Frau ohne Gewissen

Double Indemnity (1944), US Laufzeit 108 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 06.06.1950


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Kritiker
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von Billy Wilder, mit Fred MacMurray und Barbara Stanwyck

Barbara Stanwyck ist die Frau ohne Gewissen und stiftet den Versicherungsvertreter Fred MacMurray zum Mord an ihren Mann an.

Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) verführt den jungen Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred MacMurray) und überredet ihn, ihr bei einem Mordkomplott gegen ihren Mann (Tom Powers) zu helfen. Neff lässt eine hohe Lebensversicherung von Mr. Dietrichson unterschreiben und plant den Mord gemeinsam mit Phyllis. Erst scheint alles aufzugehen und der Tod wird für einen Unfall gehalten. Bis sich ausgerechnet Neffs Kollege und Freund Barton Keyes (Edward G. Robinson), der auf Betrügereien spezialisiert ist, einschaltet. Keyes kommt der Wahrheit immer näher und in Neff reift der Wunsch nun auch Phyllis loswerden zu wollen. Doch auch sie hat einen Plan. Als beide schließlich aufeinander treffen, schießt Phyllis zuerst, doch sie verwundet Neff nur und er bringt sie um. Danach schleppt er sich mit letzter Kraft ins Büro, um sein Geständnis auf Tonband aufzunehmen.

Hintergrund & Infos zu Frau ohne Gewissen
Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1945 war Frau ohne Gewissen gleich in sieben Kategorien nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Filmmusik, Beste Kamera und Bester Ton), jedoch konnte der Film keinen der begehrten Preise entgegennehmen. Die Komödie Der Weg zum Glück gewann drei Oscars (Regie, Film und Drehbuch) und Darstellerin Barbara Stanwyck musste sich Ingrid Bergman geschlagen geben.

Die National Film Registry, ein Verzeichnis für US-amerikanischer Filme die besonders erhaltenswert sind, nahm 1992 Frau ohne Gewissen auf.

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Kommentare (18) — Film: Frau ohne Gewissen


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Mr. Laurel

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Bewertung6.5Ganz gut

Der Star des Films ist eindeutig Barbara Stanwyks Perücke (Billy Wilder bestand darauf); durch diesen Mop auf ihrem Kopp ist der Streifen in die Filmgeschichte eingegangen.

Allerdings hat der spätere Komödienspezialist Wilder auch einige wirklich spannende Szenen abgeliefert, wie sie Hitchcock kaum besser hingekriegt hätte. Dummerweise zerstört das wirklich unspektakuläre und unfreiwillig komische Semifinale (Stanwyk vs. MacMurray) für mich den sehr guten Gesamteindruck.

Auch wenn Chandler, mal wieder, eine gute Story geschrieben hat, ist der Film für mich nicht unbedingt DER Film Noir Klassiker

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DerDude_

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Bewertung9.0Herausragend

SPOILER

Eine der wohl beeindruckendsten Szenen des klassischen Hollywoods findet in diesem Film ihren Platz. Es ist der Mord an Mr Dietrichson, der gar nicht zu sehen ist als er geschieht. Wir sehen nur das Gesicht von Barbara Stanwyck. In ihrem Gesicht spiegelt sich so viel : Entschlossenheit, Grausamkeit, etwas Furcht aber vor allem eines : Gewissenlosigkeit. Gewissenlosigkeit das gerade ein Mord geschieht und man nichts dagegen tut, ihn sogar selbst bezweckt hat.
Solche grandiosen Szenen machen Billy Wilders FRAU OHNE GEWISSEN zu einem absoluten Meilenstein des Film-Noir. Genauso, wie um das Scheitern eines, als perfekt gehaltenen, Mordes geht es um die furchtbaren Auswirkungen des Verliebtseins. Eiskalt wird aufgezeigt, wie weit ein Mann für die Frau seiner Begierde zu gehen.
Die Kraft, die Liebe auf jemanden haben kann gehört zu den unterschätztesten der menschlichen Emotionen, einfach weil sie so undefinierbar wirkt, so frei von Erklärungen und so kraftvoll verlockend. Diese Emotion findet ihre meisterhafte filmische Aufarbeitung in einer Inszenierung die ihres gleichen sucht. Fred MacMurray und Barbara Stanwyck sind beide umwerfend.
Ein grandioser Film der schwarzen Serie !

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein kecker Versicherungsvertreter verliebt sich auf Anhieb unsterblich in die durchtriebene Ehefrau eines Kunden und schmiedet fortan mit ihr einen Mordkomplott gegen ihren wohlhabenden Mann, um somit an die beträchtliche Lebensversicherungssumme zu gelangen.

Billy Wilders Film Noir-Beitrag aus dem Jahre 1944, überzeugt durch seinen grandiosen Erzählstil und einer in sich vollständig stimmigen Geschichte, wovon sich die meisten der heutigen Filme eine riesengroße Scheibe abschneiden können! Eine Off-Stimme geleitet durchs Geschehen, wobei nicht einmal irgendwelche großartigen Schockmomente erforderlich sind, um die knisternde Spannung über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten, für die sich alleinig die Darstellertruppe um Edward G. Robinson, Fred MacMurray und Barbara Stanwyck verantwortlich zeigt.

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andreas.holpfer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Spitzen-Film-Noir, den ich jedem ans Herz legen möchte. Ich habe das Schauspiel, die Szenenbilder & die Regie durchwegs als weit überdurchschnittlich empfunden. Somit war ich über eine Bewertung von 5.8 (und das bei nahezu 1000 Votes erstaunt). Für mich nicht nachvollziehbar und das erste Mal, dass ich auf Moviepilot richtig erschrocken bin ;)
Für mich eine klare 8 - Anschauen und geniessen:)

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Hagen Hagen

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Welt ist schlecht. Community-Wertung 5.8 und Hassfilm für 27 Mitglieder. Eh, Leute, hier ist nicht Frisurenpilot! Es ist einfach ein großartiger Film.

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Hooded Justice

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Bewertung10.0Herausragend

„It’s murder!“
'Double Indemnity' will mir nicht aus dem Kopf, er durchbebt mich. Es dreht sich um die Nebenwirkungen eines Verliebtseins. Wie weit kann ich gehen, wie viel kann ich riskieren und wie rechtswidrig kann ich werden für die Frau, die soeben mein Herz eroberte? Doch um gar nicht zu sehr in den Hintergrund zu tauchen vor allem: Wie weit kann sie gehen, um schnell ihren Mann loszuwerden und dabei noch ein Vermögen abzusahnen? Wie so oft im Film noir verstrickt sich alles in Intrigen, Betrug und die Hinterlistigkeit des Menschen – hier der Frau ohne Gewissen und des einst sauberen Versicherungsherren im Anzug und Fedora-Hut, gespielt von einer wundervollen Barbara Stanwyck und einem brillanten Fred MacMurray. Doch viel mehr zeichnet Billy Wilder ein Frauenbild der Schärfe: Die Dame wird verführerisch, skrupellos, ausdrucksstark, wunderschön und besonders eines: böse. Der Pessimismus getrieben von der menschlichen Angst des Zweiten Weltkriegs und eine desolate Atmosphäre zum Verfallen – oder Zerfallen. Kriminalgeschichten werden zur Gesellschaftsanalyse, angebliche Liebe zur bitteren Geldgier, das Fräulein zur Femme fatale und ein Film zum Geschehen zwischen Leidenschaft und Betrug.
In seinem Stil nicht geringer als meisterhaft, erzählerisch wie ästhetisch kostbar auf ewig. Ein unvergessliches Film noir-Phänomen. Wiki sagte, er sei ein klassicher Film noir. Sicherlich. Nichtsdestotrotz ein ganz famoser solcher, weil so grandios gespielt, grandios bebildert und grandios erzählt. Einer meiner Lieblings-Film-noirs, doch vor allem der, der mich hierhin führte: Zur Liebe der Schwarzen Serie.

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Sigrun

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Statt unter »film noir« könnte man diesen Film auch bedenkenlos unter »film froid« einsortieren. Dieser Film ist kälter als schwarz ;-)

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Mr. Pink

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Bewertung7.0Sehenswert

Zweifellos ein guter Film, aber das gewisse Etwas hat mir dann doch gefehlt. Die Story ist nie langweilig, wirkte auf mich aber ein bisschen zu einfach, zu geradlinig, und es wurden eindeutig zu wenig Intrigen gesponnen. Außerdem kam mir die weibliche Hauptrolle, wenn auch tatsächlich gewissenlos, irgendwie nicht böse und durchtrieben genug rüber. Sehenswert, aber nicht außergewöhnlich.

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Baum123

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Bewertung6.0Ganz gut

Das dauernde "Baby" ist soo nervig...

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Tyler.Fincher

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Manchen Klassikern sieht man durchaus an, weswegen sie als “Klassiker” bezeichnet wurden. Billy Wilders "Double Indemnity" (der deutsche Titel gehört erschossen) gehört definitiv dazu. Er ist wunderbar gealtert und kann heute noch mühelos gesehen werden, ohne den Eindruck zu hinterlassen groß angestaubt zu sein. Die Story ist simpel aber der Verlauf überaus spannend gestrickt. Gerade die Beziehung zwischen MacMurray‘s, Stanwyck‘s sowie G. Robinson’s Charakter, die daraus resultierende Spannung sowie der sich aufbauende Konflikt: das alles funktioniert mühelos und ist die große Stärke des Films. Dazu eine Atmosphäre zum niederknien, erlesene s/w-Bilder und einen manchmal vielleicht zu expliziten „on-the-nose“-Voice-Over. Definitiv was für Hitchcock-Fans und eine Perle der schwarzen Serie. Einfach Stark!

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filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klassiker der Filmgeschichte haben es nicht immer leicht, sich beim heranwachsenden Publikum zu etablieren. Mögen es Settings, Szenenabfolgen, bestimmte Konventionen in Bild und Ton sowie ein bestimmter Erzählstil sein, vieles wird und wurde in späteren Filmepochen wieder eingesetzt, sodass man womöglich seltener als erhofft den Moment der Überraschung über eine originelle Filmidee erkennt und genießt. Umso mehr spricht es für die Qualität dieses Vorreiters, wenn er trotzdem seine Vorteil komplett ausspielen kann - wie Billy Wilders "Frau ohne Gewissen". In diesem Fall ist es der Film noir, welches die besagte Überschrift liefert.

Wenn Hauptdarsteller Fred MacMurray zu Beginn erschöpft im Büro sein Geständnis ablegt, dann mag es aus heutiger Perspektive wie ein Klischee erscheinen, hat man doch hier und dort schon so einige Persiflagen (als Beispiel sei "Tote tragen keine Karos" genannt) erlebt. Wenn aber ein sehr cleveres Drehbuch auf eine stilsichere Regie eines Billy Wilders trifft, bleibt einem quasi gar nichts anderes übrig, sich dieser dunklen Kriminalgeschichte über einen Versicherungsbetrug in seiner ganzen Fülle hinzugeben. Zwar bekommen wir nicht die klassische Detektivrolle zu sehen, dafür wohl aber die überzeugendste Femme fatale, die man jemals auf der Leinwand sehen konnte. Barbara Stanwyck ist damit trotz der männlichen Kollegen so etwas wie der Star des Films, außer der gewöhnungsbedürftigen Frisur passt hier alles. Auf der Gegenseite präsentiert sich ein guter Edward G. Robinson als loyaler Mitarbeiter und langjähriger Kollege von MacMurray. Und eben dieser befindet sich trotz seiner Bürde ziemlich dazwischen. In der Position des Antihelden und Ich-Erzählers fiebert man den Film hindurch mit, wie ein zuerst eigentlich perfekter Plan langsam seine Risswunden bekommt. In perfekter Krimimanier wird die Luft immer dünner für MacMurray, bis er selbst fast keinen Ausweg mehr erkennt. Der süße Duft, die Verblendung durch eine Liaison muss eben doch teuer bezahlt werden.

Obwohl der Anfang etwas von der schlussendlichen Richtung vorwegnimmt, ist dieser Film noir dennoch permanent spannend und mitreißend in seiner dichten und wendungsreichen Erzählweise. Das Ende ist Wilder-typisch in seiner Symbolik absolut perfekt und vollendet das gute Gefühl, einem ohne Zweifel prägenden Film dieser Ära beigewohnt zu haben. Selten wurde Tragik so schön porträtiert.

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Keky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Viel besser als so manch neuerer Film!
Muss sich nicht hinter "modernen" Thrillern aus unserer Zeit verstecken. Absolut spannender und unterhaltsamer Film-Noir. Die guten alten Filme sind doch die besten. :)

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ash-williams

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was braucht man für einen guten Film Noir? Einen Mann mit einer guten Erzählstimme, schwarz-weiß Bilder mit tollen Schatten und eine Geschichte voll Gier und Durchtriebenheit. All dies erfüllt Double Indemnity voll und ganz. Die Dialoge sind wie von Wilder gewohnt super, die Darsteller spielen sehr gut und die Stimmung ist vorhanden. Die Erzählstruktur ist Film-Noir typisch in einer Rückblende gehalten und die Stimme von Fred MacMurray zieht einen in seinen Bann! Somit ist Double Indemnity ein gut funktionierender Film über die Abgründe der menschlichen Psyche, Habgier und Hass!

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ElMagico

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein kleine Enttäuschung für mich, aber eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Mein Problem war wohl, dass ich etwas ähnlich drückendes und dichtes wie Wilders "Sunset Boulevard" erwartete, was "Double Indemnity" leider zu keinem Zeitpunkt ist.
Es schien doch alles sehr konstruiert, sei es nun der Plot oder auch die Charaktere und mir fehlte da einfach ein wenig der Tiefgang. Die Figuren treffen hier oft leichtfertig schwerwiegende Entscheidungen, ohne das man eine nachvollziehbare Motivation dafür erkennt und bleiben insgesamt allesamt recht einseitig gezeichnet, bzw. ergeben sich den Klischees ihrer Rolle. Ausnehmen muss ich hier die Rollen von Edward G. Robinson und Jean Heather, denen hier die meisten menschlichen Züge zukommen und die anscheinend auch für den Film so etwas wie das Gute darstellen, neben all der Verruchtheit und dem kriminellen Potential der anderen Figuren.
Auch so etwas wie Spannung trat für mich erst in der zweiten Hälfte des Films auf, nachdem der einfache Crime-Plot durch ein paar Wendungen weniger vorhersehbar wurde und somit auch die Figuren etwas aus ihren Formelhaften Charakteren ausbrechen mussten. Denn gerade in den ersten 20 Minuten hatte ich wirklich meine Probleme mit dem Film, zu schnell ging mir das alles und die Rolle der Femme Fatal Phyllis, war für mich gelinde gesagt fehlbesetzt. Barbara Stanwyck stellt für mich zu keinem Moment die Frau dar, für die man mir nichts, dir nichts sein Leben hinwirft und einen Mord begeht.
Möglicherweise sind alle meine Kritikpunkte Charakteristika des Film Noir, da kenn ich mich nicht gut genug aus. Es ist ja auch beileibe kein schlechter Film, er bewegt sich, vom Beginn abgesehen, durchgänging auf der Schwelle zum wirklich tollen Film, aber überschreitet diese Schwelle eben nie und verstand es nur selten mich so richtig zu fesseln.

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BigDi

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Bewertung7.0Sehenswert

Willkommen im Film Noir, unserem ungemütlichen Lebensraum. Unsere Umgebung ist schwarz-weiß - unserem Inneren fehlt der helle Teil. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass man niemandem trauen sollte, doch selbst machen wir, getrieben von Gier und Lust, diesen Fehler oft - zu oft. Wir geben unheimlich coole Sprüche von uns, auf unserem selbstverschuldeten Abstieg in die Hölle, und verbergen unsere Verdorbenheit mit stoischer Eleganz - zumindestens versuchen wir es. Manche Menschen fallen gerne darauf ein und bewundern uns bei unserem gewissenslosen, törichten Suizid mit verlangsamter Wirkung. Gar nicht zu unrecht: Denn wenn wir, nach der hoffnungslosen Flucht vor der Fatalität unseres Daseins und den ergebnislosen Versuchen, das Blut von unseren Händen zu waschen, auf dem Boden der Tatsachen zusammenbrechen und zum letzten Mal Luft holen, dann ist die Zigarette in unserem Mundwinkel das einzige Fünkchen Wärme unseres eiskalten Wesens.

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Tobias

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Bewertung9.0Herausragend

"Frau ohne Gewissen" beginnt mit klassischem Pornoplot (und für einen Film aus den 40er Jahren überraschend keck), entwickelt sich dann zu einem selten intensiven und faszinierenden blick auf das böse, kriminelle potenzial zweier einsamer menschen (was eher an die capote verfilmung "in cold blood" von richard brooks erinnert), um dann einen haken zu schlagen in Richtung knisternder Spannung a la Hitchcock. Das ganze mit ungemein scharfen dialogen, die sich Drehbuchautor Raymond Chandler und Regisseur Billy Wilder, die sich angeblich überhaupt nicht ausstehen konnten, in mühsamem Zweikampf bis zur Erschöpfung gegeinseitig ins Optimum abgerungen haben. Ein durch und durch erstaunlicher Film. Sehr sehenswert.

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doc_flunder

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Bewertung7.0Sehenswert

stimmungsvoll, spannend und grundsätzlich clever, aber auch ein wenig überkonstruiert.

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nattfoedd

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Bewertung9.5Herausragend

From the Moment they met it was Murder!

Um die Überschrift fortzuführen könnte man auch zusammenfassend sagen, "The purest essence of Film noir!", was Billy Wilder 1944 da auf Zelluloid gebannt hat.
Die tiefe Schwärze dieses Films macht Süchtig von der ersten Minute an. Das geniale Intro, ein unheimliches Schattenspiel eines Mannes auf Krücken zieht den Zuschauer bereits nach Sekunden in den Bann und stimmt ihn ein auf die kommenden Einhundert Minuten Düsternis und menschlicher Abgründe.
Walter Neff schleppt sich mit letzter Kraft, schwer verwundet in das verlassene Büro des Kollegen und gesteht zerknirscht: "I killed him for money and for a woman. I didn't get the money... and I didn't get the woman." Und so nimmt er uns mit in seinem Geständnis, zurück zu ihr, Phyllis Dietrichson, der er (trotz unansehnlicher blonder Perücke) hoffnungslos verfallen alle Grundsätze, alle Moral über Bord warf, zurück zu ihr, oh Femme fatale! Dem Zuschauer bleibt keine Wahl, zu verlockend ist das Böse, er fiebert mit den beiden mit und wird belohnt dabei mit wunderschönen Bildern, die man später als den klassischen Film Noir bezeichnen wird. Ein herausragender Film, den jeder mit einem Hauch von Schwarz auf der Seele gesehen haben muß.

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