Girl in the Park

The Girl in the Park (2007), US
Laufzeit 105 Minuten, FSK 12, Drama

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5.5 Kritiker
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Skala 0 bis 10
5.4 Community
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von David Auburn, mit Sigourney Weaver und Kate Bosworth

Ein Schicksalsschlag verändert das Leben von Julia Sandburg für immer: Ihre kleine Tochter Maggie verschwindet während eines Ausflugs mitten in Manhattan spurlos. 15 Jahre später hat Julia noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Maggie am Leben ist. Eines Tages begegnet sie der jungen, mittellosen Louise, der sie sich auf ungewöhnliche Weise verbunden fühlt. Louise zieht bei Julia ein und schon bald entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen den beiden Frauen. Für Julia steht fest: Louise ist ihre vermisste Tochter Maggie! Emotional labil gerät Julia schnell in eine verhängnisvolle Abhängigkeit gegenüber der mysteriösen jungen Frau. Doch welche Rolle spielt Louise tatsächlich?

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Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Girl in the Park

Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

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6.0Ganz gut

Es soll mal wieder ein solides Drama sein? Dann werft einen Blick auf “The Girl in the Park”. David Auburns Film ist zwar kein Meisterwerk und auch kein Meilenstein des Genres, doch kann der Film mit zwei sehr guten Hauptdarstellerinnen punkten. Dramafans können ernsthaft darüber nachdenken, sich “The Girl in the Park” als DVD zuzulegen, alle anderen dürfen gerne bei einer TV-Ausstrahlung einschalten oder zur Leihversion greifen.

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Kommentare (3) — Film: Girl in the Park

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boxcarsboxcars

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Dieser Vox-Feiertags-Vormittags-Film schafft es auf wunderbar stringente Weise allen Ansprüchen der psychoanalytischen Filmtheorie auf schon fast perverse Weise gerecht zu werden, während er sich in nicht einem einzigen Bild einem einfallsreichen Drehbuch verpflichtet fühlt.

Die Geschichte ist so lapidar wie perfide: Julia, eine angehende Jazzsängerin, verliert ihre vier-jährige Tochter im Park, ein match-cut und wir sehen sie sechzehn Jahre später. Sie arbeitet in einer Bank - Geld und Musik sollen hier als grundlegende Oppositionen fungieren - und scheint jeglichem sozialen Kontakt meilenweit entfernt. Dann lernt sie auf kuriose Weise ein Mädchen kennen, das ihrem Äußeren nach ihrer Tochter entspricht - das objet petit a scheint hier also den Weg zur Begehrenden gefunden zu haben. Jedoch wird sie wieder und wieder von Elouise, wie jenes Mädchen sich nennt, enttäuscht. Sie freunden sich dennoch an, Julia findet zu ihrer Lebensfreude, während sie trinkt, kifft und nach Jahren wieder mit ihrem Sohn, der ein erfolgreiches Installateurunternehmen führt, zusammen findet. Jedenfalls wird der Zuschauer auf die Fährte Julias gelockt - das ist das vielleicht Interessanteste am Film, obgleich auch das eher einer ziemlich hinterhältigen Manipulation als einem geschickten Kniff innerhalb der Geschichte gleicht - und er ist selbst davon überzeugt, Elouise sei wahrhaftig die Tochter Julias. Was aber natürlich nicht stimmt. Dennoch, Julias Trauma scheint am Ende geheilt, nennt sie Elouise am Ende nicht mehr Maggie - so der Name ihrer verschwundenen und laut ihrem Sohn ermordeten Tochter -, sondern Elouise.

Der Grund, weshalb sie von ihrer Wahnvorstellung, es handle sich bei Elouise um ihre Tochter, abweicht ist folgender: Elouise trug ein muttermal am Oberschenkel, dieses Muttermal hat Elouise nicht.

Das Muttermal wird bereits zu Beginn des Films, im Park, in dem wenig Maggie wenig später dann verschwinden soll, eingeführt. Auf plakativste Weise ("Ihre Tochter hat da noch etwas am Bein" "Nein, das ist nur ein Muttermal") eingepflanzt, ist der Fetisch über die komplette Dauer des Films dem Zuschauer eingeimpft. Es wird unter jeden Rock geguckt, jede Duschszene wird genauestens verfolgt, in der Hoffnung, endlich das Muttermal zu finden. Das Muttermal existiert jedoch nicht. So sehr das Publikum es sich auch wünscht, dass es sich bei Elouise um Julias Tochter handelt, dem ist nicht so.

Es ist beeindruckend wie wenig sich die Drehbuchschreiber dem dramaturgischen Potential ihrer Geschichte sind. Schier unzählige interessante Wendungen hätten dem Film zu wirklich guten Situationen verhelfen können. Das Problem ist nicht, dass es so unwahrscheinlich ist, dass Julia ihre Tochter zufällig wiedertrifft, denn der Zufall ist die Religion des Films, wie Hitchcock in einem Interview mit Truffaut erwähnte. Wie großartig hätte der Film mit dem Publikum spielen können, wäre Elouise wirklich Julias Tochter? Der Zuschauer hätte es von Beginn an wissen müssen, ihm hätte das Muttermal gezeigt werden müssen, Julia hätte neurotisch versuchen müssen aus Elouise Maggie zu formen, es wäre eien Vertigo-artige, an Ovids Metamorphosen erinnernde Pygmaliongeschichte werden können. Wir hätten alle zusehen können wie Julia ihre Leere mit einer ihr Unbekannten zu füllen versucht, während alle im Kino gedacht hätten: Ja, ja sie ist es, mach das mal weiter. Das Publikum selbst wäre zum Opfer der pathologischen Verhaltensweise werden können. Weiters hätte Julias Sohn ganz anders auf seine vermeintliche Schwester reagieren können. Er hätte mit ihr schlafen müssen, sie musste geschwängert werden. Wir hätten einen ödipalen Komplex im Entstehen beobachten können. Es hätte Szenen gegeben, in denen wir nicht in der Lage gewesen wären hinzuschauen, weil uns der Ekel die Augen auf die Schuhzungen lenkt. Ja, wir hätten am Ende eine glückliche Julia sehen können, die glaubt ihre Wunschvorstellung sei eingetreten, aber aus den falschen Gründen. Eben, weil sie sich ihrer Neurose bewusst ist. Wenn Julia wüsste, dass sie eine x-beliebige Person zu ihrer verlorenen Tochter machen will und wir gleichzeitig wüssten, dass es wahrhaftig ihre Tochter ist, wir hätten ein psychologisches Fallbeispiel vor Augen gehabt, das in seiner Subtilität beeindruckt hätte.

Leider hatten wir lediglich ein paar rumfurzende Vollidioten, die sich nicht für fünf Pfennig etwas einfallen lassen wollten.

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Dalia

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Bewertung1.5Ärgerlich

Sehr sinnloser und langatmiger Film, der es nicht schafft, Emotionen (trotz des schlimmen Ausgangspunktes) zu übermitteln. Zum Ende hin wird der Film nur noch anstrengend.
Die Charaktere wirken überzogen und man kann ihre Handlungen teilweise überhaupt nicht nachvollziehen. Sicherlich glaube ich, dass man den Verlust eines Kindes auch nach 16 Jahren mit sich herumträgt - aber ich bezweifle, dass man bei jeder x-beliebigen, dahergelaufenen Fremden sofort in den Mutter-Modus a la "du könntest meine Tochter sein" schaltet. Auch den Charakter der Louise hätte man interessanter und tiefgründiger gestalten können.

Und ich will noch einmal betonen: Ich bin extrem nah am Wasser gebaut, aber bei dem Film blieben meine Augen trocken und mein cineastisches Herz leer. Einmal gesehen und nie wieder.

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Dalia

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P.S. Seien wir ehrlich: Sogar der Trailer ist miserabel und wirkt, als hätte ihn ein minderjähriger Fan während einer Unterrichtspause zusammengeschnitten.


patcharisma

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Bewertung7.5Sehenswert

Starkes, beklemmendes Psychodrama mit eigenwilligen, untypischen Handlungsabläufen, die immer wieder überraschen und grosse Spannung haben, da mit jeder Szene eine mögliche "Katastrophe" impliziert wird. Der Film driftet gottseidank nie in 08/15-Psychothriller-Klischees ab, sondern bleibt clever realitätsnah.

Sigourney Weaver spielt die Wandlung ihrer Figur mit grosser Sensibilität.

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