Im Zeichen des Bösen

Touch Of Evil (1958), US Laufzeit 105 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 30.04.2008


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8.2
Kritiker
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6.5
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1591 Bewertungen
29 Kommentare
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von Orson Welles, mit Charlton Heston und Janet Leigh

Los Robles, eine kleine Stadt an der amerikanischen-mexikanischen Grenze. Der mexikanische Rauschgiftdetektiv Mike Vargas und seine amerikanische Frau Susan sind Zeugen, als ein reicher Bürger mit seiner Freundin im Auto in die Luft gesprengt wird. Während Vargas sich um den Unfall kümmert und dabei zum erstenmal mit den Sheriff Hank Quinlan aneinandergerät, wird seine Frau von der Grande-Bande in den mexikanischen Teil der Stadt gelockt und in einem Hotel festgehalten und bedroht: ihr Mann solle die Grandes in Ruhe lassen. Auch Vargas wird von den Grandes verfolgt und angegriffen. Aus Sicherheitsgründen bringt Mike seine Frau auf die amerikanische Seite. Aber auch dort wird sie- alleingelassen im Hotel – von den Grandes terrorisiert. In einer Parallelmontage zeigt sich, daß der bärbeißige Sheriff gemeinsame Sache mit den Grandes zu machen scheint. Die Ereignisse überstürzen sich.

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Kommentare (29) — Film: Im Zeichen des Bösen


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HansNase

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Bewertung7.5Sehenswert

+++SPOILER+++ (möglicherweise)

Gerade erst Citizen Kane geschaut, brauchte ich bei diesem Krimiklassiker erst eine Weile, bis ich dieses Schlachtschiff von einem Captain Quinlan als Orson Welles ausmachen konnte. Und das, obwohl sein Name groß und ähnlich breit auf der DVD-Verpackung stand. Aber ist ja nicht so schlimm - Was zählt, sind freilich seine wegweisende Regie und sein schauspielerisches Können. Kernstück des besagten Regie-Glanzstücks ist natürlich die Anfangssequenz. Die berühmte Drei-Minuten-Kameratour überzeugt nicht nur durch die choreographische und kompositorische Virtuosität, sondern auch durch die Gegenüberstellung der lässigen Henry-Mancini-Musik mit der Drastizität der gezeigten Situation. Ganz hübsch ist auch der Auftritt von Marlene Dietrich im späteren Verlauf des Films. Der Krimi hat allein schon deshalb gewonnen, weil er einmal mehr Zeugnis ihrer berühmten Rauchstimme ablegt. Andere Einzelheiten innerhalb dieser 106 Minuten sind jedoch weniger überzeugend. Stellvertretend sei dafür genannt, dass Charlton Heston so einen beschissenen Schnurrbart trägt. Wenn man der 1994er Komödie "Ed Wood" Glauben schenken mag, soll ja Welles mit Heston recht unzufrieden gewesen sein. Schön zu wissen, welcher Film gemeint war.

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jeffcostello

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Die vielen Schokoriegel haben dich fett gemacht."
"Ich wäre viel lieber von deinem Essen fett geworden."

"Im Zeichen des Bösen" beschreibt nicht nur das Duell zweier Männer in einer untergehenden Welt des Lasters und der Kriminalität, es ist mehr als nur das, es ist der Kampf zweier Ideologien, zweier Lebenskonzepte, der Polizist Vargas (Heston) ist ein Idealist, der versucht die Welt seinen Idealen anzupassen, der Polizist Quinlan (Welles), von dem man vermuten könnte, dass er vor einer langen Zeit möglicherweise mal ein Idealist gewesen ist, hat sich mittlerweile der Welt angepasst, ist zu einem Teil von ihr geworden und hält sie dadurch auch mit am Bestehen.
Der Grenzort "Los Robles" wird von Welles als verlorene Stadt inszeniert für deren Rettung es keine Hoffnung mehr zu geben scheint und in der nicht mal die Polizei selbst noch ein zuverlässiges Bollwerk gegen das Verbrechen ist, die Grenzen zwischen Polizist und Gangster, zwischen Gut und Böse sind in Los Robles schon längst bis zur unkenntlichkeit verwischt, die Figuren sind einfach Menschen, tief verletzt und verzweifelt, und der Abgrund auf den sie zugehen ist von ihnen selbst geschaffen.
Am Ende des Films findet man sich in einem sumpfartigen Gebiet nahe einer Ölraffinerie wieder, widerwärtig und schmutzig ist dieser Ort doch der passendste um die Figuren endgültig mit ihrem Schicksal zu konfrontieren. Der Idealist kann nach dem Finale, nach dem Sturm nur noch angewiedert die Flucht ergreifen, Los Robles und die Welt werden sich wohl niemals ändern.

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RotWeisserHai

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Eingangsszene und allem vorran Orson Welles als Schauspieler überzeugen in diesem Film. Die Story ist eher mäßig bis schwach. Das spannende Ende kann man auch noch positiv erwähnen. Trotzdem eher mittelmäßig das Ganze.

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meinalterego

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Heute lag in meinem Briefkasten die schon lange vorbestellte Blu-ray IM ZEICHEN DES BÖSEN. Ich war besonders gespannt auf den mir noch unbekannten Director's Cut, der vierzig Jahre nach der Uraufführung des Films entstand und sich auf ein 58 seitiges Memo bezog, dass Orson Welles an die Verantwortlichen der Universal Studios schrieb, als er die Schnittfassung der Kinoversion zu Gesicht bekam, die das Filmstudio in Auftrag gab, weil sie mit der Arbeit von Welles sehr unzufrieden waren. Nach den desaströsen Erfahrungen mit den Universal Studios brach Orson Welles entgültig mit dem Hollywoodsystem.
IM ZEICHEN DES BÖSEN ist bildgewaltiger Film Noir durch und durch in einer exquisit erzählten sachwarz-weißen Filmsprache. Vielen dürfte die rund dreiminütige Kamerafahrt, die mit einer explodierenden Autobombe ihren Höhepunkt nimmt, sicherlich ein Begriff sein. Und diese Plansequenz sucht auch noch heute ihresgleichen, meisterhaft, besser geht das nicht. Diese Autobombe setzt eine Kettenreaktion in Gang, der weitere Handlungsverlauf wird zunehmend verstörender, verschachtelter und spannender. Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt im Schatten, bald scheint jeder sich schmutzige Finger zu machen bei der Aufklärung der Tat.
Der Cast ist großartig. Charlton Heston konnte beweisen, dass er auch abseits des epochalen Bibelgenres ein guter Schauspieler ist, der vielleicht zu selten die Gelegenheit bekam, so stark aufzuspielen wie hier. Das Gleiche gilt für Janet Leigh, die hier in ihrer Rolle zwei Jahre vor Psycho schon beweisen durfte, wie gruselig es doch in Hotels bzw. Motels zugehen kann. Überstrahlt werden beide von Orson Welles als Captain Quinlan, dessen Geschichte das Zentrum des Films ist. Und der Welles spielt ihn bullenstark als ein dermaßenes Drecksviech, der zugleich aber auch eine unfassbar tragische Figur ist. Dazu spielt ein sehr prominenter Nebencast, in der die von Marlene Dietrich verkörperte Tana eine zentrale Bedeutung zukommt. Die Dietrich sah diesen Film selbst als den besten ihrer über 50 Jahre andauernden Filmkarriere.
IM ZEICHEN DES BÖSEN ist ein visuell brillantes Meisterwerk, meiner Meinung Welles stärkste Regiearbeit, insbesondere im Director's Cut, die der eigentlichen Vision Welles noch am nahesten kommen mag.
LIEBLINGSFILM !!!

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Copacabanasun

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir, Noir...ich liebe solche Filme...und "Im Zeichen des Bösen" ist ein grandios gespieltes und inszeniertes Krimi-Spiel mit tollen Hauptdarstellern. Orsen Welles weiß eine beeindruckende Atmosphäre zu erschaffen und spannend seine Geschichte zu verschachteln. Es gibt einige große Szenen die der Film zu bieten hat, möchte hier aber nichts verraten. "Im Zeichen des Bösen" ist nicht nur ein wahrer Klassiker der Filmgeschichte sondern wird auch im Genre "Noir", sehr geschätzt.
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Fazit: Intensives Kammerspiel, mit nostalgischen Feeling und großartigen Momenten.
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LOVE IT! :)

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nerdkiller

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Bewertung9.0Herausragend

"Touch of Evil" zeigt eine Welt, in der einem Idealisten (ungewöhnlich: Charlton Heston), der gegen ein System, das formell zwar die gute Seite repräsentiert, aber selbst in verbrecherische Machenschaften verwickelt ist, ankämpft, die Hände gebunden sind. Ähnlich erging es Orson Welles in Hollywood, er wollte Filme nach seinen Vorstellungen drehen, doch Hollywood machte ihm aus kommerziellen Gründen einen Strich durch die Rechnung, so dass viele seiner Werke ohne sein Einvernehmen verstümmelt wurden. So geschehen auch bei diesem Film, der 40 Jahre lang nur in stark gekürzter Fassung existierte, und nach dem Welles enttäuscht und wütend Hollywood für immer den Rücken kehrte. Gewinnstreben hat in Welles' Augen in Hollywood Vorrang, nicht die Filmkunst. In "Touch of Evil" ist es ähnlich: Die Polizei, der selbstloses Handeln für die Gesellschaft eigentlich inhärent sein sollte, macht gemeinsame Sache mit dem organisierten Verbrechen, da dort eben (mehr) Geld zu machen ist. Polizist Hank Quinlan - Welles' Rolle im Film - ist dabei sehr interessant. Er ist in seinem Handeln und Denken eine zynische Weiterentwicklung von Welles legendärer Rolle als Harry Lime in "The Third Man" wenige Jahre zuvor. Hatte man mit Harry Lime noch Sympathien, da dieser in einer ohnehin schon chaotischen Phase der Geschichte zum Verbrecher wird, und damit nur einer von vielen ist, erscheint Quinlan von vorne hin unsympathisch: er ist fett, er säuft, er hat ein loses Mundwerk und er hat jeglichen Glauben an das Gute im Menschen verloren, obwohl er im Gegensatz zu Harry Lime in einer freien Gesellschaft lebt. Der Film weißt mehrmals auf die damals noch offenen Grenzen zwischen den USA und Mexiko hin, was einen Gegenentwurf zum geteilten und besetzten Wien aus "The Third Man" darstellt. Welles macht damit allerdings deutlich, dass zwischen einer vom Krieg gezeichneten Stadt, einer freien Stadt und eben auch, wenn man den Film so lesen will, Hollywood nur ein minimaler Unterschied besteht. Das Böse lauert im Endeffekt überall. Weitere Parallelen zu "The Third Man" sind auch in visueller Hinsicht gegeben. Welles setzt wie Reed Licht und Schatten sehr virtuos ein und schafft es damit, dem Film eine bisweilen sehr surreale Atmosphäre zu verleihen, die gepaart mit den zwiespältigen Charakteren dafür sorgt, dass "Touch of Evil" trotz der Salsa-Musik, die oft im Hintergrund zu hören ist, durchweg pessimistisch wirkt. Und das obwohl der Film aus erzählerischer Sicht recht konventionell ist, doch ein wirkliches Happy End hat "Touch of Evil" nicht. Quinlan mag am Ende sein, doch was bleibt dem Idealisten Vargas, der sich gegen die Repressionen der Polizei zur Wehr gesetzt hat: Die Flucht. Einem Visionär wie Welles ebenfalls. Großes Kino mit unangenehmen Beigeschmack.

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philipp.endres.18

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein fast rundum gelungener Film.
Toller Einstieg, würdiges Ende. Im Mittelteil für meine Begriffe zwar an manchen Stellen bisschen zäh, aber das kann man verschmerzen, da der Film doch immer wieder die Kurve bekommt. Besonders gut fand ich den Soundtrack in manchen Situationen, hat richtig gut gepasst! Bestimmt nicht ein Film den man sich mal so nebenbei anschaut ( erklärt vielleicht den unterirdisch schlechten Userbewertungsdurchschnitt ), aber für Fans des Genres sehr zu empfehlen!

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cyberpunky

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Bewertung6.0Ganz gut

Damals sicher ein Highlight, heute ein Klassiker der mich leider nicht begeistern konnte,
mir aber immer noch besser gefällt als Citizen Kane.

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Icytower

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Bewertung9.0Herausragend

6.4? Oje.
"Touch of Evil" ist ein hervorragend geschriebener, glänzend besetzter und meisterhaft inszenierter Vertreter seiner Zunft. Schon allein die Eingangsszene ist unvergesslich, ebenso wie der Schluss. Selbiges gilt übrigens auch für den Mittelteil... ;-)

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Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Von der Produktionsfirma eingehend verändert und kommerzialisiert, stellt der etwas andere Film noir „Im Zeichen des Bösen“, der als das Ende seiner genrebezogenen Ära gilt auch das Ende Welles' Hollywoodlaufbahn dar, der von dieser Bevormundung zurecht verärgert nach diesem Film nur noch in Europa arbeitete. Doch zum Glück gibt es inzwischen eine Version, die wohl weitestgehend den Wünschen des Regisseurs entsprach und von der ich nun in den nachfolgenden Zeilen berichten werde.

Eine Bombe wird in den Kofferraum eines Autos platziert, welchem die Kamera minutenlang über befahrene Straßen, staubige Gassen und marode Häusern folgt. Doch schnell gebührt die Aufmerksamkeit eines nebenher vergnügt auf dem Fußweg entlangschlendernden Paares, die Frau Amerikanerin, der Mann Mexikaner. In dem Moment, in dem sich ihre Lippen berühren und der flüchtige Gedanke in ihren Köpfen weilt, gemeinsam hier in Los Robles, an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, glücklich zu werden - Genau in jenem Moment explodiert die Bombe und in den Köpfen kehrt wieder Realität ein, der traurigen Wahrheit ausgesetzt, dass diese Stadt dreckig und verkommen ist. Diese populäre und unvergessliche Eröffnungsszene des Films führt den Zuschauer wunderbar in die raue Atmosphäre, die allgemeine Stimmung unter den Bürgern und den Zustand jenes Grenz-gelegenen Städtchens ein. Nutten gibt es hier reichlich, mit Drogen wird das große Geld gemacht, Morde und Gewaltverbrechen stehen an der Tagesordnung und über dem ganzen Schmutz steht, wie soll es auch anders sein, ein korrupter Polizeichef. Orson Welles höchstselbst spielt jenen zynisch-grimmigen Antagonisten Quinlan mit furchteinflößender Eleganz und zeigt erneut, was für ein begnadeter Schauspieler er war. Mühevoll versucht er sich durch hässliche Schandtaten beim Publikum unbeliebt zu machen. Welles zeichnet Quinlan aber hintergründig als einen bemitleidenswerten Mann, der für die hohe Kriminalität in seiner Stadt nicht verantwortlich ist, sondern an ihr zugrunde ging, bis er selbst zu dem wurde, was er einmal zu bekämpfen glaubte. Er hat die Welt gesehen und das, wozu sie fähig ist.

Nicht so sein junger, idealistischer und mexikanischer Gegenpart Vargas (Charlton Heston), der der Korruption den Kampf ansagt und der festen Überzeugung ist, die Stadt noch säubern zu können. So kommt es zu einem erbitternden, scheußlichen Krieg zwischen zwei scheinbar grundverschiedenen Charakteren, in dem der Kampf zwischen Engel und Teufel nicht selten auch zum Wechselspiel avanciert. Genauso also wie es hier gute und böse Mexikaner, gesetzestreue und gesetzlose Amerikaner gibt - nicht zufällig spielt der Film an einer Staatsgrenze -, verschwimmen langsam grundlegend die Grenzen zwischen Gut und Böse, bis sie kaum noch voneinander zu unterscheiden sind. Immer öfter hört man dem Schurken die unheilvolle Wahrheit aussprechen, zu der der Zuschauer zum Kopfnicken verdammt ist und immer seltener fiebern wir mit dem für Gerechtigkeit kämpfenden Helden mit. Welles zerstört filmtypische Rollenerwartungen und Klischees und stellt in einem spannenden wie ergreifenden Film eine neue Ordnung her, indem er die Gleichheit aller Individuen, das Unmenschliche im Menschlichen, das Gute im Bösen gesucht und gefunden hat.

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Markbln

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Ich mag den ja viel lieber als Citizen. Ganz toll. Film und Kritik.


Punsha

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Danke. :)


RoosterCogburn

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich hab mir den Film-Noir-Thriller in der Rekonstruktion von 1998 angesehen. Der Krimi-Klassiker wurde vom Studio damals drastisch gekürzt. Cutter Walter Murch ("Der Pate") passte diese Langverion nach Vorgaben von Welles ans Breitbildformat an. Als einer der letzten Vertreter der 'Schwarzen Serie' ist "Im Zeichen des Bösen" absolut sehenswert und kann mit einem tollen Cast aufwarten. Als aufrichtigen, rechtschaffenden und moralisch einwandfreien Mann glänzt hier Charlton Heston in seiner Rolle als Vargas. Dann ist da noch die bezaubernde Janet Leigh als loyale Ehefrau. Obwohl in den Nebenrollen noch Zsa Zsa Gabor, Joseph Cotten, Marlene Dietrich und Dennis Weaver zu sehen sind, verblassen sie alle gegen die übermächtige Leinwandpräsenz des Orson Welles (auch Buch und Regie). Seine Darstellung als verkommener, versoffener, intriganter Bulle Capt. Hank Quinlan ist so großartig wie einmalig. Vargas ist der Gute, Quinlan der Böse. Doch welchen fragwürdigen Gerechtigkeitssinn legt Welles für seine Figuren hier an den Tag? Das wird dem Zuschauer erst in der zweiten Hälfte der Handlung offenbart. Welles lässt daran zweifeln, dass das, was vordergründig richtig zu sein scheint, auch wirklich richtig ist. Obwohl er den formalen Regeln des Genres entsprechend folgt, führt er gleichzeitig deren Widersinnigkeit auf. Das ist eigentlich das intelligente an diesem Film.

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

einfach nur cool!so hab ich heston noch nie gesehen.

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doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein zweifacher Abschied.
Das Kino sagt leise "ciao" zum klassischen Film Noir und Orson Welles sagt grimmig "das wars" zu Hollywood.

Dafür schenkt er dem Zuschauer noch einmal einen großen Beweis seiner Virtuosität.
Geniale Bilder und Sequenzen, gelungen bedrohliche Atmosphäre und ein herrlich arrangierter und platzierter Score aus der Feder des unsterblichen Henry Mancini.

Welles gibt sich einmal mehr omnipräsent. Regie, Drehbuch und tragende Rolle vereint er auf sich. Und mittlerweile ist er dafür auch voluminös genug.

Seine Figur sieht aus wie Charles Foster Kane knietief im Dispo und mit einer kubikmetergroßen Leber. Und ihr wird kubikmetergroß Leben eingehaucht. So sehr, dass der auf Latino getrimmte Charlton Heston in der Hauptrolle trotz ordentlicher, wenn auch etwas steifer Präsentation keine Chance gegen den bewußt plakativen Unsympathen hat.
Kane generiert hier eine Lust am vermeintlichen Bösewicht, wie sie später zum Elementarbestandteil eines guten Thrillers werden sollte.
Heute definiert man die Qualität derlei Filme entscheidend über die Qualität des Gegenspielers, zurecht. Auch ein Grund, warum so viele aktuelle Thriller blass bleiben.

Abgerundet wird der Cast durch perfekt in Szene gesetzte Kurzauftritte solch markanter Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich, Zsa Zsa Gabor oder von Welles´ stetem Kompagnon Joseph Cotten.
Dazu gibt es einen frühen Auftritt von Dennis Weaver, der einige Jahre später der Protagonist in Steven Spielbergs berechtigterweise vielgelobten Debut "Duell" werden sollte.

Zwar kann der Cast auch nichts dagegen tun, dass die Erzählung mitunter wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen hängt, aber das schmälert das Sehvergnügen nicht endgültig. Welles´ betont ruhiger Erzählstil, der auf abrupte Tempowechsel verzichtet, ja beinahe gänzlich auf Tempowechsel an sich, mag dafür sorgen, dass sich besonders der Mittelteil mitunter arg zieht, trotzdem ist "Im Zeichen des Bösen" ein insgesamt sehr ordentlich gespielter, aber vor allem ein einmal mehr bildsprachlich großartig inszenierter Film aus der Hand eines der ganz großen Könner der Kunstform Film.

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spanky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Seitens Welles unfassbare Präsenz im Quadrat, physisch wie auch psychisch! Und als Autor und Regisseur bastelt er sich schon mit der ungeschnittenen Eröffnungssequenz ein Denkmal. Wenn dann noch die Dietrich ihre Wangenknochen aus dem Halbdunkel wiegt, kann auch mit einem mit Schuhcreme angeschmierten Heston nichts mehr schief gehen.

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*ulma*

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schönes Ding was der Orson da raus gehauen hat.

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hoffman587

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Bewertung9.0Herausragend

Touch of Evil

"Im Zeichen des Bösen" ist ein komplizierter, spannender, fesselnder und packender Thriller von Orson Welles aus dem Jahre 1958 nach dem Roman "Badge of Evil" von Whit Masterson.

Die Story hört sich erstmal sehr einfach an, sie wird geschickt erzählt und so für den Zuschauer interessant umgesetzt: Ein Attentat führt dazu, dass in einer mexikanischen Grenzstadt der mexikanische Drogenfahnder Vargas und der korrupte Sheriff Quinlan aneinander geraten.

Als ein Teil der Besetzung darf erstmal wieder Orson Welles selbst als Sheriff Quinlan dienen, er spielt die Rolle selbstverständlich genial, allein durch seine großartige Präsenz wirkt seine Rolle des Sheriff schon von Anfang an unsympathisch, sodass ich seine Leistung wahrlich nur als phänomenal bezeichne kann, unfassbar seine Energie beim Schauspielern und neben ihm erbringt Charlton Heston doch eine sehr solide Leistung, wenn man den Aspekt auslässt, dass er hier einen Mexikaner spielt und in der Hinsicht ist er wirklich nicht überzeugend, dafür überzeugt aber einmal mehr Janet Leigh als Susan Vargas, die ihre Rolle gekonnt übernimmt. Das Ganze wird dann noch versüßt mit den großen Auftritten von Marlene Dietrich und Zsa Zsa Gabor, die ihre Figuren selbstverständlich exzellent spielen.

Auch inszenatorisch grenzt der Film schon wieder an gnadenlose Perfektion, jedenfalls würde ich das so sehen, sodass Welles Regiearbeit einmal mehr als genial betitelt werden kann, was besonders für die ungewöhnliche, aber großartige Erzählweise gilt, also das ich mit diesem Ende, naja in der Form, nicht gerechnet hätte und für mich war er eigentlich auch spannend bis zur letzten Sekunde, alles im allem sehr eindrucksvoll.
Das selbe gilt natürlich für die hervorragende Kameraführung, die Kamera spielt förmlich mit den Schwarz-Weißkontrasten, ihre Bilder wirkten auf mich faszinierend und sie erschuf so eine bedrückende Atmosphäre.

Die Charaktere wurde sehr clever ausgeklügelt, mit interessanten Aspekten verziert, am Anfang denkt man noch sie mögen einfach geschnürt sein, doch am Ende bemerkt man die Komplexität ihrer Zeichnung, was sehr intelligent gehandhabt wurde, da war ich wirklich erstaunt und auch über die Dialoge kann ich erstmal nichts schlechtes sagen, sie sind ausgezeichnet, da sie doch auf mich sehr glaubwürdig wirkten.
Zuletzt möchte ich auch noch die tolle musikalische Untermalung von Henry Mancini loben, die zwar meistens äußerst ungewöhnlich eingesetzt wird, aber meiner Meinung nach unterstütze sie so die Szenen perfekt, auf ihre Art eben.

Abschließend möchte ich dann nur noch sagen, dass ich "Im Zeichen des Bösen" für ein bedrückendes und absolut fantastisches Meisterwerk des Film noir vom großen Orson Welles halte.

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hoffman587

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Dankeschön und ich hoffe, das mit dem weniger schön ist so gemeint wie ich denke;)


Filmkenner77

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Ich hätte auch schreiben können, dass ich mir mehr von dem Film versprochen habe.


viewer

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Bewertung4.5Uninteressant

Man muss wohl schon ein Seminar in Filmgeschichte besucht haben, um zu verstehen, was an diesem Film spannend sein soll. Ach Moment, hab ich ja - find ihn trotzdem langweilig!

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guggenheim

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Bewertung3.5Schwach

Ich höre schon die Säbel rasseln: Keine Ahnung von Filmen, Klassiker-Feind, "geh doch Transformers gucken"... Ja ja, stimmt ja alles und mach ich auch noch, zur Zeit kann ich aber nicht, ich muss mir nämlich noch die Haare waschen und den Pony bleichen. Aber vor allem: Es gibt keinen Artenschutz für alte Filme. Und auch nicht für die von Orson Welles. "Touch Of Evil" ist einfach schrecklich langweilig, ziemlich banal und die Schauspieler chargieren unglaublich - allen voran Welles selber. Ein guter Film ist ein guter Film, egal ob er 1 Monat oder 100 Jahre alt ist. Selbiges gilt aber auch für maue Werke...

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guggenheim

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Ich schiebs mal auf die unterschiedlichen Geschmäcker und widme mich beizeiten einem anderen Klassiker. Ich glaube, es wird wohl Das Erste Evangelium Matthäus von Pasolini :)


Filmkenner77

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Puh, ich glaube, den lasse ich mal links liegen. Ich habe ein paar Ausschnitte gesehen. Da bekommt man ja Depressionen. ;-)


ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein dreckiger, fiebriger Krimi der mit seiner fast schon nihilistischen Ausrichtung bei seiner Veröffentlichung sicherlich nicht nur Freunde fand. Hier scheint fast alles verkommen und amoralisch zu sein, allein Vargas und seine Frau stellen so etwas wie Lichtgestalten dar, aber so hell scheinen selbst die nicht.
Und obwohl hier Stars en masse aufgeboten werden, sind es fast allein Orson Welles Schultern, die diesen Film tragen. Einerseits weil er den korrupten, unsympathischen Cop Quinlan so überzeugend und ekelhaft wiedergibt, es dabei aber schafft ihm trotz aller Unarten noch soviel Leben einzuhauchen, dass man die Figur nicht völlig ablehnt. Andererseits weil er hier als Regisseur Filmtechnisch einfach ein Meisterstück abliefert, was mit der faszinierenden Kamerafahrt am Anfang beginnt und sich mit den heissen, rythmischen Bildern der mexikanischen Grenzstadt vorsetzt und letztendlich nicht vor dem finalen Shoot Out endet. Ganz grosse handwerkliche Kunst und wirklich ein optischer Leckerbissen.
Storytechnisch kann "Touch of evil" aber leider nicht ganz mit seiner Optik mithalten. Aufgrund der vielen Figuren und einiger Wendungen ist der Film zwar ziemlich Aufmerksamkeitsfordernd und wirkt dadurch auch recht verschachtelt, so sehr viel passiert aber gerade Anfangs nicht. Besonders die Figur des Vargas bleibt in der ersten Hälfte sehr undurchsichtig, nicht in einer mystischen Weise, sondern man weiss einfach manchmal gar nicht, was er in dem Ganzen zu suchen hat. Schickt ständig sein Frau alleine weg, die von Beginn an bedroht wird, während er sich an Quinlan hängt, wo er aber auch nicht wirklich viel macht. Die zweite Hälfte gewinnt aber nochmal kräftig an Intensität und Spannung und ist dann ein richtig guter, dunkler und morbider Krimi, der kein gutes Licht auf beide Seiten des Gesetzes wirft.
Aber trotz dieser Schönheitsfehler zu Beginn, bewegt sich "Touch of evil" weit über dem Durchschnitt, vorallem wenn man, so wie ich, übliche, Schwarz-Weiss-gezeichnete Kriminalfilme nicht sonderlich mag.
Ein wirklicher Störfaktor war für mich Charlton Heston...den Mexikaner nimmt ihm noch nicht einmal ein Blinder ab...war irgendwie seltsam ihn die gesamte Zeit so geschminkt zu sehen.
Unbedingt mit Originalton gucken, die nachträgliche (denk ich mal) Synchro ist ein Stimmungskiller!

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doc_flunder

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Bewertung7.0Sehenswert

charlton heston wirkt nicht besonders mexikanisch, und auch im director's cut weist der plot rund um leinwandehefrau janet leigh ein paar schwächen auf. dennoch ist "touch of evil" ein absolut sehenswerter film. wahnsinnig gute kamera, wahnsinnig guter orson welles,
spannung bis zum schluss. außerdem dürfen die rückständigen estados unidos den glorreichen united states eine lektion in sauberer, moderner polizeiarbeit erteilen - höchst ungewöhnlich für die damalige zeit.

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