Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (2009), US Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Kinostart 25.02.2010
37 Bewertungen
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3605 Bewertungen
126 Kommentare
Keine
von Werner Herzog, mit Nicolas Cage und Val Kilmer
Nicolas Cage nimmt Drogen? In seiner Rolle als Bad Lieutenant überschreitet er zumindest an der Seite von Eva Mendes die Grenzen des Legalen. Regie führt Werner Herzog.
Als einer der Besten im Dezernat wird Terence McDonagh (Nicolas Cage) mit der Aufklärung eines Massakers an einer afrikanischen Einwandererfamilie beauftragt. Der Botenjunge Daryl (Denzel Whitaker) ist der einzige Augenzeuge des brutalen Mordes. Er ist bereit, gegen den Drogendealer Big Fate (Xzibit) auszusagen, auf dessen Konto der Mord an der Familie geht.
Terence, der ab sofort für die Sicherheit von Daryl verantwortlich ist, gerät immer mehr in einen Sog aus Drogen und Korruption. Die komplizierten Ermittlungen, Drogenbeschaffung und die Begleichung alter Wettschulden werden für Terence zunehmend zu einer Gratwanderung. Als seine Freundin Frankie (Eva Mendes) auch noch in die Dinge hineingezogen wird und ernsthaft in Gefahr gerät, droht die Situation außer Kontrolle zu geraten.
Hintergrund und Infos zu Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen
Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1992 von Abel Ferrara (King of New York – König zwischen Tag und Nacht) mit Harvey Keitel in der Hauptrolle.
Der deutsche Regisseur Werner Herzog führt bei diesem Remake die Regie, der durch seine häufige Zusammenarbeit mit Klaus Kinski und den daraus resultierenden Dokumentarfilm “Mein liebster Feind – Klaus Kinski” auch in einem Internetvideo große Popularität gewann.
In den Hauptrollen sind neben Nicolas Cage (Im Körper des Feindes auch Schönheit Eva Mendes (Holy Motors und US-Rapper Xzibit (Entgleist) zu sehen.
Mehr Bilder (23) und Videos (4) zu Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
Cast & Crew
- Genre
- Kriminalfilm, Thriller, Drama
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- New Orleans
- Handlung
- Antiheld, Drogen, Drogenboss, Drogenmissbrauch, Drogensucht, Eidechse, Freundin, Gefahr, Gewalt, Hurricane Katrina, Illegale Immigration, Keller, Kokain, Lebensgefahr, Massaker, Mord, Polizist, Schießerei, Schmerz, Schulden, Schusswechsel, Schöne Frau, Senegalese, Spielschulden, Suche nach Mörder, Visionen, Zeuge, Überflutung
- Stimmung
- Aufregend, Eigenwillig, Hart, Spannend, Witzig
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Links zum Film Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
- Bad Lieutenant - Cop Ohne Gewissen auf film-zeit.de
- Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen: critic.de















Kritiken (14) — Film: Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen[...] Die Nebenfiguren rücken hier deutlich in den Hintergrund und ihre Geschichten werden nebensächlich. Alles dreht sich um den Lieutenant und Cage zieht den Zuschauer mit seiner absolut übertriebenen Darstellung schnell in den Bann und sorgt nicht nur einmal für Lacher. Denn mit Ironie und Witz geizt Herzog im Film keinesfalls. Da zu erwähnen ist wohl die Szene mit der tanzenden Seele. Das alles klingt ja gut und schön, wären da nicht diese altbekannten Längen. Irgendwie geht dem Film Streckenweise die Luft aus, vor allem bemerkbar macht sich das nach der starken ersten halben Stunde. So zieht sich die gut zweistündige Laufzeit immer wieder und büßt einiges an Interesse und Aufmerksamkeit ein. Irgendwie fehlte mir auch das typische Herzog-Feeling. Wenn ich mir einen Herzog-Film angucke, dann will ich ihn auch in jeder Szene erkennen, so wie es bis jetzt immer der Fall war, aber naja, das sind dann wieder persönliche Dinge die mich stören und den Film schlechter abschneiden lassen. Dazu muss man auch sagen, dass Herzog das Drehbuch hier Ausnahmsweise nicht selbst verfasst hat, das trägt natürlich auch noch seinen großen Teil zur Stimmung selbst bei. 'Bad Lieutenant' als Mainstream zu bezeichnen wäre wahrscheinlich zu viel, aber es ist wohl Herzogs zugänglichster Film. Obwohl, das ist dann auch Zuschauerabhängig ist und tut auch irgendwie nichts zur Sache. [...]
Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDass der Titel nur aus reinen Marketinggründen wieder verwendet wurde, scheint nach der Sichtung mehr als eindeutig. Herzogs "böser" Cop lässt sich nicht mit einem einfachen "Bad" abtun. Das mag noch in Ferraras Film funktioniert haben, der sich noch mit christlicher Moral auseinandersetzen musste, die eine klare Defintion des Wortes "Böse" kennt.
Nic Cage verkörpert seinen "Helden" allerdings als nietzscheanischen Amoralisten, dem die Bedeutung von Gut und Böse sowieso als wechselhaft und umkehrbar vorkommt. Sein Handeln bleibt jenseits von gut und böse. Er nimmt Drogen um seine Schmerzen zu betäuben (Dr. House lässt grüßen). Er bedroht alte Damen, kooperiert mit Gangstern, all das nur um sein ehrenhaftes Ziel, die Auflösung eines Mehrfachmordes, zu erreichen.
Herzog gestaltet seinen Thriller aus bekannten Versatzstücken, die er immer wieder gerne zu unterlaufen sucht, sei es durch skurrile surreale Einschübe oder dem blanken schwarzen Humor des tollen Drehbuchs. Dass "Port of Call: New Orleans" dabei häufig und äußerst grenzwertig dem Trash nahe kommt ist schade. Mit diesem Prädikat sollte man den Film definitv nicht in Verbindung bringen.
Neben Nic Cages großartig exzentrischer Performance, begeistert auch Eva Mendes als Edel-Prostituierte. Beide sind ein Paar oder doch nur beste Suchtkumpel. Wenn die beiden ganz intim sich ihr Koks teilen, dann ist das nicht nur sehr zärtlich, sondern auch sehr traurig.
Das Ende des Films trumpft mit ironischen Spitzen auf. Bezeichnend ist der Moment im Polizeipräsidium, wenn sich hintereinander alle Konflikte in Luft auflösen. Herzog inszeniert das mit einem herrlich überzogenen ironischen Unterton. Wenn am Ende alle nur noch Wasser trinken, dann kommt man fast auf den Gedanken der Autor meine das doch ernst. Zum Glück gönnt er uns ein letztes Gefühl von befriedigender Verunsicherung. Gut und Böse sind weiterhin ein Paar.
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Kubrick_obscura Sat, 16 Oct 2010 02:14:05 -0000
Antwort löschenVielen Dank!
evants.com: eventsandtrends.com
Kommentar löschenWerner Herzogs "Bad Lieutenant" ist ein sehr gewöhnungsbedürftiger Film, Obwohl man ihn am ehesten als Thriller bezeichnen kann, gibt Herzog nicht viel auf den gewohnten Aufbau eines Cop-Films. Er nutzt diesen zwar, lässt aber nur wenig Spannung aufkommen. Die Story ist nicht richtig schlüssig, aber dies scheint beabsichtigt. Der Zuschauer folgt einen drogenabhängigen Polizisten - somit passt die Erzählweise. Zudem gibt es eine Menge schwarzen Humor, der nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film verstört, die Handlung bleibt nicht hängen – im Gegensatz zu einigen obskuren Ideen und einem groß aufspielenden Nicolas Cage, der wohl eine seiner besten schauspielerischen Leistungen abliefert.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenDieser Herzog ist der vielleicht unfassbarste Film des Jahres? Nicolas Cage ist göttlich, Val Kilmer ist nicht mehr Val Kilmer, die Musik und die statischen Bilder erinnerten mich an NAKED LUNCH. Auch ein schlechter Trip. Aber ein anderer. Weiß zwar nicht was das alles soll und wohin das führen mag, aber ich fand BAD LIEUTENANT irgendwie toll. Fühlt sich wie ein dreckiger 80er Krimi an. Nur eben falsch herum aufgezogen.
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C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)
Kommentar löschenHerzog schafft es meines Erachtens nicht, eine würdige Adaption des Klassikers mit Harvey Keitel zu realisieren. Außerdem passt seine scheinbare Zuneigung zu allen möglichen Arten von Reptilien nicht so richtig in die Geschichte, aber Herzog ist ja für seine eigenwilligen Darstellungen bekannt.
Cage verkörpert die Rolle des drogenabhängigen Cops dagegen sehr gut und reißt den Film durch seine starke Präsenz so ziemlich raus.
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Aber zurück zu Nicolas Cage. Diesem gelingt in „Bad Lieutnant“ sein darstellerisches Comeback. Man hat ihn seit Jahren nicht mehr so gut gesehen, wie hier unter Herzog. Auch wenn er seine Rolle über die gesamte Spielzeit mit einem leicht überdrehten und irren Touch anlegt, so richtig entfesselt agiert Cage erst dann, wenn auch das Drehbuch ins absurde abgleitet. Dann aber gibt es für Cage kein Halten mehr, und schreit und gestikuliert sich durch den Film, dass es eine wahre Freude ist. Letztlich ist „Bad Lieutnant“ die reinste Nicolas Cage One Man Show, der Rest der Besetzung kann nur noch freundlich unterstützend zuarbeiten. Cage spielt ebenso exzentrisch, wie Werner Herzog Regie führt. Da legen umgelegte Gangster auch noch mal eben einmal einen flotten Breakdance hin, oder die Geschichte wird gleich aus der Sicht von Leguanen erzählt. Was das alles so wirklich soll, ist nicht ersichtlich, ist aber auch, mal abgesehen davon, dass die ganze Angelegenheit einen geradezu unverschämten Spaß macht, nicht weiter von Interesse. Herzog gelingt mit „Bad Lieutnant“ wahrscheinlich der trashigste Kunstfilm des Jahres, der stetig zwischen den Genres pendelt. Für Nicolas Cage hingegen gilt, dass er Herzog für diese Rolle danken und zusehen sollte, dass er an die in diesem Film gezeigte Leistung in Zukunft wieder ein wenig öfter anknüpfen kann.
Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
filmschauer Fri, 19 Mar 2010 16:07:46 -0000
Antwort löschenEine Frage: Von welchem Buch spricht du zu Beginn? Ich kenne nur die Herzogs Doku "Mein liebster Feind", die sich ja eingehend mit Kinski beschäftigt.
Schön, dass der Film dir gefällt, ich werd ihn wohl erst auf BR zu sehen bekommen.
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Christian H. Fri, 19 Mar 2010 16:18:10 -0000
Antwort löschenUps. :) Den meinte ich auch. Weiß auch nicht, wie ich da auf Buch gekommen bin. Mein Fehler.
filmschauer Fri, 19 Mar 2010 16:22:33 -0000
Antwort löschenEigentlich ja schade. Ich würd es lesen! ;-)
Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenDer Film hat mit Ferraras BAD LIEUTENANT ungefähr genauso viel gemein wie mit Kitanos VIOLENT COP, aber das dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Herzogs Version des "Zugedrogter Cop"-Motivs ist mit Sicherheit die lustigste Variante, nicht zuletzt dank eines endlich wieder entfesselten Nicolas Cage, der in einer seiner besten Rollen ein unvergeßliches Feuerwerk abbrennt. Werner Herzog selbst wechselt mit bemerkenswerter Sicherheit von intensiven Spannungsmomenten zu absurdester Komik; ihm ist ein rundum stimmungsvoller, temporeicher, außergewöhnlicher Irrsinn gelungen. Bei Herzog dürfen auch Leute wie Val Kilmer, Brad Dourif, Xzibit und Eva Mendes endlich (wieder) glänzen. BAD LIEUTENANT ist ebenso eine glänzende Visitenkarte für einen Ausnahmeregisseur wie auch die komplette Rehabilitation eines wunderbar durchgeknallten Hollywoodstars. Absolut und rundherum sehenswert und beglückend. Tolle Musik von Mark Isham oben drauf!
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Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...]Hier liegt eine große Stärke des Films, der Freiheiten lässt für eigene Gedanken und Wertungen – als wäre BAD LIEUTENANT ein letztes Relikt aus großartigen Zeiten des Neuen Deutschen Films. Dass das letztlich funktioniert, liegt an der grandiosen Performance von Nicolas Cage, der seine beste Leistung seit LEAVING LAS VEGAS abliefert. Cage formt den Charakter mit explosivem, für Herzogs Filme typischen overacting, ohne jemals lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. Sein McDonagh bleibt stets, trotz aller Ausbrüche, verschlossen. Und aus dieser Verschlossenheit, diesem an den richtigen Stellen nuancierten Einsatz expressiver Mimik, resultiert die Bedrohung, die der Zuschauer empfindet, eine Bedrohung McDonaghs gegenüber seiner Umwelt, vor allem aber gegenüber sich selbst.[...]
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Ulrich Behrens
Kommentar löschenWas hier zunächst wie eine der vielen film-noir-Geschichten aussieht, ist auch eine, wenn auch eine besondere. Die Handlung selbst scheint in ihren Grundzügen simpel: Cop schlängelt sich legal oder illegal (scheißegal!) durch das von Katrina verwüstete New Orleans, seinen eigenen Vorteil immer im Blick. Terence McDonagh kennt nur sich selbst. Es macht ihm nichts aus, dass seine Freundin Frankie, die in einem noblen Appartement wohnt, Prostituierte ist. Es scheint ihn auch wenig zu bewegen, dass sein Vater, ebenfalls früher Cop, sich dem Alkohol ergeben hat und in Genevieve eine Gleichgesinnte gefunden hat. Auch der Mord an der sengalesischen Familie interessiert ihn nur bedingt. Terence hat Rückenschmerzen. Warum hat er den verdammten Kerl aus der Zelle gerettet? Das hat er nun davon. Aber eigentlich ist er nicht einmal deswegen sauer. Er betäubt seine Schmerzen mit Tabletten und allerlei Drogen, die er sich entweder aus der Asservatenkammer der Polizei besorgt – und als das nicht mehr…
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEin unglaublich trashiger Nicolas Cage darf hier mal wieder zeigen, das er doch noch unterhaltungswert hat. Nicht als ernsthafter Schauspieler, aber als grandios grimmasierende Karikatur. Herzog erzählt ein überhöhte Geschichte vor dem Hintergrund des Post-Katharina New Orelans, voller epischer Figuren, die direkt aus einer Pulp-Novelle entsprungen scheinen. Das macht alles nicht viel Sinn und hat mit einer glaubhaften Story auch nicht viel am Hut, ist aber zweifelsohne auf eine verdrehte Art recht unterhaltsam. Cage als bekokster Hampelmann mit haluzinierten Leguanen sprechen zu sehen, ist alleine den Film wert. Herzog, weird wie immer.
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BlueSquirrel Sun, 28 Feb 2010 01:53:49 -0000
Antwort löschenPerfekt!
Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...
Kommentar löschenDie Ankündigung war kurios genug: Ein Remake des Abel-Ferrara-Films “Bad Lieutenant” von Werner Herzog mit Nicolas Cage und Eva Mendes in den Hauptrollen. So kurios eigentlich, dass man dahinter nur ein ausgeklügeltes Marketing- und letztlich auch Autorenfilmkonzept vermuten musste. Natürlich ist Herzogs jüngste Regiearbeit eine entsprechend komische Cop-Thriller-Variation, die sich im ausgeprägten Bewusstsein ihrer absurden, trashigen und sanft subversiven Qualitäten durch Genre- und Hollywoodklischees tänzelt, einer eigenen Logik folgt und der Frage nach Ernsthaftigkeit dabei stets elegant ausweicht. In “Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans” (!) inszeniert Herzog edgy und unbekümmert aus reiner Intuition an nahezu allem vorbei, was innerhalb des Genres oder der vagen Vorlage von Relevanz wäre. Es ist ein ausnahmslos köstlicher Film. [...]
Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDas gilt auch für Werner Herzogs fulminante Fortsetzung von Abel Ferraras Cop-Film-Klassiker Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans. Den Part des moralisch kaum gefestigten Helden McDonagh (vormals Harvey Keitel) hat Nicolas Cage übernommen, der hier - entgegen allen Befürchtungen - eine der stärksten Performances seit langem abliefert. Selbst ein Junkie, der im Furor seiner Arbeit auch nicht davor zurückschreckt, kränkliche Frauen im Altersheim zu malträtieren, schlingert er mit zusammengezogenen Schultern durch einen Thriller, in dem sogar noch Seelen einen Tanz aufführen. Am Ende wird McDonagh, wie durch ein Wunder, von fast allen Sünden erlöst.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenVielleicht hätte man das Werk einfach anders betiteln müssen. Dann würde es als achtbarer, wenn auch routiniert gedrehter Cop-Film durchgehen. So aber muss man es an Ferrara messen, mit dem es wenig mehr gemein hat als den Titel und den Produzenten (Edward G. Pressman). Verglichen mit den Abgründen, die sich bei Ferrara auftaten, operiert Herzog nur im Souterrain. Und während Keitel sich seiner Figur damals schamlos auslieferte, unterwirft Cage sie nur seinen darstellerischen Manierismen. Kaum zu erahnen, was Herzog daran gereizt haben mag. Seit über zehn Jahren hat der Filmemacher nicht mehr in Deutschland gedreht, seine letzten US-Filme wie „Rescue Dawn“ kamen nie in unsere Kinos. In „Bad Lieutenant“ aber, der endlich mal wieder einen deutschen Verleih hat, zeigt der Mann, der einst auszog, die Welt zu entdecken und filmisch zu erobern, keine eigene Signatur mehr. Der Film ist vielmehr der Beweis einer vollständigen Assimilation: Herzog hat hier einen klassischen Genrefilm nach den gängigen Konventionen abgedreht.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenZwischendurch entfaltet "The Bad Lieutenant" einige Intensität. Ein post-Katrina-Film, angesiedelt in New Orleans. Es gibt sehr schöne Bilder und Momente: Eine Schlange, die durchs Wasser schlängelt, Leguane in den Wohnungen, ein Zusammenstoß zwischen einem Autor und einem Alligator - das sind Bilder, die im Kopf bleiben. Oder Cage, nach einer Verhaftung: "I love it. I just love it."Überhaupt spielt Cage im Vergleich zu manch anderem Auftritt für seine Verhältnisse zurückhaltend. Aber anfangs dauert es lange, zu lange, bis alles in Fahrt kommt, und gegen Ende zerbricht der Film dann ziemlich in seine Einzelteile.
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Kommentare (112) — Film: Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
FlintPaper Fri, 03 May 2013 04:53:04 -0000
Kommentar löschenWas für ein Film. Werner Herzog scheißt erfolgreich auf die Intention des Vorgängers und erschafft ein trippiges Lustspiel zwischen Sinn und Unsinn. Nicolas Cage in einer seiner besten Rollen überhaupt, szenenweise wird hier pures Gold abgeliefert - ebenso von den anderen Beteiligten. Herzogs Einfälle sowieso wie immer ein Genuß. Letzten Endes ein totaler Quatschfilm - aber zum Schreien komisch. Bei der Thematik eigentlich völlig absurd.
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Filmegucker84 Thu, 28 Mar 2013 16:17:44 -0000
Kommentar löschenDieser Film ist aus meiner Perspektive der beste Film von Nicolas Cage.
Diese Leistung hätte ich dem Hollywood-Blockbuster-Typen nicht zugetraut, weil er in der Regel Rollen spielt, die kein hohes Schauspieltalent abverlangten. Beispiel: The Rock. Ein Standard (gutes) Aktion-Film Produkt.
Und damit erklärt sich meine Überraschung und Anerkennung für diesen Film. Damit hätte ich nicht gerechnet, dass Nicolas Cage eine Figur spielen kann, die auf selbstzerstörerischen Trip eine coole Fremdgefährdung Gangster und drogensüchtige darstellt.
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pandahustla Sat, 09 Mar 2013 03:23:58 -0000
Kommentar löschenAufjedenfall Empfehlenswert, habe mir den Film gerade angeguckt und fand ihn Teils zwar etwas langatmig aber trotzdem überaus gut.
Nicolas Cage spielt mal wieder eine wirklich gute Kokser Rolle, irgendwie liegt es ihm Leute zu spielen die auf Drogen sind :D
Kann mir gut vorstellen das der Film nicht jeden zusagt da er Schlussendlich nicht viel Sinn macht, keinen wirklichen Höhepunkt hat und auch nicht wirklich überrascht. Dafür aber mit wirlklich witzigen Szenen begeistert und einfach generell total abgefuckt ist. Cage trägt hier wirklich den ganzen Film andere Schauspielerische Leistungen sind hier leider kaum erwähnenswert, aber es reicht auch. Einfach anschauen und selbst überzeugen.
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vanilla Tue, 08 Jan 2013 10:36:13 -0000
Kommentar löschenNicolas Cage trägt diesen Film aber sowas von auf seinen Schultern. Seit langer Zeit muss man sagen ist er wieder überragend. Vielleicht weil ihm einfach diese Psychopathenrollen liegen, keine Ahnung.
Zum Film, nun ja, er ist besonders auf seine Art und Weise. Ein verkorkster, verkokster und korrupter Cop, verpasst keine Gelegenheit sich Drogen einzubauen und andere Leute abzuzocken.
Das es den anderen Cops fast gar nicht auffällt, merkwürdig.
Das dieses gewagte und riskante Leben auch Probleme bereithält ist natürlich logisch. Leider muss man sagen besitzt dieser Film sehr wenig Tiefe in der Handlung, sondern setzt viel mehr auf den herausragenden Cage und die witzigen einlagen á lá "Fear and loathing in Las Vegas". Natürlich nicht so verrückt, aber man hat sich da schon was abgeschaut.
Man kann und sollte diesen Film nicht ernst nehmen. Dann könnte er einigen gefallen.
Für mich war es toll wieder Cage so gut zu sehen, aber der Film war höchstens gut, nicht mehr.
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matze-pu Tue, 25 Dec 2012 13:53:15 -0000
Kommentar löschenDer Film kommt leider an das Original nicht ran und das liegt für mich hauptsächlich an fucking Nicolas Cage. Ich nehme ihm diese Rolle einfach nicht ab! Wer ist nur für so eine Besetzung verantwortlich?
Allerdings gelingt es Werner Herzog in großformatigen Aufnahmen, ein New Orleans zu zeigen, dass einen an die dritte Welt denken lässt. Die Armut, Zerstörung und Gewalt ist dort grenzenlos.
Insgesamt leider eine Enttäuschung.
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Cayopei Mon, 05 Nov 2012 09:38:53 -0000
Kommentar löschenNicolas Cage kann hier zum ersten Mal seit Jahren wieder als ernstzunehmende Schauspieler wahrgenommen werden, und nicht als Charge mit irritierender Frisur. Aus dem Setting hätte man vielleicht noch etwas mehr holen können (das aber wollte ich vermutlich nur, weil ich "Treme" so stark finde), die Reptilienhalluzinationen, die Musik und Cages manisches Lachen lassen an frühere Herzog-Aussenseiter erinnern. Sehr gut!
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movie.max Mon, 05 Nov 2012 09:48:24 -0000
Antwort löschen"Nicolas Cage kann hier zum ersten Mal seit Jahren wieder als ernstzunehmende Schauspieler wahrgenommen" - Was ist mit 'Adaptation.' und 'Matchstick Man'
movie.max Mon, 05 Nov 2012 09:48:30 -0000
Antwort löschen?
Cayopei Mon, 05 Nov 2012 09:54:14 -0000
Antwort löschenDie von Dir angeführten Filme sind ja nun auch schon 10 Jahre her...und in der Zwischenzeit hat man doch außer lachhaften Frisuren und Grimassen nicht viel von Ridiculous Cage gesehen.
movie.max Mon, 05 Nov 2012 10:03:55 -0000
Antwort löschenJa da gebe ich dir Recht. In Kick Ass hat Cage meiner Meinung zwar gut funktioniert, aber ernst zu nehmen war er nicht.
Cayopei Mon, 05 Nov 2012 10:10:59 -0000
Antwort löschenZwischen "Matchstick Men" und "Bad Lieutenant - Port of Call: New Orleans" muss selbst der größte Cage-Enthusiast schon alle Augen inkl. Hühneraugen zudrücken, um sein Schaffen hier nicht ausschließlich als Bückware zu erkennen. Und danach kam, wenn man ehrlich ist, eigentlich auch nichts. (Ausklammern möchte ich hier allerdings auch "Kick-Ass" und für die Zwischenphase davor "The Weather Men").
movie.max Mon, 05 Nov 2012 10:19:39 -0000
Antwort löschenDas ist Bückware. Das kann auch kein Enthusiast in Frage stellen.
Cayopei Mon, 05 Nov 2012 10:31:59 -0000
Antwort löschenNur 6 Antworten bis zum virtuellen Group-Hug!
vanilla Tue, 08 Jan 2013 10:38:24 -0000
Antwort löschenmuss ich dir sowas von zustimmen. Sehr treffender Kommentar, obwohl ich diesen Film als Gesamtwerk nicht so stark gesehen habe.
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Cayopei Tue, 08 Jan 2013 12:59:52 -0000
Antwort löschenIch bin Herzogianer, da drückt man schonmal die Hühneraugen etwas zu. Der alten Liebe wegen.
vanilla Wed, 09 Jan 2013 08:05:05 -0000
Antwort löschenhaha, aber dann beide:-))
1000Mindhunter Fri, 19 Oct 2012 18:18:50 -0000
Kommentar löschen"Bad Lieutenant" ist ein mehr als nur überzeugender und abgefahrener Film, er ist atmosphärisch dicht und zeigt Nicolas Cage endlich wieder von seiner guten und aussergewöhnlichen Seite.
Werner Herzog schuf einen Film, der mich total überzeugen konnte.
Er lässt die Story teilweise etwas schwach zur Geltung kommen, dafür werden die Charaktere immer teifschürfender und überzeugender und dabei lässt er zwischendurch viel Humor in seinen Film brausen.
Die Musik sorgt für viele abgedrehte und faszinierende Momente, mit der Atmosphäre zusammen, schickt er den Zuschauer auf einen Trip, der Optisch einfach eine Glanzleistung ist, wie auch der Musikalische Part.
Die Wendungen sind auch sehr gut ausgearbeitet und auch die Liebesgeschichte zwischen Cage und Mendes wird immer packender.
Das ende ist Genial abgefahren :D
Kurz zusammengefasst, ein einmaliges Erlebnis, bei dem man Cage endlich wieder in voller schauspielerischer Pracht erlebt, seit diesem Film richte ich wieder anders über Cage :)
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Mr. Pink Tue, 02 Oct 2012 13:59:35 -0000
Kommentar löschenWerner Herzog schickt Nicolas Cage als Bad Lieutenant auf einen surrealen Trip durchs Post-Katrina New Orleans, überrascht dabei, zitiert sich selbst und bricht Konventionen am laufenden Band. Cages grandiose One Man Show und Herzogs außergewöhnliche Inszenierung vereinen sich hier in einer bizarren Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann, zu einem besonderen Gesamtkunstwerk, mal sonderlich und verwirrend, mal spannend und packend, immer eigenwillig und komplett irre.
"Shoot him again!"
"What for?"
"His soul is still dancing."
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hoffman587 Sun, 30 Sep 2012 09:54:54 -0000
Kommentar löschenBad Lieutenant: Port of Call New Orleans
»It´s not remake. I never seen the "Bad Lieutenant" by Abel Ferrari. I do not know who this man is.« - Obgleich ich mir nicht mal sicher bin, wie oder inwiefern dies Werner Herzog meinte, so bleibt es seinerseits zweifelsfrei eine doch gekonnte, wenn auch missverständliche, Provokation, auch weil aus Abel Ferrara bei Herzog schnell der Ferrari wurde. Was ich noch gesagt haben sollte: Das oben aufgeführte Zitat ist der exakte Wortlaut von Herzogs Worten, falls sprachliche Differenzen betreffend He rzogs Form entstehen sollten, bitte an ihm, nicht an mich wenden. Vielleicht war dies auch auch nur ein cleverer Marketingtrick seitens Herzog. Wer will schon darüber urteilen, wenn Herzog präsentiert und hinterfragt: Wissen Sie denn was das sind, Konventionen? Was sind das? Herzog formuliert und bittet diese tunlichst zu vermeiden, auch in Hollywood. Herzogs »Bad Lieutnant« aus dem Jahre 2009, Herzogs Bruch mit der Filmindustrie und deren Normen. Herzog wird strikt: Sie müssen gebrochen werden! Und geht enthusiastisch ans Werk.
Für Herzogs Verhältnisse wieder richtig experimentierfreudig als absoluter, filmischer Konventionsbrüche, in dem Herzog das Unkonventionelle im Konventionellen sucht (ein bekanntes Motiv), weshalb der Plot fast schon irrelevant und abstrus nach Konventionen geordnet und dramaturgisch widersprüchlich konstruiert sein mag, nur um im Zuge dessen diese mit größtmöglichen Vergnügen zu hinterfragen oder einfach nur ins absolute ad absurdum zu führen. Willkommen in Werner Herzogs Film. Denn damit referiert Herzog nicht nur großflächig sich selbst, sondern nimmt mehr noch expliziten Bezug auf sein eigenes Schaffens. Erkannt? Herzogs Film ähnelt wohl demnach vielmehr einer Neuordnung seines »Aguirre« (1972) denn einem Remake von Ferraras Film - in erster Linie. Tauscht den Amazonasdschungel gegen den Großstadtdschungel und wütet fleißig mit Sinn- und Orientierungslosigkeit, wie einst, bloß dieses Mal mit Hollywood im Gepäck. Wenngleich »Bad Lieutenant« eine ganze Facette an verschiedenen Interpretationen erlaubt.
Hingegen mutet es anderswo fast schon so an als würde Herzog seinen Kritiker und Kollegen Abel Ferrara mit jeder Szene, mit jeder Absurdität, mit jedem dramaturgischen Bruch verspotten, dass es fast einer filmisch formulierten Kritik an Ferraras Werk gleicht - wobei sich dies auf reine Spekulation stützt, wie man Herzogs Worte auslegt. Während Ferrara in seinem »Bad Lieutenant« noch so etwas wie den »Feel-Bad-Movie« (mit christlichen Erlösungsmotiven) definierte, ironisiert Herzog dieses Verfahren. Wenngleich dieser Vergleich durchaus in Frage zu stellen sei, doch Herzogs Film tut dies schließlich auch. Demnach: Legitim. Ferraras Lieutenant suchte noch nach der Sinngebung von Schuld und Sühne, während Herzog diesen Akt vollkommen außer Kraft setzt. Er sucht nicht, er lässt treiben. Reflektiert und verherrlicht die Sinnlosigkeit der Welt, agiert ohne jeglichen Wert - mutet belanglos an und unterhält und fasziniert dabei doch trotzdem ungemein, wobei dies selbstredend auch nur ein subjektiver Zustand meinerseits ist.
So funktioniert (zumindest subjektiv) Herzogs Film - wie ironisch - selbst ohne jegliche Einordnung einer Genreklassifizierung, Herzog inszeniert jenseits der Grenzen, richtet sich energisch bei seinen Konventionsbrüchen an Reibungsflächen. Herzog treibt seine Spielchen mit Zuschauer und Erwartungshaltung - enttäuscht sie, ignoriert sie, driftet ins absurde. Und lässt währenddessen die Moral versauern, derweil der Zuschauer mit Korruption, Prostitution, Glücksspiel, Abgründen sympathisieren darf, an sich scheint bei Herzog eh die symbolische Sünde stets omnipräsent, durch Randnotizen und Standorte. Stets fokussiert auf den ironischen wie auch teils zynischen Unterton seines Films wie auch auf seinen Protagonisten, welcher für Herzog selbst nur ein weiteres bekanntes Motiv seines Schaffens ist, der personifizierte Wahnsinn. Aha! Sein Protagonist sowohl zur Reflexion seines eigenen Films und als auch dessen Staus Quo.
Der Wahn im Rausch, alles harmoniert, widerspricht sich aber zugleich. Ein paradoxer Film. Welchen er durch Tunnelblick durchschauen lässt. Dieses Mal mit Nicolas Cage, der darf Over the Top agieren, amüsieren, explodieren, implodieren, lachen, zerreißen, cholerisch und als Karikatur seiner selbst dienlich sein und zum Ende hin neurotisch, ausschweifend und exzessiv spielen - also alles das, was Cage kann. Auch mit Verweis auf »Bringing Out The Dead«. Herzog konnte schon immer solch impulsive Akteure dirigieren. So wird korrupter, drogensüchtiger, abdrehter Cop (alias Nicolas Cage) schnell zur Sympathiefigur - und das ganz ohne Sinn. Wunderbar! Wie auch die Besetzung der Nebenrollen (mit Val Kilmer) und herrlich, stereotypischen Charakterbildungen, Herzog verführt. Unterdessen die Kamera (wie Herzogs gesamter Film) Kontraste dazu bildet, auch hier zwischen erleuchtend, klangvollen und erstrahlenden Bilder New Orleans und einer düsteren Ernüchterung, so oder so atmosphärisch verpackt und mit zeitweiliger Film noir-Referenz versehen und in Aktion stets dicht am Protagonisten.
Schon beachtlich, wie es Herzog schafft in seiner Ambition seines absoluten Regelbruchs konsequent seine Laufzeit durchzuhalten - fraglos in seiner Dramaturgie zersträubt, den Zuschauer irritierend und verwirrend, doch aus Chaos kreiert Herzog Amüsement, inszeniert unangepasst und stellt so eben auch sein eigenes Werk mit jener eigensinnigen Art und dessen Sinn in Frage. Sähen wir es theoretisch könnte man sogar meinen Herzog rechne hierbei mit der Sinnlosigkeit eines Remakes, im besonderes des seitens Hollywoods, ab, falls ja ein brillanter Schachzug seinerseits. Andererseits: Bedeute dies, Herzog wäre sogar gar ein Fan von Ferrara. Als Höhepunkt dieses Wahnwitz folgen sonnig-perspektivische Leguane im absurden Format und tanzende Seelen, den Ideenreichtum Herzogs sollte man nicht unterschlagen. Wenngleich man sein Verfahren hierbei dennoch auch kritisch sehen könnte, im besonderen wenn man die filmisch-reflektierte Sinnlosigkeit in einer Laufzeit von geschätzten 122 Minuten zu spüren bekommt, gerade hierbei hätte dies Herzog doch wesentlich prägnanter (wie früher) formulieren können, zwar angepasster, aber auch in seiner Ambition verständlicher. Jedoch auch dieser Stichpunkt revidiert auf seine Weise. Denn wo Seelen tanzen, folgen ein Schuss Tragik und ein letzter Seitenhieb der Tristesse, bevor Errettung geboten wird - aus dem Nichts - purer Zufall? It´s a strange World. Pure Ironie. Und kurzweilig war er dann doch irgendwie, samt Nachwirkung und es folgt das Prinzip: Manchmal ist sinnlos, sinnvoll und das ist manchmal das Beste daran. Sinn? Es gab nie einen Sinn.
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vanilla Tue, 08 Jan 2013 10:40:42 -0000
Antwort löschensehr schöner Kommentar, besonders das Ende hat mich voll erwischt;-)
DerStiffmeister Wed, 26 Sep 2012 10:47:31 -0000
Kommentar löschenEs gibt ja einige nette Filme mit dem Korrupter Bulle Thema, aber ich glaube keiner ist so abgedreht und mutig wie Bad Lieutenant. Hier kommt man ganz ohne Hollywood-typische Pseudoernsthaftigkeiten aus.
Genialer Film. Genialer Nicolas Cage und vor allem GENIALES ENDE!
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DerDude_ Sun, 02 Sep 2012 09:20:31 -0000
Kommentar löschenBoom. Touchdown !
Minuten eines Alptraumes. In einer eklig dunklen Masse schwimmen Schilder, gelbe Behälter und eine Schlange umher. Herzogs "Bad Lieutenant" hat begonnen.
Der Stoff um korrupten Politzisten verwandeltet sich in Herzogs Interpretation in einen rauschhaften Fiebertraum aus singenden Leguanen, tanzenden Seelen und jede menge anderer abgefuckten Shit. Herzog spielt mit den Klischees und lässt sämtliche Konventionen und Erwartungen an die Wand fahren. Stadtessen führt er uns in ein Chaos, einen Alptraum aus dem der Protagonist niemals entkommen kann weil er, wie es das, oft missverstandene, Happy End verdeutlicht, selbst zu dieser Hölle geworden ist. Herzog braucht keine Dramaturgie, er hat Wahnsinn. Und Nicolas Cage ist einfach unglaublich. Seine Blicke sind schmerzhaft und voll mit Wahnsinn der sich in krampfhaftem Geschrei entlädt. Es ist seine beste Leistung seit "Adaption".
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Brentano Mon, 10 Sep 2012 20:37:19 -0000
Antwort löschenWürde die Version mit Harvey Keitel empfehlen. Ein schmalzgesichtiger, auf Verwertung seiner Selbst fixierter und auf panisch-undefinierte Vermarktungsexzesse trainierter Cage, kann per Definition nicht die selbe, gleißend- bekennende, dichte Intensität eines Harvey Keitel in Abel Ferraras Werk gleichen Namens versprühen, noch diese reproduzieren, selbst wenn er das Drehbuch seitenverkehrt auswendig gelernt, in Hindi übersetzt, herunter beten würde.
robertpires27 Sat, 13 Apr 2013 10:06:09 -0000
Antwort löschenGanz genau...Ganz Genau !!!
JoeKramer Sun, 02 Sep 2012 00:43:10 -0000
Kommentar löschenNetter, belangloser, aber dennoch unterhaltender Film mit einem all zu happy Happy End...
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Zak Fri, 31 Aug 2012 05:46:37 -0000
Kommentar löschenexellenter Film der viel Spass macht uns sich selbst nicht so ernst nimmt....Nicolas Cage spielt eh immer die selbe Rolle..er kann ja nur einen charakter miemen die des halbkaputen übermüdeten Fertigmenschen der aber trotzdem mit letzter Kraft am kämpfen ist...wirklich, ich kenn keinen Film in dem er das nicht auslebt. Hier ist er jedoch noch einen Kick aufgedrehter und man sieht das der Kerl richtig spass an seiner Rolle hat....witziger Streifen ..absolut fern jeder möglichen Realität..eher wie ein Comic oder eine Charles Bukowski geschichte....Cage erinnert mich hier etwas an johny Depp in Fear and Loathing....super interessanter Streifen. Krasse dinger die Liutnant da abzieht...umso überaschender die Wendungen... Val Kilmer fan ich hier auch genial..Schade das er nicht öfters zu sehen war...TSS der CAGE -TOP! Wieviel Filme dreht der Typ eigentlich im Jahr?
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Chewbacca Sat, 25 Aug 2012 17:51:24 -0000
Kommentar löschenNicolas Cage spielt in diesem belanglosen Film den bösen Lieutenant Terence McDonagh und ergießt sich geradezu in maßlosem Overacting. Die nebensächliche Handlung dreht sich dabei um seine Karriere unter Einfluss einer immensen Menge Drogen und Alkohol, obwohl ich mir dabei nicht sicher bin, denn was ich als Zuschauer mitnehmen sollte, scheint mir entgangen zu sein. Vielleicht hat mich des Hauptdarstellers Schauspiel einfach so geblendet, dass ich nicht verstanden habe, worum sich eigentlich alles dreht. Ich finde es eigentlich nur interessant, dass Val Kilmer und die wunderbare Eva Mendes in diesem Machwerk von Werner Herzog dabei sein mussten, ihren Karrieren hat das sicher nicht geholfen.
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Daymare Fri, 03 Aug 2012 17:20:32 -0000
Kommentar löschenStellenweise gar nicht schlecht, aber viel wird mit Sicherheit nicht hängen bleiben und so ist der Film insgesamt zu vernachlässigen!
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Dan Coma Sun, 17 Jun 2012 11:14:17 -0000
Kommentar löschenIch bekenne mich hier mal offen als Nicholas Cage Fan. Und das hier ist ein guter Film mit ihm. Die Rolle steht ihm gut und man kauft ihm den Bad Cop wirklich ab. Teilweise ist sein Handeln für mich trotzdem etwas zu strange und ich kann es nicht nachvollziehen. Eva Mendes macht ihre Sache gut. Im Endeffekt gefällt mir einfach dieser korrupte Cop so gut, dass ich doch 7 Punkte gebe und sage -> Hat mich gut unterhalten!
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Alec Weber Fri, 08 Jun 2012 13:30:50 -0000
Kommentar löschenguter Film , aber das Ende wirkt als ob es mitten im Film währe .
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Jukebox Sun, 29 Apr 2012 11:01:32 -0000
Kommentar löschen> S P O I L E R <
Der Film ist toll! Endlich wieder ein guter Film mit Nicolas Cage, aber warum gibt es nur dieses plötzliche Happy End?
Im einen Moment schafft Terence McDonagh eher schlecht als recht den Fall zu lösen, im Anderen ist er über glücklicher Familienvater! Der Bad Lieutenant kann doch nicht zum Good Lieutenant werden ! ? !
Also ich hätte ein Scheitern oder zumindest ein offenes Ende für viel besser U N D realistischer gehalten.
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Oliver0403 Wed, 18 Apr 2012 23:50:14 -0000
Kommentar löschenIch will hier mal nichts gegen Nicolas Cage sagen, den ich als Schauspieler sehr schätze, aber er hat auch schon bessere Filme gedreht. Mir fehlts hier einfach etwas an Spannung. Und Xzibit der ja nebenbei noch als Rapper tätig ist, wirkt auf mich eher wie eine Lachnummer.
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waltwhite Fri, 30 Mar 2012 21:39:06 -0000
Kommentar löschenHerr Herzog, Sie geile Sau. Sie, ihre Darsteller und vor allem ihre Kameramänner und Cutter. Wahrlich beklopptes Werk, das man entweder liebt oder nunmal eben hasst.
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