Frau ohne Gewissen
Double Indemnity (1944), US Laufzeit 108 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 06.06.1950
21 Bewertungen
Skala 0 bis 10
1079 Bewertungen
20 Kommentare
Keine
von Billy Wilder, mit Fred MacMurray und Barbara Stanwyck
Barbara Stanwyck ist die Frau ohne Gewissen und stiftet den Versicherungsvertreter Fred MacMurray zum Mord an ihren Mann an.
Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) verführt den jungen Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred MacMurray) und überredet ihn, ihr bei einem Mordkomplott gegen ihren Mann (Tom Powers) zu helfen. Neff lässt eine hohe Lebensversicherung von Mr. Dietrichson unterschreiben und plant den Mord gemeinsam mit Phyllis. Erst scheint alles aufzugehen und der Tod wird für einen Unfall gehalten. Bis sich ausgerechnet Neffs Kollege und Freund Barton Keyes (Edward G. Robinson), der auf Betrügereien spezialisiert ist, einschaltet. Keyes kommt der Wahrheit immer näher und in Neff reift der Wunsch nun auch Phyllis loswerden zu wollen. Doch auch sie hat einen Plan. Als beide schließlich aufeinander treffen, schießt Phyllis zuerst, doch sie verwundet Neff nur und er bringt sie um. Danach schleppt er sich mit letzter Kraft ins Büro, um sein Geständnis auf Tonband aufzunehmen.
Hintergrund & Infos zu Frau ohne Gewissen
Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1945 war Frau ohne Gewissen gleich in sieben Kategorien nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Filmmusik, Beste Kamera und Bester Ton), jedoch konnte der Film keinen der begehrten Preise entgegennehmen. Die Komödie Der Weg zum Glück gewann drei Oscars (Regie, Film und Drehbuch) und Darstellerin Barbara Stanwyck musste sich Ingrid Bergman geschlagen geben.
Die National Film Registry, ein Verzeichnis für US-amerikanischer Filme die besonders erhaltenswert sind, nahm 1992 Frau ohne Gewissen auf.
Mehr Bilder (3) und Videos (2) zu Frau ohne Gewissen
Cast & Crew
- Genre
- Film Noir, Psychodrama, Psychothriller, Thriller, Kriminalfilm
- Zeit
- 1930er Jahre
- Ort
- Zug
- Handlung
- Affäre, Alleinerbe, Auftragsmord, Betrug, Betrüger, Bosheit, Böse, Doppelmoral, Erbe, Femme Fatale, Frau, Geliebte, Geplanter Mord, Gewissenskonflikt, Gut und Böse, Klassiker, Kuss, Leiche, Liebe, Liebe auf den ersten Blick, Liebesbeweis, Liebespaar, Liebhaber, List, Mann-Frau-Beziehung, Millionenerbe, Moral, Moralisches Dilemma, Mord, Mord an Ehemann, Mordkomplott, Mordopfer, Mörder, Plan, Rolle der Frau, Schlechtes Gewissen, Starke Frau, Stieftochter, Suizid, Unfall, Verkleidung, Verschwörung, Versicherung, Versicherungsagent, Versicherungsbetrug, Zugfahrt, Zugunfall
- Stimmung
- Ernst, Hart, Spannend
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Kritiken (2) — Film: Frau ohne Gewissen
F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de
Kommentar löschenRückblickend kann man kaum glauben, was "Double Indemnity" alles erfunden hat: Die Femme Fatale. Die Flashback-Voiceover-Narration. Stilprägendes Noir-Bildvokabular wie die streifenartigen Schatten, die durch Jalousien geworfen werden. Ja, selbst das scheinbar uralte und endlos abgegriffene Spannungsmoment-Klischee des Fluchtwagens, der im entscheidenden Moment nicht anspringen will - all das gab's zuerst hier, in "Double Indemnity". Der Film hat keinen hartgesottenen Privatdetektiv zum Helden, der sonst in so vielen der großen Noirs im Vordergrund steht [...] und er ist in der Verwendung seiner verstörenden Bildelemente längst nicht so radikal wie späte Noir-Klassiker á la "Rattennest". Trotzdem: "Double Indemnity" ist und bleibt der erste echte und ultimativ-definitive Film Noir.
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Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschen[...] Eine promiskuitive Raubkatze, ein idealistischer Schäferhund und ein besessener Mörder, auf dessen Seite sich der Zuschauer auch noch schlagen muss – dass Hitchcock den Film außerordentlich mochte, ist kein Geheimnis, warum er ihn mochte, wird schnell deutlich. Über "Frau ohne Gewissen" weht einerseits einmaliger Noir-Hauch, andererseits fatalistischer, erotisch aufgeladener und in den künstlerisch memorablen Hell-Dunkel-Kontrasten gar expressionistisch wirkender Krimiduft, der andere Wege einschlug als seine Genrekollegen und seinen Sog in einer schäbigen Welt entfesselt, bei der man förmlich den Staub fühlen kann. Einmal mehr entpuppt sich Wilder als richtungsweisender Regisseur, dessen Werk eine Sonderstellung innerhalb der "Schwarzen Serie" einnimmt. Dennoch gilt es zwei Dinge zu beachten: Die Inhaltsangabe auf der Rückseite der deutschen DVD lässt man lieber links liegen und den deutschen Filmtitel gleich mit. Wilder: "Frau ohne Gewissen? Das trifft doch auf nahezu jede Frau zu".
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (15) — Film: Frau ohne Gewissen
andreas.holpfer Mon, 22 Oct 2012 05:24:40 -0000
Kommentar löschenEin Spitzen-Film-Noir, den ich jedem ans Herz legen möchte. Ich habe das Schauspiel, die Szenenbilder & die Regie durchwegs als weit überdurchschnittlich empfunden. Somit war ich über eine Bewertung von 5.8 (und das bei nahezu 1000 Votes erstaunt). Für mich nicht nachvollziehbar und das erste Mal, dass ich auf Moviepilot richtig erschrocken bin ;)
Für mich eine klare 8 - Anschauen und geniessen:)
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Hagen Hagen Tue, 02 Oct 2012 18:28:13 -0000
Kommentar löschenDie Welt ist schlecht. Community-Wertung 5.8 und Hassfilm für 27 Mitglieder. Eh, Leute, hier ist nicht Frisurenpilot! Es ist einfach ein großartiger Film.
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Hooded Justice Sat, 28 Jul 2012 14:43:53 -0000
Kommentar löschen„It’s murder!“
'Double Indemnity' will mir nicht aus dem Kopf, er durchbebt mich. Es dreht sich um die Nebenwirkungen eines Verliebtseins. Wie weit kann ich gehen, wie viel kann ich riskieren und wie rechtswidrig kann ich werden für die Frau, die soeben mein Herz eroberte? Doch um gar nicht zu sehr in den Hintergrund zu tauchen vor allem: Wie weit kann sie gehen, um schnell ihren Mann loszuwerden und dabei noch ein Vermögen abzusahnen? Wie so oft im Film noir verstrickt sich alles in Intrigen, Betrug und die Hinterlistigkeit des Menschen – hier der Frau ohne Gewissen und des einst sauberen Versicherungsherren im Anzug und Fedora-Hut, gespielt von einer wundervollen Barbara Stanwyck und einem brillanten Fred MacMurray. Doch viel mehr zeichnet Billy Wilder ein Frauenbild der Schärfe: Die Dame wird verführerisch, skrupellos, ausdrucksstark, wunderschön und besonders eines: böse. Der Pessimismus getrieben von der menschlichen Angst des Zweiten Weltkriegs und eine desolate Atmosphäre zum Verfallen – oder Zerfallen. Kriminalgeschichten werden zur Gesellschaftsanalyse, angebliche Liebe zur bitteren Geldgier, das Fräulein zur Femme fatale und ein Film zum Geschehen zwischen Leidenschaft und Betrug.
In seinem Stil nicht geringer als meisterhaft, erzählerisch wie ästhetisch kostbar auf ewig. Ein unvergessliches Film noir-Phänomen. Wiki sagte, er sei ein klassicher Film noir. Sicherlich. Nichtsdestotrotz ein ganz famoser solcher, weil so grandios gespielt, grandios bebildert und grandios erzählt. Einer meiner Lieblings-Film-noirs, doch vor allem der, der mich hierhin führte: Zur Liebe der Schwarzen Serie.
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Sigrun Sat, 21 Jul 2012 16:11:34 -0000
Kommentar löschenStatt unter »film noir« könnte man diesen Film auch bedenkenlos unter »film froid« einsortieren. Dieser Film ist kälter als schwarz ;-)
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Mr. Pink Sun, 26 Feb 2012 13:19:18 -0000
Kommentar löschenZweifellos ein guter Film, aber das gewisse Etwas hat mir dann doch gefehlt. Die Story ist nie langweilig, wirkte auf mich aber ein bisschen zu einfach, zu geradlinig, und es wurden eindeutig zu wenig Intrigen gesponnen. Außerdem kam mir die weibliche Hauptrolle, wenn auch tatsächlich gewissenlos, irgendwie nicht böse und durchtrieben genug rüber. Sehenswert, aber nicht außergewöhnlich.
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Baum123 Sat, 18 Feb 2012 12:12:20 -0000
Kommentar löschenDas dauernde "Baby" ist soo nervig...
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Tyler.Fincher Sat, 21 Jan 2012 17:13:43 -0000
Kommentar löschenManchen Klassikern sieht man durchaus an, weswegen sie als “Klassiker” bezeichnet wurden. Billy Wilders "Double Indemnity" (der deutsche Titel gehört erschossen) gehört definitiv dazu. Er ist wunderbar gealtert und kann heute noch mühelos gesehen werden, ohne den Eindruck zu hinterlassen groß angestaubt zu sein. Die Story ist simpel aber der Verlauf überaus spannend gestrickt. Gerade die Beziehung zwischen MacMurray‘s, Stanwyck‘s sowie G. Robinson’s Charakter, die daraus resultierende Spannung sowie der sich aufbauende Konflikt: das alles funktioniert mühelos und ist die große Stärke des Films. Dazu eine Atmosphäre zum niederknien, erlesene s/w-Bilder und einen manchmal vielleicht zu expliziten „on-the-nose“-Voice-Over. Definitiv was für Hitchcock-Fans und eine Perle der schwarzen Serie. Einfach Stark!
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filmschauer Tue, 17 Jan 2012 17:24:55 -0000
Kommentar löschenKlassiker der Filmgeschichte haben es nicht immer leicht, sich beim heranwachsenden Publikum zu etablieren. Mögen es Settings, Szenenabfolgen, bestimmte Konventionen in Bild und Ton sowie ein bestimmter Erzählstil sein, vieles wird und wurde in späteren Filmepochen wieder eingesetzt, sodass man womöglich seltener als erhofft den Moment der Überraschung über eine originelle Filmidee erkennt und genießt. Umso mehr spricht es für die Qualität dieses Vorreiters, wenn er trotzdem seine Vorteil komplett ausspielen kann - wie Billy Wilders "Frau ohne Gewissen". In diesem Fall ist es der Film noir, welches die besagte Überschrift liefert.
Wenn Hauptdarsteller Fred MacMurray zu Beginn erschöpft im Büro sein Geständnis ablegt, dann mag es aus heutiger Perspektive wie ein Klischee erscheinen, hat man doch hier und dort schon so einige Persiflagen (als Beispiel sei "Tote tragen keine Karos" genannt) erlebt. Wenn aber ein sehr cleveres Drehbuch auf eine stilsichere Regie eines Billy Wilders trifft, bleibt einem quasi gar nichts anderes übrig, sich dieser dunklen Kriminalgeschichte über einen Versicherungsbetrug in seiner ganzen Fülle hinzugeben. Zwar bekommen wir nicht die klassische Detektivrolle zu sehen, dafür wohl aber die überzeugendste Femme fatale, die man jemals auf der Leinwand sehen konnte. Barbara Stanwyck ist damit trotz der männlichen Kollegen so etwas wie der Star des Films, außer der gewöhnungsbedürftigen Frisur passt hier alles. Auf der Gegenseite präsentiert sich ein guter Edward G. Robinson als loyaler Mitarbeiter und langjähriger Kollege von MacMurray. Und eben dieser befindet sich trotz seiner Bürde ziemlich dazwischen. In der Position des Antihelden und Ich-Erzählers fiebert man den Film hindurch mit, wie ein zuerst eigentlich perfekter Plan langsam seine Risswunden bekommt. In perfekter Krimimanier wird die Luft immer dünner für MacMurray, bis er selbst fast keinen Ausweg mehr erkennt. Der süße Duft, die Verblendung durch eine Liaison muss eben doch teuer bezahlt werden.
Obwohl der Anfang etwas von der schlussendlichen Richtung vorwegnimmt, ist dieser Film noir dennoch permanent spannend und mitreißend in seiner dichten und wendungsreichen Erzählweise. Das Ende ist Wilder-typisch in seiner Symbolik absolut perfekt und vollendet das gute Gefühl, einem ohne Zweifel prägenden Film dieser Ära beigewohnt zu haben. Selten wurde Tragik so schön porträtiert.
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Keky Mon, 16 Jan 2012 22:21:12 -0000
Kommentar löschenViel besser als so manch neuerer Film!
Muss sich nicht hinter "modernen" Thrillern aus unserer Zeit verstecken. Absolut spannender und unterhaltsamer Film-Noir. Die guten alten Filme sind doch die besten. :)
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ash-williams Fri, 13 May 2011 23:28:47 -0000
Kommentar löschenWas braucht man für einen guten Film Noir? Einen Mann mit einer guten Erzählstimme, schwarz-weiß Bilder mit tollen Schatten und eine Geschichte voll Gier und Durchtriebenheit. All dies erfüllt Double Indemnity voll und ganz. Die Dialoge sind wie von Wilder gewohnt super, die Darsteller spielen sehr gut und die Stimmung ist vorhanden. Die Erzählstruktur ist Film-Noir typisch in einer Rückblende gehalten und die Stimme von Fred MacMurray zieht einen in seinen Bann! Somit ist Double Indemnity ein gut funktionierender Film über die Abgründe der menschlichen Psyche, Habgier und Hass!
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ElMagico Sun, 17 Apr 2011 12:06:32 -0000
Kommentar löschenEin kleine Enttäuschung für mich, aber eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Mein Problem war wohl, dass ich etwas ähnlich drückendes und dichtes wie Wilders "Sunset Boulevard" erwartete, was "Double Indemnity" leider zu keinem Zeitpunkt ist.
Es schien doch alles sehr konstruiert, sei es nun der Plot oder auch die Charaktere und mir fehlte da einfach ein wenig der Tiefgang. Die Figuren treffen hier oft leichtfertig schwerwiegende Entscheidungen, ohne das man eine nachvollziehbare Motivation dafür erkennt und bleiben insgesamt allesamt recht einseitig gezeichnet, bzw. ergeben sich den Klischees ihrer Rolle. Ausnehmen muss ich hier die Rollen von Edward G. Robinson und Jean Heather, denen hier die meisten menschlichen Züge zukommen und die anscheinend auch für den Film so etwas wie das Gute darstellen, neben all der Verruchtheit und dem kriminellen Potential der anderen Figuren.
Auch so etwas wie Spannung trat für mich erst in der zweiten Hälfte des Films auf, nachdem der einfache Crime-Plot durch ein paar Wendungen weniger vorhersehbar wurde und somit auch die Figuren etwas aus ihren Formelhaften Charakteren ausbrechen mussten. Denn gerade in den ersten 20 Minuten hatte ich wirklich meine Probleme mit dem Film, zu schnell ging mir das alles und die Rolle der Femme Fatal Phyllis, war für mich gelinde gesagt fehlbesetzt. Barbara Stanwyck stellt für mich zu keinem Moment die Frau dar, für die man mir nichts, dir nichts sein Leben hinwirft und einen Mord begeht.
Möglicherweise sind alle meine Kritikpunkte Charakteristika des Film Noir, da kenn ich mich nicht gut genug aus. Es ist ja auch beileibe kein schlechter Film, er bewegt sich, vom Beginn abgesehen, durchgänging auf der Schwelle zum wirklich tollen Film, aber überschreitet diese Schwelle eben nie und verstand es nur selten mich so richtig zu fesseln.
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BigDi Wed, 05 Jan 2011 00:20:41 -0000
Kommentar löschenWillkommen im Film Noir, unserem ungemütlichen Lebensraum. Unsere Umgebung ist schwarz-weiß - unserem Inneren fehlt der helle Teil. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass man niemandem trauen sollte, doch selbst machen wir, getrieben von Gier und Lust, diesen Fehler oft - zu oft. Wir geben unheimlich coole Sprüche von uns, auf unserem selbstverschuldeten Abstieg in die Hölle, und verbergen unsere Verdorbenheit mit stoischer Eleganz - zumindestens versuchen wir es. Manche Menschen fallen gerne darauf ein und bewundern uns bei unserem gewissenslosen, törichten Suizid mit verlangsamter Wirkung. Gar nicht zu unrecht: Denn wenn wir, nach der hoffnungslosen Flucht vor der Fatalität unseres Daseins und den ergebnislosen Versuchen, das Blut von unseren Händen zu waschen, auf dem Boden der Tatsachen zusammenbrechen und zum letzten Mal Luft holen, dann ist die Zigarette in unserem Mundwinkel das einzige Fünkchen Wärme unseres eiskalten Wesens.
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Tobias Wed, 10 Nov 2010 16:40:47 -0000
Kommentar löschen"Frau ohne Gewissen" beginnt mit klassischem Pornoplot (und für einen Film aus den 40er Jahren überraschend keck), entwickelt sich dann zu einem selten intensiven und faszinierenden blick auf das böse, kriminelle potenzial zweier einsamer menschen (was eher an die capote verfilmung "in cold blood" von richard brooks erinnert), um dann einen haken zu schlagen in Richtung knisternder Spannung a la Hitchcock. Das ganze mit ungemein scharfen dialogen, die sich Drehbuchautor Raymond Chandler und Regisseur Billy Wilder, die sich angeblich überhaupt nicht ausstehen konnten, in mühsamem Zweikampf bis zur Erschöpfung gegeinseitig ins Optimum abgerungen haben. Ein durch und durch erstaunlicher Film. Sehr sehenswert.
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doc_flunder Wed, 07 Apr 2010 15:00:02 -0000
Kommentar löschenstimmungsvoll, spannend und grundsätzlich clever, aber auch ein wenig überkonstruiert.
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nattfoedd Fri, 25 Dec 2009 18:50:34 -0000
Kommentar löschenFrom the Moment they met it was Murder!
Um die Überschrift fortzuführen könnte man auch zusammenfassend sagen, "The purest essence of Film noir!", was Billy Wilder 1944 da auf Zelluloid gebannt hat.
Die tiefe Schwärze dieses Films macht Süchtig von der ersten Minute an. Das geniale Intro, ein unheimliches Schattenspiel eines Mannes auf Krücken zieht den Zuschauer bereits nach Sekunden in den Bann und stimmt ihn ein auf die kommenden Einhundert Minuten Düsternis und menschlicher Abgründe.
Walter Neff schleppt sich mit letzter Kraft, schwer verwundet in das verlassene Büro des Kollegen und gesteht zerknirscht: "I killed him for money and for a woman. I didn't get the money... and I didn't get the woman." Und so nimmt er uns mit in seinem Geständnis, zurück zu ihr, Phyllis Dietrichson, der er (trotz unansehnlicher blonder Perücke) hoffnungslos verfallen alle Grundsätze, alle Moral über Bord warf, zurück zu ihr, oh Femme fatale! Dem Zuschauer bleibt keine Wahl, zu verlockend ist das Böse, er fiebert mit den beiden mit und wird belohnt dabei mit wunderschönen Bildern, die man später als den klassischen Film Noir bezeichnen wird. Ein herausragender Film, den jeder mit einem Hauch von Schwarz auf der Seele gesehen haben muß.
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