Ich habe den englischen König bedient

Obsluhoval jsem anglického krále (2007), CZ/SI
Laufzeit 118 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 21.08.2008

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6.7 Kritiker
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von Jirí Menzel, mit Ivan Barnev und Oldrich Kaiser

Jan Dite (Ivan Barnev) ist ein kleiner Mann, aber er hat große Pläne. Der tschechische Provinzkellner will Millionär werden. Reichtum ist seine Obsession. Frauen sind seine Leidenschaft. Arbeit ist seine Religion. Sein Motto ist: Alles sehen, alles hören, nichts sagen. Mit voller Naivität schlittert das Stehauf-Männchen durch die tschechische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist sein Glück, dass er immer Pech hat. Kaum hat seine Karriere im besten Restaurant Prags richtig begonnen, verliebt er sich in die Sudetendeutsche Líza (Julia Jentsch, “Sophie Scholl”). Deren fanatische Liebe zum Führer bringt ihn zuerst um seinen Job, nach Hitlers Einmarsch zu neuem Ruhm und nach dem Krieg zu Briefmarken im Wert von 15 Millionen. Als das kommunistische Regime an die Macht kommt will er dorthin, wo alle Millionäre ihr neues Zuhause gefunden haben: ins Gefängnis. Für jede Million ein Jahr Haft. Bei seiner Entlassung ist er ein alter Mann (Oldøich Kaiser) – arm, aber reich an Witz und Erinnerungen.


Cast & Crew


Kritiken (7) — Film: Ich habe den englischen König bedient

TheCorey: MovieMaze

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5.5Geht so

Die Filmographie des tschechischen Regisseurs Jiří Menzel ist durchzogen von zwei Namen. Zum einen stechen viele Filme hervor, deren Drehbuch von Zdenek Sverák, der dieses Jahr mit Vratné lahve im Kino war, geschrieben wurden. Zum anderen durch seine Adaptionen der Geschichten von Schriftsteller Bohumil Hrabal. Deren Zusammenarbeit fand ihren Höhepunkt bereits 1966, als Menzel den Fremdsprachenoscar für Ostre sledované vlaky entgegen nehmen durfte. Auch Obsluhoval jsem anglického krále (dt. Ich habe den englischen König bedient) stellt erneut eine Adaption eines von Hrabals Romanen dar. Menzel versucht in seinem neuesten Film viele verschiedene Aspekte einzubringen. Eine gehörige Portion Satire, jedoch gefüllt mit etwas Ernsthaftigkeit. Seine Geschichte, die sich als tschechische Variante von Forrest Gump anmaßen könnte, jedoch nicht in deren Tiefe und Komik einzudringen vermag, versucht sich ein ums andere Mal als Historienfilm.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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3.5Schwach

wei Jahrzehnte europäischer Geschichte umfasst die Verfilmung eines der berühmtesten Romane des tschechischen Schriftstellers Bohumil Hrabal. Es ist der erste Spielfilm des tschechischen Altmeisters Jiri Menzel ("Liebe nach Fahrplan") seit 1994; eine ambitionierte aber manchmal mit Altherrenfantasien etwas überstrapazierte und langatmige Arbeit, in der u.a. Bären-Gewinnerin Julia Jentsch ("Sophie Scholl - Die letzten Tage") eine der Hauptrollen spielt.

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Steve Rhodes: Internet Reviews Steve Rhodes: Internet Reviews

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8.0Ausgezeichnet

Dite ist ein wunderbar-liebenswerter Charakter, der ein interessantes Leben führte. Wenn der Abspann läuft, ist man froh bei seinen Abenteuern dabei gewesen sein zu dürfen.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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4.5Uninteressant

Und man muss sich fragen, ob er als Vertreter des europäischen Kleinbürgertums nicht sogar der eigentliche Sieger des Zweiten Weltkriegs ist. Schließlich tritt der Kleinbürger nun die Herrschaft über die Einfamilienhäuser und die Kleinwagen an und fühlt sich doch nach wie vor als Opfer der Umstände und entwickelt gerade daraus seine Macht. Alle Irrwege haben ihm nicht wirklich geschadet. Eher hat er anderen geschadet und damit das Egoismus-Ver­spre­chen des modernen Kapitalismus ernst genommen. Und so ist auch nicht der National­sozialismus wirklich seine Ideologie, die er sogar relativ schnell durchschaut. Die heißt schlicht: Opportunismus, der sich irgendwann verselbständigt.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Man hat Menzel, bei der Premiere des Films auf der Berlinale 2007, eine gewisse Altersmilde vorgeworfen. Dabei arbeitet der heute 70-Jährige in diesem fulminanten Spätwerk bewusst mit veralteten Techniken, lässt seinen Hauptdarsteller Ivan Barnev wie eine (meistenteils sprachlose) Slapstickfigur aus alten Stummfilmen wirken. Selbst die penetrant bukolische Inszenierung nackter Brüste darf man hier nicht vorschnell (nur) als Altherrenfantasie abtun: es ist auch der melancholische Blick auf eine Unschuld, die diesem Land längst genommen wurde.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Mehr denn je empfiehlt sich Menzel als ein grandioser Komödiant, der aus einer letztlich dutzendfach erzählten Fabel vom Auf- und Abstieg des kleinen Mannes eine leichtfüßige, chaplineske Groteske zaubert. Zum Tragen kommen dabei eine wunderbare Mischung aus Situationskomik, Slapstick, Pointenreichtum, ironischen Doppelbödigkeiten und schwarzem Humor sowie eine prächtige Ausstattung, stimmungsvolle-nostalgische Bilder der lasziven 30er Jahre und ein stilvoller, beschwingter Soundtrack. Lustspiel, Satire und Groteske - die Übergänge zwischen den Genres gelingen hier fließend, so dass die weithin leicht beschwingte Handlung sogar das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus verkraftet, ohne darüber ins Ernste abzurutschen.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

„Ich habe den englischen König bedient“ ist der erste Film des über 70-jährigen Menzel nach vierzehn Jahren, nach “Die merkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Mukshin”, nach einem angekündeten Ruhestand. Menzel zelebriert pralles Erzählen, reichlich derbe und feine Scherze, lässt Jan die Liebeslust ebenso ausleben wie Reichtum, Armut und Haft. Da hat Julia Jentsch einen atemberaubenden Auftritt als sudentendeutsche Nazi-Braut mit Brezel-Frisur, die in der Hochzeitsnacht lieber das Porträt des Führers als das Gesicht Jans anhimmelt. Da muss man aber auch schlucken, wenn ein guter Freund ins KZ abtransportiert wird und Jan verzweifelt versucht, ihm noch ein Stück Brot in den Viehwagon zu werfen. Das ist in Wort und Bild typisches tschechisches Fabulieren, altmodisches Erzählen, welches immer noch mit allen Höhen und Tiefen einer Tragikomödie, mit dem sanften, schelmisch entspannten Blick aufs Leben die Herzen berühren kann.

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Kommentare (3) — Film: Ich habe den englischen König bedient

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spanky

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit dem unverkennbaren Charme tschechischer Märchenfilme inszeniert Jiri Menzel hier die jüngere Geschichte Tschechiens im 20. Jahrhundert anhand der abenteuerlichen aber fiktiven Biografie des Jan Dite. Mit ernsten Untertönen pendelt er dabei stilistisch zwischen Stummfilm-Ästhetik und Screwball-Comedy - ein schwieriger Balanceakt, der nicht immer gelingt. Einzig das Maskenbild hat gestört - manche Bärte und Haare wirkten zu sehr angeklebt.

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filmbaum

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Bewertung4.0Uninteressant

Altherrenfantasie mit gespieltem Witz und verstaubter Ästhetik.

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Sonse

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Bewertung6.5Ganz gut

Beginnt fulminant und macht in seiner Leichtigkeit ungemein Spaß - doch mit dem Auftauchen von Julia Jentsch beginnt der Anfang vom Ende. Geschichte, Charaktere, alles verhakt und funktioniert nicht mehr.

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