Flibbo - Kommentare

Alle Kommentare von Flibbo

  • 7 .5

    [...] Trotz fraglicher Entscheidungen schaffen Netflix und Berger eine würdige Neuinterpretation des Antikriegsdramas auf Hollywoodniveau, malerisch gefilmt, druckvoll vertont und intensiv gespielt. (Nur leider bestehen viele Dialoge aus unverständlichem Nuscheln; ein beständiges Problem deutscher Filme.) „Im Westen nichts Neues“ trifft, wo er soll: in Herz und Magengrube.

    • 7 .5

      [...] Mal zeichnet die Kamera mit fulminanten Fahrten den Wahnsinn des Schlachtgewimmels, mal steht sie lange fest im Raum und macht sich den Klaustrophobie-Effekt zunutze. Schon der frühe Monosound erzeugt an der Front ein Bombengewitter, das ins Mark geht. Nur glorifizierend wird es nie. Seine pazifistische Botschaft kommuniziert der Film sehr deutlich, bis zu einem fast poetischen Schluss, der sitzt. [...]

      • 6 .5

        [...] „Black Panther: Wakanda Forever“ hat viele technisch eindrucksvolle wie auch rührende Momente – noch eine Schippe mehr als der Vorgänger. Die Fortsetzung strauchelt aber auch merklich zwischen Boseman-Ehrerweisung und neuen Figuren und ist schlichtweg zu lang. Mehr Fokus aufs Wesentliche statt Reizüberflutung wäre spannender gewesen. Und vielleicht auch eine weniger offensichtliche, dafür passendere Wahl für den neuen Black Panther.

        • 5

          Staffel 10 heißt „Double Feature‘, weil sie aus zwei separaten Geschichten besteht; die ersten sechs Folgen unter dem Titel „Red Tide“, anschließend noch vier Folgen „Death Valley“. Es ist genauso wie es klingt: Die Autoren haben zwei halbgare Ideen zu einem Sandwich zusammengeklatscht, statt eine davon ordentlich auszuarbeiten. [...]

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          • 7
            über X

            [...] Die Vibes von „The Texas Chainsaw Massacre“ und Konsorten sind stark, und doch findet West eine kreative Neuinterpretation des Hinterwäldler-Grusels. Angetrieben durch die Porno-Prämisse thematisiert „X“ offen, wovon Slasherfilme eigentlich schon immer handelten: Sex versus sexuelle Frustration und das Morden mit phallischen Waffen als Ersatzpenetration. Das klassische Konzept ‚Final Girl‘ – die letzte Überlebende – wird derweil aufgebrochen. Dessen typische Eigenschaften, Unschuld und Reinheit, gelten nicht mehr, denn in „X“ gibt es nur noch Sündige. [...]

            • 5

              [...] Die Welt von „Die Ringe der Macht“ ist bunt, pompös und generisch in Szene gesetzt. Der CGI-Overkill erlaubt wenig Charme; eine künstlerische Handschrift ist kaum vorhanden. Bis auf vielleicht die Zeitlupen, die mal mehr, mal weniger passen (verstörend: die grinsend reitende Galadriel). Eine emotionale Bindung zu den Figuren fällt schwer, trotz einiger interessanter Gesichter, denn über weite Strecken regiert ein langsames Erzähltempo voller zäher Dialoge. [...]

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              • 5

                [...] Das ‚große‘ Finale und Ende des Mörders mit der weißen Maske wirkt eher sang- und klanglos, im Kontext der Trilogie, aber auch, weil es letztlich nur die x-te Variante eines Slasher-Finales zeigt. „Halloween Ends“ hat ein paar coole Ideen (der Twist im Prolog, die Sache mit der Zunge), ansonsten bestehen die besten Momente leider nur aus Zitaten des Originalfilms oder anderen John Carpenter-Streifen. Dafür gibt es peinliche Dialoge und forcierte Charakterentwicklungen. [...]

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                • 6 .5

                  [...] „She-Hulk“ punktet mit erfreulichen Gastauftritten und Querverweisen für Marvel-Fans, einer gut aufgelegten Besetzung und treibendem Soundtrack. Inhaltlich ist die Serie zu beknackt, um wegzuschauen, grenzwertig, aber sehr kurzweilig. Würde das MCU diesen Stil fortan durchziehen, wäre es sein Todesurteil, doch etwas augenzwinkernder Quatsch zwischendurch schadet nicht.

                  • 7 .5

                    [...] „Drive My Car“ ist ein besonderes, vielschichtiges Drama über Trauerarbeit und Kommunikation, ohne große Gesten ergreifend gespielt. Oberflächlich betrachtet etwas zäh und repetitiv, ist es doch ein Film, der nachhallt und wächst, wenn man sich auf ihn einlässt.

                    • 5 .5
                      über Blond

                      [...] „Blond“ ist eine intensiv gespielte, effekthascherische und deprimierende Hommage an einen der größten Stars aller Zeiten, fast mehr jedoch eine Abrechnung mit Hollywood und Untermauerung der #MeToo-Bewegung. Der hypnotisch gewollte Stil kippt ins Anstrengende; die dröge Musik von Nick Cave und Warren Ellis („Hell or High Water“) macht es nicht besser. Für Fans der Monroe eher verstörend.

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                      • 7 .5

                        [...] Der neunte Spielfilm von P.T.A. entflieht Konventionen und fasziniert mit einer bunten Mischung aus Szenarien rund um ein ungleiches Paar, mal herzlich und sensibel, mal schräg. Als Kehrseite zieht er sich auch etwas in die Länge und scheint nicht zu wissen, wo er hinwill. Aber die Inszenierung ist einfach zu gut, um ihrem Charme zu widerstehen.

                        • 9

                          Rückblickend erschien die Trilogie zur perfekten Zeit, um eine glaubhafte Fantasiewelt zu zeigen. Makeup und Miniaturen sorgten für grandiose Illusionen, während auch Effekte aus dem Computer nie dagewesene Möglichkeiten boten. Gerade Teil 3, der mit Abstand die meisten VFX-Shots beinhaltet, schafft eine geniale, fast nahtlose Vermischung praktischer und digitaler Effekte, kurz bevor ein Computer-Look bei großen Kinofilmen zum Standard wurde. [...]

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                          • 8

                            [...] Schwierig: Durch den ausführlichen Besuch beim Menschenvolk Rohans fühlt sich „Die zwei Türme“ über weite Strecken mehr wie ein gewöhnlicher Mittelalterfilm an, statt des Fantasy-Epos, das der Vorgänger verspricht. Die neu eingeführten Charaktere gehören zu den weniger interessanten in Mittelerde. Dafür bietet die Schlacht um Helms Klamm aber ein grandioses Finale; eine der besten Schlachtszenen der Filmgeschichte. [...]

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                            • 10

                              [...] Die Kamera mit ihrer Mischung aus beeindruckenden Totalen und intimen Großaufnahmen, die wunderschönen Sets, die fantastische Musik, die unverbrauchte Besetzung – alles fügt sich zusammen zu einer runden, packenden Geschichte über verschiedene Kulturen im Kampf für ihre Natur. „Die Gefährten“ ist ein perfekter Abenteuerfilm; allein der Prolog: pure Magie. [...]

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                              • 7
                                über Nope

                                [...] Die Handlung entfaltet sich langsam und geheimnisvoll, während Kameramann Hoyte van Hoytema („Interstellar“) die Weite der Drehorte sehr greifbar einfängt. Von Anfang an liegt Suspense in der Luft, und bis zum Schluss gibt es wenig Klarheit. Zum wohligen Grusel mischt sich immer wieder eine gesunde Prise trockenen Humors. Wo Mainstream-Horror-Fans vergeblich auf mehr Action warten, herrscht eine sanft packende Atmosphäre voller Symbolkraft. [...]

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                                • 5 .5
                                  über Prey

                                  Mit „Prey“ geht die ‚Predator‘-Filmreihe zu ihren Wurzeln und noch weiter zurück. Obwohl der Film im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, verkörpert er die sehr aktuelle Forderung der Patriarchat-Zerschlagung. Protagonistin Naru sendet die zweifelhafte Botschaft, dass diejenige gewinnt, die am dreistesten aufmuckt. Fiel der Originalfilm von 1987 in die Blütezeit der Muskel-Machos, ist „Prey“ die feministische Antwort darauf. Die Handlung bleibt im Kern die gleiche. [...]

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                                  • 7

                                    [...] Das Schaf im Wolfspelz ist die dünne Vergeltungsgeschichte um einen Wikinger, der sein Leben für einen Ehrencodex verschwendet – primitive Denkweisen aus einer primitiven Zeit eben. Eggers kniet sich ironiefrei in die Theatralik des Märchens hinein, was es erzählerisch eher fad macht. Hier zählen das Szenenbild, die Musik, visuelle Effekte sowie das hingebungsvolle Schauspiel von Alexander Skarsgård („Godzilla vs. Kong“) & Co. Die Verpackung eben. [...]

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                                    • 6

                                      [...] Gerade durch Afflecks Besetzung erinnert „Tiefe Wasser“ an „Gone Girl“, wirkt letztlich jedoch nur wie dessen Discount-Version. Lynes erotischer Psychothriller bietet einen netten Suspense-Faktor, wiegt in Unsicherheit und spielt durch ambivalente Figuren mit der Frage, wer hier eigentlich ‚böse‘ ist. So weit, so interessant, nur lehnt sich das Drehbuch immer weiter aus dem Fenster und scheitert letztlich an der Glaubwürdigkeit. Der Versuch eines pointierten Endes gelingt nur bedingt. [...]

                                      • 5

                                        [...] Auf der einen Seite gibt es die Coming-of-Age-Elemente inklusive Liebesdreieck, auf der anderen Kamalas dramatische Familiengeschichte – die Handlungen stehen sich in den nur sechs Folgen gegenseitig im Weg und bleiben dadurch unausgegoren. Generell wirkt das Drehbuch stellenweise faul und springt mäßig plausibel zum nächsten Plotpunkt. „Ms. Marvel“ dient letztlich nur als Hinführung zum Kinofilm „The Marvels“ (2023). Für sich alleinstehend reines Mittelmaß.

                                        • 6 .5

                                          [...] Die Stärke von „Pleasure“ ist zugleich auch die Schwäche: Weil die Regisseurin Interpretationsraum lässt und letztlich neutral bleibt, droht die Handlung auch, ins Plätschern zu geraten und zu versanden. Das Publikum muss die Licht- und Schattenseiten der Pornoindustrie sowie die Hauptfigur für sich selbst erörtern. Trotzdem gelingen einige feine Beobachtungen und intensive Momente, abgerundet vom treibenden Soundtrack. Ninja Thyberg könnte die nächste Sophia Coppola („Lost in Translation“, „Somewhere“) werden, nur mehr ‚in your face‘.

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                                          • 8
                                            Flibbo: Wie ist der Film? 26.07.2022, 01:02 Geändert 27.07.2022, 17:23

                                            [...] Formvollendet fügen sich die packend montierten Einzelplots in Episode 7 zusammen, bevor die überlange Finalfolge 9 noch einen draufsetzt. Mit Staffel 4 offenbart die Serie einen Masterplan, beantwortet große Fragen und belohnt die Fans, die bis hierhin am Ball geblieben sind. Die Horrorelemente geraten noch fieser, die Dramaelemente noch reifer und bewegender. Liebenswertes Staffel-Markenzeichen ist die Figur Eddie, die „Stranger Things“ endlich auch ‚Metal‘ macht. [...]

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                                            • 7

                                              [...] „Love and Thunder“ vermengt viele Zutaten, die eigentlich nicht zusammenpassen, und unterhält gerade dadurch über dem Superhelden-Durchschnitt. Eine schrille Liebeskomödie mit einem Klecks Düsternis und jeder Menge Rock ´n Roll.

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                                              • 5
                                                über Morbius

                                                [...] Grobe Schnitzer leistet sich die Handlung nicht, nur ist sie einfach völlig generisch und plätschert vor sich hin. Keine Figur ist interessant genug gezeichnet, um emotional mitzunehmen. Die düstere Verwandlung von Mann zu Monster und diverse Mordszenen bergen Potenzial, aber Sony und Marvel haben sich natürlich nicht getraut, einen echten Horrorfilm zu machen.

                                                • 6

                                                  [...] „Metal Lords“ (nicht zu verwechseln mit „Lords of Chaos“) ist eine wirklich niedliche Teeniekomödie, speziell für Metalfans. Wären die Hauptfiguren nicht so überzeichnet und die Handlung um den Bandwettbewerb nicht so platt, könnte die Reise dreier suchender, musikalischer Seelen noch etwas tiefer berühren.

                                                  • 5 .5

                                                    [...] Speziell in der ersten sowie der vorletzten Folge feuert „Moon Knight“ ein herrliches Mindfuck-Verwirrspiel ab. Jedoch schwächelt die Serie bei der gewünschten Auflösung. Die Handlung bleibt bis zuletzt wirr, was die emotionale Bindung zu den Figuren behindert. Die eigentliche, interessante Kernthematik – psychische Krankheit – geht im Tohuwabohu um alte Gottheiten etwas unter. Sogar der titelgebende Moon Knight selbst gerät irritierenderweise in den Hintergrund. [...]

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