15 Jahre Die Mumie

Warum 1999 das beste Film-Jahr aller Zeiten ist

Mel Gibson als Porter in Payback
© Warner Bros.
Mel Gibson als Porter in Payback

Es existieren bekanntlich mehrere Anwärter auf den Titel Bestes Film-Jahr aller Zeiten. 1939 erschienen zum Beispiel Vom Winde verweht und Der Zauberer von Oz, womit das Jahr schon sehr gut da steht. 1977 starteten allerdings Krieg der Sterne, Eraserhead, James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte, Der Stadtneurotiker, Die Brücke von Arnheim, Unheimliche Begegnung der dritten Art und natürlich Pumping Iron. Damit steht 1977 trotz des Klassikerstatus’ der Urgesteine subjektiv sogar noch deutlich besser da. 1984 punktete dafür mit Perlen wie Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall, Terminator, Nightmare – Mörderische Träume, dem ersten Film der Coen-Brüder namens Blood Simple, Ghostbusters – Die Geisterjäger, Karate Kid, Conan der Zerstörer, Bachelor Party, Indiana Jones und der Tempel des Todes, Es war einmal in Amerika, Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock und der besten Rock ‘n’ Roll-Mockumentary aller Zeiten. Ja, This Is Spinal Tap!

Auch wenn es nach dieser Aufzählung vielleicht unglaubwürdig wirkt: 1994 kann das locker überbieten. Auf der Haben-Seite stehen nämlich nicht nur Filme wie Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv, Dumm und Dümmer oder Die Maske (1994 war ganz klar das Jahr des Jim Carrey), sondern auch Indie-Klassiker wie zum Beispiel Clerks – Die Ladenhüter oder Fresh. Aber auch mit Blockbustern geizten die Filmemacher 1994 nicht und so erreichten uns in diesem Jahr unter anderem Interview mit einem Vampir, Speed, The Crow – Die Krähe, True Lies – Wahre Lügen, Pulp Fiction, Forrest Gump und last but not least Die Verurteilten. Darunter finden sich einige Filme, die manch einer als Bester Film aller Zeiten oder Meilenstein bezeichnen würde. Sie haben ohne Frage nachfolgende Filmemacher geprägt und Grenzen gesprengt. Trotzdem geht es noch doller.

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Auch wenn bereits jetzt einige Leser dieser Zeilen an meinem Verstand zweifeln dürften, behaupte ich trotzdem nach wie vor, dass 1999 noch viel krasser war. Krasser im Sinne der erschienenen Filme, die wegweisend, überraschend oder wagemutig waren. Sicher, davon gab es vorher schon welche und es gibt auch jetzt, danach, immer noch viele. Allerdings glaube ich, dass die so kurz bevorstehende Jahrtausendwende damals etwas Besonderes in den Menschen ausgelöst hat. Vielleicht handelte es sich dabei um eine Art Torschlusspanik, die sich darin äußerte, schnellstmöglich noch sein bestes Werk abliefern zu wollen. Denn wer konnte schon wissen, was am 31.12.1999 um 24 Uhr wirklich passiert? Ob der globale Computer-Crash droht und alles vor die Hunde geht? Auch wenn es wohl nur wenige zugegeben hätten, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Zukunftsangst ein Mitgrund für den hohen und kreativen Output war.

Fangen wir langsam an. Wer in Deutschland aufwächst und eine Sozialisation unter Filmfreunden genießt, wird 1999 wahrscheinlich (wenn er das passende Alter hatte) Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding im Kino gesehen haben. Ja, der Kult-Film hat schon stolze 15 Jahre auf dem Buckel und noch immer müssen seine Zitate in allen möglichen Lebenslagen herhalten. Ralf Richter hat sich mit Kalle Grabowski selbst ein Denkmal gesetzt und sich im selben Atemzug unsterblich gemacht, ebenso Peter Thorwarth. Ebenfalls 1999 erschien eine weitere international weniger beachtete Komödie. In China essen sie Hunde war gewissermaßen mein Türöffner des dänischen, beziehungsweise skandinavischen Kinos. Selten blieb mir das Lachen schöner im Halse stecken oder habe ich einen unsympathischeren großen Bruder erlebt. Außerdem bietet der Film einen unerschöpflichen Zitate-Fundus. “Geh nach Hause, Video gucken!

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"Im Kino Schlafen heißt: dem Film vertrauen."
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