Scarface

Scarface (1983), US
Laufzeit 170 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Drama, Actionfilm, Kinostart 09.03.1984

admin edit edit group memberships sweep cache
7.8 Kritiker
60 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.0 Community
16327 Bewertungen
207 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Brian de Palma, mit Al Pacino und Miriam Colon

Anfang der 1980er Jahre räumt Kubas Staatschef Fidel Castro seine überfüllten Gefängnisse und lässt die Inhaftierten nach Florida bringen. Unter ihnen die beiden Freunde Tony Scarface Montana (Al Pacino) und Manny Ray (Steven Bauer). In den Staaten angekommen haben sie bald genug von ihren Aushilfsjobs als Tellerwäscher in kubanischen Restaurants. Sie träumen von Ruhm, Geld und schönen Mädchen. Mit legalen Mitteln, das wissen sie, ist dieser Traum nicht zu verwirklichen.

  • 37795279001_1133239789001_ari-origin06-arc-123-1314600309326
  • 37795279001_792980909001_vs-792956934001
  • Scarface - Bild 9976
  • Scarface - Bild 47598
  • Scarface - Bild 47599

Mehr Bilder (17) und Videos (5) zu Scarface


Cast & Crew


Kritiken (5) — Film: Scarface

Timo K.: Blockbuster Entertainment

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Tony Montanas bizarrer Kampf gegen sich selbst, und gegen die Welt, die er sich gefügig zu machen versucht, bis zum Anschlag, bis zum Verderben, bis zum Sturz in den Pool. Al Pacino spielt Tony Montana ambivalent zwischen verstörend-unheimlich und besessen-fürsorgend, personifiziert einen explodierfreudigen Vulkan und einen angriffslustigen Tiger ("Antonio Montana!") auf Ego komm' raus in Narzissmus und Egomanie, und stets mit ein bisschen Irrsinn und Wahnsinn in den Augen, indem er all diejenigen beschimpft ("Kackvögel!"), die Leute wie ihn als fingerzeigenden Bösewicht brauchen, damit das System so funktioniert wie es funktioniert, ohne aus der Sicht Montanas zu wissen, dass Berge an Drogen, Stapel an Geld und Unendlichkeit an Macht am Thron menschlicher Selbstzerstörung sägen. Am Ende wird Montana demontiert, sein letztes Aufbäumen zur Unsterblichkeit von Kugeln durchlöchert; Montana sollte schießen, Montana nahm das Angebot an und stürzte vom amerikanischen…

24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Timo K.

Antwort löschen

Hatte ohnehin vor, den Film demnächst noch einmal im Originalton zu schauen - und freue mich auf meine "Fuck-Strichliste". ;) | Vielen Dank, Prechtl! :)


cpt. chaos

Antwort löschen

Hut ab!
Wirklich klasse geschrieben und ein Abbild meiner Sichtweise, sowie identisch zu meiner Bewertung.


Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Aufstieg und Fall eines kubanischen Flüchtlings in Miami, der sich die unbegrenzten (Karriere)Freiheiten der USA zu eigen macht und vom buchstäblichen Tellerwäscher zum Gangstermillionär hocharbeitet. Brian De Palma hat hier das Drehbuch von Hollywoods seinerzeit größter Koksnase Oliver Stone verfilmt, der "Scarface" als Satire auf den American Dream und das aufsteigende Yuppietum anzulegen schien. In einem Meer aus Vulgarismen, Drogen und Gewalt installiert sich Tony Montana sein eigenes Luftschloss in einer unsichtbaren Parallelgesellschaft: "The World Is Yours". Eine Gegenstimme verleiht der Film Michelle Pfeiffer, die als Sprachrohr des Publikums die Selbstüberschätzung und Absurdität der von Al Pacino nahezu unerträglich gespielten Titelfigur kommentiert, irgendwann aber auch einfach sang- und klanglos aus der Handlung verschwindet (an Frauen ist Stone sowieso noch weniger interessiert als De Palma). Seltsam, dass "Scarface" in jenen Zirkeln zum unangefochtenen Klassiker mutierte, deren Abgrund er so übersteuert zu skizzieren scheint. Das mag daran liegen, dass der Film – trotzdem er keine Zweifel an der Verachtung seiner Figuren und deren Handlungen lässt – die eigene Coolness und Ästhetik genüsslich auskostet. Tony Montana ist zwar wahnsinnig, aber es ist ein Wahnsinn, der einem doch ein "genial" abzugewinnen versucht. Der Film ist fasziniert von dieser Figur, und am Ende eines Ballerfinales (balla balla) ist er auch versucht sie zu heroisieren. Da verwundert es nicht, dass man "Scarface" geschätzte fünf Millionen Hip-Hop-Musikvideos zu verdanken hat, in denen sich die Prollkultur mit Goldkettchen und Fuffies im Club selbst feiert. Ohne "Scarface" gäbe es wohl keine Gangsterrapper, kein Grand Theft Auto und kein Tony-Montana-Poster in meiner Stammpizzabude. Ich möchte vorsichtig gestehen: Ein absolut verzichtbares Erbe.

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten

Murphante

Antwort löschen

Was har har was muss ich hier lesen 10 Punkte für Brokeback Mountain ... har har har ich lach mich wech und füge keinen weiteren Kommentar hinzu ... muuuhar har har ... NOOB FAIL har har


Göksel Algan

Antwort löschen

Hört auf persönlich zu werden.

Jedoch muss ich auch sagen das die Kritik mir hier überhaupt nicht gefällt, sry. Es kann man nicht mal kritisieren, ich musste nur lediglich meinen Kopf schütteln. Du kannst jedoch getrost sein, es ist nicht nur bei dir der Fall gewesen.

Ich finde diesen Film als ein Meilenstein der Gangsterfilme. Dieser Filme ist der Gott der Gangsterfilme. Was gibts besser? Welche Person ausser Tony Montana konnte mehr als 80% ihren Zuschauern dieses Gefühl vermitteln das man sich ihn als Vorbild genommen hat? Nicht direkt als Vorbild, als WENN Vorbild. Damit meine ich das jeder sich wohl gedacht haben muss "FALLS" ich so ein Leben hätte, dann aber like Tony Montana.

Dieser Film ist einfach ein Strike! Nichts anderes..


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

Kommentar löschen
5.5Geht so

Mittlerweile zum dritten Mal gesehen, immer in der stillen Hoffnung, die allgemeine Begeisterung und der Kultfaktor möge sich doch auf mich übertragen - aber nix da. In der Quintessenz ist "Scarface" nichts anderes als filmgewordener Bushido-Quark a la "Vom Bordstein zur Skyline und zurück."
Keine Frage, "Scarface" beginnt relativ stark, hat zwischendrin immer mal wieder seine Szenen und ein paar klischeetriefende, aber passende Oneliner zu bieten, aber dazwischen...ja dazwischen erstickt er fast an seiner Behäbigkeit und einem unendlich großen Vakuum was Handlung, Spannung sowie ähnliche essentialia angeht - kurzum: nach 90 von unbeschreiblich langen 162 Minuten ertappte ich mich doch dabei, nebenher meine DVD´s neu zu sortieren und Strichliste über die Variationen von "fuck" in den Dialogen zu führen.
Und ja: Pacino ist gut, mich nervt er aber trotzdem durch seine cholerische Art und sorgt dafür, dass es im gesamten Film keinen einzigen Sympathieträger gibt.

Kann/soll/muss man sich wohl mal angesehen haben, weil schon irgendwie wichtig für die Popkultur und so, aber meins ist es nicht.

22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

Hitmanski

Antwort löschen

Eben noch einmal nachgeguckt; mit Ausnahme eines Starbucks-Bechers, der neben mir auf dem Schreibtisch steht, ist mein Geschirr noch an Ort und Stelle.


Göksel Algan

Antwort löschen

Auch hier kann man einfach nur schade sagen. Schade das Geschmäcker leider verschieden sind und sowas ist halt immer wieder ein Beweis. Für die einen ist dieser Film einer der Götter der damaligen Zeit, noch immer, für die anderen nur ein erbärmlicher Furz. Ich hingegen kann die Meinung zwar akzeptieren, doch das auch nicht direkt sehr leicht, da halt kein Wert an so großen Meinungsverschiedenheiten leidet wie wohl dieser Film, doch wohlgemerkt nur auf dieser Seite.

Im realen Leben habe ich bisher noch keine Person gesehen oder getroffen die mir diesen Film schlechtreden wollte.


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Spannend, blutig und in trashigem Ambiente der frühen 80er erzählt der Film die Lebensgeschichte des Tony Montana. Die etwas andere Mafia-Geschichte, die mehr von Pacinos nervöser Aggression lebt als von der gediegenen La Familia-Atmosphäre der Pate-Streifen. Montana ist natürlich ein unsympathischer Psychopath, der aber dennoch eine gewisse Faszination besitzt. Ein Blue-Collar-Mobster, dessen protzige Zuhälter-Attitüde ganz schön anstrengend ist. Pacino bekommt zwar den cubanischen Akzent nicht wirklich überzeugend hin und varriert hier nur sein bekannten Figuren, ist aber dennoch von ungeheurer Präsenz. Die Kameraarbeit und die grandiosen Sets sind alleine das Anschauen des Films wert.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Marti DiBergi

Antwort löschen

Haha "fiese Klamotten"
Aber stimmt schon :)


Skywalker_

Antwort löschen

ich find die 80er cool


KiNGU: Couchhero - Held auf dem Sofa

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Ein genialer Mafia-Film - mit 163 Minuten Länge sogar schon fast ein Epos - mit herausragenden Schauspielern, einem brillianten Al Pacino und einen Regie- / Produzenten-Duo, das sein Handwerk wirklich verstanden hat. "Scarface” sollte in keiner Filmsammlung fehlen.

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Göksel Algan

Antwort löschen

Wenigstens ein Kritiker der die Sache hier verstanden hat diesen Film ordentlich zu bewerten. Thumbs up!



Kommentare (202) — Film: Scarface

Kommentar schreiben
Sortierung

Joeyjoejoe17

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Was eignet sich besser für die 1700. Filmbewertung auf MP, als ein Überklassiker der Filmgeschichte, den ich bis dato noch nicht gesehen habe?

So beschloss ich also am Wochenende, den 1700 Bewertungen nahe, dass es etwas besonderes sein sollte. Nach eifrigem Durchstöbern meines DVD-Stapels bisher ungesehener Filme fiel mir ein grimmig drein blickender Al Pacino auf. Schwarz-silberne Hülle, fettes FSK 18 Logo (zum Glück abnehmbar) und in großen roten Lettern SCARFACE. Direkt darunter ein anderer Film. Ein Mann im Anzug, mit Hut und Pistole. Das Bild wurde nachkoloriert wie es scheint. Und oben drüber in großen roten Lettern SCARFACE. Und ich dachte: YES! Das ist ein sehr gutes Wochenprojekt für mich und würdig für meine runde Wertung.

So fing ich an mit dem Film von 1932, der mich schon mal sehr positiv gestimmt zurückließ. Ein starker und vor allem wegweisender Klassiker im Genre der Gangsterfilme.

Einen Tag später folgte dann die Show des Al Pacino, der wahrhaft die Figur des Tony Montana lebt. Seine Darstellung ist es auch, die die vielen unnötig erscheinenden Dialoge zu keiner Zeit langweilig oder gar fehl am Platz wirkend erscheinen lässt. Es ist unglaublich faszinierend, intensiv und fesselnd wie er redet, Pläne schmiedet, kokst, dem Wahnsinn verfällt, tötet und ausrastet.

Gepaart mit einem tollen Soundtrack, exzellenter Kameraführung, guten Nebendarstellern und großartiger Ausstattung wartete also all die Jahre ein Gangsterfilm in PERFEKTION auf mich. Irgendwie bereue ich es, diesen Meilenstein der Filmgeschichte nicht schon früher gesehen zu haben. Doch das habe ich nun endlich nachgeholt und bin sehr glücklich darüber.

Was lange währt wird endlich gut, drum sag "Hello to my little friend", denn "The world is yours".

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

sweetForgiveness

Antwort löschen

Ich arbeite momentan auf 1000 zu...aber Joey wird man wohl nicht mehr einholen :D


SoulReaver

Antwort löschen

Schaue den Morgen auch mal wieder, muss meinen Senf zu dem noch abgeben. Perfektion, du sagst es und dafür ♥ ich dich.


Hanno Jones

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Damals, vor 5 jahren oder so, hab ich meine begeisterung für computerspiele entdeckt! es musste natürlich irgendwas sein, was absolut nicht meinem alter entsprach (die alte geschichte der jugendlichen rebellion ... naja ihr wisst schon ;)) und womit fängt man an? ganz klar: GTA - Grand Theft Auto Vice City! also nix wie nen älteren freund angerufen, rein in den laden und zack - gekauft! für 10 € ... war ja damals schon ein bisschen älter ...
jedenfalls habe ich es geliebt! bestimmt 20 mal durchgespielt, alle versteckten päckchen gefunden, sämtliche nebenquests geschafft und irgendwann konnte ich mit verbundenen augen durch die straßen fahren ...
ähm worauf wollte ich hinaus? achja ... ich hab mich damals gefragt, warum zum henker macht aus dieser unglaublich guten, spannenden und dichten atmosphäre eines PC spiels nicht mal jemand einen film?!

heute, 5 jahre später, hab ich endlich die antwort gefunden! es gibt bereits einen: SCARFACE!
und er ist verdammt nochmal genauso gut, wie ich es mir damals erwünscht habe!
nicht nur die charaktere ähneln sich, die namen, die häuser, die autos, die waffen und sogar die hauptmissionen gleichen dem handlungsverlauf des films haargenau!

also, jedem der gerne mal ne runde zockt und der diesem film mehr als 8 punkte gibt, kann ich nur empfehlen, Tommy Vercetty bei seinem aufstieg in Vice City zur seite zu stehen!

ja und Scarface? Scarface ist grandios! Al Pacino spielt seine rolle, die eines verarmten ex-sträflings, der es schafft, sich im Miami der 80er Jahre vom gelegenheitskriminellen an die spitze des drogenimperiums heraufzuarbeiten derart gut, dass ich gestehen muss, ab sofort ein kleines bisschen angst zu haben! so viel wahnsinn, so viel abgrund zu verkörpern und doch so viel sympathie beim zuschauer hervorzurufen, dass kann man gar nicht spielen oO

doch nicht nur Pacinos spiel, sondern auch ausstattung, kameraführung und musik sind perfekt aufeinander abgestimmt.

großartiger, fantastischer film!

wenn ich nur an all die jahre denke, die er bei mir im regal gelegen hat ... schande schande schande!

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 17 Antworten

morlock

Antwort löschen

Den Trick mit dem Hubschrauber kannte ich noch nicht.^^
Die Mission habe ich aber auch ohne gemeistert.
Um Missionen neu zu starten muss man schon ein bisschen rumrennen, auch wenn der Checkpoint ganz in der Nähe ist.
Bei GTA IV ist das nicht nötig.
Wenn man eine Mission 10x(oder öfter)neu starten muss, nervt das gewaltig.
Wirklich nervig, bzw. ein bisschen unfair sind v.a. die letzten Missionen wie z.B. das Autorennen oder der Banküberfall.
Beim Rennen kann man gar nicht cheaten.
Wie gesagt, ein klasse Game, aber wenn es etwas weniger aufregend wäre, würde ich es besser finden.^^


Hanno Jones

Antwort löschen

oh ja :D
das autorennen hat mich auch so einiges an nerven gekostet und die bank hab ich glaub ich nur ein einziges mal ohne cheats geschafft :D
schlimm war vor allem, dass die bescheuerten bots immer gegen die wände gelaufen sind, beispielsweise bei der mission, bei der man den saveknacker aus dem gefängnis holen musste^^
und für IV ist mein pc einfach zu langsam, das bleibt immer hängen^^


PeaceMaker93

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Maifa Film, der sogar noch besser ist, als der Pate. Hier ist der Ausgleich zwischen Action und Dialogen deutlich besser gelungen, als bei der Pate. Für mich die Nr. 1 der des Mafia Genre. (Ich gehe natürlich von der Uncut Fassung aus)

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Aurea

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Tja. Scarface. Dann versuch ich mal, meine Eindrücke irgendwie sinnvoll zu ordnen.
Zuerst: Ich mag keine Mafiafilme. Ich hab mich jetzt ein Vierteljahrhundert vor dem Paten, Scarface und ihren Freunden gedrückt, aber irgendwann muss man ja mal anfangen. Also: Bier kaltgestellt, ein leckeres Ben&Jerrys danebengestellt und los ging der Abend.
Geschaut habe ich den Film auf englisch und ungeschnitten (soweit ich weiß ist der ja aber eh vom Index wieder runter. Frag mich allerdings wie man da 15 Minuten rausschneiden kann...).
Im ersten Eindruck direkt nach dem Film, ich erlaube mir mal die Freiheit dass so direkt zu sagen, fand ich Scarface richtig scheisse. 3 Stunden Langeweile, zuerst im Hawaiihemd, dann im Anzug. Direkt mal als Jungsfilm abgetan und eine Nacht drüber geschlafen. Aber als ich dann heute morgen beim Frühstück anfing, über den Film nachzudenken, stellte sich nachträglich eine Art Begeisterung ein. Sicher, ich finde immernoch, dass eine halbe Stunde weniger dem Film nicht schaden würde. Aber mir fällt auch jetzt, am späten Nachmittag, kein Film ein, der eine so detaillierte Charakterentwicklung nachzeichnet wie eben Scarface. Sicher ist das vor allem Al Pacino zu verdanken, der dieser Figur einfach genial Leben einhaucht. Junge, macht das Laune ihm beim fluchen zuzusehen, auch wenn es total überzogen daherkommt. Ich würde Tony Montana mal in die Kategorie Anti-Held stecken, für einen "richtigen" Helden ist mir der Kerl einfach zu unsympathisch, zu größenwahnsinnig und zu cholerisch. Trotzdem fasziniert seine Geschichte, sein Aufstieg und erst Recht sein Untergang. Mei, ich erinner mich noch an das Thema "American Dream" im Englisch-Leistungskurs in der Schule, da hätte man den Film ruhig mal zeigen können ;)
Ansonsten ist eigentlich alles stimmig. Der Soundtrack passt, wenn auch irgendwie auf eine komische Art (ich fand dieses Synthie-Zeugs noch nie toll), und die Kulissen sind auch schick anzusehen. Bestärkt mich wieder einmal darin, irgendwann in meinem Leben mal so ein schickes Auto besitzen zu wollen...
Tja, wieso jetzt "nur" 7 Punkte? Wie bereits gesagt, ich hätte mir mehr Straffung im Erzähltempo gewünscht. Irgendwann steht sicher auch mal der Pate auf meiner Liste, da hab ich jetzt schon Schiss vor. Ich finde es zwar prinzipiell toll, wenn Charaktere vorgestellt werden, ich die Chance habe sie kennenzulernen und mit ihnen mitzufühlen. Nur bei Tony Montana klappt das zumindest bei mir einfach nicht. Mir fehlt Sympathie und Mitleid für einen so rücksichtslosen Typen, und jede Minute des Films macht ihn ein bisschen unsympathischer.
Bei anderen Figuren fand ich dann im Gegenzug, dass zuwenig erzählt wurde. Wo ist Michelle Pfeiffer denn auf einmal hin? Da war sie irgendwann einfach weg.
Zusammenfassend würde ich sagen, ich kann schon nachvollziehen wieso so viele Leute diesen Film als kultig bezeichnen. Ich werde ihn sicher beizeiten auch nochmal ansehen, aber erstmal mache ich jetzt Pause mit der Mafia und schau mich woanders um ;).

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nerdkiller

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Da ich mir vorgenommen habe, in nächster Zeit, zu allen meinen Lieblingsfilmen einen (vernünftigen) Kommentar zu schreiben, eröffne ich hier die Rubrik: "des nerdkillers Lieblingsfilme". Lesen Sie heute, Teil 1: "Scarface".

Brian de Palmas "Scarface", kaum ein Film hat das Attribut Kult so sehr verdient, wie "Scarface". Obwohl erst von 1983 ist er schon jetzt einer der größten Klassiker des Gangsterfilms und das zu Recht.

Al Pacino spielt Tony Montana, einen vorbestraften Flüchtling aus Kuba, der Anfang der 1980er Jahre in die USA kommt, um den amerikanischen Traum zu leben. Er ist das perfekte Beispiel für die "vom Tellerwäscher zum Millionär" Geschichte.

Also, Tony kommt in die USA und merkt schon nach wenigen Tagen, dass man den amerikanischen Traum auf legalem Wege nicht leben kann, sondern ins kriminelle Milieu einsteigen muss. Das tut er auch, zunächst als Laufbursche, dann als rechte Hand und irgendwann als alleiniger Boss von Miami. Immer mit dem Gedanken, dass die Welt ihm gehört und dass er sich alles nehmen kann ("The World is yours") im Hinterkopf.

Doch das kann natürlich nicht lange gut gehen, Geld, Macht und die Drogen haben Tony verändert. Er traut niemandem mehr und fühlt sich von Feinden umzingelt, dann zieht er auch einen Job nicht durch, der ihm und seinen Freunden aus dem Kokainbusiness einiges an Ärger erspart hätte, doch immerhin zeigt er während des Jobs dass er noch eine gute Seite hat. Das nützt ihm allerdings nichts mehr, denn das internationale Drogenkartell hat nun die Schnauze voll von Tony und seinem Verhalten und will ihm den Todesstoß verpassen.... In seiner befestigten Villa kommt es nun zum Finalen Showdown...

Al Pacino spielt hier vielleicht eine seiner größten Rollen, eine Rolle, die ausser Pacino niemand hätte spielen können. Keiner hätte den vorlauten, selbstbewussten, cholerischen, paranoiden und größenwahnsinnigen Gangster von der Straße besser spielen könne als Al Pacino. Pacino hat mit Tony Montana eine Figur geschaffen, mit der sich jeder identifizieren bzw. mitfühlen kann und die man einerseits auch wieder für ihr dummes, törichtes Verhalten verachtet. Wenn heute jemand an einen Gangster (kein Gangsta!!!) denkt, dann denkt er an Tony Montana.

Ein absoluter Klassiker des Gangsterfilms und ein Meilenstein des Genres, der großen Einfluss auf die Popkultur und die Filme selben Genres nach ihm hatte.

Mich hat "Scarface" sofort nach dem ersten mal anschauen in seinen Bann gezogen und daher ist er für mich ein Lieblingsfilm und ich bin auch froh, dass die BPJM im letzten Herbst zur Vernunft kam und die FSK 18 Fassung vom Index nahm, jetzt hab ich ihn halt zwei mal auf DVD.

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Hanno Jones

Antwort löschen

@nerdkiller:
schnittberichte.de macht auch die unterschiedlichsten angaben aber ich denke, der original cut hat 170 min ...
filmzensur ist echt ätzend :-/


Joeyjoejoe17

Antwort löschen

Uncut = 164 Minuten. Bei SB.com steht zwar 170, aber in Klammern gleich PAL 164 - und das ist ja der Standard-what-so-ever bei uns.


flatbupfi

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Al Pacino mal wieder grandios ... ich verstehe nicht was hier manche Leute am Soundtrack rumkritisieren, ich finde ihn phantastisch

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jeff Lebowski

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Pate < Scarface < Es war einmal in Amerika

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Oceanic6

Antwort löschen

Nichts geht über DER PATE, kein Film der Welt, außer natürlich DER PATE II :)


Hanno Jones

Antwort löschen

Der Pate < Scarface < Es war einmal in Amerika < Indiana Jones ;)
nee im ernst! hab "der Pate" bis jetzt noch nicht gesehen, aber "Scarface" find ich um längen, oder gerade wegen der nicht vorhandenen längern besser ;)


Yogi1983

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich hab gerade den Film gesehen, der es als vierter auf meine 10er-Liste geschafft hat!! Grandios, ich bin sprachlos!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JanoX

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

SPOILER!

The bad guy's coming through, better get out of the way!

Hmmm. Schwierig. Der Film hat wirklich viele Schwächen. Soundtrack und Sound haben noch das 80er Jahre Alibi, jedoch ist die Story oft fade, nicht gut mit Spannungsmomenten ausgestattet, man weiß dass es irgendwann suboptimal für Monsieur Oberdrogenboss enden wird und wartet halt nur noch drauf, der Exzess nimmt eben seinen Lauf.

Dann gibt es aber noch diesen Typen, diesen ekligen, nervigen, fast schon aufstöhnenden Menschen Tony Montana, der ungefähr 213523859789239278 Mal das Wort "fuck" benutzt und das gerade mal in knapp 3 Stunden! Allein das bringt schon 4-5 Punkte. ;)

Aber ernsthaft, mein Gefühl für TM war von Anfang an das selbe: Mitleid. Keine Bewunderung, keine Glorifizierung, keine Vorbild-Funktion (wie für viele selbsterklärte Vollholz-Wannabe Gangztaaazzz von heute), keine Anerkennung, kein nichts. Einfach nur Mitleid. Dass der Film dass in diesem Maße schafft, obwohl ja der materielle Reichtum, auch wenn er durchweg illegal erlangt wurde, bei ihm wirklich nicht zu enden scheint.

Und vor allem das Ende hat für mich dieses Gefühl bestätigt, denn wenn ein Film seinen Protagonisten so wunderbar märtyrerisch verzweifelt zusammenbrechend sterben lässt, mit der bittersüß-zynischen Neonaufschrift der Brunnenstatue "The World is Yours" beim Heraufzoomen, ist der Höhepunkt des Mitleids im Falle vom allseits UNbeliebten Scarface definitiv erreicht.

Der Film ist Kult, auch wenn es nicht einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

dieGurke

Antwort löschen

du bist eindeutig behindert im kopf


JanoX

Antwort löschen

wenns dir gefällt scheint ja alles gut zu sein, deswegen nehm ich das einfach mal als kompliment ;)


Haschbeutel

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"I always tell the truth. Even when I lie."

Ja Tony, du erzählst uns viel. Sehr viel. Knapp 3 Stunden dürfen wir dir zusehen, wie du vom politischen Flüchtling zum Mafiaboss mutierst und dabei immer mehr deinen Verstand verlierst. Du kokst, fickst und tötest dich an die Spitze und erzählst uns Zuschauern eine wichtige Regel: Man kann ein Kartenhaus bis in den Himmel bauen, aber wenn man die stützenden Elemente entfernt, weil man denkt, auch ohne sie bauen zu können, dann ... ja dann braucht es nur einen Windhauch, um ein komplexes, gigantisches Konstrukt, für das man sein Leben lang gekämpft hat, dem Erdboden gleich zu machen.

SCARFACE habe ich lange vor mir hergeschoben, die Vorhersage von 8.5 hat mich dann zum anschauen bewegt und am Ende hat er mich gut unterhalten. Die Bilder und Szenarien sind großartig eingefangen, dem Soundtrack merkt man das Alter zwar an, aber er ist trotzdem fesselnd. Pacino spielt, wie so oft erzählt, die Rolle seines Lebens. Oder genauer gesagt: Er spielt nicht, er IST Tony Montana. Die Geschichte ist spannend, tief und erzählt viel. Das ist aber auch gleichzeitig das, was ich dem Film ankreide. Alles, was hier in 170 Minuten erzählt wird, hätte man auch gut und gerne in 120 Minuten erzählen können. Es ist nicht so, dass ich mich gelangweilt hätte, aber ich habe mich nach 2 Stunden doch erwischt, wie ich auf die Uhr geschaut habe. Und wieder. Und wieder. Zwar entschädigen Pacinos spiel, die Action, die Bilder und das Finale für vieles, aber eben nicht für eine im Grunde immens simple Geschichte, der man klar das Alter anmerkt.

Nichts desto trotz habe ich hier einen mehr als "sehenswert"es Gangster-Drama gesehen, dessen Zitatwut bis heute unsterblich ist und unendlich viele Nachahmer gefunden hat. Ich persönlich würde zwar nicht so weit gehen, hier von "Kult" zu sprechen, aber in Anbetracht der Entstehungszeit und den Einfluss auf die Nachwelt bis heute kann ich hier einen gewissen Respekt nicht entbehren. Trotz allem - etwas weniger wäre hier deutlich mehr gewesen. Dann wäre es ausgezeichnet geworden.

"You know what? Fuck you! How about that?"

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Andy Dufresne

Antwort löschen

Stufe Den Film deutlich höher ein, aber was du schreibst hat Hand und Fuss!


Mr.Bungle

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Overrated aber trotzdem gut.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

HulktopF

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

SAY HELLO TO MY LITTLE BEWERTUNG :P
grandios gespielt, kontrovers und immer wieder krass anzusehen.
und, das wichtigste zum schluss:
DER FILM IST ENDLICH VOM INDEX RUNTER ♥

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

RoosterCogburn

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Basierend auf dem gleichnamigen Gangsterfilm-Klassiker von Howard Hawks, wurde vor fast 30 Jahren eine der besten Neuverfilmungen (vielleicht sogar die beste!) für die Leinwand geschaffen.

Da sich "Scarface" (1932) sowohl in seiner Titelgebung als auch in seinem Inhalt an der Geschichte Al Capones mehr oder weniger bedient, ist dies bei genauerem Betrachten auch beim Remake von '83 zu entdecken. Es ist in beiden Fällen die Story über den Aufstieg, die Regentschaft und Fall eines Schwerverbrechers. Es gibt in beiden Filmen die Parallelen zu seiner Familie und die Verachtung der Mutter, die sich über den missratenen Sohn bewusst ist. Ebenso wird im Remake auch die Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Geldwäsche thematisiert. Was bekanntlich den echten Al Capone hinter Gitter brachte.

Beim Remake wurde nun natürlich einiges geändert. Sogar sehr viel. Was dem Film gut tut. Er beginnt 1980. Hier ist der Hauptprotagonist ein kubanischer Einwanderer. Anstatt Alkoholschmuggel (das Original spielt zur Zeit der Prohibition) geht es hier um Drogen. So beschreitet Tony Montana seinen eigenen 'American Dream' und arbeitet sich hoch. Das eine oder andere Mal schafft er dabei noch Sympathie zu erwecken. Allerdings wird aus dem selbstbewussten Zyniker ein überheblicher, arroganter und paranoider Arsch.

Besonders bekannt geworden in den 80ern ist "Scarface" für die derben und häufigen Kraftausdrücke (man müsste mal zählen wie oft 'Shit' und 'Fuck' gesagt wird) und seine Gewaltszenen, die heute noch relativ hart sind, aber eigentlich keinen Prüfer mehr hinter dem Ofen hervorlocken sollten. Besonders die bekannte Kettensägen-Szene ist ziemlich brutal, aber das eigentliche zersägen passiert im Off. Es gibt den Film auch in einer gekürzten Version. Bei der wurde die Szene mit der Kettensäge raus geschnitten. Leider muß ich sagen, das mir die Inszenierung zeitweise nicht rund genug ist. Irgendwie fehlt der letzte Kniff zu einem meisterlichen Film. Es kommen ein paar wenige, etwas zu langatmige Sequenzen vor. Und die Musik von Giorgio Moroder mag damals toll gewesen sein - heute nicht mehr.

Mit "Scarface" (1983) haben Drehbuchautor Oliver Stone und Regisseur Brian De Palma den postmodernen Gangsterfilm neu erschaffen. Der Stil des Filmes hat viele folgende Genrefilme geprägt. Ich kann mich einfach am genialen Schauspiel von Al Pacino ergötzen. Der Typ ist in dieser Rolle einfach Porno! Der Mann IST Tony Montana.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

timotion

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

mehr oder weniger generische story, die allerdings in einem großen finale endet. Die letzte vertikale Kamerafahrt war DAS perfekte ende. the world is yours, tony montana.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Torsten Scheib

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

"In this country, you gotta make the money first. Then when you get the money, you get the power. Then when you get the power, then you get the women."
Es sind vorallem solche Zitate, die mir einfallen, wenn ich an De Palmas vielleicht besten Film denken muss. Nüchtern betrachtet, ist "Scarface" nur ein weiterer Gangsterkracher. Mit vielen Drogen, vielen bösen Burschen, viel Bumm-Bumm. Klar, dass die Gangster-Rapper und Hiphopper dieser Welt steil gehen ;-) Aber man darf, nein man MUSS Scarface nicht auf seine überzeugenden Schauwerte reduzieren. Zwischen den Zeilen verbergen sich nämlich kluge, ungeschönte Einsichten - besonders auf den amerikanischen Traum. "Scarface" hat etwas vom römischen Gott Janus: zwei Seiten. Die eine lockt mit Ruhm, Reichtum und Macht, wohingegen die andere unverblühmt die Konsequenzen vor Augen führt. Trotzdem, Mitleid braucht man für Tony Montana nicht zu empfinden. Er war schon in der alten Heimat ein Verbrecher, in den USA lernt er dann noch dazu. Über Al Pacino brauche ich keine Worte mehr zu verlieren, dies ist die Rolle seines Lebens. Klassiker!!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lady-steph

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

"say hello to my little friend" oh ein absoluter Gangster -Klassiker.
Was will man mehr? Drogen, Waffen,Mafia und mittendrin Al Pacino.
Den schau ich mir immer wieder gern an!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kreaexo

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

„The World is yours.“

Es ist soweit. Lange hat es auf sich warten lassen doch auch ich habe nun meinen 700. Film bewertet. Eigentlich war ja geplant, dass nach 'Der Pate‘ (500.) und 'Der Pate 2' (600.), 'Der Pate 3' als 700. folgt, aber wie gewohnt machte mir das Fernsehprogramm einen Strich durch die Rechnung, als ARTE die Filmtrilogie im Fernsehen ausstrahlte und ich deswegen deutlich früher als geplant in den Genuss des dritten Teils kam. Da ich aber die 700 auch mit einem Gangster-/Mafiafilm krönen wollte, wählte ich mir dafür einen Film aus, den ich eigentlich schon vor Ewigkeiten sehen wollte, aber nie wirklich Zeit und Lust hatte. Ihr kennt das bestimmt auch, ihr wollt einen Film unbedingt sehen, schiebt es aber komischer Weise immer weiter hinaus, was eigentlich keinen bestimmten Grund hat.
So war das bei mir auch mit 'Scarface'. Es hat zwar gedauert, aber ich überwand meinen Schweinehund. In der Nacht von Freitag auf Samstag um 01:30 Uhr wollte ich mir 'Scarface' ansehen, allerdings übermannte mich die Müdigkeit nach gut einer Stunde und ich fasste den Entschluss, 24 Stunden später den nächsten Versuch zu wagen. Nach einem entspannenden Samstag, welcher mit der WOK-WM gekrönt wurde, wagte ich mich ein zweites Mal und habe es ohne Anzeichen von Müdigkeit geschafft, dass ich nicht eingenickt bin ist wohl auch 'Scarface' selbst zu verdanken. Meine Eindrücke während der Sichtung werde ich nun erläutern.

'Scarface' von Brian De Palma aus dem Jahre 1983 ist nicht ohne Grund einer der bekanntesten Gangsterfilme weltweit, denn er kann mit den Eigenschaften aufwarten, die ein guter Gangsterfilm benötigt. Er ist atmosphärisch sehr dicht und hat einen Score, der die Handlung gekonnt umrahmt und ins Ohr geht. Die Rollen sind alle hervorragend besetzt und überzeugen mit der einen oder anderen Glanzleistung. Vor allem Al Pacino als aufstrebender, kaltblütiger Gangsterboss Tony Montana, Steven Bauer als Tonys engster Vertrauter Manny Ray, Mary Elizabeth Mastrantonio als Tonys Schwester Gina und die bezaubernde Michelle Pfeiffer als meist zu gekokste Verflossene Tonys Elvira Hancock liefern Paraderollen ab.

Wegbereitend auf dem Gebiet des authentischen Gangsterfilms. Oliver Stone hat mit seinem Drehbuch sicher nicht unwesentlich dazu beigetragen. Hier treten die Gangster so auf, wie man sie sich vorstellt. Skrupellos, abgefahren, in gewisser Weise wahnsinnig und nicht ganz bei Sinnen. Vor allem die letzten beiden Punkte verkörpert Al Pacino. Mit seiner unnachahmlichen Mimik versetzte er mich ins Staunen. Durchaus abgefucked und paranoid. Darüber hinaus kann man in seiner und Marys Darstellung dramaturgische Ansätze nicht verleugnen, was das Gesamtwerk noch eindringlicher macht.

Ein wohlüberlegter Schachzug war es wohl auch, die Handlung im sonnigen Miami stattfinden zu lassen. Das Ambiente, die leicht bekleideten Frauen und das komplette Setting passt zu der Geschichte wie die Faust auf’s Auge. Stellt euch vor: Tony Montana säße im rot-weiß gestreiften Rollkragenpullover, vor ihm auf dem Schreibtisch ein riesiger Berg aus Koks, irgendwo in Grönland. Nein, das passt wahrlich nicht.

Die drastischen Gewaltszenen sind rar gesät, dafür aber stark in Szene gesetzt. Aufgrund der Verstreuung tritt auch an manchen Stellen eine gewisse Langatmigkeit auf, die kurzzeitig verfliegt, dann aber doch wieder auftritt. Immer an den Stellen, an denen nicht wirklich viel passiert, aber die sind genau so verstreut, wie die Gewaltdarstellungen. Am imposantesten finde ich immer noch die Kettensägenszene im ersten Drittel des Films, in der man zwar nicht viel sieht, die Vorstellungen aber reichen, um einen einem Schauer den Rücken runter zu jagen. Man merkt 'Scarface' die 170 minütige Laufzeit an, man wird aber gut unterhalten. Was auch daran liegt, dass die typischen Sprüche nicht fehlen. One-Liner wie „Versuch doch mal deinen Kopf in deinen Arsch zu stecken... dann siehst du ob er da reinpasst.“ und „Essen! Trinken! Ficken! Lecken! Ist das alles?“ fehlen hier genauso wenig wie Weisheiten a la „Lektion Zwei: Werd' niemals high von deinem eigenen Zeug.“. Natürlich ist es auch hier meist der Protagonist, der die coolsten Sprüche auf Lager hat. Ich könnte noch weitere aufzählen, da der Film nur so vor coolen Zitaten strotzt, welche ich aber wohl ganz sicher nicht in meinen allgemeinen Sprachgebrauch aufnehmen werde … es sei denn, ich habe so etwas Ähnliches wie Tony 'Fucked' Montana vor.

Jeder Gangsterfilmbegeistere sollte sich mindestens einmal in seinem Leben 'Scarface' ansehen. Schon allein um den Wegbereiter des authentischen Gangsterfilms zu würdigen. Ich garantiere aber auch jedem, dass es gewiss bei einer Sichtung nicht bleiben wird. Hat euch das Narbengesicht einmal gepackt, lässt es einen nie wieder los.

„Was glotzt ihr denn? Ihr seid doch ein Haufen abgefuckter Arschlöcher. Wollt ihr wissen wieso? Ihr habt nicht mal den Mut, das zu tun, was ihr wollt. Ihr braucht doch Typen wie mich. Ihr braucht Typen wie mich, damit ihr mit euren vollgeschissenen Fingern auf mich zeigt und sagt, das ist der Bösewicht da! Und? Was seid ihr denn dadurch? Gut? Ihr seid nicht gut. Ihr wisst nur, wie ihr euch versteckt und wie ihr leben könnt. Aber ich... ich hab solche Probleme nicht, denn ich sag immer die Wahrheit, sogar wenn ich lüge!“

bedenklich? 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Punsha

Antwort löschen

Also ich weiß es nicht. ;)


Kreaexo

Antwort löschen

Dann weißt du's eben ab jetzt. :D


aberaber

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

de Palmas Meisterwerk.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MagicKollos

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Al Pacino in seiner Meisterrolle .....er gefällt mir hier noch besser als in Der Pate aber das ist geschmackssache

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

blablabla2011

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

el pätschino in seiner coolsten rolle

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films mögen auch