Russendisko und viel Glück

Ausblick auf das deutsche Kino 2012

Wladimir Kaminer und Matthias Schweighöfer präsentieren 2012 Russendisko
© Paramount
Wladimir Kaminer und Matthias Schweighöfer präsentieren 2012 Russendisko

Gestern hat uns the gaffer schon einen schönen futuristischen Jahresrückblick über das noch ausstehende Kinojahr 2012 geliefert und uns damit auf die kommenden Filme eingestimmt. Auch den anstehenden Blockbustern haben wir bereits einen Artikel gewidmet. Was jetzt noch fehlt, ist das deutsche Kino. Auch das hat nämlich in den nächsten 12 Monaten einiges zu bieten. Und da the gaffer nicht die einzige ist, deren guter Vorsatz für das neue Jahr es ist, sich mehr deutsche Filme anzusehen, präsentieren wir euch eine kleine Auswahl unserer nationalen Kinoproduktionen.

Am 23. Februar kommt der neue Film von Doris Dörrie in die Kinos. Bei Glück ist der Name Programm. Alba Rohrwacher (I am Love) und Vinzenz Kiefer (Der Baader Meinhof Komplex) spielen zwei gescheiterte Existenzen, die alles dafür tun, ihr neu gewonnenes, kleines Lebensglück aufrecht zu erhalten. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach.

Nachdem Matthias Schweighöfer 2011 mit What a Man und Rubbeldiekatz im Sumpf der Romantic Comedy festzustecken drohte, kehrt er am 29. März 2012 in der lang ersehnten Romanverfilmung Russendisko zurück. Gemeinsam mit Friedrich Mücke (Friendship!) und Christian Friedel (Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte) bildet er ein Trio junger Russen, die nach der Wende mit wenig Geld und vielen Träumen Ost-Berlin erobern. Der gleichnamige Erzählband, auf dem der Film basiert, machte den Autoren Wladimir Kaminer über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Am 10. Mai macht Joachim Król eine ungewöhnliche Reise. Ausgerechnet Sibirien heißt der Film, der somit auch gleich das Ziel seiner Reise verrät. Durch die Scheidung von seiner Ehefrau (Katja Riemann) in Depression und Lethargie verfallen, reißt Król beruflich nach Sibirien, wo er sich in eine Schorin, eine Angehörige eines indigenen Volksstammes, verliebt.

Dass nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher verfilmt werden, ist ein Trend, der uns schon eine Weile umgibt. Was passiert, wenn’s passiert ist ist dafür ein gutes Beispiel, aber auch in Deutschland haben wir mit Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können ebenfalls diesen zweifelhaften Weg beschritten. Dieses mal ist es Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick, der für die Leinwand adaptiert wurde. In der Hauptrolle sucht Johanna Wokalek (Der Baader Meinhof Komplex) als unglückliche Glückskeksverkäuferin nach dem Glück. Ebenfalls mit dabei beim Kinostart am 4. Oktober 2012 sind Richy Müller, David Kross und Iris Berben.

Eine Woche später kommt Hannah Arendt ins Kino, ein Biopic über die deutsch-jüdische Philosophin, die im Exil in den USA den Prozess gegen Adolf Eichmann verfolgte und darauf aufbauend ihr Buch „Die Banalität des Bösen“ schrieb, womit sie eine riesige Kontroverse lostrat. Regie führt Margarethe von Trotta (Ich bin die Andere). Abgesehen von Barbara Sukowa (Veronika beschließt zu sterben) ist über den Cast jedoch noch nichts bekannt.

Auch Detlev Buck mischt im deutschen Kino 2012 wieder mit. Am 25. Oktober kommt sein 3D Film Die Vermessung der Welt ins Kino, in dem er zwei Männer zeigt, die die Welt auf unterschiedliche Arten erforschen. Alexander von Humboldt reist, während Carl Friedrich Gauß (Florian David Fitz) daheim bleibt, um die Welt zu berechnen. Das Drehbuch hat Daniel Kehlmann geschrieben, weitere Rollen werden von David Kross und Katharina Thalbach verkörpert.

Neben den genannten Filmen gibt es noch ein paar kommende Werke, die zwar für 2012 angekündigt sind, aber noch keinen Starttermin vorweisen können. Da wäre zum Beispiel das Vater-Sohn-Drama Marokko mit Ulrich Tukur und Samuel Schneider (Boxhagener Platz). Zudem dürfen wir uns auf Die Quellen des Lebens freuen, in dem wir nicht nur Moritz Bleibtreu, Jürgen Vogel und Meret Becker, sondern auch Wilson Gonzalez Ochsenknecht auf der Leinwand sehen werden. Es handelt sich hierbei um einen Familienepos, der die Entwicklung der BRD beginnend am Ende des zweiten Weltkriegs anhand der Geschichte einer Familie nachzeichnet. Die Probleme der Kriegsrückkehrer werden hier ebenso thematisiert wie das Wirtschaftswunder und die sexuelle Befreiung der 70er. Interessant klingt auch Bis zum Horizont, dann links!, in dem eine Rentnergruppe ein Flugzeug kapert, um zum Mittelmeer zu fliegen. Mit an Bord sind Robert Stadlober, Herbert Feuerstein und Anna Maria Mühe (Was nützt die Liebe in Gedanken).

Auf welchen deutschen Film freut ihr euch denn am meisten?

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