Coming Out

Coming Out (1989), DE
Laufzeit 108 Minuten, FSK 12, Drama

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von Heiner Carow, mit Matthias Freihof und Dagmar Manzel

Philipp und Tanja arbeiten als Lehrer an derselben Schule. Beide üben ihre Arbeit mit großer Freude aus und versuchen, nicht nur stur einen Lehrplan durchzusetzen, sondern das Vertrauen ihrer Schüler zu gewinnen, um mit ihnen über die sie bedrängenden Probleme zu sprechen. Diese identische Auffassung vom Beruf führt Tanja und Philipp zusammen, und vor allem Tanja ist es, die in dem Freund die Liebe ihres Lebens sieht. Philipp fühlt sich durchaus zu ihr hingezogen, aber als er durch einen Jugendfreund an eine frühere erotische Bindung erinnert wird, begreift er seine Homosexualität, die er nur über Jahre verdrängt hatte. Philipp lernt Matthias kennen, verliebt sich leidenschaftlich in ihn, und ihre Beziehung, die von der Seite des Jungen voll Vertrauen ist, hätte die Chance der Dauer. Aber Philipp ist feige. Er wagt weder Tanja, die ein Kind von ihm erwartet, die Wahrheit zu sagen, noch sich endgültig zu seiner Liebe und seiner Veranlagung zu bekennen. So verliert er Tanja und Matthias. Erst in einem langen schmerzhaften Prozeß lernt er schließlich, sich selbst anzunehmen.

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Kommentare (2) — Film: Coming Out

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Joe Gillis

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film erlebte just am selben Tag, als – wie es ein findiger Feuilletonist formulierte – ein ganzes Volk sein »Coming Out« hatte, seine denkwürdige Uraufführung. Mal abgesehen davon, daß es um allerlei Seelenschmerz eines dann doch männerliebenden Mannes geht, wirkt Heiner Carows Spätwerk wie eine schockgefrostet-ultrahochverdichtete DDR-Brausetablette. Sobald die DVD läuft, sinkt schwerer Dunst ins Zimmer, es riecht nach Hausbrand und Zweitakt-Abgasen, und alles um einen herum wird plötzlich grau und perspektivlos. Wer nicht weiß, wie es war, wird es erfahren. Und wer es weiß, aber nicht mehr wissen will, wird schmerzlich erinnert.

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Kubrick_obscura

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bewegendes und zugleich unaufdringliches Drama. Der besagte Coming-Out findet nie statt. Vielmehr wartet der Film darauf, damit das ganze Leiden ein Ende hat. Doch so einfach ist es nicht für keine der Figuren, die allesamt authentisch gespielt werden. Heiner Carow ist ein sensibler Film gelungen, dem man nicht anmerkt, dass er in einer Diktatur entstanden ist. Die Geschichte beschönigt nichts und stellt die gesellschaftlichen Probleme aus ohne Furcht vor Zensur.

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