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Hannibal

Hannibal (2001), US Laufzeit 135 Minuten, FSK 18, Kriminalfilm, Thriller, Horrorfilm, Kinostart 15.02.2001


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5.2
Kritiker
53 Bewertungen
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6.9
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12450 Bewertungen
112 Kommentare
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von Ridley Scott, mit Anthony Hopkins und Gary Oldman

In Hannibal setzt Gary Oldman ein Kopfgeld auf den in Florenz lebenden Kannibalen aus. Julianne Moore darf den Köder spielen.

Handlung von Hannibal
Etwa zehn Jahre nach seiner Flucht aus dem Gefängnis lebt Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) unter falschem Namen in Florenz, als seine Tarnung auffliegt. Der Multimillionär Mason Verger (Gary Oldman), ein ehemaliger Patient und grauenvoll entstelltes Opfer des kannibalistischen Serienkillers, hat ein Kopfgeld auf Hannibal Lecter ausgesetzt, um sich an ihm zu rächen. Doch so leicht läßt sich der intelligente Psychopath nicht fassen. Verger kennt jedoch Hannibals einzigen schwachen Punkt: Clarice Starling (Julianne Moore). Mit ihr als Köder gelingt es Verger, Hannibal Lecter in seine Gewalt zu bekommen und will ihn zur Genugtuung an eine Horde menschenfressender Wildschweine verfüttern. Doch Verger hat diese Rechnung ohne Clarice Starling gemacht…

Hintergrund & Infos zu Hannibal
Inhaltlich stellt Hannibal nach Hannibal Rising – Wie alles begann, Roter Drache und Das Schweigen der Lämmer den vierten Teil der Hannibal-Lecter-Tetralogie dar und basiert wie die anderen Teile auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Harris. Auch wenn die Drehbuchautoren eng mit Das Schweigen der Lämmer -Regisseur Jonathan Demme und Hauptdarstellerin Jodie Foster zusammenarbeiteten, so sagten beide letztendlich für das Sequel Hannibal ab. Nachdem Foster nicht mehr als FBI-Agentin Clarice Starling zur Verfügung stand, war sich auch Hauptdarsteller Anthony Hopkins zunächst unsicher, ob er erneut als Hannibal vor die Kamera treten sollte. Für den Fall der Fälle hatten die Produzenten Tim Roth als Nachfolger in Erwägung gezogen.

Auch wenn Anthony Hopkins sich “seine” Clarice nicht aussuchen durfte, so wurde er doch von Regisseur Ridley Scott (Gladiator) konsultiert und setzte sich sehr für Julianne Moore ein, die er bereits zu Mein Mann Picasso kennengelernt hatte. Auch Gary Oldman und Hopkins kannten sich bereits aus Bram Stoker’s Dracula, in dem sie als legendäre Kontrahenten Graf Dracula und Van Helsing auftraten.

Hannibal war wie sein Vorgänger Das Schweigen der Lämmer ein großer kommerzieller Erfolg, der mit einem Budget von 87 Mio. US-Dollar weltweit knapp 350 Mio. Dollar einspielte. Kritiker vermissten allerdings die tiefe Verbundenheit, die Fosters Starling gegenüber dem Serienmörder Hannibal zum Ausdruck gebracht hatte. (JW)

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Mehr Bilder (23) und Videos (5) zu Hannibal


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Hannibal
Genre
Kriminalfilm, Psychothriller, Horrorfilm, Thriller
Zeit
Gegenwart
Ort
Italien, Venedig
Handlung
Blut, Entführung, Erhängen, FBI, FBI Agent, Gehirn, Gewehr, Kannibale, Kannibalismus, Mord, Opfer und Täter, Polizei, Psychiatrie, Rache, Roman, Serienmörder, Surrealismus, Verbrecherjagd
Stimmung
Aufregend, Verstörend
Tag
Literaturverfilmung, Sequel
Verleiher
Tobis StudioCanal GmbH & Co. KG
Produktionsfirma
Dino De Laurentiis Productions, MGM, Universal

Kritiken (7) — Film: Hannibal

JackoXL: Die Drei Muscheln

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7.0Sehenswert

[...] Denn unter der ganzen Freak-Show steckt die Geschichte einer merkwürdigen Beziehung. Die Bestie mit dem scharfen Geist schmachtet nach seiner Liebsten, doch anstatt sie mit Rosen und Pralinen erobern zu wollen, kommt er erstmal aus dem Ruhestand zurück auf die Bildfläche. Hannibal ist älter, weniger subtil, dafür nicht minder bösartig und seinen Jägern immer einen entscheidenden Schritt vorraus. Er will sich nicht in sicherer Langeweile verstecken, er braucht das Kitzeln der Gefahr. Er genießt es, wieder in aller Munde zu sein...und vor allem, wenn alle in seinem Munde sind. Anthony Hopkins spielt seine Paraderolle genau so. Vielleicht nicht mehr so bedrohlich und unberechenbar, nicht mehr als das eingesperrte Tier, das geduldig auf die Chance lauert, um endlich wieder über seine Beute herzufallen. Mehr wie ein zynischer Frührentner, der dennoch allen haushoch überlegen ist und einfach Spaß an dem hat, was er da tut. Selbst im Angesicht der größten Bedrohung zeigt er keine Angst, denn letztendlich ist er sich sicher, das er am Ende nicht zur Perle vor den Säuen wird. [...]

[...] Man kann "Hannibal" sicherlich prima nicht mögen und ganz furchtbar enttäuscht sein, wenn man eine gleichwertige Fortsetzung erwartet hat. Wer sich jedoch an einem schmucken, abartigen Theater mit interessantem Subtext und bissigem Humor erfreuen kann, der wird auf eine wunderbar absurde Art gut unterhalten. Over the Top, dabei so schön umgesetzt, ein Gaumenschmauss aus dem Fast-Food-Laden. Schade nur, dass das Ende der Romanvorlage drastisch geändert wurde. So wäre die etwas andere Lovestory perfekt abgerundet gewesen. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Unglücklich, dennoch macht "Hannibal" auf seine Art viel Spaß. Nur von den Erwartungshaltungen sollte sich zwingend gelöst werden, die können einem den Film schon versauen.

Kritik im Original 31 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten

cpt. chaos

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Tja, immer diese ruhelosen zynischen Frührentner... ;o)))


JackoXL

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@sikk: Psychos mit Niveau, die diesmal frei rumlaufen dürfen, war klar das das eher dein Ding ist. :D.
@Chaos: Schlimm, oder? Aber der Mann hat wenigstens ein Hobby. ;)


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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5.0Geht so

[...] Die eigentlich vielschichtige Geschichte packt einfach nicht und die meiste Zeit der knapp 130 minütigen Laufzeit plätschert so vor sich hin. Das liegt auch in keinem Fall an dem ruhigen Erzähltempo des Films. Es passiert nur einfach recht wenig. Die brutalen Einlagen sind aber natürlich vertreten und die kann man gleich mit den Höhepunkten des Films gleichsetzen. Das klingt vielleicht banal, entspricht aber den Tatsachen. Wenn Scott das Tempo anzieht, dann kann 'Hannibal' auch spannend sein und wenn es spannend wird, dann wird es deftig. Sowohl Blut als auch Ekelszenen. Die vielen Nebenstränge sind im Endeffekt zu unausgearbeitet und kommen nicht selten über die interessanten Ansätze hinaus, was äußerst schade ist, denn hier wäre so einiges drin gewesen. [...]

Kritik im Original 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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3.0Schwach

Dr. Hannibal Lecters Elitarismus zum Gegenstand eines über zwei Stunden langen Spielfilms zu machen, lässt bis zuletzt den Gedanken einer heruntergeratterten Auftragsarbeit aufkommen, die sich sichtlich wohlfühlt, die Grenzen zwischen Groteske und Klamauk, Lächerlich- wie Unglaubwürdigkeit bis zur Selbstparodie förmlich auszuradieren. Die (ohnehin nicht weltumspannende) Vorlage mit ihren prachtvollen Schauwertbeschreibungen kommt der auf Schauwerte reduzierten Filmsprache Ridley Scotts dabei gelegen, Hannibals kultivierte Allüren in sinnfrohe Opulenz auszuschmücken, dessen klassische Hintergrundchoräle den mystisch-barocken Europaprunk nur veredeln.

Was dem dick aufgetragenen Pomp vollkommen abgeht, das ist eine fesselnde Geschichte, das ist die Doppelbödigkeit derselben, das ist Begehren und das ist Psychologie des Vorgängers, dieses nun einmal psychologischen Essays über das Begehren, das ist stattdessen ein Film mit aufdringlichem Geschmack, der an seiner eigenen Koketterie für alle Mitmenschen zur Belästigung wird.

Das ist lahm, zahm, zäh, das ist, ja enttäuschend. Von Set zu Set hastend, von Gegner zu Gegner polternd, die Hannibal traurigerweise eh nichts anhaben können, interessiert Scott einzig und allein entstellte Kreaturen und deren Blutrache der Rache willen im Ekelmatsch des Selbstzweckes. Er scheint nicht verstanden zu haben, dass das Gezeigte nie eine Stärke dieser Reihe war, die Stärke war das Gezeigte nicht zu zeigen.

Ein Stück weit wird Anthony Hopkins' sardonisch grinsender Hannibal sowieso entzaubert, indem er so lange über Kunst sinniert, bis sich der Zuschauer Inspector Rinaldo Pazzi (Giancarlo Giannini) anzuschließen droht – langsam, aber sicher die Augen schließen, um den Trash endlich zu überschlafen. Gary Oldman darf derweil als malträtierter Comic-Antagonist zwar weniger in Vollkörpermontur für die Kamera posieren, allein, seine sabbernden Blicke perverser, erregender Lust reichen aus, verstörender denn je zu wirken (selbst unter tonnenweise Make Up ist der Mann unübertroffen!), während der Foster-Ersatz nebst Ray Liotta (von Belang ist lediglich sein Hirn, obgleich die Rolle darauf schließen lässt, dass er keins haben dürfte) umso gründlicher danebengeht.

Julianne Moore spielt einen waschechten Kotzbrocken an Weib, ihre Charakterwandlung vom erfolgreichen, verletzlichen Bauerntrampel zur erfolglosen, rotzfrechen Göre durch, angeblich, zehn Jahre FBI verstellt ebenso schauderhaft wie ärgerlich jene ursprünglich angedachte Parabel von der Schönen und dem Biest. Schön ist die Frau nämlich weiß Gott nicht. Unabhängig davon, dass man Starling eigentlich am liebsten eine ins Maul hauen möchte, spitzt sich Scotts Diashow auf übliche Parameter trivial zu: Kriegt sie ihn? Oder kriegt er sie?

Hürde: fette Killerschweine, die zugleich das eine und das andere verhindern sollen. Das war's, zu wenig, um Interesse vorzugaukeln. Der unverzeihliche Denkfehler Ridley Scotts liegt darin begraben, Hannibals unwiderstehlichen Hunger nach Fleisch und Genuss allzu wortwörtlich genommen zu haben. Das bringt ihm entgegen der Romanvorlage einen makabren Schlussgag. Aber nicht viel mehr.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Timo K.

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Danke dir. :)


Pablo.CH

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Redest du immer so???Schön geschrieben aber das überschreitet zum Teil meinen Wortschatz..Ich fand den Film ähmm GUT


Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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6.0Ganz gut

Man kann Jodie Foster verstehen warum sie die Rolle beim zweiten Mal abgelehnt hat. Doch so schlimm ist der Film garnicht. Auch wenn es ein unmögliches Unterfangen ist die Rolle der Clarice genauso auszufüllen wie Foster damals, so spielt Julianne Moore dennoch hervorragend. Auch Hopkins brilliert in jeder Minute. Verleiht er doch den teilweise dämlichen Splatter-Szenen einen interlektuellen Touch. Wo es dann aber doch wirklich happert ist das Drehbuch. Schon die Vorlage war von minderer Qualität und selbst ein Drehbuch-Gott wie David Mamet konnte da nicht helfen. Was nun aber meine Wertung von 7 Punkten rechtfertigt ist neben den Schauspielern die Regie Ridley Scotts. Hier merkt die Anstrengung eines der wichtigsten amerikanischen Auteurs, trotz der Vorlage, einen guten Film zu machen. Denn was in Demmes Original noch schön verschwiegen wurde, kommt bei Scott zur vollen Entfaltung. Eine zarte Liebesbeziehung zwischen dem Biest und der Schönen umgeben von Hirnhaschee und Killerschweinen. Respekt!

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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2.0Ärgerlich

Das Ausmaß, in dem Giannini erlaubt wird, den Film zu „stehlen“, wird einem bewusst, wenn die ihm folgenden eigentlichen „Höhepunkte“ mit solider Berechenbarkeit abgespult werden. Jawohl, Hannibal serviert cannibal cuisine; jawohl, Hannibal gerät in Gefahr, selbst kannibalisiert zu werden; und schließlich, jawohl, Ridley Scott findet einen verträglichen Mittelweg zwischen der blutrünstigen Erwartung des Publikums und dessen Unwillen, sich tatsächlich den Magen umstülpen zu lassen.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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4.5Uninteressant

Banales Sequel, mit hanebüchener Story, das einen der fanszinierensten Bösewichte eher entzaubert . Lecter funktioniert nicht in freier Wildbahn, sein Mysterium liegt in der Vorstellung, die sofort zerstört wird, wenn man sieht was er wirklich macht. Und der Plot mit den Killerschweinen ist mehr als dämlich.

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Lili 9ochefort

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Lector in freier Wildbahn, finde ich schrecklich gut. :)


alviesinger: bummelkino

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2.5Ärgerlich

Sicko-Comedy bei der man die Dollarzeichen in den Augen der Produzenten erahnen kann.

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Kommentare (105) — Film: Hannibal


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Martin Oberndorf

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Heute geht es um die Fortsetzung eines Klassikers der 1990er Jahre, der seinerzeit die Filmwelt, insbesondere im Thrillergenre, revolutionierte.
Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich mir diese ansehen soll, wo ich doch den ersten Teil so bahnbrechend fand.
Letztlich geht probieren über studieren, und dass zu probieren immer gut ist, wird uns auch die Titelfigur des Films bezeugen können.
Die Rede ist von "Hannibal".
...
Ich mache nun etwas, was ich sonst eigentlich nie mache, nämlich den zweiten Teil einer Reihe zu reviewen, ohne zuvor ein Kommentar zum Ersten verfasst zu haben.
Ich bin aber schlicht und ergreifend nicht dazu gekommen, mir diesen in den letzten Tagen nochmal zu Gemüte zu führen, möchte aber jetzt schon einen Kommentar schreiben, da der erste Eindruck nun noch vorhanden ist.

Eigentlich wusste ich nicht, was ich mir erwarten sollte, eim schlechter Abklatsch des Erstens oder doch eine ambitionierte Forsetzung? Womöglich auch einfach nur ein schreckliches Machwerk, dass die Genialität des Vorgängers entmythifiziert...

Nun zur Story:
War Hannibal Lecter im Schweigen der Lämmer noch eher auf der Seite der Jagenden ist er hier selbst der Gejagte.
Clarice Starling, die durch das Zur-Strecke-bringen des Buffalo Bill einst Ruhm erlangte, verliert durch ihre brutalen und in Augen der Öffentlichkeit gefühllosen Einsätze zunehmend ihr Ansehen.
Gerade da taucht Lecter wieder auf der Bildfläche auf...

Eines muss man sagen:
"Hannibal" ist nicht Das Schweigen der Lämmer. Er ist kein Ausnahmefilm, ist keiner der wichtigsten Filme der Filmgeschichte, und auch nicht DAS Meisterwerk schlechthin.
Aber: er hat das quasi unmögliche geschafft, indem er ein Meisterwerk fortgesetzt hat, ohne es komplett zu zerstören und immer noch spannend zu sein.

Ich habe es nicht bereut, dass ich mich entschlossen habe, dem Film eine Chance zu geben.
Ridley Scott inszeniert das ganze Geschehen einfach wunderbar.
Gefühlvoll, spannend, aber auch unfassbar hart.
"Hannibal" ist um Vieles brutaler und verstörender als Das Schweigen der Lämmer, vor Allem in der zweiten Hälfte gibt es da ein paar sehr extreme Szenen, und das Finale stellt selbst für Hartgesottene eine Herausforderung dar, insbesondere wenn es darum geht, den Mageninhalt im Körper zu behalten.
Ridley Scott inszeniert die Gewalttaten aber so brillant, dass jede der brutale Szenen, die oft fernab des guten Geschmacks liegen, zur Essenz des Films wird.
Das ist wie mit Lecter selbst: kultiviert, behutsam, intelligent wenn gerade nicht 'hungrig', und in den Momenten in denen er seiner 'Tätigkeit' nachgeht, wird es einfach schlichtweg grauslich.

Anders als der Vorgänger bietet "Hannibal" auch eine ansehliche Portion schwarzen Humor, die oft dafür sorgt, dass Szenen, in denen wir ganz neue Seiten der Leute sehen - also die Innenseite - oft zu einem Schmunzeln oder gar einem kurzen Lachen führen.
Das ist sehr merkwürdig. Aber gut.
Und spannend und düster ist der Film trotzdem.

Ich hatte ja mein Bedenken, dass Julianne Moore der Aufgabe gewachsen ist, Jodie Foster zu ersetzen. Moore ist eine absolut brillante Schauspielerin, habe ich zuletzt in Dem Himmel so fern gesehen, aber wie soll sie bitte mit der echten Clarice Starling höchstpersönlich konkurrieren?
Wie sich herausstellt, war Moore die beste Lösung.
Sie ist zwar nicht Agent Starling, aber sie ist wohl die bestmögliche Darstellerin, die sie verkörpert, wenn man mal Foster außer Acht lässt.
Zu Anthony Hopkins brauche ich wohl nichts sagen? Diese Rolle passt zu ihm wie ein bescheuerter Vergleich zu mir. Man kann jetzt natürlich argumentieren, dass die Rolle nichts Neues mehr ist, aber verdammt, der Typ spielt genial und es macht Spaß, ihm zuzusehen.

Alles in Allem ist "Hannibal" zwar nicht der geniale All-Time-Favourite-Meilenstein, der Das Schweigen der Lämmer war, ist aber immer noch sehr gut und definitiv einen Blick wert.
Na dann, guten Appetit!

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heiko.buschhaus

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich bezeichne mich selbst als großen Fan der Hannibal-Reihe; ich empfand "The Silence of the Lambs" als kongenial und auch "Roter Drache" ist extremst gelungen und spannend. Während eben diese beiden Filme eher auf krasse Gewalt verzichten und zumeist mit psychischer Härte beeindrucken bzw. die Gräultaten nicht gezeigt werden, sondern der Zuschauer gezwungen wird, sich diese vorzustellen, so spielt "Hannibal" gewollt ein Pendel zwischen beidem. Da das Prinzip dieses Films nicht auf einem eingeschlossenen Dr. Lecter basiert, der Profile von Psychokillern erstellt, die dann im Film der eigentliche Feind sind, sondern diesmal wirklich Lecter selbst gejagt wird, baut man einerseits auf dessen Psychospielchen genauso wie auf seine physischen Gräultaten; so dürfen neben gespenstischen Gesprächen auch mal gerne Leuten der Darm aus 10 Metern Höhe auf die Straße fallen! Zudem kann Julianne Moore Jodie Foster als Clarice Starling überraschend gut ersetzen, und zeigt, dass auch sie eine hochkarätige Schauspielerin ist. Zudem bekommt man noch Angstkrämpfe von einem bei Gott nicht zu erkennenden Gary Oldman, und wenn es erst zum Finale kommt, zeigt auch Ray Liotta, was er kann! Zwar der bisher schlechteste Teil der Reihe, jedoch immernoch ein sehr sehr geiler Film, der dem großen Namen Ridley Scott gerecht wird.

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Terrorwoelfin

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Anthony Hopkins und Julien Moore sind für mich ein grandioses Filmpaar. Hannibal ist eine meisterhafte Fortsetzung des "Schweigen der Lämmer" Dr. Lecter als Romantiker,Henker und Lehrer.

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Critical

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Bewertung6.0Ganz gut

Teils gute Vorsetzung. Ich finde es schade, dass es zu keiner Fortsetzung mit Jodie Foster kam. Die hat das im Vorgänger "Schweigen der Lämmer" nämlich richtig gut gemacht.

Der sichtlich gealterte Anthony Hopkins wirkt allerdings nicht mehr so wie im vorigen Teil.
Schade, dass zwischen den beiden Filmen eine so lange Zeit vergangen ist.
Trotz alledem handelt es sich hier um einen guten Psychothriller, der allerdings bei weitem nicht so gut ist, wie es "Das Schweigen der Lämmer" war.

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Taddl

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Bewertung6.0Ganz gut

In meinen Augen ist es ebenso beachtlich wie verwirrend, dass der trockene Vortrag grausamster bis ekelhafter Akte in der Lage ist, fast herzergreifend zu wirken, während der Aufbau der Geschichte doch eher langsam und behutsam passiert. "Hannibal" mit Begriffen wie 'langatmig' oder 'ermüdent' abzutun, halte ich dennoch für bei Weitem übertrieben.

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der cineast

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Mega. Der Film.


Ioosh698

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Bewertung7.5Sehenswert

Das Ridley Scott einer der besten und einflussreichsten Regisseure ist, dürfte wohl vor allem bekannt sein wenn man an Werke wie " Der Blade Runner", "Gladiator" oder "Königreich der Himmel" denkt. Auch mit dem Film "Hannibal", der zeitlich gesehen nach "Roter Drache" und "Das Schweigen der Lämmer" spielt, leistete Scott gute Arbeit, wenngleich ich diesen Teil als den bisher schwächsten der Hannibalreihe ansehe ("Hannibal Rising" kenne ich noch nicht ). Das soll aber nicht heißen das Scotts Film schlecht ist, im Gegenteil. "Hannibal" ist spannender und unterhaltsamer Thriller mit Top Darstellern!
Storytechnisch ist das hier zwar nichts weltbewegendes bzw cleveres wie z.B. in "Das Schweigen der Lämmer", dennoch unterhielt mich der Film eigentlich ganz gut und die Geschichte konnte mein Interesse einigermaßen wecken. Ich konnte halt nur nicht so mitfiebern wie in den anderen beiden Teilen. Außerdem muss ich gestehen, das zwischendurch mal ganz kurz so etwas wielangeweile bei mir aufkam... Aber naja, im großen und ganz ist die Story schon ganz ok, Überraschungen oder Schockmomente halten sich aber gewissermaßen in Grenzen, wenn man "Hannibal" mit "Das Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache" vergleicht. Hopkins Gesichtsausdruck auf dem Poster ist gruseliger als manche Szene im Film selbst!
Die Schauspieler könnten mich dagegen wieder voll überzeugen, bis auf eine kleine Ausnahme. Anthony Hopkins ist als Hannibal Lecter erneut in seiner Paraderolle zu sehen und weiß stets zu begeistern. Gary Oldmen zeigt hier auch nochmal was er kann ( auch wenn man Spoilerfrei erwähnen kann, das man sein richtiges Gesicht so gut wie nie sieht ), sein volles Potenzial schöpft er meiner Meinung nach aber nicht aus.
Eine leichte Enttäuschung war Julianne Moore, die Jodie Foster als Agentin Clarice Stirling einfach nicht ersetzen kann. Ich will ihr hier auch gar nicht groß Vorwürfe machen, denn es ist mit Sicherheit nicht leicht Fosters Leistung zu übertreffen. Mir kam es auch so vor als ob Clarice in "Hannibal" und "Das Schweigen der Lämmer" unterschiedliche Charaktereigenschaften hat. Hier fande ich sie zu hibbelig . In "Das Schweigen der Lämmer" hingegen war Clarice ruhiger. Vielleicht kommt mir das auch nur so vor... Aber sei es drum, Julianne Moore hat schon in genug anderen Filmen gezeigt was sie kann!
Fazit: Ein Meisterwerk ist "Hannibal" nicht und das Niveau der beiden anderen Filme erreicht er für mich auch nicht. Dennoch kann man sich Ridley Scotts Version des Kannibalen mit Hirn schon ruhigen gewissens mal ansehen. Denn spannend und unterhaltsam ist er allemal.

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Ioosh698

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@Bolzi
Julianne Moore spielt schon gut, das stimmt. Aber so ganz hat sie mir hier einfach nicht gefallen.
@ Roach
Genau so hab ich's auch empfunden. Eine eher schlechte Charakterentwicklung bei Stirling und ein ganz anderer Charakter. Naja, so bleibt Jodie Fosters Rolle in "Das Schweigen der Lämmer" dafür einzigartig;)


J-Ross

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Man muss bei Starlings Entwicklung allerdings nochmal die 10 Jahre betonen und auch dass sie ein ganz anderes Ansehen beim FBI hat. Nun ist sie eine Führungspersönlichkeit und die Lämmer schweigen auch. In meinen Augen ist sie, trotz der vielen neuen Umstände, die es verständlich machen, dass sie sich so stark verändert hat, immer noch die Starling aus Das Schweigen der Lämmer. Ich erkenne immer noch diese harte, entschlossene Seite an ihr und gleichzeitig auch die Empfindsamkeit in ihrer Rolle. Sie bleibt trotz allem stark, so sehr es sie mitnimmt.


uncut123

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

schau den zu oft...aber gut so

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J-Ross

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Kann man nicht oft genug sehen. Genialer Film.


Schloøpselcki

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Bewertung5.5Geht so

Spoiler!
Seien wir mal ehrlich: Hopkins Lächeln auf dem Poster ist gruseliger als der gesamte Film und zweiterer kann es auch in Sachen Stimmung nicht mit "Das Schweigen der Lämmer" aufnehmen - das liegt in großen Teilen natürlich auch an der Abwesenheit Jodie Fosters (und vielleicht auch an dem recht fosterlich-mimisch bemühtem und nicht sehr eigenständigem Spiel Frau Moores) aber auch an der recht unglücklichen Rolle der Agentin Starling in "Hannibal", die nicht mehr als eine nützliche Hülle abzugeben scheint. Die durchaus feministisch angelegte Figur verkommt zu einer von allen gehassten etwas verbitterten FBI-Angestellten, die nichts weiter tun will außer den alten Aufnahmen ihrer früheren Gespräche mit Lecter zu lauschen. Ich mag ein wenig übertreiben, aber das ist einfach mein Eindruck. Anthony Hopkins dagegen ist wie zu erwarten überragend, allerdings will ich auch ihm nicht so recht abnehmen, alles mögliche mitzubekommen und dann von zwei Trotteln mal eben überwältigt und gefangen genommen zu werden.. Ich habe mir das alles irgendwie weniger dusselig und chaotisch vorgestellt, aber vielleicht sollte ich auch erst einmal das Buch lesen um anständig meckern zu dürfen. Leider reicht es bei "Hannibal" einfach nicht für mehr als eine leicht zu bewerkstelligende Nachfolge eines erfolgreichen Films, ein Aufguss, der in Ordnung ist aber irgendwie auch nicht genial.

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tobiderboss

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Bewertung4.5Uninteressant

Der Film geht eigentlich. Zieht sich aber ins Endlose.

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Matty

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Bewertung6.0Ganz gut

Julianne Moore kann Jodie Foster nicht ersetzen, macht aber ihre Aufgabe gut. Hopkins ist HANNIBAL auf den Leib geschrieben, auch wenn er seine Leistung aus DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER nicht toppen kann. Der Film ist gut, spannend und auch sehr blutig. Im Vergleich zum Vorgänger erreicht er aber niemals die Intensität des Vorgängers.

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ShayaNova

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Bewertung5.0Geht so

hannibal wird sich natürlich immer an seinem vorgänger messen lassen müssen, und dabei kommt er ziemlich schlecht weg. alles viel zu brachial und chaotisch.

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_QuintusBatiatus_

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Bewertung9.5Herausragend

Jodie Foster war als Special-Agent um Welten besser, da sind sogar Galaxien zwischen ihr und Frau Moore, ich hätte sie gern in einem für mich starken 2. Teil gesehen.
Mir gefällt Florenz als Kulisse, auch Hopkins wieder in der Rolle seines Lebens.
Ich kann sehr sehr wenig aussetzen, der Streifen hat nen ganz eigenen Charme, schon wie "Das Schweigen der Lämmer", da spritzt nicht meterhoch Filmblut, da wird einfach eine Story erzählt. Bewegend, wie Lecter am Ende handelt und sich selbst die Hand abtrennt. Sowas gibts heute nicht mehr ;)

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Onefourty

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

J. Moore als Agentin Starling ist eindeutig nicht das, was ich sehen will. Sie überzeugt mich eindeutig nicht so wie J. Foster. Daher gibt es Abzug.
Mir gefällt allerdings Hopkins, wie er der Rolle des Hannibal in diesem Teil die krankhafte Brutalität verleiht. Der Wahnsinn spitzt sich in der letzten Szene unglaublich zu. Seine Liebe zu ihr mündet in der Selbstverstümmelung.
Ein Familienfilm sondergleichen.

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Moviegod

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nach langer Zeit mal wider gesehen und ich muss sagen, dass der Film nix von seiner Anziehungskraft verloren hat. Auch wenn Hannibal nicht die Qualität von Das Schweigen der Lämmer erreicht, haben wir hier doch eine der besseren Fortsetzungen der Filmgeschichte vorliegen. Die parallelen Handlungsstränge werden gut erzählt und zum Schluss stimmig miteinander verbunden. Hopkins spielt die Rolle seines Leben unerreichbar genial und die Inszenierung von Scott ist routiniert, wenn auch nicht außergewöhnlich. Einzig Julianne Moore ist an einzigen Stellen nervig. Sicherlich ist dies durch ihre Rolle gegeben, doch Frau Foster war um einiges überzeugender. Aber alles in allem ein super Psychothriller mit einigen blutigen Szenen.

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Heimacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Wiedersehen des Filmes nach 12 Jahren war genauso amüsant, wie das erste Mal im Kino: Hervorragende Unterhaltung, immer gespannt, was die nächste Grausamkeit sein wird. Nun, dieses Mal wusste ich weitestgehend noch, was kommen würde. Trotzdem entdeckt man immer wieder neues, z.B. Lecters Konterfei als Muster der Tauben, die auf dem Florentiner Markt sitzen. Die Schockszenen, wie die zerrissene Leistenschlagader des Florentinischen Diebes, der aufgehängte Commissario, die Visage Oldmans inkl. der zugehörigen Rückblende, die Schweineszene und natürlich der Showdown mit offenem Gehirn und abgehackter Hand, sind auf jeden Fall im Gedächtnis geblieben. Leider war mir die Füllung zwischen den Lecterauftritten zu dürftig, um den Film höher bewerten zu können. Die Unsitte amerikanischer Filme, immer Zeit mit Kompetenzgerangel der verschiedenen Polizeigruppen, Suspendierungen, Machtüberschreitungen usw. zu vergeuden, ist auch hier allgegenwärtig. Wahrscheinlich hat die amerikanische Polizei am meisten mit sich selbst zu tun. Zumindest scheint es so. Leider plagt mich etwas die Gicht, sonst wäre Liottas Hirn mit etwas Rotwein überlegenswert!

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haha.sp

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Bewertung4.0Uninteressant

Gary Oldman's beschissenste Rolle.

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chmul_cr0n

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Bewertung6.5Ganz gut

n bisschen zu gehetzt...

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Shawnee

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Bewertung5.0Geht so

Ridley Scotts HANNIBAL ist wohl das Sorgenkind in der Trilogie um den raffinierten Psychiater mit kannibalistischen Absichten, dargestellt durch Sir Anthony Hopkins. Ich möchte HANNIBAL RISING bewusst außen vorlassen, weil er einfach nicht mit diesen Filmen genannt werden sollte, mag die literarische Vorlage auch aus der Feder ein und desselben Mannes stammen. HANNIBAL ist ein Grauen. Ein Thriller, der anhand von Schreckenslauten gepaart mit opernhafter musikalischer Untermalung, versucht seinen Zuschauern das Fürchten zu lehren. Während sich hinter der Romanvorlage ein wahres Sequel zu den schweigenden Lämmchen verbirgt, trifft man in der filmischen Adaption weder auf Starlings Gönner Jack Crawford noch auf ihre Freundin Adelia Map, stattdessen auf eine von den Produzenten als "dumm" abgestempelte Version von Lecters Pfleger Barney. Von der wahren Verbindung, die sich hinter dem angeknacksten Verhältnis des durch Liotta dargestellten Charakters Paul Grandler und Clarice Starling verbirgt, erfährt man hingegen gar nichts. Auch einen Blick darauf, wie abscheulich die Figur von Lecters viertem Opfer und einzigen Überlebenden Mason Verger wirklich ist, lässt das stark gestraffte Drehbuch nicht zu und Lecter somit heroischer erscheinen, als er eigentlich ist. HANNIBAL ist vor allem deshalb anders, weil man hinter der Kamera weder Kristi Zea noch unter dem verfassten Drehbuch Ted Tally findet, die sich immerhin an RED DRAGON beteiligt und sich so in dem Film zumindest ansatzweise der Stil vom SCHWEIGEN DER LÄMMER erahnen lassen konnte. Auch dass wir unsere Jodie Foster in ihrer ehemaligen Paraderolle nicht sehen, entfremdet das Projekt zunehmend, mag Julianne Moore ihre Sache auch nicht schlecht machen. Ist es am Ende des Romanes so, dass der Kannibale mit seiner ehemaligen "Schülerin" flieht und die beiden fortan als Paar zusammenleben, hat man sich hier an ein äußerst widersprüchliches und leider auch sehr delikates offenes, dabei auch witziges Finish gewagt und des Weiteren den Fehler begangen, den Jonathan Demme einst bewusst außen vorließ, nämlich Lecter "in Aktion" zu zeigen. Man hat lieber auf Grauen und Ekel gesetzt, statt dem Publikum Spielraum für Interpretationen zu lassen, welchen es in den 90ern so bewunderte. Hat sich bewusst darauf konzentriert, zu zeigen, was uns einst verborgen blieb, wohl in der Hoffnung, damit die Massen ins Kino zu locken. Geklappt hat es, meckern dürfen wir allerdings trotzdem gerne. Dennoch hat die Adaption einen Stil, einen eigenen, vielleicht sogar modernen, wenn auch manchmal in der Handlung schwer nachvollziehbaren Stil für den man die Produzenten weder loben noch komplett in die Tonne treten sollte, da das Schauen von HANNIBAL unabhängig vom Roman und den Lämmern, ein kleines Vergnügen ist.

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replicant-10

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Bewertung1.5Ärgerlich

Ach du scheisse, war denn das nötig Anthony ?????

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divisi

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Bewertung6.0Ganz gut

Ohne den Nonsens wie Schweine und Gehirn, würde ich vielleicht höher bewerten.

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Shawnee

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Ach komm, das Gehirn verlangte wirklich mal nach einer ordentlichen Portion Humor. Zum Schießen!


divisi

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Hmm, warum nicht, mir wäre etwas mehr Thrill jedoch lieber gewesen.



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