungen, den Bürgerkrieg zu einem Ende zu führen, und vor allem den dreizehnten Verfassungszusatz durch den Senat zu bringen.

Der damals extrem kontroverse Gesetzentwurf verbot (und verbietet) Sklaverei in jeder Form auf dem Boden der Vereinigten Staaten. Dennoch gab es starken Widerstand, nicht nur unter den politischen Feinden, sondern auch in der Bevölkerung. Lincols wusste, dass er den Verfassungszusatz durchsetzen musste, bevor der Krieg mit den Südstaaten beendet ist, da der Rückhalt in der Bevölkerung vor allem dadurch gewährleistet war, dass der Verfassungszusatz den Krieg mit dem Süden beenden sollte. Der Präsident und sein Kabinett mussten ihre ganze politische Raffinesse in die Waagschale werfen, damit das Gesetz den Kongress passieren konnte, bevor die Südstaaten kapitulieren. Wären sie gescheitert, hätte die Möglichkeit bestanden, dass Sklaverei auch nach einem siegreichen Ende des Krieges seitens der Nordstaaten, wenn wieder wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rücken, erneut Fuß gefasst hätte.

Hintergrund & Infos zu Lincoln
Selbst für einen Steven-Spielberg-Film hat Lincoln ein außergewöhnliches Team hinter und vor der Kamera zusammengeführt: Lincoln basiert auf dem Nonfiction-Bestseller ‘Team of Rivals: The Political Genius of Abraham Lincoln’ von Pulitzer Preis Gewinnerin Doris Kearns Goodwin.

Das Drehbuch wurde verfasst vom mit dem Tony Award ausgezeichneten Theaterautoren Tony Kushner, der mit Spielberg schon für München zusammenarbeitete. Und auch vor der Kamera wimmelt es nur so von Preisträgern unterschiedlichster Couleur: David Strathairn (Good Night, and Good Luck) und Bruce McGill (The Insider) spielen Mitglieder von Lincolns Kabinett. Tommy Lee Jones (No Country for Old Men), John Hawkes (Winter’s Bone), Walton Goggins (The Shield – Gesetz der Gewalt) spielen ebenfalls Politiker. Joseph Gordon-Levitt (500 Days of Summer), James Spader (Boston Legal, Secretary), Jackie Earle Haley (Little Children) und Hal Holbrook (Into the Wild) sind in weiteren Rollen zu sehen. Letzterer spielte Lincoln selbst einmal in der legendären 80er Jahre Serie Fackeln im Sturm – Buch 1. Sally Field schließlich spielt die Ehefrau Lincolns.

Bei den Oscars 2013 gewann Lincoln den Preis für die Beste Ausstattung und den Besten Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis.

Ursprünglich sollte Präsident Lincoln von Liam Neeson gespielt werden, dem Spielberg mit Schindlers Liste zum Durchbruch verhalf. Der Schauspieler fühlte sich allerdings, nach einer schier endlosen Vorproduktionsphase, zu alt, um die Rolle zu spielen. (KJ)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Lincoln
Genre
Biopic, Drama, Kriegsfilm
Zeit
1860er Jahre
Ort
Nordstaaten, Vereinigte Staaten von Amerika, Washington D.C.
Handlung
Abraham Lincoln, Amerikanischer Bürgerkrieg, Bürgerkrieg, Chancengleichheit, Entscheidung, Friedensvertrag, Gesetz, Grund- und Menschenrechte, Heldentum, Historische Person, Kongress, Legende, Menschenwürde, Mord an Präsident, Opposition, Plan, Politik, Politiker, Politische Verhandlungen, Präsident, Rassenpolitik, Rassist, Recht und Gerechtigkeit, Regierung, Risiko, Selbstzweifel, Senat, Sieg, Sklaverei, Skrupel, Theater, Tod, U.S. Präsident, Verbot, Verfassung der Vereinigten Staaten, Widerstand, Zweifel
Stimmung
Berührend, Geistreich
Tag
Literaturverfilmung
Verleiher
Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Produktionsfirma
20th Century Fox, Amblin Entertainment, DreamWorks Pictures, DreamWorks SKG, Imagine Entertainment, Kennedy/Marshall Company, The, Office Seekers Productions, Parkes/MacDonald Productions, Participant Media, Reliance Entertainment, The Kennedy/Marshall Company

Kritiken (39) — Film: Lincoln

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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6.0Ganz gut

"Lincoln" irritiert: Für Spielberg-Verhältnisse vergeht eine ungewöhnlich lange Zeit, ehe das (hierfür eigentlich prädestinierte) Pathos zuschlägt. Die Überproduktion an Gefühlsentladungen, die Anhäufung von überdramatischen Ausschreitungen – alles ist zunächst verkleinert und streng nach Vorschrift proportioniert. Ein wertfrei erzählter Spielberg scheint sich erstmals anzukündigen, ausgerechnet einen uramerikanischen Legendenstoff unamerikanisch auf popkulturverträgliches Miniformat einzustampfen, großen Teilen des Publikums Geschichtswissen leichtverdaulich zu verkaufen.

"Leichtverdaulich" allerdings auch nicht unbedingt. Dafür flirtet der Film in den ersten erzählerischen Zuckungen mit der Redundanz seiner üppigen Anekdoten im undurchschaubar vernetzten Politik-Rummel schlichtweg zu ausführlich und tempodrosselnd, dass es praktisch klebrig wirkt; mit der Akribie seiner Requisiten und einer Ausstattung vor allem, in der jedes Detail überprüft wurde, damit es die Bescheiden- und Kargheit des Raumes unterstreicht, um sich voll und ganz auf die zwischenmenschliche Debatte darin zu konzentrieren. So natürlich und nuanciert wie Daniel Day-Lewis den titelgebenden Präsidenten ohne egomanische Ausfallserscheinungen, aber voll an warmherziger Güte verkörpert, so entschleunigt und nüchtern inszeniert Spielberg historisches, auch universell zu lesendes Aufklärungskino über die widersprüchliche Komplexität der gesetzmäßigen Richtigkeit in demokratischen Staatsapparaten, das gekonnt eine Symbolfigur mythologisch festigt, indem es sie ausschließlich in strengen Licht- und Schattengegensätzen (wie immer: Janusz Kaminski) herausstellt.

Der (womöglich unbeabsichtigte) Sinn dahinter dürfte sein: Lincolns ehrbare Motive, in politischer Überzeugungsarbeit, die nicht immer den Weg des Legalen einschlugen (Schatten), dafür zu kämpfen, die Sklaverei abzuschaffen (Licht), resultiert weniger aus nachvollziehbaren Gründen, als aus jenen, die rudimentär in der Schwebe hängen und im Dunkeln verborgen sind, weil Lincoln an die bloße Funktionalität dessen geglaubt hat, was er durchsetzen wollte. Nach "Lincoln" wird einem Abraham Lincoln deshalb vermutlich kein Stück näher gekommen sein, weil Spielberg die Ambiguität einer Respektperson vorzugsweise inhaltlich ausspart, die sich auf das gleichzeitig Menschliche wie Couragierte beschränkt, aber den Schatten nicht ausreichend (!) artikuliert.

Spätestens in diesem Aspekt verklärt Spielberg zum wiederholten Male eine tragische Gestalt revisionistisch zur immerwährend strahlenden Lichtgestalt, zur behaupteten Ikone, die eine beweiskräftige Ikone im amerikanischen Selbstverständnis sein muss; im Kino, das jetzt zum konservativen Spielberg-Kino mutiert ist. Zwischen unzähligen Interessen und Konflikten (faszinierend die Kompassmetapher sowie die Euklid-Diskussion), die einander schneiden und konkurrieren, zeigt Spielberg die beiden daraus hervorgegangenen Schlüsselszenen überraschenderweise nicht aus der Nähe, da weder der Ausgang der geglückten (imponierend pathetischen) Abstimmung des gesetzlichen Sklavenverbots noch das tödliche Attentat im Theater direkt veranschaulicht werden. Den Ausgang gestaltet Spielberg per Glockenton, wenn der Präsident – und das ist ein weiteres Indiz für die Strategie Spielbergs, Lincoln zu idealisieren – am Fenster zwischen den Vorhängen steht, die ihn engelsgleich verhüllen, während der Tod Lincolns zuerst im Gesicht seines Sohnes, also eines Kindes, beklemmende Unbegreiflichkeit erfährt. Dann hat Spielberg ungewohntes Territorium endgültig verlassen, die Emotion lässt alle Dämme brechen. Entladung… jetzt!

29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Sven - Friedrich Wiese

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Bärenstarker Kommi, der die Schwächen dieses oscarprämierten Films gnadenlos-analytisch aufdeckt.


Timo K.

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Ich danke euch!


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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5.0Geht so

[...] Die Umsetzung ist - typisch Spielberg – ohne qualitative Entgleisungen. Mit seinem üblichen Produktions-Team erschuf der Schöpfer solcher großen Filme wie „Der weiße Hai“ oder „Jurassic Park“ ein historisches Biopic, welches im Gegensatz zu seiner Titelfigur wohl nicht in die Annalen der Geschichte eingehen wird. „Lincoln“ ist gut gemachtes Kino. Ein Kino welches sich für das gesprochene Wort mehr interessiert, als für Effekthascherei. Um an wahre Größe zu gelangen, fehlt dem Film aber die menschlich-authentische Note. Hinter den massiven Gesten und Entscheidungen seiner Figuren bleibt nicht mehr als ein schmuckes, helles Blenden zurück. „Lincoln“ ist die Geschichte eines Mannes, der an die Freiheit glaubte. Bedauerlicherweise wird diese von Spielberg so erzählt und in Szene gesetzt, dass der Eindruck sich hartnäckig hält, Abraham Lincoln wäre kein normaler Mann, sondern der ultimative Moralist ohne Tadel und somit eine höchst uninteressant Figur. [...]

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Flibbo: Wie ist der Film?

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6.0Ganz gut

Mit Steven Spielberg und Abraham Lincoln kommen zwei amerikanische Helden zusammen, um sich gegenseitig zu feiern. Qualität steht bei diesem Gipfeltreffen außer Frage, aus den eigenen Reihen hagelt es Oscarnominierungen, und doch interessiert das nur einen Bruchteil des ausländischen Kinopublikums. „Lincoln“ wäre nämlich ein Film für den Schulunterricht, wäre er nicht so lang, und intuitiv möchte man bei seiner Freizeitgestaltung Abstand von so etwas nehmen und die Sklaverei doch lieber von „Django Unchained“ abgeschafft sehen. Der Schein trügt nicht: „Lincoln“ ist eine wenig aufregende Geschichtsstunde, wohl aber von einem der kompetentesten Lehrer und mit hochwertigstem Anschauungsmaterial. [...]

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Simon Moon

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So isses. Nicht aufregend im Sinne von "reisst-einen-völlig-vom-Hocker", aber ich hab mich nicht gelangweilt. Und es wird im Prinzip "nur" geredet. Bis auf die letzten Minuten gibt es nix zu meckern (wie ja meistens bei den guten Spielberg-Filmen).


Simon Moon

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Wus?


kobbi88: Die Drei Muscheln

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7.5Sehenswert

„Lincoln“ erzählt vor allem den Weg zum 13. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, der letztlich die Abschaffung der Sklaverei bedeutete. Hauptsächlich ist das Geschehen dabei natürlich auf Abraham Lincoln und seine Politik konzentriert, doch auch die Parteipolitik im Repräsentantenhaus nimmt seinen Platz ein, ebenso wie familiäre Probleme und Opfer der Familie Lincoln.

Der Film nimmt sich sehr viel Zeit. Zu viel Zeit. Zumindest in der ersten Hälfte, in der die Geschichte zur Geduldsprobe wird. Außerdem fällt es besonders zu Beginn schwer, den zahlreichen und teilweise nicht zu einfachen Sätzen zu folgen. Doch wenn man dies überstanden hat, lohnt sich die zweite Hälfte umso mehr.
Muss man zu diesen Darstellern noch irgendwas sagen? Daniel Day-Lewis spielt mit einer unheimlichen Präsenz, obwohl er sehr zurückgehalten spielt. Eigentlich untypisch. Viel mehr ist es sein Stimmeinsatz gepaart mit ruhiger und zerbrechlicher Körperhaltung. Beim Gehen, Stehen, Sitzen, Reiten: Es würde mich schon sehr wundern, wenn hier nicht sein dritter Oscar am Ende steht.
Aus dem durch und durch guten Cast (mit Tommy Lee Jones, David Strathairn und Joseph Gordon-Levitt) möchte ich aber besonders Sally Field hervorheben, die als Lincolns Ehefrau brilliert. Mehr Screentime hätte ich mir auch für Michael Stuhlbarg gewünscht, der mir als George Yeaman sehr gut gefallen hat.
Die Maske, alle voran von Lincoln selbst, aber auch der übrigen Darsteller ist überragend. Eine verblüffende Ähnlichkeit wurde hier erreicht.
Dazu setzte Spielberg auf die Dunkelheit als Stilelement. Er arbeitet mit Schatten und Rauch und besonders auffällig war auch das häufige Filmen der Silhouetten, besonders von Lincoln.
Leider hat der Film auf mich irgendwie zu normal gewirkt, zu routiniert, ohne großen Besonderheiten.

Letztlich lebt Lincoln besonders von seinen guten Darstellern, doch dämpfen einige Längen den Filmgenuss. Trotzdem ist „Lincoln“ ein sehenswerter Film mit einem (ich kanns nicht oft genug wiederholen) genialen Daniel Day-Lewis geworden.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.5Ganz gut

Lincoln ist... ein braver Film, dem der gute Wille aus jeder Pore tropft. Was nichts daran ändert, dass er brav bleibt und trotz der großen Darsteller die sich die Klinke in die Hand geben, immer mal wieder nach Schulfernsehen schmeckt und permanent das Star Spangled Banner zu summen scheint.

Denn auch wenn Spielberg sich auf die entscheidende Phase der Sklavenbefreiung konzentriert und die üblichen Stationen eines Biopic ausspart, ist es natürlich Heldenverehrung vom Feinsten, bei der die Figur letztlich nicht wirklich greifbarer wirkt.

Gut, wir wissen das Daniel Day Lewis wahrscheinlich echter ist als Lincoln selbst. Und er lehrt uns dass Lincoln eine sehr nervige Stimme hatte, für jemand den man großen Redner nannte Und das er zum Scherzen und zu ausufernden Anekdoten neigte. Das macht ihn menschlich leider nur bedingt spürbarer, denn die permanente Ehrfurcht des Films vor seinem Hauptcharakter wirkt bei allem Willen zur Unterhaltung wie Reliquienbestaunung. Da hilft es bedingt, dass Maske und Ausstattung gewohnt untadelig ist und wir vermittelt bekommen, wie schwieriges Taktieren es wohl war das Gesetz wider die Sklaverei durchzubekommen – so richtig lebendig wird der Film selten und ein echtes Gefühl für das Grauen der Sklaverei will sich auch kaum einstellen.

Klar wir wissen es natürlich, aber es wäre gerade von einem Emotionsregisseur wie Spielberg schön gewesen etwas mehr zu bekommen, als eine Folge The West Wing meets Lincoln. Etwas mehr Scope, etwas mehr Gefühl dafür das es wirklich um die Einheit eines ganzen Landes geht und um eine grundsätzliche moralische Entscheidung.

So bleibt Heldenverehrung, böse Demokraten die so eindimensional Böse sind, dass sie an Kraft verlieren und viele, viele Anekdoten von Lincoln Day Lewis – sowie ein unnötiges Drama-Ende, in einem Film den eine Abblende zehn Minuten vorher besser zu Gesicht gestanden hätte.

Bei all dem ist Lincoln natürlich nie schlecht, nur eben mehr Discovery-Channel-Special als Kinofilm und inhaltlich dann doch zu flach um wirklichen Eindruck zu hinterlassen. Aber andererseits: Er ist nicht War Horse – und dafür muss man bei Spielberg-Filmen ja mittlerweile dankbar sein.

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

HulktopF

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spielberg sollte endlich mit sciencefiction wieder anfangen, denn das kann er nunmal wirklich am besten.


Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

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8.0Ausgezeichnet

Das Besondere, vielleicht sogar radikale an Lincoln besteht aber zweifelsohne darin, dass sich Spielberg nicht davor scheut, den Prozess der demokratischen Entscheidungsfindung in all seiner enervierenden Langsamkeit und Trägheit darzustellen. Über weite Strecken reiht der Regisseur eine staubtrockene Dialogszene im schlichten Schuss-Gegenschuss-Verfahren an die nächste. Lincoln ist das so ziemlich unaufgeregteste, inszenatorisch zurückhaltendste, was Spielberg in seiner Regiekarriere bis dato abgeliefert hat. Es wird geredet, Brandy getrunken, gestritten, verhandelt, wieder geredet, Brandy getrunken, gestritten, verhandelt und immer so weiter. Im Gegensatz zu seinem letzten – zugegebenermaßen äußerst misslungenen – Film Gefährten, wo er sich vor komplexen, aber auch ziemlich peinlichen, weil selbstzweckhaften Kamera-Spielereien nur so überschlug, ist Lincoln ein mehr oder weniger reiner Drehbuchfilm.

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Jörg Wunder: zitty, Der Tagesspiegel Jörg Wunder: zitty, Der Tagesspiegel

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8.0Ausgezeichnet

Lincoln ist Historiendrama und politischer Thriller vom Feinsten. Es bleibt trotz der hypnotischen Kraft von Day-Lewis [...] auch ein fast lehrbuchhaft strenger Film, ohne künstlerische Vision. Vielleicht aber ist genau das der richtige Ansatz zu einer Zeit, in der sich Demokraten und Republikaner wieder unversöhnlich gegenüberstehen: Lincoln führt vor, wie ein zäh errungener Kompromiss zum Segen werden kann.

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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

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6.0Ganz gut

Im Wesentlichen ist Lincoln eine Abfolge kunstvoll komponierter Tableaus in düsteren Innenräumen, während Lichtstrahlen durch die Fenster fallen, um den silhouettierten Präsidenten zu umkränzen. Spielbergs Stammkameramann Janusz Kaminski müht sich sichtlich um die mythische Dimension in jeder Einstellung, was den Film in artistischer Anstrengung erstarren lässt.

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David Kleingers: Spiegel Online David Kleingers: Spiegel Online

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8.5Ausgezeichnet

Bei aller Detailtreue zeitigt Spielbergs Film eine erstaunliche Leichtigkeit und kühne Eleganz, die den Staub aus den Kulissen fegt. Kushners Drehbuch hat daran zweifellos großen Anteil, denn so unmittelbar, lebendig und spannend wurde Historie selten in szenisches Spiel und Dialoge übersetzt. Und obwohl er wohltuend undidaktisch daherkommt, hält der Film vor allem für Zuschauer ohne Kenntnisse der amerikanischen Parteiengeschichte erhellende Einsichten bereit.

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Arakune: Das Manifest, CinemaForever...

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6.5Ganz gut

[...]
Die schiere Riesenwelle an Personen und Nebencharakteren wird immer wieder durch sanfte Komik aufgelockert, wenn z. B. selbstreflexiv und -ironisch auf den mit parabolischen Anekdoten und Lebensweisheiten nur so um sich werfenden Daniel-Day Lewis, der bravurös den alternden Präsident verkörpert, geblickt wird.
[...]
Dennoch fragt man sich, was der heute 66-jährige Amerikaner mit diesem Film nun eigentlich bezwecken wolle, der kein vollkommenes Biopic darstellt aber auch als Legenden-Stilisierung bzw. Demontage zu inkonsequent und ziellos wirkt. Tatsächlich scheint es so, als würde Spielberg die kollektiven Geschichtskenntnisse des amerikanischen Volkes auffrischen wollen, ohne es mit allzu negativen Aspekten gleichzeitig zu verschrecken. Sein zaghafter Versuch einer hinterfragenden Darstellung beleuchtet zu wenig, als dass man den einst berühmtesten Mann der Vereinigten Staaten einigermaßen verstehen könnte. Vielleicht hätte er sich sparen sollen, den manipulativen Moment seines tragischen Todes einzufangen, sondern die Erzählung historisch ein paar Wochen vorher einzusetzen. Ja, vielleicht, aber nur vielleicht, wäre dann aus LINCOLN nicht nur ein kinematographisch ausgezeichneter Film geworden, sondern auch ein konzeptionell gutes Werk. [...]

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P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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8.0Ausgezeichnet

Lincoln, bereits mehrfach für den Oscar® nominiert, ist ein Film über die politische Kunst der kleinen Schritte und eine Lehrstunde in Demokratie. Sie wirkt zunächst nüchtern: Lincolns berühmte Reden lässt Spielberg höchstens einmal anklingen, sein problematisches Eheleben mit Gattin Mary bleibt eher Staffage. Weniger Biopic als wortlastiges Kammerspiel, in dem sich der Bildvisionär Spielberg deutlich zurücknimmt, liegt die ganze Wucht in den ausufernd komplexen Dialogen [...].

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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6.0Ganz gut

Es ist eindrucksvoll inszeniert, wie Lincoln wieder mal eine seiner Anekdoten erzählt, zerstreut wirkt, doch dies nur als rhetorisch geschickte Einleitung nutzt, um beispielsweise aus einem Satz des Euklid über die Elemente die allgemeine Gleichheit der Menschen abzuleiten. Doch es ist gleichzeitig schwer zu ertragen, dass Lincoln in fast jeder Szene ein überlegen gerechter, weiser, gütiger und kluger Edelmensch ist.

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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

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7.5Sehenswert

Für die meisten Nicht-Amerikaner bedarf es schon ein ausgesprochenes Interesse an amerikanischer Geschichte, um Lincoln nicht nur routiniert gemacht, sondern auch wirklich fesselnd zu finden.

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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

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7.0Sehenswert

Steven Spielbergs "Lincoln" ist reichlich pathetisches, aber durchaus lehrreiches amerikanisches Unterhaltungskino. Eine tiefe Verbeugung vor dem gleichnamigen US-Präsidenten. Und eine perfekte Mischung aus amerikanischer Selbstbeweihräucherung und ernsthafter hochaktueller Identitätssuche.

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Benjamin Schieler: Moviemaze Benjamin Schieler: Moviemaze

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8.0Ausgezeichnet

Spielberg verpasst in Lincoln den richtigen Zeitpunkt für die Schlussklappe, [...]. Das zieht den Film unnötig in die Länge und schadet dem Gesamteindruck. Auch seine Inszenierung ist häufig zu hochtrabend.

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Ulrike Frick: BR Ulrike Frick: BR

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9.5Herausragend

Manchmal leicht nach Telekolleg riechendes, trotzdem durchgehend spannendes Geschichtsdrama, das bei der Oscar-Verleihung im März keinesfalls leer ausgehen wird.

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M.Schwickert: epd Film M.Schwickert: epd Film

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9.0Herausragend

[...] Auch wenn Lewis sich hier auf der Liste der Oscaranwärter ganz nach oben spielt, ist Lincoln vor allem ein klug strukturiertes Ensemblestück, in dem sich exzellente Schauspieler [...] passgenau in die historischen Figuren einarbeiten. Herausragend wieder einmal Tommy Lee Jones, der den glühenden Abolitionisten und verbitterten Parlamentarier Thaddeus Stevens spielt, an dem die schmerzhaften Seiten von Parteidisziplin und politischem Pragmatismus exemplifiziert werden.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Das Drehbuch von Tony Kushner, John Logan und Paul Webb verknüpft den politischen mit dem privaten Abraham Lincoln: Immer wieder wird sowohl seine nicht konfliktfreie Beziehung zu seiner Frau Mary Todd Lincoln (Sally Field) und zu seinem ältesten Sohn Robert (Joseph Gordon-Levitt) thematisiert, der gegen den Willen des Vaters unbedingt in den Krieg ziehen will. Der Zuschauer erlebt aber auch die fürsorgliche Liebe Lincolns zu seinem jüngsten, kränklichen Sohn Tad (Gulliver McGrath). Dies sorgt für ruhige Momente, die dramaturgisch zu der teilweise rasanten Action in der Haupthandlung einen Ausgleich schaffen. Andererseits bringt diese familiäre Seite des Präsidenten eine gewisse Vermenschlichung des Mythos „Abraham Lincoln“. Daran hält Regisseur Steven Spielberg zwar über weite Strecken seines Filmes fest. Mit zunehmender Filmdauer schleicht sich in „Lincoln“ aber ein Pathos ein, das dieser Absicht entgegenwirkt, sodass letztendlich Abraham Lincoln gewissermaßen als Erfinder der Menschenwürde dargestellt wird. Kennzeichnend für dieses Pathos ist darüber hinaus die in die Länge gezogene, mit unnötiger Dramatik wiedergegebene Abstimmung über den 13. Zusatzartikel am 31. Januar 1865, deren Ausgang ohnehin bekannt ist. Spielbergs „Lincoln“ unterstreicht freilich auch die Bedeutung des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten für die Einigung eines nach vierjährigem Bürgerkrieg zerrissenen Landes – mit durchaus aktuellen Bezügen. Außerdem hebt „Lincoln“ die am Naturrecht orientierte und christlich motivierte Haltung der Abolitionisten gegenüber dem Positivismus und einer diffusen Religiosität der Sklaverei-Befürworter hervor.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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7.0Sehenswert

Auf der einen Seite wirft Spielberg einen unvoreingenommenen, quasidokumentarischen Blick auf die historischen Ereignisse, die eher protokolliert als dramaturgisch ausgeschmückt werden und durch Daniel Day-Lewis’ nuanciertes Spiel zahlreiche Anschlüsse an zeitgenössische (bzw. überzeitliche) politische Kultur erlauben; auf der anderen aber grätscht immer wieder eine Perspektive in den Film, die um die historische Bedeutung der Ereignisse weiß (allein der Soundtrack kündigt dies donnernd und tosend an) [...].

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Luitgard Koch: programmkino.de Luitgard Koch: programmkino.de

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8.5Ausgezeichnet

Steven Spielbergs Biopic Lincoln über die letzten Monate der amerikanischen Präsidentenikone präsentiert sich als episches Kammerspiel mit pointierten Dialogen und herausragenden Charakterdarstellern.

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Alle Kritiken (39)


Kommentare (148) — Film: Lincoln


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Gerry1974

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Spielberg Meisterwerk,der noch Zeit brauch zum reifen!.Für mich ist "Lincoln" der Anspruchsvollste Film den Steven Spielberg je gedreht hat,deswegen sollte man mit seiner negativen Kritik sehr vorsichtig sein und nicht zu schnell voreilige Schlüsse ziehen,nur weil er im ersten Moment etwas trocken rüber kommt.

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bonjovi84

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Bewertung4.0Uninteressant

Kurzbeschreibung: es handelt sich um eine Verfilmung eines interessanten und bedeutsamen geschichtlichen Ereignisses. Die Protagonisten sind hier großartig besetzt.

Aber...die Umsetzung dieser Verfilmung ist unfassbar öde, trocken, zu sachlich und wahnsinnig langatmig.

Ich erwarte hier bei Weitem keine Popcornverfilmung, aber das hier ist leider nur ein "Gähnen" wert...

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cpt. chaos

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Bewertung4.0Uninteressant

Vom verarbeiteten Inhalt her, hätte Steven Spielbergs Geschichtsdrama eigentlich genau mein Ding sein müssen; werden hier doch so interessante Themen wie die Abschaffung der Sklaverei, der Amerikanische Bürgerkrieg und das Attentat auf Lincoln aufgegriffen! So geschichtsträchtig "Lincoln" auch daherkommen mag, so wenig versteht jedoch Spielberg das Ganze interessant zu verpacken – ähnlich wie ein in die Jahre gekommener, völlig desillusionierter Geschichtslehrer, der es versäumt, seinen Schülern den Unterrichtsstoff anschaulich zu vermitteln. Steven, ab in die Ecke, und schäm dich `ne Runde!

Der Streifen ist eine Spur zu politisch und zudem reichlich dialoglastig geraten, sodass der geneigte Zuschauer schon höllisch aufpassen muss, um nicht plötzlich einzunicken. Wenn denn wenigstens zwischendurch eine ergreifende Rede eingestreut worden wäre, was man nun durchaus hätte erwarten dürfen. Aber nö, Pustekuchen! Zudem kreiert Spielberg einen intriganten alten Kauz als US-Präsidenten, der sich selbstverliebt gerne reden hört. Ob es sich nun so in etwa zugetragen haben mag, entzieht sich meiner Kenntnis, aber die Person als solche wird dadurch nicht unbedingt interessanter, zumal fast sämtliche Emotionen auf der Strecke bleiben. Wirklich äußerst bedauernswert!

Enttäuschend auch der vergebene Oscar für Daniel Day-Lewis in der Rolle des Staatsoberhaupts, den ich absolut nicht nachvollziehen kann - lediglich rein äußerlich macht er was her, da die maskenbildnerische Abteilung hervorragende Arbeit geleistet hat, aber schauspielerisch ist das lediglich als routiniert zu bezeichnen, gewiss nicht mehr -, da macht es Tommy Lee Jones im direkten Vergleich bedeutend besser!

Insgesamt eine uninteressante Biopic, da es Spielberg erneut an einer gekonnten Umsetzung mangeln lässt!

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Mr. Pink

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Ach, vergiss doch Tommy Lee Jones und den ollen Day-Lewis erst recht, James Spader war der, der den Film so richtig gerockt hat. :)


cpt. chaos

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Da muss ich einen anderen Film gesehen haben.. :D


Dachsman

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Bewertung6.0Ganz gut

Lincoln als Silhouette, als ergrauter Amts- und Würdenträger, dessen Schulter tief hängen unter der Last; als Taktiker am Schreibtisch, als Ränkeschmieder im Kongress, als bedauernder Betrachter auf dem verlassenen Schlachtfeld; als liebender Vater und pflichtschuldiger Ehemann; als Politiker und als Geschichtenerzähler; obwohl sich Spielberg lediglich auf ein, entscheidende, Episode im Leben des amerikanischen Nationalhelden und -heiligtum beschränkt beleuchtet er den von Daniel Day-Lewis Verkörperten aus allen möglichen Facetten. Zu Beginn teils fast dokumentarisch, gegen Ende wieder ganz als Spielberg-Figur und einem Spielberg-Film. Etwas überladen, vom Ton her inhomogen und in letzter Konsequenz auch nicht wirklich überraschend. Ein durchschnittlicher Spielberg. Aber selbst ein durchschnittlicher Spielberg thront immer noch meterhoch über so manchem anderem guten Film.

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LivingDead

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In seiner nüchternen Erzählweise und der Glorifizierung des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, gelingt Spielberg das, was vielen Regisseuren versagt bleibt, die den Spagat zwischen Unterhaltung und Geschichtsstunde nicht bewerkstelligt bekommen. Trotz des konsequenten Verzichts auf Thrill (immerhin böte sich eine spannende Inszenierung rund um den Mordanschlag auf den Präsidenten an) und Schauwerten (Bebilderung des Krieges), bleibt der Film über die gesamte Laufzeit hochinteressant, was zum einen an der herausragenden und behutsamen Regie, vor allen Dingen aber an einem alles überragenden Hauptdarsteller liegt, welcher hier ein weiteres Mal zementiert, warum er zu den Größten unserer Zeit zählt. Dass die Biografie dabei mehr eine Verneigung vor dem Präsidenten, denn sachliche Geschichtsstunde darstellt, lässt sich leicht verschmerzen.

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abendrot

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Bewertung3.0Schwach

Schnarchig inszeniertes Biopic für Leute mit fortgeschrittenen Vorkenntnissen. Der Film verpasst die Gelegenheit, Abes Wirken und den geschichtlichen Kontext für den Zuschauer begreiflich zu machen. Stattdessen wird ohne Punkt und Komma gelabert über Paragraphen und Attentate, Zusatzartikel und Gesetzestexte. Würde nicht Spielberg draufstehen, hätte ich ihn auch nie erkannt in diesem Streifen. Mir fehlt seine typische Verspieltheit. Hier hingegen wird aber nicht versucht, das Herz, sondern den Kopf zu erreichen. Deswegen ist der Film an sich auch so spannend wie ein Geschichts GK Arbeitsblatt, das man auch am liebsten schnell wegheftet. Gut geworden ist allerdings die Maske.

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Misfits_Films

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Bewertung5.5Geht so

Spielberg hat mit Beginn des neuen Jahrtausends irgendwie an Kraft verloren, was den Posten als Regisseur angeht.
Lieber Steven, wo ist das Kind in dir geblieben? Jenes Kind, welches beeindruckende Märchen, Abenteuer und grausige Geschichte packend und für (fast) jeden erzählen konnte?
Verschwendete Zeit, und teils einfach amerikanisch verlogen, denn so toll Lincoln wohl war, so wussten die Macher auch, warum sie nur die letzten Monate verfilmten und nicht dessen ganze Geschichte.

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Moritz01

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Film schafft es echt Geschichte langweilig zu machen. Ich bin ein absoluter Geschichtsfreak und selbst ich habe nach einer halben Stunde auf die Uhr geschaut, weil es echt öde war. Es gibt zwar ein paar Lichtblicke zum Ende hin (Tommy Lee Jones im Parlament) und auch Daniel Day Lewis macht seine Sache ordentlich, ob er dafür den Oscar verdient hat, ist Ansichtssache (meiner Meinung nach nicht). Lincoln bleibt letztlich gesehen aber immer noch ein stinklangweiliges Biopic.

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brucelee76

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Jawohl ein ziemlich langweiliger Streifen!!! Spiel einen US-Präsidenten und der Oscar ist sicher!!! Jedoch steht außer Frage D.D.L ist ein ganz großer :).


Moritz01

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Ja, da gebe ich dir Recht :D


luthien90

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Bewertung6.0Ganz gut

Das Klischee vom trockenen Geschichtsunterricht konnte ich noch nie so richtig verstehen - bis jetzt. Mein Blick wanderte zur Uhr - wieder und wieder, auch wenn die Schauspieler Höchstleistungen ablieferten und die Erringung einer Mehrheit für die Abschaffung der Sklaverei durchaus dramatisches Potential hat, zog sich der Film hin wie Kaugummi. Dadurch, dass der Film nur die letzten Monate von Lincolns Leben in den Blick nimmt und Nebenhandlungen kaum existieren, mag die Spannung oder das Interesse an den Charakteren nicht so richtig aufkommen, von Emotionen ganz zu schweigen. (Bis auf einige ganz wenige kurze Ausnahmen). Dennoch kann man den Film durchaus einmal gesehen haben, die Umsetzung und Gestaltung sind schließlich auf hohem Niveau, eine gute Dokumentation hätte mich jedoch mehr gefesselt.

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Chriz85

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Bewertung7.5Sehenswert

Zäher und schwerer Stoff, für Geschichtsinteressierte ist der Film aber sicherlich sehenswert!

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ThomasWzS

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Bewertung6.0Ganz gut

Opulentes Werk mit bester, teils düsterer kammerspielartiger Ausstattung. Obwohl bestens besetzt, entsteht für mich zu den Protagonisten nie auch nur ein Hauch von emotionaler Nähe. Liegt das daran, dass die "Politikerkaste" auch damals schon wie heute agierte?
Ich denke schon, denn der Zweck heiligt hier ständig die Mittel, ob mit den ständigen kleinen Anekdoten verniedlicht, Bestechungen oder juristischen Redewendungen garniert,
politische Willensbildung und Vorteilsnahme überall, während das Fussvolk hinter den Kulissen verreckt.
So haben also Abraham Lincoln und Konsorten amerikanische Geschichte geschrieben, zumindest nach Lesart Steven Spielbergs.
Kann man gesehen haben, doch 10 Minuten Wikipedia oder tiefergehende Abhandlungen tun es hier auch. Unterhaltungswert maximal neutral.

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Shentenza

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Bewertung7.5Sehenswert

Verstehe nicht ganz, wieso der Film teilweise so nieder gemacht wird. Habe mehr erwartet, aber er ist dennoch ein akzeptabler Film. Er ist aber eben doch kein epochales Meisterwerk, gibt aber schlimmeres von Spielberg.

Kulissen und die Musikstücke fand ich soweit wirklich in Ordnung. Schauspieler waren auch gut gewählt. Daniel Day Lewis bekam zu Recht den Oscar für seine schauspielerische Leistung als Lincoln. Daneben haben mir auch Tommy Lee Jones und James Spader gefallen. Joseph Gordon Levitt wirkt hier aber fast vergeudet, kann mehr als hier gezeigt wird.

Trotzdem ist er gelungen auch wenn er nicht den Preis für die größte Spannung erhält aber kein schlechter Film.

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Moviegod

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wenn man sich auf die Thematik einlässt, weiß der Film sehr gut zu unterhalten. Der Film ist unglaublich dialoglastig und enthält sehr langsame ruhige Momente. Der Spannung tut das allerdings keinen Abbruch. Das Cast ist großartig und spielt dementsprechend auch. Natürlich liegt der Fokus voll und ganz auf Daniel Day Lewis, der seine Rolle wie immer lebt. Dem Oscar für den besten Hauptdarsteller hätte ich dennoch einen der anderen Nominierten gegönnt. Die Regie von Spielberg ist wie immer makellos.

Zusammenfassend eine sehr interessante und spannende Geschichtsstunde.

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mikadoapache

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Bewertung9.0Herausragend

ausstattung und szenerie ist genial bis grandios - was Innenszenen betrifft, fühlte ich mich schon an "Der Leopard" erinnert - spielberg schafft hier definitiv etwas originelles, das weisse haus bekommt man nur 1x zu sehen, und das ist nicht zu wenig
ich denke nicht, dass man von spielberg erwarten kann, den mythos lincoln und die art und weise der sklavenbefreiung generell in Frage zu stellen - imo hat er die Grenzen des Machbaren schon sehr gut ausgelotet - es wird jegliches Für und Wieder von Lincolns Strategie auf den Tisch gelegt, und das keineswegs in Alibi-Form - er verschließt sich auch nicht einer wirklichen Wahrheit der Politik: für jede größere oder kleinere Errungenschaft einer Gesellschaft zählt im Vorfeld nur eines
- du musst mit Ihr hausieren gehen! in 1865 ebenso wie in 2014
höhepunkte des casts sind imo Spader in der wunderbaren rolle des schmierigen Stimmenkäufers und einen Mr. Stevens kennenzulernen

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hundehaendla

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Bewertung5.5Geht so

Ohne Vorkenntnisse ist man bei diesem Film verloren, er steigt quer ein und quer wieder aus, als Triebkraft einzig Handlungsfragmente ... so erzählt man keine Geschichte, sorry.
Der Hundehändler hätte hier nur 4 mal gebellt, aber 1.5 gibts für Daniel Day-Lewis zusätzlich, auch wenn er hier nicht viel zeigen muss. wuff wuff

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Mr. Pink

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Bewertung6.5Ganz gut

Lincoln zum zweiten. Ein Film, der den berühmten Vampirjäger respektvoll porträtiert, sich handlungsmäßig aber viele Freiheiten erlaubt und so eine selbstverständlich sehr hanebüchene Geschichte erfindet, in der der 16. Präsident der Vereinigten Staaten angeblich mehr mit der Durchsetzung eines Verfassungzusatzes zur Abschaffung der Sklaverei und politischen Machtspielchen beschäftigt war, als mit irgendetwas anderem. Vollkommen absurd das Ganze, aber sehr unterhaltsam! Bildsprache, Inszenierung und darstellerische Leistungen passen sich diesen durch und durch gewollten Edeltrashgefilden an und sorgen trotz der historischen Ungenauigkeiten für äußerst spaßigen Zeitvertreib.

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JackoXL

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Sehr gut! :D


Drehmumdiebolzen

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Daniel Day Lewis rockt auch als Vampirjäger!


mikkean

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Bewertung7.0Sehenswert

Meine Gedanken zu Steven Spielbergs Geschichtsstunde:

Oberflächlich betrachet erweist sich "Lincoln" als eigenwilliges Biopic. Mit zweieinhalb Stunden verlangt es Sitzfleisch und eine aufgeschlossene Haltung. Auch deswegen, weil Spielberg sich auf die letzten vier Monate auf Lebens- und Amtszeit von Abraham Lincoln konzentriert. Woher der Mann also kam, wie er zu seinen Ansichten kam, fällt so gesehen also weg. Wichtig erscheint hier, wie die Sklaverei abgeschafft wird, der amerikanische Bürgerkrieg endet und Lincoln schließlich auf unnatürliche Art und Weise aus dem Leben scheidet.

Diese verdichtete Perspektive ist spannend, aber auch für Nicht-Amerikaner wiederum zunächst etwas schwierig. Gerade weil in "Lincoln" viel mehr geredet als denn tatsächlich getan wird. Ein Schlachtengemälde spart Spielberg aus. Er meidet große Paraden und konzentriert sich mehr auf ein intimes Kammerspiel in Amtszimmern oder den offenen Wortkrieg im damaligen Kongress.

Aber genau dann, wenn es viel zu verkopft oder langweilig werden könnte, trumpft der Film gewaltig auf. Mit seiner grandiosen Besetzung und einem verdammt guten Script. Daniel Day-Lewis, ganz die Naturgewalt, die er ist, Tommy Lee Jones, Sally Field oder auch unzählige Schwergewichte wie James Spader, machen diese Geschichtsstunde zu einem echten Erlebnis. Gekrönt noch durch einige beachtenswerte Zeilen sorgsamster Dialogkunst, die "Lincoln" zu etwas mehr als einem Kostümfilm mit ernster Note machen.

Eine Schicht unter dem Glitzer der tollen Kinobilder verstehe ich den Film nicht nur als Portrait oder Beobachtung einer spannenden Zeit. Was Spielberg, meiner Meinung nach, am Herzen lag, war ein Statement. Ein maskiertes oder kaum verstecktes Abwatschen der heutigen Politik-Generation. Was sonst soll ich denn dabei empfinden, wenn Lincoln als Republikaner seine Mannschaft einschwört, due Sklaverei zu beenden? Republikaner? Ausgerechnet diese sturköpfigen Idioten, die alle Beschlüsse torpedieren, Sozialismus bei jeder Reform schreien und in deren Reihen sich fanatische Verfechter der Kreationslehre eingeschlichen haben? Ich höre schon auf, bin ja kein Amerikaner. Aber wichtig und faszinierend finde ich diesen Gedanken schon. Vermutlich macht vor allem dies "Lincoln" für mich zu mehr als nur einem guten Historienfilm, aber empfehlenswert ist er auch so schon.

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reinkege

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich will hier nicht nochmal den plot erläutern,deswegen komme ich direkt zu meiner Stellungnahme. Mir stellen sich da zwei elementare Fragen bei dem Film :
Oscar-Würdig? Definitv,nein.
Jaja Day-Lewis, method acting Meister uswusw. Um ehrlich zu sein sehe ich ihn in diesem Film nicht ein einziges Mal. Nur einen,optisch Abraham-Lincoln-ähnelnden Kerl,der eine besch*****e Geschichte,Anekdote,Zitat,Metapher was auch immer nach der nächsten runterleiert. Ein echter amerikanischer Ghandi...so spirituell.
Davon abgesehen,dass sein Skript einfach nur zäh und leidvoll ist. Welche großartige schauspielerische Leistung wird denn dafür benötigt? Naja,ich versuche mich kürzer zu halten,als der Film,deswegen zur zweiten Frage:
Wurde mit "Lincoln" wirklich der richtige Titel ausgesucht?
Wie schon oben erwähnt,erfährt man kaum vernünftiges aus Lincolns Mund. Die großen Reden,der große Anführer einer Nation....der einzige Windhauch, der DAS rüberbringt ist der Verbalfurz dieses gesamten Filmes.
Wer ist Abraham Lincoln,wie hat er politisch gedacht,seine Emotionen,die Worte,die ihn in unseren Geschichtsbücher verewigt haben? Wo ist das?
Ich finde, Lincoln kommt als Mensch viel zu kurz,ebenso als Politiker,er ist einfach immer nur präsent, erzählt,nächste Szene, die Streitgkeiten im Senat,plötzlich ein 5 Minuten Auftritt einer wirren Wahrsager/Politiker/First Lady-was auch immer Mary Lincoln,dann sieht man sie in erst einer Stunde wieder,während immer und immer und immer und immer wieder aus dem Nichts der 2 Meter Lincoln auftaucht und faselt.
Lincoln,der vom Volk gesehene "Halbgott",wie gesagt wird,wird einmal von zwei Jugendlichen in der Unionstruppe ( den Einen kennt man vielleicht aus "Chronicles") zitiert,das wars.
Moral von der Geschicht:
"wie sagte der prediger noch...ich könnte kürzere predigten schreiben,aber sobald ich anfange bin iCh zu faul wieder aufzuhören"Abraham Spielberg ähh Lincoln.

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Copacabanasun

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Bewertung5.0Geht so

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"Es ist das Schicksal jeder Generation, in einer Welt unter Bedingungen leben zu müssen, die sie nicht geschaffen hat." - John F. Kennedy
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brucelee76

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Ja die pervers psychopatische Obrigkeit hat leicht sagen. Die betriffts ja auch gar nicht!!! Politiker und Geistliche gehören sofort abgeschafft!!!


Louis Cyphre

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Bewertung5.5Geht so

Bei dem Film habe ich mich im Kino echt benässt, weil mir der Speichel beim einschlafen auf die Hose getropft ist. Das ganze Drumherum war aber wirklich ein Augenorgasmus par excellence! Dabei interessiere ich mich irre für dieses Thema.
Aber Spielberg hat mich, bis auf "Jaws", schon immer mächtig angewidert. Hätte unter einem anderen Regisseur (Emmerich, Cameron, Scott) bestimmt mehr geknistert. Schade, dabei hatte ich echt Glücksgefühle wie ein 14-jähriger, als ich die Kinokarten gekauft hatte.
Aber auf DD-Lewis lass ich nichts kommen - bester Schauspieler unserer Zeit!

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