Dead Man Walking

Dead Man Walking (1995), US Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 11.04.1996

7.5

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Kritiker
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7.6
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2183 Bewertungen
55 Kommentare
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von Tim Robbins, mit Susan Sarandon und Sean Penn

Schwester Helen (Susan Sarandon) erhält von dem Todeszellenkandidat Matthew Poncelet (Sean Penn) einen Brief, in dem er sie um Hilfe bittet, ihn vor seiner Hinrichtung zu bewahren. Im Laufe der Zeit lernt Helen nicht nur Matthew besser kennen, sondern auch die Angehörigen seiner Opfer, und so muss sie sich füher oder später zwischen dem Leben eines verurteilten Verbrechers und der Gerechtigkeit für abscheuliche Taten entscheiden.

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Dead Man Walking

SoulReaver: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

[...] Robbins zeigt uns mit seiner objektiven Erzählweise, wie sich eine solch grausame Tat auf die Familien auswirkt und dokumentiert, wie diese Menschen in ihrer endlosen Trauer, psychischen Erniedrigung und Verzweiflung regieren und den Tod als einzigen Ausweg erkennen, der etwas Gerechtigkeit für die zwei toten Kinder darstellt. Und auch wenn "Dead Man Walking" gegen Ende der Rührseligkeit etwas zu viel verfällt, macht der Film doch alles richtig und will uns nichts von einem Unschuldigen erzählen, der zu Unrecht hingerichtet wird, sondern über die extreme Situation im Gefängnis und die der Angehörigen, die sich hinter der Tat verbergen und ebenso kämpfen müssen. [...]

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

*frenzy_punk<3

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muss ich mal wieder ansehen. Fand den damals auch herausragend.


blair_waldorf

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der hatte mich richtig verstört...kann mir den film immer wieder ansehen


Timo K.: Blockbuster Entertainment

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7.0Sehenswert

Wo Sidney Lumet in seinem (Debüt-)Meisterwerk "Die zwölf Geschworenen" bereits indirekt die Todesstrafe verhandelte und in letzter Konsequenz gegen sie argumentierte, argumentiert Tim Robbins weder für noch gegen sie, sondern in beide Richtungen. Sowohl Todesstrafenbefürworter als auch Todesstrafengegner bekommen auf dem Gang des Todes ihre Plattform, um sich wiederum für sie oder gegen sie auszusprechen. Das ist bemerkenswert, weil Robbins damit nicht moralisch indoktriniert oder mit dem schulmeisterlichen Zeigefinger winkt, er überlässt unentgeltliche Meinungen stattdessen derer, die ein Recht darauf haben, sie sich zu bilden – die Zuschauer, so ganz ohne manipulative Lenkung des Regisseurs im Hintergrund, ohne Polemik, intensiv, schonungslos, in einer fast spirituellen Dimension.

Robbins variiert objektiv immer wieder Opfer- und Täterperspektiven, Opfer- und Täterhandlungsstränge, Handlungsfetzen der einen und der anderen Seite, Erklärungen und Schicksale, Gründe…

22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Punsha

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Ja, das ist die Hauptsache. :)


pellekraut007

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Und auch die Musik - mir hat's gefallen - fand ich sehr gut!



Kommentare (53) — Film: Dead Man Walking


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Neverman

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Bewertung7.5Sehenswert

Intensiv gespieltes Drama, dass Verbrecher vermenschlicht und die polarisierende Diskussion um die Todesstrafe um einige humanistische Facetten bereichert. Töten ist inhuman, es hat Auswirkungen auf jeden.

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beast667

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Bewertung9.5Herausragend

Grandios und extra für Filmbewertung Nummer 500 aufgehoben.

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MrTrombone

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dead Man Walking zeigt in beharrlichen Ruhe die Absurdität der gesamten Todesstrafen-Prozession auf. Man könnte sogar von Tötungsindustrie sprechen, so stoisch gehen die Beteiligten dort ihren Tätigkeiten nach. Dass es daneben um menschliche Schicksale geht, scheint niemanden zu interessieren. Außer Sister Helen, dargestellt von einer wahnsinnig ausdrucksstarken Susan Sarandon, welche vollkommen zurecht dafür mit dem Oskar ausgezeichnet wurde. Sean Penn mimt den konsequent seine Tat verdrängenden Todeszelleninsassen ebenfalls ganz herausragend (seine Frisur kann dieses im Übrigen auch von sich behaupten). Schön gewählt und dadurch an Intensität gewinnen konnte der Film auch in der parteilosen Erzählweise. Dass er dadurch weniger spannend wird, wie so häufig behauptet, kann ich nicht bestätigen.
Rundherum wirklich ausgezeichnet und jede Minute wert anzuschauen.

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MartinNolan

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Bewertung6.0Ganz gut

Matthew Poncelet (Sean Penn) ist wegen Ermordung zweier junger Menschen zum Tode verurteilt und wartet nun mehr als sechs Jahren auf sein Ende. In seiner aussichtslosen Situation wendet er sich per Brief an Schwester Helen Prejean (Susan Sarandon). Helen hilft Matthew, obwohl dieser keinerlei Reue seine Taten betreffend zeigt, dabei Begnadigung zu erlangen, das Todesurteil abzuwenden und Matthew stattdessen eine lebenslange Haft zu garantieren. In dieser Zeit entwickelt sich eine starke Bindung zwischen Helen und Matthew und mit einem Male gerät die Schwester zwischen die Fronten, als sie den Eltern der Opfer begegnet. Ist Matthew tatsächlich schuld? Wie kann sie als gläubige Frau, einem Mörder helfen, der nicht einmal Reue zu zeigen scheint?
Thema von „Dead Man Walking“ ist die umstrittene Todesstrafe und die ewige Frage: Kann mit einem weiteren Verbrechen, die Gerechtigkeit vorherrschen?
Zunächst sei gesagt, dass Regisseur Tim Robbins darauf keine eindeutige Antwort dem Zuschauer präsentiert. Vielmehr werden beide Seiten, Befürworter und Gegner der Todesstrafe, beleuchtet. Gegen Ende allerdings schimmert in einer letzten Rede von Sean Penn, eine klare Tendenz hindurch. Töten ist ohne jeden Zweifel ein Verbrechen. Doch sollte niemanden das Recht zugesprochen werden, über Leben und Tod eines Menschen zu entscheiden. Denn das Hinrichten von schuldigen oder unschuldigen Menschen führt nur zu mehr Leid und Schmerz. Niemanden ist damit geholfen.
So viel emotionales Potential in dieser Thematik stecken mag, so kalt wird die Geschichte von Helen und Matthew inszeniert. Es fehlt zudem eine Identifikationsfigur oder zumindest ein Charakter, dem der Zuschauer nicht gleichgültig begegnet. Bei allem Lob für den Versuch das Thema Todesstrafe objektiv zu betrachten, so wurde doch geradezu frevelhaft vergessen dem Film ein Gesicht zu geben. Denn so viel Tränen auch fließen mögen und die Schauspieler, besonders Sean Penn, brillieren, bleibt „Dead Man Walking“ ausdruckslos und verliert sich leider dadurch in der Langeweile und Belanglosigkeit. Allein die letzten Minuten des Films heben sich vom Rest des Films ab. Hier tritt plötzlich doch, im Gegensatz zu aller sonstigen Objektivität, ein klar erkennbares Plädoyer aus der grauen Masse hervor und zieht den Zuschauer in seinen Bann.
Abgesehen von diesem kurzen, aber intensiven und wunderbaren Moment des Films, ist „Dead Man Walking“, trotz einem grandiosen Sean Penn, ein missglücktes Machwerk, da Dank einer erzwungenen Neutralität dem Film weder emotionaler Tiefgang noch Spannung zugesprochen werden kann.

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Alienator

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Fantastischer Film, fantastische Schauspieler

Was diesen Fim so unverwechselbar universell macht, ist das intensive Spiel der Schauspieler und die elegische Regie. Dem Film gelingt es,was anderen Filmen zu dieser Thematik fehlt: Objektivität. Robbins bleibt neutral. Er erhebt keine Stimme gegen noch für die Todesstrafe sondern verurteilt jegliche Art des Mordens und stellt somit die verachtende Drastellung (auch im politischen Sinne) von der Todesstrafe auf die Stufe eines Verbrechens am Menschen und seinem Geiste. Besonders die letzten Minuten, mit der Gegenüberstellung von Tat und Strafe, zeigt die Sinnlosigkeit beider Verbrechen auf eindringliche Weise. Robbins hält dem damaligen (und zum teil heutigen) politischen System Amerikas den Spiegel vor und zeigt dessen Unmenschlichkeit. Robbins schuf, zusammen mit den grandiosen Schauspieler (allen voran Sean Penn in einer seiner besten Rollen!) einen politisch engagierten, anklagenden Film, der ohne Pathos und billige Effekthascherei auskommt.
EIn moderner Klassiker!

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MCMFilm

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Bewertung9.0Herausragend

Sehr emotionaler und starker Film. Mir ist an manchen Stellen die Luft weg geblieben weil die Darstellung von Sean so verdammt real gespielt. So eine Schauspielleistung bekommt man selten zu sehen.

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Muskowski

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Jahr nachdem Tim Robbins in Die Verurteilten (The Shawshank Redemption) zu sehen war, führte er bei einem anderen Knastfilm Regie. Dead Man Walking ist anders, es geht hier auch um den Verbrecher, seine Zeit im Gefängnis doch im Unterschied dazu, sind wir mehr mit dem Verbrechen konfrontiert.

Sean Penn erhielt für seine Rolle als zum Tode verurteilter Mörder und Vergewaltiger in DMW einen Oscar. Und tatsächlich, diesmal wurde der Goldklumpen zurecht vergeben. Der Film ist tendenziös, natürlich, der zivilisierte, gebildete Mensch ist eher gegen die Todesstrafe, aber, und das muss hier erwähnt werden, er lässt die andere Meinung zu Wort kommen. Denn sind die Befürworter der Todesstrafe ungebildete Hinterwäldler? Nein, der Schmerz den die Eltern erleiden, die ihre Kinder geschändet und gemordet wissen, haben keinen Seelenfrieden, sie leben in einer zerstörten Welt und hoffen, dass die Giftspritze ihnen hilft, wieder normal leben zu können. Sind wir ehrlich, egal wie human wir sind, wenn jemand vorsätzlich unseren Nahestehenden ein Leid antut, wir sind nicht weit von Rachegedanken entfernt. Es ist natürlich, dies ist nur menschlich und in vielen Kulturen über viele tausend Jahre beschrieben. Aber die Frage, die auch im Film angedeutet wird, anstatt das Erlebte zu verarbeiten, wird alles auf einen Moment der Hinrichtung verdichtet und dann? Platzt der Knoten und alles ist wieder Gut? Als die Eltern eines der Opfer besucht werden, erzählen sie minutiös den letzten Tag ihres Kindes, sie leben in einer versiegelten Gruft voller Schmerz, Unverständnis und Dunkelheit. Ob ihnen der Tod des Mörders hilft einen Ausweg zu finden, ist meiner Meinung nach unwahrscheinlich. Beiläufig kommt ihre andere Tochter ins Zimmer, fragt, ob sie fern sehen darf. Sie darf. Einmal blickt sie noch ihren Eltern hinterher und wir merken, sie trauert auch, sie ist gefangen in den Überzeugungen ihrer Eltern aber sie macht es nicht zu ihrer Lebenseinstellung nur für den letzten Tag ihrer Schwester zu leben.

Das andere Paar hat sich getrennt. Sie kamen nicht mit dem Verbrechen zurecht, nicht miteinander. Bei dem Vater merkt man seinen Zorn. Ihm und seiner Frau, wurde etwas aus dem Leben gerissen und er muss fortan so weiterleben. Sein Zorn gilt dem Verbrechen, dem Interesse für den Täter und seiner Ohnmacht wieder ins Leben zu finden. Er weiß, dass ihm die Todesstrafe nicht hilft, er ist aber nicht dagegen. Auch diesen Aspekt darf man nicht vergessen. Letztlich ist es eine Strafe für ein Verbrechen. Und ohne jedwede Wertung, kann man der Ansicht sein, dass die Gaskammer oder die Giftspritze die einzige richtige Art der Bestrafung für Gewalttaten ist.

Susan Sarandon als Nonne sieht auch das Verbrechen, sie hegt keine Sympathie für den Täter, vielmehr für den Menschen. Das mag eine Differenzierung sein, die schwerfällt und man mag es auf ihren christlichen Glauben schieben. Auf die Frage, warum sie sich mit Poncelet, dem Mörder und Vergewaltiger, überhaupt auseinandersetzt, sagt sie schlicht, weil er sie darum gebeten hat. Sarandon als Schwester Helen möchte Poncelet nicht in Freiheit sehen, aber sie hält die Tötung eines Menschen, egal was er getan hat, für falsch. Der Respekt vor dem Leben und dem Menschen, sind nicht nur christliche Werte. Wie sollen wir uns gegenüber jemanden Verhalten, der keinen Respekt gegenüber Frauen, Schwarzen und dem Leben an sich hat? Sollen wir so jemanden auch ohne Respekt begegnen? Schwester Helen zollt ihm Achtung und es scheint, als sei es das erste Mal, dass Poncelet so etwas widerfährt.

Eine schlechte Kindheit ist keine Entschuldigung und sie dient in diesem Film auch nicht dazu. Aber wer die Todesstrafe in Amerika verstehen will, muss die amerikanische Kultur verstehen. Poncelet ist White Trash. Genau wie die meisten Weißen und Schwarzen in den Todeszellen, gehört er der Unterschicht an. Keiner mit Geld sitzt in den Death Rows. Aufgewachsen in einer Gesellschaft, die Gewalt erzeugt und sie lebt. Keiner mit Geld sitzt in den Todeszellen, warum? Weil sie sich bessere Anwälte leisten können, aber auch, weil ein gravierender Unterschied zwischen den Slums und den schicken Vorstädten besteht, nicht nur materiell sondern auch bei der Geisteshaltung. Poncelet hat nicht aus Rache, aus Lust oder als Bestrafung getötet, sondern ohne Grund, er hat nicht nachgedacht, es war für ihn ein kleiner Schritt. Kein Respekt vor dem Leben. Er empfindet daher auch keine Reue, bis fast vor dem Tod sieht er nur sich selbst, empfindet Wut auf die, die ihn tot sehen wollen. Er ist ein armer Mensch ohne Selbstreflexion. Und nur so begreift man, dass der Film ein Happy End bietet, nicht seine Begnadigung rettet ihn, sondern seine Einsicht, er stirbt als Mensch, der seine Schuld begreift. Alleine dieses Ende könnte man als Pro für die Todesstrafe sehen, denn ohne den Tod vor Augen, hätte Poncelet sicher nicht diese Einsicht bekommen.

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H_B_C

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Ne, Penn erhielt dafür keinen Oscar. Susan Sarandon erhielt den Oscar, Penn gewann erst einige Jahre später für Mystic River und dann nochmal 2009 für Milk :)


jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Dead Man Walking" ist der Titel dieses Films - viel schlimmer ist jedoch: 'Dead Man Walking' ist anscheinend ein realer Ausruf von Wärtern des Todestrakts, der in Beisein des Häftlings gerufen wird, wenn dieser seinen letzten Gang antritt. Ein Ausruf, der den Häftling - was auch immer er verbrochen haben mag - mit einer Wucht, einem zynischen Tritt in die Magengrube bereits im Vorfeld seines Rechtes auf die letzten Minuten Leben beraubt. Für Tot erklärt, bevor die letzten Worte gesprochen sind, das Unabwendbare vorgezogen, als wäre es keine große Sache.

Die Unmenschlichkeit dieser Worte macht mich unheimlich betroffen, ich glaube sogar wesentlich betroffener als der Verlauf und der Ausgang dieses (speziell in der zweiten Hälfte) sehr bewegenden Films.

Wahrscheinlich ist es mal aus einer Laune heraus entstanden, der Mensch sucht sich schließlich Mechanismen und Wege um mit schweren Bürden umzugehen und am naheliegendsten ist hier zumeist Sarkasmus, Ironie, Zynik. Wahrscheinlich hat irgendein Wärter irgendwann mal diesen Satz gerufen um sich selbst die Sache irgendwie erträglicher zu machen - im Kopf gestresst, verunsichert in Anbetracht der Tatsache, dass er und seine Kollegen gleich den Knopf drücken werden der Spritze entlädt, den Schalter umlegen der den Strom durch den Stuhl jagt, oder die Klappe öffnen, die den Fall unter dem Galgen einleitet. Und wer kann das mit reinem Gewissen tun - über Jahre, oder Jahrzehnte - und daran nicht zerbrechen?

'Dead Man Walking' - ein Ausruf, der impliziert, dass der Sträfling bereits durch seine Verurteilung gestorben ist, der impliziert, dass die Schuld, die für die Tötung zwangsweise auf den Ausführenden fällt, nicht so groß ist, da er ja nichts mehr am bestehenden Zustand ändert.

Natürlich ist die Todesstrafe gesetzlich legitimiert, aber macht es sie deswegen besser, oder anders: können deshalb diejenigen die diese Tötung ausführen müssen (und einer MUSS es tun) einfacher damit Leben? Vielleicht wenn sie sich immer wieder das Pro vor Augen halten?!

Ich kann es nicht sagen, ich will darüber auch nicht mutmaßen (klar ist, dass ich damit nicht leben könnte) - es ist nur einer von vielen Gedanken zu einem sehr heiklen Thema, über das nachzudenken Tim Robbins mit diesem enorm starken Film einlädt, auffordert, förmlich zwingt.

Wertungsfrei, tief menschlich und von fantastischen schauspielerischen Leistungen intensiviert!

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Tun von Schwester Helen ist nur aus ihrer offensichtlich tief religiösen Grundhaltuung (sprich "Glauben") zu verstehen, denn das, was sie tut, entzieht sich ja jeglichen "normalen" Reflexen gegenüber so einem Verbrechen/ Verbrecher. Was machen aber Menschen, die diese Religiosität nicht besitzen? Was machen Menschen, die als Opfer eines Verbrechens plötzlich selber betroffen sind und deren möglicherweise bis dahin in Bezug auf die Todesstrafe vorhandenes humanistisches Weltbild nun ins Wanken gerät? Fragen, die schwer zu beantworten sind, weil wir alle nur theoretisieren. Aber der Film thematisiert sie mit zwei grandiosen Schauspielerleistungen, und das ist gut!

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Haxe

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Bewertung10.0Herausragend

Interessante Story und ein extrem starker Sean Penn!

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elmnope

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Bewertung9.5Herausragend

"Dead Man Walking" ist nicht nur ein guter Film, sondern auch ein wichtiger zum Thema Todesstrafe. Auch wenn er sich vom Grundton her eher gegen die Todesstrafe richtet, so ist es dennoch keine Schwarz-Weiß-Malerei, die dem Zuschauer hier präsentiert wird. Jeder in diesem Film, hat nachvollziehbare Motive für oder gegen die Todesstrafe zu sein, für beides finden gläubige Menschen in diesem Film Bibelzitate, beide Meinung kann man nachvollziehen, wenn auch vielleicht nicht unbedingt auch verstehen. Und so barabarisch das Ende des sympathischen Häftlings wirkt, so ist sich der Zuschauer doch sicher, dass er seine Taten tatsächlich nur im Angesicht des eigenen Todes ernsthaft bereut hat. Ein Film, der unter die Haut geht und nicht nur die Todesstrafe hinterfragt, sondern ebenfalls vermittelt, wie empfindlich und schwierig das Thema ist, sobald es die theoretische Ebene verlässt und konkret wird.

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Hornblower

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Zum Thema Bibelzitate: Altes Testament - für Todesstrafe, Neues Testament - dagegen; so ganz grob.


Riese96

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Story wurde sehr gut dargestellt und auch die Charaktere sind sehr gut!
Toller Film!

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uncut123

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Bewertung6.5Ganz gut

dachte an was anderes...aber film ist schon ok

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sam_ace_rothstein

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Bewertung9.0Herausragend

Evt. Kleine Spoiler enthalten!

Die Todesstrafe, ein Thema mit 2 Meinungen: Dafür oder Dagegen.

Tim Robbins vermeidet es zum Glück eine klare Stellung zum Thema zu beziehen. Darum kann es zu heftigen Diskusionen am Ende des Films unter den Anschauern kommen.

Der Film lebt natürlich von seinen starken, intensiven und sehr berührenden Dialogen zwischen Poncelet ( Penn) und Schwester Prejean ( Sarandon). Auch stark sind die Szenen, wo Schwester Prejean die Familien besucht und mit den Eltern der beiden Opfer redet, so fällt es dem Zuschauer zunächst schwer, symphatien für die eigentliche Hauptfigur Poncelet zu empfinden. Erst gegen Ende des Film habe ich mit ihm mitgelitten und habe wie in Trance verfolgt, wie er seine letzten Stunden in der Todeszelle erlebt.

Die einfühlsame Nonne, die zuerst nicht weiss, wie sie zu Poncelet stehen soll wird stark von Robbins damaliger Frau Susan Sarandon gespielt.

Sean Penn liefert hier etwas vom besten in seiner Karriere ab. Einfach eine Wucht! Oscar wäre verdient gewesen für so eine klasse Leistung. Der Typ kann einem in der einen Sekunde wie ein riesen Arsch vorkommen und in der anderen Sekunde leidet man wieder mit Ihm.

Dead Man Walking ist ein ruhiges erstklassiges Drama, voller spannenden Dialogen und Gespräche.

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emotionfreak

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Bewertung7.5Sehenswert

Guter Film zu dem schwierigen Thema Todesstrafe. Die Story gefiel mir und die darstel-
lerischen Leistungen von Susan Surandon und Sean Penn, fand ich wirklich gut.

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demien.bartok

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Bewertung9.0Herausragend

Ein an sich sehr rührender Film, leider ohne eindeutige Botschaft gegen die Todesstrafe. So muss das wohl in Amerika sein. - Die Schauspieler sind jedenfalls wirklich brilliant! -

((*******SPOILER^^******* Die Szene der Hinrichtung, wo in Rückblenden deutlich wird, dass er wirklich schuldig ist, mutet wie eine dramaturgische Notlösung an, um den Film im Exekutions-lüsternen Amerika der 90er Jahre verkaufen zu können. ))

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Dani95

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Bewertung9.0Herausragend

Die Regie von „Dead Man Walking“ übernahm Tim Robbins. Er setzte die Geschichte um den zum Tode verurteilten Matthew Poncelet grandios um. Matthew sitzt seit sechs Jahren, wegen dem Mord eines jungen Paares, in der Todeszelle. Als die Hinrichtung immer näher heranrückt, schreibt er der Nonne Helen Prejean einen Brief. Damit hofft er darauf, dass sie ihm hilft, ihn vor dieser Hinrichtung zu bewahren. Helen hätte nicht gedacht, dass ein Mensch so reuelos sein kann. Doch sie nimmt die Sache in die Hand und versucht ihm zu helfen. Dabei lernen sich die beiden immer näher kennen und auch Matthew kann andere, gute Seiten, zeigen.

Es mag im ersten Moment ein bisschen eintönig an Handlung klingen. Für einige kann es sein, dass der Film etwas langatmig erscheint. Wer jedoch wirklich die Ruhe für diesen Film findet, wird nicht enttäuscht werden.

Sean Penn verkörpert uns Matthew. Er beweist wieder einmal sein absolut großartiges Schauspieltalent. Jede Emotion durch Gestik und Mimik strömt nur so aus ihm hinaus. Eine überaus wundervolle Glanzleistung von Penn.
Aber auch Susan Sarandon als Nonne, spielt meiner Meinung nach wunderbar. Sie zeigt uns eine Nonne, die sich einiges zutraut und trotz der Umstände immer cool bleibt.
Als Nebendarsteller wäre da noch Ronald Lee Ermey zu erwähnen. Mit der Rolle als Vater seiner ermordeten Tochter bringt er eine sehr gute Leistung.

„Dead Man Walking“ spricht besonders das heiß diskutierte Thema Todesstrafe an. Ist es gerecht, Menschen mit dem Tod zu bestrafen? Oder sollte man andere Methoden anwenden und den Tod aus dem Spiel lassen?
Wir sehen wie Matthew leidet und sich verändert. Wie er sich eingesteht, einen sehr großen Fehler begangen zu haben. Er fängt an zu lieben und eine Freundschaft zur Nonne Helen aufzubauen. Aus dem einst radikalen Mann wird ein liebevoller Mensch. Hat Matthew Poncelent die Todesstrafe also wirklich verdient? Helen sieht das nicht so. Sie versucht mit allen Mitteln die Hinrichtung nicht stattfinden zu lassen. Sie besucht die Angehörigen der Opfer, doch bekommt dort kein Verständnis aufgebracht.

Durchgehend ist die Stimmung so qualvoll und traurig, dass man tatsächlich, auch wenn Matthew schuldig ist, höchstwahrscheinlich mit ihm Mitleid bekommen wird. Die passende Musik betont zusätzlich diese ungemein bedrückende Stimmung.
Wir sehen nicht nur Matthew leiden, sondern auch die Angehörigen der Opfer. Auf beiden Seiten sieht man ihr Denken und Fühlen. Doch wer letztendlich oder überhaupt in unser Herz eingeschlossen wird, bleibt uns selbst überlassen.

Besser kann man die Todesstrafe nicht deutlich genug darstellen. Damit bringt „Dead Man Walking“ viel Gesprächsstoff auf und dazu beweist er noch genau richtig, dass Menschen ihre Einstellungen ändern können.

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kruemelchen90

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Bewertung9.0Herausragend

Endlich ein Film der das Thema Todesstrafe aufrollt, ohne dabei Partei zu beziehen. Ohne dabei zu suggerieren, dass es nicht rechtens ist, Gleiches mit Gleichem zu bestrafen. Oder andererseits die Meinung zu verbreiten, dass Menschen sich nicht ändern und dass jeder erntet, was er säht, verdient, was er bekommt.
Nein, ein Film, der den Täter als Menschen darstellt. Nicht als unschuldiges Opfer, aber auch nicht als gefühlskalten skrupellosen Verbrecher. Man bekommt einen ungefähren Eindruck, wie es in jemandem aussehen könnte, der seiner Taten wegen der Todesstrafe entgegensieht.
Betont wird hier die Zweischneidigkeit eines heiklen Themas, ohne dem Zuschauer eine Meinung aufzwingen zu wollen. Es werden alle Aspekte des Problems beleuchtet, seitens des Täters, seiner Opfer und der Angehörigen beider Parteien.
Das Thema so zu behandeln dürfte wesentlich mehr zum Denken anregen, vielleicht sogar dazu, die eigene Meinung zu hinterfragen, als vergleichbares Material.
Dabei sind auch die Schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Susan Sarandon und Sean Penn nicht zu verachten, die dem ganzen erst die Tiefe verleihen und den Film unter die Haut gehen lässt.

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knusperzwieback

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Bewertung5.5Geht so

Hab großen erwartet, aber der Film hat mich einfach nicht gepackt.

Ne, der Film hat mich einfach kalt gelassen. Sollte ich etwa Mitleid mit dem armen Vergewaltiger und Mörder haben, oder was wollte der Film rüber bringen?

Hätte ihm ja fast eine 6/10 gegeben. Aber als das Ende kam musste ich dann doch noch mal 0.5 Punkte abziehen. Das war dann doch zu viel des Guten.

Ich musste mich wirklich teilweise durchquälen.

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Prechtl

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich würde gerne sagen, dass mich der Film dazu inspiriert hat, für immer gegen die Todesstrafe zu sein und es bei jeder Gelegenheit lautstark von mir zu geben. Ich würde gerne sagen, dass mich Sean Penn weggeblasen hat. Ich würde gerne sagen, dass der Film eine Wucht war.
Doch leider ist das nicht so.
Kurz: Die Nonne Helen bekommt aus dem Gefängnis einen Brief von Matthew Poncelet bekommt. Dieser sitzt seit sechs Jahren in der Todeszelle, weil er gemeinsam mit einem Komplizen zwei junge Menschen brutal ermordet haben soll. Helen besucht ihn und stellt fest, dass dieser Mann in Bezug auf seine Tat völlig reuelos ist. Matthew will den Fall neu aufgerollt haben, um seine Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Helen steht ihm während dieser Zeit bei und dabei kommen sie sich immer näher.
Nicht körperlich, aber beginnen, eine Art freundschaftliche Beziehung zueinander aufzubauen, soweit dies unter diesen Umständen möglich ist.
Während dieser Gerichtstermine lernt Helen auch die Eltern der beiden getöteten Teenager kennen. Diese reagieren fassungslos, weil Helen als Nonne nicht auf der Seite der Opfer, sondern auf der des Mörders steht. Doch für sie ist Matthew kein Mörder, sondern ein Mensch, der seine Unschuld beteuert und unschuldig eingesperrt ist.
Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber besonders die letzten paar Minuten des Filmes sind besonders stark. Sean Penn und Susan Sarandon zeigen nochmal alles, was sie drauf haben.
Doch leider war der Rest des Films nicht so gut gespielt. Er hatte einige Längen und bereitete mir oftmals Langeweile. Nur Sean Penn konnte mich dazu bringen, den Film bis zum Ende zu schauen und meiner Meinung nach hatte er besser gespiel als Susan Sarandon.
Nur war die Konkurrenz bei der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" wahrscheinlich zu stark.

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