Der Dialog

The Conversation (1974), US
Laufzeit 113 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 12.09.1974

7.7 Kritiker
19 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.8 Community
776 Bewertungen
26 Kommentare
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von Francis Ford Coppola, mit Gene Hackman und John Cazale

Der Dialog, den der Abhörspezialist Harry Caul (Gene Hackman) mit seinen Überwachungsgeräten belauscht, bereitet ihm schlaflose Nächte. Der zurückgezogen lebende Caul vermeidet den persönlichen Kontakt mit Menschen und besitzt kein eigenes Telefon. Doch in seiner Branche ist der freischaffende Techniker als einer der besten Abhörspezialisten bekannt. Seine oberste Regel ist es, sich nicht darum zu kümmern, was seine Klienten mit den von ihm angefertigten Tonbandaufnahmen bezwecken. Auch als er für einen mysteriösen Klienten (Robert Duvall) und dessen Assistenten (Harrison Ford) zwei Personen bespitzeln soll, denkt sich Caul nichts weiter dabei. Doch irgendetwas stimmt mit dem abgehörten Dialog nicht… Caul meint, es sei von einem Mordkomplott die Rede. Den Abhörspezialisten beschleicht der Gedanke, er selbst könnte bespitzelt werden.

Hintergründe & Infos zu Der Dialog
Fasziniert von Michelangelo Antonionis Film BlowUp – Ekstaze ‘67 überträgt Francis Ford Coppola in Der Dialog das Konzept der medialen Paranoia von der Fotografie auf das Tonband. Die Dreharbeiten von Der Dialog waren bereits vor dem Abhörskandal, der US-Präsident Richard Nixon das Amt kostete, abgeschlossen. Jedoch kam Der Dialog erst nach dem Bekanntwerden dieser politischen Affäre in die Kinos und wurde von der Öffentlichkeit als Kommentar zur aktuellen Lage der Vereinigten Staaten aufgefasst. Dass viele der Apparaturen in Der Dialog auch in der Realität von Nixon zur Anfertigung geheimer Tonbänder eingesetzt wurden, untermauerte diese Theorie, gegen die sich Regisseur Coppola jedoch zur Wehr setzte. (AK)

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Kritiken (4) — Film: Der Dialog

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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8.5Ausgezeichnet

„The Conversation“, einer der meist gefeierten Filme von Francis Ford Coppola, ist einer jener Thriller, die sich intensiv mit dem Seelenleben, der Psyche der Hauptfigur beschäftigen und sie durchleuchten, dem Geschehen und der Person einen realistischen Anstrich geben, wie auch „French Connection“, der ebenfalls ein Film mit einem depressiven Antihelden als Hauptcharakter ist. „Der Dialog“ lebt nicht von Actionszenen, die den Zuschauer am Ball halten sollen, sondern es ist bewusst ein sehr langsamer Film geworden, der sich nicht um die eigentliche Operation bzw. das Mysterium darum dreht, sondern um den Operator Caul und dessen Umgehen mit dieser Situation.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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7.0Sehenswert

Die große Qualität von Coppolas Film ist nicht die Handlung, denn die ist sehr schlicht. Es ist auch nicht Gene Hackmans gekonnt-verbissene Darstellung der Hauptfigur. Die bleierne Atmosphäre, die Der Dialog von Anfang bis Ende erfüllt, ist der größte Trumpf des Films. Die karge Inszenierung und die immer grauen Bilder lassen den Zuschauer nicht Luft holen, die unspannende Geschichte ist keineswegs unterhaltsam, Der Dialog konzentriert sich inhaltlich vollkommen auf die subtile Charakterisierung der Hauptfigur, deren Einsamkeit und Verfolgungswahn sich stetig erschließt und zum gelungenen Ende führt. Vorsicht: Die Synchronfassung zerstört die Pointe der Geschichte.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Filmsuechtiger

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Der Wikipedia-Artikel ist recht ausführlich und gibt Aufschluss: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Dialog#Handlung


michael-petrovic-brings

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Na okay, das stimmt ja in der Tat. Das gibt dem ganzen natürlich noch ne bittere Priese Ironie


Flibbo: wieistderfilm.de

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6.0Ganz gut

[...] Ist man nicht aufmerksam, entsteht schnell der Eindruck, es würde irgendwie nichts passieren. Dabei hat Francis Ford Coppola sein Werk mit Gesellschaftskritik, Spannung, Krimi und Psychodrama angereichert. Da sich diese Faktoren aber allesamt quasi nur im Subtext abspielen, droht nicht selten die Langeweile, wenn man zusieht, wie der zurückhaltende Gene Hackman von hier nach da schlendert. Musik und Kameraarbeit sind auf verspielte, experimentelle Weise Inhalt und Atmosphäre des Films angepasst. Das und die Zeichnung eines Charakters, der sich nach und nach als sehr tragisch herausstellt, sind die eigentlichen Trümpfe des Films. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

m. wagenhäuser: Familieneinladungen.de

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8.5Ausgezeichnet

Arbeit über die Rolle der Religion in »Der Dialog«

Die Hauptfigur Harry Caul (Gene Hackman), ein Abhörspezialist, führt ein einsames Leben ohne soziale Bindungen. Seine karg ausgestattete Wohnung enthält kaum persönliche Dinge: »I don‘t have anything personal, nothing of value, nothing personal exept my keys«. Bezeichnenderweise ist der Abhörspezialist selbst paranoid und fürchtet um seine privaten Informationen, die er ...

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Kommentare (22) — Film: Der Dialog

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Benjamin W.

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Bewertung7.5Sehenswert

Am Anfang: Überwachung. Quälend langsam zoomt die Kamera an den Union Square heran und verfolgt, nachdem sie sich ausgiebig einem Pantomimen gewidmet hat, einen Mann, der schon auf den ersten Blick seltsam verloren wirkt. Harry Caul heißt er und ist Abhörspezialist, der sein eigenes Leben frenetisch abriegelt, während der Arbeit jedoch mit derselben Konzentration in die Privatsphäre anderer eindringt. Coppolas erstes symbolisches Vordringen in die Welt (des von Gene Hackman brillant verkörperten) Außenseiters ist eine kluge, weil unauffällige Metapher: Im Observationsbus blickt er durch einen Einwegspiegel - er sieht hinaus, aber die Beobachteten nicht hinein. Still schildert "The Conversation" von da an formal zwischen subjektiver Erzählperspektive und technisch beeindruckend umgesetzter Überwachungssuggestion changierend seine tiefsinnige Charakterzeichnung fort, bietet Einblick in das Leben Cauls, erweckt Mitleid, als von seiner tragischen Kindheit erzählt wird, und wahrt doch stets das Bild einer reinen paranoiden Hülle. Den Protagonisten widerspiegelnd bewegt Coppola dabei die Handlung, die sich ohnehin fast ausschließlich im Kopf Cauls und damit auch des Zuschauers abspielt, nicht nur ruhig, sondern träge, gelangweilt voran, bleibt somit seiner Intention treu, streckt einige Szenen jedoch beinahe unerträglich in die Länge. Auch der "Höhepunkt" ist auf diese Weise gehalten: keine richtige Aufdeckung, keine klare Lösung - "The Conversation" bleibt auch da im Argen, im Ungewissen. Und am Ende: Überwachung. Die Kamera schwenkt mechanisch hin und her, mustert Caul, wie er Jazz spielend seiner Wohnung sitzt. Der Kreis schließt sich.

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Marti DiBergi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Technisch zwar nahezu perfekt umgesetzt, fällt der Film wegen einiger Unstimmigkeiten und Drehbuchschwächen ein wenig con Coppolas anderen Filmen der 70er ab. Trotzdem ist die Geschichte faszinierend und die Inszenierung ungewöhlich und spannend. Sollte eigentlich zu den besten Filmen einen Regisseurs zählen, aber zwischen "Der Pate" 1 und 2 würde wohl jeder Film untergehen.

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dbeutner

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der ganz wenigen Filme, denen ich bereit bin, einen Bonus fürs Erscheinen "in ihrer Zeit" zu geben. Sicherlich relativ mutige Inszenierung - trocken, mehr oder minder actionfrei, introvertiert, das ganze aber dennoch mit einer gewissen Grundspannung und tollen SchauspielerInnen.

Die von Anoirja ja schon herausgestellte Drehbuchschwäche ist schon ein echter negativer Hammer, aber wie gesagt - hier bin ich mal großzügig, verstehe aber, wenn man das negativer bewertet - so etwas musste auch 1974 nicht sein.

Und /bin/ ich froh, den Film im Original gesehen zu haben - allerdings hätte ich mal am Ende auf die deutsche Spur umschalten sollen, denn wenn das betonungsmäßig Müll ist, wäre das ja mal wieder ein ganz tolles Beispiel für den Schaden, den eine Synchronisation anrichten kann..

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Anoirja

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Bewertung7.0Sehenswert

Durch die kürzlich erschienene Blu-ray Disc wurde ich mal wieder an den Film erinnert und habe nun diese Lücke schließen können. Ich sehe mir zugegebenermaßen ab und zu auch mal gerne Filme mit deutscher Synchro an (verhöhnende Worte, ich hör euch trapsen ;) ), aber hier ist die Synchro definitiv ein Fehler gewesen - habe erst im Nachhinein von der unterschiedlichen Betonung des entscheidenden Satzes Kenntnis erhalten. Bedächtig inszenierter, eindringlich gespielter Paranoia-Thriller mit ein paar Drehbuchschwächen, die leider so gravierend sind, dass ich den einfach nicht besser bewerten kann.

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ElMagico

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ja die Szene war seltsam, auch weil er der Frau dann auch gleichmal sein Seelenleben ausbreitete, welche umgehend mit ihm ins Bett wollte...wie es halt so ist im richtigen Leben :D...naja zum Glück ist er auf dieser Mini-Party dann noch bissl ausgeflippt...daher konnt ich dem Film die Szene verzeihen...


Anoirja

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Würde es sich um einen Action-Thriller o. ä. handeln, hätte ich wohl auch beide Augen zugedrückt. Da sich der Film in erster Linie als Charakterstudie versteht, ist das für mich schlichtweg unverzeihlich.


lens flare

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

die menge an narrativen elementen ist so überschaubar, dass man kaum glauben mag, wie kunstvoll, dicht und dabei beiläufig und immer überraschend sie verwoben werden. ton und bild greifen unablässig ineinander, nuanciert und suggestiv. das mach einer nach.

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Schlegel

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Soll ich?


lens flare

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dann will ich ein kind von dir.


ElMagico

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Diesem Film musste ich erst einmal ein paar Tage geben um sich zu legen, Gedanken nachgehen zu können und das Gesehene einzuordnen. Denn "The Conversation" zieht an sovielen Strängen und das nicht nur in sich als Kunstwerk, sondern auch in seiner Nachwirkung. Unter dem Deckmantel eines ansprechenden und fesselnden, wenn auch sehr ruhigen Thriller, benutzt er seine Hauptfigur Harry Caul um uns die Ängste der Gesellschaft und des Einzelnen in einer technisch geprägten Umwelt vorzuführen. "The Conversation" geht aber einen Schritt weiter, hält sich nur kurz mit Oberflächlichkeiten und Allgemeinplätzen auf und das macht ihn zu etwas besonderem.
Für mich potraitiert der Film ein modernes Leben, welches ständig vorm Abgrund steht. Kaum Gedanken ohne Sorge, eine ständiger Hauch von Schuld ob des Wissens was man tagtäglich tut. Und die Konsequenz daraus: Diese unmoralischen, verwerflichen Schritte die ich selbst zuweit gehe...wenn ich das tue, dann werden es andere auch tun. Somit ist die Welt eine bedrohliche, weil ich um mich weiß.
Und so ist dies mehr eine Charakterstudie des Harry Caul, als das es der vordergründige Thriller ist. Wir erleben einen zutiefst verunsicherten Menschen, mehr als nur hervorragend dargestellt von Gene Hackman, der immer wieder sein Hände ausstreckt nach einem guten und erfüllten Leben, der sich aber auch bei jeder Regung sofort wieder zurückzieht. Ein Mann der zuviel gesehen und getan hat um noch wirklich Vertrauen sich können...niemanden, sich eingeschlossen und somit in dem Zwiespalt lebt einsame Leere zu leben oder die Ängste der Gesellschaft auszustehen. "The Conversation" ist dabei nicht immer so akkurat, wie er es in der Darstellung seiner technischen Aspekte ist, und manchmal ist er sogar etwas unlogisch (besonders das Frauenbild ist kein sonderlich gutes), aber er trifft den richtigen Ton, legt die Finger auf die richtigen Stellen und entfaltet dadurch eine ungemeine Wirkung.
Doch wie oben schon geschrieben, auch die Thriller-Elemente funktionieren und das vorallem, weil uns "The Conversation" zum Komplizen des Harry Caul macht. Wie er, müssen wir uns damit zufrieden geben nach und nach kleine Teile eines Puzzles zu bekommen, von denen wir noch nicht einmal wissen wo sie hingehören, da wir keine Ahnung haben wie das Bild am Ende aussehen wird. Man ist dem Film ausgeliefert, man hat nicht diese Gott-Stellung wie so meist in diesen Filmen und das gibt "The Conversation" eine weitere interessante Note.
Sehr zurückhaltend inszeniert und voller Bildern, welche scheinen als wollen sie auch etwas verbergen, weiß "The Conversation" auch handwerklich zu überzeugen. Sehr lobenswert ist auch die spannende einbeziehung der akustischen Komponenten.
Toller Film, der wirklich viele Sinne anspricht und es schafft Gedankengänge loszutreten, die Tage nach Sichtung des Filmes in völlig anderen Bereichen enden (oder auch nicht), als es die Thematik des Films erstmal vermuten lässt. Das schöne dabei ist aber: All das überlädt den Film nicht, seine Wirkung entfaltet "The Conversation" langsam und kaum merkbar.

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JackoXL

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wie bei "The Outsiders" habe ich lange darauf gewartet, den endlich sehen zu können, die Fernsehausstralungen hab ich regelmässig verpasst. Das Warten hat sich aber gelohnt. Auch wenn sich zwischenzeitlich die ein oder andere Länge eingeschlichen hat, am Ende war ich begeistert. "Der Dialog" ist zweifellos ein weiteres Meisterwerk des (einst) genialen Francis Ford Coppola. Ein zugegebener Maßen sehr stilles, das aber genau dadurch eine fiebrige, sogartige Wirkung erzeugt, dem man sich spätestens im letzten Drittel kaum noch entziehen kann.
Coppola gelingt es zu gleichen Teilen einen spannenden Thriller als auch eine faszinierende Charakterstudie zu erschaffen. Überwachungsspezialist Harry Caul wird herrausragend verkörpert von Gene Hackman, der alle Facetten dieser tiefgründigen Figur optimal zur Geltung bringt. Berufsbedingt ist Harry nicht nur ein äußerst vorsichtiger Mensch, man kann ihn schon als paranoid bezeichnen. Um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten lebt er zurückgezogen, in sich gekehrt und vermeidet es, sich vor anderen Menschen zu sehr zu öffnen. Darüber hinaus hat der gläubig Katholik auch noch mit dem moralischen Aspekt seines Jobs zu kämpfen. Diese Zerissenheit zwischen absoluter Professionalität, sozialer Isolation und emotionalem Dilemma wird hervorragend ausgearbeitet. Dieser Charakterzeichnung stellt Coppola zwischendurch den Thrillerplot hinten an, wodurch das Tempo etwas leidet. Soll aber kein Kritikpunkt sein, im Gegenteil. Erst durch diese detaillierte Darstellung kann das grandiose Finale erst seine volle, beklemmende Wirkung erzeugen.
Als Randnotiz sollte noch der begnadete John Cazale erwähnt werden, wie immer in seiner viel zu kurzen Karriere nur in einer Nebenrolle zu bewundern. Das dieser Mann so früh verstorben ist, wirklich traurig. Ein ungewöhnlicher Charakterkopf, wie man ihn sich heute oft wünschen würde.
"Der Dialog" ist einer dieser Filme, für den man sich Zeit nehmen muss, um ihn voll auf sich wirken zu lassen. Das lohnt sich aber definitiv. Einer der besten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

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Prechtl

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Schöner Kommentar und gut, dass du John Cazale extra herausgestrichen hast. Ich halte ihn ebenfalls für einen sehr fähigen Schauspieler. Aber weil er immer nur Nebenrollen gespielt hat, bekommt er heute nicht mehr viel Beachtung :/


JackoXL

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Danke schön.
Der Mann hätte echt mehr Beachtung verdient, aber war halt nie der A-Star. Vom Talent ein ganz Großer.


spanky

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Bewertung7.5Sehenswert

Durchweg spannender Thriller im Gewand einer Charakterstudie, mit der Coppola leider die psychologische Tiefe von "Blow Up" nicht ganz erreicht. Hackmans fast autistisch angelegte Hauptfigur mit ihrem Hang zu Jazz und ihrer streng katholisch geprägten Gewissensverarbeitung ist jedoch von poetischer Brillanz. Die kurzen Auftritte von Charakterköpfen wie Duvall oder dem seltenen Cazale runden das Prädikat dieses Films zu einem "Must See" auf.

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DerDude_

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Bewertung9.0Herausragend

Was ist der Dialog ?
Nur eine Unterhaltung zwischen zwei Filmfiguren ?
Oder mehr ? Oder weniger ?
Der Dialog ist das vielleicht interessanteste Werk von Kultregisseur Francis Ford Coppola. Der Film beschreibt minimalistisch ,zurückhaltend Paranoia , Schuld und Isolation. Er handelt von einem Abhörspezialisten ,der seinen Job nicht nur betreibt sondern ihn lebt. So scheint er jede Gefühlsregung in sich zu verdrängen. Jedoch verhilft ihm dies dazu ,seinen Job so präzise und genau auszuführen ,wie möglich. Jedoch glaubt er, nach einem Auftrag ,urplötzlich an einem schrecklichen Verbrechen Mitschuld zu tragen. Alpträume und Paranoia sind die Folge.
Francis Ford Coppola macht dem Zuschauer schnell klar ,das ihn der eigentliche Kriminalplot wenig interessiert. Er behandelt ihn nur so wenig wie möglich. Viele offene Fragen am Ende sind die Folge. Stadessen rückt er die Hauptfigur und dessen Reaktion auf die Geschehnisse in den Vordergrund. Denn die Behauptung ,in "Der Dialog" würde nichts passieren ,ist einfach nur falsch. Nein ,Coppola macht nur nicht viel Wind um das was er zeigt. Seine Inszenierung ist dabei sehr reduziert. Jedoch verliert der Film nie seine Spannung ,welche im Laufe des Filmes immer mehr zu nimmt. Auch eine Erwähnung verdient Hauptdarsteller Gene Hackman ,der eine der besten Vorstellungen seiner Karriere gibt : Völlig emotionsfrei ,kalt und steril taucht er in die Hauptrolle ein und macht ihm dabei gleichzeitig so menschlich ,in seinem Vorhaben seine Menschlichkeit zu unterdrücken.
"Der Dialog" ist ein völlig unterschätzter Film ,der von dem Verlust der Privatsphäre , Paranoia und Schuld handelt. Perfekt gefilmt und geschrieben sei dieser Film sehr empfohlen.

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Lumpowitz

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Unterschätzt ist er eigentlich nicht, eher zu unbekannt. Auf den Community-Schnitt von 5,7 kann man gar nix geben.


FilmFreeza

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werd ich mir anschauen :)


horstkevin

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Bewertung7.0Sehenswert

Meine Herren, ist das ein zäher Kollege.
Aber im Endeffekt hat es sich doch gelohnt durchzuhalten. Auch wenn ich mich nicht immer unterhalten gefühlt habe, der Film als ganzes betrachtet ist wirklich richtig gut. Auch wenn der wichtigste Teil nur auf Englisch zu verstehen ist (habe ihn auf deutsch gesehen und mich im nachhinein belesen), ist er nicht minder gut.
Wer in der richtigen Stimmung ist und genügend Ausdauer mitbringt, bekommt einen großartigen Hackman serviert, der zwar pfurztrocken daherkommt, dafür aber großartig auftrumpft.

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hoffman587

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Bewertung9.0Herausragend

The Conversation

Eins ist sicher: Regisseur Francis Ford Coppola hat in seiner langen Karriere viel Großes geschaffen, er hat mitunter mit einigen seiner Werke doch die Filmlandschaft revolutioniert bzw. stark vorangetrieben. Sofort mag man da an seine legendäre "Der Pate"-Triologie denken, mit dem er selbst ein echtes filmisches Monument erschuf oder auch an "Apocalypse now", einer der wichtigsten Antikriegsfilme zum Thema Vietnam. Leider etwas relativ unbekannt steht dann ein anderer Film von Coppola da, der von der Qualität selbstverständlich auch herausragend ist, es mag sich hierbei um "Der Dialog"" aus dem Jahre 1974 handeln.

Ein Film angesiedelt zwischen Thriller und intensiven Psychodrama, die Handlung an sich eigentlich recht schlicht, einfach gesehen, denn der Film ist doch im weiteren ein unglaubliches Stück Zelluloid, eine Story um das Hören um das präzise Hinhören und über Töne bzw. auch Schuld und ihre Wirkung, anderweitig thematisch ähnlich des Antonioni Films "Blow Up" bzw. so auch zum wesentlich später erschienen Werk "Blow Out" von De Palma, so auch perfekt in den Film eingeflochten. Es ist die Geschichte von Harry Caul, einem Abhörspezialisten, eines Mannes, der seinen Job in vollsten Zügen auslebt, Caul selbst paranoid und misstrauisch, abseits des Lebens, ein weiterer Abhörauftrag, bei der durch eine Dialog erfährt, dass anscheinend ein junges Paar umgebracht werden soll und tatsächlich kurz darauf geschieht ein Mord, doch nicht so wie erwartet...

In der Hauptrolle als Harry Caul, ein Mann ast schon besessenen von seinem Beruf, bleibt stets im Verbogenen, Gene Hackman. Famos, wahrscheinlich einer seiner besten Leistungen seiner ganzen Karriere und ja das ist Tatsache mein Ernst. Er spielt seine Rolle dabei unheimlich präzise und intensiv. Phänomenal wie Hackman die innere Zerrissenheit seiner Rolle wiederspiegelt und dabei aber hingegen äußerlich unauffällig bleibt, ohne große Worte, aber Hackman vermag es gerade diese tiefen, inneren Gefühle seines Protagonisten rüberzubringen, dass es mir leibhaftig fast den Atem verschlug.
In neben Rolle gäbe es zudem noch als heutige kleine Verzierung zu bewundern, einmal Harrison Ford oder auch Robert Duvall, beide wissen dabei natürlich zu überzeugen.

Und Coppolas Inszenierung mindestens genauso genial, faszinierend und zugleich unglaublich ernüchtern präsentiert, es geht nicht weniger um denn Mord als um die Hauptfigur des Caul, eine sichere Regie in dem er sein Werk zwar recht gemächlich und ruhig erzählen mag, aber unglaublich eindringlich und präzise bzw. detailliert. Coppola zeigt mit den Themen der Überwachung und Obssession, äußert bzw. bietet fast wie bei Hitchcock einen voyeuristischer Blickwinkel. Aber es bleibt im Mittelpunkt die Charakterstudie, die hätte für mich interessanter nicht sein können. Letztenendes doch wieder sehr tragisch. (Doch muss ich hier noch zugeben, dass es dann doch für mich minimale Längen gab, was meiner Faszination aber keinen Abbruch tat)
Dazu noch eine brillante Kameraarbeit, die auch mit diesen Elementen der Überwachung und Paranoia spielt, erstklassige Sequenzen, besonders hervorheben möchte ich die ein oder andere albtraumhafte Sequenz, die so gesehen die innere Zerrissenheit des Hauptcharakters zeigen, triste Bilder. Und dann noch interessante Stilmittel Zooms und so weiter um das Gefühl der Überwachung noch zu verstärken und eine unfassbar intensive Atmosphäre.

Und die Charaktere wurden wie bereits erwähnt hervorragend gestaltet, mit hintergründigen Aspekten nur so angefüllt, Harry Caul keinesfalls ein Held, doch man fühlt mit ihm, jedenfalls galt dies für mich, ein isolierter Mensch, eingenommen von seinem Beruf. Aber ich will ja nichts alles tausendfach wiederholen (was ich eh bereits getan habe). Und der/die anderen Dialog(e) auch sehr gut. Aber das nur am Rande, denn einen weitere Stärke bildet noch die großartige Untertonung des Werkes, der Soundtrack natürlich ein interessanter Mix aus elektronischen Tönen und Stimmen und so weiter, ein Score perfekt passend zum Film selbst.

Was ich dann schließlich nur noch sagen möchte ist dies, dass "Der Dialog" ein echtes und verkanntes Meisterstück vom großen Francis Ford Coppola ist, das inszenatorisch mindestens genauso zu seinen Höhepunkten zählt wie viele seiner anderen, großen Werke. Von meiner Seite aus eine glasklare Empfehlung. Filmisch gesehen: Eine abhörsichere Leitung.

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thedirector

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Habe mir gestern die Blu-ray gekauft und den Film heute zum ersten Mal gesehen. Brauche noch ein Bisschen, um das Gesehene zu verarbeiten. Was für ein Meisterwerk!
Der Film ist echt eine Wucht.


hoffman587

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@thedirector: Absolut korrekt. Einer der besten Coppolas der erst noch wieder entdeckt werden muss! Freut mich, dass er dir gefallen hat. :)


FlintPaper

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Brilliant gespielt und inszeniert, gleichzeitig jedoch auch sandtrocken und zäh. Macht aber nix, der Film fasziniert, das Thema zeitlos, vorallem da hinter dem ganzen Budenzauber mit dem Abhören ja noch ein viel tieferes Anliegen steckt. Die Szene in der Parkgarage ist eine Wucht. Der Soundtrack sowieso.

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Filmkenner77

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Bewertung5.5Geht so

Kein schlechter Film, aber manchmal doch ein wenig langweilig und trist geraten.

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Oskar Gleit

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein klasse Film, der durch einen sehr guten Gene Hackman mal wieder überzeugt hat. Francis Ford Copollas Meisterwerk

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cannibal83

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Bewertung6.0Ganz gut

Man sieht das es ein grosser Regisseur war, der diesen Film gedreht hat. Die Kamera ist fantastisch dem Thema angepasst - und das Schauspielensemble tadellos.

Dennoch, so richtig über die gesamte Zeit unterhalten wurde ich nicht. Das Thriller-Element kommt erst sehr spät zum Tragen, der Beginn und die Mitte des Films bewegen sich eher im Genre Drama. Dazu ist Hauptprotagonist Harry Caul zwar eine sehr authentische - aber auch eher langweilige Figur, die es somit ebenso nicht schaffte mir diesen Streifen interessanter zu machen.

Auflösung und Ende lassen dann auch Logik und Erklärung vermissen, deshalb hat das Publikum diesen Coppola auch nicht zum Kassenerfolg gemacht. Ich stimme damit ein.

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KlapTrap

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Bewertung9.5Herausragend

Harry Caul hat seinen Job als Abhörspezialist schon eine Weile zu lange betrieben.
Er weiß genau, was er von sich preisgeben kann (nicht viel !), warum er sich definitv kein Telefon ins Haus holt, und das diese Art zu Leben permanente Einsamkeit bedeutet.
ER hat seine Nabelschnur zu unserer Welt schon vor langem verloren, doch nur so scheint es zu gehen : Er ist der beste seiner Branche geworden.

DER DIALOG nun, nimmt diese Art zu leben genauso außeinander, wie die dazugehörige Branche, die unausweichlichen politischen Dimensionen und die persönlichen Folgen für jeden Betroffenen - ob vor oder hinter der Abhöranlage.
Coppolas Werk ist damit kein reiner Thriller, der diese Themen als Randnotizen abspeist, wie zb. BLOW OUT, sondern stapelt Sub-Ebene über Sub-Ebene auf, und kommt damit doch nie der eigentlichen GEschichte in die Quere.
Was schonmal nur wirklich große Filme hinbekommen.
Wer will kann sich ganz in den suggestiven Klängen und Bildern des DIALOGS verirren, und einen elegant ablaufenden, bitterbösen Thriller genießen, wem es nicht genügt, der findet hier einen ganzen Mikrokosmos aus rabenschwarzer Satire und messerschafer Analyse zwischen den gesprochenen Sätzen.
Und niemals gibt es dabei den mahnenden Mittelfinger, gar einen sprechenden Regiesseur oder eine nervige Schlußmoral.

Ganz im Gegenteil, DER DIALOG ist einer dieser Filme, die den Großteil ihrer Spannung dadurch erreichen, das man ab einem bestimmten Zeitpunkt im Film nicht den leisesten HAuch einer Ahnung hat, wie dieser Film überhaupt enden könnte.
Und WENN der Film dann endet, hat man eins der bitterbösesten Enden gesehen, die Thriller bisher auf die Leinwand gebracht haben.
Und dafür braucht der Film kein UPS-Paket, das einen Kopf enthält, oder einen mysteriösen Massenmörder, der sich am Ende vom Boden erhebt, sondern nur Harry Caul und seine Wohnung.
Nur eine wiederkehrende Ton-Spur und einen Jazz-Soundtrack.

DER DIALOG ist tatsächlich Coppolas bester Film.
Weil er unterhält, und gleichzeitg bedeutet.
Weil er trotz seines Alters eine ungeheure Aktualität besitzt.
Und weil er erst explodiert, lange nachdem der Abspann schon gelaufen ist.

Ich wette, ein gewisser, rollstuhlfahrender Rechtspolitiker hat diesen Film nie gesehen.
Oder ihn mit der selben Arbeitwut verdrängt wie Harry Caul seine Nabelschnur.
Das Dilemma bleibt das selbe :
Man kann sich noch so sehr einigeln, vor den eigenen Stacheln kann man unmöglich fliehen !

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Schlegel

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Mir ist "Der Dialog" Coppolas Liebster. Noch vor den "Paten". Weit vor den Paten, ehrlich gesagt.


suzee

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außerdem wird der von zizek in "perverts guide to cinema" erwähnt. danach hat er nochmal einen ganz anderen reiz!;-)


putmytrustinyou

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Sehr zurückgenommener Film, und dadurch unglaublich intensiv & spannend. Mir stand die Kinnlade offen, was mir nicht allzu oft passiert. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der geniale Tonschnitt (passend zum Milieu in dem der Film spielt) und der atmosphärische Piano-Jazz-Soundtrack. Auch viel spannender, komplexer, eindringlicher, besser als der hiervon inspirierte "Blow Out".

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annaberlin

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Bewertung9.0Herausragend

Ein großartiger Thriller mit einem großartigen Gene Hackman. Absoluter Klassiker des Genres!

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adamant

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zwischen "Der Pate" und "Der Pate 2" drehte Francis Ford Coppola diesen etwas weniger bekannten Film, dessen Erfolg auch an den Kinokassen eher gering war. Doch Coppola selber (!) sowie viele Kritiker sehen ihn als seinen besten Film an. Darüber läßt sich angesichts anderer (unterschiedlichster) Meisterwerke von ihm wie "Apocalypse Now" und "Der Pate" natürlich vortrefflich streiten, doch "The Conversation" lohnt sich durchaus anzuschauen, wenn man sich auf diesen eher ruhigen und subtilen Film einläßt.
Der Film wird zwar gemeinhin dem Thriller-Genre zugeordnet, doch eigentlich geht es eher um die Charakterentwicklung und die inneren und äußeren Konflikte der Hauptperson, ähnlich wie z.B. M. Antonionis "Blow-Up" von 1966, der aufgrund ähnlicher Thematik auch ein großes Vorbild für diesen Film gewesen sein dürfte.
Der Hauptdarsteller des Films, Harry Caul, ist ein schüchterner und verschlossener Abhörspezialist. Für seinen neuesten Auftrag bespitzelt Harry ein junges Pärchen auf einem sehr belebten Platz zwischen Bürogebäuden in der Mittagspause. Die bruchstückhaft aufgenommene Unterhaltung des Paares scheint zunächst unverfänglich, doch später setzt Harry die einzelnen Tonband-Spuren soweit zusammen, dass er meint, eine Bedrohung für die beiden Personen herauszuhören. Oder irrt er sich in der Interpretation der Aufnahmen? Immer wieder versucht er neue Informationen aus den Tonbändern zu erhaschen, mischt sie neu ab, hört Dinge anders als beim ersten Mal... Er glaubt einem Mordkomplott auf der Spur zu sein, kann sich aber aufgrund seiner Introvertiertheit und selbstauferlegten Einsamkeit keinem mitteilen.
Die Verstrickung in ein Verbrechen, das vielleicht gar keins ist, schüren seine Paranoia und seine Schuldgefühle immer mehr, bis er die kritische Distanz zu seinem Berufsstand verliert und moralische Skrupel entwickelt, denen er sich nicht mehr entziehen kann. Die Dinge, von denen er glaubt, dass sie passieren, sind zwar ähnlich den Dingen, die passieren, aber letztlich doch so anders, dass er zu spät seine Fehler erkennt.
Die Grundthemen wie Paranoia, Einschränkung der eigenen Freiheit und Angst vor Überwachung wurden m.E. sehr gut umgesetzt und sind nicht nur vor dem Hintergrund des Watergate-Skandals (der ja kurz vor dem Film stattfand) interessant sondern haben gerade heute noch ihre Berechtigung.
Das Ende wird auch heute noch heftig diskutiert, v.a. da es mehrere Deutungen zuläßt und ein finales Rätsel eben doch nicht aufgelöst wird. (Tipp: auf Coppolas Anmerkung im Audiokommentar in den letzten Szenen achten!)
Zu Erwähnen ist noch, dass der Film "modernen" Sehgewohnheiten nur bedingt entspricht. Lange Einstellungen, kaum "Action" in den ersten zwei Dritteln, dafür geht es aber im letzten Drittel Schlag auf Schlag als die Welt um Harry herum (oder eben er selber) immer paranoider und surrealer wird. Also Geduld, wenn der Einstieg zunächst etwas schwer fällt!

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maslobojew

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr genauer, intensiver Film zum Thema. Der Fokus liegt auf ein Schlüsselerlebnis des Protagonisten und deren Konsequenzen. Nicht aber unbedingt durchgehend was für Thrillerfreunde, obwohl gerade zum Ende hin der Film sehr spannend wird und eine überraschende Wendung den Schluss bildet.

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