Zu Listen hinzufügen

Frau ohne Gewissen

Double Indemnity (1944), US Laufzeit 108 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 06.06.1950


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.0
Kritiker
22 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.9
Community
1182 Bewertungen
20 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Billy Wilder, mit Fred MacMurray und Barbara Stanwyck

Barbara Stanwyck ist die Frau ohne Gewissen und stiftet den Versicherungsvertreter Fred MacMurray zum Mord an ihren Mann an.

Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) verführt den jungen Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred MacMurray) und überredet ihn, ihr bei einem Mordkomplott gegen ihren Mann (Tom Powers) zu helfen. Neff lässt eine hohe Lebensversicherung von Mr. Dietrichson unterschreiben und plant den Mord gemeinsam mit Phyllis. Erst scheint alles aufzugehen und der Tod wird für einen Unfall gehalten. Bis sich ausgerechnet Neffs Kollege und Freund Barton Keyes (Edward G. Robinson), der auf Betrügereien spezialisiert ist, einschaltet. Keyes kommt der Wahrheit immer näher und in Neff reift der Wunsch nun auch Phyllis loswerden zu wollen. Doch auch sie hat einen Plan. Als beide schließlich aufeinander treffen, schießt Phyllis zuerst, doch sie verwundet Neff nur und er bringt sie um. Danach schleppt er sich mit letzter Kraft ins Büro, um sein Geständnis auf Tonband aufzunehmen.

Hintergrund & Infos zu Frau ohne Gewissen
Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1945 war Frau ohne Gewissen gleich in sieben Kategorien nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Filmmusik, Beste Kamera und Bester Ton), jedoch konnte der Film keinen der begehrten Preise entgegennehmen. Die Komödie Der Weg zum Glück gewann drei Oscars (Regie, Film und Drehbuch) und Darstellerin Barbara Stanwyck musste sich Ingrid Bergman geschlagen geben.

Die National Film Registry, ein Verzeichnis für US-amerikanischer Filme die besonders erhaltenswert sind, nahm 1992 Frau ohne Gewissen auf.

  • 37795279001_676196393001_th-676183035001
  • Frau ohne Gewissen - Bild 50973
  • Frau ohne Gewissen - Bild 50972

Mehr Bilder (3) und Videos (2) zu Frau ohne Gewissen


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Frau ohne Gewissen

SoulReaver: CinemaForever, D3M

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

[...] Wo viele den Ursprung des Film Noir in „Frau ohne Gewissen“ erkennen wollen, ist Billy Wilders Meisterwerk dann vielleicht nicht die alleinige Wurzel der Schwarzen Serie, doch Wilder revolutionierte das Genre, in dem er Motive kreierte, die den Film Noir in seiner Struktur und Bedeutung charakterisieren und ihn so zur „Essenz“ des definierten Terminus machen. Mit Walter steht aber kein kettenrauchender Detektiv im Mittelpunkt, der mit unterkühlter Mentalität durch das Szenario streift, sondern ein Durchschnittstyp mit einem Durchschnittsjob. Doch wie jeder Mann träumt auch er von einer attraktiven Frau an seiner Seite und möglichst viel Geld in der Tasche. Und Ersteres sollte auch in den Bereich des Möglichen rutschen, nachdem er Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwack) über beruflichen Wegen kennenlernt und vom verführerischen Klimpern ihrer Wimpern in ihren Bann gezogen wird. Phyllis wurde zum archetypischen Inbegriff der Femme Fatale; ein emanzipiertes Luder, dass ihre weiblichen Reize nach Belieben ausspielen konnte und jeden noch so standhaften Mann durch gezielte Manipulation ihr unterwürfig machte. [...]

Kritik im Original 32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

jollyroger

Antwort löschen

Dem Vorwurf kann man nun wirklich jedem machen der auch nur ein bisschen arthousig rüberkommt @kahuna - insofern...:)


SoulReaver

Antwort löschen

Arthousig <3


F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Rückblickend kann man kaum glauben, was "Double Indemnity" alles erfunden hat: Die Femme Fatale. Die Flashback-Voiceover-Narration. Stilprägendes Noir-Bildvokabular wie die streifenartigen Schatten, die durch Jalousien geworfen werden. Ja, selbst das scheinbar uralte und endlos abgegriffene Spannungsmoment-Klischee des Fluchtwagens, der im entscheidenden Moment nicht anspringen will - all das gab's zuerst hier, in "Double Indemnity". Der Film hat keinen hartgesottenen Privatdetektiv zum Helden, der sonst in so vielen der großen Noirs im Vordergrund steht [...] und er ist in der Verwendung seiner verstörenden Bildelemente längst nicht so radikal wie späte Noir-Klassiker á la "Rattennest". Trotzdem: "Double Indemnity" ist und bleibt der erste echte und ultimativ-definitive Film Noir.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Timo K.: Blockbuster Entertainment

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Unmissverständlich bleiben einem nach Sichtung von Billy Wilders "Frau ohne Gewissen" drei Dinge im Gedächtnis. Erstens – Mrs. Dietrichsons (Barbara Stanwyck) mit ihrem Namen eingraviertes Beinkettchen, das unseren Antiheld, den Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred MacMurray), beinah um den Verstand bringt. Zweitens – Barton Keyes' (Edward G. Robinson) analytisches Gedächtnis, das seine Analytik aber nur dann ausspielen kann, wenn sich der "kleine Mann" zu Wort meldet, eine Art abgespaltener Teil Keyes' Bewusstsein. Drittens – Mrs. Dietrichson höchstpersönlich als Essenz der Femme fatale aller Femme fatales in sämtlichen Film Noirs jeglicher Produktionsjahre. Billy Wilders "Frau ohne Gewissen" ist allerdings ebenso die Essenz des Noirs schlechthin. Ob er der erste ist, sei mal dahingestellt, ob er als einer wenigen dieses mythische Genre (vorausgesetzt, dass es tatsächlich eines ist) revolutionierte, das lieber nicht.

Harte Kontraste, bedrohliche Schatten, spärliche Beleuchtung, düsteres, wenngleich des Öfteren geradezu "unschuldiges" Ambiente (eine Kegelbahn), gediegener Schnitt – "Frau ohne Gewissen" ist handwerklich der olbigatorische Film Noir, mixt diese Elemente zu einem stimmigen audiovisuellen Cocktail und verdeutlicht damit nicht zuletzt die Ausweglosigkeit der Protagonisten, wenn sie in einem verdunkelten Raum vor aufgezogenen Jalousien stehen und das Licht lediglich durch die kleinen Schlitze fällt, wodurch im metaphorischen Sinne die Gefangenheit aller Beteiligten auf die Spitze getrieben wird. Viele Teile des Films spielen komplett im Dunkeln. Die Eingangssequenz ist ein Musterbeispiel perfekten zeitlich- wie räumlichen Spannungsaufbaus mit Hilfe formaler Ingredenzien. Da, genau dort, wo alles anfängt, in einem kalten, gottverlassenen Versicherungsgebäude, fast so gottverlassenen, dass es fast ein wenig surreal wirkt, dort wo Walter Neff mit Schweißperlen auf dem Gesicht sein Geständnis ablegt, dort wird alles enden; in nächtlicher Umgebung hat es angefangen, mit den Sonnenstrahlen des Tages wird es enden, der durch Manipulation und Betrug einhergegangene, psychische Verfall Walter Neffs.

Der perfekte Mord, sexuelle Anzüglichkeiten, Lügen, Lust, Begierde: Ganz in der Tradition des Film Noirs nimmt sich "Frau ohne Gewissen" trotz des – und das ist bei dem sich stets durch Studiokonventionen hindurchmogelnden Regisseur keine Überraschung – damalig vorherrschenden Hays Codes zur strengen Zensur moralisch verwerflicher Filme all der Themen jener "Schwarzen Serie" an, die Hollywood besonders missbilligte. Billy Wilder und der erstmalig an einem Drehbuch mitarbeitende Raymond Chandler, dessen Romanvorlage "Tote schlafen fest" später von Howard Hawks verfilmt werden würde, erzählen die Geschichte des Romans von James M. Cains in Rückblenden mit Voice-Over-Kommentaren, einem weiteren gern verwendeten Mittel des klassischen Noirs, das die Zuschauer unvorbereitet traf, weil es bis dato noch nicht verwendet wurde und der Augenmerk weniger auf unkonventionellen, mehreren Zeitebenen spielenden, als vielmehr auf geradlinigen Handlungsabschnitten lag. Obwohl man weiß, wie das teuflisch-suggestive Versteckspiel zwischen Mrs. Dietrichson und Neff sein Ende finden wird, dreht sich die alles entscheidende Frage um das Wie. Wie konnte es dazu kommen, obwohl es man vorher weiß?

Dass der Zuschauer, ungeachtet vorweggenommener Lösung, mitfiebert und miträtselt, dafür lassen sich Wilder und Chandler besondere inszenatorische wie schriftstellerische Kabinettstückchen einfallen. Das Drehbuch ist verwinkelt, wenn auch, gerade in Bezug auf die nebulösen Motive Lolas (Jean Heather) und Ninos (Byron Barr), bisweilen etwas zu ungelenk, bezieht seinen Reiz vordergründig aus der Ermittlungsarbeit, einen Versicherungsbetrüger, später gar einen Mörder zu finden, der in Wirklichkeit in den eigenen Reihen sitzt, aus seiner Angst, irgendwann doch enttarnt zu werden, und seinen Zweifeln, das scheinbar perfekte Verbrechen vielleicht doch nicht perfekt genug ausgeführt zu haben, jenem Walter Neff nämlich, dessen aufkeimende Beziehung sowohl in sexueller als auch in dienstlicher Hinsicht zu Mrs. Dietrichson einem Pakt mit dem (hier: femininen) Teufel gleicht. Begleitet von gepfefferten Dialogen, die so geschliffen wie poetisch daherkommen, verantwortlich für Wortspiele und Zweideutigkeiten, wie sie nur Wilder und Chandler schreiben können. Selbst das Urklischee aller Klischees in einem Krimi, der nicht anspringende Motor im entscheidenden Moment, verdichtet das Script zur nervenzerreißenden Spannung, ebenso wie jene Szene, als Neff im Zimmer seines Chefs auf den einzigen Zeugen beim initiierten Selbstmordversuch trifft, in der Hoffnung, dass er von eben diesem nicht erkannt wird.

Konträr des obligatorisch coolen, abgebrühten Detektivs aus einschlägigen Noirs wie Philip Marlowe aus "Tote schlafen fest", porträtiert Wilder dagegen einen relativ normalen Durchschnittstypen, der keine attraktive Frau sein Eigen nennen kann und von dem ganz großen Geld noch ein ganz großes Stück entfernt ist. Da ist es logisch, dass er die Chance ergreift, zum ganz großen Geld zu gelangen, zur attraktiven Frau, auch wenn der Gewinn mit einem abscheulichen Plan und der daraus resultierenden Gefahr bei Festnahme durch den elektrischen Stuhl verbunden ist. Bei Walter siegt schlussendlich die Sehnsucht nach Phyllis, nach ihrem goldenen Beinkettchen, ihrem Jasminduft, den hohen Schuhen, alles, was seinen Untergang bedeuten wird.

Während Fred MacMurray die Rolle des amoralischen Versicherungsagenten famos und mit pointierten Sprüchen zwischen den Lippen interpretiert, gelingt es seinem weiblichen Gegenpart ebenfalls die Sympathie des Zuschauers auf seine Seite zu ziehen, obwohl er mindestens genauso skrupellos handelt und mindestens genauso intrigant und kokett erscheint. Stanwycks blonde Perücke, Phyllis' eiskalte Augen, als der Plan zu gelingen scheint, wird man so schnell nicht vergessen. Ihr Schauspiel ist außerordentlich, nach außen hin charismatisch, innen hingegen brodelt es, da ist ihre Gier nach materiellem Reichtum verankert, vielmehr schier grenzenlos, das billige Versprechen vom Traum der großen Liebe mit Walter billige Attrappe. Sie weiß, wie man spielt, wie man mit den Reizen Walter einwickelt, um ihn zu hintergehen. Walter ist Werkzeug, Phyllis befehlsgebende Instanz, die auch dann nicht aufgibt, wenn der Plan längst aufgeflogen ist. Legendär, wenn sich beide im Supermarkt treffen und alles genau kalkulieren, Phyllis ihrem eleganten Stil wegen konsequenterweise mit schwarzer Sonnenbrille.

Eigentlich lebt und fällt "Frau ohne Gewissen" angesichts seines Dreiergespanns, nicht seines Zweiergespanns aus Phyllis und Walter. Für die wohl nachwirkensten Suspense-Augenblicke sorgt nämlich der Mann, der die illustre Runde erst komplettiert und letztendlich seinen besten, klügsten Mitarbeiter des Mordes überführt. Man fragt sich dauerhaft: Was würde Barton Keyes machen, wenn er keinen "kleinen Mann" hätte, der ihm die zahlreichen Versicherungsbetrügereien aus dem Bauch heraus mitteilt? Robinson verkörpert einen durchweg gerissenen Hund, der nicht locker lässt, immer schnüffelt, immer etwas wittert, wenn es was zu wittern gibt, etwas stinkt, insbesondere nach Geldprellung. Man kann sicher sein: Wo es nichts herauszufinden gibt, findet er es heraus. Keyes verfügt über eine kleine Körperstatur, doch umso größer und effektiver sein Riechorgan.

Paradoxerweise ist es ausgerechnet Keyes, der den Rücken seines Arbeitskollegen freihält, nur um am Ende zu der Einsicht zu gelangen, dass ihn sein unwiderstehlicher Helfer das erste Mal im Stich gelassen hat, als er den falschen Täter in Verdacht hatte. Unvergessen der Monolog Keyes beim Chef, als er die These aufgrund guter alter Statistiken in der Luft zerfetzt, es würde sich bei dem betreffenden Fall um Selbstmord handeln. Schließlich beweisen Statistiken alles. Sie sind unfehlbar, zumindest in Keyes' Universum. Unvergessen auch die Tatsache, dass Keyes sich in regelmäßigen Abständen beim Verlangen nach einer Zigarette das Feuer von Neff borgen muss, respektive von Hand entzündbare Streichhölzer. Nur ein einziges Mal hat er selber Streichhölzer für Neff übrig. Der Moment könnte ironischer nicht sein – in der entscheidenden Schlusssequenz, wo Neff vor seinem Tod (sei es auf dem elektrischen Stuhl, durch Gas oder anhand seiner Schussverletzung; Wilder hat die gedrehte Sequenz wieder verworfen) die letzte, wirklich allerletzte Zigarette rauchen will. Das Skurrile: Neff, der sonst zu jeder Zeit Feuer hatte, ist jetzt auf das Feuer Keyes' angewiesen.

Eine promiskuitive Raubkatze, ein idealistischer Schäferhund und ein besessener Mörder, auf dessen Seite sich der Zuschauer auch noch schlagen muss – dass Hitchcock den Film außerordentlich mochte, ist kein Geheimnis, warum er ihn mochte, wird schnell deutlich. Über "Frau ohne Gewissen" weht einerseits einmaliger Noir-Hauch, andererseits fatalistischer, erotisch aufgeladener und in den künstlerisch memorablen Hell-Dunkel-Kontrasten gar expressionistisch wirkender Krimiduft, der andere Wege einschlug als seine Genrekollegen und seinen Sog in einer schäbigen Welt entfesselt, bei der man förmlich den Staub fühlen kann. Einmal mehr entpuppt sich Wilder als richtungsweisender Regisseur, dessen Werk eine Sonderstellung innerhalb der "Schwarzen Serie" einnimmt. Dennoch gilt es zwei Dinge zu beachten: Die Inhaltsangabe auf der Rückseite der deutschen DVD lässt man lieber links liegen und den deutschen Filmtitel gleich mit. Wilder: "Frau ohne Gewissen? Das trifft doch auf nahezu jede Frau zu".

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (16) — Film: Frau ohne Gewissen


Sortierung

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein kecker Versicherungsvertreter verliebt sich auf Anhieb unsterblich in die durchtriebene Ehefrau eines Kunden und schmiedet fortan mit ihr einen Mordkomplott gegen ihren wohlhabenden Mann, um somit an die beträchtliche Lebensversicherungssumme zu gelangen.

Billy Wilders Film Noir-Beitrag aus dem Jahre 1944, überzeugt durch seinen grandiosen Erzählstil und einer in sich vollständig stimmigen Geschichte, wovon sich die meisten der heutigen Filme eine riesengroße Scheibe abschneiden können! Eine Off-Stimme geleitet durchs Geschehen, wobei nicht einmal irgendwelche großartigen Schockmomente erforderlich sind, um die knisternde Spannung über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten, für die sich alleinig die Darstellertruppe um Edward G. Robinson, Fred MacMurray und Barbara Stanwyck verantwortlich zeigt.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

andreas.holpfer

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Spitzen-Film-Noir, den ich jedem ans Herz legen möchte. Ich habe das Schauspiel, die Szenenbilder & die Regie durchwegs als weit überdurchschnittlich empfunden. Somit war ich über eine Bewertung von 5.8 (und das bei nahezu 1000 Votes erstaunt). Für mich nicht nachvollziehbar und das erste Mal, dass ich auf Moviepilot richtig erschrocken bin ;)
Für mich eine klare 8 - Anschauen und geniessen:)

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hagen Hagen

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Die Welt ist schlecht. Community-Wertung 5.8 und Hassfilm für 27 Mitglieder. Eh, Leute, hier ist nicht Frisurenpilot! Es ist einfach ein großartiger Film.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hooded Justice

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

„It’s murder!“
'Double Indemnity' will mir nicht aus dem Kopf, er durchbebt mich. Es dreht sich um die Nebenwirkungen eines Verliebtseins. Wie weit kann ich gehen, wie viel kann ich riskieren und wie rechtswidrig kann ich werden für die Frau, die soeben mein Herz eroberte? Doch um gar nicht zu sehr in den Hintergrund zu tauchen vor allem: Wie weit kann sie gehen, um schnell ihren Mann loszuwerden und dabei noch ein Vermögen abzusahnen? Wie so oft im Film noir verstrickt sich alles in Intrigen, Betrug und die Hinterlistigkeit des Menschen – hier der Frau ohne Gewissen und des einst sauberen Versicherungsherren im Anzug und Fedora-Hut, gespielt von einer wundervollen Barbara Stanwyck und einem brillanten Fred MacMurray. Doch viel mehr zeichnet Billy Wilder ein Frauenbild der Schärfe: Die Dame wird verführerisch, skrupellos, ausdrucksstark, wunderschön und besonders eines: böse. Der Pessimismus getrieben von der menschlichen Angst des Zweiten Weltkriegs und eine desolate Atmosphäre zum Verfallen – oder Zerfallen. Kriminalgeschichten werden zur Gesellschaftsanalyse, angebliche Liebe zur bitteren Geldgier, das Fräulein zur Femme fatale und ein Film zum Geschehen zwischen Leidenschaft und Betrug.
In seinem Stil nicht geringer als meisterhaft, erzählerisch wie ästhetisch kostbar auf ewig. Ein unvergessliches Film noir-Phänomen. Wiki sagte, er sei ein klassicher Film noir. Sicherlich. Nichtsdestotrotz ein ganz famoser solcher, weil so grandios gespielt, grandios bebildert und grandios erzählt. Einer meiner Lieblings-Film-noirs, doch vor allem der, der mich hierhin führte: Zur Liebe der Schwarzen Serie.

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sigrun

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Statt unter »film noir« könnte man diesen Film auch bedenkenlos unter »film froid« einsortieren. Dieser Film ist kälter als schwarz ;-)

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr. Pink

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Zweifellos ein guter Film, aber das gewisse Etwas hat mir dann doch gefehlt. Die Story ist nie langweilig, wirkte auf mich aber ein bisschen zu einfach, zu geradlinig, und es wurden eindeutig zu wenig Intrigen gesponnen. Außerdem kam mir die weibliche Hauptrolle, wenn auch tatsächlich gewissenlos, irgendwie nicht böse und durchtrieben genug rüber. Sehenswert, aber nicht außergewöhnlich.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Baum123

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Das dauernde "Baby" ist soo nervig...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tyler.Fincher

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Manchen Klassikern sieht man durchaus an, weswegen sie als “Klassiker” bezeichnet wurden. Billy Wilders "Double Indemnity" (der deutsche Titel gehört erschossen) gehört definitiv dazu. Er ist wunderbar gealtert und kann heute noch mühelos gesehen werden, ohne den Eindruck zu hinterlassen groß angestaubt zu sein. Die Story ist simpel aber der Verlauf überaus spannend gestrickt. Gerade die Beziehung zwischen MacMurray‘s, Stanwyck‘s sowie G. Robinson’s Charakter, die daraus resultierende Spannung sowie der sich aufbauende Konflikt: das alles funktioniert mühelos und ist die große Stärke des Films. Dazu eine Atmosphäre zum niederknien, erlesene s/w-Bilder und einen manchmal vielleicht zu expliziten „on-the-nose“-Voice-Over. Definitiv was für Hitchcock-Fans und eine Perle der schwarzen Serie. Einfach Stark!

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

filmschauer

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klassiker der Filmgeschichte haben es nicht immer leicht, sich beim heranwachsenden Publikum zu etablieren. Mögen es Settings, Szenenabfolgen, bestimmte Konventionen in Bild und Ton sowie ein bestimmter Erzählstil sein, vieles wird und wurde in späteren Filmepochen wieder eingesetzt, sodass man womöglich seltener als erhofft den Moment der Überraschung über eine originelle Filmidee erkennt und genießt. Umso mehr spricht es für die Qualität dieses Vorreiters, wenn er trotzdem seine Vorteil komplett ausspielen kann - wie Billy Wilders "Frau ohne Gewissen". In diesem Fall ist es der Film noir, welches die besagte Überschrift liefert.

Wenn Hauptdarsteller Fred MacMurray zu Beginn erschöpft im Büro sein Geständnis ablegt, dann mag es aus heutiger Perspektive wie ein Klischee erscheinen, hat man doch hier und dort schon so einige Persiflagen (als Beispiel sei "Tote tragen keine Karos" genannt) erlebt. Wenn aber ein sehr cleveres Drehbuch auf eine stilsichere Regie eines Billy Wilders trifft, bleibt einem quasi gar nichts anderes übrig, sich dieser dunklen Kriminalgeschichte über einen Versicherungsbetrug in seiner ganzen Fülle hinzugeben. Zwar bekommen wir nicht die klassische Detektivrolle zu sehen, dafür wohl aber die überzeugendste Femme fatale, die man jemals auf der Leinwand sehen konnte. Barbara Stanwyck ist damit trotz der männlichen Kollegen so etwas wie der Star des Films, außer der gewöhnungsbedürftigen Frisur passt hier alles. Auf der Gegenseite präsentiert sich ein guter Edward G. Robinson als loyaler Mitarbeiter und langjähriger Kollege von MacMurray. Und eben dieser befindet sich trotz seiner Bürde ziemlich dazwischen. In der Position des Antihelden und Ich-Erzählers fiebert man den Film hindurch mit, wie ein zuerst eigentlich perfekter Plan langsam seine Risswunden bekommt. In perfekter Krimimanier wird die Luft immer dünner für MacMurray, bis er selbst fast keinen Ausweg mehr erkennt. Der süße Duft, die Verblendung durch eine Liaison muss eben doch teuer bezahlt werden.

Obwohl der Anfang etwas von der schlussendlichen Richtung vorwegnimmt, ist dieser Film noir dennoch permanent spannend und mitreißend in seiner dichten und wendungsreichen Erzählweise. Das Ende ist Wilder-typisch in seiner Symbolik absolut perfekt und vollendet das gute Gefühl, einem ohne Zweifel prägenden Film dieser Ära beigewohnt zu haben. Selten wurde Tragik so schön porträtiert.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Keky

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Viel besser als so manch neuerer Film!
Muss sich nicht hinter "modernen" Thrillern aus unserer Zeit verstecken. Absolut spannender und unterhaltsamer Film-Noir. Die guten alten Filme sind doch die besten. :)

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ash-williams

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was braucht man für einen guten Film Noir? Einen Mann mit einer guten Erzählstimme, schwarz-weiß Bilder mit tollen Schatten und eine Geschichte voll Gier und Durchtriebenheit. All dies erfüllt Double Indemnity voll und ganz. Die Dialoge sind wie von Wilder gewohnt super, die Darsteller spielen sehr gut und die Stimmung ist vorhanden. Die Erzählstruktur ist Film-Noir typisch in einer Rückblende gehalten und die Stimme von Fred MacMurray zieht einen in seinen Bann! Somit ist Double Indemnity ein gut funktionierender Film über die Abgründe der menschlichen Psyche, Habgier und Hass!

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ein kleine Enttäuschung für mich, aber eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Mein Problem war wohl, dass ich etwas ähnlich drückendes und dichtes wie Wilders "Sunset Boulevard" erwartete, was "Double Indemnity" leider zu keinem Zeitpunkt ist.
Es schien doch alles sehr konstruiert, sei es nun der Plot oder auch die Charaktere und mir fehlte da einfach ein wenig der Tiefgang. Die Figuren treffen hier oft leichtfertig schwerwiegende Entscheidungen, ohne das man eine nachvollziehbare Motivation dafür erkennt und bleiben insgesamt allesamt recht einseitig gezeichnet, bzw. ergeben sich den Klischees ihrer Rolle. Ausnehmen muss ich hier die Rollen von Edward G. Robinson und Jean Heather, denen hier die meisten menschlichen Züge zukommen und die anscheinend auch für den Film so etwas wie das Gute darstellen, neben all der Verruchtheit und dem kriminellen Potential der anderen Figuren.
Auch so etwas wie Spannung trat für mich erst in der zweiten Hälfte des Films auf, nachdem der einfache Crime-Plot durch ein paar Wendungen weniger vorhersehbar wurde und somit auch die Figuren etwas aus ihren Formelhaften Charakteren ausbrechen mussten. Denn gerade in den ersten 20 Minuten hatte ich wirklich meine Probleme mit dem Film, zu schnell ging mir das alles und die Rolle der Femme Fatal Phyllis, war für mich gelinde gesagt fehlbesetzt. Barbara Stanwyck stellt für mich zu keinem Moment die Frau dar, für die man mir nichts, dir nichts sein Leben hinwirft und einen Mord begeht.
Möglicherweise sind alle meine Kritikpunkte Charakteristika des Film Noir, da kenn ich mich nicht gut genug aus. Es ist ja auch beileibe kein schlechter Film, er bewegt sich, vom Beginn abgesehen, durchgänging auf der Schwelle zum wirklich tollen Film, aber überschreitet diese Schwelle eben nie und verstand es nur selten mich so richtig zu fesseln.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BigDi

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Willkommen im Film Noir, unserem ungemütlichen Lebensraum. Unsere Umgebung ist schwarz-weiß - unserem Inneren fehlt der helle Teil. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass man niemandem trauen sollte, doch selbst machen wir, getrieben von Gier und Lust, diesen Fehler oft - zu oft. Wir geben unheimlich coole Sprüche von uns, auf unserem selbstverschuldeten Abstieg in die Hölle, und verbergen unsere Verdorbenheit mit stoischer Eleganz - zumindestens versuchen wir es. Manche Menschen fallen gerne darauf ein und bewundern uns bei unserem gewissenslosen, törichten Suizid mit verlangsamter Wirkung. Gar nicht zu unrecht: Denn wenn wir, nach der hoffnungslosen Flucht vor der Fatalität unseres Daseins und den ergebnislosen Versuchen, das Blut von unseren Händen zu waschen, auf dem Boden der Tatsachen zusammenbrechen und zum letzten Mal Luft holen, dann ist die Zigarette in unserem Mundwinkel das einzige Fünkchen Wärme unseres eiskalten Wesens.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tobias

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Frau ohne Gewissen" beginnt mit klassischem Pornoplot (und für einen Film aus den 40er Jahren überraschend keck), entwickelt sich dann zu einem selten intensiven und faszinierenden blick auf das böse, kriminelle potenzial zweier einsamer menschen (was eher an die capote verfilmung "in cold blood" von richard brooks erinnert), um dann einen haken zu schlagen in Richtung knisternder Spannung a la Hitchcock. Das ganze mit ungemein scharfen dialogen, die sich Drehbuchautor Raymond Chandler und Regisseur Billy Wilder, die sich angeblich überhaupt nicht ausstehen konnten, in mühsamem Zweikampf bis zur Erschöpfung gegeinseitig ins Optimum abgerungen haben. Ein durch und durch erstaunlicher Film. Sehr sehenswert.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doc_flunder

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

stimmungsvoll, spannend und grundsätzlich clever, aber auch ein wenig überkonstruiert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nattfoedd

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

From the Moment they met it was Murder!

Um die Überschrift fortzuführen könnte man auch zusammenfassend sagen, "The purest essence of Film noir!", was Billy Wilder 1944 da auf Zelluloid gebannt hat.
Die tiefe Schwärze dieses Films macht Süchtig von der ersten Minute an. Das geniale Intro, ein unheimliches Schattenspiel eines Mannes auf Krücken zieht den Zuschauer bereits nach Sekunden in den Bann und stimmt ihn ein auf die kommenden Einhundert Minuten Düsternis und menschlicher Abgründe.
Walter Neff schleppt sich mit letzter Kraft, schwer verwundet in das verlassene Büro des Kollegen und gesteht zerknirscht: "I killed him for money and for a woman. I didn't get the money... and I didn't get the woman." Und so nimmt er uns mit in seinem Geständnis, zurück zu ihr, Phyllis Dietrichson, der er (trotz unansehnlicher blonder Perücke) hoffnungslos verfallen alle Grundsätze, alle Moral über Bord warf, zurück zu ihr, oh Femme fatale! Dem Zuschauer bleibt keine Wahl, zu verlockend ist das Böse, er fiebert mit den beiden mit und wird belohnt dabei mit wunderschönen Bildern, die man später als den klassischen Film Noir bezeichnen wird. Ein herausragender Film, den jeder mit einem Hauch von Schwarz auf der Seele gesehen haben muß.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch