Die Fremde

Die Fremde (2010), DE
Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 11.03.2010

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7.3 Kritiker
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von Feo Aladag, mit Sibel Kekilli und Nizam Schiller

“Hör auf zu träumen!, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay), als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem vor der Berliner Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will zurück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge. Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die traditionellen Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann und an der Herausforderung zu zerbrechen droht. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, flieht Umay erneut und bricht alle Brücken hinter sich ab. Sie verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf. Als sie versucht, sich wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, erkennt sie nicht, dass es bereits zu spät dafür ist. Für diese ist sie nun Die Fremde.

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Kritiken (6) — Film: Die Fremde

Dietmar Kesten: Filmmag.de

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3.0Schwach

[...] Ob der Film eine universelle Bedeutung hat oder haben kann, muss von Fall zu Fall abgeklopft werden. Insgesamt fehlt die Kritik am Patriarchat. Sie taucht nur in Verbindung mit der Familie auf, aber nicht als „Geschlecht des Kapitalismus“ schlechthin. Die „Geschlechterverhältnisse“ bleiben dementsprechend hinsichtlich des gesellschaftlichen Ganzen defizitär. [...]

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nilswachter

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Ich glaube das Gezeigte ist Kritik genug, man muss nicht immer zusätzlich die Moralkeule schwingen. Und bitte, das mindeste wäre sich über den Film auch zu informieren. Dann wüssten Sie wenigsten dass Feo Aladag eine Frau ist. Eine Filmemacherin, kein Filmemacher. Ein Fauxpas für einen Kritiker.


Ciprian David: NEGATIV

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6.5Ganz gut

...Mit Ausnahme weniger Szenen, die einer typischen deutschen Fernsehproduktion zuzuordnen wären, gelingt Feo Aladag mit ihrem Regiedebut großes Kino, das den Schauspielern die Möglichkeit gönnt, zur Geltung zu kommen und ein spannendes Drama zu schöpfen. Die meisten Charaktere entfalten sich dem Zuschauer als innerlich zerrissene Menschen, aufgrund des Zwangs, zwischen ihren Gefühlen, ihrer Vernunft und ihrer kulturellen Prägung wählen zu müssen. Die wenig bewegte, mit einem Gespür für Bildkomposition geführte Kamera unterstreicht das Gezeigte, auch wenn hier und da die Tonspur sich in unnötige stilistische Übertreibungen begibt....

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I.Reicher: der Standard I.Reicher: der Standard

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7.0Sehenswert

Die Differenz, die der Film zwischen Umay und den anderen Personen einzieht, besteht nämlich auch darin, dass sie nicht ausschließlich als Tochter beschrieben wird. Im Verhältnis dazu tauchen die restlichen Familienmitglieder vor allem als funktionale Träger der beschriebenen Konflikte auf. Der Film gibt ihnen wenig Raum, sich als Figuren zu profilieren. Der Verlauf und die dramatische Zuspitzung des Geschehens scheinen so - trotz des intensiven Spiels - zunehmend weniger einer inneren Entwicklung als dem Drehbuch und dem aufklärerischen Anliegen des Films geschuldet.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.5Ausgezeichnet

Dass Blicke das spürbare Zentrum von Feo Aladags Inszenierung und den Bildfindungen der Kamerafrau Judith Kaufmann bilden, ist kein Zufall, sondern vielmehr Teil des Konzepts und der Botschaft dieses eindringlichen Films: Die Fremde ist vor allem eine eindringliche Aufforderung zum genauen Hinschauen. Und der gelungene Versuch, den medial gefilterten, gesteuerten, verfremdeten Blick auf Ehrverbrechen durch eine weitere emotionalere Facette zu erweitern, die sich auf die Perspektive des Opfers konzentriert, zugleich aber deren Stärke und Unabhängigkeit betont. Es ist vor allem diese Balance, die den Film zu einem außergewöhnlichen, enorm intensiven und vor allem sehr sehr wichtigen Werk macht, das sich nachdrücklich ins Gedächtnis einbrennt.

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Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de

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7.5Sehenswert

Bestimmte Handlungen ziehen bestimmte Folgen nach sich. Und dementsprechend reihen sich die Ereignisse im Film mit kalter Mechanik aneinander – als ob man Perlen auf eine Kette zieht. Opfer sind am Ende alle. Es ist von Beginn an klar, wie sich die Dinge entwickeln werden. Aladag macht dies schon mit ihren Anfangsbildern deutlich. Dennoch gelingt ihr ein überraschender Schluss, der die zerstörende Wirkung des Konstrukts Familienehre auf den Punkt bringt.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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8.0Ausgezeichnet

Dass Umay trotz massiver Zurückweisung und körperlicher Gewalt immer wieder die Nähe ihrer Familie sucht, vermittelt Sibel Kekilli mit einer Intensität, die den Zuschauer das scheinbar irrationale Handeln der Hauptfigur schmerzhaft nachvollziehen lässt. Dabei ist „Die Fremde“ so spannend und aufreibend wie ein Thriller. Fast wirkt es, als sei das Ende des Films, das stark auf Effekt setzt, dem geschuldet – in der Aussage bleibt es jedenfalls ambivalent. Aber eigentlich ist es doch ganz einfach, wie ein dem Presseheft vorangestelltes Zitat aus dem Theaterstück „Wegen der Ehre“ der deutsch-türkischen Autorin Sema Meray illustriert: „Es gibt keinen Ehrenmord und keinen Eifersuchtsmord. Es gibt nur Mord.“

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Kommentare (27) — Film: Die Fremde

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Markbln

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein ganz großes Drama mit einer überragenden Sibel Kekilli. Der Wind, der dem Film seinerzeit entgegenbließ war vorhersehbar, aber so ist es nun mal, wenn man Geschichten erzählt, die man nicht gerne hört. Die Story um eine junge Deutsch-Türkin, die um ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben kämpft, ist das stärkste Regiedebüt, dass ich seit Jahren gesehen habe.
Ohne Pauschalisierungen entwickelt Feo Aladag das Drama um Umay, die für sich und ihren kleinen Sohn bis an die Grenzen der Belastbarkeit kämpft.
Es gibt unglaublich erschütternde und bewegende Szenen, in aller erster Linie dem erneut herausragenden Spiel von Sibel Kekilli zu verdanken. Wer sonst als sie, die von ihrer echten Familie nach "Gegen die Wand" verstoßen wurde, könnte diese Figur so überzeugend in Deutschland spielen. Auch die anderen Familienmitglieder werden treffend in all ihren Widersprüchen und ihrer Zerrissenheit porträtiert. Florian Lukas als Freund Stipe ist in seiner zurückgenommenen und humorvollen Rolle ein adäquater Konterpart. Durch die türkische und deutsche Sprache wird der Film zudem sehr authentisch.
Die Hochzeitsszenen sind schwer zu ertragen. Umays letzter Versuch, ihr letzter Hilfeschrei ist gleichzeitig Bitte um Verständnis und Verständigung.
Die Geschichte wird dann aufs Extrem zugespitzt, was nicht jedem gefallen kann. Er wird aber niemals platt oder verliert sich in Klischees. Umso mehr wühlt der Film auf (oder stößt ab). "Die Fremde" ist ein mutiger Film und ein wichtiger Beitrag zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen.

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k5

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

omg was für ein unnötiges ende -.-

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Discostu

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein gut gespielter, schön gefilmter und stellenweise auch sehr bewegender Film, der aber durch seinen Anfang zu viel vorwegnimmt und die meiste Zeit sehr vorhersehbar bleibt.

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VisitorQ

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Bewertung6.5Ganz gut

Sibel Kekilli ist eine Schauspielerin mit so viel Potential, leider wird ihr Talent in den meisten Filmen einfach nicht gebraucht. Ich bin mir aber sicher, dass sie irgendwann in einer Rolle zu sehen sein wird, von der man noch lange sprechen wird. In "Die Fremde" war sie auf jeden Fall klasse auch wenn ich das nur eingeschränkt über den Film sagen kann. Er beginnt recht gut, begibt sich dann aber immer und immer wieder auf die kitschige Schiene und so richtig rund läuft der Film auch nicht. Dafür hat mir das Ende gefallen, vielleicht etwas aufgesetzt aber es verfehlt seine Wirkung definitiv nicht.

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goddess.pain

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gegen die wand??


VisitorQ

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Sie hat es noch nie voll ausgeschöpft. Aber es ist ihr bester Film, ja.


RoosterCogburn

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Bewertung7.0Sehenswert

Feodora Schenk - die sich seit der Heirat mit ihrem türkischstämmigen Ehemann Züli, Feo Aladag nennt - ist mit ihrem Kino-Debüt ein sehenswerter Film geglückt. Man kann dem Film seine grobe Plakativität vorwerfen, die dramatischen Gesten und den immer währenden erhobenen Zeigefinger. Manchmal wird die Botschaft des Filmes schon derart demonstrativ zur Schau gestellt, das man schon dafür offen sein sollte. Sonst kann das Ziel des Ganzen auch verfehlt werden und der Schuß nach hinten losgehen.

Sibel Kekilli, in ihrer darstellerischen Brillanz, ist eine Augenweide. Sie und Derya Alabora, die im Film ihre Mutter gibt, tragen einen Großteil des Filmes. Auch Settar Tanriöğen als Vater spielt glaubhaft und berührend. Auf jeden Fall ist der Film ein ergreifendes Familiendrama, das mich beim zusehen berührt hat.

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lieber_tee

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Ja...


RoosterCogburn

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Na dann. Unatraktiv ist sie nun wirklich bei weitem nicht. Aber so weit ich das beurteilen kann, wäre sie (zumindest was die Optik betrifft) nicht so wirklich mein Typ. Das hat aber nichts damit zu tun, das ich sie gerne als Schauspielerin sehe. Schaust du auch die Tatorte mit ihr?


elisae

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Bewertung9.5Herausragend

Kaum ein Film bisher hat es geschafft mich so bis auf die Knochen zu berühren - Absolut fantastisch

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Karowdame

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Darstellung von Sibel Kekilli frisst einen fast auf...unfassbar, wie die in ihre Rollen kriecht!

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benharbour

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein gelungener Deutscher Film in dem ein sehr ernstes Thema behandelt wird. Es geht um den Wunsch nach Freiheit, und die Macht das Leben frei entscheiden zu können. Hinzu kommt der Traum von einem neuen besseren Leben, ohne Angst, ohne Gewalt, und ohne Zwangsverheiratungen. Sibel Kekilli als Umay verkörpert wunderbar eine Frau die mit ihrem Sohn Cem aus der Türkei flüchtet und versucht in Berlin ein neues Leben aufzubauen. Das dort auch nicht alles besser wird war abzusehen, nicht nur weil Umay zunächst bei Familienmitgliedern unterschlupf fand. Es begann also ein hin und her zwischen Liebe zur Familie und dem dringenden Wunsch endlich frei zu sein. Hoffnung kommt in dem Film nur selten auf, daher ist die Grundstimmung eher beklemmend und phasenweise traurig, und man leidet mit. So gut der Film aber gespielt wurde, und so schockierend mit einer klaren Botschaft er eigentlich auch sein mag, mit dem überzogenen Ende wird meiner Meinung nach etwas über das Ziel hinausgeschossen. Nichts desto trotz ist die Fremde ein Film den man sich ansehen sollte, denn es geht um ein Thema das auf keinen Fall ignoriert werden darf, und wo in Zukunft noch mehr getan werden muss, denn die Folgen können noch weitreichender sein als im Film gezeigt wird.

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maslobojew

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Bewertung6.0Ganz gut

Sehr mit dem Verstand gedreht scheint mir. Bei mir kam da wenig rüber, schon gar nichts bleibendes. Das Ende passt für mich nicht, soll wahrscheinlich im Gegensatz zum Beobachtungsstil des Films ein Statement sein. Vielleicht hat der Streifen den Bundesfilmpreis in Bronze mehr wegen seines wichtigen Themas bekommen, weniger weil er als Kunstwerk glänzt.

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waschoi

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Bewertung9.0Herausragend

komischerweise erinnern sowohl die filmmusik als auch das ende an asiatische produktionen - daher war ich auch sehr positiv überrascht!

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nilswachter

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Bewertung9.0Herausragend

Hier wird kein türkisches Sittengemälde gezeigt, sondern eine präzise Studie einer patriarchalischen Familienstruktur und ihrer konfliktreichen Beziehung zur Moderne. Wie sich dies auf die einzelnen Familienmitglieder auswirkt, wie sie sie zu unterwandern versuchen oder bewahren müssen, zeigt "Die Fremde" mit schonungsloser Intensität und ohne Schwarz-weiss-Malerei anhand einer Tochter, die sich emanzipieren will und dabei ihrer Familie und den Traditionen immer fremder wird. Der Film zeigt aber auch die innere Zerrissenheit des Vaters, der sich für seine Tochter oder für die Ehre seiner Familie entscheiden muss, was zugleich eine Analogie für den Konflikt zwischen Moderne und Tradition darstellt. Eine traditionalistische Parallelgesellschaft mag in sich gut funktionieren, ihre Vereinbarkeit mit dem Umfeld ist jedoch problematisch und die Negierung ihrer Strukturen innerhalb des Systems beinahe unmöglich wie das Beispiel von Umay zeigt. Dass der Film solche Themen differenziert und einfühlsam, und nicht schematisch behandelt, liegt nicht nur am sehr guten Drehbuch, sondern auch an den fein ausgearbeiteten Charakteren, die von gradiosen Schauspielern verkörpert werden. Die unprätentiöse Machart trägt ebenso ihren Teil zur Güte des Films bei.

Der Film geht an die Nieren und hallt lange nach. Man sollte aber nicht das Gefühl haben, in jeder türkischen Familie gehe es so zu und her. Ebenso wenig ist der Islam schuld. Stark ausgeprägter Patriarchalismus ist ein Kennzeichen fundamentalistischer Gruppierungen verschiedenster religiöser Traditionen.

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JimSommer

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Alleine oder im Doppelpack, ein netter Kommentar. Thanx! :)


nilswachter

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Thanx ebenfalls :)


kristallrainer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Fremde gehört im Jahr 2010 zu jenen 2-4 Filmen aus Deutschland, die das Prädikat "Ausgezeichnet" verdient haben. Der Film, mit Sibel Kekilli (wieder mal super!) in der Hauptrolle greift das Thema der "Verletzung der Familienehre" einer türkischstämmigen Familie, die in Deutschland lebt auf. Definitiv ist dieser Film NICHT auf alle deutsch-türkischen Familien hier projezierbar, aber es ist eben nach wie vor ein höchstaktuelles Thema, leider auch noch im 21. Jahrhundert. Da es sich um ein Drama handelt will ich gar nicht zu viel Infos preisgeben. Nur so viel : Es geht um eine junge, integrierte deutschtürkische Frau die einen türkischen Mann in Istanbul heiratet, aber schnell merken muss, dass sie mal so gar nichts verbindet. Was passiert nun mit Sohn Cem? Soviel zum Beginn. Dieses Drama hat viele Wendungen parat, ist sehr gut inszeniert und die vielen deutsch-türkischen Darsteller passten super in ihre Rollen!

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manitu17

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Bewertung7.0Sehenswert

Erschütternd... schöner Film mit guten Laiendarstellern.
Und dennoch wirkt "Die Fremde" doch etwas arg klischeehaft. Ich weiß jetzt leider nicht genau, wieviel man hierbei für voll nehmen sollte...

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Incepted

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hier wird kein türkisches Sittengemälde gezeigt, sondern eine präzise Studie einer patriarchalischen Familienstruktur und ihrer konfliktreichen Beziehung zur Moderne. Wie sich dies auf die einzelnen Familienmitglieder auswirkt, wie sie sie zu unterwandern versuchen oder bewahren müssen, zeigt "Die Fremde" mit schonungsloser Intensität und ohne Schwarz-weiss-Malerei anhand einer Tochter, die sich emanzipieren will und dabei ihrer Familie und den Traditionen immer fremder wird. Der Film zeigt aber auch die innere Zerrissenheit des Vaters, der sich für seine Tochter oder für die Ehre seiner Familie entscheiden muss, was zugleich eine Analogie für den Konflikt zwischen Moderne und Tradition darstellt. Eine traditionalistische Parallelgesellschaft mag in sich gut funktionieren, ihre Vereinbarkeit mit dem Umfeld ist jedoch problematisch und die Negierung ihrer Strukturen innerhalb des Systems beinahe unmöglich wie das Beispiel von Umay zeigt. Dass der Film solche Themen differenziert und einfühlsam, und nicht schematisch behandelt, liegt nicht nur am sehr guten Drehbuch, sondern auch an den fein ausgearbeiteten Charakteren, die von gradiosen Schauspielern verkörpert werden. Die unprätentiöse Machart trägt ebenso ihren Teil zur Güte des Films bei.

Der Film geht an die Nieren und hallt lange nach. Man sollte aber nicht das Gefühl haben, in jeder türkischen Familie gehe es so zu und her. Ebenso wenig ist der Islam schuld. Stark ausgeprägter Patriarchalismus ist ein Kennzeichen fundamentalistischer Gruppierungen verschiedenster religiöser Traditionen.

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feanor2k

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film über türkische Frauen, fanatischen Glauben, Familienehre und Ehrenmorde. Ein Film der den Zahn der Zeit dramatisch trifft. Mit einem Ende, welches den Zuschauer bis ins Mark erschüttert. Bemerkenswert: Der vielleicht gerade mal 5-jährige Nizam Schiller verkörpert seine Rolle mit tragischer Genauigkeit und spielt seine erwachsenen Kollegen alle an die Wand! Prädikat: Erschütternd genial!!!

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hannnni

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Bewertung7.0Sehenswert

mich hat der Film aufgeregt. Ich weiß nicht ob ich das nicht verstehe weil ich keine Türkin bin - weil: Eine Frau bin ich und auch eine Frau mit einer großen Familie und ich verstehe den Wunsch und die Sehnsucht zur Familie. Aber dass ich dann immer wieder dahin gehe wo ich jedesmal eine eingeschenkt bekomme- Gewalt erlebe..noch schön mein Kind mitschleppe dass es diese Gewalt schön miterlebt. Und da gibt es diese Geschichte mit den Ehrenmorden die sogar mir als Nicht-Türkin bekannt ist. Geh ich da vielleicht nicht erstmal ein wenig auf Distanz.. Familie hin Familie her, versuche mich und mein Kind zu schützen? War da nicht ein Vater der sein Kind möchte- um scheinbar jeden Preis. Flüchte ich in ein Frauenhaus und verstecke mich damit ich kurze Zeit später der Familie zeige wo ich zu finden bin? Nun- Sibel Kekilli hat sich ja schon in "gegen die Wand" gerne verbrügeln lassen. Okay.. das war ne andere Geschichte. Auch wenn ich das alles nicht ganz nachvollziehen konnte ( vielleicht weil ich keine Türkin bin- mag sein.. ) war er auf jeden Fall sehr emotional und damit sehenswert..

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audio

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich habe selten, ganz selten einen solch emotionalen und doch so authentischen Film gesehen. Gerade weil er den Zuschauer mit seinen eigenen Erfahrungen und Empathien am Kragen packt und mitreißt.
Jede Person ist in und mit seiner eigenen Biographie perfekt gezeichnet, jedes Handeln beruhte auf einer eindeutigen Logik - Determinsismus lässt grüßen. Kein Schnickschnack, kein Kitsch, keine überraschenden Wendungen - selbst das Ende ist in sich schlüssig, auch wenn es so weh tut mitzuerleben, denn hier scheint die einzige Lösung der generativen Kettenreaktion (Tradition, Religion, Ehre etc.) der radikale Kettenriss zu sein. Verdammt traurig. Richtig traurig. Wie das Leben!

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Dalia

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Bewertung9.5Herausragend

Ich werde es mir nie verzeihen, dass ich den Film nicht im Kino sehen konnte, weil er in kleinen Sälen, außerhalb der Stadt, gezeigt wurde und die großen Kinos ihn schlichtweg ignorierten. Die Zeit fand sich nicht und ehe ich ihn hätte sehen können, war er von der Leinwand verschwunden.
Jetzt heißt es auf die DVD warten ...

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Am Ende war es lange still im Kino.
Und das lag nicht nur am Ausgang des Films, der mit ruhigem Erzählstil und relativ unspektakulär über das Aufbegehren einer jungen türkischen Frau und Mutter gegen gesellschaftliche Konventionen und Gewalt in der Familie erzählt. Er erzählt es sehr persönlich, indem die Mitglieder dieser Familie in ihrer Zerrissenheit zwischen Familienbanden und Konventionen gezeichnet werden, und natürlich gehen einem die Meldungen über den Mord an Hatun Sürücü im Jahr 2005 durch den Kopf. Das so nicht erwartete dramatische Ende macht diesen Film ebenfalls außergewöhnlich, weil da Einer steht, der so oder so der Familie keine Ehre wiedergeben konnte und dem vielleicht in diesem Augenblick die Einbahnstraße seiner Gedanken bewusst wurde.

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ackbar07

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Bewertung9.0Herausragend

Sehr eindrücklicher Film!
Die Vielschichtigkeit der Charaktere hat mich umgehauen. Respekt! Das schaffen nur sehr wenige Filme so spielend und so selbstvertändlich!

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der cineast

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Es heisst eindringlich, aber ja du hast recht ;)


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