Ariel - Abgebrannt in Helsinki
Ariel (1988), FI Laufzeit 73 Minuten, Drama, Kinostart 31.08.1989
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
70 Bewertungen
3 Kommentare
Keine
von Aki Kaurismäki, mit Turo Pajala und Susanna Haavisto
“Ariel” ist dem Andenken an die finnische Wirklichkeit gewidmet. Ein Bergwerk wird gesprengt. Taisto Kasurinen verlässt Lappland, als die Mine in der sein Vater und er arbeiten, geschlossen wird. Sein Vater erschießt sich. Taisto steigt in einen amerikanischen Straßenkreuzer und fährt tausende Meilen mit offenem Verdeck nach Helsinki. Dort verliert er sein Geld, findet eine Frau, kommt ins Gefängnis und bricht wieder aus. “Ariel” bewegt sich irgendwo zwischen poetischem Realismus und schwarzer Komödie. Ein Film, so dunkel und schön wie ein Septemberabend.
Cast & Crew
-
Aki Kaurismäki
-
Turo Pajala
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Taisto Olavi Kasurinen
-
Susanna Haavisto
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Irmeli Katariina Pihlaja
-
Matti Pellonpää
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mikkonen
-
Eetu Hilkamo
Regie
Schauspieler
-
Aki Kaurismäki
- Genre
- Sozialdrama
- Ort
- Helsinki
- Handlung
- Außenseiter, Fabrikarbeiter, Freiheitsentzug, Sträfling, Verlieben
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Ariel - Abgebrannt in Helsinki
Fans dieses Films mögen auch
Schatten im Paradies
FI 1986
Le Havre
FI/FR/DE 2011
Das Leben der Boheme
FI/IT/DE/FR/SE 1992
I Hired a Contract Killer
FI/GB/SE/DE 1990
Der Mann ohne Vergangenheit
FR/FI/DE 2002
Trailer zum Film Ariel - Abgebrannt in Helsinki
Leider haben wir noch keinen Trailer.















Kommentare (3) — Film: Ariel - Abgebrannt in Helsinki
Kommentar schreibenDeathShark 2012/05/03 09:49:01
Kommentar löschenSo schön, wie alle seine anderen Filme. Nicht ganz so perfekt wie "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik" und nicht ganz so toll wie "Der Mann ohne Vergangenheit", aber trotzdem verdammt gut.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ElMagico 2011/11/01 16:39:08
Kommentar löschenAki Kaurismäki erzählt uns diesmal die Geschichte des glücklosen Taisto und auch wenn in "Ariel" wieder ein sehr tristes Bild Finnlands gezeichnet wird, so ist dieser Film doch schon fast episch, zumindest für kaurismäkische Verhältnisse.
Diese kleine Odyssee des Taisto, die ihren Ursprung im wirtschaftlichen Niedergang Finnlands hat und den Helden ungewollt zum Kriminellen werden lässt, ist aber natürlich umgesetzt mit dem typischen Realismus und der gewohnten Schweigsamkeit. Hier gibt es keine Bilder, Dialoge oder Gesichter, die dem Ganzen etwas Versöhnliches schenken. Alle Menschen hier scheinen Roboter zu sein, Arbeitskräfte für ein undurchschaubares und herzloses System, dessen Mechanismen von den Menschen übernommen geworden sind. Denn auch die Menschen sind undurchschaubar und oft herzlos. Selten zuvor sah man einen undramatischeren Selbstmord als den, der Taisos Reise einleitet. Selbst die Liebe scheint hier nicht mehr zu sein, als ein Vertrag zwischen 2 Menschen.
Seltsamerweise erkennt man erst im Gefängnis die ersten wahren menschichen Regungen, entwickelt sich langsam so etwas wie Freundschaft zwischen Taisto und seinem Zellenkumpanen und dadurch offenbart sich plötzlich auch das Wesen Taistos mehr und mehr. Und es scheint als werden auch ihm die Augen geöffnet, den der kleine Mann versucht ab nun nach den Sternen zu greifen. Alles andere als ein steiniger Weg wäre bei Kaurismäki eine Überraschung, vorrallem da bei Taisto prinzipiell alles schief zu gehen scheint, aber die Menschen in dieser unwirtlichen Umgebung scheinen gelernt zu haben sich durchzubeissen. Sigrun schrieb mir Heute ein Zitat zu "Varjoja paratiisissa", aber auch zu "Ariel" passt das ganz wunderbar: "Immerhin, bis zum Abspann ist das Schiff noch nicht untergegangen."
Etwas überrascht war ich aber doch, dass Kaurismäki hier eine recht freundliche Bildsprache anwendete, die oft Weite und Grösse vermittelt, während die kognitive Ebene eine beengende und kranke Gesellschaft aufzeigt. Natürlich ist "Ariel" kein kunterbuntes Spektaktel...aber ich empfand in einfach heller und eben irgendwie grösser in seiner visuellen Kraft, ohne Kaurismäkis Handschrift abzulegen.
Inhaltlich erinnerte mich "Ariel" desöfteren an die dramatischen Klassiker der 50er Jahre wie "On the waterfront", welche ähnlich soziale und gesellschaftliche Thematiken mit dem Werdegang eines Outsiders verknüpften. Auch die Romane eines John Steinbeck kommen einem immer wieder in den Sinn.
Wo in den damaligen Filmen jedoch noch Hoffnung und Kampfeswille zu erkennen waren, findet man in einem Film wie "Ariel" mittlerweile fast nur noch Resignation und eine süss-saure Bitterkeit.
bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
ElMagico 2011/11/01 16:41:01
Antwort löschenAch und: Abgebrannt in Helsinki????? Wer hat diesen Namen denn nun wieder verbrochen?
LynchFan1706 2011/11/01 17:38:35
Antwort löschenSchön geschrieben! Angeregt durch deine Kaurismäki Kritiken habe ich durch seine Filmographie gestöbert und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich keinen einzigen Film kenne... Welchen Film würdest du einem Kaurismäki Laien für den Anfang empfehlen?
Alle 4 Antworten zeigen
ElMagico 2011/11/01 17:56:19
Antwort löschenKenn sie leider auch nicht alle...aber "Der Mann ohne Vergangenheit" kann ich dir ohne Bedenken ans Herz legen!
LynchFan1706 2011/11/01 18:26:25
Antwort löschenMerci, Le Havre habe ich auch schon vorgemerkt.
annaberlin 2008/05/28 12:11:06
Kommentar löschenEiner der besten Filme Kaurismäkis. Dieses Sozialdrama ist voller abgebrannter Typen, sehnsüchtiger, finnischer Rock'n'Roll-Musik und einer traurigen Geschichte voller Hoffnungsschimmer in einer materialistisch-kapitalistischen Welt. Kaurismäki gilt zu recht als einer der führenden Autorenfilmer Europas, steht jedoch mit seinen außergewöhnlichen Dramen als einzigartig dar. Ariel vereint alles, was einen guten Kaurismäki ausmacht!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten