Die Legende von Paul und Paula
Die Legende von Paul und Paula (1973), DE Laufzeit 105 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 14.03.1974
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von Heiner Carow, mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder
Liebe, Leidenschaft und Tod, Lachen und Weinen – aus diesen Bestandteilen formten Autor Ulrich Plenzdorf und Regisseur Heiner Carow den populärsten DEFA-Film aller Zeiten. Sie erzählen von der ledigen Verkäuferin Paula und dem verheirateten Staatsbeamten Paul, der sich aus seiner routinierten Ehe löst und den Gefühlen freien Lauf lässt. “Geh zu ihr und lass deinen Drachen steigen”, singen dazu die Puhdys. Bis heute sind die Zuschauer begeistert vom romantischen und ironischen Umgang mit der Wirklichkeit, von den Sehnsüchten und Träumen und der unverwechselbaren Individualität der Figuren. Mit seinem Plädoyer für Freiheit und seinen vielen kleinen Frechheiten stieß “Die Legende von Paul und Paula” bei dogmatischen Politikern auf Widerspruch. Obwohl die Presse den Film teilweise verschweigen musste, sahen ihn Millionen Kinobesucher. Auch im vereinten Deutschland avancierte er zum “Kultfilm” – und 1998 wurde sogar eine Berliner Straße nach “Paul und Paula” benannt!
Handlung
Paul (Winfried Glatzeder) und Paula (Angelica Domröse) kennen sich vom Sehen.. Sie sind im selben Bezirk aufgewachsen. Paul hat Karriere gemacht, ist verheiratet und führt eine unglückliche routinemäßige Ehe. Paula lebt mit ihren beiden Kindern als allein erziehende Mutter. Bei ihrer ersten wirklichen Begegnung werden beide von der Leidenschaft zueinander erfasst.
Für Paula, die schon mit den Gedanken spielte, eine “Sicherungs-Ehe” mit Teifen-Saft (Fred Delmare) einzugehen, bedeutet dies ein Glücksgefühl, dem sie sich vollkommen hingibt. Paul dagegen ist verwirrt und nicht bereit, seine gesellschaftliche Position (Mitarbeiter im Ministerium für Außenhandel) aufs Spiel zu setzen. Er genießt den Augenblick des Glücks und wahrt ansonsten den Schein – in seiner Ehe und vor Kollegen. Für Paula wird der Unfalltod ihres Kindes zum auslösenden Moment, sich von Paul, der sich nicht zu ihr bekennt, zu trennen. Erst angesichts des Verlustes erkennt nun auch Paul seine Liebe zu Paula und dass sie ihn braucht.
Aber nun weist sie ihn ab. Paul verliert alle Angst und Scheu vor den zu erwartenden Konsequenzen und belagert tagelang Paulas Wohnungstür. Schließlich schlägt er, unter dem Beifall der Hausbewohner, ihre Wohnungstür mit einer Axt ein und erobert Paula zurück. Doch das gemeinsame Kind, Paulas drittes, bringt ihr den Tod.
Weiterführende Informationen
Weitere DEFA-Filme
Weitere Informationen im Internet
Die Legende von Paul und Paula auf filmportal.de
Über die Rezeption des Films auf filmzentrale.de
Filmkritik auf mdr.de
Cast & Crew
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Heiner Carow
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Angelica Domröse
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Winfried Glatzeder
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Heidemarie Wenzel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Die Schöne
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Hans Hardt-Hardtloff
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schießbudenbesitzer
-
Fred Delmare
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Reifenhändler
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Rolf Ludwig
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Professor
Regie
Schauspieler
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Dietmar Richter-Reinick
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Eva Maria Hagen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Die Blonde
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Willi Schrade
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Liebhaber der Schönen
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Jürgen Frohriep
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Der blonde Martin
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Robert Glatzeder
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Michael - Pauls Sohn
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Hertha Thiele
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frau Knuth
-
Heiner Carow
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Ulrich Plenzdorf
- Genre
- Schicksalsdrama, Romanze
- Zeit
- 1970er Jahre
- Ort
- Berlin, Deutsche Demokratische Republik, Friedrichshain, Ost-Berlin
- Handlung
- Alleinerziehende Mutter, Alleinerziehender Vater, Altes Haus, Ausnutzen, Axt, Bett, Boot, Freude, Freundin, Glück, Glücklich, Große Liebe, Hausflur, Jahrmarkt, Karussell, Kassierer, Kinder, Klassiker, Kultfilm, Kuss, Leben und Tod, Lebensfreude, Lebensgefühl, Liebe, Liebe gegen alle Widerstände, Liebespaar, Mutterliebe, Nachbar, Partnerschaft, Roman, Schicksal, Schwärmerei, Sex, Tod im Kindbett, Traum, Uneheliches Kind, Vater, Verehrer, Verlassen Werden, Verlieben, Verlust der Großen Liebe, Verlust der Mutter, Verlust des Kindes, Zärtlichkeit, fröhlich
- Stimmung
- Berührend, Romantisch, Traurig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Die Legende von Paul und Paula
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Trailer zum Film Die Legende von Paul und Paula












Kommentare (10) — Film: Die Legende von Paul und Paula
Kommentar schreibenagynessa 2011/08/10 10:37:50
Kommentar löschenBei dem Film kommt doch bei jedem ein wenig Nostalgie auf, schon allein deshalb lohnt es sich da mal reinzuschauen.
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annaberlin 2011/03/26 22:19:06
Kommentar löschenPaul und Paula bedeuten für mich Romeo und Julia des DDR-Films, in all seiner Tragik. Dass die Liebe zum Scheitern verurteilt wird, hat bestimmt damals viele Menschen zur Methaphorik hinreissen lassen, doch heute zeigt der Film einfach eine leidenschaftliche Liebe, die aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen nicht funktionieren darf. Das Leidenschaftliche verkörpert hierbei das grandiose Schauspiel der Angelica Domröse: Wenn die Kamera auf ihr verzweifeltes und liebendes Gesicht zoomt, offenbart sich darin so viel Weltschmerz, so viel Liebe und Tragik, wie selten im gesamtdeutschen Film. Dass Carows Film bisweilen ins Kitschige abdriftet, verzeiht man ihm gerne. Zu schön sind die Puhdys-Songs und das Setting eines Berlins zwischen den Epochen.
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Sigmund 2011/01/27 19:01:40
Kommentar löschenWas Angelica Domröse hier an Lebens- und Liebeshunger rüberbringt, an "Herz über Kopf" – das ist geradezu beispiellos intensiv. Ihre bedingungslose Hingabe wirkt fast schon anachronistisch, ist dafür poetisch umso überzeugender und wird ergänzt durch den ebenso einfachen wie genialen Puhdys-Soundtrack: "Weckt sie nicht bis sie selber sich regt, ich habe mich in ihren Schatten gelegt." Wahnsinn, ist das groß.
Die ganze Geschichte ist so unverkopft, melancholisch, wunderschön – für mich der vielleicht beste aller naiven Filme.
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wobble111 2010/01/22 15:22:19
Kommentar löschenEin bisschen seltsam ist der Film schon, aber dennoch sehenswert (vor allem wegen dem ungewöhnlichen Ende)
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Janito 2009/11/13 02:16:56
Kommentar löschenIch hab den Film nicht verstanden und werde ihn wohl auch zeitlebens nicht verstehen. Permanent fliegen irgendwelche Häuser in die Luft, Winfried Glatzeder ist völlig unemotional und Angelika Domröse hochgradig theatralisch - von Liebe kann ich da nix erkennen. Wenn das das damalige Lebensgefühl in der DDR war - Gute Nacht !
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Darbon 2009/10/14 01:55:57
Kommentar löschen"Weckt sie nicht, bis sie sich regt." Die Puhdys waren und sind ein peinliches Schlager-Relikt, der Text von Plenzdorf ist es nicht. Avantgarde und nonkonformistisch ist "Paul und Paula" mit saftiggelben Blumen und mit Altbau-Omis, die enthusiastisch Hackbeile reichen, damit der Schlaks im weißen Hemd die Tür in einem Berliner Mietshaus eingeschlagen kann. Es werden Friedrichshainer Altbauten weggebomt für das grauslige Panorama moderner Hochäuser der neuen Gesellschaft unter dem zeitlos grandiosen Ulrich-Plenzdorf-Lied: "Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt...Krawumm... Wenn ein Mensch lange Zeit lebt...Krawumm...".
In dem poetischen Kunstwerk, das in ebenso märchenhafter wie entlarvend spaßiger und grausamer Direktheit für die Einzigartigkeit träumender Dissidenten einsteht, die an der Flaschenannahme arbeiten oder Kohlen schippen. Zwei Träumer, die sich von der Philosophie gern eine kleine Chance geben ließen.
Winfried Glatzeder besitzt eines der schönsten Gesichter des gesamtdeutschen Kinos und straft mit seinen verwunderten und verletzlichen blauen Augen unter ebenholzschwarzen Brauen und deren Diktion der Verletzlichkeit das Sex-Etikett "Belmondo des Ostens" Lügen; Angelica Domröses Talent ist viril und umwerfend. Außerdem gibt es eine Kamera, die nur von den Schauspielern zu den Schauspielern schwenkt, dass man dem Cadreur applaudieren mag.
Wenn Glatzeder als NVA-Dienstling heimkehrt und seine Filmgattin beim Ehebruch ertappt, grunzt Heidemarie Wenzel wie eine Jahrmartschreierin: "Ich habs ja ja nich jewollt mit dem Kerl... Schnief... Willst 'n Kaffee?" Wenzels Filmeltern (u.a. Käthe Reichel!) sind Rummelplatz-Schausteller, die wider die Enteignung wettern. "Wegen Steuerhinterziehung, du blöde Gans!". Im Haus gegenüber liegt die Domröse in einem exat in der Mitte halbierten Ehebett und hört turtelnde Nachbarn: "Ach Gott, wenn die bloß nich so tun täten als ging's nich ohne das!"
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filmbaum 2009/05/08 17:30:04
Kommentar löschenIst das ein Kultfilm? Kinos in Mitte zeigen "Paul und Paula" mittlerweile regelmäßig mit englischen Untertiteln für Touristen aus Übersee auf der Suche nach "a little bit flair of GDR". Längs des Rummelsburger Ufers in Stralau, wo eine Schlüsselszene entstand, verhilft das Wegeschild "Paul und Paula Ufer" Ortsunkundigen zur Orientierung, wird von Besuchern und Devotionalienjägern aber regelmäßig abgeschraubt als Souvenir für die heimische Wohnungstür. Die "Legende" scheint zur Legende geworden. Ein Kultfilm, irgendwie schon.
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alanger 2008/01/21 19:42:23
Kommentar löschentrotz der puhdys: toll!
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Pardus 2008/01/21 18:07:23
Kommentar löschendazu noch die puhdys...toll !
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TobiasSD 2007/08/14 13:53:16
Kommentar löschenEine spannende Mischung aus Romantik und Kitsch auf der einen und Flower Power und Beatmucke auf der anderen Seite. Während die Liebesromanze heutzutage relativ unspektakulär wirkt, erlauben insbesondere die musikalisch unterlegten Passagen im "lokalen Beat-Club" sowie der verwirrende "Bootstrip" eine Zeitreise in das "Swinging Ostdeutschland" der frühen 1970er. Zwar sind die Bilder weder ansatzweise so spektakulär wie Antonionis Clubszenen in "Blow Up" noch verfügt der Film über explizite Drogenexzesse wie in Cormans "The Trip". Aber dennoch war ich als "kleiner junger Wessi, der die DDR ausschließlich aus dem TV kennt" von der "Farbenpracht" im Film positiv überrascht. Neben der grandiosen musikalischen Untermalung des Films überzeugt vor allem Angelica Domröse in der Rolle der traumhaft schönen Paula.
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