Plein sud - Auf der Reise nach Süden

Plein sud (2009), FR
Laufzeit 90 Minuten, Road Movie, Drama, Kinostart 16.12.2010

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5.8 Kritiker
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5.5 Community
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von Sébastien Lifshitz, mit Yannick Renier und Léa Seydoux

Es ist Sommer. Sam, 27 Jahre alt, sitzt am Steuer seines alten Ford und ist auf dem Weg nach Süden. Auf den Rücksitzen ein Geschwister-Paar, Léa und Matthieu, die Sam als Anhalter mitgenommen hat. Léa liebt die Männer, Matthieu auch. Auf ihrer langen Reise werden sie sich kennen lernen, sich herausfordern, sich verlieben. Aber Sam hat ein Geheimnis, eine alte Wunde, die wieder aufgerissen ist – er hat nach langer Zeit eine Nachricht von seiner Mutter erhalten und jetzt will er sie wiedersehen.

Plein sud – Auf der Reise nach Süden ist nach sechs Jahren ein neuer Film des ausgezeichneten Regisseurs Sébastien Lifshitz (u.a. prämiert bei der Berlinale für Wild Side ), der wie bei seinen letzten Projekten auch wieder das Drehbuch verfasste.

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Cast & Crew


Kritiken (6) — Film: Plein sud - Auf der Reise nach Süden

A. Körner : Sächsische Zeitung A. Körner : Sächsische Zeitung

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7.5Sehenswert

Für den Zuschauer ist es eine Reise der fortwährend falschen Fährten. Vermutungen werden nur zum Teil eingelöst, von diesen auf jenen Charakter verlagert. Nach und nach schält sich der Kern der Story markant und bewegend und überraschend heraus. [...] Die Farben sind satt und heftig, die Erzählstruktur durch geschickt platzierte Rückblenden sehr lebendig, und gespielt ist das alles ebenso.

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Daniel Sander: Spiegel Online Daniel Sander: Spiegel Online

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4.5Uninteressant

Lifshitz erzählt mit betont vielen Auslassungen, deutet lieber an als zu erklären und pflegt überhaupt einen sehr französischen Kunstfilm-Stil - ein bisschen Godard (Achtung, eine Waffe!), ein bisschen Ozon (Oh, all die schreckliche Schönheit) - wogegen überhaupt nichts einzuwenden wäre, wenn er etwas tiefer schürfen würde, als nur die glänzende oberste Schicht anzukratzen.

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C. Horn: fluter, kino-zeit C. Horn: fluter, kino-zeit

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7.5Sehenswert

Wie noch jedes Road Movie ist auch "Plein Sud" aus dem Geist des Westerngenres geboren. Motive des Dramas und des Liebesfilms verbinden sich mit dieser Tradition und machen Lifshitz' Film zu einer mitunter schillernden Melange aus verschiedenen Versatzstücken. Das Unbeschwerte und das Düstere liegen in "Plein Sud" nahe beieinander – das merkt man gleich. Auch das Abschweifen gehört zum Programm.

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Stefan Volk: film-dienst Stefan Volk: film-dienst

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4.5Uninteressant

[...] Anstatt Coolness, anstatt prächtiger Landschaftsaufnahmen hat Lifshitz von Road Movie und Western vor allem die Genreklischees adaptiert. Ohne Vergangenheit bzw. mit einer, die derart plakativ als traumatisch geschildert wird, bleiben die vier jungen Franzosen kaum mehr als simple Stereotypen: der Sensible (Mathieu), der Macho (Jeremie), der Einzelgänger (Sam), die Amazone. Die spannendste Szene ist jene, in der Léa mit Sams Revolver herum fuchtelt und man, auch wenn man Ähnliches schon mehrfach im Kino gesehen hat, trotzdem fürchtet, dass jeden Moment ein Unglück geschieht. In der sinnlichsten Szene des Films albert das Quartett beim nächtlichen Lagerfeuer am Meer herum. Mathieu und Sam erkennen sich und lieben sich am Strand: ein verkitschter Moment des Glücks. Am anderen Morgen steigt Sam wieder allein in seinen Wagen, unterwegs mit seiner Mission und zu seiner Mutter, die nach all den Jahren aus der Klinik entlassen wurde. Vielmehr als solche triviale Poesie hat der Film nicht vorzuweisen.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.0Sehenswert

Die Filme des 42-jährigen Franzosen Sébastian Lifshitz beschäftigen sich immer wieder mit homosexuellen Identitäten. Sein Erstling "Sommer wie Winter" ("Presque rien") erzählt die Geschichte einer großen Liebe. Der zweite Film "Wild Side", 2004 auf der Berlinale mit dem schwullesbischen Teddy-Award ausgezeichnet, widmet sich sensibel den Problemen einer Transsexuellen. Das Roadmovie "Plein Sud - Auf dem Weg nach Süden" nun, sein dritter Langfilm, konzentriert sich auf das kindheitsbedingte Seelendrama eines latent homosexuell veranlagten Mannes. Lifshitz hat sich dabei von dem Genre des Westerns inspirieren lassen. Er hat viele eindrucksvolle weite Landschaftspanoramen eingefangen und mit Yannick Renier einen Hauptdarsteller gewählt, der an den jungen Clint Eastwood erinnert.

Feinfühlig skizziertes Kindheitsdrama, das tief berührt

Bildunterschrift: Sam und seine Mitfahrer sind auf einer Reise unterwegs, bei der Konflikte vorprogrammiert sind.
Gleichwohl wirkt die Haupthandlung etwas blass, da sich nichts Erwähnenswertes ereignet und man bis auf Sam niemanden näher kennen lernt. Man beobachtet die jungen Leute nur dabei, wie sie ihre Zeit vertrödeln, aus purem Übermut eine Kuh jagen, sinnlos herumballern, sich hilflos sexuell einander anzunähern versuchen und irgendwie nicht recht wissen, wonach sie eigentlich suchen. Das in Rückblenden feinfühlig skizzierte Kindheitsdrama aber geht tief unter die Haut. Lifshitz schildert den schicksalhaften Zerfall von Sams Familie rudimentär mit großen Auslassungen. Auf diese Weise schürt er die Spannung und weckt Neugier. Bis zum Schluss erfährt man nicht die Gründe, die zu der Verzweiflungstat des Vaters führten.

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J. Papenbroock: critic.de

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Wäre die Außenansicht eine radikale (man denke beispielsweise an Warhols Western-Camp-Persiflage Lonesome Cowboys, 1968), gäbe es also keine psychologisierenden Flashbacks und langen Close-ups, gäbe es eine Reflexion, etwa in Form einer ironischen Überhöhung, zum Klischeerecycling der Genreikonografien, würde die Materialdifferenz zwischen Video und Film auch tatsächliche Bedeutungsdifferenzen sichtbar machen, würde die sexuelle Identität der Hauptdarsteller sich nicht eitel dem ideologisch-ästhetischen Dogma der Werbebildsprache und der von ihnen produzierten Identitäten unterwerfen, hätte der Film genügend Respekt vor der Unerklärlichkeit und dem Geheimnis dessen, was man Seele oder Inneres nennt, so dass er Aktionen nicht immerzu erklären und kausalisieren müsste, sondern die Gebärden und das Ringen um Identität und Einheit – was immer unabgeschlossen und per se verzweifelt ist – in ebenso unabgeschlossener und offener Improvisationsfreude fotografieren würde, dann wäre dieser Film wirklich groß.

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Kommentar — Film: Plein sud - Auf der Reise nach Süden

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bordelaise

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vorgemerkt

Der Film ist in Frankreich schon vor langen Zeit in den Kinos gelaufen. Ich freue mich total, daß er auch in Deutschland rauskommt !

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