Contracorriente - Gegen den Strom

Contracorriente (2009),
Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Drama

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Contracorriente - Gegen den Strom - Bild 6982367
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von Javier Fuentes-León, mit Cristian Mercado und Tatiana Astengo

Miguel und Maria sind ein glückliches Paar, frisch verheiratet, ein Kind wird erwartet. In seinem Dorf ist Miguel als Fischer ein angesehenes Mitglied der Gemeinschaft. Ein perfektes Idyll, wäre da nicht der Mann aus der Stadt, ein Maler, mit dem sich Miguel immer wieder trifft. Die Dorfbewohner ahnen, der Zuschauer sieht es: Santiago und Miguel sind auch ein Paar, wenn auch ein heimliches. Doch ein Schicksalsschlag stört die Idylle – und fügt sie auf ganz neue, unerwartete Weise wieder zusammen.


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Markbln

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Bewertung9.0Herausragend

Wer kennt diesen Film?

Das peruanische "Brokeback Mountain" lief gestern Nacht auf WDR und ich frage mich am Ende, warum diese Perle um Mitternacht versteckt wird, während zur Primetime die 500. Wiederholung eines Tatorts oder der "Herr der Ringe" in Dauerschleife laufen muss.

Zum Film:

Ein kleines Dorf irgendwo am peruanischen Meer.
Der Ort ist bekannt für seinen Totenkult: Um die ewige Seelenruhe zu erlangen, muss ein Verstorbener von einem geliebten Menschen öffentlich gesegnet und anschließend dem Ozean übergeben werden. (Dies ist eintscheidend für den weiteren Handlungsverlauf).
Miguel und Mariela sind ein glückliches frisch verheiratets Paar und erwarten ihr erstes Kind. Miguel ist Fischer und so etwas wie der dörfliche Bestatter.
Eine Idylle wie aus dem Bilderbuch, in der Tat wirkt das Setting wie hingemalt.
Dann trifft ein Mann aus der Stadt ein. Santiago ist Maler und von den Dörflern missträuisch beäugt. Miguel trifft sich mit ihm, obwohl ihn die Dorfgemeinschaft nicht akzeptiert, weil er schwul ist und keine Religion lebt. Was die Dorfbewohner munkeln und kolportieren weiß der Zuschauer bereits: Santiago und Miguel sind auch ein Paar. Das Drama nimmt seinen Lauf, aber anders als man denkt...

Was mich an Contracorriente so begeistert hat, ist die unglaublich ruhige und aufrichtige Art, mit der die Geschichte erzählt wird. Die Ängste und Nöte, die Verzweiflung, die enge Dorfgemeinschaft könnte einem verstoßen ist groß. Der Regisseur hat ein Herz für alle Figuren, sieht seine Protagonisten nie eindimensional oder stellt sie gar bloß.
Ähnlich wie im erwähnten "Brokeback Mountain" kann man den Film als universelle Geschichte über unterdrücktes Begehren und wahrer Liebe verstehen. Inszeniert in wunderschönen Bildern und großem Sinn für Spiritualität. Eine Allegorie zur Passionsgeschichte ist nicht zu übersehen. Das Ende ist der einzige Moment, wo Regisseur Javier Fuentes-León etwas dick aufträgt, aber es macht durchaus Sinn.
"Gegen den Strom" ist tieftraurig, aber voller Hoffnung.
Ein großer Film, der bei uns wiedermal im TV-Nachtprogramm verhökert wird.
Ich empfehle ihn allen Leuten mit offenem Geist und Lust auf neue Geschichten.

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